Google
This is a digital copy of a book that was preserved for generations on library shelves before it was carefully scanned by Google as part of a project
to make the world’s books discoverable online.
It has survived long enough for the copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject
to copyright or whose legal copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books
are our gateways to {he past, representing a wealth of history, culture and knowledge that’s often difficult to discover.
Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this file - a reminder of this book’s long journey from the
publisher to a library and finally to you.
Usage guidelines
Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken steps to
prevent abuse by commercial parties, including placing technical restrictions on automated querying.
‘We also ask that you:
+ Make non-commercial use of the files We designed Google Book Search for use by individual
personal, non-commercial purposes.
and we request that you use these files for
+ Refrain from automated querying Do not send automated queries of any sort to Google’s system: If you are conducting research on machine
translation, optical character recognition or other areas where access to a large amount of text is helpful, please contact us. We encourage the
use of public domain materials for these purposes and may be able to help.
+ Maintain attribution The Google “watermark” you see on each file is essential for informing people about this project and helping them find
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it.
+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are responsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other
countries. Whether a book is still in copyright varies from country to country, and we can’t offer guidance on whether any specific use of
any specific book is allowed. Please do not assume that a book’s appearance in Google Book Search means it can be used in any manner
anywhere in the world. Copyright infringement liability can be quite severe.
About Google Book Search
Google’s mission is to organize the world’s information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers
discover the world’s books while helping authors and publishers reach new audiences. You can search through the full text of this book on the web
alkttp: /7sooks. google. com/]
Google
Über dieses Buch
Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Regalen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfügbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde.
Das Buch hat das Urheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch,
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist.
Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei — eine Erin-
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat.
Nutzungsrichtlinien
Google ist stolz, mit Bibliotheken in partnerschaftlicher Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nichtsdestotrotz ist diese
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch
kommerzielle Parteien zu verhindern. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen.
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien:
+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche für Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden.
+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials für diese Zwecke und können Ihnen
unter Umständen helfen.
+ Beibehaltung von Google-Markenelementen Das "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht.
+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein,
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben.
Über Google Buchsuche
Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser Welt zu entdecken, und unterstützt Autoren und Verleger dabei, neue Zielgruppen zu erreichen.
Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter|'http: //books .google.comldurchsuchen.
u Die Chroniken
der deutſchen Städte
vom 14. bis ins 16. Jahrhundert.
Dreizehnter Band.
AUF VERANLASSUNG HERAUSGEGEBEN
UND MIT DURCH DIE
UNTERSTÜTZUNG HISTORISCHE COMMISSION
SEINER MAJESTAET BEI DER
* DES KÖNIGS VON BAYERN KÖNIGL. ACADEMIE DER
MAXIMILIAN II. WISSENSCHAFTEN.
Leipzig
BVerlagvon ©. Hirzel.
1876.
Die Shroniken
der. niederrheinifhen Städte.
Cöln.
Zweiter Band.
AUF VERANLASSUNG HERAUSGEGEBEN
UND MIT DURCH DIE
UNTERSTÜTZUNG HISTORISCHE COMMISSION
SEINER MAJESTAET BEI DER
DES KÖNIGS VON BAYERN KÖNIGL. ACADEMIE DER
MAXIMILIAN IL. WISSENSCHAFTEN.
Leipzig
Berlag von ©. Hirzel.
1876.
8
Act;
Borwort.
Die Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhun—
derts, welche ven vorliegenden zweiten Band ver Chroniken von Cöln
eröffnen, nehmen zum Ausgangspunft die ins Deutfche überfegten latei⸗
nifchen Annalen, welche ſich als Annales Agrippinenses im XVI.
Dante ver Monumenta Germaniae abgedrudt finden, um fie nach dem
Jahr 1360 weiter fortzuführen. In der erjten deutſchen Bearbeitung (A)
reicht die Fortjegung nur bis 1378, in der zweiten (B) fchon bis 1398;
legtere hat jpüter noch eine weitere werthvolle Fortjegung bis 1434
erhalten und ift zugleich, ohne viefe Kortfegung, die Grundlage einer
pritten und vierten Bearbeitung (C und D) geworben, von denen jebe
theil8 neue Erweiterungen durch eingefchaltete Zuſätze, theils ſelbſtändig
nebeneinander hergehende Fortſetzungen, die eine bis 1435, die andere
bis 1445, tarbietet.
Obſchon die eine und andere Abfaſſung (B und D) fich für eine
Cronica van Collen' ausgiebt, jo entjpricht doch ihr Juhalt nicht ganz
folcher Ueberfchrift, indem fie auf der einen Seite nicht bloß von Cölni—
jhen und damit zufammenhängenten Dingen berichten, ſondern auch -
theilweife allgemeine Reichs- und Zeitgefchichte, insbeſondere Ereigniffe
in ten Niederlanden und Frankreich mit hereinziehen, und auf ber ante-
ren Seite feine fortlaufende und zuſammenhängende Erzählung geben,
fonvern bloß Einzelnes, Wichtiges oder Unwichtiges, Locales oder All-
gemeines herausgreifend und mitunter felbjt das für die Stadtgefchichte
Wichtigfte übergehend, überall nur den Charakter ver Zufälligfeit in der
Meittheilung aufzeigen und bie lofe Form aneinander gereihter Jahres—
notizen beibehalten.
vi Vorwort.
Nur ein geringer Theil dieſes für tie Cölniſche Geſchichte werth⸗
vollen Quellenſtoffs A une B bis zum 3. 1395 S. 18—19; ift ſchon
früher im Drud erfchienen; alles Uebrige wirt bier zum erftenmaf in
ter Bearbeitung von Dr. 9. Cardauns veröffentlicht. Die Herftel-
lung des Textes nach ven Hanrfchriften hat großentheil® Dr. C. Schrö-
ber beforgt, ver jedoch vor dem Abfchluß als Mitarbeiter ausjchien ;
nachher konnte Dr. Cardauns für ten Text C noch die befonters wichtige
Copenhagener Hanpfchrift benutzen, welche ihm von ter bortigen Biblio⸗
thef, auf Anfuchen tes fönigl. preußifchen auswärtigen Staatsminifte-
riums, mit dankenswerther Yiberalität nach Bonn überjenvet wurte.
Die Cölner Iahrbücher find, ihrerjeits wieter als Quelle dienend,
in der von Heinrich van Bee um 1469 verfaßten Chronik Agrippina'
benugt worden und mehr noch in die Koelhoffſche Chronik übergegangen.
Ueber die Beichaffenheit ver erfteren Compilation, welche ſchon bei dem
3. 1419 abbricht, hat Dr. Ennen im Vorbericht zum erften Bande ber
‘Quellen zur Gejchichte der Stadt Cöln' S. xxvıı und auch in dem zu
Bd. II der Geichichte von Cöln ©. xv Nachricht gegeben; mehr hier-
über findet man in ver Einleitung von Dr. Cardauns zur Koelhoffichen
Chronik (S. 226 — 230), woraus fich genugfam ergiebt, weshalb ver
Abdrud der Agrippina, als hiftorifch völlig werthlos, in unferer Samm-
fung unterblieben ift. j
Die bei Johann Koelhoff im I. 1499 zu Cöln gebrudte große
Cronica van der Hilfiger ftat van Coellen’ hat in neuerer Zeit eine ums
gleiche Beurtheilung erfahren. W. Wadernagel, unfer vortrefflicher und
unvergeßlicher College in der biftorifhen Commiffion, nannte fie furz-
weg “ein eigenthümliches Gemifch Fritiffofen Aberglaubens und ſchon ver
gelehrten Kriti!’ J, während Niebuhr in einem feiner gehaltwollen Briefe
an von Savigny aus Rom vom 1. September 1818?, worin er fich
über die Gefchlechterverfaffung in ben italienifchen und deutſchen Städten
verbreitet, mit Bewunderung von ter “vortrefflichen alten Cöllner Chro-
nif redet, welche er nicht anfteht “theilweife zu unferen claffifchen Werten
zu rechnen, teren Verfaffer einer ver hellften Geifter unt wahrhafteften
| & 1. Gedichte ber beutjchen Literatur 2. Lebensnachrichten Bd. II no. 378.
Vorwort. vii
Herzen iſt'. Der berühmte Geſchichtſchreiber Roms ſchätzte in ihr, gleich—
wie in ven alten römischen Annalen, ven in dichteriſcher Einkleidung ver-
hülften Kern einheimifcher Weberlieferung und nicht minder die naiv an-
ſprechende Erzählung.
Beide Urtheile, wie ſehr fte fich zu widerfprechen fcheinen, find doch
wohl geeignet, in Bezug auf Vorzüge und Mängel des Werks einander
zu ergänzen und damit richtig zur ftellen. Im der That finden wir darin
fritiffofen Aberglauben neben echter Weberlieferung, ungefchidte, ja
lächerliche Anläufe gelehrter Kritik neben vortrefflichen Ausfprüchen über
die Gebrechen, insbefonvere das Kirchliche Verberben der Zeit, welche
dem aufrichtigen und frommen Sinne des Autors zur Ehre gereichen.
Was aber fir uns die Hauptjache ift, die KRoelhoffiche Chronik ift
nicht bloß eine ans Älteren Quellen oder aus dieſen jelbit ſchon abgelei—
teten Schriften gefchöpfte Compilation, fondern für vie zweite Hälfte nes
15. Jahrhunderts eine wichtige hiftorifche Quelle. Dazu fommt noch die
hervorragende Stelle, die fie als fchriftftellerifches Erzeugniß in mittel-
rheinifcher Profa im Bereich der veutfchen Literatur einnimmt. Daß fie
in der einen wie in der andern Rückſicht die Aufnahme in unſere Samm-
fung verdiene, war von vornherein nicht zweifelhaft: als abſchreckend
ftand allein vor Augen vie befchmwerfiche Breite und Maffenhaftigfeit des
Ganzen, woran ſchon frühere Verſuche einer neuen Edition gejcheitert
find!. ine beträchtliche Abkürzung wur unerläßtich und ohne Schaben
des Ganzen um fo leichter thunlich, als ein großer nur in Auszügen aus
älteren Compilationen der Kaiſer- und PBapftgefchichte beftehender Theil
des Werfs nebſt vielen weitläufigen Ausführungen des Autors über fo-
genannte Opinien', d. h. verſchiedene Anfichten bezüglich der überliefer-
ten Thatſachen, als bloß beſchwerender Ballaft wegfallen konnte. Weber
das hierbei einzuhaltende Verfahren war e8 Suche des leitenden Heraus-
gebers, fich mit ven Bearbeiter ver Chronik, Herrn Dr. Cardauns, im
einzelnen zu verjtändigen. ‘Dem letteren lag vor allem bie ſchwierige
1. ©. die Einleitung S. 250. Auch lenſammlung deutſcher Gejchichte vorzu-
E. von Groote beabfichtigte, wie er 1824, bereiten: Reifferfcheid, Erinnerung an E.
4. Zan., an I. Grimm fchrieb, wie die von Groote (Monatsichrift für rhein.-
Hagen'ſche Reimchronik, jo auch die große weſtfäl. Gefch. I, S. 557).
Chronik der heiligen Stadt für die Quel⸗
VIII Vorwort.
Quellenunterſuchung ob, um das von dem Autor Entlehnte von dem,
was er ſelbſtändig hinzugefügt hat oder wovon die benutzte Quelle ſich
nicht mehr nachweiſen ließ, auszuſondern. Die im Druck an den Rand
geſtellten Quellencitate dienen zur Orientierung auch über den Inhalt ver
ausgelaſſenen Stücke. Von der dem Autor ſelbſt angehörenden Ausfüh—
rung iſt in dem früheren auf ſolche Weiſe abgekürzten Theil des Werks
vornehmlich alles auf die Geſchichte von Cölun Bezügliche und auch ſonſt
faſt mehr als genug ſtehen geblieben, um das Ganze nach ſeinem Werthe
zur Geltung zu bringen.
Der gegenwärtige Band enthält demnach in abgelürzter Geſtalt
ſchon über zwei Drittel des alten Druds (236 Folioblätter von 350),
während ver noch übrig bleibende und nahezu volljtändig aufzunehmende
Reſt dem folgenden Bande vorbehalten bleibt.
Die Abjchrift des Textes, welche dem Drud zu Grunde liegt, wurde
von Dr. C. Schröter nach einem jchönen Exemplar der Münchener
Hof- und Staatsbibliothef (Incun. s. a. 302) angefertigt und babei Die
Rechtichreibung nach allgemein angenommenen Grundſätzen vereinfacht
(ſ. Bd. IS. 20). Das Verpienft ber hiftorifchen Bearbeitung gebührt
Herrn Dr. H. Cardauns. Bei ver Reviſion der Drudbogen hat fich
auch Prof. Birlinger in Bonn betheiligt.
Dei dem ſchon faft zu großen Umfang, ten ber vorliegende Bank
erreicht hat, mußte ver Schluß meiner in Bd. I vorangeftellten Abhand-
lung über die Gejchichte und Berfaflung der Stadt auf den dritten und
legten Band verfcheben werden, ebenfo wie das Regifter und das Gloſſar,
welche ohnehin zwedmäßiger zugleich für beide Bände gegeben werten.
Erlangen im September 1876.
C. Hegel.
Inhaltsverzeichniß.
Seite
Borwort .. Co Co one en v
Die Chroniken der Stadt Cöln.
V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
Einleitung ......... ... 3
Zert und Anmerkungen.. · 18
Recenſion ....... 18
B........... .... 28
| ..... ... 71
„ Deo oo on 125
Beilagen.
I. Lateinische Chronikenfragmente 1332 — 1488 . . . 2.222... 193
II. Lateiniſche Reimchronik 1I081 — 1472. . . . 2. 2 2 . nn 203
VI. Die Eronica van der billiger ftat van Coellen 1499.
Einleitung. > > 2:2 oo 211
Zert und Anmerkungen - > >: om oo en 253
ae en 639
V.
Sölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhundexks.
Städtechroniten. XII. 1
Ginleitung.
Die Blüthezeit ver Annaliftif in lateiniſcher Sprache reicht in
Cöln genau bis zur Mitte des 13. Sahrhunderts, und fo auffallend es
auch ericheint, daß man gleich nach der letten glänzenden Leiftung die
Pflege eines fast feit hundert Iahren blühenden Zweiges der hiſtoriſchen
Litteratur verlaffen haben jollte, fo finden fich feitvem doch nur äußerſt
ſchwache Spuren lateinifcher Annaliftif, nämlich das fog. Anonymi
chronicon 1238 — 1369 und bie großentheils wörtlich übereinftimmen-
ven Annales Agrippinenses bis 13601. An legtere ſchließt fich eine
Reihe zu verfchiedenen Zeiten entftantener aber untereinander untrenn-
bar zufammenhängender Aufzeichnungen in beutfcher Sprache an. Die:
jelben bezeichnen fich gewöhnlich als ‘Chroniken’, bei ihrem annaliftifchen
Charakter aber wird ver Gefammttitel Cölner Iahrbücher' als ver paf-
jenpfte erfeheinen. Die mir befannten Hſſ. gruppiren fich in vier Recen-
fionen.
Die Recenfion A ift bereit8 1864 nach der einzigen Trierer Hſ. Rec. A.
von Floß bekannt gemacht worden ?. Bis 1360 ift fie faft nichts als ein
Auszug aus den Annales Agripp. ober einer mit diefen aufs engfte
zufammenbängenvden Compilation. An wenigen Stellen tritt fie dem
Chron. anonymi etwas näher, doch ift die Abweichung nie jo bebeu-
tend, daß fie fich nicht durch Textverſchiedenheiten erklären ließe, die nur
auf Rechnung des Schreibers zu fegen find: von den Nachrichten, welche
Anon. chron. allein hat, findet fich feine Spur, dagegen werben die
meilten Irrthümer ver Ann. Agripp. getreufich nachgejchrieben, auch
wenn Anon. chron. das Richtige hat. Selbjtändig ift nur die Nach-
richt zu 1298, über das Zufrieren des Rheins 1305 und Kleine Eintra-
1. Vgl. Bd. I, Allgem. Einl.ıxxvi. Niederrhein XV, 178—187.
2. Annalen des hiſt. Vereins für den
i*
Rec. B.
4 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhundert.
gungen zu 1307, 1309, 13, 15, 20, 30, 31, 54. 56, die entweder aus
einer vollftändigeren Hf. ver Ann. Agripp. ftammen oder anderswoher
entlehnt fine. Irrig dagegen ift es, auf Grund dieſer Zuſätze bie Ann.
Agripp. als “eine Uebertragung diefer Chronik ins Lateinifche mit Aus⸗
lafjungen und Fleinen Erweiterungen’ zu bezeichnen 1. Schon die größere
Reichhaltigfeit, noch mehr vie weit genaueren chronologifchen Angaben
ter Ann. Agripp. genügen, um das umgefehrte Verhältniß als das
richtige erkennen zu laffen. Auch fcheint die latinifirende velativifche
Anfnüpfung “in wilchme ftrive (zum Jahre 1269) und die feltfame
Wendung ‘daden berfchauminge’ (zum J. 1288) ftatt des posuerunt
tentoria sua der Ann. Agripp. auf Ueberjegung aus dem Lateinifchen
hinzudeuten.
Hieran ſchließt fich, von gleicher Hand gejchrieben, eine Furze, nur
im Schlußjahr ziemlich ausführliche Fortfegung bis 1376. Sie verdanft
ihre Entftehung wohl eben tiefem Jahre, da die weiteren Zufäte zu
1377 und 1378 bereit8 von anderer Hand beigefügt find, und die Sühne
von 1377 Febr. 16, die doch zu der genauen Erzählung des Krieges von
1376 einen paſſenden Abjchluß gebilvet hätte, ganz übergangen wird.
Daß der Verfafjer Cölner war, verfteht fich bei vem überwiegend
Iocalen Charakter ver Nachrichten eigentlich von ſelbſt, doch gibt er ſich
als jolchen und als Zeitgenofjen auch durch die Faſſung der Notizen über
Aufhebung und Verhängung des Interdicts 1370 und 1375 (“wart uns
ver janf gelacht’, ‘wart uns der ſank weder') zu erkennen.
Die zweite Recenfion (B), bereit 1871 nach der älteften, mit 1398
abfchließenden Hf. geprudt?, hat die erfte faft vollftändig in fich auf-
genommen, aber vielfach erweitert und durch felbftänbige Nachrichten
vermehrt. Die Heineren Zuſätze gehen zuweilen auf die Ann. Agripp.
zurüd, aljo find diefe entweder mitbenußt, over es lag A in einer etwas
ausführlicheren 3, ven Ann. Agripp. näher ftehenvden Faſſung vor.
Jedenfalls aber liegt, wie der jehr genaue wörtliche Anſchluß beweift,
ſchon eine ältere Recenfion in deut ſcher Sprache zu Grunde. Für bie
meisten größeren Zuſätze konnte feine Quelle nachgewiefen werben.
Häufiger und bedeutender werben fie erſt im 14. Jahrhundert, beifpiels-
weife find ſämmtliche Notizen 1336 — 45 felbftändig.
Die beachtenswerthe Yortfegung beginnt mit 1377 — die Zuſätze
I. Floß in den Annalen des bift. 3. Daß eine folche vorhanden war,
Ber. XV, 178. läßt fih auch aus den Zuſätzen der Mün⸗
2. Durch Ennen in den Annalen des ftereifler Ehron. (Annalen XV, 188) zu
bift. Vereins XXIII, 46—59. A entnehmen. Vgl. darüber unten,
Einleitung. 5
ver Rec. A find nicht mehr aufgenommen — und fchließt in ver ältefien
Hi. (B!), die feinesfalls lange nach Beginn des 15. Jahrhunderts ge-
jchrieben wurte, mit 1398 ab. Sie entitand aljo vielleicht noch Ende
bes 14. Jahrh., und auch die Bräfens - Sorm bei der Nachricht über bie
verbannten Bürger zu 1396 (“und a8 ir jar umb fint, fo.wat manfi -
doin heiſt, dat folen fi doin') verräth den Zeitgenojfen. Eine ganz
gleichzeitige ſucceſſive Aufzeichnung aber Tann nicht angenommen werben,
da der Tod Karls IV. zu 1379 (ftatt 1378) und der Krieg des Königs
von Frankreich mit dem Herzog von Gelvern zu 1387 (ftatt 1388)
erzählt wird. Vielleicht tritt nach 1390 ein anderer Verfaſſer ein, weil
bier Hſ. B3 fchließt, vielleicht fchon 1382," weil die weiteren Nachrichten
in Rec. C2 nicht mehr benutzt find.
An dieſe Fortfegung ſchließen fich in Hf. B2 noch einige kurze No-
tizen bis 1408, in B? eine zweite werthvolle Fortfegung 1399 — 1434
an. Der erfte Sat verjelben (zum J. 1399) finvet fich auch noch in B2,
fünf weitere Notizen in Rec. D wieber, der Reſt, der die Jahre 1404,
6, 8, 14—17, 19,20, 21, 24,25, 28, 31, 33, 34 betrifft, ift nirgendwo
anders nachweisbar. Bon ganz befonderem Werth ift der eingehenpe
Bericht über die Wahl Dietrichs von Mörs und feine Kämpfe mit ver
bergifchen Bartei (1414— 17). Es unterliegt leiter feinem Zweifel,
daß unjer Text lückenhaft ift: beim Jahre 1414 wird auf die noch nicht
erwähnte Anwejenheit Sigmunds in Cöln als auf etwas ſchon erzähltes
Bezug genommen; ähnlich heißt e8 bei 1428: “do quam ber carbenail
weber zo Coelne, umb tat hei gerne freven gemacht hede under allen
befen heren’, ohne daß eine Stelle vorausginge, worauf fich dies beziehen
könnte. Dagegen laffen vie Schlußverfe deutlich erkennen, daß wenigftens
bier nichts mehr ausgefallen ift, wie denn auch die das Ende bildende
fehr genaue Bejchreibung des Sturmes von 1434 unmittelbar nachher
geichrieben fein dürfte. Aller Wahrjcheinlichkeit nach haben wir e8 mit
Auszügen aus früheren Aufzeichnungen zu thun, die der Schreiber viel-
leicht mit einigen Driginalnachrichten vermehrte. Dafür fpricht auch der
Umſtand, daß manche fehr genaue und mit dem richtigen Tagesdatum
verfehene Notizen ins falſche Jahr gejett find (beiſpielsweiſe ift für bie
Ermordung des Herzogs von Burgund ganz richtig Sept. 10 angegeben,
aber 1426 ftatt 1419), ferner die ganz auffallende Ungleichmäßigfeit ver
Erzählung, die bald eine kurze Periode in eingehenpfter Weife zur Dar:
ftellung bringt, bald über eine Reihe von Jahren ſchweigend oder mit ein
paar Worten hinwegeilt.
Borzugsmweile auf B — directe Verwandtfchaft mit A zeigt fich nur gec.c.
6 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderte.
an wenigen Stellen — beruht die in zwei Hſſ. überlieferte Recenfion C.
Anfänglich in eine Menge fonftiger Notizen eingewidelt, wirb B in der
einen Hſ. (C) nur bis 1382 und vielfach auszugsweiſe, in der anderen
(C}) dagegen bis 1396 und meift in wörtlichem Anfchluß ausgejchrieben.
Hauptfächlich, jedoch nicht ausjchließlich, Liegt der Text der Hſ. B3 zu
Grunde. Die Uenderungen und Zuſätze find anfangs unbedeutend, erft
zu 1371 findet fich ein Einfchiebjel von größerem Umfange, von 1378
an aber werben die Erweiterungen immer häufiger und reichhaltiger,
während vie Entlehnungen aus B immer feltner begegnen. Die beiben
Hff. gemeinfame Fortfegung 1396 — 1402 ift durchaus original. Sie
fehrt theilweife (auch manche der früheren Zuſätze) in der Koelhoff'ſchen
Chronif wieder, das Jahr 1402 ift bier nicht mehr benutzt, alfo ver
Necenfion C vielleicht erjt nachträglich beigefügt. Die meiften felbftän-
digen Nachrichten find localer Natur, dazwijchen aber fteht manches zur
Geſchichte von Achen, Berg, Eleve, Geldern, Jülich, einiges über nieber-
ländiſche, weitfäliiche und oberrheinifche Vorgänge, auch die Erhebung
König Ruprechts ift gut erzählt. Die meiften Angaben find fehr genau,
bie Chronologie in guter Ordnung.
Bon ungleich größerem Werthe ift die zweite, nur in C! vorliegende
Fortſetzung. Der Eingang ift wenig veriprechend: kurze Notizen über
das Bifaner Concil, die Wahlen der Könige Soft und Sigmund, des
letzteren italienischer Zug und die Berufung des Concils von Conftanz,
fait alles mit jchweren Fehlern, offenbar aus unvolllommener Erinne-
rung niebergefchrieben. Mit 1413 aber tritt eine Aenderung ein. Im
eingehenter Darftellung erzählt ver Chronift die Bemühungen des Erz-
bifchof8 Friedrich um die Nachfolge feines Neffen Dietrich, die Doppel-
wahl von 1414, die wilde Stiftsfehbe der folgenden Jahre, ven Juden⸗
proceß von 1417 und bie Fehde der Stadt gegen die rheinifchen Kur⸗
fürften bis zum Friedensfchluß von 1419. Dazwilchen gedenkt er kürzer,
aber genau und überfichtlih, der Vorgänge auf dem Eoncil, der großen
Reife Sigmunds nach Frankreich und England ſowie ver englifch = fran-
zöfifchen Kriege, jchiebt auch eine ziemlich umfangreiche Chronik über
Sigmund als König von Ungarn ein. Geſchickt wird Locales mit All⸗
gemeinem verbunden, der ganze Bericht ift wohlgeorbnet, chronologiſch
faft tadellos, nur ganz vereinzelt find ein paar gröbere Schniker mit un-
tergelaufen. Offenbar ftanden dem Verfaſſer treffliche Nachrichten zu
Gebote, die ihm gejtatteten, nicht bei ver Außenfeite ver ‘Dinge ftehen zu
bleiben, er ift ein Mann, der diefe an großen Ereigniffen jo überreichen
Jahre mit Verſtändniß und aufmerkſamem Blick purchlebte. Die Gleich-
Einleitung. 7
zeitigfeit der Aufzeichnung ftebt außer Frage. Am Schluß wird nämlich
berichtet, 1419 Juni 11 habe vie Stadt, und beögleichen die feindlichen
Sürften, dem Erzbifchof von Trier als Schiedsrichter ihre Forderungen
überfandt, mit dem Zuſatze: ‘got geve, dat er ein gut recht ſpreche'. Es
folgen nur noch wenige Angaben über vie Frietensverhandlungen der
nächften Monate, die letzte über einen Schiedsſpruch vom September.
Offenbar find aljo jene Worte im Sommer 1419 gefchrieben, wahr-
fcheinlich noch im Juni, da gleich nach venjelben tas Datum Juni 17
- begegnet.
Außerdem enthält C! noch zerftreute Notizen zu den Jahren 1420,
26, 33—35.
Bedeutend erweitert, aber auch durch zahlreiche Fehler entftellt, Rec. D.
findet fih B bis zum Schlußjahr der älteften Hf. (1398) in Rec. D
wieder, die in fünf weiteren Nachrichten (1400— 1404) faft wörtlich mit
ber Fortjegung in Hſ. B* übereinftimmt. ‘Die Zufäße zu B find anfangs
werthlos: fie betreffen entweber bereits anderswoher und zwar weit
beifer bekannte Ereigniffe, ober fie find fagenhafte Amplificationen, wie
die Darftellung der Schlacht von Worringen (1288). Erft von 1371
ab erhalten fie größere Bedeutung, jo die Nachrichten über die Nieber-
lage ver Weberzunft (1371, irrig zu 1372 erzählt), die Tanzwuth (1374),
bie cölniſch-märkiſche Fehde (1391).
Dann folgt von 1399 ab eine Tortfegung, welche in wachſender
Ausführlichleit bis 1445 reicht. Nur wenige Anhaltspuncte geftatten
einen Schluß auf Zeit und Art ihrer Entjtehung. Die einzige vollftän-
bige Hf., die gegen Mitte des 15. Iahrhunterts, aljo jehr bald nach dem
Schlußjahr gejchrieben zu jein fcheint, rührt von einer Hand her, doch
find mit Sicherheit (abgefehen von ver Länge ver behandelten Periode,
bie ja faft ein halbes Jahrhundert umfaßt) mehrere Verfaſſer anzuneh-
men, da nach 1408 eine Lücke von fünf Jahren folgt, das Jahr 1422
übergangen ift und bie Excerpte der Nürnberger Hi. (N) mit 1421
ichließen. Der Umstand, daß die Parallelnachrichten in der zweiten Hi.
ber Rec. C nur bis 1434 reichen, erlaubt einen ähnlichen Schluß nicht,
da fie mitten in der Niederlage der Huffiten abbrechen !. Die der Erwer-
bung von Kaiferswerth durch Erzbifchof ‘Dietrich (1424) beigefügten
Worte (dat i8 dem heren van Eleve grois onmoit ind zorn den Cleve⸗
I. Kerner erwähnt O2 zu 1419 die Tem ir viant, a8 hernae gefhrepen
* Geburt des Herzogs Johann von Eleve volget’. Das kann fih nur auf bem
mit dem Zufaß: ‘ind der feloe fon was Soeſter Krieg (vgl. D zu 1444) beziehen.
do dairnae des ganten gefticht van Col-
8 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
ſchen alſo Lange fi leven') deuten beftimmt auf einen Zeitgenoffen bin,
doch kann im allgemeinen von gleichzeitiger Nieberjchrift nicht die Rede
jein. Häufig werden Vorgänge früherer Jahre kurz zufammengefaßt —
jo bei Ausweifung der Juden zu 1424, eine Maßregel, deren Vorberei-
tung fchon 1423 fällt; beim Tode Iohanns von Bayern, Bilchofs von
Lüttich (1425); beim dänischen Krieg (1427), ver fchon 1426 ausbradh ;
bei der Luxemburger Fehde (1443) — oder auf einen jpäteren Vorgang
bingewiefen, fo beim bänifchen Krieg auf deſſen vierjährige Dauer.
Mehrmals ift die Jahreszahl — abgejehen von Eleineren hronologifchen -
Verſehen — falſch: jo tft zu 1436 der erft zwei Jahre ſpäter abgefchlof-
jene Waffenftillftand zwiſchen Berg und Geldern, zu 1424 die wenig-
jtens zwei Jahre früher fallende Gefangennehmung bed Herzogs von
Berg erzählt. Auch find innerhalb der einzelnen Iahre die Notizen nicht
immer nach ver Zeitfolge georpnet.
Die Unterfuchung der einzigen vollſtändigen Hf. (D) ergab für
pie Integrität des Textes ein tranriges Reſultat. Wiederholt bietet C?
befjere Lesarten und bemerfenswerthe Zufäge. Ferner fcheint um Schluß
einiges ausgefallen zu fein, denn ganz zu Ende wird ber 1445 Nov. 21
gejchloffene Waffenftillftand zwiſchen Berg und Geldern mit dem Ver⸗
Iprechen erwähnt, es folle nochmals tarauf zurüdgelommen werben (‘als
herna gefchreven fteit’), gleich darauf aber bricht die Hf. mit einer Wit-
terungsnachricht ab. Schwerer noch wiegt die Wahrnehmung, daß fich
in jpäteren Chroniken (vgl. unten) Vieles in fehr abweichender und dann
faft regelmäßig durch größere Neichhaltigkeit und beſſeren Zufammen-
bang vortheilhaft abftechender Faſſung wiederfindet, fo daß unfere Hf.
oft nur den Einbrud eines fehlechten Auszuges macht, der zudem von
ſinnloſen, nur durch äußerfte Gebantenlofigfeit eines ungebilveten Ab-
ſchreibers erflärlichen Fehlern wimmelt. Um ein auffallendes Beifpiel
hervorzuheben, wird zu 1438 an bie Wahl König Albrechts eine Him-
melserjcheinung mit ven Worten “in ber jelver vaſten' angefnüpft, ohne
daß fich vorher diefe Zeitbeftimmung fände, in ver Koelh. Chr. Bl. 305°
bagegen wird gleich die Wahl durch das Datum ‘30 halffaften’ beftimmt.
Endlich beweift ven jehr relativen Werth unferes Textes eine Ver:
gleichung mit einer Hf. ver Würzburger Univerfitätsbibliothel in Fol.
811. Sie enthält neben der legten Fortjegung der Annal. Colon. ma-
ximi, ber Chronica praesulum Colon. und einigen anderen Stüden
eine Maſſe bald veutfcher bald Lateinifcher Nachrichten, die bald zur Rec.
1. Beichrieben von Huber in der Ein- IV, Borrebe Lıv. Bgl. Mon. Germ, SS,
leitung zu Böhmer's Fontes rer. Germ. XXII, 529.
Einleitung. 9
D, und zwar fowohl zum überarbeiteten Theil wie zur Yortfegung von
1399 ab, bald zu dem ähnlichen aber erweiterten Text der Koelh. Chro-
nik, bald zu eigenthümlichen Nachrichten der leßteren in unverfennbarer
Deziehbung ftehen. Mit bloßer Abfchrift over Ueberſetzung aus D und
ber Koelh. Ehronif haben wir es nicht zu tbun, denn mehrmals finden
fich Die gleichen Nachrichten nebeneinander ſowohl in deutfcher als in la-
teinifcher Sprache, eine Mühe, vie fich der Compilator Conrad Ifern-
beuft wohl eripart haben würde, hätte ihm nicht bereits ein lateinifcher
Text vorgelegen; außerbem aber ift Vieles weit genauer und ausführ-
* licher, Anderes in Rec. D und in der Koelh. Chr. gar nicht auffindbar.
Daß die lateiniſche Faſſung ftets die originale ift, läßt fich jchon wegen
ber ſtark germaniftijch gefärbten Latinttät, noch mehr wegen des Umftan-
des nicht annehmen, daß felbjt ganz Heine Zufäbe ver Rec. D zu B, wo
erftere aljo in ver Hauptſache unzweifelhaft einem beutfchen Texte folgte,
in der Würzb. Hf. Inteinifch wieverkehren. . Daraus ergibt fich mit leid⸗
licher Sicherheit, daß Iſernheuft eine lateiniſche Bearbeitung eines deut⸗
chen Textes vor fich hatte, der befjer und volljtändiger war als der der
Rec. D, felbft in ihrer relativ guten von ber Koelh. Chr. benutzten
Form. Ohne Zweifel hat Iſernheuft diefe Bearbeitung noch aus andern
Quellen, bei denen dann vie lateinifche Faſſung die originale jein mag,
ergänzt: dazu rechne ich die häufigen Angaben über Brände in Wipper-
fürth, und eine Nachricht zu 1423 (f. Beilagen I, Bl. 90), die fich in
Inteinifcher Faſſung auch in der Koelh. Chr. Bl. 295° mit dem Citat
‘alfus ſchrift einre in der croniden van ven bijchoffen van Eoellen’
findet. Die für die 'Vergleichung mit Rec. D und Koelh. Chr. inter-
effanten, fowie vie in beiden nicht nachweisbaren Stellen find in Beilagel
abgenruct, einige Kleinere Abweichungen und Zufäge in den Noten zu
Rec. D und Koelh. Chr. beigefügt (citirt Würzb. Hf.’ oder “Beilagen I’
mit Blattzahl). Die fachlich vollfommen congruenten Angaben find
übergangen.
Troß der mangelhaften Weberlieferung find bie bald furzen, balt
ausführlichen Nachrichten unferer Fortfegung von bebeutendem Werth.
Bon einer georpneten Darftellung freilich ift nichts zu entdecken. Vieles
Wichtige, was in Cöln ober deſſen nächfter Umgebung vor fich ging, ift
übergangen oder mit auffallender Kürze abgefertigt, die verjchiedenjten
Dinge erfcheinen in buntefter Abwechslung durcheinander gewürfelt.
Hier hören wir von Verfaſſungskämpfen in Cöln oder von ben zahl-
reichen in ver Nachbarfchaft fpielenden Fehden, dann jchweift die Erzäh-
fung nach Frankreich oder auf das Gebiet der Neichsgefchichte ab, bejon-
10 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderte.
ber& eingehend find die niederländiſchen Verhältniffe berückſichtigt. Da—
zwijchen ftehen Himmelsbeobachtungen, Wetternachrichten, Angaben über
Weincrescenz, Lebensmittelpreife, Münzfuß und eine Menge Heiner
Localnotizen, die nicht felten ein großes culturhiſtoriſches Intereſſe bieten.
Der (oder die) Verfaſſer fcheint das Meifte hinzuwerfen, wie er es eben
jelbft gefehen oder durch Hörenfagen in Erfahrung gebracht bat, und das
Ganze macht den Einprud einer faft zufällig und planlos entftandenen
Notizenfammlung. Spuren von Benugung fehriftlicher Vorlagen laffen
fich denn auch nur wenige nachweiſen: einmal (zu 1429) zeigt fich Ver⸗
wanbtfchaft mit Achener, ein andermal (zu 1426) Webereinftimmung mit
Münfter’fchen Aufzeichnungen, an einer britten Stelle (zu 1437) ift eine
Rathsverordnung benußt.
Gemein: Obwohl zu verſchiedenen Zeiten entſtanden, zeigen boch alfe vier
Gharal- Recenſionen gewiſſe gemeinfame Eigenthümlichleiten, was fich bei ihrem
i vier Her, innigen Zuſammenhang leicht erklärt. Im Gegenſatz zu den theils älte-
ven, theils gleichzeitigen Cölner Chroniken in deutſcher Sprache (Hagen,
Weverflaicht, neues Buch, Memorinle des 15. Iahrhunderts), die ihre
Entftehung mehr oder weniger einem bewußten Zweck ober einer be-
jtimmten Veranlaffung verdanken und in georbnetem Zuſammenhang
einen in fich abgefchlofienen Zeitraum behanteln, tritt hier bie Abſichts⸗
lofigfeit, der Stantpunct des ruhigen, an den Ereigniffen wenigftens
nicht unmittelbar betheiligten Beobachter, ver vollfommene Verzicht auf
innere Verbindung ber bald localen, bald auf die Gefchichte Deutſchlands
oder des Auslandes bezüglichen, meift unabhängig neben einander geftell-
ten, ftets durch ftereotupe Wendungen wie “in dem felven jair’, “in dem
jelven mainde' eingeleiteten Mittheilungen aufs fehärffte hervor. Nur
jelten verlaffen diefe Sahrbücher die Grenze des rein objectiven Referate,
und wo wir auf eine lobende over tabelnde Bemerkung ftoßen, da ift es
boch weniger das individuelle Urtheil des Chroniften, als der Ausprud
ver am Wohnort desjelben herrfchenden Stimmung. Gerade darauf
aber beruht die Unmittelbarkeit und Treue ver Erzählung, fo daß wir
das Zurüdtreten ver Perſönlichkeit des Chroniſten gerade nicht zu be-
dauern haben. Nur bie legte Fortfegung in C1 bilvet, wie fich aus frü-
her Geſagtem ergibt, eine jehr bemerfenswerthe Ausnahme.
Als Annalen in deutſcher Sprache, die fich in ihrer erjten Geſtalt
auf ältere Inteinifche Annalen ftügen, ein Werk vieler Hände und doch
gleichartig in feinen Theilen, ftehen die Eölner Iahrbücher nicht verein-
zelt va. Das 14. und 15. Jahrhundert ſah ähnliche Aufzeichnungen an
weit von einander entlegenen Puncten Deutſchlands entftehen, namentlich
Einleitung. 11
aber bietet die “Nürnberger Chronik aus Kaifer Sigmund’s Zeit’ un⸗
verfennbare Analogieen: die allgemeinen Bemerkungen, welche ihr ber
Herausgeber vorausgefchiet bat, Fönnen fat ohne Aenderung auf unfere
Sahrbücher übertragen werben, nur daß bei legteren bie allmähliche Ent-
jtehung weit Farer und inftructiver bervortritt. Auch vie Wichtigkeit
für die weitere Entwicklung der localen Geſchichtſchreibung ift beiden
gemeinjam.
Stark ift A benugt in ver gegen Mitte des 15. Jahrhunderts ge-
ichriebenen Münftereifeler Chronif?. Kinige Stellen verjelben finten
fich alferbings nicht in A, fondern nur in B, im allgemeinen aber fteht
ber Text dem von A weit näher, auch reicht die Uebereinftimmung nur
bis 1369: wahrjcheinlich lag aljo eine etwas erweiterte Faſſung von A,
ohne die Fortſetzungen, vor. Der ſelbſtändige Theil, vereinzelte Notizen
bis 1451, ift für die Gefchichte des Herzogthums Jülich recht beachtens-
werth.
In enger Beziehung zu B fteht eine Aufzeichnung eigenthümlicher,
wenn auch nicht jehr erfreulicher Natur, gereimte Cölner Aunalen (zum
Theil Chronogramme) von 1081 ab, erhalten in einer Hf. des 15. Jahr⸗
hunderts 3, ein Machwerf, welches fich durch Barbarei der Sprache und
faum glaubliche Freiheiten in ver Behandlung des Herameters felbft vor
ten fchlimmften Erzeugniffen dieſer jeltfamen Gattung von Poefie noch
auszeichnet. Bis 1397 decken fich weitaus bie meijten diefer rohen Verſe
dem Inhalte nach ziemlich genau mit Rec. B, bie Congruenzen find viel
zu zahlreich, um zufällig fein zu können. Nur zwei DVerje finden fich
wörtlich bereit in ven Annales Agrippinenses. Daß der Reimanna-
fit die Rec. B benußte und nicht umgefehrt, ift unzweifelhaft. Mehr—
mals irrt er gröblich in ver Fahreszuhl, wo B das Richtige hat. Außer:
dem ift die Form vielfach eine derartige, daß man mit den Thatſachen
bereit8 vertraut fein muß, um errathen zu fönnen, was ver Poet eigent-
(ih fagen will, und mitunter mußte fogar auf jedes Verftändniß ver-
zichtet werben: unmöglich fonnten daraus die nüchternen Karen Angaben
von B entftehen. Einige Notizen fehlen in B, und auch die an das Jahr
1397 angefchloffene Fortjegung bietet manches Brauchbare.
Viele Nachrichten ver Rec. D zum 14. und 15. Yahrhundert Teh-
ven, meift wörtlich, in der Chronif Agrippina? wierer. Die Ueberein-
I. Chroniken der deutichen Städte I, 3. Beilagen 11.
4. Vgl. Bd. I, Allgem. Ein]. ıxxzı,
2. Annalen des hift. Ber, XV, 190,
12 v. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderte.
ftimmung reicht jedoch nur bis 1419, ba mit diefem Jahre der ausgear-
beitete Theil der Agrippina abbricht.
Ein Theil von C und faft die ganze Recenfion D ift in die Koel-
hoff'ſche Chronik aufgenommen, die jedoch vielfach, wie bereits bemerkt,
einem weit befferen und ausführlicheren Texte folgte. Zweifellos ſtanden
dem Chroniften auch noch andere Annalen des 15. Jahrhunderts zu
Gebote, die wir in ihrer urfprünglichen Faſſung nicht mehr befiten 1.
Das Verwandtſchaftsverhältniß diefes großen Complexes lateiniſcher
und deutſcher Annalen ſtellt fich in folgendem Schema var:
Annales Agrippinenses — 1360 (vgl. Anonymi chronicon).
A — 1316 (1378)
Münftereifl. Chron. — 1451. B— 1398 (1408. 1390. 1431). —
C — 1402 (1419.1435). D — 1445 (vgl. Würzb. Sf). Latein. Reimchronik.
|Agrippina — 1419.
Koelh. Ehronit.
Um das allmähliche Anwachſen ver Cölner Iahrbücher veutlich
hervortreten zu laſſen, mußten auch im Drud vier aufeinander folgende
Recenfionen unterjchieven werven?. Wiederholungen waren’ dabei un-
vermeiblich, bei vollftänbigem Abdruck aber würde fich ihre Zahl ins
Unerträgliche gejteigert haben. So ift eine Menge wörtlicher Entleh:
nungen nur angeveutet und ein großer Theil ver Necenfion C wegge-
lafjen, die Kleinen Aenderungen und Zufäge unter die Varianten von B
eingeorbnet worten. Die abgeleiteten Säge find durch Heinere Typen,
Heinere Abweichungen und Zufäge innerhalb folcher Abfchnitte durch
Sperrdruck ausgezeichnet. Weberflüffig erfchien es, regelmäßig das be-
treffende Quellencitat am Rande beizufügen: genügen wird hier die all-
gemeine Bemerkung, daß bie Entlehnungen in B aus A, die in C und D
aus B herübergenommen find. Nur wo ver abgeleitete Text eine andere
Sahreszahl als der urjprüngliche bot, war ein Randvermerk nöthig.
Die beigegebenen Noten beruhen, foweit fie Cölner Verhältniffe
betreffen, großentheil8 auf ungedruckten Materialien des Cölner Stapt-
archivs. Am meiften wurben die jehr reichhaltigen Copienbücher, die
leider dürftigen älteften Rathsprotokolle (Libri registrationum sena-
tus) von 1396 ab und die Fehberegifter des 14. und 15. Yahrhunderts
(Mſc. A xım, 40) benutt, Anderes ift nach Ennen's Gejchichte der
1. Vgl. Bd. I, Allg. Einl. Laxvu. Einleitung.
2. Bgl. den zweiten Abjchnitt dieſer
Einleitung. 13
Start Cöln citirt, welche die Schäge des Eölner Archivs in umfaſſend⸗
fter Weife verwerthet und von 1389 (Schlußjahr des 5. Bantes ber
Quellen zur Gejchichte der Stadt Cöln) an fast ausfchlieglich auf Archi-
valien fußt. Aus ver zur Controle verwendeten Chronikenlitteratur find
(abgejehen von cölnifchen Localquellen) befonders hervorzuheben Levold's
von Northoff Chronica comitum de Marca!, Gert's van ver Schü-
ren Chronif von Cleve und Mark?, vie Limburger Chronif3 und bie
Fortſetzung Königshofen’s *.
H. Cardauns.
1. Ausgabe von L. Troß, Hamm des Vereins für naſſauiſche Alterthums⸗
1859. Aeltere Ausgabe bei Meibom Seri- kunde VI, 415.
ptores rer. Germ. I, 377. 4. Mone, Quellenſammlung ber ba-
2, Ausg. von Troß, Hamm 1824. diſchen Landesgeſchichte I.
3. Ausg. von Roſſel in den Annalen
Handfchriften.
Die bier nachfolgend abgenrudten Cölner Iahrbücher liefern ein
intereffantes Beifpiel dafür, mie aus dem Keime kurzer chronikalifcher
Aufzeichnungen andere umfänglichere erwachjen und fich entwideln. Auf
ber Grundlage ver erften beruhen bie folgenden, eine an die andere an-
fnüpfend, ven Inhalt der früheren zum Theil wörtlich in fich aufneb-
mend, aber dabei bald weiter zurückgreifend, bald die vorige fortfegenn,
bald originale Einjchiebungen in größerer Zahl und zum Theil won be-
beutendem Umfange varbietend. Wenn e8 den Anfchein haben könnte,
als genügte e8, nur zwei verſchiedene Necenfionen zu unterjcheiten, eine
grumblägliche und eine zweite, letere bie einfache Erweiterung ber erften,
jo würde fich doch bald herausftellen, daß damit nur ein getrübtes Bild
ber wahren Entwidlung gegeben wäre: der Verfuch, die Abweichungen
ber verſchiedenen Handfchriften, vie fich von jener älteften entfernen, alle
ber zweiten erweiterten Necenfion als einfache Varianten beizugeben,
würde zeigen, daß die Maſſe ver Varianten ven Text überiwuchert und
erfticht hätte. So erfchien e8 am gerathenjten, vier verſchiedene Recen⸗
fionen zu unterfcheiven und (bei wörtlichen Entlehnungen mitunter in
abgefürzter Form) abzubruden, von denen vie dritte und vierte aber nicht
mehr direct auf ver erften, fonbern auf der zweiten beruhen. Dieſe Re—
cenfionen, bie wir ihrer Hiftorifchen Folge entiprechenp mit ven fortlau-
fenden Buchſtaben A bis D bezeichnen, find folgenden Handſchriften
entnommen:
Recenfion A einer Bergamenthandjchrift des 14. Jahrh. im Beſitz
der Trierer Stabtbibliothef Nr. 1423, 10 BI. in kl. 4%; vie Chronik
beginnt Bl. 3 und geht bis BL. 10°. Abgedrucdt Annalen des hift. Ver-
eins für den Niederrhein XV, 178. |
Recenfion B liegt in vier Texten vor:
B! eine Papierhandjchrift im Befige des Geh.- Rath. 3. Forft in
Cöoln, gefchrieben um das Jahr 1400, 16 BI. in ſchmal Folio; einige
Handichriften. 15
ber Blätter find ſchadhaft, mehrere beim Heften unrichtig georonet.
Abgedruckt Annalen des hift. Vereins XXIII, 46—59. Auf dieſe Hi.
beziehen fich die im Druck beigefügten Blattzahlen.
B2, Hanbfchrift nicht auffindbar, entnommen dem Abdruck bei ©. W.
Detter, Sammlung verjchievener Nachrichten aus allen Theilen ver
biftorifchen Wiffenichafften. Bo. 1. Erlang und Leipzig 1749.
©. 435 — 463.
B3 eine Bapierhandfchrift des Cölner Stadtarchivs A II 102, 5 Bll.
in kl. Folio, bilden die Schlußblätter einer Miscellanhandſchrift. Die
Hſ. gebört noch dem 15. Jahrhundert an und feheint vem legten
erzählten Ereigniß (Belagerung von Neuß 1475; f. die Varianten)
gleichzeitig zu fein.
B? eine Papierhandſchrift des 15. Jahrh. auf ver fünigl. Bibliothek
zu Berlin, Ms. Germ. Oct. 277, 36 bejchriebene und 16 unbe-
ſchriebene Blätter. Auf dem Vorlegeblatt find einige Notizen in hol-
ländifcher Sprache mit der Unterjhrift H. v. Wijn eingetragen.
Die DU. 1—14® enthalten unfere Recenfion; daran ſchließen fich fünf
mit der Necenfion D übereinftimmenve Notizen (1400 — 1403) und
dann folgt eine durchaus originale Fortfegung bis zum Jahre 1434.
Auf BL. 33* beginnt eine Bifchofsreihe bis auf Frederich van ‘Daefel’
1161, ohne allen Werth.
Die Recenfion C ift in zwei von einander fehr verjchiedenen Hfi.
erhalten 1:
C1 Hf. ver königl. Bibl. zu Kopenhagen?, fign. Gl. Kgl. Saml.
N. 666. Pap. Fol. erfte Hälfte des 15. Jahrh. Auf dem nachträglich
beigeflebten Vorlegebl. fteht oben bie purchftrichene Eintragung: Ex li-
bris Henrici Meyssenij, Durani Juliaci. Hagae 12. Jan. AP,
1615. Unten: Sum Michaelis von Meere. Die erften 57 Bll., von
Anfang an roth foliirt und von gleicher Hand befchrieben, enthalten eine
buntſcheckige Chronik bi8 1419. Zuerſt allerhand Notizen aus der alten
und evangelifchen Gejchichte, meiftens nad Martin von Zroppau und
Ekkehard, der wohl unter ver einmal citirten hiſtoria Ro ana’ zu ver-
ſtehen ift. Es folgen ein paar kurze Auszüge aus Hagen’s Reimchronif,
eine Menge faft ganz werthlofer Notizen über Cölner Erzbiſchöfe und
[1. Die Hf. Ci wurde erft aufgefun- arbeitung erfahren. 9. €.)
den, als Herr C. Schröber feine Thätig- 2. Sie wird erwähnt bei Erichien,
keit für die Einer Chroniken eingeftelt Udſigt over den gamle Manufcript-Sam-
hatte. Der auf Recenſion C bezügliche ling idet ftore Kongelige Bibliothef (1786)
Theil des Schröder'ſchen Manufcriptes 85, und im Archiv der Gef. VII, 153.
bat in Folge deſſen eine vollſtändige Um-
16 V. Cöolner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
deutſche Kaiſer, dazwischen BI. 9 —11® eine namentlich die Grafen von
Scheyern berüdfichtigende Chronik mit zahlreichen ſüddeutſchen Yaut-
formen (3.8. Bl. 10°: “Item Scheyern waz van alter gar ein gute
mechtige purf. nicht allain was ſy gut an pam, ſy was auch juft mer
widerzezig an cheffen manhaften berkogen und grafen, die wal erchant
und weit genant waren in allen romifchen reich‘), meift wörtlich überein-
ſtimmend mit der bayrifchen Chronik des Andreas von Regensburg !.
Bon BI. 13° (‘Item in ven jaren unfes heren 1029 in dem halfen merk
ſtarf fent Herbart vurg. bifchof zu Kollen') an werben in die Biſchofs⸗
und Kaiſerchronik zerftreute Notizen aus Recenfion B eingejchoben,
welche, unter ſtets häufiger und wichtiger werdenden Aenderungen und
Zufägen, faft vollftändig reprobucirt ift. BL. 30P— 57° folgen, unter:
brochen durch eine kurze Chronit über Sigmund als König von Ungarn
(Bl. 370436), werthoolle Fortfegungen 1396 — 1419. Der Reſt ver
Hi. ift großentheils unbejchrieben. Hier und da ftehen Notizen des 15.
Sahrhunderts, Anderes ift erft im 16. und 17. eingetragen, barunter
viele Auszüge aus ver Koelhoff'ſchen Chronik von ver Hand ver Dieiffe-
nius. DI. 83—88* enthalten Aufzeichnungen des Cölner Bürgers Hil⸗
brant Suberman 1489 — 1504, der auch BI. 8b und 89 jowie das
Vorlegeblatt und ven Pergamentumschlag mit zufammenhanglofen Ex⸗
cerpten aus der Chronik Agrippina füllt. Auf dieſe Hf. beziehen fich die
Blattzahlen im Drud.
C2 Hf. der Fönigl. Bibl. zu Berlin, Ms. Germ. Fol. 127. Bap.
15. Jahrh. Diejelbe enthält BL. 1°—6* eine Luxusordnung des Cölner
Nathes; DI. 14° — 23° eine Cölner Biſchofschronik mit jehr weit aus-
bolenver Einleitung, BI. 24°— 27° eine Kaiferchronif von Dtto I bis
Friedrich II, beide gewöhnlich mit zerftreuten Abfchnitten ver Hf. C!
übereinftimmend. Bl. 28°— 29 Notizen aus ver römischen Gefchichte,
ähnlich wie in Ci, aber kürzer und confus bis zum völligen Unfinn.
DI. 29 beginnt die Reproduction der Rec. B in ftarf abgelürzter Form,
bie Abweichungen und Zufäge find im Wefentlichen vie gleichen wie in
Ci. Die Benutzung ver Rec. B endet bereits Bl. 34° mit dem Jahre
1 52, Bl. 34°— 40 enthalten eine mit ben felbftändigen Nachrichten
von Ci correipondirente Fortjegung 1382— 1402, die in C! vorliegende
weitere Fortſetzung bis 1419 fehlt. Dafür enthalten BL. 40P—43b und
7° — 13° (beim Binden verheftet) Notizen 1403—1434, welche mit ver
folgenden Recenfion (D) übereinftimmen und zur Herftellung tes Textes
berfelben benugt werden konnten (C2 in ven Varianten).
1. Chronicon Bavariae bei Schilter, Script. rer. Germ.
Handſchriften. 17
Dem Druck iſt Hſ. O! zu Grunde gelegt. Dieſelbe iſt weit voll-
ſtändiger wie C2, die vielfach bloß als Auszug aus der gemeinſamen Vor-
lage erſcheint, bietet manche Nachrichten und namentlich eine Menge ge-
nauer Datirungen, die in C? fehlen, während nur felten das umgefehrte
Verhältniß ftattfindet. Wohl aber konnte nach C? eine beträchtliche An⸗
zahl verdorbener Lesarten gebejjert werben, mitunter ließen fich auch
correfpondirente Notizen der Koelhoff chen Chronik (K in ven Varianten)
in gleicher Richtung verwerthben. Der Drud beginnt mit dem Jahre
1372, weil fich erft von hier ab größere Zufäge zum Text der Necenfion
B finden. Die geringfügigen Abweichungen bes früheren Theiles find
unter die Varianten von B geftellt.
Die Recenfion D ift entnommen einer Bapierhandfchrift des 15.
Jahrhunderts auf dem Cölner Stabtarchive A TI 9, 72 Bll. in fchmal
Folio. ‘Die untere Hälfte von BL. 1 tft vermobert, bie beiden legten
Blätter find theilmweife zerriffen. Die Chronik endigt BL. 70%; es folgen
Heine chronifalifche Notizen won verfchiedenen Händen des 16. und 17.
Jahrhunderts. Zur Herftellung des Tertes, der nicht fehlerfrei überlie-
fert ift, wurben benußt, außer den früheren Recenfionen und ber bis
1434 veichenden Fortſetzung in C2, die Agrippina in einer Papierhand⸗
ſchrift des 15. Jahrhunderts in Folio im Beſitz des Cölner Stadtarchivs,
A II2 (in ven Varianten Agr. ) und Koelhoff's Cronica van der hilliger
ſtat van Collen 1499 (K in ven Varianten). Einige mit der Chronik
wörtlich übereinftinnmende Notizen zu 1376, 1380, 1401, 1402, 1414
und 1421 enthält eine Hf. Königshofens (beichrieben Chroniken VIII,
216) im German. Muf. zu Nürnberg Nr. 8827 — 28, 15. Ih. in H.
Fol. BL. 114°— 116. Die Notiz zu 1402 enthält einen auch in die
Koelhoff'ſche Chronik übergegangenen Zufag (N in ven Varianten).
C. Schröder.
EStaͤdiechroniken. XIII. 2
Ann.
Agripp.
Mon.
Germ.
ss, EN
pi Sn.
ib,
ib.
Sul. 23.
A.
In den jaren uns herren 1092 up fente Urbains dad verbrante de
ficche zu jente ‚apoftolen zu Collen !.
In den jaren uns herren 1130 du was der Rin alfo cleine, dat man
druichs vuis over Rin geinc?.
In den jaren uns herren 11433 des neiſten dais na ſente Marien
Magdalenen dach, du brachte buſchof Reinoilt de heilige dri kuninche zu
Collen van Meilain.
In den jairen uns herren 1242 du wart de burch zu Duitze zu-
brodhen? van der ſtede van Collen mit willen buſchofs Conrait von Ho 10
ftaven.
In den jaren uns herren 1248 up unfer vrauwen dach dat fi zu hemel
vurs, du wart des nuwen doims begunt van bufchof Conrait vurß.
In den jaren uns herren 1262, in den ziven buſchofs Engitbreditd
van Valkenburch, du wunnen de burger van Collen de porzen mit gewapen⸗ 15
. der || hant ind mit gewalt ®.
2. Bon gleiher Sand aus MLXXXVII verbeffert.
13. buſchofs. 16. Auf dem oberen
Rande hat eine Hand des 16. Jahrh. beigefchrieben: "In vem far 1263 erfchein ein groſſer
comet uber 3 monat von aufgand bifs in das mittel des Himmels fleigenve und fon ſtroumen
gegen ven nidderganck ſtreckende, und in der nacht darin Urbanus flarb verſwandt er”.
Bapft
Urban IV, der vermuthlich gemeint ift, ftarb aber erfi 1264 Oct. 2.
1. Anon. chron. (Wuerdtwein, Nova
Subs. XII, 329) bat genau bie gleiche
Nachricht wie Die Ann. Agripp., aber
das Jahr 1192. Letzteres wird feſtzuhal⸗
ten fein, da 1219 die Kirche gewölbt
wurde. Quellen 3. G. d. St. Cöln II, 78.
2. Die Verſe der Ann. Agripp. über
dieſes Ereignis finden ſich, jedoch unge-
nau, auch in der lateiniſchen Reimchronif
(Beilagen IT} wieber.
3. Die Ann. Agripp. haben — und
zwar von Anfang an, nicht, wie in ber
Ausgabe bemerkt ift, aus 1143 verbefiert
— das Jahr 1144. Das richtige Jahr ift
1164.
4. Vgl. Lacomblet's Archiv für bie
Sci de Niederrheins, neue Folge I,
; Den Tag der Grunbfleinlegung
des Doms pflegt man noch immer, nad)
der Koelh. Ehron. BI. 1986, auf ben
14. Auguft (‘up unfer fiever vrauwen
avent affumptionis') zu feen. Das Felt
jelhft nennen Anon. chron. 333 und bie
gleichzeitigen Annal. monasterii S. Pan-
taleonis (Mon. Germ. SS. XXII, 543).
5° 6. angihrliche Erzählung bei Hagen
In den jaren uns herren 1263, des dinsdagis na fent
Katherinen dage!, do was buſchof Engilbrecht 20 dage zu Collen 333).
gevangen.
In den jaren uns [herren] dufent 265, do belach buſchof Engilbrecht
5 de flat van Collen mit eime groiffen ber und groisme volfe 2.
In den jaren uns herren 1267, up fente Pauwils dad) des eirften
einfedel83, to wunnen de overften van ber flat weder de gemeinde den Jan. 10.
frit up der bad), und bleif da doit wait Rutger und Lodewich der burger-
meilter * und vil anderen, und doe lachte man zu der felver zit eine groiffe
w ſchetzunge.
Item in deme ſelven jair up ſente Lucas dachs wart buſchof Engilbreit
gevangen in eime ſtride van dem greven van Gulge und bleif 4 jair® ge-
vangen.
e vgl. Anon. chron.
(Würdtw. N.s. XII,
Nov. 27.
ib.
ib.
ib.
In den jaren und herren 12697 up der heiliger moir || nacht wart —R
15 de ſtat verraden buſchof Engilbreht® und ſinen helperen.
grois ſtrit intuſchen des buſchofs vrunden und den burgeren van Collen, in
wilchme ſtride de greve van Valkenburch, de des buſchofz bruder was, doit
bleif und vil anderen, und de burger beheilten dat velt.
In den jaren uns herren 1270 wart greve Roilf von Raeffsporch ge-
2 Toiven zu eime roimſchen foninf? und wart zu Ache gefroint van buſchof
Engilbredht.
In den jaren uns herren 127710 up fente Herburg dad), do bleif Der
greve van Gulge doit und wart erflagen zu Wichge.
In ven jairen uns herren 1285 11 wart bufchof Engilbrecht erjlagen
5 van fime neiven greven Frederich van Iſenburch.
In den jaren uns herren 1288 herzoge Johan van Brabant und der
greve van Gulge und ir heipere daden herſchauwinge zu Rodenkirgen 12,
4, herren’ fehlt.
19. AP ſtatt Rolf. Vgl. B.
1. Dies ſtimmt mit Anon. chron. (die
tertia post festum b. Catharinae), nicht
aber mit den Ann. Agripp. (feria N a)
überein. Bol. zu Hagen Beilagen I, 4.
2. Wahrſcheinlich 5. bis 13. Sept.
Vgl. zu Hagen Beil. I, 6.
3. 1268 Yan. 10. Bgl. zu Hagen
V. 4534. Nah altem Stil —* bier
Tag noch zu 1267 gerechnet: ein Beweis,
daß bie erſte Aufzeichnung unſrer Nach⸗
richt vor Abſchaffung der Oſterrechnung
in Cöln, alſo vor 1310 (vgl. Annalen
des Bit Bereins 1870, ©. 278 ff.) fallt.
Rutger von Alpen and Ludwig
von der Muͤhlengaſſe, der übrigens nur
ſchwer verwundet, nicht ‚getötet wurde.
Bgl. Note zu Hagen V. 4
5. Ueber den Tag el. zu Hagen
Beil. I, 8.
6. Ueber bie Dauer ber Gefangen-
14. Aus MCOLXXIIII durch Rafur verbeflert.
23. erflagen wart.
15.. 90? jehlt.
ſchaft (Rec. B bat Se 31], Jahre)
vgl. Rote zu Hagen ®. 6119
7. Das richtige Jahr iſt 1268, vgl.
zu Sagen Beil. I, 7.
Der Erzbiſchof war bereits ſeit
Det. 1267 gefangen, konnte alſo bei Die:
jem geberiau nicht betheiligt ſein.
9. 1273 Oct. 1. Annal. Agripp.:
anno... (die Jahreszahl radiert und nicht
mit Beftimmtpeit zu entzifjern, von neue⸗
rer Hand 1277) electus est Rodolphus
comes de Wiensburg (? ſehr undeutlich).
10. Auch diejer Angabe (es ift Das
Jahr 1278 neueren Stils) liegt die Ofter-
rechnung zu Grunde. Vgl. Lacombiet
Urkundenbuch II, 415 Note. Haagen,
Geſchicht Achens (1873) I, 198.
Das faljche Jahr (richtig 1225)
Haben auch die Annal. Agripp
12. Rodenkirchen, Dorf oberhalb Cöfn.
2 *
[bo] wart ein 21. 2°.
ib.
na:
Märzib.
ib.
ib.
90 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
und voren || a8 vort zu Worinf und belagen dat huis mit hulpen des gre-
ven van deme Berge, und bleven da doit me dan 800 man van beider
fiven, und buſchof Sivart wart gevangen van deme greven van deme Berge.
In den jaren uns herren 1290 do geingen de eirfte mierbroder 1.
u In den jaren uns herren 1294 2 wart greve Ailf van Naffaumwe gefo-
ren zu eime roimjchen foninde.
In den jaren uns herren 1298 umb fente Remeis mifjen lach ko—
ninch Digelin 3 up deme plage bi Surbe * mit fime volke.
In den jaren uns herren 1299 up unfer vrauwen dad) in der vaften 5
relaxeirde bufchof Wifbult dat interbift, dat feven jair jenen mainde zein
tage 6 in der fteve van Colne van des paifs wegen gelaicdht was. in deme
jelven jaire? wart bufchof Wikbult || zu Nuffe gefoiren zu eime bujchof
binnen der zit des interdiks vurß.
In den jairen und herren 1305 vur kirsnach confirmeirde paifs Ele-
mens bufchof Henrich van Virnenburd) 8, de proifit des doims was zu Col⸗ 15
(en. de wile was dat buſchdum 21 mainde ain bujchof geweift®.
In deme felven jaire ervrois der Rin, dat man dar over geinf up
fente Agneten avent. in deme felven jare was de grofe duir zit, dat vil
luits hungers fturven 1°.
In den jaren uns herren 1307 lach ber konink up deme plate zu 20
a
—
0
Golfen 11,
10. Wilckbult.
Die Schlacht von Worringen fällt 1288
uni 5.
1. Wohl Vorgänger ber fratres ma-
rini, von weldhen die latein. Reimchron.
(Beil. II} beim Jahre 1310 fpricht.
2. Richtiger 1292 Mai 5.
3. Ueber diefen Beinamen König Al
brechts vgl. Städtechronifen VIII, 458
Note 3. Monoculus heißt er bei Heinrich
von Rebdorf (Böhmer Fontes IV, 509).
4. Dorf Sürth bei Cöln. Gemeint
ift wohl der erfolgreihe Zug Albrechts
gegen Erzbiichof Wikbold Oct. 1302.
5. Erzb. Wikbold bob als päpftl. Be-
vollmächtigter ſchon 21. März, aber 1298,
das Interdiet auf (Quellen 3. Geſch. d.
St. Cöoln III, 444), welches wegen Be:
theiligung an der Gefangennahme Erzb.
Sifrit's in der Schladht bei Worringen
über Cöln verhängt war.
6. Dies würde Auguft 1290 fürAus-
ſprechung des Interdicts ergeben. Das
Zeugenverhör wegen Sifrit8 Gefangen-
nehmung wurde 5. Juli 1290 abgehalten
(Lacomblet Urkundenb. IT, 531).
7. Die Annal. Agripp. haben ale
Wahltag irrig (1298) in die exaltationis
14. conformeirve.
sancte erucis (14. Sept.). Statt deſſen
kann faft mit Sicherheit das Feft Kreuz-
erfindung (3. Mai), und zwar 1297 an-
genommen werden, da nah Levold's
Chron. comitum de Marca (Ausg. von
Troß, Hamm 1859, ©. 126) die Wahl
in prineipio Maii ftattfand und Wikbold
ſchon 28. Mai 1297 (Günther Cod. dipl.
Rheno - Mosell. II, 518) als Ermählter
erfcheint.
8. Levold (a.a. O. 140) mit dem ir
rigen Jahr 1304: Hic (Clemens) in Lug-
duno dominica post festum s. Martini in
ecclesia s. Justi coronatus (consecra-
tus?) Henricum in archiepiscopum Col.
confirmat. Die Konfirmation würde alfo
zwilchen Nov. 14. und December 25.
fallen.
9. Erz. Wikbold war 1304 März 28
geftorben.
10. Wahricheinlich Verwechslung mit
der von den Ann. Agr. zum Jahr 1315
gefeßten Theurung. Lebendige Schilbe-
rung der letteren bat die Chron. quo-
rund. regum (vgl. Bd. T, LXXII).
11. Dies wird fih wieder auf den
Krieg König Albrechts gegen Erzbiſchof
A. ‚2
In den jaren uns herren 1309 wart Lechenich gewunnen !.
In ven jairen ung herren 1313 was de groiffe mervart?. umb ve S;let-
ſelve zit wart keiſer Heinrich vergeven up unfer vrauwen bach as man zur;
de wifche wit.
5 In den jairen und, herren 13134 was der || groiffe brant up ven —
paiſchavent zu Collen. La
In den jairen uns herren 1315 was de groiffe ſterfde und groiſſe Val. ib.
dure zit.
In den jairen uns herren 1318 lady man vur dene Brule®. ib.
10 In den jairen ung heren 1320 wart Vrechen gewunnen 7. Pl;lat- Reimchron.
In den jairen uns herren 1325 wart broder Welter verbrant®. ee
In den jairen uns herren 1330 wois ver gude win ®.
In den jairen uns herren 1331, du galt man eine quarte
wins umb zwene haller.
15 In den jairen uns herren 1332 ftarf bufchof Henri van Virnen- Ann.
buch. in deme felben jaire wart her Walrave van Gulge buſchof zu 8"
vgl. Anon.chr.
u. lat. Reimchr.
1330,
Sollen 10,
In den jairen uns herren 1333 11 was de Judenſla
Armileder.
10. MCCCXXY, doch ift das, wie es ſcheint, von gleicher Hand beigefügte v wieder ausradiert.
18, M.CCO.XxxUI,
Wikbold (1302, vgl. oben) beziehen.
1. Die Richtigkeit Diefer Angabe wirb
von Ennen Geſch. II, Vorbericht XII bes
zweifelt.
2. Levold (a. a. O. 150) erwähnt
das abeitenerliche Unternehmen dieſer
von ihm fratres crucis genannten Epi-
gonen ber Kreuzzüge zu 1309.
3. Gemeint ift Mari& Himmelfahrt,
weil an dieſem Tage in den Kirchen
Kräuter gejegnet zu werben pflegten. Die
Bergiftung Heinrichs ift jetzt faft allge-
mein als Fabel anerkannt.
4. Nur Levold (a. a. O. 154) fekt
Diefen Brand unter 1312. Im Drud ber
Ann. Agr. 737 fteht 1323, die Hi. bat
die Nachricht mit dem richtigen Jahr
1313, aber an faljcher Stelle.
5. Vgl. die Note zum 3.1305. Auch
Levold (a. a. ©. 156) kennt nur Die
Theuerung von 1315.
6. Die Belagerung der erzb. Burg
Brühl bei Cöln — genauere Erzählung
bei Ennen II, 290 ff. — wurbe im
Juni 1318 dur Vertrag (Ouellen IV,
49 ff.) beendet. Levold 158 jetst die Be-
lagerung wieber ein Jahr zu früh.
7. Folge der Einnahme der Frechener
Burg ſeitens der Stadt war jedenfalls der
Bertrag vom 30. Juni 1320, in dem fich
Ritter Wilhelm Royſt von Frechen als
Bürger der Stadt Cöln befennt. Lacom⸗
blet III, 145.
8. Die Verbrennung bes hüretiichen
Priefterse Walther fett bie gleichzeitige
Cölner Fortſ. des Martin von Troppau
(ogf. ®b. I, LXXII) ſowie Anon. chron.
(Wuerdtwein XII, 337) ins Jahr 1326,
Pol. auch Gesta Trev. edd. Wyttenbach
et Mueller II, 244, wo das Jahr 1321
fteht. Ebendaſelbſt Note nähere Mitthei-
lungen über die Secte. Wilhelm von
Egmond (Matthaeus, Analecta veteris
aevi II, 643) bezeichnet fie als Begharden.
9. Lat. Reimchr.: Anno milleno tri-
centenoque trigeno Optima sunt vina,
datur ovo singula quarta.
10. Nach Anon. chron. a. a. O. 338
ftarb Heinrich Ian. 5, und wurbe Wal:
ram ſchon 1332 Jan. 27 durch Papſt Jo⸗
bann XXI zum Erzbijchof erhoben.
11. Die Ann. Agripp. haben dieſe
Notiz zu 1330. Nach ſüddeutſchen Be:
rihten (vgl. Stäbtechron. VII, 103,
ht overmit foninc ib. zu
1330.
Ann.
Agr.737.
Bl. ds.
ib.
Det. 29,
ib.
Juli 25.
ib.
22 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In den jairen uns herren 1332 was vil wind gewaiſen, den man
noimpde || den bodenwin.
In den jairen uns herren 1335 was der groiffe wint des neiften
dages na fente Simon ind Juden dage!.
In den jairen uns herren 13422 u
groiffe Rin.
In den jairen uns herren 1346 wart foninf Karl, des koninks fun
van Beihem, zu eime voimfchen koninche [geforen] entgein keiſer Lodewich,
ve keiſer was geweift 31 jair3,
In den jairen uns herren 1347 wa ber ftrit zu Lutge, da her Dede⸗ 10
rich van Valkenburch doit bleif mit vil luitz us der grafchaft van dem
Berge.
In den jairen und herren 1348, tu ftarf grewe Ailf van deme Berge’.
In den jairen und herren 1349, do geingen de geifilbrover6. in veme
jelven jaire bleif buſchof Walrave [doit] up unfer vraumen avent dat fi zu ıs
hemel voir. zu bang up jente Barthulomeis nacht bleven de Juden zu Eol-
[en doit, de fich felver verbranten?, in deme ſelven jaire geingen
de geiffilbroder.
In den jairen und herren 1350 du wart bufchof Wilhelm van Genipe
buſchof zu Collen 8.
1. Mit blafferer Tinte (von anderer Hand?) in 1334 verännert.
19. M.CCC.LIX. Doc iſt IX ausradiert.
15. voit' fehlt.
Note 5) müßte der Ausbruch dieſer Ju—⸗
denverfolgung 1337 oder 1338 gefetst
werden. Erſteres Jahr haben auch Die
Gesta Trev. II, 254. Aber ‘König Arm-
leder’ begegnet ſchon in einem Schreiben,
welches dem Jahr 1336 angehören fol.
Acta imp. sel. 736.
1. Die Limburger (Annalen des Ber-
eins für naſſauiſche Altertbumsl. VI,
3. Heft 415) und Münſtereifler Chronil
(Annalen des bift. Ver. XV, 192), wie
e8 ſcheint auch die Verſe der Ann. Agripp.
und der lat. Reimchr. ſetzen biefen Sturm
auf St. Simon und Judas felbft, ſpä⸗
tere, abgeleitete Aufzeichnungen auf den
Vorabend. Näheres bat Chron. quor.
regum.
2. Eine Ueberihwenmung auf St
Jacobs Tag bat die Limb. Chron. 419
zum Jahre 1344.
3. Die Wahl Lubwigs fällt auf 1314
Oct. 20, die Wahl Karla IV 1346 Juli
11. Ann, Agr. jagen 33 annis.
4. Hier find offenbar Die beiden Lüt⸗
ticher Febben von 1346 und 1347 zufam-
mengeworfen. Der erfte Kampf, in wel:
hem Dietrich Herr von Fallkenburg jei-
8. gekoren' fehlt.
gene.
nen Tod fand, fällt auf 1346 Juli 19.
Hier fiegten die Fütticher gegen ihren Bi:
ſchof, der ihnen aber im folgenden Jahre
eine Niederlage beibrachte; vgl. beſonders
Chron. quor. regum, 2ebold 196 und
Hocsemius bei Chapeaville Auctores qui
gesta pont. Tungr. scripserunt II, 482.
492,
5. Die Ann. Agr. feßen ben Todes⸗
tag Adolfs v. Berg auf IV. feria_ post
Letare (April 2). Zuverläjfiger ift bie
Angabe des Kaijerswerther Memorien⸗
buche (Racomblet Archiv III, 128), nach
welchen er III. non. apr. (Apr. 3) farb.
6. Eine Befchreibung dieſer Geißel-
fahrt, welche fi durch Lebendigkeit und
Neichthum der Erzählung ben befannte»
ften Berichten (Elofener und Limburg.
Ehron.) würbig zur Seite ‚flellt, enthält
Die Chron. quor. regum.
7. Ausführliche Darftellung ber furcht⸗
baren Judenverfolgung zu Edin |. En
nen, Geſch. II, 331 ff.
8. Wilhelm v. Genep erhielt ben
Cölner Stuhl durch päpftliche Procura⸗
tion 1349 Dec. 18. Ann. Agripp. 738.
p ſente Jacobs dad) was der 5
23
Sn den jairen uns herren 1350 bu was de ftervede van ben
druiſſen!.
In ven jairen uns herren 1352 des vridais vur palmen? wart .
ver proifft van Spaheim, und her Ernſt van Molenarchen herflagen zu Marz3o.
> Sollen in des officiails Huis3.
In den jairen ung herren 1354 was ein grois wint. und in deme Val.ib.
jatre wart Gripenkoiven gewunnen ®.
In den jairen uns herren 1356 wart ver konink van Frankrich
gevangen van deme prins von Engelant >.
In den jairen und herren 1360 was de groifje geſelſchafs vur Metze.
up der jelver reifen bleif grewe Gerart van deme Berghe und van Raves—
berch doit?.
In den jairen uns herren || 1366 des eirften bunrestages "in deme
merke 8 was bat groiffe vur in ber Iucht. und des ſelven nachts ftarf ber Sron
13. Die urfprüngliche Zahl ift radiert und nicht mehr erkennbar.
1. Die unter dem Namen ſchwarzer
Tod bekannte Pet. Ausführliche, ruhig
beobacdhtende Schilderung eines Zeitge-
noſſen bietet die Chron. quor. regum.
2. Uebereinftimmend bat Anon. chron.
März 30. Die Angabe der Ann. Agr.
(feria VII. ante palmas) wohl Schreib-
fehler, da ftatt fer. septima faft immer
sabbato gejebt wird.
3. Die Herren von Sponheim haben
dem ermorbeten Propft Reinhard ein
dauerndes Andenken bewahrt: 85 Jahre
ipäter (1437 die 11. decembr.) hören wir
aus einem Schreiben ber Stabt, Her⸗
mann v. Sponheim habe Sühne baflir
verlangt, ‘dat Die unje vurziden binen
aencheren feligen bern Reinart van Spaen-
bem einen boimproift bi uns boit ges
lagen feulden baven’ (Copienb. XIV,
2. Abth. BI. 80%). Obwohl der Rath
behauptete, er habe fich deshalb jchon mit
Hermanns Bruder abgefunden, ließ er
fi) Doch nach Tangem Hin⸗ und Herſchrei⸗
ben auf eine Beiprehung zu Bacharach
ein (Rath an Herm. v. Sponheim 4. März
1439, Copienb. a. a. O. 1218), wo aber
ber Streit noch nicht zu Ende kam (vgl.
Copienb. XV, 21b. 242. Auch früher
war e8 aus gleicher Urfache mit Werner
und Johann von Sponheim wiederholt
zur Fehde gekommen. Fehderegiſter
Stadtarch. Die. A XIII, 40) 31. 5b.
148. 97a, Dagegen haben ſich Die Ber:
manbten des Domberrn Ernft von Mole:
nark fchon 1353 mit der Stadt geſühnt.
Ennen 11, 347.
4. Die Ann. Agripp. feßen dies Er-
eigniß irrig ins Jahr 1349. Ausführ:
liche Darftellung dieſer erften Waffenthat
des 1351 Mai 13 (Lacomblet Urf. II,
399) abgeſchloſſenen Landfriedens bei Lau-
rent, Achener Stabtrechnungen aus dem
14. Ih. ©. 48.
5. Johann der Gute wurde 1356
Sept. 19 bei Poitiers durch den ſchwar⸗
zen Prinzen gefangen genommen.
6. Gemeint find die nach dem eng:
ich -franzöfifchen Krieg ſich Bildenden
Raubborden, von deren Treiben Die
Chron. quor, regum. eine anfchauliche
Schilderung entwirft.
7. Auf dem Rüdmarjch von Me fiel
Gerard v. Berg bei Schleiden durch Die
Hand Arnolds v. Blankenheim 1360
April 17 (Ann. Agripp.).
8. Heinrich v. Dießenhoven (bei Böh⸗
mer Fontes IV, 122) hat 1361 Febr. 14.
An diefer Stelle beginnt Die von ben
Ann. Agripp. unabhängige Fortſetzung.
Bal. lat.
Keim:
ron.
Ann.
Agr.
Bl. 5a,
März 5
vgl. lat.
Kein
u 1361.
Val. lat.
eim⸗
chron.
Dec. 24.
Dal.
ebend.
24 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
eirfte herzoge van Gulge!. in der felver nacht wart feifer Karl ein junk
jun geboren 2.
In den jaiven ung herren 1366 up den heiligen Kirſtavent wunnen
be herren und ftebe des lantvreden Heimersbach 3.
In den jairen uns herren 1368 du fach man cometum mit deme
langen fterze in ber vaften. in deme felven jaire galt ein malber roden
91/, marc und eine quarte wind einen alden groiffen und ein malver
weis 10 marc‘. in deme felven jaire vuir der paif85 van Avion zu
Rome. in deme jelven jaire lach der paifs mit deme keiſer zu velde mit
groisme volke intgein ber Barrabo den herren van Meilain ®.
In den jaiven ung herren 1369 geboit bufchof Cono van Treiere 7
>. allen paffen uz Colfen zu varen, umb einer flefchen wille de ver burger-
meijter her Iohan van Koilvilshoven nam binnen mittaten®.
20. » In den jairen uns herren 1370 up jente Matheis avent wart und.
. der ſank weber.
In den jatren*uns herren 1371 in deme auifte up ben 22. dad)
2. ftreit der herzoge van Guilge? zu Baiswilre 10 mit finen helferen weder
den herzoge van Brabant 1! und feincgin in in deme jtribe.
In den jairen uns herren 1371 in deme mainde november up den
20. dach 12 verloren de wever und be volre al ir macht tgein de herren
van der ftat van Collien.
In ben jairen uns herren 1372 brach bufchof Frederich Nuwenar 13,
Gnirftorp 4, Rodensberch 15, Merzenich 16.
3. Bon fpäterer Hand mit blafferer Tinte aus 1356 verbeffert.
1. Im einer Url. von März 1361
wirb Herzog Wilhelm als verftorben er-
wähnt. Lacomblet Urkundenb. III, 513.
2. Geburtstag Wenzels ift 1361 Febr.
26. Stäbtechron. I, 33 Note 2.
3. Haus Hemmersbach, auch Horre-
mer Burg genannt, Kreis Bergheim.
4, Grohe Theuerung 1367 erwähnt
die Limburg. Chron. a. a. O. 450.
5. Urban V.
6. Barnabo Bisconti.
7. Erb. Kuno von Fallenftein war
damals zugleih Adpminiftrator des Cölner
Erzſtifts.
8. Ueber die durch Verletzung der
kirchlichen Immunitätsrechte eutſtandenen
Wirren vgl. Ennen Geſch. II, 370 ff.
Der Bericht der Chron. praes. (Annalen
d. hiſt. Vereins 1857, 232) ftimmt faft
wörtlich mit Chron, quor. regum überein.
9. Wilhelm VI.
10. Baesweiler bei Geilenkirchen. Den
16. de' ftatt deme'.
gleichen Tag bat Die Chron. quor. regum.
11. Wenzel.
12. Der Tag ift richtig, vgl. zu We⸗
verjlaicht Beil. I.
13. Burg Neuenahr im unteren Ahr⸗
tbal, jetzt vo verſchwunden. 1377
Dec. 9 dankt Erzbilchof Friedrich Den
Bürgern von Ahrweiler für bie im obsi-
dione et destructione castri Nuwenare
geleifteten Dienfte. Günther Cod. dipl.
III, 2, 812.
14. ®arsborf bei Bergheim. Öegner
des Erzbiſchofs war der Cölner Vogt
Gumprecht von Alpen, die Eroberung
fällt erfi 1373. Quellen 3. Geſch. d. St.
Cöln V, 30. 42.
15. Roesberg zwilchen Brühl und
Bonn, 1393 ftellt der Erzbiichof dem
Gumprecht von Alpen die Herrihaft R.
zurüd. Lacomblet III, 876.
16. Merzenich bei Euskirchen. Die
Fehde wegen ber Lehnsfolge in Merzenich
a
15
A. 25
Sun. 5.
In ven jairen uns herren 1373 up den pinzbag || fan ein Farbe Si, lt-
nail! de hohe miffe in dem Dome zu Eollen.
In ben jairen uns herren 1374 in deme mainde februario bes Febr.11.
11. dais? wart ver Rin alfo grois dat man vur ber moinzen? perbe
5 drenfve, und bat waſſer werde wail bis paifchen. in beme felven jaire Apr. 2.
quamen de denzer zu unfer vrauwen vage ber lefter zu Collen, und dat Sept.s.
danzen werde bis Kirsnacht. Dee. 25.
In den jairen uns herren 1375 up ben 4. dach in dem apprille Avr. 4.
poiren de fcheffen van Sollen zu Bunne woinen.
10 In den jairen uns herren 1375 in dem mainde feptember, bes
neilten dais na fente Matheis vage, wart ung der ſank gelacht, umb dat Sert.22.
ber Teppeler gevangen wart und her Iohan van Keilſe ein canunch jente
Apoſtelen, de ventmeifter was des bufchofs van Eoflen®. ouch was zu
ber felver zit der bufchof || zu deme keiſſer gereden und brachte de ſtat 31. er.
15 van Eollen in des keiſſers achte,
In den jairen uns herren 1376 in beme mainde februario up den Bebr. 16.
16. dach wart eime de ougen u3 geftechen under der Marporzen zu ves⸗
perzit up einen junbach 7.
In den jairen uns herren 1376 up fente Quirins dachs wart Apr.3o,
20 Duitze verbrant van Woilter van deme Vorfte? und Engelbrecht van
Difte und finen broder!o, de viant wairen buſchofs Frederichs van Sar⸗
5. by ſtatt bis.
prille'‘, wahrſcheinlich von gleicher Hand, auf einer Raſur.
gelbrecht' ſtand *heren’, was beidemal ausrabiert ift.
8. Vor ver Ziffer 4 eine Heine durch Rafur entſtandene Lücke. ‘apz
21. Bor Woilter' und En⸗
und der Grafſchaft Neuenahr erwähnt die
Urk. des Erzbifchofs von 1382 (Lacomblet
156). Noch 1393 bebarrte Gumpredht
von Alpen (eb.876) auffeinen Anfprüchen.
1. Der Cardinalpriefter und englifche
Legat Simon tituli s. Sixti.
2. An diefem Tage erreichte auch nach
dem Bericht der Chron. quor, regum das
Waſſer feinen Höhepunct, 34 Fuß liber
dem gewöhnlichen Stromfpiegel. Sehr
genaue Angaben enthält auch die Lim—
burger Chron. zu 1373 (a. a. O. 461).
3. Auszug einer Urf. bei Ennen
Geſch. II, 595 Note 1: unſe huys dat
heyſcht bie munß, gelegen tujchen dem al⸗
denmarte ind heumarte'.
4. Das Feſt Mariä Geburt. Male-
riſche Darftellung der Tanzwuth in der
Chron. quor, regum und Limb. Ehron.
5, Ueber den Streit zwiſchen dem
Cölner Rath und den mit dem Erzbifchof
haltenden Schöffen ift befonders das ‘Neue
Buch’ zu vergleichen. ‚Der Tag ift richtig,
j. Neues Buch ©. 281 Note
6. Diefelben waren bei einem Ber-
ſuch, die. Stadt nächtlicher Weile für ven
Erzbiſchof einzunehmen (Juli 1375), be-
theiligt: vgl. Ouellen V, 120 ff. und
Ennen Geld. II, 712.
7. Im Yabr 1376 (Schaltjahr) ) fällt
ber 16. Febr. auf einen Samstag.
8. Ouirinstag wurde in ber Cölner
Diödcefe am 30. April, nicht 30. März,
gefeiert, |. Annalen des hift. Ver. 1870
(Boppeibeit XXI. XXI) ©. 277.
. Walter vom Boorft wird urkund⸗
lich * erwähnt. Lacomblet Urk. III,
755.
10. Die Gebrüder Heintih und En-
Jun. 1.
BL. 78.
Zun.19.
Sul. 6.
Zul, 10,
Bl. 7b,
Jul. 22.
Jul. 29.
26 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
worden. in deme ſelven jaire zu halven meie wurden de herren van
Collen zu raide, dat ſi den Rin peilden al oiver zu bi Beien, umb
dat de ſtat van Colne de bas bewart were. in deme ſelven jaire des
eirſten dagis in deme eevenmainde! up den pinzdach kois keiſer Karl
ſinen ſun zu eime roimſſen koninge mit den kurvurſten zu Renſe? in
beme || garten. und van danne reden ji zu Frankevort und machdin in
be kurvurſten zu eime koninge und fatten in up den elter, a8 man des
pleit. in deme jelven jaire in deme mainde junii up ven 19. dach puren
de herren van Kollen zu Duite und verbranten Duite zumale bis an be
muren, be bieven ftainde. in deme felven jaire in deme heumainde bes
6. dais up einen fundach 3 was ber keiſer Karl zu Aiche und kroinde
jinen fun, unde wart koninc volmacht van den kurvurſten, und was da
manich herre bi. in deme felven jaire in beme heumainde des 10. dais
was ein grois brant in fente Runibertis kirſpil, und ein ſo grois wint
weide, dat bat vuir in den turn quam, bat der turn verbrante und de
cloden up dat gewolve veilen und bat bli da de Firche mit gebedit was.
[do] ver||brante ir umganc und ir piftrie und alle ver herren hoive ve
ba bi ſtunden. in deme felven jaire up fente Marien Magbalenen dach
bleif Herman ber droitſiſſe doit, der da was der fteve helfer van Collien.
darna oiver eicht dage des neiften dagis na fente Panthalions dage quam
bufchof Frederich van Sarwerven bi ven malatenkotten entufchen Collen
und Rodenkirchen 5 mit fine vulchke zu nonezit und ſſuigen ir paumelune
up. boch bereit be fich balve des morgens vru vur dage und vur weder
heim zu fchiffe und zu perbe, fo fi balveft mochten, ain de perde, de in
ba gefchoffen wurden. darna oiver eicht dage vur de ftat van Collen zu
14. wunt' flatt wine. 17. do' fehlt.
gelbert von Defte waren Anführer bei der
nächtlichen Ueberrumpelung der Stadt.
Sie wurden bei dieſer Gelegenheit gefan=
gen und traten bei ihrer Freilaffung in
ftädtifche Dienfte. Vgl. Ennen Geld. II,
713 a die Urfl. Quellen V, 120 ff.
319 ff.
1. Statt ‘eevenmaind’ (Sept.) ift
bramaind' (Juni) zu feßen.
2. Der Tag der Vorwahl zu Rhenſe
ift richtig angegeben. Die förmliche Wahl
fand am 10. Juni ftatt. Deutſche Reichs⸗
tagsaften I, 71. Neueſte Unterfuchung
über Wenzels Wahl von Lindner in den
Forſchungen 3. deutſch. Geſch. XIV, 249.
3. Ueber Wenzels Krönung vgl. deut:
ſche Reichstagsalten I, 152 ff.
4. Die gleiche Angabe bat Ennen
Geſch. II, 723 nach einer ungebr. Urk.
In Urk. von 1396 Apr. 12 (Racomblet III,
905 Note) erſcheint Bernde de Drofte ſe⸗
ligen Hermans jun’.
5. Ueber diefen Zug des Erzbifchofs
Friedrich vor Cdln vgl. Neues Buch S. 282
Note 1. Die Fortf. der nad Biſch. Flo-
renz v. Wevelinghoven — nicht Verfafler,
fondern Veranlaſſer — benannten Mün-
fterfchen Ehron. (Ficker, Die Münft. Chron.
des Mittelalt. S. 69) erzählt: Et post-
modum dominus Col, cum pluribus
quam 700 armatis ante civitatem Col.
per duos dies potenter permansit et
omnia in circuitu cremavit et annihi-
lavit.
—
A,
27
Duite und brach fente Herbreit firche neber und verbrante dat cloifter
zumale und de kirſpelzkirche, umb bat der bufchof geine burch enmachde
van der Firchen 1,
|| In veim jaire uns herren doe man fehreif 1377 up unfer vrau⸗ Bl. s«.
5 wen dach in beim merce? bat ir der engel die boetjchaf brachte, quamen März25.
die fcheffen 30 Coelne van Bunne
ind gienegen up bat raithuis ind
fioveren da beim raide mallich veicht 30 doen ind ein unverzocht reicht
30 allen dincgen. in beim felven jaire des vunften dages in beim aufte
iwoerten zwene Jueden, mit namen Simon ind Davib 3, ind eine Jue—
ıo binne mit namen Hanna, an dat gerichte in ghen velt geboert. ba woer⸗
ben bie zwene Jueden gehancgen, ind die Juedinne folde man ba graven.
boe fi up die kule quam, doe wart fi geleuvich ind geloefve kirſten zo
werben. doe wart fi weder 30 Coelne gevoert ind wart des fevenben
N pages in deim felven aufte 30 veim Heine fent Mertin * kirſten gebeuft.
15 Sn den jaeren uns herren 1378, des vridaechs na unjer vrauwen Aug-20.
Dage a8 man bie wijche wiet, de was des 20. dages in beim aufte, des
nachtes an ber mibdernacht wart ein groes vuir ind brant 30 Coelne up
beim Viſchmarte ind im der Lintgaffen, alfo dat da vil huſer verbran-
ten. ind van beim vuire gienf der grofe turn zo fent Mertin an ind
20 wart ouch birnente, alſo vat dat dach mit beim holtzwerke, dat in deim
turne was, zomaele verbrante. ind die cloden verſmulzen ind bie kirche
wart neuwelichen beſchut, dat die niet enverbrante.
4. Bun hier ab andere Hand des 14. Jahrh.
1. Bgl. das Schreiben der Stabt
Duellen V, 191.
2. 1377 Febr. 16 (Lacomblet III,
695. Quellen V, 200) war e8 zur Eini«
ung zwilchen Stadt und Erzbifchof ge-
ommen. Ueber die Ausſöhnung zwiſchen
Rath uud Schöffen vgl. Ennen Geſch. II,
728 und die Urkunden Quellen V, 213.
218.
3. Diefelben, wegen deren 1375 ber
Krieg zwiſchen Stabt und Erzbifchof aus⸗
gebrochen war; vgl. Neues Buch S. 280.
4. Die Kirche Klein Martin, joge-
nannt zum Unterjchied von ber älteren
Stiftskirche Groß- Martin, ift heute bis
auf ven Thurm abgebrochen, welcher ale
Glockenthurm für die ganz in ber Nähe
liegende Kirche St. Marien in capitolio
dient.
Aug. 5.
Bl. 8b.
B.
uael. De croneca van Collen.
N In den jaren ung beren 274 bo ftarf be heilge junfrauwe fent Co—
xx, lumba under beim feifer Aureliano.
a9, In den jaren uns beren 360 do ftarf der heilge bufchof fent Niclais.
Sal. In deim felven jare do ftarf de heilge jonfrauwe fent Kathrina un:
Opp.450 ber beim keiſer Magencio.
In den jaren uns beren 376 to wart dat goighuis 30 jent Seve-
rine geftift under beim keiſer Theodoſio ind Valentiniano !.
In den jaren uns heren 814 do jtarf der evel conink Karl ind der
Jan. 5. befte feifer up den 13 avent?.
In den jaren uns heren 900 do begonde der orde Cluniacenſium.
In den jaren uns beren 1029 do ftarf ſent Herbriecht in deim hal⸗
ben merze ?,
2. Ueberfhrift fehlt 2° 3*. “Dit is die coronica van Collen' 3. 3. In BP ift vie Reihen
folge ver erften Abfchnitte eine etwas abweichende; außernem finden fich auf dem erften
Blatte zerftreut folgende Notizen: “In dem yare ung heren 1097 by fent Mychels miflen wart
greve Engelbrecht van Denemarden gekronet’ (l. "van ver Marken erflagen’, Vgl. u. zu 1277).
(Abſatz.), In dem yare unfes heren 1225 do wart bufchof Engelbrecht erflagen. hey was van
dem Berghe und yn erfloich greve Brederich van Yſenbergh. de wart varnae zo Goelne up eyn
rath gelacht als dat bijlche was. dyt nefchach an deme Gevelberghe da ve vurgeichr. buſſchoff
doit bleyff, da dat cloifter fleit van den graen juffrauwen van fent Bernhark orden'.
4. Avelis 2°. 6. 7. "under — Marencio’ fehlt 2°. 9. Balantanano B?. Balentino
B*. 12. 900 incipit ordo Clun. B?, Item anno domini 1212 incepit ordo Clamacen 2°.
*In den — Sluniacenfium’ fehlt 2*. 13. M.... Reſt ver Zahl weggeriffen in Bi. M
ind XL 2%.
1. Nach der Chron. praes. (Annalen
d. Hift. Ber. 1857, 183) lebt der h. Se⸗
verin, Stifter der nach ihm benannten
Kirche, sub imperio Theodosii primi im-
peratoris, qui regnare cepit sub anno
domini 384.
2. Dreizehntag' ift der 13. Tag nad
Peabnachten, das Feſt der Erſcheinung,
Jan. 6.
3. Ganz ähnliche Notizen Über Or-
densgründungen 2c. finden ſich häufig
an der Spite lateiniſcher Annalen (vgl.
Mon. Germ. SS. XVII, 1. 719. 722.
XVII, 664), auch in der Augsburger
Chronik bis 1469 (Chroniken IV, 304).
4. Heribert von Cöln ftirbt 1021
März 16.
a
B. 29
In den jaren uns beren 1097 to wurben ve Juden geflagen 30
Sherufalem 1. \
In deim felven jare up jent Urbains dad) do verbrant de firdye zo den
Apoftelen ?.
5 | In ven jaren uns heren 1099 do begonde ver Katuſer orden.
In den jaren uns heren 1120 do begonde der orden Premonftri-
cenfium.
In den jaren uns beren 1122 do begonde de abdie Elarevallenfis.
In den jaren und heren 1130 do was der Rin alfo cleine dat man
10 druges vois darover gienk.
In den jaren uns heren 1153 do ſtarf der heilge man ſente Bern⸗
hart.
In den jaren uns heren 11643 des nieſten dages na ſent Marien
Magdalenen dage do braichte buſchof Reinolt de heilghe dri coninge zo
15 Sollen van Meilain.
Sn beim felven jare do machede bufchof Philips van Heinsberch !
de mure um be ftat 30 Colne under feifer Freberich.
Sn den jaren uns heren 1190 unver deim birben pafe Celeftino 5
ind veim bonften feiffer Heinrich to wart der orden van beim dutſchen
20 hufe begont ind beftebiget.
| In den jaren uns heren 1200 do begonde der prebiger orden.
In den jaren uns heren 1210 do begonve der minrebroter orven.
In den jaren uns beren 1242 do wart de burch 30 Dutze gebrochen
van der fteve van Collen mit willen bufchof Coinraig van Hofteven.
25 In deim felven jare do wart des nuwen doims begont up
unfer vrauwen avent® in deim aufte van deim vurß buſchoſ Coinrat.
1. 2. *In den jaren — Iheruſalem' fehlt 23. 1037 B%. Iheruſalem in deme lande want
fü weder got voren B?. erflagen B*. 3. Item in den jaren uns heren 1037 Bo. 6. do
do Bi. 1122 B*. Premonſtratenſium' fehlt B*. 8. ‘In den jaren — Starevallenfis’
fehlt 3° . Clarenaken 22. 10. darin 22, varover fprand B. 11. ‘ver heilge
man’ fehlt 2°. fent Cunibertz B*. 13. 1163 BB. 17. B® Hat Zufaß von fpäterer Hand:
*in liget in fent Iacob8 core ind macht eyrſt eynen erffaet 30 Colne'. 18. virden 22.
19, ‘ver orten’ fehlt Zi. 20, “ind beſtediget' fehlt 2*, 21. orven. fh worden beftebiget
van unfer Tiever vrauwen in ver apoftelen ere ind fente Myndos 2°, 25. In deim felven
— buſchof Coinrat' fehlt B2. Item in den faren uns heren 1244 do wart Be. doyms tzo
Coelne begunt B*, unſer lyever frauwen avent affumptio van 2*,
1. Gemeint iſt wohl die Eroberung des 12. Ih. Der Bau der Mauer begann
Jeruſalems durch die Kreuzfahrer 1099. erſt 1200. Ennen Geſch. I, 652.
2. Ueber das Jahr vgl. Note zu 5. Cöleſtin III. wurde erft 1191 ge-
Hec. A. wählt. Die Beftätigungsbulle ift Febr.
3. Reec. A bat die irrige Zahl 1143. 1192 erlaffen.
4. Erzb. Philipp regiert 1167—1191. 6. Dies ift die älteſte Nachricht, welche
Die Befetigung der Stadt in ihrem heu⸗ die Grundfteinlegung des Eölner Dome
tigen Umfange fällt in die zweite Hälfte auf den 14. flatt auf den 15. Aug. (1248)
Au
BL. 1b,
Dal. Tate
eim>
ron.
1081.
DI. 20.
A zu
1248.
Aug. 14,
Bol. lat.
eim⸗
‚ ron.
30 V. E&öiner Jahrbücher bes 14. und 15. Jahrhunderts.
In deim felven jare do wart bat goitzhuis van jent Cunibertz ge-
buwet, dat 30 irften bies 30 ſent Clemens, van deim vurg. bufchof Coin⸗
tat van Hofteden !,
In den jaren uns beren 1260 do was ein grois geweiler, bat der
Rin alfo ho up ſprank ind alle wafler.
In den jaren uns heren 1261 do ftarf der felve bufchof up fent
Sept. 20. Michiels Dach 2.
BL. 20.
Jun. 8.
Ann.
Agr.
736.
| In den jaren uns heren 1262 in buſchof Engelbriechtz geziden van
Valkenburch, do wonnen de burgere van Colne *up des goden ſent Medar⸗
dus Dach |* de porzen zo Colne mit gewaippender hant ind gewalt. bo ber
vurg. buſchof Engelbriecht buſchof wart, do hab hei einen lewen, ben
hielten zwene paffen, up dat her Herman Grin zoriffen wurde: der felve
ber Herman ſtach ven lewen boit, ind de vurg. zwene paffen wurben ge-
bangen under de Baffenporke. ind darumb heiſt it noch de Baffen-
portze ꝰ.
In den jaren uns heren 1263, des nieſten dinstages na ſente Ka—
thrinen dage, do was der vurg. buſchof Engelbriecht gevangen 20 dage zo
Colne zome Roffet in der Ringaſſen.
In den jaren uns heren 1265, do belach buſchof Engelbriecht de ſtat
van Colne mit einme groſen her ind vulke.
In den jaren uns heren 1267 up ſent Pauwels dach des irſten ein-
ſedels, do wonnen de overften van Collen weder de gemeine den ftrit up
Bl. 3°. der bach, ind alda bleif || doit wait Rutger ind Lodewich der burgeremeifter
ind vil andere Iude. ind zo der felver zit Inichte man up eine grofe
ſchetzonge.
2. dat vylna ſent Clemens heyſſe van deme B2. Cunibertz' ſtatt Clemens BY. 3. van
Hoſteden' fehlt 2*. 4. MCC... Reft ver Zahl weggeriffen in 21. *In ven jaren — alle
waffer? fehlt 2°. 5. wafler, dat de lude uslieffen up ve berge up ven louben 22. 6. ‘In
den jaren — Michiels dach? fehlt 2°. 9. fent Mertijns 2? B. 10. Sant ind die ges
walt 22, 11. Das zweite *bufchof? fehlt 22. 12. paiffen in dem doeme C?, up dat
hey Herman Gryn Bo ryſſe. ind laeven in darumb Ko gaft. ind doe her Herman quam in
der tzweyer paffen hoff, doe leyſſen fy in alleyn gewerden myt veme lewen, ind unfe here
got gaff eme gelu dat hey ven lewen doyt flach. ind de felve zweyne 2%. 14. "ind darumb
— Baffenporge’ fehlt 3? B°. 15. In C! ift von anderer Hand des 15. Jahrh. beigefügt:
‘ind der bufchof gaf ven tel bynnen Golne 30 befieringe ber Hermanne Gryn, ven de erven
noch haint ind uppoerent'. 17. gefangen go Golne ind ſaſs 20 vage gome 23%. 18. "zome
Roffe’ fehlt 2°. 20. "ind vulfe’ fehlt 2? 2? Bt. 22. overflen van Golne ind ve gemeyne
BY, 24, up’ fehlt 2. 25. fchegunge up de gemeyne B?, ſchetzunge 30 Goelne 2°.
verlegt. Bgl. Note zu Rec. A. Stadt Eöln II, 267.
1. Die neue St. Cuniberts⸗ (ehemals 2. Der Todestag Erzb. Konrabs ift
St. Clemens.) Kirche, ber letzte roma- Sept. 28; vgl. Note zu Hagen ®. 1613.
nische Kirchenbau Cölns, wurde Det. 3. Ueber die Grynſage vgl. Note zu
1247 eingemeibt; ſ. Die Ablafbriefe der Hagen DB. 3006.
anweſenden Biſchöfe bei Kreufer, Dom: 4. Diefer Zufa dürfte auf Hagen
briefe 376 und Quellen zur Gef. ver 8. 3205 zurüdzuführen fein.
15
20
25
B. _ | 31
In deim ſelven jare up fent Lucas dad), do wart der vurg. bufchof
Engelbriecht gevangen in einme ftride van deim greven van Guilge ind
lady wale 31/, jair! gevangen zo Niveden?up [me huſeſ.
In den jaren uns heren 1269 up ver heilger more naicht do wart de
5 ftat van Collen verraden bufchof Engelbriecht ind finen helperen burgeren
zo Collen, ind wart ein grois ftrit tufchen des bufchof3 vronden ind der
gemeine 30 Collen, in wilchme ftride boit bleif der greve van Balfenburd
der des buſchofs broder was, ind vil andere heren, ind de burgere de behiel-
ten irlichen dat velt.
10 In den jaren uns heren 1270, do wart greve Roilf van Saffenburch
feifer ind wart gecronet van deim jelven bufchof Engelbriecht.
In den jaren uns beren 12723, do wart ber Sivart van Wefter-
burch bufchof 30 Collen.
|| In ven jaren uns heren 1277, do wart der greve van Guilghe Bi. w.
15 erflagen van den vleifhmegeren zo Aiche in ver ftat up fent Her-
bricht dad) in deim halven merge®,
In deim felven jare do wart der greve van ber Marken erflagen®.
In den jaren uns heren 1288, do was der herzoge van Brabant ind
der greve van Guilge ind ere helpere zo Rodenkirchen ind deden alda her-
20 ſchauwonge. ind voren asvort zo Worink inde belagen dat huis mit hulpen
des greven van veim Berge. ind da bleven doit me dan 800 man van bei-
den partien. ind bufchof Siwart wart gevangen van deim greven van deim
Berge.
In den jaren ung heren 1290, do giengen te irfte merbrobere.
3 - In den jaren ung heren 1294, do wart greve Ailf van Naſſau gefo-
ren zo einme roimſchen conincege ind Ffeifer ind wart gecronet® 30
Aihe van deim jelven bufhof Sivart van Weſterburch.
In den jaren uns heren 1298 zo jent Remeis mifjen, do lach || coninf ar. 4».
2.3, und was eyn jair und tzwene dage gevangen gu Nijdecken 2°. jair tzo der Diele gefan-
gen B*, von fnäterer Hand nydecken' untergefchrieben. Mit ‘up’ bricht ver Sag ab in B"-
5. 'ran Sollen’ fehlt 32. verraden van bufchuf 2! Bꝰ B3 B*. Bulperen bynnen Colne
B*, 6. ind ver flat Coelne BB. Collen. ind des buſchof vrunde braichen durch de mure
zo Sollen bij ver Vulreportzen (1. *Ulrep.’) C?. 10. 1274 B. 11. Engelbrecht zo
Aiche B2. Ko Aychen in ver ſtat B. 14. 1287 B. 18. fleyſchmengeren DB. 16. "in
dem halven mertze' fehlt 2°, 18. hertzoch Johan van Brabant 2°, 21—23, ind da
bleven — van veim Berge’ fehlt 2°. Berge, ind wart zer Nuwerburch gevoirt. dat ge⸗
ſchach up fent Benefacius daich C 2. 24, meirbrondere. do was eyne groiffe meirfart 23.
26. eyme fenfer ind roymfchen 2°.
1. Diefe Angabe ift genauer al die Urk. II, 415,
der Wec. A (vier Jahre), vgl. Note zu 5. Graf Engelbert von der Mark
Dagen B. 6119. wurde gegen Anfang Nov. 1277 von Her-
2. Niddeggen bei Düren. mann v. Loen überfallen und verwundet
3. Die zwielpältige Wahl nah Erzb. mac Burg Bredervort geichleppt, wo er
Engelberts 1. Tode fällt 1274 Nov. 15, Nov. 16 ftarb. Levoldi Chron. com. de
nach Anon. chron. (Wuerdtwein, N.Subs. Marca bei Troß 104.
XII, 334). 6. 1292 Juni 24,
4. 1278 März 16; vgl. Lacomblet
Sept-14.
BI. ab.
San. 21,
Märzte.
32
Ogelin up deim plage bi Surde mit fime vulfe.
V. Cöðlner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
inde hei hies herzoge
Ailbriecht von Oiſtrich ind er floich conink Adolf doit an beim Dun-
mersberge !, ind fins brober fun ftach in doit 30 Brugge bi Baſel?.
bis eonink halp der ſtede von Collen weder bufchof Wicbolt.
bufchof had den conink gecronet 30 Aiche.
ver ſelve
boch foinde it der coninf.
bo voir der bufchof in Weitfalen ind kregede da weber den greven van
ber Marken. ver jelve bufchof Tiget begraven zo Soift?.
In den jaren uns heren 1299 up unfer vrauwen dad) in ver vaften,
do relaxierde bufchof Wichoft dat introdikt, dat geftanden hatte 7 jair ind 7
mainde ind 9 dage?, van des paid wegen.
In deim felven jare do wart bufchof Wicbolt zo Nuiſſe geforen zo
einme bufchove binnen der zit des introdiks up des heilgen cruces
dah in ſeptembres.
In den jaren uns heren 1305 vur Kirſtnaicht, Do confirmirve pais
Clemens buſchof Heinrih van Virnenburch, der proift was des doims zo
Collen. de wile was der ftoil ledich 21 mainde.
|| In veim felven jare do bevrois der Nin, dat man up jent
Angneten dachs dar over gienf.
In deim felven jare do was fo grofe durzit,
fturven.
dat de lude hongers
In deim jelven jare up ſent Herbrichg bach, do giengen be geftichte
30 Dutze.
enbinnen ver mifjen do brach dat is, fo dat be beren ind de
jcholere da moiften bliven, bis dat i8 vergient”.
In den jaren uns heren 1306, do was dat wafler 30 Frankfort bevuro-
Sehr. 2. ven. dat is brach up unfer vrauwen fergwiongen dachs ind quam a8 grois is
1. Engelyn 2°.
B',
Syrade 3°,
tacio 23.
gien®’ fehlt B?,
fent Geyrdruden avent dae 2°,
nen B*,
14. tyredach 2*.
vol ind Herguge Engelbret ind erfloich 2*.
“ind er floich conink A. doit' fehlt 2°.
gefronet van dem felven buſchof Wijtbolt’. Der Reſt ves Abfates fehlt 2°,
16. fivele van Roemen 2%.
21—23, ‘In dem felven — i8 vergient' fehlt 2°,
21. geitifft uyſſer Coellen Bo Dutze over vat ijs, ind byn⸗
25. vraumen dach purificatio 2? 23 .
2. ind in
de felve fonind wart go Aiche
13. dach eral=
17. dat man — over
fent Herbertz dach up
4. Wijtbolt,
waſſerꝰ flatt ‘is’ 3°. quam alfo
yſs vur ve flat dat 2°. vur dy burge dat yt die burge intzwey voyr ind törn van den ſteden
veylen ind vijl lude erprunden, kirſten, maede ind Inechte in nem felven wafjer 2°,
1. Gefecht am Hafenbühl bei Göll⸗
beim 1298 Zuli 2
2. Ermordung Albrechts durch fei-
an die Neffen Johann bei Königsfelb 1308
ai
3. Er ftarb 1304 März 28. Vgl. Le
vold a. a. O. 138 und den Übereinftim-
menden Vericht ber Chron. praes. (An⸗
nalen a. a. ©. 2
4. Die —*— ber Tage ſtimmt mit
Anon. chron. 337
5. Hier ift die irrige Angabe der Ann.
Agr. wiederholt; vgl. Note zu Rec. A.
6. Rec. A bat ‘up ſent Agneten
avent'.
7. Das Zufrieren des Rheins und
die Proceſſion nach Deutz (in die dortige
St. Heribertskirche) erzählt ganz ähnlich
bie fpäte, aber vielfach auf Älteren Auf-
zeihnungen beruhende Braumeiler Chro⸗
nit (ber. von Eder, Annalen d. bift.
Ber. XVII, 191).
8. Mariä Reinigung.
nn *
5
20
B. 33
vur de brugge, dat zwene turne van der ſtede muren neder velen. alda
erdrank manich minſche, beide jonk ind alt!.
In den jaren uns heren 1307, do lad der conink up deim platze zo
Collen.
5 In den jaren uns heren 1308, do wart Feifer Heinrich van Lutzel⸗
burch geforen? 30 einme roimſchen coninf ind Teiler.
|| In den jaren uns heren 1309, do wart Lechennich gewonnen.
In den jaren ung heren 1313, do was de grofe mervart.
In deim jelven jare up unjer vraumwen dad) in veim aufte, do wart
10 deim vurg. keiſer vergeven van einme broder van der prediger
orden.
In deim ſelven jare, do ſtarf der pais zo Avinione ind der ſchone
conink Philips van Frankrichs. ind do was ouch der groſe brant up
beim Griechmarte * in ſent Peters kirſpel.
15 In den jaren und heren 1315, do was eine groje duirzit ind fterfve.
In den jaren uns heren 1318, To lady de ftat van Collen vur dein
Brole weder bufhof Heinrih van Birnenburd.
In den jaren uns heren 1320, do wart de burd) zo Vrechen gewonnen
van der ſtede van Collen.
20 In den jaren uns heren 1322, do wart broder Welter van der
ketzer ſcholen verbrant.
|| In den jaren uns heren 1325, do wart Volmerſtein gewonnens.
In den jaren uns heren 1330, do was der gode win gewaillen.
3. paltz' ſtatt 'plage 3%. 5. van Lutzelburch' fehlt 3%. 6. ‘geeroent? ftatt gekoren' Bo.
ind Feifer? fehlt 32 2° B. bey was geboren van Lutzelburch 2°. 8. mervart ind was
oudy [groyfje 2*) dure zyt B? BP B’C. 9. Item in ver felver gift wart — — prediger oirven
up unſer fraumwen purificacio 2°. 10. vergeven. he ftarff gelich ad mench mynſche veyt 2°.
vergeven mit dem heiligen facrament C?. prebigermonndh, alfo dat verboit man in, dat ſy
dat heilige facrament neit me mit ver rechter hant nugen infulden C?. prediger mit dem ſa⸗
erament, darumb dat alle prediger noch hut nugen dat facrament mit der luchter hande C\.
14. kijrſpel up einen paifchavent 29. 15. groyſſe fterffve ind eyne [groyffe 3?] pure tzyt 23?.2°.
aljo dat vijl lutz hongers ftoirffen 2°. 16. lach man vur dem Bruell und dat dede dye flat
van Golne 2°. 18. zo Vrechen' feblt 22. gewonnen ind zobrochen. dat dede de ftat van
Gollen B? B?. 21. “feßer jcholen’ fehlt 3%. 22. 1334 3%. gewonnen und Kobrochen 2°.
1. Ganz ähnlich, jedoch zum 1. Schr. Böhmen theilnahm. dauerte nach Levold
1306, die Ann. Francof, bei Böhmer, (Troß 162) vom 22. Mai bis 25. Juli
Fontes IV, 394. — Das gleiche Jahr nennt die Re—
2. Zu Frankfurt Nov. 27. cenſion O, die lateiniſche Reimchronik
3. Clemens V. ſtarb April 20, Phi- (Beil. II) und ber Jahresvers bei Troß
lipp der Schöne Nov. 29, aber 1314. 339. Die Richtigkeit desſelben ergibt fich
4. In foro Grecorum bat au) Anon. aus den Datum des Waffenftillftandes
chron. (Lacomblet III, 173): 1325 Januar 7.
5. Burg an der Ruhr. Die Belage- Bol. auch Schötter, Johann v. Lurem-
rung, an der auch König Johann von burg I, 287
Stätdtechroniten. XII. 3
Bl. 5a.
1335.
BL. 5b.
34 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
Bel. A. In deim ſelven jare ftoinde up ein conink der hies Armlever, ber
Val. lat dede de Juden alle doitſlain durch Frankenlant. |
rim⸗ In den jaren uns heren 1333, do galt man eine quarte wins
on umb ein ei ind ven beften um zwien helre, ind hies “ver nafle Lodewich'.
au 1381. In den jaren uns heren 1334, do was der grofe tornei an beim 5
Nov. 24. Judenbuchel up fent Kathrinen avent.
a In deim felven jare, do ftarf bufchof Heinrich van Virnenburch.
In deim felven jare, do wart Walrave van Guilge buſchof zo Collen.
In den jaren uns heren 1335, do mas der groje wint up jent
9.27. Simon Juda avent!. 10
In den jaren uns beren 1336 30 unfer vrauwen miffen, to lad)
ber greve van Guilge mit deim coninf van Behem wur des herzogen
Rode? weder Johan den herzogen van Brabant, ven goden her-
zogen.
Bl. 68, | In den jaren uns heren 1337, do wurben de heilge dri coninf
um den doim gedragen z0 Collen mit grofen eren.
Bol. lat. In den jaren uns heren 1338, do was ber conink van Engelant
ron. zo Collen 3 ind ſchauwede de heilge dri conincge, ind voir do 30 Cove⸗
leng. bar quam feifer Xodewich bi in ind nam fin grois gelt ind ſolde
eme helpen weber conint Philips van Frankrich. ind hei enquam niet 20
dar ind der conink von Engelant verloir fin gelt.
In den jaren uns heren 1339 30 ſent Remeis mifjen, do belach
ver conink van Engelant de ftat Camers * mit mainchme grofeme beren,
ind der marfgreve van Brandenburch ind der marfgreve van Miffen,
de waren ouch alba. 28
—
5
2. dede der juͤden vijl in Vranckerlande doeden und worden erſlagen van ſyme volcke 2°. in
Franckenlanden ind darumb al umb lantz eyne quart wyns eyn ey 2%. 3. 1334 Be. 1331 C.
4. leſten 2°, ind de ven vayl hab de heyſch de naſſe Lodewich 2*. 5. 1335 39. 1332 C.
8. Wilhem 2!. 10. avent, do da vyl wonder ane geſchach: do fach man dat bly varen van
fent Mertyn torn up dat velt 30 Molenheym B?. des anderen dages na ſynt Symon Juden
avent O2, 18. Tijchtmiffe 3°. 12. vur des Roede 29. 16. groiffer herlicheyt und koſt
2°. myt love ind eren ZB. 23. Camers — ind ver marfgr. van’ fehlt 3°. heren herkoge.
der marfgreve 3? 2°. 24. van Br. ind der marfgreve’ fehlt 2°.
1. Ueber den Zag vgl. Note zu 3. Die Anmwejenheit 8. Eduards in
Rec. A. Cöln erwähnt u. a. auch Levold a. a. O.
2. Die Belagerung von Herzogenratb 188. Die Coblenzer Zuſammenkunft
fällt bereits in den Anfang des Jahres fand im September ſtait. Näheres bei
1334. Vgl. Böhmer Reg. imp., 3. Er- Dominieus, Baldewin v. Lützelburg 368.
gänzungsheft S. 401. Levold (a. a. O. 4. Kammerich, Cambray. Die Theil⸗
180): a. d. 1333 in hieme per comitem nahme des Markgrafen von Brandenburg
Juliacensem Rode obsidetur. Ende Fe- beim engliihen Feldzug von 1339 ift
bruar und Anfang März 1334 ſetzt fie mehrfad) begengt el. Böhmer Reg. imp.
Hocsemius bei Chapeaville II, 415. Ni: 1313—47, ©. 2
heres bei Schötter a. a. O. IT, 77.
R. 35
In den jaren uns beren 1340, do voir ber conink van Engelant
ligen vur Dornick! mit den vleifchmengeren. da halp in Jacob van Ar-
tevelt 2, ver do was here van Vlainderen. der [greve] endorſte do niet in
dat lant Tomen 3.
5 In den jaren uns heren 1341, do wart her Steffain van Desbech
boit geftechen up fime roſſe, bat hei in deim ſadel boit ſas. dat bebe ein
Iſenberger.
|| In den jaren ung heren 1343, do geboit ber conink van Frank- Br. er.
rich durch al fin Iant, dat 15 pennink folden gelben dri, ind darvan wart
10 grofe duirzit in ber cronen van Frankrichs.
In den jaren uns heren 1344, do wonnen de Peterlinge Rekelinchu⸗
jen ven Merkſchen ave®.
In den jaren uns heren 1345, do wart ver greve van Hollant
erjlagen ? van den Vreſen ind ber here van Hurne ind vil andere heren de
15 mit eme waren.
In den jaren ung heren 1346 do wart conink Karl des coninks ſon
van Behem gekoren zo einme roimſchen conink intgain keiſer Lodewich, der
keiſer gewieſt was 31 jair.
In deim ſelven jare do wonnen de Lutger den ſtrit intgain eren
20 buſchof ind flogen ten heren van Valkenburch boit 3.
1—4. ‘In den jaren — in dat Iant Eomen? fehlt 2°. 3. greve' fehlt 2! 3? BP, ergänzt aus
X 256a. ‘here’ ftatt greve' 2°. Vlanderen weder ven greven van Blanderen, pye envorft int
Iant neyt fomen C'. 5 myſtbach 3°. Anrt van Airsburch doit geftechen zo Gollen up ver
Bad C?. 6. roffe up fent Remeismiſſe dat he C!. eme eyn Dienburger B*. 9. lant:
wer 15 pennind hetve, der ſoulde dry geven. ind baevan wart B*. 12. ‘den Merkichen
ave' fehlt 3°, ane mit groysme firyde ind macht B2. ave myt eyme groiffen ftride 2*.
14. Harne 33. Burncheim Bi. Der Reft des Abſatzes fehlt 23. 16. wart conynck Karls
fon Bi B? B*, 19. wonnen dy burger den ſtrijt weder yren heren ven bufchoff van Ludick
und erflogen 2°. 20. doit ind vyl ander heren ind fy behielten ere lant. (Abfag.) In dem
felven jare darna, do ftreven ve van Lutger [l. Lutgej weder ven blenden conind, weder Bra⸗
bant, weder Hollant, weder ven reynge [T. rijniche?) heren, weder eren buflchoff, mo der [l. ve)
Lutger flogen conynck Hergoge greven in 200 rutere fcheffen [I. ruterfchaff?]. do bleif manch
man boit 22.
1. Die Belagerung von Doornit Schmidt, Geſch. v. Frankr. II, 32.
(Zournay) fällt Sept. 1340.
Der Brauer v. Gent,
umarrt von Flandern.
3. Graf Ludwig von Flandern, ber
mit Frankreich im Bunde ftand.
4. Diejen Namen finde ich urkund⸗
lich erſt 1357. Lacomblet III, 476 oben.
5. Beieht ſich auf das verhängniß-
volle Ediet K. Philipps von Frantreich,
wonad die umlaufenden Münzen binnen
Jahresfriſt allmählich herabgeſetzt werben
follten, zum Theil bis auf ven fünften
Theil des Nennwerthes, Auguft 1343.
damals
6. Nach der lat. Reimchr. wurden
die erzbiſchöfl. Truppen bei Recklinghau⸗
jen 1344, nad) Levold (a. a. DO. 192)
1345, von Graf Adolf von der Mark be-
fiegt. 1295 war Redlinghaufen von den
Märkiſchen erobert worden nach Anon.
chron. 336.
7. Im Treffen von Zuyd-Finna bei
Staveren, 1345 Sept. 27. Xeo, Zwölf
Bücher niederl. Geſch. I, 731.
8. Richtig werden bier die beiden
Lütticher Kriege von 1346 und 1347 un-
terſchieden. Vgl Notezuftec. A 06.9. 22.
3*
36 V. Edlner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In deim felven jare do ftreit der conink van Engelant intgain ven
conink van Frankrich z0] Eriffiva!. da bleif doit ein coninf van Behem,
berzogen ind greven ind andere vil heren.
Bl. 7°. | In den jaren uns heren 1347, to was ver ftrit zo Qutge, ind ve
burgere verloren ven ftrit2.
In deim felven jare do lach der conink van Engelant vur Kalis,
ind de lage werbe ein jare bis hei Kalis gewan?.
In den jaren uns heren 1348, do ftarf greve Ailf van deim Berge
in der vaften.
In deim jelven jare do machden de burgere van Eolne, dat man dat
vleifch mit den ponden vercoichte?.
In ten jaren uns heren 1349, do giengen de geifjelbrodere.
In deim felven jare do ftarf buſchof Walrave zo Paris up unjer
Aug. 23. vrauwen avent in deim aufte. 30 hant up fent Bartholomeus avent, do
bleven de Juden z0 Collen doit, de fid) felver verbranten.
In deim felven jare do wart bufchof Wilhem van Genepe bufchof z0
Collen, ind do was eine fterfve an den drofen.
In ven jaren uns heren 1350, do was de grofe romervart5, ind
ar, was ouch eine grofe fterfre an den droſen.
Bal.fat. | In ven jaren uns heren 1351, do was ber fomer alfo heis, dat
ron. der win ind alle wroicht blode 30 halven meie.
In den jaren uns heren 1352, des vridages vur Palmen, do wart
2. Frankrich 30’ fehlt BI 3? 3? B*. Triſſyda 32. Cryſſidia 2°, Cyrſſidya B*. Behem
ind dartzo hertzogen 2*, 4. In den jaren — verloren ven ſtrit' fehlt 2°. 5. verloren
ouch ven flrift 3° firnt. nochtan behielten fy exe lant mit grofjer eren. fy hielten exe ftraifien
almwege vry 22. 9. *in der vaften? fehlt 2°. 10. ‘heren’ flatt “burgere' B*. An Stelle
diefes Abfchnittes, der in 33 erft fpäter folgt, fleht dort ein anderer: ‘In dem felven yair do
was ver hoff up dem Niuynmartte in dem mehe ven men nrempt ven roſengarden'. Die glei⸗
hen Worte in C. 11. dat dey vleysmenger moiften dat vleis wegen ind mit deme G. ver-
foyffen C'. punde verfouffen fulve, up fent Katherynen dach C?. 13. Bor diefem Abfchnitte
ftehn in B? die Worte: “In dem pair uns heren 1349 was der ftrijt (unvollenvet). — ftarff ve
felve buffchoff 2%. 14. avent affumpeiv 29. Parijs ver konink van Franfrich dede im laf-
fen in eyıne bade, bis er flarf [ind leiſſe ſijch doit bloden C?). do heynk in ver konink mit eynre
twelen an eynen balfen, want er hat it zu ven heilgen gefworen [dat be in bangen wonlde C’?]
C. 15. ‘30 Gollen’ fehlt 3? B?. 16. In dem yair uns heren wart 3°. 17. eyne groyfie
fterfite 3*. droiſſen, alfo dat manch man und vroume daran boyt bleyff 2°. 19. droſen da
egenne argedie weder was [intge: n inwas 2%] 30 deyn 3? 3%. droyſſen, var gyen mehfter buffe
zu gebain enfonbe noch auch vynden C!. 21. frucht in dem velde 23. ſlode' ftatt
‘plone‘ 3%. halven' fehlt 3? 3° B*.
1. Schlacht bei Erecy, 1346 Aug.26. faſt ein Sehr, Pauli, Geich. von England,
2. Am 21. Juli (in vigilia Magda- IV, 405.
lene) 1347, |. Hocgemius hei Chapesville 4, Auszug aus der Rathsverordnung
a. a. 8.11, 492. von 1348 bei Ennen, Geſch. II, 624.
3. Die Belagerung von Calais be- 5. Wegen des in dieſem Jahre ver⸗
gann Anfang Sept. 1346 und dauerte kündigten zweiten Jubiläums.
15
*
0
B. 37
ber proiſt van Spainheim ind her Ernft van Molenarken ermordet in des
officiail8 hut van den overften van Collen umb eine fnode
Jade ind homodes willen.
In den jaren und heren 1353, do was ein groi® wint, ind ouch wart A zu
5 Öripefoven gewonnen van deim lantfrede. Ä 1351.
In den jaren und beren 1356, in deim mainde feptembre,
Do wart Der coninf van Frankrich gevangen in einme ftride van deim
prinzen van Engelant.
In beim felven jare, zo noin zit, do was eine grofe ertbevonge !
10 umb Baſel, alfo dat vil burghe darneder velen ind Baſel ein deils.
In den jaren uns heren 1357, do quam feifer Karl ſwigende 30 at Iat.
Collen?. to man in niet grofeclichen intfienf, do reit hei van zorne 30 &ron.
beim Brole. ind des I anderen bages, do wart hei irlichen intfangen. Bli. se.
In deim felven jare do was der win alſo hart, dat man in mit
15 larſen trat, ind hies ver leffelwin.
In den jaren uns heren 1358, do was eine groifle jterfte van ven
brojen. dat werde van dem auguft bis zo Firsnacht.
In den jaren uns heren 1360, doe was de grofe gefelichaf vur Mege.
ind up der jelver veifen bleif greve Gerart van veim Berge ind her Ar-
»nolt van Blantenheim?, de geviande waren, wederreden „el.
jih vur der Sleiven. da bleven de zwene heren doit. Agripp.
In den jaren uns heren 1361 in deim mainde februariot up eine Bot. A.
naicht,, bo wart ver hemel a8 vurich, dat alle Iude wainden it brente.
In der ſelver naicht do ftarf der irſte herzoge van Guilge.
25 In der felver naicht do wart feifer Karl ein jonf fon. der wart
30 Norenberch firften gedains van bufhof Wilhem van
Genepe.
Der. 25.
2. offtcialis hoffe van Colne un jente Margrethen cloifter van ven hoeften van ver flat 3°C".
4. In den jaren — lantfrede' fehlt 2°, ‘ouch? fehlt B*. 6. 1354 BC. *in beim m.
fept.’ fehlt 2°. 8. *pringen’ fehlt 2°. 9. ‘zo. n. 3.’ fehlt Be 2*. 10. Bafel meve 39.
12. *egrlichen? ſtatt *grofeclichen? 2% 13. intfangen van der gemeynen B? B*. tzo Goelne
B%. 13. *lerfe wyn' ſtatt leffelwin' 3. 16-18. "eine groifie— 1360 do was' fehlt BU
Tert nach 2°. 19. "gr. G. v. d. B.' fehlt 2°. 20. Valckenheym (corr. von ſpäterer
Hand) want hey ind fone frunde meberreven 2*. 24. *irfte fehlt 2°, von fpäterer Hand
übergefchrieben. In ven jaren uns heren 1361, des eirften donresdages in der vaften, ftarf' C?.
25. in den felve jare dez nacht C'. fon geboren. ver B*.
1. Das Erdbeben zu Bafel begann (Annalen des hiſt. Ber. XV, 193): ‘ver
auf St. Lucastag (Det. 18) 1356; Ochs,
Geſch. von Bajel II, 98.
2. 1357 Febr. 18 urtundet Karl IV.
zu Cöln. Lünig, Reichsarchiv pars spec.
VII, 5.
3. Die Ann. Agripp. nennen ihn
Konrad. Dagegen Miünftereifl. Chron.
proeft van Geratzſteyne (Gerofftein?) ber
Arnult genant van Blanfenhem’. Vgl. D.
4. Wahrſcheinlich Febr. 14, vgl. Note
zu Rec. A ob. S. 23. Wenzel wurde erft
Febr. 26 geboren.
5. Die Taufe Wenzels fällt auf Apr.
11, ſ. Städtechron. I, 352 Note 5.
38 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In den jaren uns heren 1362, do ftarf bufchof Wilhem van Genepe
in deim mainde feptember !.
Dal. lat. In den jaren uns heren 1363, do quam der coninf van Ciperen zo
ron. Golfen um de heilge bri conincge 30 beſchauwen, ind voir || alle lant us
En Engelant, in Britanien, in Frankrich, bis 30 Venedien, ind van anne
weber heim 30 lande?.
In den jaren uns heren 1364, des fejten dages in deim meie, do
waren de heren an beim Malsbuchel gewaippent intgain de unverbiende
brodere 3, de wevere. dat wart fuverlichen nevergelaicht. dat dede ein
greve van der Marken ind ein vait van Collen.
Du. Tat. In den jaren uns heren 1365, do was ein falt winter, bat der
Aron, zu Rin ein gans virdel jair beftanten was, dat man 30 Nele? over ben
Rin gienk. ind 30 Mainze was grois mart upme Nine.
In beim felven jare do was eine grofe fterfe>.
In den jaren uns heren 1366, Do wonnen de fteve ind ve heren des
lantfreden dat huis Hemersbad up den firftavent, ind der van deim
huſe wurden 13 up rader gejat.
Mai si,
1. Hinter Genepe' in 3* von fpäterer Hand: "van eynen honvebifs‘. Ausführlicher C!: “ind
tuſchen Bunne ind Andernacht ſolde der felf bifchuf in enme ſchif varen. doy hatte er eynen
affen, ver beys in in eyn beyn, vater darumb muft fterven’. Achnlich vie veutfche Biſchofs⸗
chronik in C?: “ind tufchen Andernaich ind Aonne voeren fy in eyme fchiffe ind fagen in eyme
anderen fchiffe eyn cruce van fteynen (!). ind der vurß buyſchof Hatte eyn merfaße, de beis ven
felven bufchof in fon wantbraeben, dat he dairumb ftarf .... ind leiffe dat ſteynen eruyß feßen,
dat noich fteit tuifchen Godesburch ind Aonna’, 2. Statt “in d. m. fept.’ bat 02: des
Mayndages nae fent Regivius (1. Eg.) da’. 4. zo ſchauwen, ind ouch etzlijge ſyne vrunde,
burger 30 Collen' C?. voyr in alle deſe lant bie 2°. 5. *in Frankrich' fehlt 2%. 6. zo
lanve. (Abſatz.) In den yair do men fhreiff 1364 quam ver coeningf [ve konynkynne C?] var
Deynmarden zo Eoelne umb dye heilgen drij foeninge zu befchaumwen. [30 Avion zoich he vort
c?) B® c?. 7. *yrften’ ftatt leſten' 2*. mertz' ftatt meye' B*. 8. die unſchuldige
broder C!. 11, 1366 B. 12. dat men up fent Pauwels dach zo Neyl 2? B*, zo maile
B>. 14. eyn fo groiffe 3*. ſteerffde in deme augfte 23 C. augufte ind werde 3 maent C?.
16. Tantfreven wurpen dat umb genant Hemmerbach B*.
Schaforys van Leinburdy 22.
17. gefat. do wart geboren Thys
1. Am 15. Sept. nad) der Chron.
praes. a. a. DO. 224.
2. Bon der Reife des tapferıı Königs
Peter von Cypern durch Europa |pricht
ausführlicher die Chron. quor. regum,
ohne jedoch feinen Aufenthalt in Coln zu
erwähnen.
3. Ueber dieſes Vorjpiel des Webers
aufftandes von 1370 ift fonft nichts be-
fannt als Die kurze Notiz der Münſtereifl.
Chron. Annalen XV, 193). Die un—
verdienten Brüder’ bilden den Gegenjat
zu ben fratres deserviti, d. h. benjeni:
en, welche als Zunftmeifter das übliche
Fefteffen gegeben, “den Dienft gethan’
hatten. Ober trifft die Variante unſchul⸗
dig’ Air Rec. C das Richtige?
4. Niehl am Rbein, unterhalb Coln.
5. Wiederausbruch der Peſt in Diefem
Jahre erwähnt auch die Limburg. Chron.
(Annalen des Bereins f. nafj. Alter:
thumst. VI, 449).
on
—
5
5
10
15
20
In den jaren uns heren 1367 30 paifchen, do was ein grofe fterfve Apr. 18.
an deim hoifte.
|| In den javen uns heren 1368, do fah man cometam mit beim 81.9.
langen fterke in der vaften.
B.
39
In deim felven jare galt ein malder fornd 9 marc ind ein malber
weiß 10 marc ind 1 quarte wind einen alden grofen.
In deim ſelven jare do voir der pais van Avinione 30 Rome. ind
ver pais lach mit deim feifer 30 velde mit grofeme vulfe intgain hern Bar-
nabo den beren van Metlain.
In deim felven jare do lach ver herzoge van Brabant na deim aujte
intgain den berzogen van Gelre ind wolden ftriden. doch jo wart it up-
gehalven.
In deim felven jare do ftarf buſchof Engelbricht van der Marken ang. 23.
up fent Bartholomeus avent!.
In den jaren uns heren 1369, do geboit bufchof one van Trere allen
paffen us Collen un einre vlefchen willen, ve her Johan van Coivelshoiven
enbinnen metaten nam, der do ‚burgermeifter was.
Sn dem jelven jare? do wart Arnsberch deim geftichte van Collen
gegeven.
| In den jaren uns heren 1370 up fent Matheus naicht?, do wart 81. w.
dat um der flefhen willen ge-
dat introdift relariert,
laiht was.
In den jaren uns heren 1371, do brach bufchof Frederic) Numenar,
Goirsdorp, Rodensberch int Merzenich).
2. hoyfte va manich mynſche aff ſtarff 3? 29. ind dat werde jbis 30 fent Micheils Johans 2°
c!) myffen 3? 33 B®,
eyme langhen B
ind werde van pynxſten an bis zo ſint Johans miſſen C2.
5. 10 mark ... 11 mark 2%.
intgain inander in dem auguft ind wolden 2*.
3. mit
10. Brabant ind ver hertzoge van Gelre
13. ‘greve? flatt buſchof' 3°. 16. wyllen.
do ber Johan van Wevelkoven burgermenpfter do was, de nam eyne flefch bynnen mataten 22.
Wevelkoven B' B? B*,
tin®’ flatt Matheus’ B*.
7 jair 2°.
1. Die Chron. praes. a. a. DO. 230
nennt als Todestag Erzb. Engelberts 111.
nicht den 23. jondern den 26. Auguft.
Die Richtigkeit des erfteren Datums ift
wahricheinlicher, da Erzb. Kuno von Trier
bereit am 25. Aug. nicht mehr, wie bei
Lebzeiten Engelberts, coadiutor, ſondern
administrator Coloniensis ecclesie sede
vacante genannt wird. Seibert, Urkun⸗
denb. zur Landes» u. Rechtsgeſch. des
Herzogthums Weftfalen II, 512. Eine
Fortſetzung Levolds von Northof (Troß
240) nennt als Todestag: 1369 die Sa-
turni post Bartholomaei. Zu 1368 be
19. zogegeven, want ver greve egeyn erve enleis C?.
avent B? B*. vach BP,
21. Goitsdorp B2. Garsdorp 3°.
20. "Mer:
21. gelacht was, ind dat werde wail
rechuet, würde dieſes Datum wieder den
26. Auguſt ergeben. Dagegen nennt eine
bei Gelenius de magn. Col. 242 beſchrie⸗
bene Bleitafel Aug. 25, ebenjo ein von
demjelben angefüihrtes Domcalendar,
2. Ein Kaufvertrag wegen der Graf-
ſchaft Arnsberg. ift vom 25. Aug. 1368
(Seiber& a. a. O.), die Schenfungsur-
funde des letzten Grafen Gotfrid vom
10. Mai 1369 (Lacomblet III, 589) da⸗
tirt.
3. Die Rec. A bat ‘up fente Matheis
avent'.
A zu
1371,
Au
1371,
Jun. 21.
Bl. 108,
Aug. 15.
Eert.8.
40 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In den jaren uns heren 1372 in deim aufte up ven 22. dach, do ſtreit
ver herzoge van Guilge 30 Baiswelre weder den herzogen van Brabant ind
veinf in in dem ſtride inde vil ander heren!.
In deim felven jare in dene mainde november up den 20. dad), To
verloren de wevere int de volre alle ere maicht intgain de heren van ver ftat
30 Collen, ind ere zwei huis? wurden gebroden ind fi wur—
den gevangen ind eglidhen erflagen.
In deim jelven jare to quam bufchof Treverich van Sarwerven 30
Sollen ingereven up jent Albains bach 3 ind wart irlichen intfancgen ind
bei fanf de homiſſe in deim dome.
In den jaren uns heren 1373 up ven heilgen pinzstach, do ſank ein
carbenail de homiſſe in deim Dome.
|| In deim jelven jare do quamen de Juden weder z0 Collen mit
wille der heren?.
In den jaren uns heren 1374 in deim mainde februario des 9. da-
ges>, Do was der Kin a8 grois, dat man vur Der monzen de pert drenkde.
dat geweſſer werde bis patjchen.
In beim jelven jare do quamen de dentzer tujchen ziven unfer vrau—
wen mifjen affumpcio ind nativitas. de dantzden in Firchen ind in clufen
1—4. do flreit — up den 20. dach’ fehlt ZI. Ergänzt nach Rec. A. 2. van Guilge' fehlt
B>. Bayswilre mut hulppe des herkogen van Gelre weder 2°. 3. vyenegen ven hertzoghen
van Brabant in 3°. veynd mannid in den ſtryde ind doe wart der hertzoge van Gelre erfchof:
fen ind ver here van Sympael wart doit geſlagen ind nochtan vil ander goeber heren B*.
inde — beren? fehlt 2°. 4. 22 B*. 6. ind yr Buffer worden 33 2%, 7. erflagen ind
do wart manchen man fon houfft aff geflagen up dem Heumarte by deme ſchupſtoyl dat doe
beyfch ver Sturtzbach 2*. 10. doym up fent Peters elter 23. i1. 1374 B®. 15. ‘Sn
den jaren — bis paifchen? fehlt 2°. 1375 B. 16. mungen upme Heumart in Goelne de pert
BY. 17. werde ind doyrde B*. 19, myſſen ve man nennet affumpcio 2*.
1. Richtig erwähnt der Zufak in B4
den Tod des Herzogs Eduard von Gel:
dern und bes Grafen von St. Pol.
2. Die Kaufhäuſer Arsburg und Grie-
Henmarkt, gl. Note zu Weverjlaicht V.
348.
3. Die Urkunde, in welcher Erzbifchof
Friedrich III. die ftädtifchen Privilegien
beftätigte (Groß. Priv. Buch im Stadt:
archiv, BL. 138d;, ift vom 30. April 1372
datiert. Diefe Confirmation pflegte bei
Gelegenheit des Einritts gegeben zu wer-
den. Dagegen find im Ausgaberegifter
die bei Friedrichs Einritt feiteng der Stadt
gemachten Geſchenke (13 Ohm Wein und
filberne Gefäße im Werth von 1161 Marf)
unter der Rubrit dominica Petri et Pauli
fer. IV. post (30. $uni) eingetragen.
4. Ein Berzeihniß in den Schuß der
Stadt aufgenommener Juden — fie wa-
ven jeit den Mordfcenen von 1349 aus
Cöln vertrieben — datiert fhon vom
1. Suli 1372 (Quellen IV, 647). Eine
1373 ipso die b. Thome Cantuarensis
(1372 Dec. 29 unferer Rechnung, weil
das Jahr mit Weihnachten begann! da⸗
tierte Rathsurk. (Tacomblet III, 646) ge-
währt ben Juden Schuß auf zehn Jahre
vom verfloffenen Remigiustag (Oct. 1)
ab gerechitet.
5. Rec. A 0b. S. 25 nennt Febr. 11,
vgl. Die Note.
or
10
B. 41
ind up allen gewiben fteven alfo lange, dat vil na grois ungelouve up-
geftanden was in ver firftenheit. doch 30 leften vant man, dat it Lichter
lude gedroch maß !.
In ren jaren uns heren 1375, do voren ve fcheffen van Collen 30
5 Bunne wonen. ind zwene de quamen weder ind dri bleven
zo Collen, mit namen her Everhart vanme Hontgin ind her
Everhart ind her Heinrih Hardonift?.
In den jaren und heren 1376, do wart ter fanf gelaicht 30 Collen, Azu
um bat der feppelev van Wevelkovens ind her Johan van Keilfe, || ver Bı. or.
10 rentmeifter was bufchofs Frederichs, gevangen waren. herumb veit der bu—
Ihof 30 deim feifer ind braichte de ftat van Collen in des keiſers aicht. ind
Do begonte der crieh ane zo gain, ind allet umb der ſchef—
20 bewart weren.
fen wille.
In deim felven jare up fent Quirins dach do wart Duße verbrant von
15 Woilter van den Borfte ind Engelbrecht van Difte ind finen broveren, de
da viant waren des buſchofs.
30 Siburd up den berd.
darna wart [ent Herbert gepoirt
In deim felven jare do wurden unfe heren 30 vade, dat fi den Rin
zopielden bi Beien, um des wille dat ere molen ind ere ftat desde bas
den cried upbielte,
1. ‘alfo fange — gedroch was? fehlt 2°.
B*. 4. In den jaren — Hardvuiſt' fehlt 2°.
buſſchoffs Sreverichs willen gevancgen 2°.
keyſers 2*.
2. *in der Eirftenheit? fehlt 2*.
int do wart grofe afife upghelaidt, vamit man
ind urlogren mit deim bufdof.
was forn ind win wale veile.
doch
dat idlicher lude
9. Veck 2°. 10. rentineyfter umb
herumb bracht der buffchoff van Coelne in des
12. ind allet dat gar umb der felver felven (fo!) fleffchen millen vurß. 2*.
13. Hier folgt in 3° folgender Sag: "In dem yair uns heren 1374 wart der vayt van Coelne
gevancgen vur Berd des maindaghs na fent Peters vage ab vincula”.
15. Woilter van’ fehlt 3?, ergänzt aus A. Woulter Burft
deim felven jare’ fehlt ZB! 23.
14—18. ‘do wart —
B* 19. moelen in ir ftat des waſſers bewart wurde ind 2°.
1. Diefes Urtheil ift zu allgemein.
Wie viel Betrug auch bei diefer merkwür—
digen Erſcheinung unterlief, jo muß fie
Doch wenigitens in ihren Anfängen als
eranthafter Zuſtand betrachtet wer⸗
ben. Dies jagt auch, geſtützt auf ärzt-
liche Urtheile, der ebenſo genau wie
nüchtern beobachtende Verfaſſer der Chron.
quor. regum.
2. Die Koelh. Chr. 277 fagt dagegen:
‘Doch quamen ir dri achternae wederumb
in Coellen mit namen 2c.’ Ein Heinrich
Harbouft, ſtatt deſſen im lateinischen Text
der Würzb. Hf. (Beilage I, BI. 82%)
Henricus de Judeis genannt wird, er⸗
fcheint allerdings unter den aus Ein
entwichenen Schöffen (Lacomblet 111,
667).
3. Er war Bruder des Biſchofs von
Münfter, Florenz von Wevelinghoven.
An leßteren jchrieb der Rath am 30. Oct.
1375 {&opienb. I, 69), er könne vor=-
läufig über den Grund der ©efangen:
nehmung noch feine Mittheilung machen.
Dagegen wird in einen Schreiben an bie
Stadt Müuſter ald Motiv angegeben:
umb aljulger boeſer upjeße ind verret-
niffe wille, as he up unfe lijve, guebe ind
ftat tuſſchen ſyme heren geraimpt habe’
(Copienb. I, 716). Die Fortf. der anf
Beranlafjung bes) Biſchofs Florenz ab:
gefaßten Münfteriihen Chron. (Ficker,
Die Münſter'ſchen Chroniten des Mittel⸗
alter8 S. 69) meint, wohl etwas naiv:
nullis inimicitiis praesedentibus.
42 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In deim ſelven jare des irften dages in deim evenmainde, up ben
pinrstach, do kois conink Karl finen fun z0 einme roimſchen conincge mit
der koirvurſten wille 30 Renfe in veim garden. ind varı danne reden ji 30
Frankfort, ind de koirvurſten machten in zo einme voimfchen coninf.
In deim felven jare do voren ve van Collen zo Duge ind verbranten
Dutze alzo mail ind ftiefjfen de mure nedert,
Bl. I1e. | In deim ſelven jare in veim heumainde, do was ver feifer 30 Aiche
ind cronede finen fun, ind hei wart coninf gemaicht van alle den foirvur-
ften ind van bufhof Frederich van Sarmwerden gecvonet.
des wart eme 40000 gulden? van deim Feifer.
In deim felven mainte des 10. Dages, Do was der grofe brant in ſent
Kunibertz firjpel, ind was ein fo grois wint, dat dat vuir niet enwas
30 lefhen. ind alda verbrant der toirn mit den cloden ind der umb-
gank ind de fchole, piftrie ind cloifter me dan haff.
In dein: felven jare up ſent Marien Magdalenen dad), do bleif Her-
man Drofiffe doit, der helper was der fteve van Sollen weder den bufchof.
Jul. 9. In deim felven jare up fent Panthalioins naidht, do
ſchuſſen de viande vuirpile in de ftat, ind des felven da-
ges voir bufchof Frederich Ligen tuſchen Collen ind Rodenkirchen bi de
malatencotten ind jloich da up fine paumwelune 30 noinzit. doch beriet hei fich
Bl. 116. balde, ind voren des anderen || morgens vro werer heim zo ſchiffe ind 30
perde jo fi alre irfte fonden ind moidten.
In deim jelven vage, bo reden de zoldenere ind de gemeine van Col-
len vur ſent Severind porze ind flogen fich mit den vianden. ind ba
wart bufchof Frederichs van Sarwerden broder ritter ind der here van
Wefterburh?. darna over eicht dage, do voren de van Collen 30 Dutze ind
braichen fent Herbriehg monfter ind de firfpelsficche, ind verbranten de
abdie alzontail, umb dat der bufchof egeine burch da enmachede.
1. up den p.’ fehlt 2°. 2. Karl Wenzelaus fyne fone 22. 3. Meng’ ftatt Renſe' 2°.
‘in deim garden? fehlt 2. 4. conynd ind baden eme as man des pleit [30 doyn 2?) 3? B® B*.
5. verbranten it alfo mail af ind wurden de fyrche never BY, 8. conink gemaicht' fehlt 2*.
10. 44 B?, vil' flatt ‘40000’ B*. 12. brant' flatt wint' 3%. . 13. go leſſchen enwas,
ind alle vie clocken, ſchoill, pyſtorye, umbganck me 3°. umbgand, preifterfchole ind vat cloi=
fier B?. 15. Herman Droshuys B?. 16. buffhoff Sreverich van Sarwerde 39. 17. In
deim felven — konden ind moichten? fehlt 3. 27. vat munfter 3. 28. up dat dar feine
bürch gemacht enwurbe 23.
1. Die Rec. A fagt gerade umgelehrt Ten XV, 194) erzählt die Ankunft des
‘bis an be muren, be bleven ftainde’. Erzbiſchofs und das für die Stabt nach:
2. Nach den Zuſätzen zu Levold's v. theilige Gefecht am Severinsthor mit dem
Northof Cronica pontif.. Col. (Seiberg, Datum ‘des dynxdags vur fent Sohans
Quellen der weſtfäl. Geſch. II, 419) er» dage'. Der 29. Juli fällt allerdings anf
hielt Erzb. Friedrich fiir Wahl und Krö⸗ einen Dinstag, doch ift auffallend, daß
nung Wenzeld 50000 Gulden. Bgl. je die Chronik den Tag nad) einem fo wenig
doch Deutſche Heichstagsakten I, 32. befannten Heiligenfeft (Johannes Colum-
3. Die Münftereifl. Chron. (Auna- binus 31. Juli) beftinmt.
Di
—
**
B. 43
Herum? jo wurden viant der ſtede van Collen ver bufchof van
Trere, ver bujchof van Paderburne, ver herzoge van Brabant, de ftat
van Aiche ind der lantfrede? ind ber greve van Segen, der herzoge van
Oiſtrich ind der feifer ind manich lanthere, ind nochtan me dan 800
» rittere ind Eniechte in deim gheftichte van Trere.
Nu had de jtat 30 helpen greve Engelbriecht van ver Marken * ind
wale 200 gelavien. de waren up fent Severins dach gereden || 30 Bunne Set. 2.
ind waren ba den ganzen dach in deim velde. ind der bujchof endorſte
miet 18 Bunne fomen. ind fi verbranten alle de Dorper af de da um ftoin-
so den ind namen ben luden ir ve inde dreven it in de ftat zo Collen. ind
bat geſchach ducke ind bucke, ind da wart manich man gevangen ind erfla:
gen van beiven partien.
In den jaren uns heren 1377, do wart eine fone gefprochen tuſchen
beim bufchove ind ver ftat, dat it geprebiget wart a8 van ber zit port bis
ıs up fent Baumwel 6 dach. alda reden ve gode heren bi ein zo Herfel? up
beim Nine, des buſchofs rait ind der rait van Collen bi fi, ind gelichden
1. wurden ſy 3%. buſchof van Trere’ fehlt 2*. 3. Zege 3?. Gerberen 3°. Sygen B*.
4. langhere in veme geftichte van Trere ind nochtant me dan 800 rittere ind fnechte de ver fteve
viant waren 32. lantzhere, vitter, knechte, dy all ver flat entfachten 2°. lantzhere ind ver
bufihoff van Wurmfe ind nochtan me vun 800 ritter ind knecht de ouch ver flat van Coelne
viant woren 3°.
vur Bonne ind dairumb lantstz ind den ganten 2*.
10. "ind namen — beiven partien? fehlt 23.
fehlt 3°.
13, 1372 3°. 1377 up fent Agneten dach do wart 22,
7. gelavigen, ind ve van Coelne ind ere hulper reden up fent Severyns dach
9. ‘ve van Coelne' flatı ‘fi! 2%.
in de flat! fehlt 2#. 11. 'gevangen ind’
16. rayt van Eoellen
quam ouch darby ind ſy ſoynden ind verlichten ſych 2*.
1. Hier beginnt bie ſelbſtändige Fort⸗
ſetzung.
2. Der Landfriedensbund hatte von
ber Stadt Losgebung ber beiden gefange-
nen Prälaten gefordert, was dieſe aber
als Einmiſchung im innere ftäbtiihe An-
gelegenheiten zurüdwies (Copienb. 1,
765. Brabant und Achen nahmen als
Glieder des Landfriebens Antheil an der
Fehde. Ihre Betheiligung wird aud) in
den Zuſätzen zu Levold (Seiberß a. a. O.)
erwähnt. Daß diefe Zuſätze mit bem
Supplem. Levoldi bei Meibom Ser. rer.
Germ. I, 409 (auch bei Troß 238) meift
wörtlid übereinftimmen, ſcheint dem Ber:
auegeber entgangen zu fein.
Die Rec. D jchreibt “Begehaume‘,
verſtht alſo wohl Ziegenhain, wie Ei:
nen, Geſch. II, 722 annimmt. Eher ift
boch an den Grafen von Raffau » Siegen
zu denken.
4. Graf Engelbert war oberfter Haupt»
mann ber ſtädtiſchen Truppen (Quellen
V, 182). Die übrigen, Bundesgenoſſen |,
bei Ennen a. a.
5. Diele Angabe ieh hinter den fehr
genauen Daten der Zuſätze zu Levold
(Seiber a. a. DO.) zurlidtreten müſſen.
Nach dieſen verwüſtet Engelbert die b.
Jeronimi (Sept. 30. Das Supplem. bei
Meibom bat jedenfalls irrig die D. Ge-
reonis gleich Dct. 10) das erzb. Gebiet
bei Xechenich und rückt dann crastino b.
Remigii (Oct. 2) näher auf Bonn zu,
wohin I) der Erzbiſchof ohne Gefecht zu =
rüdziebt.
6. Baul der Einfiedler (Ian. 10) oder
Pauli Belehrung (Ian. 25)? Der Ab:
fchluß der Sühne erfolgte 1377 Febr. 16.
Lacomblet III, 695. Quellen V, 200.
1. Dorf Herfel am Rhein unterhalb
Bonn. Vgl. Ennen, Geſch. 1, 726 Note 3.
BL. 120,
Febr. 16.
März2d.
44 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
fih da alle famen, alfo tat des bujchofs rait quam zo Collen 30 fent
Sohanne bi ten Homeifter ind der rait van Collen bi fi. ind fi fchreven
de fone alfo, dat ter buſchof ind be ftat gode gepronde wurten. he over
was ein homeifter van fent Johanne! ind vil andere heren. int de ſone
de wart aljo gefprochen, alfo dat zwene jcheffen nummerme in te ftat 30
Collen fomen || jolven, int te ander 9, fo wanne fi ten ſchaden ten bur-
geren gebefjert haint, ven ft in daden, e it 30 rouve of 30 brante queme?.
bit hait bejegelt ein bufchof van Trere ind ver bufchof van Collen ind ver
bomeifter van fent Johanne ind dat capittel van beim Dome ind de ftat
van Collen mit irme grojeme fegel?. inte dis brief der wart gelefen up
ten irjten maindach in der vaften up ver burger huis vur Der gemeinen,
ind deſe jone behagere in allen wale beide jongen ind alven.
In teim felven jare in deim merze, do dede ver bufchof jagen wur
de Schaifperke, dat ter van Collen ein in den graven viel ind in beim
graven wart erjlagen, ind ft drogen in ujjer deim graven: ind da brad)
ver bufchof irfte de fone, ind hei vere bangen ven armen fniecht. damit
dede der bufchof unriecht.
In deim felven jare up unjer vrauwen dach in der vaften, do qua-
men de jcheffen weder zo Collen ind hulden deim vade®.
I. ‘30 fent 3.’ fehlt 3%. 3. hye was over ver bufichoff van Tryre und der vorgeſchr. homeyſter
van fent Johanne und vyel anderer 2°. 4. andere goeder B*. 6. 11 32. ſchaden ven
burgeren van Collen belacht Hain ve jy in daden 30 VBrandenvort ee it 30 3? 3°. fo wanne fh
der flat van Coelne ven ſchaden ven ve flat geleden ind gehat heiten ee — — brande fomen quam
(fo!) belacht Hetten, fo moichten fy weder rarin kemen. ind dyt had 3. 9. ind dat cap
v. d. dome' fehlt BI. 14. dat ſy [ver van Coelne eyn deyl 2*) in den graven veylen ind in d-
gr. wurden ſy erflagen 3? B*. 15. ſy' ftatt "in? 2°. 16. fone ind hey dede dartzo eynen
armen man hangen B*. armen man... Neft des Satzes fehlt 3?. damyt — unriecht' fehlt B'.
1. Erzbifhof Kuno von Trier und
der Sohanniterorvensmeifter Konrad von
Brunsberg erjcheinen in der Sühne vom
16. Febr. als Schiedsrichter.
2. Unferem Chroniften ſcheint das
Sühneinftrument felbft vorgelegen zu
haben. Betreffend neun der ausgemwiche-
nen Schöffen wurbe hierin beftimmt, fie
und die Stadt follten fich gegenjeitig alles
Gut zurüdgeben, das weggenommen
wurde, ‘e Dis frich zu rouwe of zu brande
queme'. Gerhard won Benafis und Jo—
hann Gyr von Kovelshoven, Die am mei—
ften compromittierten Schöffen (vgl. Die
gegen fie erlaffenen Urtheile im Eidbuch
von 1372, Quellen I, 52. 53), blieben
dauernd aus der Stabt verbannt. Zwar
jagt die die Sühne nicht ausdrücklich,
doch blidt e8 deutlich aus allen auf fie be:
züglichen Clauſeln hervor. Auch wurbe
ihre Verbannung im Eidbuch von 1382
(Quellen 1, 63) betätigt. Wenn unter
den Schöffen, die fich fpäter (Ennen,
Geſch. II, 728) zu Nacadhtung ber
Sühnebeftimmungen über das Schöffen-
gericht verpflichteten, auch ein Gerhard
von Benafis erjcheint, jo wird darunter
wohl ein gleihnamiger Sohn des Ber
bannten (vgl. Ennen 743) zu verflehen
fein.
3. Bol. den Schluß des Sühnebriefs
Lacomblet III, 698.
4. Genaueren Beriht mit gleichem
Datum bat die Rec. A.
[>|
—
\
45
| In deim felven jare up den houltzvartdach!, do wart ter fep- ar. 13%,
peler ind ber rentmeifter usgelaiſſen, ve des eriechs vil gemaicht hatten.
In deim felven jare in beim aufte, do wurden zwene Inden gehan-
gen, Simon ind David, ind Simons wif de folde man levendich hain
5 begraven: doch umb beven willen des greven van Cleve lies man fi leven-
bich, ind fi wart criften gebain 2.
dai 21.
In den jaren und heren 1378 in fent Bernharg naicht, Do verbrant aus. 20.
ver toirn 30 grois fente Mertin mit den cloden, ind dat unfelige vuir
uam van beim VBilchmarte?.
In den jaren uns heren 1379, do jtarf ver pais van Rome ind
feifer Karl zo Bra up fent Andries avent.
In den jaren uns heren 1380, do quam ter roimjche conint Wen-
ceslaus des 15. dages juniid, ind hei wart irlichen intfangen. ind eme Sun. 15.
hulde de ftat ind hei der ftat weberum, fo man bes pliet.
| In ven jaren ung beren 1381 in deim mainde november up fent Br. ı30.
Lenartz dach, do quam feifer Karls doichter, des roimſchen coninks fufter, Nov. 6.
zo Collen ind ſchauwede de heilge dri conincge ind voir van danne in
Engelant ind bleif da coninginne van Engelant ®,
In den jaren uns heren 1382 up ven ſatersdach a8 man dat heilge mai 5.
2 bloit draget 30 Brugge, zo der fiefter uren na mibbage, do wart Brugge
gewonnen van den van ®int?. da bleven boit wale 7700 minfchen, ind
ber bere vlo uſſer deim lande 8.
3—6. In deim ſelven jare — criſten gedain' fehlt Bo.
8. mit den clocken' fehlt 3°.
beſſert Bi. 6. gedain' fehlt B*.
9 Vyſchmart dae grois ſchade van quam B.
5. Cleve' aus der marcken' vers
*unfelige? fehlt B*.
11. 30 Wenbelcires (fo!) pris 22. Prage 2°.
14. wererumb [a8 man des pleit B? B*) ind he braichte mit eme eynen carbennail 3? 38 B*,
30 Coelne B*.
fufter 30 Coelne ind voir vort in B*.
ftatt bloit' B*.
1. Holzfahrttag, Donnerstag nad
Pfingften (vgl. Koelh. Chron. 496), fiel
1377 auf Mai 21. Der Tag ift richtig,
vgl. das Brotofoll Quellen V, 226.
2. Genauere Erzählung in Rec. A.
3. Ausführlicher mit itbereinftim-
mendem Datum Rec. A. |
4. Gregor XI. ſtarb März 28, Karl
IV. Nov. 29, aber beide 1378.
5. Ausgaberegifter, Rubrik (1380)
dominica Viti feria IV. post (Suni 20)
bat am Rande die Notiz: Hic venit no-
vus rex ad Coloniam. Der Kardinal ift
Pilens de Prata, Erzbiichof von Ravenna.
Bol. Deutſche Reichstagsalten I, 272.
Die Notizen bei Trithbemius über Wen-
zels Reife (vgl. ebend. u. 279) beruhen
15—18. *In ven jaren — van Engelant? fehlt 2°.
17. ind ſchauwede — coninege’ fehlt 32.
21. 7200 B?. 80000 B?. me dan 800 3%.
16. quam des konyncks
20. *broit’
22. vlo felver B*.
zum Theil auf Koelb. Chr. 2818, mo auch
das falfche Jahr 1381.
6. Die Bermählung der Prinzeffin
Anna mit 8. Richard 11. fällt San. 1382.
Pauli, Geſch. v. Engl. IV, 539.
7. Samstag 1382 Mai 3 wurbe
Brügge von den Gentern unter Philipp
von Artevelde nach einem Gefecht am Be⸗
verhout eingenommen (leo, Zwölf Bücher
nieberl. Geih. I, 318). Daß die Ein-
wohner von Brügge an dieſem Tage eine
Proceſſion hielten, erzählt auch Froifjart
11, chap. 154 (Buchon, Collect. des chro-
niques nation. Franc. XVIII, 191).
8. Ludwig von Marie, Graf von
Flandern.
Nov. 20.
DL. 14=.
Nov. 25.
46 V. Ener Jahrbitcher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In deim felven jare do wart dat introdikt relaxiert van buſchof Fre-
berich, dat geftanden had 8 jair, van deim munfter zo Duige, dat te van
Sollen afgebrochen hätten. darumb enfanf man niet in den 8 jaren!.
Yu den jaren uns heren 1383, do warn bufchof Freverich ind ber
lantfreve dat huis zo der Dicken? ind wart zobrochen?. inp bavumb
wart der greve van Eleve * ind ber || greve van der Marken des buſchofs
viant van Collen, da grois ſchade van quam.
In den jaren uns beren 1386, do wois aljo vil wins, bat man ein
voder wins galt umb vier gulven> ind ein voderich vas umb 3 gulden.
ind fo wer fin eigen vas braichte ind 1 gulben, beim volte man fin vas.
In den jaren uns beren 13876, do was ber coninf van Franfrich
ind dei Britoin”? in deim lande van Guilge ind woisden dat. ind fi
wolden vort in dat Gelrelant, doch endorften fi, ind it wart gefoint.
In den jaren uns heren 1388 up fent Stathrinen dach, do was ver
Rin alfo cleine, dat de pert de jchif midden in deme Nine up trediven,
dat in mans gevenfen nie engejchach, und de putze waren verbruget, bat
man rinwaſſer veil hatte up den gaflen.
2. Duytz darumb dat de van Coelne dat afgebrochen hatten a8 vurß is, darumb gelacht was 2°.
5. huis' fehlt Bꝛ. 6. Coelne' ftatt Cleve' B*. ind ver gr. v. d. M. fehlt 2°.
9. gulven, ind wer fin eigen vas hatte, dem gaff man ein voder wyns umb eynen gulden 2°.
gulden ind wer fin eygen hade de gaff eynen guiven, deme wult manne fin vas umb den gulden 2*.
11. “In den jaren — wart gefoint? fehlt 2°.
12. "ind woisden dat’ fehlt 2*.
d. fon. v. F. myt vil volez 2*.
boin ind id 2°. 15. ‘ve pert' fehlt 2*.
1. Das Interdict wurde 1382 Dec.
24 aufgehoben. Weber Dauer und Ber-
anlaffung desjelben j. Note zum Neuen
Bud ©. 282.
2. Die Eroberung des Schlofjes Dyd
bei Neuß fällt gemäß Rec. C 1383 Juli
12, jedenfall zwifchen Mai 1 und Juli
15, vgl. bie Urkk. bei Lacomblet III, 766.
767 (Quellen V, 402) und die Münfter-
eifler Ehron. Annalen XV, 197, wo ‘ent
Johans dag’ wohl Joh. ante portam La-
tinam (Mai 6) bebeutet.
3. Abgebrochen wurde nur Die ‘oberfte
Burg’, während die Vorburg' an Ger:
bard Herrn zur Dyck zurlidigegeben wurbe
(Racomblet 767). Intereſſante Einzelheis
ten der Belagerung bei Laurent, Achener
Stadtrechnungen aus dem 14. 35.5. 53.
4. Weber die Einmiſchung des Grafen
von Cleve vgl. Ennen, Geſch. II, 746.
5. Auch die Limb. Chron. a. a. O.
482 erzählt, 1387 habe man ein Fuder
guten Tiſchwein für vier Gulden und ſo⸗
Vranckrich mit vyl volkes 2%. de prytanien i.
13. indorſten ſy is nyet
17. up allen gaſſen des men nye me engeſach. 23.
gar noch bebenteub billiger taufen fönnen.
6. Der Feldzug Karls VI. von Franf-
reich gegen Jülich- Geldern fällt erft in
das Jahr 1388; jo die Münftereifl. Chr.
(Annalen XV, 196), von franzöf. Quel⸗
len Chron. du religieux de St. Denis
(ed. Bellaguet in Collect. de docum.
inedd. sur l’hist. de France 1, 532) und
Sroiffart (ed. Buchon a. a, O. XXI,
424) 1II, chap. 122 — 124. Die Limb.
Chron. a. a. DO. 486 bat irrig 1389, Des-
gleichen eine Heine Achener Chronik (Au-
nalen XVII, 4). gl. Nijhoff, Gedenk-
waardigheden uit de geschiedenis van
Gelderland III, p. LXV1I ff. und bie
Urtk. bei Lacomblet III, 821. 823.
7. So hießen die in ben englifch-
franzöfiichen Kriegen entftandenen Söld⸗
nerhaufen, meiftens Bretonen. Vielfach
werben fie auch irrig Engländer genannt;
vgl. Städtechron. VIII, 486 Note 2 u.
IX, 815.
=
mb
v
u
3
B. 47
| In den jaren uns heren 1389 des nieften dages na fent Grego- 8ı. 19°.
rius dage, do wart be grebinne van beim Berge ! begangen. ver fun März.
wart der irſte berzoge van beim Berge gemaicht van beim voimfchen
coninf, ind zo disme begenfniffe was manich grois here beive geiftlich
5 ind wereclich.
In deim felven jare in beim aufte, do verbrant ver Viſchmart ind
be Lintgaffe ind Buttermart ind de cappelle up der Saltzgaſſen.
In den jaren uns heren 1390 des 6. dages in beim merke, Do veit März 6.
greve Diethart van Catzenellenbogen? vur te ftat van Collen wale mit
to dujent perden inde wainde be ftat ſchedigen, ind ſchedigde eme jelver an
finen perden. doch verbrante hei Rile.
In ten jaren uns beren 1393 up ter eilf dufent made avent, Do Oct. 20.
veden be overften ind de junge heren van Collen vur de Did || ind in dat Br. 15%.
lant ind namen einen grofen rouf, ind waren be ganze naicht da. des
15 morgens, do fi weder heim ſolden zehen, do volgede in des vaig brober
mit vil vulks ind zoich fi never ind vienk jid. ind ir ein deils vluwen:
de wurden der ftat verwift, doch quamen fi weder in be ftat.
1. Gereonis B?. 2. wart der greve van dem Berge gevancgen. der fun Ba. begraven ind ere
fon was ver eyrft herguge van ven Berghe, ind ver roeymſche koninck machde iu Bo eyme hertzoge
vurß is. go desme B*. 5. werentlichen ind vyl guder [Iude 32) burger ind burgerfchen van
Golfen B? B*. werenclich, buffchoff, apt, prelaten und och mannich Tangherre zo dem Alvens
berge und vyl guder vrauwen umd od) vyl burger van Golne 23. 6. "in deim aufte’ fehlt 2*.
11. Ryle algo maill 3. 12. Das nun folgende fehlt in 3°, mo fich aber dafür nachſtehende
Notiz findet, mit der vun fpäterer Hund beigefügten Ueberfchrift: Von dem beleg von Nueſs.
In dem yair und beren 1475 do lach hertzogh Karll von Burgonyen von (I. vor) Nuyſſe eyn
gang yair land myn drij wochen 30 wederwillen alle duytſchen beren und furften. va bleyff
manch mentjch uff beyven fljtten doht, herren, greven, ritter, knechte, edel und unerill und ger
meyns volcks vyel, und he hatte eyne brucke van vaffen gemacht uber eyn deyl des Rijns bys up dat
werbt. in der Bijt quam do keyſer Frederich van Oiſterrich myt dem gangen roymfchen rijche gen
Eoelne und zo Nuyſſe in dat velt myt groiffer gewalt und herlicheyt, und damit be ruymich wart
und Nuyſſe bleiff ungewonnen van yme und ven fiinen. und darna gaff der hergogh van Bur⸗
gonien fijne doichter des keyſers ſone: ver wart do herre in Burgonien und leyt vyl ungemachs
und vede, want der alde erflagen wart vor Nanfs in dem anderen are nae Nuyſſer krijge und
jemerlich vonden wart, nackt und bloys usgegogen, dat bilche was, want he vyel veffd und un»
barmbergicheit beganghen hatte gheen got, dye hilge kirche und manch geiftlich vroem mentiche,
der hey keyns enſchonde ıc.? 13. *ind in dat lant? fehlt B*. 14. nacht alda ind des mor⸗
gens Koigen ſy wederumb van vanne. due volgede B. 16. volez ind ervolgeben fy ind tzouch
B®. ‘ft. ind’ fehlt 2*.
1. Nach dem Memorienbudh des Ma- Urk. III, 743.
rienftifts zu Düffeldorf (Lacomblet Archiv
IN, 127) ftarb Margaretha, Gräfin von
Berg und Ravensberg, 1384 März 19,
während bie Ann. Agr. den 17. März
lipso die Gertrudis) nennen. Die Erhe—
bung ihres Sohnes Wilhelm zur herzog-
lihen Würde erfolgte zu Achen 1380
Mai 24 durch K. Wenzel.
Racomblet -
2. Zwiftigfeiten der Stadt mit Graf
Diether von Katenellenbogen ‘var Ma-
nys wegen von Kolne dez juben wonende
zu Wormefle wurden 1386 Juni 20
(Quellen V, 517) gefchlichtet. Doch kennt
Ennen Geſch. II, 748 auch eine Sühne
von 1392.
3. Nach der Limb. Chr. 496 nahm
Yan. 11.
Jun. 18.
BL. 156.
Mai 7.
48 V. Cölner Jahrbücher Des 14. und 15. Jabrbunderts.
In den jaren uns beren 1396 des tinstages na 13 daghe!, to was
ein nplouf zo Colfen unver ven beren, aljo tat ve gemeine bi eine partie
guam. ind eine partie vienf ve antere beren ine legen ber Heinrich
vanme Stave tat houft ave int viertelten in ind jatten in an vier ende
ber ftat, int te andere wurten gelaicht in ein ewich gevenkniſſe.
In teim jelven jare des ſondages zo naicht vur ſent Johans tage ?,
to waren de heren zo Airsberch up gewaippent. tes wart De gemein ge:
war ind zogen darvur inde wennen dat huis int vwiencgen te beren mit
einander ind laichten ji in de turne.
| In veim felven jare wurten fi verwiſt ter ftat, ein veild A jar
ind eßlichen 6 jair ind ein deils 10 jair“. ind ae ir jar umb fint, jo wat
man fi dein heiſt, dat folen fi kein.
In ten jaren uns beren 1397 tujchen paijchen int pinrften *, to
wart ter berzoge van beim Berge gevangen vur Cleve mit ven beften
ritteren ind Fniechten ve in al teme lande waren.
In ten jaren uns beren 1395, do mas ver coninf Wenceslaus 30
Gollen.
In deim ſelven jare bo wart ber Hilger van ver Stejjen fin houft
afgeſlagen, ver vil wonters had bevreven?.
In deim felven jare bes fevente Dages in deim meie, Do wurden ir
2. under den heren' fehlt 2*. aljo dat de gemehnne bb eun partie veind be andere heren ind 2?.
gemehne ve eyne parthie veyngen. de ander heren ſlogen B*.
8. mit einander’ feblt 2*.
11. ind ad ve jair umb waren, jo ſoulden jv rein dat man ſy
16. *In ren jaren — Üenceslaus 30 Gollen’ fehlt 2°, ebenjo B* wu aber
6. ſundages eyne nacht vur Be.
in eyn ſware gefendenifs B*.
dein beyich 2°.
4. ‘ind fatten in’ fehlt ZB! 2°.
9. lachten ſy onten in ven thurn
tafur ſteht: "In dem jelven jaere wart de wyntmoele up deme Nummart gemacht ind dairnae
up der Bulreporge’ (1. Ulreportze).
ber Bogt von Cöln in einer 1393 wegen
der Schöffenftreitigfeiten (vgl. Neues
Buch S. 293) unternommenen Fehde 60
Cölner gefangen. Rec. C zu 1392 nennt
den Bogt Rutger und jeinen Bruder
Gerhard von Pulheim.
1. Das richtige Datum wäre 'des
dinstages vur’, 4. San. Bgl. Neues
Bud ©. 300.
2. Ueber den Tag vgl. Neues Buch
©. 308.
3. Bol. Ennen, Geſch. II, 809.
4. Der Tag der Schladht bei Cleve
ift nach übereinftimmenden Angaben (ent:
ſcheidend die Urkunde bei Yacombiet, Ur-
funvenb. 111, 915) 1397 Zuni 7. Aus—
20. 8 flatt “jevenze' D*.
führliche Berichte bei Schüren, Chron.
von Cleve und Darf (Ausg. von Troß,
S. 150 und in der Limb. Ehron. 505,
welche die Zahl der Todten auf 400, vie
ber Gefangenen auf 1000 angibt. Gegen
ben Ichtgenannten Bericht eines Zeitge-
neſſen muß die Anficht Lacomblet's (Ar-
chiv IV, 116, vgl. 137), das bergifche
Heer ſei faſt ohne Kampf gefangen wor:
den, zurüdtreten. Vgl. aud Rec. C.
5. Wahrſcheinlich gegen Ende Januar,
vgl. Ennen, Gef. Il, 93. Die Limb.
Chr. jetst dies Ereiguiß ©. 500 ein halbes
Jahr nad) der Hinrichtung Heinrich von
Stave, verwedjelt es aljo ofjenbar mit
der Revolution vom Juni 1396.
B. 49
zwen! ir houft afgehauwen, de de gode ſtat van Collen || in crut wolden Br. 16..
brengen, mit namen her Herman van Goch, der vur ziden des buſchofs
ſegeler van Collen was, ind Goswinus ſin ſwager.
In deim ſelven jare up ſent Matheus naicht, do zoich de gemeine Sept.21.
»van Collen ind de zoldenere vur Wedenau ind verbranten it alle mit
einander ?.
Vgl. D.
*) In den jaren uns heren 1400, des ſaterstachs na ſent Servais is
dach, do waren de geiffelbroeder zo Wier pur Coelne ind borften neit in
Coelne fomen, want id in verboeden was.
Im den jaren uns beren 1401, doe wart herzoge Nupertus van Hei- cs.
velbergh ze eime foninf geforen int wart zo Coelne geeroent in vem boem
van den furfurften.
In den jaren uns heren 1402 in dem meie, doe was groifie bruloff cs.
binnen Eoelne, mit namen des koninks dochter van Engelant ind Toninf
15 Roperg fon van Heidelberch.
In ven jaren uns heren 1403, doe veinf greve Alloff van Ravens- cr.
berch herzoge Wilhem van den Bergbe, finen vaber, ind hab in gefanghen
jo der Nuwerburch.
In den jaren uns heren 1404 up des bilghen cruce nacht verbrant amı.ıa.
20 der ſalꝰ ind de Hachtpork, ind gefchach greis jchate, in dem herft.
I. Coelne in groifien fehaden ind krut woulde (1. woulden) brenghen off fy gekont hedten
ind gemocht 2*. 2. der vur — Sollen mas’ fehlt B*. 4. tzoegen te burger ind ges
meyn der fat van Coelne vur 2*. 5. Wedernau 2. Wedenauwe ind wonnen dat huys
ind branten id aff. in dem felve jare d.de buffchoff Freterich van Sarworden Gemenych aff
brechen B*. 6. In 3? B* folgt noch: ‘In den jaren und heren 1398, do wart Molen⸗
heym verbrant, des in mynſche gedenden ney ſouch nye me B*J ingeſchach'. Sodann in 3?: "In
den jaren do wonnen de gemeyne ind de beflen worden heren bleven (fo!) ind hant vyl ſchaden
bezalt ind hant eyne (1. eynen) groyſſen torn gemacht, ver oft wale 50000 gulden. (Abfag.) Im
den jaren ung beren 1407, doe vurpreven die Lutgner Johan van Beyeren in foren den van
Parwys. ind Johan van Beyeren lad} zo Tricht und vie Lutger ftriden myt Johan van Beveren
ind mit finer hulpe, alfo dat der doit blenff’ ... Sat fcheint unvollendet. Bezieht fich auf vie
Schlacht bei Othee 1408 Sept. 23. Byl. Fortſ. ver Nee 2. 10. Huperiuß. 17. fine.
A *) Das Folgende ift Fortjegung in
1 Ausführliche Darftellung der Um:
triebe und bes traurigen Endes des Her-
wille van Benafijs’ der Stadt Fehde an
(Fehdereg. BI. 308). Ein Bote der Stadt
wurde nah der Burg (jetzt Wedau bei
Geilenkirchen) geſchleppt (Einen III, 78).
mann von Goch und ſeines Schwagers Auf die Zerſtörung des Schloſſes bezogen
Goswin von Kemnate bei Ennen IT, ſich wohl die Entſchädigungsforderungen,
doff die 30 Jahre ſpäter Reinard von Wedau
2. 1396 in erast. b. Nycolai (Dec. 7)
jagt Gerart van Wedenauwe van ſynen
weigen ind ſyns vabers ind umb Gerartz
Städtechroniken. XII.
an die Stadt ftellte.e Er wurde Januar
1130 abgewieſen (Eopienb. XII, 48).
3. Das erzbiſchöſliche Schloß in Cöln.
4
Bl. D
zu 140
50
V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In ben felven jaren vurß quam Heibenrich van Dir ind creich ben
“ berzoge mit groiffer cloicheit uistem gefenfenis, want hei fang des herzo-
Bl. 158. gei || viant geweiſt was. ind der bufchof van Eoilne bracht en zo Coelne
Dec. 9.
Sept.23.
Bl. 156.
in de ſtat 30 Coelne !.
In den jaren ung beren 1406 des 9. dages in dem mainde vecem: 5
ber quam ein junf man 30 Coelne ind bracht einen ftrop umb finen balg
of bei gehangen geweift were, ind fprach, dat in de hilge 3 Foninf van
deme galgen erloift heven, ind darumb moift hei fi 30 Eoelne nacht foeden
mit dem jelven ftrop an fime halfe, aljo dat de gemeine lude boeven ind
neberiwairs wainden [id were wair]. doch was ib ein gebrucheniffe ind 10
eine lugen. wart 30 Baris gefangen ind alda gehangen 2.
In den jaren uns heren 1408, do was der Rin beftanden boven
ind never, alſo dat de lude wis Coelne mit groiljen heufen overgeingen
30 Duite, ind bat i8 wart brechen. .
eine ure, ind dae geſchach zomail
grois ſchade an fchiffen ind an anteren dingen?.
In ven felven jaren was allo kalden winter, bat de lude van kelden
fturven. ind be beren van der ftat van Coelne machden up vil ende grois
vuir, dat ſich arme lude bi wermden ind fich ver kelden erwerden.
In den jaren uns beren 1400 ind 8, des 23. || dages in ſeptember,
up fent Lambretz dach, der do was up ben fundach, doe was der ftrit 20
zo Luitghe!. doe bleif doit 36000 man ind 600 ind 5 man beſchrevens
volczo, ind der worten in de Maſe geworpen me dan 500 man. daebi
waren alle deje beren berna gefchreven ve dem heren 30 hulpe quamen,
eirme bufchof. daruber was der van Parmwifche ind fin fon da eirft
boit 6, der herzoge varı Bergonien? ind ver herzoge van Brabant 8, ver 25
greve van Simpol, der greve van Eri?, der greve van Webentont, ber
8. hede.
Zeichen.
1. Die Jahreszahl 1404 (ftatt 1403
in Rec. D) ift richtig. Für die fünf mit
Rec. D übereinftiimmenden Nachrichten
find die Noten zu letzterer zu vergleichen.
2. Die Koelh. Chr. Bi. 2866 hat das
Jahr 1400. Nach ihr wurde der Betrüs
ger in Paris verbrannt.
3. Vgl. Rec. D zu 1408.
4. Die Schlacht von Othee bei Lüt-
ti), in welcher Johann von Baiern, er-
wählter Biſchof von Lüttich, über die auf-
ſtändiſchen Lütticher fiegte, fällt auf
Sonntag 23. Sept., auf St. Thella-,
nicht St. Yamberte - Tag (Sept. 17).
Henaux, Hist. du pays de Liege I, 272.
5. Die Berluftangaben ſchwanken.
10. “id were wair’ fehlt.
14. id' ftatt is'. Nach "brechen? ein unlesbaree
Del. Chroniken IV, 114. 230. 1X, 911.
Rec. D zu 1408.
6. Heinrich von Horn Herr von Per-
we, und fein Sohn Dietrih, Gegen⸗
biſchof.
7. Johann von Burgund.
8. Herzog Anton von Brabant war
15
nicht in der Schlacht, vgl. Barante, Hist. '
des ducs de Bourgogne 11l, 203.
9. Die Herrn von St. Pol und Eroy.
Barante 111, 197. 205. Ein Berzeihniß
der auweſenden Heren haben die Me:
moiren des Ritters Jean de St. Remy,
(bei Buchon, Coll. des chron. nation.
frang. XXXII) 270. Mit Hülfe desjelben
tonnte ein Theil der folgenden Namen
B. 51
berzoge van Lotringen!, der greve van Blamout?, ver herzoge van
Trambarges, der prince van Galle3, der prince von Ortens #, der here
von Thalen, der here van Vrigerd, ver here up fent Joris 5, der junkhere
van Bar, ver erfmarfchalf van Bergonien ®, ver here van Spanien, bes
5 herzogen broder van Xotringen, ber Johan van Namen, ber here van
Eingen”, ver here van Gemerkem, bes greven broder van Zophagen.
In den jaren uns heren 1414, des maintages na paifchen, neime- Apr. o.
lichen des 9. dages in dem aprille®, doe ftarf bufchof Freverich von
Coelne zo Poppelgftorp ind wart bes bonredages || darıın zo Coelne 33
10 bracht mit groiſſer hirlicheit, ind ſtoent in den chore bis ſaterstachꝰ ind Apr. 14.
wart doe begraven vur [unjer] liever frauwen choir.
Item des neiften godestages darna, do kore ere eindeils den buſchof Arr. 18.
van Paterburne 10 zo eime buſchof ind ſatten in up ſent Peters altair ind
ſlogen den coer op mit gewalt buiſſen dat gantz capittel. dae waren ſi bi
13 mit namen ber Johan van Rifferſcheit ind der doimproiſt ind fin bro-
ber! ind der junfere van [Cleve] ind ber Iacob van Zummeren, ber
bechen [van] jent Sevrine, her Johan Quentin, der paftore van Vilfe,
Item des neiften dinxdages darna 12, do fore bat gant capittel 30 Apr. 24
Bonne einen ertbufchof, mit namen her Deberich von Morſe, mit rade
2» des koninks van Ungeren!? ind des bufchof van Mentze!“, ind daebi waren
wail 16 greven, ain ander beren.
Item darna vur pingften boe bezimmerbe ber herzoge van ben Mai 27.
Berghe de firche zo Moelenheim mit gebenfenis ver ftat van Eoelne 's.
5. ber&oge. 11. !unfer? fehle.
namen mit.
enträthjelt werden. Vgl. auch das Ber-
zeichniß im Monftrelet's Chronik c. 50
(Buchon XX VII, 23).
1. Herzog Karl.
2. Le comte de Clermont (?). Sean
de St. Remy.
3. Prince de Galles ift in den fran-
zöfiichen Ehroniten der Prinz von Wales,
ber aber ficher nicht in der Schlacht war.
4. Le prince d’Orange. ebend.
5. Le comte de Fribourg, le seignenr
de Sainct-George. ebend.
6. Messire Jehan de Vergy, maré-
chal de Bourgogne. ebend.
7, Messire Jehan de Namur, le
seigneur d’Enghien. ebend.
8. Vgl. Bd. I, 349 N.
16. Gleve fehlt.
17. van’ fehlt. 19, mit
9. Uebereinſtimmend Jacob von Soeft
(Seiberß, Quellen der weftfäl. Geſch. I,
209). Vgl. Bd. I, 350.
10. Wilhelm, Bruder des Herzogs
Adolf von Berg. Die Zufäge zu Jacob
von Soeft 213 feten feine Wahl irrig
auf Donnerstag 19. April.
11. Gerhard von Berg und Herzog
Adolf. Auch der Herzog Rainald von
Jülich Geldern und Junker Gerhard von
Cleve waren anweſend. Zuſätze zu Iac.
v. Soeft 213 und Ennen III, 172.
12. Uebereinftimmend Zujäge zu Iac.
v.©. 213. Vgl. wicder Bd. I, 350. 351.
13. König Sigmund.
14. Johann II. von Naffau.
15. Vgl. Bb. J, 354.
4*
BT. 11e,
Sul. 29.
Bl. 116.
42 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In deim felven jare des irften dages in beim evenmainde, up ben
pinxstach, do kois conink Karl finen fun zo einme roimſchen conincge mit
der koirvurſten wille zo Renſe in veim garden. ind van Danne reven fi zo
Frankfort, ind de foirvurften machten in zo einme roimjchen coninf.
In deim felven jare Do voren ve van Collen zo Duge ind verbranten
Dutze alzo mail ind ftiefjfen de mure neder!.
|| In deim felven jare in deim heumainde, do was ver Feifer zo Aiche
ind cronede finen fun, ind hei wart coninf gemaicht van alle ven koirvur⸗
ften ind van bufhof Frederich van Sarwerden gecronet.
Des wart eme 40000 gulden? van deim Feifer.
In deim ſelven mainve des 10. dages, do was der grofe brant in ſent
Kunibert firjpel, ind was ein fo grot® wint, dat dat vuir niet enwad
30 lefhen. ind alda verbrant der toirn mit den cloden ind der umb—
gank ind de ſchole, piftrie ind cloifter me van half.
In dein felven jare up ſent Marien Magdalenen dach, do bleif Her-
man Drofifje doit, der helper mas der fteve van Sollen weder den bufchof.
In deim felven jare up ſent Panthalioins naicht, do
Ichuffen de viande vuirpile in de ftat, ind des felven da—
ges voir bufchof Frederich ligen tufchen Collen ind Rodenkirchen bi de
malatencotten ind floid da up fine pauwelune zo noinzit. doc) beriet hei ſich 20
balve, ind voren des anderen || morgens vro werer heim zo ſchiffe ind 30
perve fo fi alre irfte fonden ind moichten.
In deim felven vage, do reden de zolvenere ind ve gemeine van Col:
len vur jent Severin porze ind flogen fich mit den vianden. ind da
wart bufchof Frederichs van Sarwerben brover ritter ind ber here van 2
Wefterburch ?. Darna over eicht Dage, Do voren de van Collen 30 Due ind
braihen jent Herbriehg monfter ind de firfpelöftrche, ind verbranten ve
abdie alzomail, umb dat der bufchof egeine burch da enmachebe.
>,
10
—
5
1. "up den p.' fehlt BI. 2. Karl Wenzelaus ſyne ſone 22. 3. Meng? ftatt Renſe' 2°.
*in deim garden' fehlt 3%. 4. conynd ind daden eme a8 man des pleit [30 doyn 2°] Bꝰ 33 B*.
5. verbranten it alfo mail af ind wurpen de Egrche never B*. 8. conink gemaicht? fehlt B*.
10. 44 B3. ‘yil? ftatt *40000° B*. 12. brant' flatt wint' B%. _ 13. Bo lefichen enwas,
ind alle vie clocken, ſchoill, pyftorye, umbgand me 3°. umbgand, preifterfchole ind dat eloi⸗
fir 32. 15. Herman Droshuys BP. 16. bufichoff Sreverih van Sarwerde 2°. 17. "In
deim felven — konden ind moichten? fehlt 2°. 27, dat munfter B. 28. up dat dar feine
hürch gemacht enwurde 23,
1. Die Rec. A jagt gerade umgelehrt
‘bis an de muren, de bleven ftainde’.
2. Nach den Zuſätzen zu Levold's v.
Northof Oronica pontif. Col. (Seiberk,
Quellen der weſtfäl. Geſch. II, 419) er⸗
hielt Erzb. Friedrich für Wahl und Krö-
nung Wenzels 50000 Gulden. Vgl. je-
doch Deutſche Reichstagsalten I, 32.
3. Die Münftereifl. Chron. (Anna
fen XV, 194) erzählt die Ankunft des
Erzbiſchofs und das für die Stadt nad):
theilige Gefecht am Severinsthor mit bem
Datum ‘des dynrdags vur ſent Johans
dage'. Der 29. Juli fällt allerdings auf
einen Dinstag, doch ift auffallend, daß
die Chronik den Tag nach einem fo wenig
belfannten Heiligenfeft (Johannes Colum-
binus 31. Juli) beftimmt.
B. 43
Herum! fo wurden viant der ſtede van Collen ver bufchof van
Trere, ver bujchof van Paderburne, der berzoge van Brabant, de ftat
van Aiche ind der lantfrede? ind ber greve van Segen 3, der herzoge van
Diftrich ind der Feifer ind manich langhere, ind nochtan me dan 800
s rittere ind kniechte in beim gheftichte van Trere.
Nu had de jtat 30 helpen greve Eugelbriecht van ver Mlarfen ? ind
wale 200 gelavien. de waren up fent Severins bach? gereben |] 30 Bunne Set 3.
ind waren da den ganzen dach in beim velde. ind der bujchof endorſte
niet us Bunne fomen. ind ji verbranten alle de dorper af de da um ftoin-
1 ben ind namen ben luden ir ve inde breven it in de ftat zo Collen. ind
dat gefchach ducke ind duce, ind da wart ınanich man gevangen ind erjla-
gen van beiden partien.
In den jaren uns heren 1377, bo wart eine fone geiprochen tujchen
beim bufchove ind ver ftat, dat it gevrediget wart a8 van der zit wort bis
is up fent Pauwels6 dach. alda reden de gode heren bi ein zo Herjel? up
beim Nine, des buſchofs rait ind ver rait van Collen bi fi, ind gelichven
1. wurden fo 3°. buſchof van Trere’ fehlt 2*. 3. Zege 3°. Gerberen 3°. Sygen B*.
4. lantzhere in deme geftichte van Trere ind nochtant me dan 800 rittere ind Fnechte de der ſtede
viant waren B?. lantzhere, ritter, Incchte, dy all der ftat entfachten 3°. lantzhere ind ver
buffchoff van Wurmfe ind nochtan me dan 800 ritter ind Fnecht de ouch der flat van Coelne
viant woren 2°.
10. “ind namen — beiven partien’ fehlt 2°.
fehlt B*.
13, 1372 3°. 1377 up fent Agneten dach do wart 33,
7. gelavigen, ind ve van Eoelne ind ere hulper reden up fent Severyns dach
vur Bonne ind dairumb lantstz ind den ganken 2°.
9. "ve van Coelne' ſtatt ‘fi! 2°.
in de ftar fehlt 2*. 11. gevangen ind'
16. rayt van Coellen
quam ouch darby ind ſy ſoynden ind verlichten ſych 2*.
1. Hier beginnt die ſelbſändige Fort⸗
ſetzung.
2. Der Landfriedensbund hatte von
der Stadt Losgebung der beiden gefange:
nen Prälaten gefordert, was Dieje aber
ale Einmiſchung im innere ſtädtiſche An⸗
gelegenheiten zurückwies (Copienb. I,
1665). Brabant und Achen nahmen als
Glieder des Landfriedens Antheil an der
Fehde. Ihre Betheiligung wird auch in
den Zuſätzen zu Levold (Seibertz a. a. O.)
erwähnt. Daß dieſe Zuſätze mit dem
Supplem. Levoldi bei Meibom Ser. rer.
Germ. I, 409 (auch bei Troß 238) meift
wörtlich übereinſtimmen, jcheint dem Her-
ausgeber entgangen. zu fein.
3. Die Rec. D fchreibt Zegehauwe',
verfteht aljo wohl Biegenhain, wie Eu⸗
nen, Geſch. II, 722 annimmt. Eher ift
doch an den Grafen von Raffau » Siegen
zu denen.
4. Graf Engelbert war oberfter Haupt»
mann der ftädtifchen Truppen (Quellen
V, 182). Die übrigen Sunbesgenofien |.
bei Ennena.a.D.7
5. Dieje Angabe ieh hinter den ſehr
genauen Daten der Zujäge zu Levold
(Seiberg a. a. D.) zurüdtreten müſſen.
Nach diefen verwüftet Engelbert die b,
Jeronimi (Sept. 30. Das Supplem. bei
Meibom hat jedenfalls irrig die D. Ge-
reonis gleich Oct. 10) das erzb. Gebiet
bei Lechenich und rüdt dann crastino b.
Remigii (Oct. 2) näher auf Bonn zu,
wohin ſich der Erzbiſchof ohne Gefecht zu⸗
rüdziebt.
6. Baul der Einfiedler (San. 10) oder
Bauli Belehrung (Ian. 25)? Der Ab-
ichluß der Sühne erfolgte 1377 Febr. 16.
Lacomblet III, 695. Quellen V, 200.
T. Dorf Herfel am Rhein unterhalb
Bonn. Vgl. Ennen, Geſch. 11, 726 Note 3,
BI. 120,
Febr. 16.
März25.
44 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
fih da alle famen, alfo bat des bufchofs rait quam zo Collen zo fent
Johanne bi den homeifter ind ver rait van Collen bi fi. ind fi fchreven
de fone alfo, dat ver bufchof ind de ſtat gode gevronde wurten. he over
was ein homeifter van fent Schanne! ind vil andere heren. ind de one
de wart aljo geiprochen, alfo dat zwene fcheffen nummerme in te ftat 30
Collen fomen || folten, int ve ander 9, fo wanne fi ten ſchaden ten bur-
geren gebefjert haint, ven fi in daden, e it 30 rouve of zo brande queme?.
bit hait befegelt ein bufchof van Trere ind der bufchof van Collen ind der
homeifter van ſent Johanne ind dat capittel van beim dome ind de ftat
van Collen mit irme grofeme jegel?. inte dis brief ver wart gelefen up
ten irften maindach in der vajten up ver burger huis wur der gemeinen,
ind deſe jone behagede in allen wale beide jongen ind alden.
In beim felven jare in veim merze, do dede ver bufchof jagen vur
de Schaifporge, dat ver van Collen ein in den graven viel ind in beim
graven wart erflagen, ind fi drogen in ujjer deim graven: ind da brach
ber bufchof irjte de fone, ind hei vete hangen den armen nieht. damit
dede der buſchof unriecht.
In deim felven jare up unjer vrauwen dach in der vaften, do qua-
men de fcheffen weber zo Collen ind hulden veim rade!.
1. ‘30 fent 3.’ fehlt 3%. 3. hye was over der buffchoff van Tryre und der vorgefchr. homeyſter
van fent Johanne und vyel anderer 2°. 4. andere goever B*. 6. 11 2°. ſchaden ven
burgeren van Collen belacht Hain de ſy in daden 30 Brandenvort ee it 30 3? B?. fo wanne fy
der ftat van Coelne den ſchaden ven ne ftat geleden ind gehat hetten ee — — brande fomen quam
(fo!) belacht Hetten, fo moichten fy weder rarin kemen. ind dyt had *. 9. "ind dat cap
v. d. dome' fehlt 3. 14. dat ſy [der van Eoelne eyn deyl 2°] in ven graven veylen ind in d-
gr. wurden fy erjlagen 2? B*. 15. ſy' ftatt !in? 2*. 16. ſone ind hey dede darko eynen
armen man hangen B*. armen man... Neft des Suges fehlt 32. “damyt — unriecht' fehlt 2°.
1, Erzbifhof Kuno von Trier und Sagt Died die Sühne nicht ausdrücklich,
ber Johanniterorbensmeifter Konrad von
Brunsberg erfcheinen in der Sühne vom
16. Febr. al8 Schiedsrichter.
2. Unferem Chroniften jcheint das
Sühneinftrument jelbft vorgelegen zu
haben. Betreffend neun der ausgemiche:
nen Schöffen wurde hierin beftimmt, fie
und die Stadt follten fich gegenfeitig alles
Gut zurüdgeben, das weggenommen
wurbe, ‘e dis frich zu rouwe of zu brande
queme'. Gerhard von Benafis und Jo—
hann Gyr von Kovelshoven, Die am mei:
ſten compromittierten Schöffen (vgl. die
gegen fie erlaſſenen Urtheile im Eidbuch
von 1372, Quellen I, 52. 53), blieben
dauernd aus der Stadt verbannt. Zwar
doch blickt e8 deutlich aus allen auf fie be:
züglichen Glaufeln hervor. Auch wurbe
ihre Verbannung im Eidbuch von 1382
(Quellen I, 63) beftätigt. Wenn unter
den Schöffen, die ſich ſpäter (Ennen,
Geſch. II, 728) zu Nachachtung der
Sühniebeftimmungen über das Schöffen-
gericht verpflichteten, auch ein Gerhard
von Benaſis erſcheint, ſo wird darunter
wohl ein gleichnamiger Sohn des Ber.
bannten (vgl. Ennen 743) zu verftehen
in
3, Bol. den Schluß des Sühnebriefs
Sacomblet III, 698.
4. Genaueren Bericht mit gleichem
Datum hat die Rec. A.
>,
—
5
B. 45
| In deim felven jare up den houltzvartdach!, do wart ter fep- ar. 13«,
peler ind ber rentmeifter usgelaiffen, ve des criech8 vil gemaicht hatten. Be
In deim jelven jare in deim aufte, do wurden zivene Inden gehan-
gen, Simon ind David, ind Simons wif de folde man levendich hain
5 begraven: doch umb beven willen des greven van Eleve lies man fi leven-
dich, ind fi wart crijten gebain 2.
In den jaren uns heren 1378 in fent Bernhartz naicht, Do verbrant Aug. 20.
der toirn zo grois ſente Mertin mit den cloden, ind dat unfelige vuir
quam van beim Vilchmarte3.
0 In den jaren uns heren 13794, do jtarf der pais van Rome ind
feifer Karl 30 Bra up fent Andries avent.
In den jaren uns beren 1380, do quam ter roimfche coninf Wen-
ceslaus des 15. dages junitd, ind hei wart irlichen intfangen. ind ente Sun. 15.
hulde de ftat ind hei der ftat wederum, fo man des pliet.
15 | In ben jaren uns beren 1381 in beim mainde november up fent r. 130.
Lenartz dach, do quam feifer Karls doichter, des roimfchen coninfs fufter, Nov. 6.
zo Collen ind ſchauwede de heilge dri conincge ind voir van danne in
Engelant ind bleif da coninginne van Engelant ®.
In den jaren ung heren 1382 up ven fatersbach a8 man bat heilge mai 3.
2 bloit draget 30 Brugge, zo ber fiefter uren na mibdage, do wart Brugge
gewonnen van den van Gint?. da bleven boit wale 7700 minfchen, ind
ber here vlo uffer beim lande 8,
3—6. In deim felven jare — criften gevain? fehlt 2°. 5. Cleve' aus "ver marden’ vers
beffert Bi. 6, gedain' fehlt 2*. 8. ‘mit den cloden? fehlt 2°. *unfelige? fehlt B*.
9 Vyſchmart dae grois fchate van quam B*. 11. 30 Wenhelcires (fo!) pris 22. Prage 2°.
14. wederumb [a8 man des pleit 3? B*) ind he braichte mit eine eynen carvennail 3? B3 B*,
30 Coelne B*. 15—18. "In den jaren — van Engelant? fehlt 2°. 16. quam des konyncks
ſuſter 30 Coelne ind voir vort in B*. 17. "ind ſchauwede — coninege' fehlt B2. 20. broii
ſtatt bloit' Bio. 21. 7200 B2. 80000 B?. me dan 800 3%. 22. vlo ſelver B*.
Holzfahrttag, Donnerstag nach zum Theil auf so. Chr. 2818, wo auch
Nov. 29.
Bfingften (ogl. Koelh. Ehron. 49h), fiel
1377 auf Mai 21. Der Tag ift —5 —
vgl. das Protokoll Quellen V, 226.
2. Genauere Erzählung in Rec. A.
3. Ausführlicher mit übereinftim-
mendem Datum Rec. A.
4. Gregor XI. ftarb März 28, Karl
IV. Ron. 29, aber beide 1378.
5. Ausgaberegifter, Rubrik (1380)
dominica Viti feria IV. post (Juni 20)
bat am Rande die Notiz: Hic venit no-
vus rex ad Coloniam. Der Kardinal ift
Pileus de Prata, Erzbiichof von Ravenna.
Vgl. Deutihe Neichstagsaften I, 272.
Die Notizen bei Trithemius über Wen-
zels Neife (vgl. ebend. u. 279) beruben
das faljche Fahr 13
6. Die ermäblüng der Pringeffin
Anna mit 8. Richarb 11. fällt San. 138
Bauli, Geſch. v. Engl. IV, 539.
1. Samstag 1382 Mai 3 wurde
Brügge von den Gentern unter Philipp
von Artevelde nach einem Gefecht am Be-
verhout eingenommen (Xeo, Zwölf Bücher
nieberl. Geh. I, 318). Daß die Ein-
wohner von Brügge an dieſem Tage eine
Procelfion hielten, erzählt auch Froifjart
ll, chap. 154 (Buchon, Collect. des chro-
niques nation. Franc. XVIII, 191).
8. Ludwig von Marle, Graf von
Flandern.
BI. 148,
Nov. 25.
46 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In deim jelven jare do wart bat introdikt relariert van bufchof Tre-
verich, bat geftanden had 8 jair, van beim munſter zo Duite, dat ve van
Collen afgebrochen hätten. darumb enfanf man niet in den 8 jaren!.
In den jaren ung heren 1383, do warn bufchof Freverich ind der
lantfreve dat huis zo ver Diden? ind wart zobrochen?. inp darumb
wart der greve van Cleve! ind ver || greve van der Marken des bufchofs
viant van Collen, da grois ſchade van quam.
In den jaren uns heren 1386, do wois aljo vil wine, dat man ein
voder wins galt umb vier gulvend ind ein voderich vas umb 3 gulven.
ind fo wer fin eigen vas braichte ind 1 gulden, beim volte man fin va®.
In den jaren uns heren 13876, do was der conink van Franfrich
ind dei Britoin? in deim lande van Guilge ind woisven dat. ind fi
wolden vort in dat Gelrelant, doch endorſten fi, ind it wart gefoint.
In den jaren uns heren 1388 up jent Kathrinen dach, do was der
Rin alſo cleine, dat de pert be jchif midden in deme Rine up tredven,
bat in mans gevenfen nie engejchach, und de puße waren verpruget, dat
man rinwaffer veil hatte up den gaffen.
2. Duytz darıımb dat de van Coelne dat afgebrochen hatten a8 vurß i8, darumb gelacht was 2°.
5. huis' fehlt Be. 6. Goelne' ftatt Cleve' B*., ‘ind der gr. v. d. M.' fehlt B*.
9. gulven, ind wer fin eigen vas hatte, dem gaff man ein voder wyns umb eynen gulven 2°.
qulven ind wer fin eygen habe de guff ennen gulven, deme vult manne fin vas umb den gulden B*.
11. In den jaren — wart gefoint? fehlt 2°.
dv. Eon. v. F. myt vil volez B*.
doin ind id 2°. 15. ‘de pert’ fehlt B*.
1. Das Interdiet wurde 1382 Dec.
24 aufgehoben. Weber Dauer und Ber-
anlafjung desſelben |. Note zum Neuen
Buch ©. 282.
2. Die Eroberung des Schloffes Dyd
bei Neuß fällt gemäß Nec. C 1383 Juli
12, jedenfalls zwiſchen Mai 1 und Juli
15, vgl. Die Urff. bei Lacomblet III, 766.
767 Quellen V, 402) und die Münfter-
eifler Chron. Annalen XV, 197, wo “ent
Johans dag’ wohl Joh, ante portam La-
tinam (Mai 6) bebeutet.
3. Abgebrochen wurde nur die ‘oberfte
Burg’, während die Vorburg' an Ger:
bard Herrn zur Dyck zurüdigegeben wurbe
(Racomblet 767). Intereſſante Einzelhei-
ten der Belagerung bei Laurent, Achener
Stadtrechnungen aus dem 14. Ih. S. 53.
4. Weber die Einmifchung des Grafen
von Cleve vgl. Ennen, Geſch. II, 746.
5. Aud die Limb. Chron. a. a. O.
482 erzählt, 1387 habe man ein uber
guten Tiſchwein für vier Gulden und jo-
12. “ind woisven dat’ fehlt 2°.
Brandrich mit vyl volkes 3%. de prytanien i.
13. indorften ſy is nyel
17. up allen gaflen des men nye me engefach. 2°.
gar noch bedeutend billiger faufen können.
6. Der Feldzug Karls VI. von Frank⸗
reich gegen Jülich - Geldern fällt erft in
das Jahr 1388; fo die Münftereifl. Chr.
(Annalen XV, 196), von franzöf. Duel-
len Chron. du religieux de St. Denis
(ed. Bellaguet in Collect. de docum.
ind. sur l’hist. de France l, 532) und
Froiffart (ed. Buchon a. a. O. XXI,
424) III, chap. 122 — 124. Die Limb.
Chron. a. a. D. 486 hat irrig 1389, des⸗
gleichen eine Heine Achener Chronik (An-
nalen XVII, 4). Vgl. Nijhoff, Gedenk-
waardigheden uit de geschiedenis van
Gelderland III, p. LXVII ff. und bie
Urt. bei Lacomblet III, 821. 823.
7. &o hießen bie in ben englifch-
franzöfifchen Kriegen entflandenen Söld⸗
nerbaufen, meiftens Bretonen. Bielfad)
werben fie aud) irrig Engländer genannt;
vgl. Städtechron. VIII, 486 Note 2 u.
IX, 815.
=
[7
3
B. 47
| In den jaren ung heren 1389 des nieften dages na fent Grego- Bl. 110.
rius dage, do wart de grebinne van beim Berge! begangen. der fun Marzts.
wart der irfte berzoge van beim Berge gemaicht van beim roimſchen
coninf. ind 30 disme begenfniffe was manich grois here beive geiftlich
s ind wereclich.
In deim felven jare in deim aufte, do verbrant ver Vifchmart ind
de Lintgafle ind Buttermart ind de cappelle up der Saltzgaſſen.
In den jaren uns heren 1390 des 6. dages in beim merke, bo reit März 6.
grevde Diethart van Sagenellenbogen? vur te ftat van Collen wale mit
10 dufent perben inte wainde de ftat fchebigen, ind ſchedigde eme felver an
finen perden. doch verbrante hei Rile.
In ten jaren uns beren 1393 up ter eilf duſent mate avent, Do Ort. 20.
reden de overften ind de junge heren van Collen vur de Did || ind in dat Br. 15«.
lant ind namen einen grofen rouf, ind waren de ganze naicht da. des
15 morgens, do fi weder heim ſolden zehen, do volgeve in des vaitz broder
mit vil vulks ind zoich fi neder ind vienf ji3. ind ir ein deils vluwen:
de wurden ber ftat verwiſt, doch quamen fi weder in ve ftat.
1. Gereonis B?. 2. wart der greve van dem Berge gevanegen. der fun Bä. begraven ind ere
fon was der eyrſt hertzoge van ben Berghe, ind ver roeymſche koninck machde in Bo eyme hertzoge
vurß id. go desme B*. 5. werentlichen ind vyl guder [Iude 22) burger ind burgerfchen van
Collen B? B*. werenclich, buffchoff, apt, prelaten und och mannich Tangherre ze dem Alden⸗
berge und vyl guber vrauwen und och) vyl burger van Colne 23. 6. in veim aufte' jehlt 2*.
11. Ryle algo maill 3. 12. Das nun folgende fehlt in 3°, mo fich aber dafür nachſtehende
Notiz findet, mit der von fpäterer Hund beigefügten Ueberfchrift: Von dem Beleg von Nueſs.
In den pair und beren 1475 do lach hertzogh Karll von Burgonyen von (f. vor) Nuyſſe eyn
gang yair land myn drij wochen 30 weverwillen alle duytſchen heren und furften. va blehff
manch mentfch uff beyden fjtten doyt, herren, greven, ritter, Enechte, edel und unedill und ges
meyns volcks vyel, und he hatte eyne brucke van vaſſen gemacht uber eyn deyl des Rijns bys up dat
werdt. in der tzijt quam do keyſer Frederich van Oiſterrich myt dem gantzen roymſchen rijche gen
Coelne und zo Nuyſſe in dat velt myt groiſſer gewalt und herlicheyt, und damit he ruymich wart
und Nuyſſe bleiff ungewonnen van yme und den ſijnen. und darna gaff ver hertzogh van Bur-
gonien fijne voichter des feyfers fone: der wart do herre in Burgonien und leyt vyl ungemachs
und vede, want der alde erflagen wart vor Nanfs in dem anderen yare nae Nuyſſer frijge und
jemerlich vonden wart, nat und bloys usgeßogen, dat bilche was, want he vyel veffd und uns
barmıhergicheit beganghen hatte gheen got, dye hilge Firche und manch geiftlich vroem mentiche,
ver hey keyns enſchonde sc.’ 13. *inb in dat Iant? fehlt B*. 14. nacht alda ind bed mor-
gene tzoigen ſy wederumb van vanne. doe volgede ZB. 16. volcz ind ervolgeden fy ind tzouch
B*. “fi. ind’ fehlt 2°.
1. Nach dem Memorienbucd des Ma:
rienftifts zu Düffeldorf (Lacomblet Archiv
Urf. II, 743.
2. Zwiftigfeiten ber Stadt mit Graf
111, 127) ftarb Margaretha, Gräftn von
Berg und Ravensberg, 1384 März 19,
währen Die Ann. Agr. den 17. März
(ipso die Gertrudis) nennen. Pie Erhe-
dung ihres Sohnes Wilhelm zur herzog⸗
lichen Würde erfolgte zu Achen 1380
Mai 24 durch K. Wenzel.
Lacomblet -
Diether von Katenrelenbogen ‘van Mas
nys wegen von Kolne dez juden wonende
zu Wormeſſe' wurden 1386 Juni 20
Quellen V, 517) geſchlichtet. Doch kennt
Ennen Geſch. II, 748 auch eine Sühne
von 1392.
3. Nach der Limb. Chr. 496 nahm
48 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
Jan. 11. In den jaren uns heren 1396 des dinstages na 13 daghe!, Do mas
ein uplonf zo Collen under den heren, alſo dat ve gemeine bi eine partie
quam. ind eine partie vienk be antere heren ind flogen her Heinrich
vanme Stave dat houft ae ind vierdelden in ind fatten in an vier ende
der Stat, int de andere wurden gelaicht in ein ewich gevenfniffe.
Jun. 18. In deim ſelven jare des fonbages zo naicht wur ſent Johans dage?,
do waren be heren zo Airsberch up geivaippent. bes wart de gemein ge:
war ind zogen darvur inde wonnen dat huis ind viencgen de heren mit
einander ind laichten fi in de turne.
|| In veim ſelven jare wurden fi verwift ber ftat, ein deils 4 jar
ind etlichen 6 jair ind ein deils 10 jair?. ind a8 ir jar umb fint, fo wat
or
BI. 15b,
man fi doin heift, dat folen fi doin.
Mair.
In den jaren uns heren 1397 tufchen paifchen int pinzften ‘, bo
wart ter herzoge van beim Berge gevangen vur Cleve mit ven bejten
ritteren ind fntechten de in al deine lande waren.
In den jaren ung heren 1398, do was ber coninf Wenceslaus zo
Gollen.
In deim felven jare do wart ber Hilger van der Steffen fin houft
afgeſlagen, ver vil wonders hab bedrevens.
In deim ſelven jare des ſevende dages in deim meie, do wurden ir 20
2. under den heren' fehlt 2°. alſo dat de gemeynne by eyn partie veinck de andere heren ind 22.
gemeyne de eyne parthie veyngen. de ander heren flogen B.
8. "mit einander’ fehlt 2°.
14. ind a8 de jair umb waren, fo ſonlden fy doin dat man ſy
16. *In ren jaren — Wenceslaus 30 Collen' fehlt B?, ebenfo B* wo aber
6. fundages eyne nacht vur B*.
in eyn iware gefendenifs B.
dein heyich 2°.
4. "ind fatten in? fehlt 21 2°.
9. Tachten ſy onden in den thurn
dafür fteht : ‘In dem felven jaere wart de wyntmieele up deme Nummart gemacht ind dairnae
up der Bulreporge? (1. Ulreportze).
der Bogt von Eöln in einer 1393 wegen
der Schöffenftreitigfeiten (vgl. Neues
Bud S. 293) unternorhmenen Fehde 60
Eölner gefangen. Rec. C zu 1392 nennt
den Vogt Rutger und feinen Bruder
Gerhard von Pulheim.
1. Das richtige Datum wäre “des
dinstages vur’, 4. Ian. Bgl. Neues
Buch S. 300.
*— agree den Tag vgl. Neues Bud)
4 Bat. Ennen, Geſch. 11, 809.
4. Der Tag ber Schlacht bei Cleve
ift nach übereinftimmenden Angaben (ent-
jcheidend die Urkunde bei Lacomblet, Ur-
fundenb. 111, 915) 1397 Juni 7. Aus-
20. 8 ftatt *fevenve’ B*.
führliche Berichte bei Schüren, Chron.
von Sleve und Mark (Ausg. von Troß)
S. 150 und in der Limb. Chron. 505,
welche die Zahl der Tobten auf 400, die
ber Gefangenen auf 1000 angibt. Gegen
den letztgenannten Bericht eines Zeitge-
neſſen muß die Anficht Lacomblet's (Ar-
chiv IV, 116, vgl. 137), das bergijche
Heer ſei faſt ohne Kampf gefangen wor:
ben, zurüdtreten. Vgl. auch Rec. C.
5. Wahrſcheinlich gegen Ende Januar,
vgl. Ennen, Geſch. III, 93. Die Limb.
Chr. fett die Ereiguiß &. 500 ein halbes
Jahr nach der Hinrichtung Heinrichs won
Stave, verwechjelt e8 aljo offenbar mit
der Revolution vom Juni 1396.
B. 49
zwen! ir houft afgehauwen, be de gode ſtat van Collen || in crut wolden Bi. 16-.
brengen, mit namen her Herman van Goch, der vur ziven des buſchofs
fegeler van Eollen was, ind Goswinus fin fwager.
In deim felven jare up fent Matheus naicht, do zoich de gemeine Sept.21.
s van Collen ind de zolvenere vur Wedenau ind verbranten it alle mit
einander ?.
Bel. D.
*) In den jaren ung heren 1400, des ſaterstachs na fent Servais
bach, do waren de geifjelbroever zo Wier vur Coelne ind dorſten neit in
Coelne fomen, want id in verboeden was.
0 In den jaren uns beren 1401, doe wart herzoge Rupertus van Hei⸗ eb.
velbergb zo eime konink geforen int wart 30 Coelne gecroent in dem doem
van den furfurften.
In den jaren uns heren 1402 in dem meie, doe was groiffe bruloff es.
binnen Coelne, mit namen des koninks dochter van Engelant ind konink
15 Ropertz fon van Heibelberch.
An den jaren uns heren 1403, doe veinf greve Alloff van Ravens- cs.
berch herzoge Wilhem van den Berghe, finen vader, ind had in gefanghen
jo der Nuwerburch.
In den jaren uns heren 1404 up des hilghen cruce nacht verbrant Sepi.14.
20 der fal 3 ind de Hachtporg, ind gefchach greis fchate, in dem herft.
1. Eoelne in groiflen ſchaden ind krut woulde (1. woulden) brenghen off fy gekont hedten
ind gemocht 2*. 2. "der vur — Sollen mas’ fehlt 3°. 4. Boegen te burger ind ger
meyn der fat van Coelne vur 2*. 5. Wevernau +. Weden«auwe ind wonnen dat huys
ind branten id aff. in dem felve jare vede buffchoff Breterich van Sarworden Gemenych aff
brechen B*®. 6. In 3? B* folgt noch: “In den jaren uns heren 1399, do wart Molen—
heym verbrant, des in mynſche gedencken ney [ouch nye me BF) ingeſchach'. Sodann in B?: "In
ven jaren do wonnen de gemeyne ind ve beiten worden heren bleven (fo!) ind hant vyl ſchaden
bezalt ind hant eyne(l. eynen) groyſſen torn gemacht, der koſt wale 50000 guiven. (Abfag.) In
den füren uns beren 1407, doe vurdreven die Lutgner Johan van Beyeren in foren den van
Parwys. ind Iohan van Beyeren lach 30 Tricht und vie Lutger ftriven nıyt Johan van Beyeren
ind mit finer hulpe, alfo dat der voit bleyff' ... Satz fcheint unvollendet. Bezieht fich auf die
Schlacht bei Othée 1408 Sept. 23. Val. Tortf. ver Nee 2. 10. Huperius. 17. fine.
*) Das Folgende ift Fortfegung in
wille van Benafijs’ der Stadt Fehde an
Bi
(Fehdereg. BL. 302). Ein Bote der Stadt
1. Ausführliche Darftelung der Um:
triebe und bes traurigen Endes bes Her:
mann von Goch und ſeines Schwagers
Goewin von Kemnate bei Ennen 11,
of.
1 1396 in erast. b. Nycolai (Dec. 7)
jagt Gerart van Wedenauwe varı ſynen
weigen ind ſyns vaders ind umb Gerartz
Städtechroniken. XIII.
wurde nach der Burg (jetzt Wedau bei
Geilenkirchen) geſchleppt EEnnen III, 78).
Auf die Zerſtörung des Schloſſes bezogen
ſich wohl die Entihädigungsforberungen,
die 30 Jahre fpäter Reinard von Wedau
an die Stadt ftellte.e Er wurde Januar
1130 abgewieſen (Copienb. XII, 48).
3. Das erzbiſchöfliche Schloß in Cöln.
4
Sept.16.
Oct. 5.
Det. 10.
Dct. 8.
Bl. 246.
Det. 11.
BI. 258,
Dct. 13.
60 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
Item up fent Yanıbert avent vo heilt man morgenjpraich: fo we ter
houfinan einen gefangen bed ver wiecken binnen Coelnen hed doin legen,
der ſould 400 gulden haven. do de morgenfpraich gefchtet was, do ſach
man gein pur me in der tat upgain 2c.
Item zo der felver zit wart her Johan Quentin zo Margreden ! in;
ver firchen gefangen in ver metten mitten vichterboven ind mit ben
jtoedler, ind her Incob Summeren? up fime bebte. ind des neiftes dages
na fent Franciscus tage, up einen muindagh, wart ve fentencie over fi
gewiſt in ben ſale. item bes faterstages, up fent Ihereoins dach, Do futte
man fi beid up de leider wail eine halve ure lanf tufchen 11 ind 12 20. mw
Item tufchen 11 ind 12 uren vorte man fi 30 dem Broele?.
Item 2 dage vur ſent Gereoins dach doe zoegen de fchugen ind
ander flechte gejellen wail 250 uis Coelne in dat berfche lant up ber
Sulgen* wail 4 milen wegs all umb ind || vergabderven einen groifjen
vouf. do fi ewech ſoulden treden, do quamen ve Berjchen, wail ... go⸗ 15
ber reifiger ain de woisgenger, ind meinten fi wolven fi in dem Tante
behalven, ind reifen up fi “ir pefferleder, iv moift het bliven!’ mer got
gaf ven van Eoelne gelud dat ir nie gein da inbleif, mer fi veingen go-
derhande lude ind rittersgenoefen 5 ind 2 boit, ind erfchuffen in vil pert.
ind ere was eindeil jo fere gewunt, bat fi dae moiſten bliven, ind gaven ꝛ
in 8 dage, of fi levendich bleven, ind zivene brachten fi genungen mit dem
rouf in de ftat zo dem Waffervas5: ver eine was van Lintzwilre ind ber
ander van der Hurjt. ind daden alta ere harnis uis ind man bant fi,
want fi waren fere gewont ꝛc.
tem des ſundages, des neiften dages na fent Gereoins Dach, do»
waren der van Duig 25 in bat berfche lant gezeigen ind habten einen
rouf vergadert: de ſſogen ver Berichen 8 doit ind heingen einen ind
veingen 14 ind beheilten den vouf. ind ver Duiger bleven ouch eindeils
boit ind wurden ouch fere gewunt ıc.
|| Item des dirden dages na fent Gereoins Dach, do waren de Coel⸗ 30
\chen wail mit 500 perben ind 300 voisgenger mit des buſchofs wimpel
van Coelne gezogen zo Pafroebe ©, ind branten id af ind brachten
einen rouf.
9. Iheronimus. 15. Nach wail' fcheint eine Zahl ausgefallen.
1. Stiftsfirche Maria ad gradus. . Sig, Zufluß der Agger, bie un
2. Beide hatten ſich an der Wahl des kerheib Siegburg in die Sieg einmünbet.
Gegenbiigefs Wilhelm betheiligt. Bol. 5. Eine Herberge. Ennen III, 260.
oben ©. 6. Paffrath bei Bergifch- Gladbach.
3. gt. Koelh. Chr. 292b,
B. 61
Item des godestages up ver hilger moir nacht, do quamen te foufs Ort. 14.
lude mit eren offen ind foulten ve 30 Coelne driven. do quamen de van
Bedbur bi Geien! ind woulven in de nemen. do quamen de van Leche⸗
nich ind de [van] Koninkstorp ind befchuten de offen ind veingen Heinrich
5 Dfien ind vil van Vevelfoven? int 8 ander reifiger ind 12 pert, ind ein
bleif doit, ind ve offen quamen zo Coelne zc.
Item des ziweiden dages na ſent Mertins vage waren de voisgenger Nov. 13.
uis Coelne gegangen 30 Wante 3 ind darumb lanx ind brachten vil fchaif,
verfen ind foe. ind dat daden fi ducke, dat ib zo vil were zo fehriven ꝛc.
10 Item in ven jaren 1416 up fent Gecilien dach, do quam Eimondus Nov. 22.
ver roimfche konink zo Aich mit groiſſem volf, ind der buſchof van Eoelne
ind der rait van der ftat van || Eoelne mit eren burgeren ein veil up St. 25.
ſent Katherinen dach 30 avent zogen zofamen 30 Aiche zo dem konink, umb Nov. 25.
eine ſone 30 machen.
15 Item aldar quam ouch der herzoge van dem Berghe ind vil lang-
heren ind lagen alda wail 3 wechen, ind ib wart dem foninf gegeven 5,
ind up fent Joris dach darnae fould man id in dem confilio6 uisſprechen. gr. a3,
ind binnen der vurß zit wurden de vurß ber Jacob van Zommeren ge:
graven ind ber Johan Quintin ouch, wantter heren ein beils hedten fi
20 gerne uis gehadt”.
Item in der felver zit, up einen fridach vur ſent Thomas dage int» 146,
gein den avent, do quam ver konink zo Coelne ind lach 30 Valfenftein®
bistes dinxdages na fent Thomas vage, ind zoich do vort in dat lant Dee. 22.
van Brabant ind wort fine nichte mit zo Yugenburch ind beſtade [fi] an
25 den herzogen 30 ....!0, ind zoich do vort zo Eonftans. item 30 der vurß
4. "van? fehlt. 24. ‘fl fehle. 25. Der Name ift nicht ausgefchrieben, es fteht bloß ‘pr.’
9. Dec. 24 ift der König in Lüttich
2. Wevelinghoven. (Aſchbach 11, 472), 1417 San. 11 in
3. Wahn zwiſchen Deut und Sieg: Luremburg. Die Datierung einer angeb-
burg ? lich zu Achen 1416 Dec. 19 ausgeftellten
4. Sigmund. Novo. 30 war er ur- Urkunde (eb.) ift durchaus unficher (vgl.
kundlich in Achen, Aſchbach Il, 471. eb. 358, Note 19), und es ift fein Grund
5. Der Achener Schicd König Sig: vorhanden, an einem Beſuch Sigmunds
1. Dorf nordmweftlic von Cöln.
munds ift datiert 1416 Dec. 13. Eine
Entſcheidung über Schleifung der von
beiden Parteien angelegten Feſtungswerke
wurde vorbehalten und fam 1117 Apr. 22
zu Stande. Yacomblet IV, 107. 109
Note.
6. Zu Eonftanz.
7. Bgl. Koelh. Chr. 2926.
8. Das Haus Falkenftein lag am
Hof, neben dem Hof des Herzogs von
Brabant. Vgl. Bd. I, 334.
in Cöln zu zweifeln, wie dies Aſchbach
174 thut. Nach der Fortſ. Königshofen's
bei Mone, Quellenſamml. der bad. Yan-
desgeſch. 1, 294 zieht er Dec. 17 in Cöln
ein und reift Dec. 22 nad Achen zurüd.
Vollkommen ficher geftellt wird der Bes
ſuch Sigmunds in Coͤln durch fein Schrei-
ben d. d. Eöln Dec. 22 bei Ianffen,
Frankfurts Reichscorrefpondenz 1, 301.
10. Elijabetb, Tochter des Herzogs
Johann von Görlitz, Erbin von Rurem-
BI. 268,
1417
Sun. 7.
Sun. 29.
Jun. 22.
Aug. 15.
Bl. 26b.
62
V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
zit jchenkve de ftat van Coelne dem konink me dan 12000 gulven, ind be
jtat ſchenkden eme ve, up bat de bolwerke zo Moelheim ind up anderen
enten afquemen.
Item up de jelve zit wart des koninks wimpel 30 Moelheim bracht,
ind ber rait ind ber || greve van Sarwerden vort id aldar, ind dat fteinte
—
alda alſo lange, bis de ſage ind uisſpruch uisgeſprochen was vur men—
chem lantzheren. in dem bramaint! des ſevenden dages, up einen main-
bach na ſent Yucianus? dach, do wart dat bolmerf 30 Moelheim afge-
brochen. dat fofte de ftat van Coelne grois goit, want da waren alldage
500 man 30 werk, ind dat werde bis jent Johans avent. item Do dat ge: 10
ſchiet [mas], do beftoint men Duitz afzobrechen ꝛc.
Item in den felven mainde brach man Rile3, Monheim, alle ve bol-
werf de gemacht waren in ber veben.
Item in der jelver zit hoif man grois gelt up in der ſtat van
Coelne, want iecklich man moiſt geven 1 rinfe gulven, der fo vil hadte. 1;
want we id neit geven inweulve, der moift mit fime eid behalden, dat bei
id neit inhedte. ber dat dede, ver mocht quit gain.
stem in der felver zit, 2 vage vur fent Johans vage, do brant iv
da binder dem cloifter. dat geſchach van einre kertzen.
‚tem barna, up unfer liever fraumwen bach cruitwionge“, do zoich 20
der herzoge van dem Berghe mit groiſſem volf ind woulde finen || fon in
bat lant van Bare voren. in der ſelver zit was grois creich ind jamer in
dem lande van Frankrich.
Item in der felver zit, in ben mainde bevoereng, wart deme herzo-
gen van Hollant vergheven 5. darumb dede der herzoge van Borgonien 3
menichen man bangen ind doeden.
11. was' fehlt. 16. in woulden. 23
burg, vermählte ſich 1400 mit Herzog
Anton von Brabant, 1417 mit Johann,
reſigniertem Biſchof von Lüttich, Herzog
von Baiern und Graf von Holland.
Cohn, Stammtafeln 43.
1. Juni 1417. Bgl. Ree. D.
2. Der nächſte Lucianustag iſt Mai
3. Noch 1418 Sept. 27 erhielt die
Stadt mit Zuſtimmung des Herzogs von
Berg vou den Eigenthilmern Erlaubniß,
ein ſteinernes Haus zu Riehl “up yre coft'
abqubrechen. Großes Privil. : Buch BI.
176.
4. Ganz dasjelbe Datum hat Rec. D
zu 1417. Es ift aljo unthunlich, mit La⸗
» frandich.
comblet (Archiv IV, 321) Die Richtigkeit
der zum Theil aus D entnommenen An:
gaben der Koelh. Chr. 2926 zu bezwei—
feln. Nach dem Tode Herzog Eduard
von Bar erhob Herzog Adolf von Berg
Namens feiner Gemahlin und feines
Sohnes Anſprüche auf die Markgrafichait
Pontamoufjon, die ihm aud König Sig:
mund als erledigtes Reichslehen zuſprach.
Lacomblet, Urfundenb. IV, 115.
5. Herzog Wilhelm, Bater der Jaco⸗
bäa von Baiern, ftarb 1417 Mai 30.
Bon einer Vergiftung ift mir nichts be-
lannt Vgl. Löher, Jacobäa von Baiern
B. 63
Item in ber felver zit up ſent Lambrechtz tach, up einen frivach, Sert.ı7.
quam der herzoge van dem Berghe weder heim ind was des felven vurß
avents weder 30 Moelheim, ind bad in dem lande van Bare groifjen
ſchaden gehat: want finre lude bleven dae me dan 400 doit van groifjen
5 hunger, want in kunde in dem lande gein broit werben !.
Item darna up fent Merting nacht?, do quamen de viande an de Nov. 11.
jtat van Eoelne ind hedten de wine gerne mit gehat, doch ingeinf id allet
neit na eren willen. doch gefchach eve wille me dan ib goit was: want fi
baden groifjen ſchaden an den moelen, ind zwa moelen waren vol korns,
‚ toind hadten fi bracht bis an Frankenthurn ind Funden der neit vorder
brengen: do verbranten fi de moellen ind brachten ouch 2 ſchif an den
thurn. Doch voirten fi || der ſchif ein mit den winen mit fich, dae waren Bi. 27=.
24 ſtuck wins inne, de waren der beren van fent Margreden. ind bit
geverbe gejchach van her Evertz wegen van Limburch? ind Keſſels van
15 Norbach ind eren helperen. |
Item hed man de vurß vro uis gelaiffen gehabt, fo hedten fi allet
wail behalden gehat bi der ftat. do bevoren ein deif na. |
Doe de viant des gewar wurden, do boirten fi de wine an be
Dirbenbach * under dat over ind de van Coelne hadten te wine gewon—
2» nen: mer ji hadten bat fehif in den gront gebort, dat irre bat volf neit
van danne mocht brengen. doe quamen her Everk ind de berfche menne
under ein, we wail id heifch bat fi frunt der fiat van Coelne weren, ind
wurpen ind jchuffen fich fo fere, dat ver van Coelne ein veil fterven
moifien. ind up fent Mertins dach zo avent, do ſant de ftat eve frunt Nov. 11.
em deils nid Coelne, eren anderen burgeren 30 bulpen: bat was allet
umb neit, want de fehermußonge was gefchiet. Do zogen fi wederumb
heim ind moiften de wine nochtan da laiffen, ind quamen den anderen
dach 30 avent 30 Eoelne, ind liejfen de wine alda. int dat gefchach || ouch Bi. zır.
van des herzogen luden einbeilg 5 2c.
7. Das Wort lautete erſt wyſſe', aus dem dann von derfelben Hand wyne' gemacht if.
17. Der ganze Abfag ift unverftändlich und jiheint corrumpiert. Etwa: *bo vor in ein
fhif na’?
ihm, e8 jeien ihr um feinetwillen Fehde:
1. Bgl. Rec. D.
2. Vgl. die beftätigenden Berichte der
Rec. D und der Koelh. Chr. 292b. Am
15. Nov. berichtet die Stadt über Diefe
Gewaltthat an den Erzbifchof. Copienb.
VI, 1076,
3. Das ſagt auch Koelh. Chr. 2926.
Am 13. Nov. beſchwert ſich die Stadt bei
briefe zugegaugen. Copienb. VI, 105b.
4. Urdenbady am rechten Rheinufer,
oberhalb Düfjeldorf.
5. Am 14. Nov. verlangt Die Stadt
vom Herzog von Berg wegen dieſer Bor:
gänge Genugthuung. Copienb. VI, 106b,
Nov.it.
Dee. 25.
64 V. Cölner Jahrbücher bes 14. und 15. Jahrhunderte.
Item up den jelven dach heilt man morgefpraich, dat man vil viande
warden were, all umb ber Everg willen !.
Item up den felven jent Mertins dach wart ein heuft ver heilger
firchen geforen 30 Conſtans, genant Mertin ?.
Item in ver zit gefchach grois wonter an deſem lande, dat iv neit 5
30 fchriven inwas.
Item in den [jaren] uns heren 1400 ind 203 wart ber junfer van
Erfel ? jhemerlich erflagen zo Goreiden van ven Hollenderen zc.
Item up dat felve jaer was grois orloch in dem lande van Frank:
rich ind in Engelant grois mort, jamer und dure zit, dat man umb eine 10
krone come fo vil broig galt dat 2 man zo einre mailzit wail geſſen
hebten.
tem in dem felven jaer was in allen llanden) groiffe fterfte 5.
‚Item in dem felven jaer veink de ftat van Broiffel ven heren van
Heinsbergh ind finen fon ind [den] van Morſe ind ven Scheiffert van ı5
Wickrode ind vil andere ritterfchaf ®.
Item in den jaren und heren 1421, do hoif fich eine groifje ſterfde
30 Eoelne, ind dat meifte veil van jungen luden ind finder, ind allet
31. 258. || van droeſen ind blaveren, ind wenich helpen tarzo was dan dem got
helpen woulde. ind bo flarf menich 1000 minfchen, ind de fterfve werte 20
bis kirsnacht. ind vur ver groffer blagen droich man dat hilge ſaera—
ment in all firchen zo Coelne ind gebeit all minſchen, fich 30 bereiven mit
vaſten ind beven ind penitencie zo doin ind dat hilghe jacrament zo int-
fangen. item man geboit, do man dat hilge facrament droich, mallich
wullen ind barvois zo gain mit even birnenden ferken ind got bidten fich 25
30 erbarmen ind de plaege afliefs ꝛc.
2. weren.
15, fyne.
7. *jaren’ fehlt.
den’ fehlt. de' ftatt ‘ven’.
I. Das Fehderegiſter BI. 126b ent-
hält zum 11. Nov. Dugende von Abja-
gen propter dominum Everhardum de
Lyımburg.
2. Martin V.
3. Rec. D hat das richtige Jahr 1417.
Gleich nach Ausbruch des Krieges zwi:
ichen Sohann von Baiern, dem Ermähl-
ten von Lüttich, und feiner Nichte Sacobäa
nahnı Johann von Egmond Gorfum
durch nächtlichen Ueberfall 1417 Nov. 21.
Schon Dec. 1 wurde Die Stadt von Ja-
cobäa wiebergewonnen. Löher, Jacobäa
von Baicru 1, 338.
4. Wilhelm von Arkel, der Führer
8. hollen dyeren.
13. landen’ fehlt. 14. de heren.
der Kabeljaus’schen Partei. Löher 346.
5. Vgl. Rec. D zu 1420 und Zul.
zu Iacob von Soeft a. a. DO. 215.
6. Die Feſtnehmung der deutjchen
Söldner des Herzogs Johann von Bra-
bant durch die Brüffeler füllt auf den
29. Januar 1421. Bgl. die ausführliche
Schilderung bei Löher, Jacobäa 11, 53 ff.
Berbächtig ift der Name “Scheiffert van
Wickrode', da der Bornanıe Scheifart bei
den Merode (vgl. Lacomblet, Urfb. IV,
827) erblich war. Löher 76 nennt unter
den brabantiſchen Sölduern einen Herrn
von Widrode und einen von Merote.
B. 65
Item in dem felven jaer, zo jent Meertis of umb ve zit!, do was Ne. 11.
grois jhamer ind liven in dem land van Dorbrecht van waſſersvloeden.
bo verdrunken vil ftebe, dorper ind kirſpel, ind wurden wail 700 minfchen
uisgehulpen ind up dem waſſer gefangen, ind id verbrunfen ind verdor⸗
s ven wail me dan 100000 minſchen.
Item dae man dat jalg zo machen plach, dat verbarf alzomail, ind
darumb wart dat ſals alſo dure dat ein hoit falg galt me dan 22 marf
ind ein veirbel 10 8, dat in minfchen gedenken nie ingefchach.
Item in den jaren und heren 1424 in dem || auguft, do hadte her- Bl. 280.
10 zoge Johan [van] Beieren einen ritter bi eme. ver veit zo Utrich? ind
quam in eine herbrige ind boirt alda fing hberen gewagen, we man eme
vergeven ſoulde. do fprach hei wavan fait ir of wat hait ir under hen⸗
den?’ to woirben fi erveirt ind fpraichen neit'. bo fprach hei “ch hain
id wail gehoirt, ich wil uch darzo helpen'. do vrageden ft, of hei nirgen
15 in plege 30 riden? do fprach hei “nein, id inwere dan fach, of hei in
Selant of in Hollant inrede'. do geloifven fi eme ein jtat, heifch Schoin-
boven, bat hei dae ein here fin foulve, ind gaven eme 800 gulden varzo,
dat hei fime heren vergheven ſoulde, ind gaven eme fnin, ind of dat neit
ingewurde, fo foulve hei weder komen ind hoelen ftarker fenin binuen 8
20 dagen, ind dan woulden fi eme fin gelt dat eme geloift was half geven.
do quam her Johan van Vlit in des greven Hagen mit dem fenin ind
gaf in fime heren. do wart eme we, alſo dat man na fime meifter fant.
do fachte ver meifter, hei hed fenin geffen. do heinf man in ein mail mit
ben voeffen up. do her Johan van Vlit fach, dat fin here frank wart, to
25 ilte hei weder zo Utricht umb ander fnin ind woulde do fin gelt || Haven Bi. 2u..
mit ein. dat horte ein ballinf, ind ven had her Johan vurß uis fine
lande gebannen. do erbarme fich des der ballinf ind macht fich gelich
eime minrebroder ind quam dae herzoche Johan van Beieren lach int
woulde in felver Iprechen, ind ſacht eme we alle dink gelegen was ind
zo noch geſchein ſoulde. do fant herzoge Johan van Beieren na ber Johan
van Vlit ind dede in hoelen, dat hei queme: eme were get befjer wurden,
10. van’ fehlt. 21. Blijt. 24. vyeflen. 30. na eme ber.
1. Auf St. Elifabeth (Nov. 19. Vgl. beſtochen, reifte dann nach dem Haag,
Beil. I, Bl. 888) 1421. Bgl. Nijhoff, mo er Johann von Baiern das Gift
(iedenkwaardigheden it de geschiede- durch Beſtreichung ſeines Gebetbuches bei-
nis van Gelderland III, p. CLVI, Note 4. brachte, und wurde am 3. Aug. enthaup⸗
2. Nach ver Darftellung bei Loöher, tet und geviertheilt. Die verſprochene
Jacobäa 11, 159, welche dem Bekenntniß Summe iſt weit höher angegeben, von
des Jan van Viiet folgt, wurde diejer zu der Warnung und dem zweiten Vergif-
Schoonhoven von engliihen Agenten tungsverſuch iſt feine Rebe.
(de8 Herzogs Humphrey von Glocefter?)
Etädtechroniten. XIII. 5
66 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
hei woulde riden fcheiffen. want hei plach eme bat arburjt zo fpannen.
bo ilt hei fo fere, dat hei eme bat arburft fpiene. ind do hei bi finen
heren quam ind dat arburft fpiene, do beftrich hei de ſnil mit fenine:
bat was alfo ftarf ind quait, hed hei be fnil angetaft, fo moift hei zobor-
jten fin ind zerftunt doit geweift fin. ind dat proift herzoge Johan van 5
Beieren ind heiſch in felver fcheilfen. des inwould hei neit doin. do debe
in der van Beieren zerftunt griffen ind ſas 8 dage gefangen, ind bes
dunrestages! wur unfer liever frauwen daghe in dem auguft wart hei
uisgevoirt ind gevirdelt 2c.
N Item binnen dem felven jaer darna up 13 dage ftarf herzoge Johan !0
81. 296. van Beieren || van dem felven fnine.
Item do man jchreif 1426 jare, do zoich herzoge Philips van Bor:
gondien des 10. dages in dem mande feptember ind machde de ſone tu-
ſchen dem dolphin konink van Frankrich ind herzoge Johan van Borgen-
bien?. ind besfelven morgens habten fi beid 30 dem hilgen facrament ge: ';
gangen, ind bes aven& z0 5 uren bo hab ver dolphin na dem herzogen
gefant. do hei vur in quam, do groet hei ven dolphin up finen Fneen.
do feirte fich ver voulfen umb, doch zo dem leiten keird hei fich zo eme ind
Iprach ‘Tieve neve van Bergonien, ir verberft mir min lant ind lude'.
bo ſprach ter van Bergonien ‘liebe neve, bes indoin ich neit'. daebi ?
quam gegangen ver Giad3 ind ver ballam van Paris? ind fprach “wir
inhain neit mit: defer heren dedinge zo fchaffen‘. ind nam einen Hammer
ind floich ven heren van Borgonien in fine fteirne, dat hei neber veile.
do quam ein ander ind ftach in in fin gemecht bis bei voit was. do quam
der ritter van fent Ioris5 in nam in in finen arm ind fprach “wat jal
bit gebain?’ darumb flogen fi ven ritter ouch doit ind worpen in im de
12. 1406,
1. Rebmen wir den zweiten Don-
nerstag vor Mariähinmelfahrt an, fo er-
halten wir das bei Löher angegebene Da-
tum (Aug. 3}. -
2. Herzog Johann von Burgund,
Philipps Vater, ſöhnte ſich 1419 Zul. 11
mit dem Dauphin Karl VII. aus, bei
einer Zuſammenkunft auf ber Yonne⸗
brücke zu Montercaw 1419 (nicht 1426)
Sept. 10 wurde er erſchlagen. Schmidt,
Geſch. von Frankr. II, 271. Ueber Ber-
anlaffung und Thäter läßt fich aus den
wideriprecheuden Berichten nur weniges
mit Beftimmtheit feftftelen. Vgl. auch
Barante, Hist. des ducs de Bourgogne
IV, 441.
3. Wohl Pierre de Giac, einer ber
Begleiter des Herzogs Johann (Barante
a. a. O. und V, 222). Die Frau von
Giac ftand im Verdacht der Mitmiffen-
Ihaft (Schmidt 273).
4.."Ballam’ wird aus bailli entftan-
den fein. Gemeint ift Du Chatel, der
Pryvot von Paris. Vgl. Schmidt 259.
73.
5. Außer dem Herzog ſelbſt wurde
nur Archambault de Foir, Herr von Na:
vaifles, erjchlagen. Vgl. Schmidt 273,
Barante 441. Nach Monstrelet c. 219
(Buchon IV, 184) wurbe der Herr von
St. Georges verwundet.
B. | 67
Beine 30 Paris tufchen 2 wafjermoelen, ind alva || lach hei ein gant jair Br.sos.
lanf bis de Zeine intlef ind clein wart: do vant man in alre gank. do
nam [in] herzoge Philps van Bergonien, des vurß herzoges Johans fon,
ind dede in begraven in unſer frauwen choire zo Pris. ind umb vefer
5 bandelingen willen hait fint mennich man fin lif verloren ind ......
verbiftert worden.
Item in den jaren uns heren 1427 jair wart herzoge Philips ge-
bult in Slanveren, in Pickarden ind in Bergonien ind alle lant de fime
vader zogehorten !.
10 Stem bo wart berzoge Philips vurß wive vergeven van eitire eire
beinftjumferen, be was eins vitters wif genant her ISohan van Robans 2,
ind man jachte, der jelve here Zohan hebt ouch rait darzo gegeven ꝛc.
Item in ven jaren uns heren 1428, des 10. tages in dem harbe- Jan. 10.
maint, do quam ver cardenail? weder zo Coelne, umb dat hei gerne freve
13 gemacht hede under allen deſen heren, ind bracht zwene Hoffen mit, ind
dat ein mas ein minerbrover * ind ber valjche brewe gemacht hab, ve hei
mit eme bracht, van afflais, ind hed grois gelt pavan genomen. ind ber
cardenail bad [ve] 2 gefangen gejat up ſent Andreis cloifter. up jent
Scolaftifen nacht geichach dat zc. Febr. 9.
|| Item in den jaren ung heren 1431 up ber 10000 merteler dach, SI 95;
up einen fridach5, to quam der jonge van Virnenburch ind de finen
heimlich in einre lordannen ind had vil gewapenber lude zo Duig, ind
quam des morgens tufchen 5 ind 6 up den Viſchmart zo Coelne int
veinge ein beil man ind hadte den rentmeifter vilna rigen 7.
2 In den jaren uns heren 1433 jaer, up ſent Servais avent, do wa⸗ Mai 12.
3. *in’ fehlt. 5. &8 fcheinen ein paar Worte [etwa "fin vil lande?] vom Schreiber audge-
laſſen zu jein. 18. ‘oe? fehlt. 21. ind ber van finen. 24. volna.
1. Die Jahreszahl ift natürlich falih, von Kleve auf der anderen Seite zu
da ja Die Ermordung des Herzogs Johann Stande.
fieben Jahre zu ſpät angeſetzt ift. 4. Er bieß Marcclus, wurde ſpäter
2. Die Herzogin Michelle ftarb Som: Erzhbiſchof von Drontheim. Die Koelh.
mer 1422. Das Gerücht ver Vergiftung Chr. 298b befchulbigt ihn verrätherijcher
fennt auch Monstrelet (Buchon IV, 413). Berbindungen mit den Huffiten. Vgl.
Als Beichuldigte nennt Barante, Hist. auch Ennen III, 364
des dues de Bourg. V, 103 die Hofpanıe 5. Ganz das gleiche Datum hat auch
Ursule, femme du seigneur de la Vief- Rec. D.
ville, und le sire de Roubais. Wahr- 6. Ruprecht. Vgl. Rec. D.
Iheinlich war der Verdacht grundlos. 7. Daß bie bei Ennen III, 265 Note
3. Der Cardinallegat Heinri von 3 gebrudte Notiz — fie ift einem Schrei-
Englaud bringt 1428 Schr. 11 (Lacom- ben ber Stadt an König Sigmund von:
blet IV, 215; einen Waffenftillftand zwi- 28. Aug. 1431 (Copienb. XII, 76% ff.)
ſchen Erzbiſchof Dietrich, Sungherzog Ru: entuommen ſich auf den hier erzählten
precht von Jülich-Berg, Gerhard won Borgang bezieht, jcheint unzweifelhaft.
Cleve-Mark auf einer, und Herzog Adolf
5 *
Jun, 4.
Sun. 8.
Bl. 31a
Sun. 17.
Sun, 17.
Sul.25,
68
ven de Guilger ind Gelreſſen bi ein 30 Haffelt ind flogen fich!.
V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
alſo
worden der Guilger wail 40 gefangen ind bleven eindeil doit, ind der
Gelreſſen wail 64 gefangen ind bleven ouch vil doit.
Item darna in dem bramande des 4. dages heilt man morgeſpraiche,
dat ſich mallich bereit mit ſime harnis ind eren overſten gehoirſam weren
mit eirme harnis ıc.
Item fi treckden up einen mandach, des 8. dages in dem bramaint?,
nis, dem berzoge van dem Berghe zo hulpen weder de Gelreſſen mit vil
volks ind irre zouldener ind gemeine in der ftat mit eirme heuftheren.
Item des 17. dages in dem vurß mainde, do quamen de burger !0
van Coelne vurß up einen dinxdach wederumb heim wail mit 60 wagen
gewaepens volks de dem herzogen vurß gebeinft waren, umb finen willen
de Guilger 30 heipen ind beſchudten ıc.
Item deſſelven dages was ein grois weder.
item des godestages
barna 3 tufchen 4 ind 5 uren, doe geichach var buifternis ind ib inmwerte "5
neit lange.
Item in den felven ziven, up ſent Jacobs dach, branten de Gelreſſen
Aldenhoven‘, want fi hadten wail 1200 pert bi in, daemit reden fi in
bat Guilger lant.
Item in ver felver wechen branten fi Dormagen > in den gront ind %
Rekellinkhuſen © ind ander borper ind machen arm lude.
tem in den jaren uns heren 1434 in dem auguft, do quam ein
junk gefelle 30 Coelne ind facht, hei were ein Juede, ind lies fich Firjten
1. Guylge. 10. quanı.
1. Arnold Herr von Egmond und
Herzog Adolf von Jülich-Berg machten
beide, jener auf die gelprifchen Stände,
dieſer auf den Kaiſer geſtützt, Erban-
- Sprüche auf Geldern. Juli 1429 (Lacom⸗
blet IV, 221) fam es zu einem vierjäh-
rigen Stilfftande, ber nicht vollftändig
ausgehalten worden zu fein ſcheint. Vgl.
aud) Rec. D zu 1433.
2. Die Zerwitrfniffe der Stadt mit
Geldern (vgl. Rec. D zu 1427) hatten
nur kurze Zeit gerubt. 1432 Det. 1 (Co-
pienb. XII, 47b) beſchwerte fi Edln in
einem Circular an bie geldriſchen Städte
wegen der ewigen Handelsbeläftigungen
durch Arnold von Egmond. Danıt folg-
ten (ebend. 706. 71b, 776) endlofe Cor:
reſpondenzen mit Arnold felbft iiber die
gegen eitigen Beichwerben, endlich am 3.,
5. und 7. Juni 1433 (ebend. 79%) bie
dreimalige Drohung, man werbe ben
Herzog von -Fülih- Berg gegen Arnold
unterftügen. Den Auszug der Kölner
Süffetrnopen jetst auch Rec. D auf den
8. Juni. Am gleichen Tage verfpricht Die
Stadt den Hauptleuten derſelben, allen
ihnen etwa erwachſenden Schaden vergii-
ten ‚zu wollen. Liber registr. sen. I,
26b,
3. Der Tu ift richtig. Vgl. Brind-
meier, Praft. Handbuch der hiſt. Chrono⸗
logie S. 379. Vgl. auch Rec. D
4. Flecken bei Jülich.
5. Dormagen am Rhein,
Cöln.
6. Hier muß ein Irrthum vorliegen.
Ar die zum Cölner Stift gehörige Stadt
Recklinghauſen in Weftfalen kann doc
nicht wohl gedacht werben.
unterhalb
B. 69
boin Des neijten dages na fent Lambertz dage. ind was ouch oeven in Sert.ie.
ven lande firften gebain: dae had hei geftoelen ind wart gefangen ind
wart afgebeven, in des inwift man zo Eoelne neit. barna do hei var
Coelne zoich, quam hei weder oven in dat lant: do vernam man de war-
5 beit van eme. do wart hei gefangen, 30 dem dode veroirdelt ind des fın-
dages || up ver zweier Evalt dach fait man in up ben fair ind voirt in do Dirs,
in dat gevenfenis. darna up einen donrestach, des neiften dages vur fent I 7-
Deonifins dach, vort man in nis zo der galgen ind hab eme eine nume
galge gemacht: var heinf man in an ind brant in bae af, want ib was
wein quait fchalf. hei had unsme heren gobe wil fmaicheit gedain, ind
vloichte dem gericht, ind bei ftarf ein boefe minfche 2c.
Item in der felver nacht? hoif fich ein grois wint jo langer fo De. ".
groiffer tufchen 10 ind 11 uren, ind wart alfo grois ind fo verbeirlichen
tat bei firchthurne umbwarf, ind id inwas geine Firche binnen Coelne,
13 dae gejchege overmig ven wint groiffen ſchaden: zo fent Revelien3 an
ten thurne, 30 Breigeren den thurn af ind de groiffen eichen uister erden
geiworpen.
Item veil ein grois ftein in dem dom boven den hilgen dri Foningen
uistern geweulfe, dat fich de hilge pri foninge me dan 2 voiſſe hinderwert
20 ſchickden, dat der ftein an eirme licham noch an ver Faiffen alba geinen
ſchaden gedain inhait noch gefchiet inwas.
Item id gefehach fchade an ven Floden zo grois jent Mertin ıc.
| Item iv velent ouch up dem Viſchmart 3 Hufer never ind eine Bl. 32,
frauwe bleif alda doit.
2 Item zo den Auguftineren, jo ſent Merien, zo jent Severine groiffen
ſchaden.
Item vort der wint der kouflude bolrebort ind holtz dat bi Beien
lach, me dan ein veirdel ſſtunde] wegs up geintzſit Duitz, ind ein gantz,
be ander zobrochen. we fi weder haven would, ver mocht fi foeichen ꝛc.
30 Item bi ſent Severine ind ver Ulregaffen vielen groifje hufer never
ind alda bleven zwei .... boit.
7. dach? flatt dages'. 20. Faiffen noch alva. 28. ſtunde' fehlt. 29. tzo broch.
31. Ein Theil dieſer Seite zerriſſen.
1. Kurz erwähnt ift die Hinrihtung 246 gedrudte Injchrift am Gewölbe des
Koelh. Chr. 302, Domumgangs. Andere Berfe ſchrieb ſich
2. Den 7. Det. (Dionyfiustag fällt 1468 ber Nurnverger Chronift Hartmann
übrigens erft Dct. 9) hat auch Rec. C, Schebelim Dom ab, mitgetheilt Forſchun⸗
Rec. D und nah ihr Die ausführliche gem zur deutſchen Gefchichte XI, 370.
Schilderung der Koelb. Chr. 3026. Vgl. 3. Das Urfulaftift. Zur Erflärung
auch die lateiniſche Reimchronik (Beilagen vgl. Bd. 1, 375 N. 2.
11), und die bei Gelenius, De magn. Col,
»ı. 326,
70 V. &dlner Jahrbücher des 14. nud 15. Jahrhunderts.
Item zo den Apojtolen grois ſchade ind in ter ..... huis ein
fint doit.
Item zo fent Bantheleone grois fehade ind ..... groiffen eichen
vielen nieder.
Item 30 jent Maritius grois ſchade: ir Tormentjer] ind gehufe 5
viele neder 2.
Item 30 den Claren int jent Ihereone an ver fürchen’ grois ſchade,
ind alba in der proijtien bleif ter evel man doit, der van Mandeſcheit!,
des bufchojs broter van Triere?, dat grois ſchade was. ind alſo geſchach
durch Coelne an... wingarden, 30 Bonne an vil buferen ind... even 10
wingarten, in dem Guilger lande an Tirichen; || int in deme berfchen
lande groiſſen verveirlichen ſchaden ind machd ouch [an allen); enden ind
landen vil arıme lube, dat id got verftoind ind uns mit in barmhertzich
fin wille ind na deſem ellendigen leven de freuwede des ewigen levens
geven wille. amen. amen. amen. 15
[Bon gleicher Hand in rother Schrift:
Dit boich hait hier ein ende
got... . dem fchriver fine hende.
‚Bon ſpäterer Hand hinzugefügt:)
Item anno 14653 do wart bufchof Ropert van Beieren bufchof zo "
Colne.
Item anne 1474 do quam herzoch Kaerl van Borgonien vur Nuis
ind belacht de ſtat bi ein jare umb des vurß buſchof Ropertz willen ind
wuld fin ein erffaet van Colne. ind bleif darna doet vur Nanſi des jaers
daerna?, 2
Item anno 1480 [do wart] bufchof Herman geforen zo einen
buſchof ind was ein jubernator uber dat fthift ind was in dem belech z0
Nuis ind heilt fich eirlich bi dem fthift van Kolne.
1. Wahrfcheinlich ift "gebuir’ zu ergänzen, vol. X, 3026, 12. an allen' fehlt. 22. ber:
cold. 26. 'do wart? fehlt. j
1. Gerhard, Propft von St. Gereon. ed. Wyttenbach-Mueller II, 318 ff.
Bol. Koelh. Chr. 3026. 3. Die Wahl Ruperts fällt 1463.
2. Ulrich, der jedoch bald auf das Bis: 4. Karl der Kühne fiel bei Nancy erft
thum verzichten mußte. Vgl. Gesta Trev. 1477 Jan. 5.
C
Aldi quam bifchuf Friderich an dat geftichte.
Item in den jaren 1372 ver 59. bifchuf Friderich van Sarworben.
er quam in Dat bisdum 30 Colen up fent Albbinus dach! ind fanf
5 mifje in dem doem. ind in dem erjten jar gewan er Nuwenar ind brach
dat af ind gewan Garftorp ? ind Helpenftein 3 ind brach dat allit af. ind
gewan Diftobach * ind hatte vele orlich; mit greve Engelbrecht van ber
Mark. de jelf greve lach in den bisdum mal 10 vage 5 ind brach ind ver-
brante dat tolhues zu Koninfstorp ind vele Dorpe ind hove. auch fo nam
so der jelf biſchuf Frivderich van Nuffe den tol de vur da lach ind lachte den
felven tol zu Zonße boven Nuſſe ind machte dar ein ftat. ind er gewan
auch Niversburch ®,
Item in dem jar 1371 in den aufte up den zwenzichten dach?
ftreit Der herzoge van Gulche zu Baiftwilre werer den herzoge van Brabant
15 ind veinf den in deme ſtride up Die zid.
Chr.
2. Die ganze Notiz fehlt C?. 6. bracht. 10. var dem mifle C!. In CO’? heißt es BI. 22b:
‘ind ouch fo nam ver vurß bufchof Frederich ven van Nuyſſe den tol ind laichte ven 30 Zoyns
boven Nuiffe ind maichde da eyne ftat umb des told willen... ind ouich fu zoich der felve bu⸗
ſchof mit hulpen der flevde van Collen in dat lant van dem Berge vur Raityngen ind aldae eyn
wijle vurlaege. dat was allet umb alfulche ungenabe, als Alf van vem Berge ver junge ſynen
vaber gevangen hatte. 13. 1372 aus 1371 geändert C!. In ven jaren 1371, des 12, dages
in vem aufte, fireit ver hertzouch van Guilch ind ver hergouch van Brabant ſamen bij Baes⸗
wijlre, ind ver b. v. G. wan ven ftrijt ind veynf ven h. v. Br. in dem flrijve bleif boit her-
tzouch Everwart van Gelre ind der greve van Sympael ind vijl ander gueder ritter ind knechte.
2, Bol. B. 18. dem' flatt 'ven?.
. 'Albains Dach’ B. von Boppard. Weber die Einnahme von
2 VBgl. Rec. A oben S. 21 Note14. Ratingen ( bei Düffeldorf) vgl. Beilage I,
3. Helpenftein bei Grevenbroich. DI. 868
4. Difternich bei Düren. Vgl. Koclh. 7 Up ben 22. dad’ B. Der Graf
2713. von Symdpael iſt Guido von Luxem⸗
5. Dies bezieht ſich auf die unten er- burg, Graf von St. Pol. Vgl. Nijhoff,
zählte märkiſche Fehde von 1391. Gedenkwaardigheden uit de geschied,
6. Niebersburg heißt die Vorſtadt van Gelderl. IT, p. CXIV,
Bl. 246,
72 V. Cölner Jahrblicher des 14. und 15. Jahrhunderts.
Der wevere fladıt.
In dem felven jar in dem mainde november up den 20. daghe verlo-
ren die wevere ..... ind egliche erjlagen.
Wie dat bilde der wevere zu fent Mertin quam.
In dem felven jar namen vie heren van Colen unfer frauen bilve 5
vur deme gewanthufe, dat nu ein fleifchhus is !, ind fatten dat bilve zu
ſent Mertin. dat deden fi umb des wil, dat Die wever einen man mit ge-
walt namen an dem gericht, den fcheffenoirvel verwiſt hadde, mit namen
Henfen van Zorich, da fei groez vordreis fint umb hatten 2,
In den jaren 1372 quam bifhuf Friverih van Sarwarden zu Colen 1
ingereden up fent Albanus dach, ind he wart eirlich enfangen. ind he ſank
de homiffe in den doeme, alz dat billih was.
| In den felven jar warn hei Nuwenar, Rodesberch, Merkenid)
. ind dede de dri burge breden.
In den jar 1373 do quamen de Juden widerumb 30 Colen mwonende 15
mit willen der heren.
In dem felven jar quanı der carbinal van Engelant zo Collen ind
ſank up ven pingstach miffe in dent doeme zu Collen.
Hi wart de vait van Eolen gevangen.
Int jar 1374 wart der vait van Colen gevangen vur Berf3 Dez ma- 20
nendagz na fent Peter ven man nent vincula sancti Petri.
Dan den groffen Rin.
In deme felven jare in deme mainde fehruario ..... Dat geweſſer
werde wal bis 30 paejchen.
Doe der buffedang zu Eolen waz. %
In dem jelven jar quamen die dentzer ..... iD lichter lude ge-
droch waz.
1. Die ganze Notiz fehlt 02. 4. Ueberfchrift fehlt C?. 6. ‘dat’ flatt ‘ein? C?, fatte C*.
7. ven groiffen fent Mertyn 02. 8. "and. g fehlt Ci. gewiſt Ci. “m. n. H. v. T.' fehlt
Ci. 9. dairumb dat de wever grois verdreis Fregen 02. 10. In dem felven jar C'. Er.
eirftwerf zu @ollen unde ſank up ven heiligen Alb. d. de h. 30 Eollen C?. 11. Albyns Ci.
13. Dieſe Notiz in C! erfi' nach ver folgenden. 14. ve’ fehlt Ci. vede ſelve C2. 15. Dieſe
Notiz fehlt C?. 16. den' flatt ‘ver? C!. 17. Diefe Notiz in Chierſt unter 1374.
18. up vd. p.’ fehlt 02. hoemiffe up fent Beters altair O2. 19. Ueberfchr. fehlt C?.
20. laich vait Gumproicht erfoait 30 Eollen never C2. vez — Petri?’ fehlt C?. 22. Ueber:
ſchrift fehlt C?. 23. tes 9. d. in dem fpurfel C?. 24. warden' flatt werde'. by paeſchen C!.
dat — naefchen’ fehlt C?. 25. Ueberfchr. fehlt C?. 26. jare geyngen ve d. ind man wranf fy
mit twelen, ere buch mit fnevelen, ind was voich up leſte gedroich ind lijchter lude geverde C’?.
1. Bgl. Ennen, Geſch. II, 679. 3. Rheinberg.
2. Bgl. Bo. I, 252. 261. 275.
0. _ 73
In den jaren 13751 voeren de fheffen van Collen zu Bunne wei:
nen. ind zwein quamen weberumb [ind dri bleven] zu Colen, mit namen
ber Everhardus Hardevuiſt, her Henrich Hardevuiſt ind her Everhart van
dem Huntgin.
5 In den jaren 1376 wart der fanf gelaht umb dat der cappeler van
Wevelfoven ind her Johan van Keffel?..... umb ver fcheffen willen.
| In den felve jar wart Dueße verbrant up fent Quirins dad) van BL. 2.
..... ſent Herbert gevoirt van Duetze zu Siburch up den Rin.
Alhi wart de Hin gepeldet.
10 In dem felven jare worden unfe heren zu rade ..... doch daz forn
ind win mail waz weilbe.
Hi wart konink Wefalaus konink.
In dem ſelven jare des erften Dages in ven evenmainde ..... de
foirfurften machten en zo eme foninge ind daden eme alfo a8 man bez pleit.
15 ‚In dem felven jare3 voren die van Colen zu Duße ind verbranten
Dueß zomale ind worfen de muren nieder.
In dem felven jar in dem heumaint? waz der feifer zu Adhe
ind dez wart ime 40000 gulven van deme feifer.
Der groifje brant in fent Eonibertus kirſpel.
20 In dem felven mainde des 10. dages ..... ind dat cloefter me dan
de helfte.
Hi lach biſchuf Friderich vur der flat van Collen.
In dem felven jar lady bifchuf Friderich wur der ftat van Collen tufchen
[Sollen ind] Rodenkirchen up fent Panthaleonis dach einen halven dach
sind ein naht, ind ſchuſſen vuer dez nachtes in de ftat.
.e.eo 6
| In dem ſelven jare bleef Herman Druſte doit, de helper waz der Bl. 26.
ſtede van Collen weder biſchuf Friderich.
1. 1375 des 22, dages in dem mertz 02. waren' ſtatt voeren C!. Bonne. der inmoiſten zwene
neit in de ftat. in dem ſelven jair wart ver ſank gelaicht des nieſten dages na ſent Mathijs dach. in
dem ſelven jair wart de ſtat Collen in des keiſers aichte gedayn logl. Rec. A], ind du erhoif fich eyn
grois kreich umb ver ſcheffen willen tuyſchen dem buſchof ind ver ſtat Collen O2. woynden' ſtatt
woinenꝰ Ci. 2. ind dri bl.’ fehlt Ci, ergänzt aus B. 3. hern Hevenerar Ci. 5. Die ganze No⸗
tiz fehlt C?. 7. verbr. van W. v. d. V. ind ſyne hulpen, ind dairnae up ben 14. daich voirte
man ben gueden fent C?. 8. "up den Rin' fehlt 02. 9. Ueberfchr. fehlt C2. -10. Diefe
Notiz abgekürzt 02. 12. Ueberſchr. fehlt C?. 13. Diefe Notiz ganz kurz C?. 15. waren C*.
jare des 20. dagis des maeng junij braichen de van Gollen Duitz af ind woiſtende dat dorp C?.
17. des 10. dages in dem h. C?, wo dieſe Notiz übrigens ganz kurz if. 18. Ynne' ftatt ime'
ci. 42 vuſent C?. 19. Ueberfchrift fehlt C?. 20. Diefe Notiz ganz kurz 02. 22. Ueber:
fchrift fehle 02. 24. Collen ind’ fehlt C'. Hop. ind dem Galgenberge C?. eyme C!,
25. vuer in dez C!. vuir in de flat, ind der bufchof invoirfte neit langer da lijgen C?.
26. Diefe Notiz fehlt C?.
1. Das in 02 beigefligte nähere Da: 3. Up den 19. dad) in dem mainde
tum ift falfeh. Vgl. oben S. 25 Note5. junii A.
2. Keilfe A. 4. Des 6. dais A.
74 V. Einer Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderte.
Hi wart de kirche zu Dub gebrochen.
In dem felven jare wart de kirche zu Dub gebrochen van der ftat. ind
dar wart viant der feifer, der herzoge van Oiſtrich, der biſchuf van Trier,
Pavderborne, Brabant, Gulge, Ache. da waz greve Engelbreicht van der
Mark der fteve helper ind waren up fent Severins Dad) vur Bunnen. und
de folvener und ve Kolner reden vur ſent Severin por&en und flogen ſich
mit den vianden. alda wart bifchuf Friderichz broder van Sarwarden ritter
und der here van Weſterburch. und darna over 8 dage woeren de van Collen
zu Duge und brachen fent Herbert mionfter nieder und verbranten de abdie
zumale und de kirſpelzkirche, umb Dat der bifchuf gein burg da machde van
ver kirchen. van der fache wegen freich de ftat vil wiantichaf, der keiſer und
DL
N
0
der greve van Segen und nod) mer dan 800 ritter ind knecht. und alz
vurg. ftet fo lagen die Colner 1 ganzen dach vur Bon und branten al
dorper daentuſchen. und in dem kreich wart vil veich genomen und in de
ftat getreben. und in dem kreich wart mand) man gevangen und erflagen
van beider partei.
In ven jaren 1377 up ſent Agneten dach wart eine foine geſprochen
tufhen ..... ind diffe breif wart gelefen up den erften mainvag in der
vaften up der burger huis vur der gemeinde, ind de ſone behade mallich wail
junk ind alt.
In dem ſelven jare in dem mertze dede der biſchuf jagen einen ar—
men geſellen vur der ſchaifportzen. der veil in den graven, der hadde
dem biſchuf ein perd intreden. den erſlogen ſi in dem graven, dem
doch unrecht geſcach, in hengen en vur die portze. darmit wart der
biſchuf eirſt ſoinbruchich.
In dem ſelven jar up unſer liever vrawen dach annunciacio qua—
men die ſcheffen weder zu Kollen ind hulden dem rade.
In dem ſelven jare up ten hultzvartdach wart der cappeler ind der
reintmeifter usgelaeflen, die des kriges wele gemacht hadden.
Hi wart Simon ind David gehangen de Juden.
In dem felven jar des 5. dags in dent aufte wurden de zwein Juden
gehangen Simon ind David. Simons wif wart mit in dat velt gevoirt ind
1. Ueberſchr. fehlt C?. 2. worben die Eirchen C!, wo mehrere Säße boppelt gegeben finv.
3. ‘ver’ vor buſchof' fehlt C!. 4. Paderburch C!. Aichen ind ander vijl heren ind ſtede 02.
was up de zijt C?. Engelbreicht' fehlt C*'. 5. hulper van Gollen ind zoich mit ven bur⸗
geren vur Bonna up f. ©. d. ind verbrante alle de dorrer ain dem vurbrugge ind umb ghen
Broele, ind zoegen mit der fonnen wederumb heym'. Reſt fehlt C?. 8. hern C'. 13. brue⸗
ten C!. 15. geftreben C!. 17. Diele Notiz irrig zu 1378 und weit fürzer O2. wart yre
gefprefe tufchen C’!. 18. dag mainde C. 19. wail fonne junf’, währenn vorher ſone
fehlt Ci. 21. Ind. f. j. wart der buch. foenbr. an eyme ſyme deynre, der hatte eme eyn
pert untreven, ind jagede den in der ſtede graven ind floegen in doit ind heyngen in vur der
porge C2. 22, !van? ftatt "our? Ci. 23. verflogen Ci. 26. in ver vaften up u. I. vr. d. O2,
wie 3. 27. hulden der ſtede C?. 28. houltzverdaich wart d. keppeler ind bere Johan van
Keilfe los C2. 29. vole C'. "die — hadden' fehlt C?. 30. Ueberſchr. fehlt C?. 32, ger
bangen C'. David, de overften van ven Juden. des eynen wijf wart Eriften, ind de andere ſulde
man levendijch begraven haven. de Juden hatten 02.
20
25
30
c. | 75
[man] folve fei begraven hain, doch wart fi criften gedain umb bede willen
des greve van Cleve. die zwei Soden haden dat urlih gemadt
dat die [heffen usvoeren ind hadden Soden verraden tu—
ſchen Bun ind Coln dem van Uft!.
5 Int jar 1378 quam ein groiſſe is ind dede groiffen fchaden, dair
man fich neit vor enhoidde.
Athi verbrante fent Mertins toirn.
In dem felven jar up fent Bernark nacht vorbrante de groffe toirn
zume groffe jent Mertin ind dez Vismartz en deil?.
10 In den felven jur in dem mande feptember wart Dorpimunde ver:
raden van Nejen van der Virbefen ind irs foins ind bez greve fon 3, ind
bei zwein wurden enthovet ind Nefe wart verbrant uf dem wagen ®.
|| In dem jelven jare up fent Maternus5 dach wart Roidenkirchen Br. 2.
firmifje gelaicht bi Meulntenkotten, umb dat her Johan van dem Steine
15 hainwin zappen wolde zu Rodenkirchen. |
In dem felven jare® ftarf paifz Gregorius zu Rome ind keiſer Carl
van Beim.
In den jaren 1379 up druginde avent wart Engelbrecht van Dift, Ian. 5.
Hurbenberch? ind ere knechte up ben Heumart enthovet. ir waren 23
20 ind wolden den herzog van Gulche erflagen oft gevangen hain.
‚In den jaren 1380 dez 15. dages in dem brammande quam Weng-
lau8..... ontfangen, ind he confirmirde de ſtede al ir breife.
B zu
1379.
1. man' fehlt C'. 2. urdell gemaicht dat fy de ſcheffen uiswoirten, ind hatten Juden verr.
t. @. i. Bonna (2, 3. ind hadden ind C!. 4. ‘ven v. U.’ fehlt C?. 5. grois creft⸗
lijch is 02. 6. da ſich niemant wur hoitte C?. 7. Ueberſchr. fehlt C?. 8. up. B.
n.' fehlt 02. 10. Diefe Notiz fehlt ©. 11. rircken C!. Birbeken X, 2796, 13. Mer:
tins C!, Matanis (2. 14. "gelaicht? fehlt Cu. malaten koden C!. 16. "zu Rome’ fehlt
02. 18. Ougelbreicht van Oiſte C?. 19, yr knecht C!. 13 02. So fland urfprünglich
auch im C'!, wofür aber von gleicher Hand 23 geſetzt if. 21, in den felven jair do man
jchreif 1380 02. dez 410. dages C*. dez 15. d. ind. br.’ fehlt 02. 22. "ind — breife? fehlt 02.
1. Bgl. den erweiterten Text ber
Koelhoff'ſchen Chrou. BI. 2796.
2. Ind dat unſelige vuir quam van
deim Viſchmarte B.
3. In der Nacht vom 28. auf den
29. Sept. machten Agnes von Virbeke,
Bürgerin von Dortmund, ihr Sohn Ar:
nold Sudermann und Konrad von Fin:
denhorft, Sohn des Dortmunder Grafen,
den Verſuch, die Stabt einigen benadh-
barten Rittern in Die Hände zu fpielen.
Fahne, Dortmunder Chronik (1. Bd. von:
Die Grafſchaft und freie Reichsſt. D.) 63.
Zeitichr. d. berg. Gefchichtsver. VIII, 202.
4. D. h. auf dem Wagen, in wel:
chem verborgen Bewaffnete in die Stadt
geichafft werden jollten.
5. Die Aenderung Maternus' ift
unbedenflih. Noch heute wird im Dorf
Rodenkirchen der Maternustag feierlich
begangen. Zwiſchen der Stabt und Rit-
ter Johan vanme Steine kam e8 1380 zu
einem Schiedeipruh (Quellen V, 331),
in welchem auch ‘dat punt ber Roden⸗
fircher kirmiſſen' geregelt wird.
6. Richtig. Vgl. Note zu B.
7. Heinrich v. Hardenberg. Das Todes-
urtheil fällten Die Gefchworenen des Land⸗
friedens zwischen Rhein und Maas. Quel⸗
len V, 448. Vgl. Zeitſchr. d. b. ©. 203.
Dec. 25.
Mai 30.
BL. 276.
Zul. 12.
76 V. Cöolner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In den jaren 1381 up den kirſtdach binnen effen, over hove des
bifchuf Friderich over tafelen, hinder fime rucge ftach der burchgreve van
Rinecke! ber Roilman van Sintzige doit. des andern dagz wart der
burchgreve up ein vat gefat.
In dent felven jar wart feifer Carls dochter van Beim durch Colen
dem coninf van Engelant gevoirt zu eime wive.
In dem jar 1382 wart her Diverich van Beneffis fcheffen ? up dem
Numarte enthovet des frivages na ſent Urban dag,
In dem felven jare alz man unfes here bloit drait zc. zu Brugge, won-
nen de van Gint die flat 30 Brugge, ind die greve van Blanderen
vor us der ftat ind dar bleif 70000 menjchen 3 doit.
In dem felven jare richten de van Menge over ven Beier van Bo-
parden, umb bat he ven koifman hadde bevoift. ver ſelver Beier boit der
jtat van Maentz vur finen lif 30000 gulden.
In den felven jar wart dat intervid relarirt ..... . dat die flat van
Colen zobrochen hadde.
In den jaren 1383 gewan biſchuf Friderich ind der lantfrede de burch
zu der Dide up fent Margreden avent [ind] lagen dairvur 6
wecden ind 4 dage. ind brachen de burdh?. dairumb wart der
greve van Cleve ind der greve van ver Marke viant dez bifchufz van Collen,
dair groffen ſchade van geſcach.
In den jaren 1386 wart der herzeg van Diftrich erflagen van den
Swißeren. da bleif auch doit ein greve van Katzeneilbagen ind vil guder
lude.
In dem ſelven jare waz alz [oil] wins gewaſſen, dat man ein voder
wind galt vur [4 gulden ind ein voderich vas vur] 3 gulven. wer fin eigen
vas brachte ind 1 gulven, den gaf man fin vas vol wins.
1. effen dae b. Fr. hynder C’?, ouver houft C!, vgl. X. 231®. 3. Reneggen 02.
doit ftaich C?. 5. durch Colen' fehlt C?. 6. *Ungeren? ftatt Engelant' 02. , 7. “fchef-
fen’ fehlt 02. 8. vur' ftatt na’ 02. 9. heren beinijvunge z0 Br. draget 02.
11. vloe' ſtatt vor' C. bl. mennech man doit 02. 12. felven maent C?. berger Ci.
13. Beier? fehlt C'. 14. van Maeng’ fehlt Ci. 15. Diele Notiz fehlt C?. 17. In
dem felven j. 1383 wart dat ſloes zer Die belaicht van deine lantfrete. up f. M. vach wart
dat huis upgegeven. man laich dairvur C?. 18. diete C!. “ind? fehlt Ci. 19. "ind
br. — gefeach’ fehlt C?. 23. voel C!. 24. lude ind heren C?. 25. "oil? fehlt Ci. Die
ganze Notiz fehlt 02. 26. ‘4 gulden — vur? fehlt C!. Dal. B.
1. Johan burdgreve van Rynede Kommt unter lettterem Titel noch 1379
fommt 1373 (Racomblet, Urkundenb. III,
642) vor. Die Koelh. Chron. 2813 hat
Remagen‘, wo aber feine Burggrafen
jaßen. Eine falfch datierte font mit Rec.
C vollftändig übereinftimmende Notiz der
Limb. Chron. S.463 gibt an, der Morb
fei zu Godesberg geſchehen. Roilmannus
de Syntzge, miles, dominus de Aren-
dale begegnet 1363 (Lacomblet 549), und
(ebendb. 735) vor.
2. Wohl der 1375 aus der Stadt
entwichene Schöffe dieſes Namens. Ka:
comblet III, 667. Ennen II, 743 nennt
ihn Gerhard,
3. B 7700. Bgl. die Varianten.
4. Bgl. Rec. B ©. 46 Note 3.
5. Herzog Leopold fiel bei Sempach
1386 Juli 9.
BD,
8*
N
C. 77
In den jaren 1388 bifchuf Friderich van Collen, ver bifchuf van
Monfter ind Paderburn ind ver greve van der Marf belachten ‚die ftat
van Dorpmunde mit groiffen volke!.
In den ſelven jaren flogen de Switer doit mer dan 900 ritter ind
5 knechte?.
In dem felven jare zuch jonker Lodewich van Rifferfcheit vil koeflude
never in bes herzigen geleive van Gulge bi Berchem ind vorde fei 30
Alpen. darumb dat de Lütger mit ber macht uzwaren ind wolden over
ben vurg. herzigen. mer id wart gedebingt, bat der herzige vurg. die ge-
10 fangen loifen ſolde. darvur moeſte hei 12 finer beſter ritter 30 pande
fegen binnen Lutge.
In den jelven jar zoich die herzigine van Brabant vur Greves ind
belacht dat mer dan mit 100 duſent man. darna dez fridagz pur unfer
frawen dach quam ber herzige van Gelre mit geren under fei ind veinf
1 der beſter ritter ind fnechte mer dan 100 ind ir erbrunfen in der Maeſen
wail 700.
| In den jaren duſent 388 quam ter konink van Frankrich mit 22 31. 28..
langheren ind mer dan mit 60000 ritter ind Fnechte in dat lant van
Gulge?. [bo] legen fi 1 maint ind deden groffen fchaden entgein ven
20 herzigen van Gelre, ewer fi wonen neit vele. ind waren genant die Bur-
dunen ®.
In dem felven jar ftreven die broder van Brunswich under ein
anber, ind der rechte her van dem Lande die verlois den jtrit®.
1. 1387 (au8 1386 von gleicher Hand verbeffert) C1, wo viefe Notiz zwifchen 1383 und 1386
ſteht. 2. Dark inde bei. 02. 7. under' ftatt in’ C2. ſey gevangen z0 02, 10. *befter’
fehlt C2. 19. ſende C?. bynnen 2.’ fehlt (?. 12. ver herguch 02. Vgl. X. 2828. Grave
02. 14. veynk ere beſter heren bij hundert C?. 15. *ind. M.' fehlt €". 18. dan’
fehlt Ci. fn. ind zoegen in d. 1. v. ©. intgayn d. h. v. ©. ind laegen eyn maent lank in
dem Builcher Tande C?. 19. "do? fehlt C!. 20. neit vijl dairan C?. "ind — Burdunen'
fehlt C*.
1. Ausführliche ‚Seireibung der Be- 5. Grave a. d. Maas bei Nymwegen.
lagerung von 1388 bei Fahne, Die Graf⸗ 6. Der Tag ift unficher, nach Nij-
haft und freie Reichsſtadt Dortmund hoff p. uxıı Note wahrjcheinlich 1388
(1854) I, 68 ff. Sühne der Stadt mit Sul. 30. Gute Nachrichten mit geringe-
Erzbiichof Friedrich 1389 Nov. 20 bei La- ver Berluftangabe hat die Münftereifler
comblet III, 829. ‚ Chronif (Annalen des bift. Ber. XV,
2. Schlacht bei Näfels 1388 April 9. 195) zu 1377.
3. Bergheim und Alpen. Beſtätigt 7. Der Feldzug Karls VI. gegen Wil-
wird unfere Erzählung durch eine Urf. helm von ©eldern, Sohn des gleichna-
des Vogts Gumpredht von Alpen 1390, migen Herzogs von Jülich, fällt wirklich
Lacomblet III, 836. Vgl. ebend. Note. 1388, nicht 1387. Vgl. Rec. B ©. 4b
4. Johanna. Ueber die Belagerung Note 6.
vgl. Nijhoff, Gedenkwaardigheden III, 8. Vgl. B ©. 16 Note 7.
p. LIX. 9. Gemeint ift der Streit der Herzoge
Apr.t.
uni 7.
BI. 25b,
18 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderte.
In dem felven jare ftach fich ber Reinart van Rifferſcheit doit uf
ver banen.
In den felven jar quam ſent Herbart van Siburch weder in fin
monfter zu Dutze bez gubespages nae paefchen !.
In den felven jaren droich man die cafjen bi ein in dem boem zu 5
Colen dez eirften fondagz in dem braemmainbe.
In ver jelver zit daden be leiven hilgen grois zeichen overmitz vie
genade goig. dar wurden blinden feinve, Truppel gainte, finder jprechen,
lamen gefunt ind ander mirakel overmig ven guden fent Severin.
In dem jelven jare reit der herzige van Gelre in Pruiſſen. ind mit 10
eime veit einer dei en vorreit, ind he wart nebergezogen in des herzigen
lande van der Stulpen. ind de here van Prufjen hulpen eme baz ber
ledich wart 2.
In den jelven jaren waz der Kin alz Hein dat die perde mig in ven
Kin gingen ve ve ſchif upzogen. ind al puß verdrugeden zu Sollen, alz Dat
man Rinwaſſer up ver gaſſen weile hatten, des nei gelevet wart.
In den jaren 1389 des neften dags na fent Gregorius dage To wart
die grevinne van ven Berge begange der fon waz der eirfte herzige van ven
Berge ind en machte der Romfche || foninf herzige a8 vurg. fteit. ind 30
duſſeme begenfnifje waz manich herenleit beide geiftlich ind werltlichen, bu-
ichuf, abte ind prelaten, ritter ind Inechte ind aud) manich landsheren zu dem
Alvenberge, vil vrauwen ind auch guder borger van Collen.
In ven jelven jaren in dem auft up der Saltzgaſſe.
In den felven jaren wart Lodewich van dem Langenhus up ein voi—
der wind aus Colen gevoirt an bat gerichte ind eme waren ve hende up
fin rugge gebunden ind ein feil ain fin halfe, want be hadde finen fnecht
1. *fich? fehlt O2. 2. banen doit. dat dede eyn Iftibugur O2.
wedver 0%. 5. caffe C!. bij eynanderen in ven doym 02.
ind myrafel (2. 8. "goig? fehlt 02.
gef.’ fehlt C?. viijl andere 02.
3, der gube fint Herbert
6. in der vaften C?. 7. zeichen
ſynde C!. Tammen? ftatt kruppel' C%. 9. lamen
10. ‘ver? fehlt C!. Brijffe C'. ind der m. emer. ver
verreit in C?. 12. Stalpen C?. ve duitzſchen heren C?. dat he uis quam 0. 14. Diele
Notiz fehlt C?. 17. Diefe Notiz fehlt C. 18. *greve? ftatt 'grevinne’ Ci. 22. *woil’
ftatt vi? Ci. 23. Diefe Notiz fehlt C?. 24. "quam? ftatt wart' 02. 26. ſyme fn.
eyns gultels ain getzoge hadde C'. ſyme En. eyn gulden gurbel angezogen C’?.
von Sadfjen- Wittenberg und Braun:
Nah der Schlacht von Winfen (1388
Mai 28) leifteten die erfteren Verzicht im
Bertrag von Uelzen. Vgl. Havemann,
Geſch. der Lande Braunfchweig und Lü⸗
neburg 1, 522 fi. '
1. Nach Rec. B wurden die Reliquien
1376 nah Siegburg gebradt. Ende
1382 hatte Die Stadt die Verpflichtung
ſchweig um den Befig von Lüneburg.
übernommen, Kirche und Klofter zu Deutz
binnen fünf Jahren wieder aufzubauen.
Ennen 11, 733.
2. Herzog Wilhelm wurde auf einem
Zuge nad) Preußen Dec. 1388 bei Stolpe
durch Edarb vom Walde gefangen ge
nommen, Auguft 1389 wieder entlaj-
fen. Nijhoff, Gedenkwaardigheden III,
p. ıxxvi. Aehnlich, aber befler in ver
Münftereifler Chron. a. a. ©. 197.
5
IX]
0
I}
5
c. 719
eins gulden gurtels angezegen, ven he felven geftolen hatte, in hatte auch
wine gefelfet. dairna binnen echt dagen brant men 5 ftude [mins] an dem
Rine, de Philips van Meirrabe geweift waren.
Dat de gemeine frawen rode zeihen drogen.
5 In dem felven jare drogen de gemeine frawen rode wilen up irem
heufde, up dat man fei kente vur ander vrawen.
In den felven jaren waz de romervart ind dat gulden jare zu Rome
in der ftat!.
In den jaren 1390 veit greve Diderich ..... ind ſchediget fich
10 felver an perven ind ain luden. doch he vorbrante Rile.
In den jaren 1391 dez leſten dagz in dem aufte? quam ver grewe Aug. 31.
van der Markes ind der van Heinsberch mit iren helperen in tat bisdum.
van Collen ind branten ind brantfchatten. ind deden groiffen ſchaden ind
lagen in den lande 8 dage.
15 In den ſelven jaren wunnen die van Collen dat bergfrite Boil-
heim* und veingen da up Baldwin van der Vlattens ind finen brober
ind || ander ire heipere. ind vur dem huis bleif doit Ulrich van Rin- Br. 20.
borp 6, Gerhart van Benefis int 5 ander man ve da erdrunken.
In dem felben jare up fent Laurens avent wurden de fcheffen van Aug. 9.
20 Colen entfat van allen iren ambachten ind heirlicheive und burgermeifter-
ampt und da wurden 2 geforen van raden zu burgermeifter, und der
ſcheffen wurden vil zu turn gelacht und auch ver ratzheren ein deil'.
Item in -jaren unfes heren 1392 dez mondachz na unjer frawen Sept. 9.
1. he eme C' C?. Dal. K. 282b.
02. 'wins’ fehlt C!. Vgl. K. 282b.
2, dage woirden 5 dage verbrante man an dem Ryne die
3. vanme Roede C?. 4. Weberfchr. fehlt C?. ges
mebnde C!. 8. "in d. ft.’ fehlt 02. 9. Diefe Notiz fehlt 02. 11. felven garen C!.
12. des van H. 02. 13. brantfchaftenden C'. 14. dage lank 02. 16. dair ap C?.
B. ind Vlatten 02. Blatten C!. . 17. Gundorp' ftatt Rindorp' O2. 18. noch vunf
andere gude man CO. 19. upf. La’ fehlt C%. 22. zwene' ſtatt 'vil? O2.
1. Das Jubiläum wurde 1389 durch
Urban VI. verkündet, im folgenden Jahre
durch Bonifaz IX. gehalten. Chronifen
IX, 578 Note 2.
2. Das Supplement zu Levold won
Northof (Meibom, Seript. rer. Germ. I,
410 und bei Troß 244) bat die Martis
post Bartholomaeum (Aug. 29), die Rec.
D 1391 in anbeginne des evenmaing’.
Der erftere Bericht, der den Streifzug von
Tag zu Tag verfolgt, dürfte den Vorzug
verdienen.
3. Engelbert.
4. Pulheim bei Eöln.
5. 1391 feria II. post Quasimodo-
geniti jagen Balduin und Goedart von
Blatten der Stadt ab. 1392 dominica
post Margarete erfolgen neue Abfagen
ex parte Balduini de Vlatten. Fehdereg.
Bl. Gb. 9b,
6. Koelh. Chr. 283% bat ebenfalls
Rindorp', fest aber die ganze Nachricht
3u 1392.
7. Koelh. Chr. 2832 hat wieder das
Jahr 1392. Vgl. Neues Buch S. 293
Note 1.
Mai 6.
Bl. 296,
März2s.
branten ind namen ein groifen rauf und waren de gant nacht da.
⁊
80 V. Cödlner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
dag alz fi geboren wart, doi wart ber eirſt ſtein gelacht an de wint-
molen!.
Item in den ſelven jar erfroren de wingarden ind der win ſmachde
alz ver naſſe Loedewich 2.
Item in den ſelven jaren, des mondagz na bes hilgen crucz dage bat 5
it funde wart, fatten uns heren alle gulven pagament eiglich; na fime
werde zu nemen.
Item in den jaren 1393 wurben ein beil der hoifchten jcheffen aus
Colen gewiſt 20 milen bi be ftat neit 30 comen. bat wart zurftunt
gejvent 3.
Item in den felven jaren up der 11000 mechde avent reden de over-
ften van Collen ind de junge heren vur de Dide ind im dat lant ind
ind
dez morgens doi zoigen fi weder heim. doi vulgede in dez vaig bruder na
nit vil vulkz ind zugen fi niver ind vingen fi ind eins deilz vluen fi. tes
wurden darumb ver ftat verwift uber berg 10 jar. in dem ftrit bleif
— her Hilgers ſoen van der Steffen und Gothart Grins
oin.
In den ſelven jar voer der herzog van Gelre wider in Preuſſen,
want er gemant wart van Ekbrecht ver in gevangen hat!.
| Sn den jelven jar vienf der van Schonenvorft® mit hulpen dez
van Heinsberg und dez vaig van Colen den junfheren van Gulge mit na-
men herzouch Neinart, den van Seine ind junfher Ian van Rifferfchit
mit iren belperen ®.
In den felven jaren dez fridagz vur Palmen zoich der greve van 2
10
20
1. daich nativitates C?. wyntmole up dem Numarte 02. 3. verproir der wyn ayn ben
ſtucken C?. 4. Lowich C!. 6. fatten die van Collen alle C?. gude C!. 7. ‘zu nenten’
fehlt C?. 8. in dem felven jare C?. 11. Anftatt diefer Notiz hat C? an anderer Stelle,
erfi nach der Nachricht über vie Keger zu Mainz: "In dem felven jair overmig nes (lies
‘umbtrint ver’) heiligen eilfoufent megeven daich, fireden ve van Gollen mit des vait brodere
var Sollen, mit namen vait Nutger int vait Gerait van Poilheym, ind de gebrotere wonnen
den ftrijt, want de van Gollen eyndeils intflinven. ind dem geichechte bleif doit ıc.? 17. Gryns
ton, ind de andere all gevangen C’?. 19. jair wart zoich ver C?. 20. "want er’ und
wart’ fehlt C?. 21. van’ fehlt C'. 22. miten. 5. R.’ fehlt C*. 23. greven van S.
c?. “ind junfher’ fehlt C?. .
1. Hierdurch glaubte der Erzbifchof
feinen Gewinn aus den Waſſermühlen
auf dem Rhein, die er mit der Stadt zu
gleichen Theilen bejaß, geſchmälert. 1393
uni 11 (CLacomblet III, 874, wo irrig
Zuni 5 datiert ifl) wurbe neben vielen an-
deren Streitpuncten auch Diefer geſchlichtet.
2. Bgl. Rec. B zu 1333, ©. 32.
3. Vgl. Neues Bud a. a. O.
4. Nach Nijhoff, Gedenkwaardighe-
den 111, p. ıxxx Note 4 trat Herzog
Wilheln 1392 Nov. 19 einen Kreuzzug
nad Preußen an.
5. Rainald.
6. Kürzer Limb. Chr. S. 493. Bgl.
Franquinet, Les Schoonvorst (Rure-
monde 1874) 40
C. 81
Moerſſe vur Tricht mit finre hulpen und beint der van Tricht wail 350
und flogen er dott mer dan 1501.
Item anno 1393 up dem halmadent begriffen be heren van Collen Nirz2e.
dat cloefter zu Dutze zu einre burch weber ver bifchof van Eollen? und
s veftigete auch Efferen. und ber bifchuf veftiget auch Bachem bi Collen?.
Item in ben felven jaren waz dat capittel der minre bruber binnen
Sollen, daz nei zu Collen enguam, und waz zu pinzten®, und de zit waz
zumal heis.
Item in ten felven jaren up fent Peters ind fent Paumelz dach Jun. 28.
ı droch man de caffen in ven newen boim im ere goig und ber ftat van
Colen.
tem in dem felven jare wart dez newen turn zu fent Severin be-
gunt dez dirden dagz na ſent Urbans dachs. Mai 28.
tem in den felven jaren 6 dez faterspagz vur fent Marien Magda- Sur. 1s.
ı5 lenen dach wart broder Mertin van Mentz verbrant. in bez 4. dagz
barna wurden bri jwefteren gevangen, de overmit fin dregeri in ungela-
ven waren gevallen. mer fi wurden befert und fi moiften bat crucz ber
penitencien dragen.
Item in ven felven jar up fent Lucien dach”? ftarf herzoig Wilhem Dee. 13.
20 van Gulge.
Item anno 1394 up fent Johans avent wart Heinrich Rabode dat Jun. 23.-
hoift afgejlagen, want be mennichen man erbrenfet ind ermoirt haette.
bez felven dagz ſtach Hupgin Raboitz gejel hern Ian Overftolg jcheffene
vur dem bome, unver al dem vulfe boit, und bez dirden dages ftarf ver
1. Trijcht 400 02. 2. dan zweihunpunt 02. 3. in vem felven jair 02. *up vd. p.’ fehlt
oꝛ. 4. buſch. Fredereijch C?. 5. bi &.? fehlt 0. 6. capittel generali C2. “binnen
Sollen? fehlt C!. 7. dat nie alda gefcheit was C?. was gelegen C?. und d. 3. w.
3. 5.’ fehlt C?. 10. caiſſen zo Collen C?. heiligen ſtat C?. 13. daich overmitz
hertzoch Willen van Guilche (2. 14. ſatersdaich na ſent (2. 15. dez vreden dagz C!.
16. overmitz dreicherie ind ungelove worden gevangen (2. 19. Lucien avent Ci. 20. Guilch
grois mechtijch here 02. 22. want — haette' fehlt Ci. 23. *in dem felven jair' ſtatt
dez ſ. d. C2. ſcheffen zo Collen C2. 24. volke dat da vergaedert was 02. “und —
here’ fehlt C?. dage Ci.
1. Limb. Chr. 493 erzählt Die Fehde 5. Nach Gelenius, De magnit, Col.
Graf Friedrichs v. Mörs gegen Maestriht p. 273 wurde der Thurm 1394 — 1411
zum Jahre 1393. Die Zahlenangaben gebaut.
flimmen ziemlich überein. 6. Die Limb. Chr. 485 fpricht von
2. Bol. Neues Buch S. 294 Note 5. Sebereien zu Mainz ſchon beim Jahre
3. Bgl. die Sühne zwiſchen Erzbiſchof 1389. Vgl. Joannis, Res Mogunt. (1722)
und Stadt 1393 Juni 11. Lacomblet I, p. 707, wo die Häretiker als Walden-
111, 874, fe bezeichnet werden.
4. Die Limb. Chr. 498 nennt Das 7. Den gleichen Tag nennt die Mün-
Jahr 1395, doch ift 1392 oder-1393 rich⸗ ſtereifler Chron. a. a. O. 198. Vgl. auch
tig. Bol. Wadding, Annales minorum Nijhoff, Gedenkwaardigheden III, p.
IV (Lugduni 1637) p. 293. LXXXI.
Städtehronifen. XII. 6
Bl. 308.
Jun. 24.
Aug. 28.
Eert- 1.
Jun. 11.
82 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
here. ind Hupgin ſas gevangen und floch fin hoift wider ven ftod, dat er
auch || ftarf. man fleifve in.al dot an den galgen und fat in up ein rat.
Item in ver felver zit pokden be leut jung und alt tufchen ſent Jo—
bans mifje ind jent Bartholomeus miffen.
Item in den felven jaren des donresdagz pur unfer frawen dag waz
ein groiſſen bonveflach in ber nacht.
Iten in dem felven jair gink de romvart an zu Kolen up fent Egi-
bins dach ind werde ein gan jar!.
Item in den jaren 1395 dez vridagz na dez hilgen ſacramentz dag ?
dez morgens zu drin uren waz ein er&befung, dat de Hufe jchutten und de
duppen an ber want raſſelden. bat werde zu Kolen wal 1 paternofter
lange.
Item over 8 dage darna villen groijfe hagelftein alz hoinseier und
veilen dat gevoegelz doit und boim us ber erden und jloch dat korn alz
darneder recht alz is afgeſneden were. 15
In dem ſelven jare was ein burgemeifter zerzit, genant ber Hein-
rich vanme Staeve, binnen Collen uisgewift van allen reden. boi quam
ber Hilger van der Steffen, her Luffart van Schiverich, her Heibenrich
Schallenberg burgemeifter, Johan Quattermart, Gerhart Grin, Ian
vogt van Merheim burgemeijter zerzit, Heinrich Bantaleon, Johan Po⸗ 20
gin, Johan Kannus, Werner Schallenberg, Sothart Grin der jung,
Heinrich NRoitftod, Gerhart van Bensburg, Heinrich Bloemrode, Fride⸗
rich Walraff mit ire gefelfchaf und vurten ven vurg. bern Heinrich van
Staff mit gewalt wider in be ftat ain wuffen und willen alre vebe, de in
verwift batten 3, %
u
.
©
1. *wart’ flatt *fas' (? 3. in dem felven jare C?. 5. nae' flatt our? C2. 6. *an’
ftatt *in’ Ci. 7. in ven jaren Ci. 8. jair lanf (2. 9. Eine andere Hand fügt nach
vridagz' bei: "ind was des Li. dais in junius’ Ci. veirden dages (2. Vgl. K. 2836, 10, fich
fehutten (2. 11. werde vilnae eyn pat. (2. 13. duveneier (2. "und veylen — erben? fehlt
(2. 14. floich d. k. of it affegein. (2. 16. In Ct iſt dieſe Notiz, unter Benutzung von
B, ungeſchickt eingeleitet: "Item in vem jar 1395 bez dynsdagz na drewzeyndage waz eyn up⸗
lawff zu Kollen unver ven heren affo dat de gemeynvde quam by eyn party und be felve partye
veyngen de anderen heren al want ber Heynrich van Staff aus Eollen zu ewigen dagen verwift
waz van all. rev.’ 17. reden. ind ber Luyffart C?. 18. Heynrijch van Sch. C?.
19. *burgem.? fehlt C!. Quattermarke O1 20. “burg. zer.’ fehlt Ci. 21. Wener van
Sh. (2. 23. gej. namen den H. v. St. vurg. wererumb in funder alle wille ver vurß rede
eo. 25. de in v. 5.’ fehlt C2,
1. 1395 ftellt ein Abt Benebict als (Stabtard.).
nuncius super gratia sanctissini anni 2. Dei gfeicen Tag nennen Bec. D
iubilei Coloniensis nec non fructuum et urger Chronit 498.
proventuum camerae apostolicae per
Alemanniam collector generalis zu Cöln
eine Urfundeaus. Act. et process. VII, 3
und, bie m
3, Neues Bud S. 299. Die
Berbanneng Heinrichs war 1394 ausge⸗
ſprochen worden.
c. 8
Item darna als man fehteif anno 1396 des A. dagz in bem mant
januariii boi leifen de vurß rede zuſamen und || veingen al de hei vurg. Bi. 300.
ftent, ain ber Hilger van Steffen und bern Luffart de veilen uber de
mure, und ber Luffart de erdrank?. darna zurftunt in dem vaſtavent Beer. 13.
bo floich man bern Heinrich van Staff und Heitgin van Keffel ir hoift
af up dem Hoimart?. und her Heinrich van Staff wart geveirvelt und
geſat an 4 ende der ftat. de ander 13 burger wurben zu ewigen bagen zu
turn gelecht, 7 zu Beienturn und 6 zu jent Conberkturn, und wurden al
verſmit an grofien fetten.
10 Item in ben felven jar dez fondagz na ſent Vi vage in der nacht? Sun. 18.
boi wapende fich de gemeinde 30 Collen ind veingen bie overfte van rade
und lachten de zu turn. und her Coften ritter van Liskirgen und Eoftin
vur Lisfirgen fin nebe de leifen in der felver nacht zerftunt aus der por-
gen bi Lisfirgen. und ve 13, de zu ewigen dagen zo torne ligen folven
is alz vurg. fteit, ve wurben doi al levich und ven meiften deil darvan wur-
ben eim zit verwift. ind wort jo wurden fi den meiften veil gejchat van
ber gemeinde up genabe, de in auch gejchach.
Item in den jaren 1397 dez 8, dagz in ben mertz wart bez nachk
ein ſchif vur Kollen geftolen mit gude. bavan waz hoiftman her Lodwich
20 dan Rifferfchit und her Arnolt van Hoemen >.
Item in dem felven jar wart ein monghe van fent Bernhart orven
up be leider gefat. ver hat dez bifchuf van Collen ........ bit waz
up dem palmdach in den vurg. jaren. Apr. 15.
Item in ven jar unfes heren 1397 des 7. dagz junii do ftreit her-
2. de burger rede Ci. 3. van St.’ fehlt C?. 4, vaftavent und bern H. v. St. und $.
m. K. ven floh man ir C!. 6. Heynrijch wart an 4 deil gebeilt ind de andere (2. 7. bur⸗
ger’ fehlt R. 8. "und — Fetten? fehlt C?. 10. vridages (2. 11, C! unter Benugung
von B: Gollen und zugen vur Arsberg. da in waren de heren und hatte yr harnefch by in und
veyngen doy al de oyverſte'. 13. vanꝰ ſtatt our? C?. 14. 30 torne' fehlt C'.
15. worden zerſtunt van eren vrunden uisgelaiffen (2. 16. !verwifl’ von anderer Hand bei⸗
gefchrieben Ci. worden verwijſt uiſſer Collen ind vort alle de heren ven meiften deil die de ge⸗
meyne gevangen hatte worden alle verwijft ind moiften ouich gelt gevem up genade C?. 17. ‘ve
in auch gefch.? fehlt (2. 18. Die ganze Notiz fehlt 02. 21. Die ganze Notiz fehlt C?.
22. C! Bat finnlos: Collen weder nacht vurgemart’.
1. Das Datum iftrichtig. Vgl. ebend. wig) von Reifferfcheid-Bedburg- Did “ind
©. 300 Note 1. alle den ghenen, be des dages in bem velbe
2. Bgl. ebend. ©. 301 Note 1. waren zu waffer of 30 lanbe, do be ind
3. Vgl. ebend. unten. - ber Arnolt van Homen dat [if vnr um:
4. Das Datum ift richtig. Vgl. fer flat 30 Coelne daden neimen.’ Co:
Neues Buch S. 308 Note 1. pienb. IV, 348. Weber Arnold von Hö⸗
5. 1398 Dec. 21 gewährt die Stadt men, Burggrafen von Odentirchen, vgl.
Sühne dem Herren Johann (nicht Yud- auch Ennen III, 82ff.
6*
BI. 318,
San. 26.
84 V. Edlner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts,
zog Wilhem van ven Berg mit herzouch Ailf van Cleve ind mit den gre-
ven van ber Marke! gebrober, dez vurg. herzogen fufterjone. deſe ftrit
ivaz vur Cleve. und de vurg. greven wunnen ben ftrit und veingen ven
berzogen und ven greven van Gulge und den heren van Salmen, ven
heren van Hinsberg und den van Rifferfcheit, ven heven van Sein? und
ben van Wefterburg und vil || guber ritter, van bez der greve van Cleve
groiz guet van in Freich 3. |
tem in dem felven jar wan der berzog van den Berg be ftat zu
Ludenſcheide! dem greven van der Mark af und verbrant ve ftat zumale.
Item in den ſelven jaren zurjtunt dairnae gewan greve Diberich 10
van der Mark Roede of der VBolmen 5 dem van Limburch af und brach et
af und gewan dana Rode vur dem walde 6 und darna be ftat Xeinepe und
verbrant dat alfit und warp de mure niber.
Item in vem jare 1390 octavo lach greve Diverich van ver Marke
vur Elvervelde bez 18. dagz in den mertz?, in wart dair erfchoffen dez
jelven dagz zu zwen uiren na mitdage van eime ſchutze van Saffen ind
bleif zurjtunt doit. |
In den feinen jar in dem mainde januarius crastino beati Pauli
conversionis wart ber Hilger van ver Steffen usgevoert up einre koil⸗
faren ind eime wart fin bouft afgeflagen ind wart gedragen zu Wier in 20
dat cloſter 8. '
In den ſelven jaren des mans maji up den 7. dach dez mans burg.
—
5
1. mit den greven v. El. C. mit den? fehlt 2. 2. dez — Cleve' fehlt @. 3. ind
die zwen gebrovere (?. 4. hertzouch Willem eren vemen C?. heren v. ©. (2. greven v.
©. (2. de h. v. H. Ci. 5. den beren v. R. den greven Senne (2. "und d. v. W.' fehlt
(2. 6. guder lude ritter ind ‚Enechte C?. van dez — kreich' fehlt C?. 9. Lupenfche dey
Ci. Ludiſcheit (2. verbrant it zomale C?. 10, dairnae’ fehlt Cu. 11. Vlammen 62. braich
it ind bairnae Roede C?. 13. verbranten (?. wurptn C*., 14. felven jare 1398 C1.
15. @uervelde C'. Elunvelve O2, 18, “in dem mainde — conversionis’ fehlt C?. strasti
beati P. confessoris Ci. 19. up e. k.' fehlt Ci. 20, eime' fehlt Ci. Wygern Ci.
21. cloifter ind lijget da begraven (C2. 22. daich vurß worden 02.
1. Dietrich. klärt 1396 ſein Schloß Royde op der
2. Reinold von Jülich, Johann von Volmen' zum Offenhaus des Herzogs
Heinsberg, Johann von Reifferſcheid, Wilhelm von Berg. Lacomblet III, 909.
Gerhard von Sayn. Iſt das weitfäliiche Rhade an der Bolme,
3. Vgl. Rec. BS. 48 Note 4. Die Kreis Altena.
Gefangenen nennt auch der Bericht bei 6. Radevormwald bei Lennep.
Lacomblet, Urkundenb. III, 918 Note, 7. Die fonft genau übereinſtimmende
und, faft genau übereinflimmend, ein Nachricht der Koelh. Chr. 2855 hat März
Zufag zum Compendium chronicorum 14. Schüren ©. 150 fett feinen Top
bes Petrus ab Herentals (Stadtarch. Mſe. 1399, nad) der Eroberung von Mülheim,
C46). die auch nach Rec. D erft 1399 fällt.
4. Lüpenjcheid, Kreis Altena. 8. Vgl. Ennen, Geſch. III, 93.
5. Ritter Everhard von Limburg er
C. 85
wart her Herman van Goich ind Goswinus fin eidum usgevoirt uf einer
farren ind worben inthoufvet, want her Herman van Goich weder ver
ftat eit gebain hadde ind ouch bejait hadde vil guder Tube, dat neit
war was,
5 In dem felven jar dez 15. dagz majt wan herzog Aleff van dem Berg
weberumb de burch genant Beigenburch 2 dem greve van ver Marf ind
Cleve af ind gewan darup gubes genoich.
In dem felven jar des 19. dagz in dem mai bo ftarf her Simon
van Sulms, proift zu tem bome in Collen, dat he befeflen hadde 83
10 jair?. ind junfer Gered van den Berge int ver greve van Murſſe ve
wurden uneindrechtich umb ve vurgenande proiftei mit geivapenter bant,
ind her Geraet beheilt de proiſtie.
|| Item in ven ſelven jaren dez eirſten dagz junii do waren allesı. sır.
foirfurften bi dem konink van Bemen zo Eovelent *. da ſtrafde herzoge
13 Klem van Beigeren dem vurg. konink van Beim ind Logenftraiften. ind
da ſais der felve herzoge in fin jchif ind voir zu Baicharach. dat quam
zu van des herzoge wegen van &elre >.
In dem felven jare hatte ein jmit des burgemeifters ordel weber-
iproichen ind geftraift up der burger huis. dem wart ſunder jcheffen-
20 ordel fin houft afgeflagen. ind ouch jo hadde he weder ver ſtede eid
gebain.
In den felven jaren des mans julit lagen de heren van Brabant ind
de ftede ind och be ftat van Lutge vur der Nuwerjtat in dem lande van
2. "worden inth. want’ fehlt C'. wart inth. 2. Herman
weder fonen eit C?, 3. ach' ſtatt ouch' cn 5. jar in dez Ci. dez 15 d. m.’ fehlt C*.
Berge dat ſſos Wyndecke wederumb ven Cleifſchen ind Merkſchen C?. 7. ap fehlt Ci.
vant ſtatt gewan' C2. 8. 'des 19 dagz i. d. m. bo’ fehlt c2. 9. ind hatte beſ. vie pro⸗
ven zu dem doeme 83 C?. 10. Begen C?. ver’ fehlt Ci. 11. warafftigen hant C?. 12. tind
— pr.’ fehlt . 13. dez eirft. d. junii? fehlt C?. voren a. k. bij ven £. v. Beheem vo (2.
15. Klem' fehlt C?. van Beim — voir' fehlt C. 16. Brachrach C!. 18. Die ganze
Notiz fehle Ci. 19. der wart 02. 22. des m. julif’ fehlt C?. 23. ftede mede ind be
flat €. nwenſtat 01.
1. *fwager? flatt eypunı? C?
1. Vgl. Rec. BS. 49 Note 1.
2. Koelb. Chr. BI. 2856 fchreibt
Wyenburch'. Beienburg (am der Wup⸗
per) und Windeck (Kreis Waldbroel) hatte
fammen. Vgl. Höfler, Ruprecht S. 144;
Pelzel, Wenceslaus II, 371 und eb. Ur-
fund. n. 151.
5. Bermuthlich handelte e8 fich doch
Herzog Wilhelm won Berg 1397 als Un⸗
terpfand an Elewe und Mark abtreten
müffen. Lacomblet III, 918.
3. Natünlich iſt hier ein Schreibfeh-
ler anzunehmen.
4. 1398 Juni 1 traf Pfalzgraf Ru⸗
precht mit König Wenzel zu Coblenz zu-
‘
um bie befannte Beichwerbe wegen Ueber:
lafjung des Herzogthums Mailand. an
Johann Galeazzo Bisconti. Später freis
lih warf man Wenzel vor, er habe (im
Kriege von 1388, ſ. oben) Geldern nicht
gegen ben König von ante unter:
ſtützt. Vgl. Höfler 170.
Mai 25.
86 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
Gelre! mit zwen bufent getvapent, ind de Nuweſtat vorbrant fich felver
ind volumen enwech. da zoge fi vort vor Remunde? ind lagen darvur ind
Ihuffen dair manichen bufjenftein in, bat in boch neit enfchadebe. vor
ber ſtat ſonden fich die Kutger mit dem herzog van Gelre bufjen die Bra-
bender3. do brach der greve van Simpail* uf mit ven Brabenter ve
15. dagz julij ind z0ch int lant van Gulge ind our Gulge ind branten ain
zo Aldenhoven bis zu ber Widen zo vur Ached. ind bez 17. dagz julij
zogen fi weder heim us dem lande.
In dem jelven jar bez 9. dagz feptembris wart gewonnen Leven⸗
berch van wegen bez herzigen van ven Berg bern Alfs des jungen.
In dem felven jar des 21. bages feptembris wonnen bei here van
Collen mit der gemeinen tie burch genant Wedenoiwen ind verbranten fi
alle gair®. .
Sn den jar 1390 nono des 16. dagz maji do wart Moelenhem”,
Meoinheim, Stamheim, PVlitart, Brugge, Rinborp$ ind ander borpe
verbrant van dem greve van Eleve und van der Marl, dar bi zwen hun-
dert jaren nu brant enquam.
In den felven jaren up fent Urbans dach bracht man weder ven
hilgen here fent Herbertus van Siburch weder zu Duge, de van Dutze
geweft waz wail 6 jair®.
In den jelven jare des 7. dagz des mans junii wart dem fchelen
1. Gelre MM gewapent nannen C'. 2. vlogen C. port’ fehle. 3. ſch. buſſen⸗
fleyne in ve at ind doch neit vijl ſchadens indaden vur d. fl. bo ſoynden 02. 4...
Brab.? fehlt 02. 5. hergoge van Zimpol Ci. 6. Builche verbranten ſy alle de huferen
af ind verbranten de wyne vur Aichen C?. 9. Lewenburch gew. overmig ten Berkogen v.
v8 0%. 10. 9.9. d. j.? fehlt C2. 11. de burger v. &. mit gewapender hant ve b.
W. C. 12. gemeyner Ci. verbr. dezomale C2. 14. "des 16 d. m.’ fehlt ?. Mol:
beym Stammen Burgel Ryndorp ind C!. 16. ‘verbrant? fehlt 11. ‘dar — enquam’
fehlt C?. 17. Hier folgt in O2 die Notiz: "in dem felven jair quam her Eoftyn’2c. 18. ‘up
f. U. d.' fehlt C?. ven guden fent Herbrecht 2, 19. *danne’ flatt "Duge 2. 20. *waz'
fehlt 02. jair lank 2. 21. %e8 7. d. d. m. j.' fehlt C?, dem Birlach vurf eyn ſchryver
was der flat van Kollen fun C2.
1. Nieuwſtad, bolländifche Provinz
Limburg. Einen erweiterten Bericht bat
Koelb. Chr. 285b, Die Limb. Chr. ©. 507
6. Vgl. Rec. BS.49 u. Note 2.
& 1: Vgl. Rec. D und Schüren a. a. O.
. 150.
ſetzt die Fehde erft Aug. 1398, irrig. Vgl.
Nijhoff, Gedenkwaardigheden III, xc.
2. Roermonde.
3. Sühne zwifchen Geldern und Bi-
ſchof Johann won Lüttich 1398 Jul. 16.
Nijhoff III, Urkunden n. 217 (p. 209).
4. St. Pol.
5. Vgl. Meyer, Aachenſche Geſchich⸗
ten 359, wo irrig das Jahr 1397 genannt
wird. Wohl nad) der Achener Ehron. An⸗
nalen d. hiſt. Ber. XVII, 4.
8. Monheim, Stammheim, Flittard,
Brüd, Rheindorf, meift in der Nähe von
Mülheim. 1399 Juni 11 verlangt bie
Stadt von Graf Adolf von Kleve Erjat
für den Schaden, den ihre Bürger zu
Stammbeim und Rheindorf erlitten ha:
ben. Copienb. IV, 47Tb,
9. Die Reliquien waren jevenfalls
bei der Befeftigung von Deut 1393 (vgl.
oben S.81) weggeichafft worden.
Du
[2
5
20
cc. 87
Gerlage genant auch van dem Anker fin hoift afgeflagen ind wart zu
Buttenbroich 1 gevoirt in dat clofter. wente eime || ivaz verboden, bat hei ar. 32..
mit den fcheffen ind mit den anderen burgeren Die vurwiſt woren geine
geminfchof noch geſelſchaf infolde haven. ind dairenboven dede hei dat.
s ind der felve Girlaich hatte ver fteve van Collen verbuntbreif gebicht.
In dem felven jare zerftunt dez 15. bagz junii do quam her Eoftin
von Xiskirche ritter ind her Rembolt Scherfgin fcheffen und Vranke
Mummersloch 30 Godensperch 2 vur ven bifchuf van Collen ind fworen
“al dri zo den Hilgen mit upgerecten bingere — den eit ftaveben en ber
10 proift van fancti Gereonis vur den bifchuf vurg. ind vele heren van den
boim ind ritteren ind knechte — tat fi mit Gerlad) van dem Anfer gein
rede gehat enhebben, die ber ftat van Eollen ſchedelich oft ſchentlich ft in
geinecher weis ain al argelift?.
In dem felven jar des felven mans junii up ven 20. bach da ftach
15 Vais van Obenborp beit an dem Rin tufchen ver Numergafjen ind ber
Molengafien hern Conrade van Nuwenar canonich zu fent Gereoni*.
In dem ſelven jar wart dat orloge geſont tujchen der vrawen van
Brabant ind dem herzogen van Gelren ind Gulge dez felven mans junif 5.
In dem felven jar up fent Egidius dach do quam ver biſchuf van Sept ı.
2» Colen genant Friverich van Sarwarden zo Collen ind wolde ver pafzof
ind de geftichte gemeinliche wifeteren, ind dede alfo.
In dem jar 1400 da gaf herzog Klem van Beigeren fin bochter ®
2. Bottenburdy C?. hey raed dem fcheffenve ind neyt den anderen Ci. 5. ind — gebicht?
fehlt t. 6. ‘zerftunt d. 15 d. j. do’ fehlt C?. 7. ſcheffen' fehlt 0. ind vraume Lijsbet
van M. Cꝛ. 8. M. gyngen zo G. Ci. 9. ‘ven eit — knechte' fehlt GQ. 11. geynnycher⸗
hande rede . 12. gehat' fehlt Ci. Gollen in geynnichen ſachen zo ſchaden of zo ſchanden
brengen moichten ader komen moichte 02. 14. "des ſelven — dach’ fehlt C?, mo tiefe Notiz >
erfi nach ver. folgenden fteht. 16. Moelengaffenporken 02. 18. ſelven jair junij Ci.
19. van C. gen.' fehlt €, 20. zo Eollen? fehlt Ci. 21, vif. ad he dede 2. 22. Die
ganze Notiz fehlt 02.
1. Bottenbroich weftlih von Ein. Ennen III, 107. Weber Gerlachs Um—
Im 13. Jahrhundert wurde bier ein Klo- triebe mit den Verbannten vgl. ebd. 88.
fter für Prämonftratenferinnen gegrün- 4. 1400 Oct. 22 theilt die Stabt
det, an deren Stelle 1448 Eiftercienfer dem König Ruprecht und dem Erzbiſchof
traten. Annalen bes bift. Ver. 1874, ©. als Rejultat eines Zeugenverhörs mit,
373. Vays' habe den Junker Konrad von
2. Godesberg. Neuenar im Stande der Nothwehr er:
3. Rembolt Scherjgin und Conſtan⸗ fchlagen. Copienb. IV, 1116.
- tin von yslicchen gehörten zu den feit 5. 1399 Juni 9. Nijhoff, Gedenk-
der Revolution von 1396 verbannten waardigheden III, Urkunden n. 223 (p.
PBatriciern. 1403 verwahrte letsterer id 216).
gegen die von “Schele Gerlach’ (Gerlach 6. Agnes. Gemäß Schüren 155 fällt
vom Anker) auf der Folter gemachte Aus- ihre Heivath jchon 1399. Vgl. unten 3.9.
fage, er habe ben Erzbiſchof zu einem An- 1402,
griffe auf die Stadt zu bereten geſucht.
Febr. 29.
Mai 25.
Aug. 10.
Bl. 326.
Aug. 10,
Aug. 21.
Aug. 20.
88 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
bern Alf greve zu Cleve ind zo der Mark ind fleifen bi dez leften dagz in
dem mande februarij. up be felve zid waz grois gewefler ind en nas
weder.
In dem jar 1400 up ſent Urbanus dach woren die koirfurſten ein
deil mit ein ander, vil guder vurſten!. ind der konink Wenſelaus van
Beim ſolde dar fin komen ind quam neit dair. do lechten die ſelve fur⸗
ſten vurß einen ander dach bi ein zo komen, do dairna up ſent Lauweren⸗
cis dach neiſt komende. do die here van ein ſcheiden, do heilt junker
Heinrich van Waldecke greife, ber Friderich van Hirtzhuſen int her
Conrad van Ballenburch 2 mit iren helperen ind flogen ind veingen vie
edelen furjten ind heven ve herzoge van Brunswich mit iren ritteren ind
Inechte. dair bleif boit der erwerdige furfte herzog Frederich van Lunen—
burch ofte Brunswich.
In dem felven jar up ſent Yaurenz dach waren die foirfurften ind
ander vil guder heren zu Rens uf dem Eonifftole. dair wart zu der zid
feifer Wenfelaus koninf van Beim umb 13 artikel? infait ind intwelbiget
van dem feiferriche. ind dar wart wederumb geforn bez 11. dages zu 9
uren na jent Laurencius dacht herzouch Noepricht genant Klem varı
Beigern 30 eime romefchen keiſere. |
In dem felven jar wart ein Hlerich gevangen up fent Bernardus
bach van Coſtin greve zerzit, ind de ſelve clerich wart gevoirt an den hof
vor bat gerichte. ind dair wart hei vorwiſt mit ſcheffenordel zo der gal-
gen ind wart gevoirt an be galgen. in ver official mins heren van Collen
be fante finen feriver an ben greven bi de galgen ind enbot ven greven bi
bufent lodiger mark goldes, dat he ven clerich weberbrechte van der galgen
5. mit ander C*, heren ind vurften C?. 6. Behem genant Wijtmul der fulde C?. ‘pair’ fehlt
02, Techten vo Ci. vie vurften eynen C?. 7. fomen bat der dach neift fomenpe ſolde do C!.
8. ſulden ſcheiden Ci. 9. Herrfehltc!,. 10. Walraven' ſtatt Conr v. Balk.’C?. 11. Brans⸗
wich Ci. mit eren hulpen 02. 12. furſte' fehlt 02. 15. ſelver zijt 02. 16. intwiget
Ci. 18. Heynrich Robart C!. gen. Olem (C2. 20. Bernadus dach dat was in Coſtyns
greven gezijden C?. 22. “vor d. ger.’ fehlt O2. ind wart overmiß ſcheffenordel verwijſt an
bie galge 02. 23. ‘mins 5. v. Collen' fehlt 02. 24. ſchryver an dat gerijchte an ven
greven an bie galge ind intbeit eme bij 02. 25. lodiger' fehlt C?.
1847, 354.
1. Gemeint ift der Frankfurter Für-
3. Die Abſetzungsurkunde bei Belzel,
ftentag Ende Mai1400. Vgl. Bd. I, 332.
2. Graf Heinrich VI. von Walded,
die Ritter Friedrih von Hertingshaufen
und Kunzmann von Fallenberg. Der
Mebetfall gejchah bei Fritzlar 1400 Juni 5.
Bol. Havemann, Der Mord des Herzogs
Friebrih von Braunfchweig - Llineburg,
im Archiv des hift. Ver. für Niederſachſen
Wenceslaus II, Urkunden n. 169 (©. 63)
enthält nur ſechs Bejchwerbeartifel.
4. Die Abſetzung Wenzels erfolgte
am 20., die Erhebung Ruprechts am 21.
Auguft. Höfler 166. 174. Chmel, Re-
gesta Ruperti ©.1.
—
5
»n
8
—
89
in der ferfer vanme dome. ind dat gefehach. ind be greve mit den jchef-
fen wurden alle 30 ban gebain, ind dair wart groffen zorn umb. ind be
clerich wart dairna dez 12. dages des mans feptember vur den boim up
be leider gefat.
In den felven jar dez 10. dagz feptembris do zogen te koirfurſten
mit dem nuwen Teifer Roprecht van Beigern vur Frankefort mit groffen
volfe, ind lagen darvur 6 wechen ind 3 dage. ind up fent Simon Juden
avent! da quam ber feifer vurg. binnen Frankefort, ind dar hulgede ime Det. 27.
de ſtat.
In den felven jar dez mans novembris up den 23. dag bes maenz
ba nam ind flief bi der edel berzoge Alf van dem Berge tes vurg. keiſer
Roperk van Beigren fufterfone 2 bi des herzogen doichter van Bair?.
In den jar 1400 ind 1 jaren up 13 dach wart || fonint Ropert
van Beigeren gefroent zu eime romeſchen koninge ind confecreirt in dem
t5 dome zu Colen vur fent Peters elter van bifchuf Frederich van Sarivar-
ben ind van biſchuf Johan van Naffau. ind var waz vele anderen her-
zoge ind greven ind heren ritter ind Inechte ind bleif uf dei 6. dach bin-
nen Sollen, ind vele heren ontfengen er lein vur eme vur beme jale an
dem boemthoffe ?.
In den felven jar des 16. dagz des mans januarii bo gaf man her-
zoge Steffain van Beieren greifen Alf dochter van Eleve 5, die felve poch-
ter vur gehad habbe ten beren van Buren®. ind der vurg. herzoge vri-
gebe fi wur dem konink up deme fale. ind ver felve herzoge waz boven
1. 30 dem doeme a8 dat gefach CA.
10, d. fept. do’ fehlt 02.
cz 10. novenber des 23 do nam 02.
by dochter dez here van Bare C!.
Ci. Roport 02.
ouch vijl ander heren hertzougen 02.
ſtatt doꝰ Ci. do nam hertzoch C’?.
2. 30 bonne C*.
6. conynk R. vurß vur C2
13, felven jar C!, jaren uns heren 1400 C2.
14. confermeirt an C2.
17. dachz C!.
21. Berge dochter gr. Alf C!.
3. ‘des m. fept.’ fehlt O2. 5. deʒ
7. dae wail 0. 8. dar’ fehlt
12. Robardus C!-
Robart
16. Nafauwe van Maenk ind dae waren
19. upme doymhoeve O2. 20. *fe'
*felve nochter? Fehlt 02.
11. Berge ind des 02.
22. gehade der here C!. Buren' fehlt, mit Lüde C'. fh vrygede in ver konink voire up C!.
ind ver vurß konynk gaffi zofamen 30 Heilijch vur nem fale 02.
sv
1. Schon October 26. Höfler 178.
Ehmel n.12 (©.1).
2. Adolfs Mutter if Anna, Gemah⸗
fin Herzog Wilhelms II. von Berg.
3. Der Bertrag des Jungherzogs
Adolf von Berg mit Herzog Robert von
Bar wegen feier Bermählung mit deſſen
Tochter Jolendis ift wirklich 1400 Nov.
23 (Lacombfet III, 957) datiert. Unnd:
thigerweife nimmt Lacomblet (Archiv IV,
121) an, die Ehe fei erft April 1401 voll-
zogen worden, weil Adolf und Jolendis
damals (Urkundenb. III, 957 Note) als
Gatten ericheinen.
4. Vgl. Rec. D zu 1401 und Bd. I,
335. San. 9 ift Ruprecht noch in Köln,
San. 10 inBonn. Chmeln. 96. 97 (©.6).
9. Eliſabeth, Tochter Abolfs I.,
Schweſter Adolfs II. Schüren 162.
6. Reiner von Fallenburg, Herr von
Born und Sittard. Schüren 140. Cohn,
Stammtafeln 213. Lacomblet III, 867.
San. 6.
Bl. 330.
BL. 33b,
90 v. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
finen 70 jaren ind me. ind de brutlacht waz zo Cleve! binnen Colen up
fent Jans ftraiffe.
In den jaren 1401 vez 14. dagz in dem aprille da quam bifchuf
Trederich von Sarworden biſchuf zu Eollen ind lachte fich kegen die eve-
len beren van bem boim ind bebe ſei 30 banne ind ſuspendeirde al te 5
prefter ind vicarius. ind die evelen werben fich fegen ven bifchuf ind
foren under den bicaren einen, den machden fi zu eime prijter, ve en miffe
dede uf dem bogen altair?. de vicarius heift ber Gobel van Ratinge.
ind der ebelen, die fegen ven bifchuf waren, ver waz 113. bat waz ber
Conrad vanme Reitberche poembechen zerzit, her Gerlach van Ottekenbach 10
aichtevechen zu ber zid, her Herman van Nenenberch fcolafter zu ber zit,
junfer Henrich van Sulmefche, junfer Ian van Leinpe tiafen, junfer Ian
van Buren, junfer Henrich van Pittingen, junfer Conrad van Kerpen
diaken, junfer Alf van Lenipe ind junker Walraven van Kerpen fenger
zur zit. 15
In dem felven jar des 10. dagz junii do droch man dat facrament
nis fent Gereone, ind droich it u8 der Erenporken ind weder in. ind ber
wibnfchof her Konrad van Arnsberch de droich dat facrament und fant
de miſſe zu ſent Gereone ind her Herman Schachelwege proift zu fent
Gereoni ind zu der zid official de broich bat facrament weber in. ind be 20
heren van Colen de gingen mit || vele gewapenter fchuße ind riddenen
Inde umb vie ftat buffen ind binnen ber ftait, dat nei gejchach me zu
Colen. |
In dem felven jar des 16. dages des felven mans junti do quam zu
vesperzit ein jo grois donerſlach hinver jancti Mauritius ind vorbranten 3
bar zwe fchuren ind 1 fchafftail ind bomen ind wingarden. ind floch vort
1. ind me’ fehlt O2. 30 Gollen up fent Sohans flranffen 02. 2. 1402 C!. viſchufꝰ
fehlt 02, 5. banne ind die ed. w. f. k. d. b. ind fuspendeirde CO! C2. furfpenve CO.
7. under en eyme vicarlus ind machten in zu C2. preiſter ind ber dede C?. 9. edelynge
intgayn ven 02. waren 11 mit namen her C2. 10. doͤmdecher C!. Noitgenbach C2.
11. *zu der zid' fehlt beivemal C2- Renenbuch 02. 12. Solms C2. *pialen’
fehle O2. 13. *Bynen’ ftatt *Buren’ CI. van Kerpen viaken’ fehlt 02. 18. jare
des maen& juny 02. dat heylige C?, wie auch in C! wieberholt von fpäterer Hand er-
gänzt wird. 17. bis 30? ftatt "nie? C!. 18. biſchuff' von and. Hand in wyb.' geän=
dert CI. der droich it wederumb uis ind C?. und ind C!. 19. Staichweghe 02.
20. officiale was C2. in ind wart umb die flat gedragen 02. 21. ind reden umb O2.
22. dat nie me 30 Collen gejcheit inwas C2. 24. ſelven' fehlt O2. 25. fo? fehlt Oz.
26. fpitail C'. bomen die wing. C'. ſchafſtail ind wyngarde O2. vort bat weder O2.
1. D. h. im Clever Hof auf der So 2. Ueber bie früheren Streitigfeiten
bannsftraße. Bgl. Ennen in der Mo- zwiſchen Erzbifchof und Eapitel vgl. En-
natsfchr. für rheiniſch⸗weſtf. Geſchichtsf. nen III, 148.
I, 56. 3. Genannt werben aber bloß zehn.
0. 91
zu den vrawenbrover owen zu dem dache in ind wart ein puirige vlamme
in dem core, bat ve monichen alle nevervelen. ind voir in de gerfamer
ind floich dat fehaf dair dat geriwant in lach wail bri vofe af, ind ein ger-
gewant dairin lach vele locher dairdor. ind voir us der gerfameren over
s den for in ein ftafichaf dair vele hilgidoms ine ftont, ind floich ein per-
len cronen, de ftent up dez guden ſent Laurentius heufve, dat de crone
voir up ein Fruß dat in dem fchaffe ftont, ind weber us dem fchaffe ind
ſloich ein bank enzwei ind verbrante ein beilde an der want‘, ind floch ein
loch in bei erde vur dem fchaffen, daz man iS nie uis inkunde gekrigen.
1 ind ber vraumwenbroter waren in dem Tore wail 69, die alle nevervelen
alz vurg. fteit. |
In dem felven jar des 26. pages bes mans augufti do broich man
dat facrament umb die ftat van Colen van fent Gereoin bis durch de
Drankgaſſen wever in, umb bes willen dat keyſer Ropert van Beigeren
ts ind min here van Collen genant here Frederich van Sarwarden zufa-
mende zu Rome wart voren ben felven keifer Roprecht zu Fronen 2.
In dem felven jar augufti, jeptembri, octobri ftorven de Tube jere -
in Colen an den droſen inde van bofer hiten van inbinnen. |
In den jaren 1402 jaren to quam min here van Colen genant here
2» Srederich van Sarwarden van dem romſchen Toninge genant Ropreicht
van Beigern weder in fin lant zu Bunne des 11. dagz januarii ind leis
ven vurg. konik ligen bi Venedigen mit finem vulke. ind be reit heim mit
ben finen ind folve mit eme gereden fin zo Romes.
1. zu dem wiffen vrauwenbroder Oi. eyn vuringe in C'. 2. ind vluwen in 02. 3. ind
floich in dat fehaf vae dat gheghergewant in laich wail 3 werf of 4 werf ind eyn O2. gerge⸗
wart C’, gheger wart vol loichere van vem weber C2. 4. voir vort oifler C?. 5. ſchaf
c2. inlah C2. ind floich eyn monftrancie entzwey in verbrante C2. 5. blijve C2.
9. man neit konde neyt wifs werden C!. 10. ver heren ind brober C2. 12. das erfte des' fehlt
C!. pages? fehlt C=. 13. werde heilige facr. (2. Ghereoin uis ind zo ver Dr. C?.
14. Robart C!. Roport C2. 15. ind bufchouf Freverijh van Collen zofamen €.
16. Robart Ci. 17. !aug. fept. oct.' fehlt C2. ſtarff C?. 18. "in Colen' fehlt C?.
van den boffen C!. *bofer? fehlt C". 19. quam bufchof Breverich 30 Gollen van
cz, 20, Robart C!. 22. "ind — Rome’ fehlt C2. In C! find diefe Worte am Schluß
der Seite von anderer Hand beigeichrieben,, mehrere Worte am Kopf ver folgenven find aus⸗
rabiert, zo Rome’ noch zu erkennen. 23. In C! ift von anderer Hand des 15. Jahrhun⸗
derts folgende Notiz beigefügt: ‘Item 1400 ind 2 jaire zo halver fpurfelen fach man an deme
hemel einen fternen flain 6 of 8 wechen, bat was zo fein as ein grois vuyrich loch as eins
mans houyft. dat hatte oven usgain einen ſtercz zweyer geleien lank, ind floint as eins
poirsresſtertz.
1. D. h. im Karmeliterkloſter. krankheitshalber. Vgl. das Schreiben des
2. Bgl. Ennen III, 142. Pfalzgrafen Ludwig an den Edlner Rath
3. Der Erzbifchof verließ Das Könige. vom 7. (nicht 14.) Dec. 1401 bei Ennen
Heer nach deſſen Niederlage vor Brescia III, 143.
(1401 Oct 21), wenigftens angeblich
BI. 34e,
9% V. Cblner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
° || In den felven jar des mans januarii up ven 16. dag bes mans
vurg. Do quamen feis junger manne 30 Collen, ind 3 waren us Bra—
bant, ind wolben erflain ind ermorben einen ftubenten ind prefter waz.
ind die 6 worden gebangen ind in bat velt gebort ind ire houft afgeflagen,
umb dad bie heren van Eollen ben ſtudenten gewriet ind ſchirm zogefaicht
hatten.
man van Renenberch, feolafter zur zib in dem boim in Golen, gevangen
van twen knechten zu Soiſſen, umb bez willen bat he fich lachte kegen ven
vurſten ber Frederich van Sarwarben ber ind bifchuf zu Colen zur zid
waz, umb ver fach willen de tuifchen den vurſten vurg. ind dem capittel
ftont zu ver zid.
Hi flarf herzog Willem van Gelre.
In dem felven jar dez mans februarii uf den 16. dach ! do ftarf ver
vurſte herzog Wilhen van Gelre ind auch Gulge, ind dairzu manich her-
zogbom ind lant gegulven hatte bi finen ziven, item dat lant ind bat
herzogbom van Nanbenrade. item dat lant van Schonrobe mit der macht
gewnen 2un.
Hi quam der ſank wider zu Collen.
In dem felven jar dez mans maji do quam ber Frederich van Sar-
warven er&bijchuf zu Colen mit finen ridderen ind paffen zu Collen up
ben 16. dag des mans majt vurg. ind floich up de hilge 3 foninge ind ve
gerfamer ind brachte de evelen ind de fevenpreifter 3 mit den vicarius be
mit eme hilden weider in den doim, bat der ſank do weder quam in ven
2. quam C?. ‘30 Collen' fehlt C!. ind dey ve waren C!. 3. “ind pr. waz’ fehlt 02. waz
der waren ſeyſſe gevangen C'. 5. up dat C?, up daten de heren van Gollen gevriget ind
beſchirmen wolden C!. 7. des mans j. uf vd. 17. vd.’ fehlt 02. 8. zijd van
deme in Colen C!. 9. mit zwen fnechten umb C?. leſte C!. fijh intgain bufchof Frede⸗
rijch gelaicht Hatte umb faichen willen C?, 11. und des ſach C!. tuffene!. 12. ‘zu ver
ziv’ fehlt C?. 13. Ueberſchrift fehlt 62. 15. "ind vairzu — gewunnen? fehlt C2.
hertzoff €". 16. hatten C!. 17. Gerktom C!. 19. Ueberfchrift fehlt C*®. 21. ven
fonen C?. 22. den 12. dach C?. 23. ind vicarien C?. 24. "vo? fehlt C?.
Schoonforst 40.
1. Das Datum ift richtig. Vgl. Nij-
hoff, Gedenkwaardigheden III, p. c.
2. Kaufbriefe über Randerath 1392
bei Nijhoff, Gedenkwaardigheden III,
Url. p. 180.183. Schönforft (und Mont⸗
joie) wurbe 1394 geldriſches Offenhaus
(Nijhoff 188), zwei Sahre Später durch
den Herzog von Geldern belagert und
eingenommen. gl. Franquinet, Les
3. Derjelbe Ausdrud begegnet auch
Koelh. Chron. 292b. Gemeint find Die
fieben Briefter, welche den Altarbienft im
Dom zu verrichten hatten und bereits in
bem vielbefprochenen Privileg Papſt Leo’s
IX. von 1052 (Lacomblet I, 119) er-
wähnt werben.
a
In den felven jair des mans januarii uf den 17. dach wart her Her '
0
[7
5
c. 93
boim. ind de anderen ebelen, de weder in waren, de vlowen us Colne bi
er vrunde. dat waz her Conrad vanme Neitberg domdechen, || her Gered sr. sar.
von Ottekenbach acherbechen, ber Herman van Nennenberch feolafter,
junker Henrich von Solmefche, junfer Ian van Leinpe diaken, junfer
s Henrich van Pittigen, junfer Walraven van Kerpen, ber hunter van
Swartzenberch ꝛc.
In dem ſelven jar dez mans maji uf den 28. dach maji do was ein
tornei ind hof zu Andernach umb willen biſchuf Frederichz van Sarwart
biihuf zu Colen, bat he finer fufter dochter beftade mit dem greven van
10 Deige ind dochter was dez herem van Limpurch 1.
In dem felven jar was der mei alſo heiß ind druge, dat gein man nei
gelevet inhatte binnen 100 jaren.
In dem felven jar des mans februarii do fach man einen cometa mit
eime langen zalle an dem hemel dez 15. dagz des mans vurß, ind war-
15 den wail 14 dage?.
In dem felven jar des mans junii up vem 14. bach dez mans do
wart jemetlichen ind ftrenge gericht ower Ian van Bruder ein Engelz⸗
man ſterk ind mechtich waz. warumb ? her wolbe riden umb folt 30 dem
beren van Erkele. da worden vem felven vurg. Ian breife gefant dat he
20 den vurg. beren van Erfele ind fin fone verraden folde. de breife worden
gevonden in finer amigen hus. barumb mojte he liden ben n jemerlichen
bitteren doit.
Alhi quam dez koninkz dochter van Engelant zu Collen. 1402.
In dem ſelven jar dez mans aprillis dez anderen dage des mans Apr. 2.
vurg. do ſant der konink van Engelant fin dochter?, die he beftat hadde
2. Roedberge C?, 3. Ottebenbach C!, . Geirradus van Noitgenbach (2. Renenbach C'.
4. Solmiffe C?. Johan Lynepe C?. vdiaken' fehlt C?. 5. Pyttynge C2. Kerpen ind der
C2. junker' fehle C!, 8. umb des wijllen dat b. Br. fone fufterd. C2. Salwart .C'.
10. Doige Ci. Deifte C2. "ind — Limpurch' fehlt U. 11, neu C!. egeyn mei b. 100
j. nie ingeleift wart C®, 13. ven’ felven jaren des ajare mach mei do C2. floh C.
planeten Ci. 14. zagel C?. 15. In Ctift 14 in 43 verändert. 16. "felnen’ fehlt C*.
17. gemeynlih Ci. Johan Panter eyns engles mans waran vairumb C?. 18. ‘30’ fehlt
c\, 19. Arkel (2. gefchreven ind gefant (2. *he? fehlt C=. 20. dem' ſtatt ‘ven’ CI.
fonen fon C2, *verraven ſolde' fehlt C. 21. ſyme egen huſe (2. 23. Ueberfchrift fehlt
C2- 25. hatte an den € 2,
1. Gemäß ber Limburger Ehronit Diet. VBgl. Fiſcher, Geſchlechtsregiſter
480 beirathete Hildegard von Saarwer⸗ ber Yufer Iſenburg, Wied und Runtel
den, Schweſter des Erzbiſchofs Friebrich,
1386 den Seren Johann von Limburg 2. Bol. die oben S. 91 unter ben
(an der Lahn). Ihre Tochter Kunigunde Barlanten beigefligte Notiz.
beirathete den Grafen Adolf von Naſſau⸗ . Blanca, Tochter Heinrichs IV.
94 V. Cöolner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderte.
dem erberen heren ind vurſten herzog Lodwich van Beigeren ind pals-
greve van bem Rine zu ver felver zit ind bes vomfchen Toniges Jon. in
ber foninf van Engelant vurg. jante ve felve dochter mit 36 foggen ind
Bl. 35=. Schiffe || bi8 zu Durbrich 1. de quamen ver dez mans juni up ben 10. bag
bez mans. dair quamen zu ver felver foninges dochter zu Durdericht die 5
herzoginne van Hollant? mit 18 vrauwen van einen Heideren ind mit
24 ritteren ind- fnechten ind auch van einen Hetberen up ven 14. dag junti
ind ais mit des konigz bochter up ven felven bach vurg. bes anderen dagz
barna do bat die herzogeinne van Hollant bes koningz bochter vurg. mit
al irem volk zu gafte, der waren wail 800 man of me, ind gaf alle vittere
und vrawen kleinede, mallich na irem werbe. ind darna dede der greve
van Eleve 3 broder ber herzoingen von Hollant vurg. grois eire koſt ind
dochte an der ſelver konigzdochter. ind up den dritten dach des mans julii
da quam herzog Lodwich van Beigeren mit ſinen ridderen ind knechte zu
Collen ein ure na mitdage, in des koninges dochter up den ſelven bach zu 15
6 ure na mitdage, ind fo quam fi mit iven Iuden zu Colen. ind up ven
6. dez mans julii vurg. bo ſank ein bifchuf van Engelant miffe in dem
bome zu Collen in gaf fei zuſamen pur dem bome inb in den Dome vur
jent Peter elter. ver felve berzog Lodwich van Beigeren ind bez Toninges
bochter fleifen de ſelve nacht bi zu Collen 30 der Steffen bi ſent Lauren⸗
eins in dem hoeved. in des anderen vages zogen fi van Collen upwertz
30 Bacherach. dair entfink man fei heirlich ind wail. ind ver brut vrunde
“
0
=
23
=
1. lantzgreve upme Ryne ind 30 der zijt des konhuks fon was C?®.
4, ‘do’ ftatt ve’ C9. 5. "vair? fehlt C2. ver herkoge C! C.
van eynre eleydunge €. 7. jung do aes ouch de vurß konynkdoichter mit dem vurß her⸗
gougen ind des anderen (2. 9. ver hergog Ci. des Eon. v.’ fehlt C?. 10. dair' ſtatt
er? Ct. 11. mallich“ fehlt CO. yrem worde C. 12. ‘van Holt.’ fehlt C2. “ind
dochte' fehlt C2. 13. ind dairnae up C?. 15. middage quam fh rijchelijchen 30 Gollen up ven
6. daich julio quam ſank C*. 17. der? ſtatt "ein? Ch. 18. gaf de zwey konynkskynder
zoſ. vur f. B. elter C. 19. den felven C*. in ver h. fleif d. n. bij 30 ver Steffen 02.
20. ‘30 ver St. — hoeve' fehlt Cu. 21. Collen' fehlt C*.
3. des' ftatt ‘ver Ci.
6. Hollant zo Duirberijch C.
1. Dortrecht.
mäß Höfler, Ruprecht von der Pfa S.
2. Margaretha, Gemahlin Albrechts
265 und 306 fand fie erft im Juli zu
I., Herzogs von Baiern und Grafen von
Holland, Schwefter Graf Adolfs II. (als
Herzog I.) von Kleve. Schüren 140.
Cohn, Stammtafeln 213. 218.
3. Graf Abolf II. (al8 Herzog IL).
Sgüren 140. Cohn, Stammtafeln 213.
18.
4. Wirklich find zwei Acte zu unter
ſcheiden. Sohm, Recht d. Ehejchließg.159.
5. Auch Rec. D erwähnt Die dochrit
zu Coln, allerdings ſchon zum Mai. Ge⸗
Heidelberg Statt. Bei ber großen Ge—⸗
nauigkeit unferes Berichts aber läßt fich
wohl annehmen, daß wirfich Anfang
Juli zu Coln das Beilager vollgogen
wurde und daß dann, wie oft geichah,
weitere Feierlichkeiten zu Heibelberg folg-
ten. Auffallend ift dann allerdings, daß
der Bräutigam Ende April dem Rathe
fchreibt (Ennen III, 141), er wolle Die
late. zu Pfingften in Cöln abholen
aſſen.
©. 95
dan Engelant de zogen weder neberiwart zwen dage na der brut van
Sollen.
In dem felven jar dez mans julii up den 10. dach bez mans worden
be heren ind be ftat van Aiche in des keiſers achte gebain alz van wegen
5 des foningz Ropert van Beigeren, umb des willen bat fei neit mit em
bilden ind em fich neit wolden laſſen Fronen zu Aichen. vort fo fchreif be
allen fteven ind beren: fo we fe venge aber floge, dar enweren gein kla—
gen na, ind we auch gemeinfchaf mit in hette dez felven gelichs 1.
|| Sn ven felven jar des mans feptembris up den vritten bach des Bi. 362.
io mans vurg. bes keiſers dochter Agnes van Beigeren? quam zu 5 oren in
Colen ind wolde varen 30 ermen manne den greve van Kleve ind Marke
zu der zit. ind wart eim heirlich beim gejant van Beigeren zu Cleve in
de ſtat.
In dem ſelven jar dez mans maji up ven 16. dag bo quam ber herzog
5 Willem van Hollant der here van Oftervant?, de greve van Eleve inb
Marke zurzit ind de ftat van Tricht mit vele anderen fteben ind zogen
vur Erfel mit groffem volf. ind dar wart manich man erfchoffen!. ”
In dem felven jar bez mans jeptembris up den birven bach bes
mans do ftarf ver here her Galeas here van Meilen. ind fin corpus
2» wart gebeilt in bri ftudle ind wart begraven up 3 hilge ſtedes.
Zi wart Siberch gewunnen.
In dem felven jar des mans octobris quam der abt van Siburch
ber Bilgerum van Draichenvelg mit hulfe des van Hensberch ind de fine
ind wonnen Siburch be ftat up dem 13. dage dez mans octobris vurg.
5. Robarch C!.
8. gelich⸗
1. na ber vurß reifen ind bruloufte C?. 3. jar worben be beren C2.
Roporg C 2, 6. "ich? fehlt Ck 7. doit floge 02. egeyn gerijcht nae 62.
nis Ci. 9. dages quam de vurß herouch Lobewijchs fufter van B. C2. 10. Yu orenin.
Cohen’ fehlt C2. 11. Aloufvan Cleve C2 12. ‘zu d. zit’ fehlt C2. gefant mit groiffer
eren 30 Collen C2. 14. in vem maynde fepteniber (2. 15. Willem? fehlt Cl. ven heren
v. Difterlant C2. 16. zurzit' fehlt C2. "ind ve flat’ fehle C!. Utrijcht O2. zogen van
der Marde vur Arkel C2. 17. eſchaſſen Ci. 18. des vurß maentz 02. “upd. d. d. d.
mans’ fehlt C2. 19. fon lijcham C?. 21. Ueberfchrift fehlt C?. 22. wan' ftatt
quam' C}. quam' fehlt C?, 23. *her P. v. D’ fehlt Ci. here Sohau van Xoens here
“ Hensberch de flat van Sijburch 12.
Schon 1401 Febr. 12 erklärt Ru⸗
predi die Bürger von Achen für Rebellen
und fordert zu Beſchlagnahme Ihrer Gü⸗ tel, des Oaupies der Kabeljauspartei,
ter auf. Chmel, Regesta n. 161 (©. 9). durch ch Herzog Wilhelm und die Utrechter
2. Agnes, —3 König Ruprechts. vgl. Löher, Jacobäa 1, 200) in Gorkum
Rah Schüren 155 heirathet fie 1399 und fallt wirklich 1402, nicht 1403. Nijhoff,
ris, Charterboek III, 751. 761.
4. Die Belagerung Johanns von Ar-
ſtirbt ſchon a zweijähriger Che bei
einem Befuch in Baiern.
3. Graf von Ooftervant ift Herzog
Wilhelm von Holland felbft. Vgl. Mie-
Gedenkwaardigheden II, p. cvı, Note 6.
5. Johann Galeazzo Visconti ſtarb
wirklich 1402 Sept. 3. Höfler 290.
96 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
ind be ftat hulgebe zurjtunt dem abt, und der here van Hensberch veink
ber richter 3 ind voirde be mit fich zu Lewenberch, umb des wille bat fei
allezid Tegen ven abt waren. ind branten zu ber ſelver zit Molheim ind
vele ander dorpe ind bone, be herzoge Alf zohorden!.
Ban den confilium Pife. 5
In den jar 1408 jar do waz ein confilium zu Pife, und wart pabit
Gregorius afgefatt overmitz unvechelicher fachen da er getriben bat, und
bo wart wiber geforen ein kardenale ver heifch Balthafar. und doi er
pabft wart, do wart er genant Johan?. doch fo hielt noch geloifve ko⸗
31. 36%. nink Roprecht nicht an in noch ber bifchuf van Treir 3 || und auch etzliche 10
ander heren de neit an in gelochten.
Hi ſtarf conink Roprecht.
In den jar 1410 jar in dem auguſt do ſtarf konink Roprecht van
Beigeren!. er waz ein gotverbich erber here [al] zit geweſt.
Ban markgraf Joiſt. s
Sn den jar 1411 jar do Foren de Furfurften marggraf Joiſt van
Merberren, bez konikz van Behem broder, zu eime roemfchen Tonint, ver
ſtarf in den felven jard. er wart nee gefront. er waz ein ungelovich
vorſt. er bat fin dage vil unreblicher jachen getreben.
Hi wart konik Sichmunt zu roemfchen fonink geforen. 20
Item zur ftunt in dem felven jar foren de Furfurften in ter herft-
mifjen umb de zit konik Sichmunt van Ungern zu eime roemfchen koninf®.
ber waz ouch konink Wenzala broder van Behen.
Ban conink Sichmunt.
Item in dem felven jar zuch der konink aus mit groffer macht in 2
'
1. huldichde dem vurß abt ind ven van Heynsburch ind veynk C2. albt und den heren van
Hensberch ind veint C!. 2. ritter Cl. vore C!. !eme flatt fich’ C?. 3. den vurf abt
C2. ind up de felve zijt verbrante he C’ 2. 4. der' ſtatt ve? C!. Aloff van dem Berge C?.
jogehoirte C2. Mit den nun folgenden Worten: “In den jaeren uns heren 1403 do wart ber:
Bouch Willem van dem Berge gevangen 2.’ beginnt in 02 der mit D übereinſtimmende Theil.
7. oder 'unvucchelihder. 10. Rapreht. 14. here zijt.
1. Vgl. die Notiz der Rec. D zu 1400. 6. Die Verhandlungen in Frankfurt
2. Der auf dem Piſaner Concil (1400) über die erſte Wahl Sigmunds begannen
gewählte Papſt iſt Alexander V., erft 1410 zur Zeit der Herbſtmeſſe, Anfang Sep:
folgt Balthafar Eofja als Johann XXI. tember, aber 1410. Der Wahlact cr-
. Werner. folgte 1410 Sept. 20, die zweite, einmü⸗
4. Bereits 1410 Mai 18. thige Wahl erft 1411 Juli 21. Aſchbach,
5. oft von Mähren wurde gewählt Geis Kaiſer Sigmunds I, 286. 306.
1410 Oct. 1, ftarb 1411 Ian. 8.
c. 97
Lamparden und bleif alda in dem lande 2 jare und bat vil kreigz mit den
Venedigeren und mit den van Meilon!. und in ber felver zit, de wile
be konik alda waz, bo dadingde er mit den vurg. pabft Johan umb ein
einug der bilgen kriſtenheit, alz vere daz ber felf pabjt mit finen fardena-
s len zu Conſtans comen folde und alda ein newe confilium zu halben und
zu machen umb ein einug ber criftenheit. bat confilium wart van ben
konink vurg. vortpracht, und ber felf konink fant fin potichaft varumb
aus in all criftenheit und auch in preifter Hans lant. bat concilium
ginf wur fih wal uber 1 jar darna, want i8 wart lang, e de botfchaft
io gejcheche ꝛc.
Hi wart biſchuf Fredrich krank.
|| Item anno 1413 in dem mei do waz biſchuf Frederich gar krank, Bi. ser.
alfo daz man zu Colen ſprach heimlich, er were doit. do machven etliche
bomheren ein verbunt mit biſchuf Wilhem van Padeburn, dez herzogen
1» broder van den Berg?, alfo dat im ter vombechen ? einen brief gaf und
verbant fich in ben brief, er wolt in keſen zu eime bifchuf van Colen und
egliche bomhberen mit. da wart dem doemdechent ein "gut leifniffe umb
gegeven ꝛc.
Item alz vurg. fteit der bijchuf Freberich wart wirer gefunt. do
20 gink er zu Kolen in ven toem und leis fich fehen, daz er noch lefde, we-
wal ve doemheren dem bifchuf Wilhem var Paverburn dat bisdum zu-
gefacht hadden mit worden und mit eime breif. herumb waz bifchuf Vre—
berich fere zu unfriden, want er hat wal gehoft, daz fi na fime bobe fol-
ben finen neven geforen heben, Deverich van Morſe. und do wart get
3 anders mit den doemheren gededingt, alfo daz heren ‘Deverich van Morſe
be flo8 worden ingegeben van dem gejticht und van dem bijchuf bi dez
biſchuf lefpagen *.
Hi ſtarf biſchuf Frederich.
Item anno 1414 in der farwochen5 do ſtarf biſchuf Frederich zu
30 Bun van dem ftein. man vant in im 2 ftein alz gros alz meifslich eirce®,
und licht begraven in dem dom zu Kolen.
20, nach’ ftatt noch”.
1. Obwohl ber venetianifche Krieg 2. Adolf.
ihon Ende 1411 ausbrach, jo erjchien 3. Konrad von Ritberg. ©. Bd. I,
Sigmund perfönlih doch erft ein Jahr 360 Note.
fpäter in Friaul. Seine Zwiſtigkeiten 4. Vgl. Bd. I, 358 und Jakob von
mit dem Herzog Philipp Maria von Mai: Soeft bei Seiberg, Duellen der weilf.
land und die Unterhandlungen mit Papft Geſch. I, 213.
Johann wegen des Koncils fallen erft in 5. Erft anı Oftermontag, April 9.
den Herbft 1413. Aſchbach a. a.D. 337. ©. Bd. I, 349,
315. 370. 6. Vgl. Bd. I, 350.
Stäptechrunifen. XIII. 7
BL. 378,
98
V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
Wei darna bifchuf Diderich geforen wart!.
Item anno 1414 jar, zu bank na bifchuf Friderichz dode, wolt daz
capittel ein newen bifchuf Feilfen und gingen dbarumb zu rade. do quam
bifchuf Wilhem van Paderburn und ber herzoge van Gelre? und der
herzog van dem Berg, dez bifchuf Wilhemz broder, und gefunnen und
boten: umb dat bisdum dem vurg. bifchuf Wilhem. da quamı auch her
Deverih van Morſſe und fin vrunt || boden auch umb dat bisbum. und
zu der felver zit wolden bei poemheren in dem capittelhus zu rade gain,
bat i8 de gerfamer in dem boem. bo quamen dei Berſchen ind drungen
1. C? enthält Bl. 22b die folgenden,
zum Theil auch in der Koelh. Chron.
2903 ff. wiederlehrenden Angaben: ‘In
den jaren uns heren 1414 der 60. bujchof.
Dederich van Morſe, der (des Hſ.) jufter-
fint was des vurß Frederichs ind was ein
proift geweift 30 Bonne. ind wart 30
Bonne geloren, umb des willen dat ber-
zoch Abolf van dem Berge finen broeder
unter Willem van Ravenberch ind ere
vrunde ben felven Willem 30 eime bu⸗
ſchof haven wolden (wolbe Hf.), ind der
jelve ouch gekoren wart van (ayn Hſ.)
etzlichen doimheren, as mit namen her
Willem van Somberch ind here Johan
Quentin, dat umb der ſelver koir willen
(willem Hſ.) groiſſe zweiunge wart ind
ein grois Bl. 238] kreich uperſtoint tui-
ſchen dem vurß Dederich ind den Berch⸗
ſchen heren. ind der buſchof ſloich ein
bolwerk up zo Rile beneden Collen int⸗
gain dat ſtarke bolwerk zo Moelenheim.
ind de beide partien davan ſchuſſen ind
ſtormden alle dage, ind dat werde eine
lange zit. ind der buſchof hatte ein groiſſe
nederlentz ſchiff doin bolwerken ind boven
mit einre merſen (ſynre mertzen Hſ.), ind
dat ſchiff wart geheiſchen der Ovelgoitze.
dat ſchiff wart gevoirt intgain Moelen⸗
heim [ind de van Moelenheim] jageden
(jagende Hf.) dat ſchiff weder (neder Hf.)
berup mit buiffen bis an den neberften
cranen. da beilte it eine wile, bis ber
iunfer van Eleve mit den Berichen an
den cranen mit ſchiffen zoigen ind ſchuiſſen
(ſchuysſchen Hſ.) dat ſchiff den Ovelgotze
ind erſſogen ind ſchuiſſen de Engelſchen
dairup. ind dairup ſo bleif Stoultz van
Duitze doit. ind dairumb bat fi de vri-
heit wur der flat zobraichen, dairumb fo
wart de ftat van Collen viant der Ber⸗
ſchen, ind wart dairumb Dutze begraben
ind beplanft mit finen waichhuiſſeren.
alda Tagen bes buiſchof vrunde ind ber
buifhof van Met ind de burger van
Collen ind daden groiffen ſchaden in Dat
lant. ind beide partien hatte darvur (bat
pur Hj.) einen ftrit gehait boven Siberch
up der heiben. da bleif doit der (der boit
Hi.) van Gransauwen, ind up beiden
fiven worden ritter ind knecht gevangen.
ind de Berſchen verloren ere zwein wim-
pel, dat eine Berſch, dat ander Mards,
de worde beide ſamen boven be heilige
3 konink geftechen. ind ber bufchof ind
fine vrunde verloren wail 900 pert. bat
quam [van] upfate zo van eime ber heifch
junfer Kreuwel (Krenwel Hi.) van Zum⸗
beren. ind dairna quam konink Sege-
munt van Ungeren ind wairt gecroint 30
Aichen ind be oinde den freih. ind de
zwei bolwerk woirben afgebroichen. item
der vurß buſchof Dederich van Morſe ge-
regeirde dat buſchdum 48 jair in heirli⸗
cher flait, ind was bujchof van Baberborn
(ind ber b. v. Opperborn Hf.) ind flarf
in dem jair 63 30 Zoins ind is begraben
pur de heilige 3 konink in den doim, bes
ſatersdach na jent Julianen daich.
In den jaren uns heren 1463 der
61. buſchof herzoch Roepreicht van Beie⸗
ren, ind wart gekoren van 22 edellink ind
doimheren eindreichtich ind vrebefam up
den elter in den doim zo Collen gefat.
dat geſchaich Des leſten gudestaichs Bl.
23b] in den mertz. item bat capittel hait
den rait laiſſen bidden, bat fi gemeinli-
hen zo jeven oren in den boim quemen
ind de miffe hoirten. de ſank der wei—
buſchof, ind de burger ftoinden in irme
barnifch, der was wail 600, ind verwair⸗
ben den boim, dat dair gein ungeluick up
inftoinde. ind dair was mannich ritter
ind edelman ind de ſtede uis dem fticht
van Collen in dem doim.
2. Rainald von Jülich-⸗Geldern. Vgl.
über dieje Bewerbungen Bb. I, 350 ff.
an
c. 99
mit gemalt zu in in be gerfamer, alfo dat up ben dach aus ver fure neit
entwart!. item bo gingen de doemheren zu dem vade zu Kolen ind klag⸗
ten in, we in gewalt gejchech an ire fure, ob in de ftat ein ſchirm geben
wolt? der raet van Colen gaf in zu antwort: wan fi it fure doin wol⸗
sten, daz fi daz dem rade kunt ſolden doen einen bach zuvorens, dan jo
wolden fi in gut fehirm doin vur al gewalt. und ver raet hat fich auch
darup gejtalt mit vil gewapender man be ft darzu geſchikt Hatten, ve umb
dem bome Ligen ſolden und folden dar ſchirm fin vur al gewalt. und zur
jtunt des abenk reden de doemheren al aus ver ftat und reden gan Bun
so und foren bo heren Dederich van Morffe zu eime bifchuf und fagten in
da up ben elter. und fi fprachen zu Bun: fi wolten gern zu Eolen gefo-
ven heben, man wolt fi nicht vur ghewalt fchirmen, da fi neit ware an
jachten. do de andern parti bez geivare wart, do gingen der herzog van
ben Berg und ver herzog van Gelre und ber junfer van Eleve und ber
15 Doemproeft, ver waz des herzogen broder, und her Wilhem van Pader⸗
burn. da gink dar ein fevenpreifter, der heifche her Johan Ouenten ?,
und floch de flo8 up am dem iferen gader beide vur fent Peters elter und
pur dem foer. und jungen ein mifje van vem hilgen geift-und foren bern
Wilhen van Paderburn vurg. zu eime bifchuf und faßten in up fent
% Peters elter. und aljo bleif dat ftan. her Wilhem fereif fich bifchuf zu
Colen, und fin boden vurten de wapen dez bispums up iren buffen. dez
gelichz dete auch her Dederich van Mors. und alfo feriben fi fich-bifchuf
zu Kolen. aber dei doemheren ve reden mit bifchuf ‘Deberich || zu allen ar. zıe.
fteden und zu allen floffen, ve hulden und ſworen al bifchuf Diverich.
2 alfo freich er al ſſos dez Bistums.
Wie de Berfchen de jtat boden umb bat biſchdum.
Item darna gingen bez bifchuf Wilhem frunt an ven raet und boben,
bez man in biftenvich wult fin, darumb wolben ft vil denſt ver ftat doin.
bez gelichz gejunnen auch bifchufz Dederichz frunt. ven zwen partien
smart aljo geantwort: de fach ging be ftat neit an, fi wolten ber fach
gelich ftan. doch alſo: wer queme, alz er billich komen ſolde, mit ſinre
confirmacio, den wolben fi entfangen und halden wur eine bijchuf?. und
alfo Hatten fi beide vurlang ausgefant gan Rome umb ir confirmacio.
4, walt' flatt wol. 6. fo’ ftatt ih. 11. walten. 18, "fingen? ftatt "fungen’.
1. Davon uilfen andere Berichte (Bd. 3. „pie gleichen Perfonen nennt Rec.
1, 351. 358) Nichte. BS.5
2. Ganz irrig wird die Wahl Diet⸗ 4. Bil. die in einigen Ausdrücken
richs (April 24) vor die Wahl Wilhelms wörtlich übereinftummenben Erflärungen
Oipril 18) verlegt. Bol. Bo. I, 351 des Raths Bd. I, 352. 359.
Note 4.
7*
DI. 418,
100 V. Edlner Jahrblicher des 14. und 15. Jahrhunderts.
da wart gros gut umb verzert und verfchentt. und bo ginf der freich an
und frechten mit ein.
We de Juden 10 jar vriheit hatten.
Item vur ber felver zit wal !/, jar waz der Juden zit aus. fi hat-
ten einen breif van ber flat, daz fi 10 jaren folden in ber ftede fchirm 5
fin, de 10 jaren waren umb. doi worven fi aber einen andern breif auch
10 jar. ber breif wart in alſo daz fi in ver ſtede ſchirm folten fin noch
10 jar!. daz gejchach in dem ſelven jar.
Hi vint man dez koninkz Sigmundus cronica zu Ungern.
Item hi vortan vint man gefchreven bez konik cronica van Ungern ı0
genant Sigmundus gang ind gar van finen fintlichen dagen bis up ven
datum alz vurg. fteit, do er zu roemfchen konik geforen wart und in
Lamparden zuch zc.
[Die hier eingefchaltete Chronik über Sigmund als König von
Ungarn wird demnächſt in ven Forſchungen zur deutfchen Geſchichte Bo. 15
XVI zum Abdruck kommen. |
Item alz da bevoreng gefchreven fteit, we ver felber konink Sich-
munt zu roemſchen konink geforen wart, ind we er zerjtunt darna zuch in
Lamparde mit groffe macht und waz alfo || bi zwen jaren, und we ib nu
bort mie gegangen hat, dat vint man herna eigenlich gejchreven, 20
Wie konink Sichmunt ve Juden zu Kollen fchagen wolbe.
Item darnach zur ftunt ſereif der vurg. konink Sigismundus breif
an al richſtede und fehreif in, daz de Jude fine foemerknecht weren un
weren dez richz und jin, und wolt fi al vangen und fchegen. bat geſchach
in vil fteden, ain in Colen gejchach i8 neit?. do fant der konink fin bot- 3
ihaft an de ftat eins anderwerf und birbewerf, a8 umb de Juden zu
bangen und zu fehegen. dem konink wart geantwort: de Juden hatten
guet geleit van ber ftat 10 jar, dez hatten fi der ftat breif und figil. folt
nu de ftat wider ir breif und figel doin, dez man ne gevreifcht enhette,
e wolten fi liven waz in geburbe, e ft ir jegel und breif brechen wolben. so
aber fi wolten gern helpen dadingen mit ven Juden, fo fi befte mogen.
ji mochten irre van even wegen nicht dringen. bat bleif alfo ftan. dem
konink wart vil gutz von allen Juden be in den richfteden ſaeſſen, ain van
7. nad? ftatt noch. 9. Ca. 10. canonica. 2. riche ſtede. 28. geleit und van.
1. Auf Erfuchen des Erzbischofs verr ſteuer bei Janſſen, Frankfurts Reichs⸗
längerte Die Stabt den Juden ihre Privi- correſpondenz I, 259 fi. Auf die in Eöln
legien bis 1424 Oct. 1. Ennen, Geh. erhobenen Schwierigkeiten wird 266 hin-
III, 319. gedeutet.
2. Correſpondenzen über die Juden-
C. 101
ben Juden binnen Kolen. darumb wart ver konink unwillich up be jtat
van Colen, und auch umb ander fachen willen, ve dem konink gejacht
waren, a8 van ven alden heren, de zu Kovelens und anberswa bi im wa—
ren geweft!. ber unwil bleif alfo ftan. der konink quam gan Bun und
> 3005 van Bun gan Aechen mit groffer macht und mit groffer herichaft.
alda wart er gefroent in dem felben jar alz vurg. ftet. doi ſchikden aber
ber raet van Kolen zu dem konink, umb zu befehen ven unmillen niver zu
legen. dez enfunde neit gefchehen. ver konink quam wiber gan Bun und
wolt nicht zu Kolen. doch doi wart it zu Bun bebabingt, dat er und fin
10 wif van Bun reden gan Rollen. alda wart er herlich entfangen. de ftat
hufde im und || er ir wiver. da dankent man in dem fale. ber konink Bi. aa.
[ind] te Unger ftachen aldage. ver konink und de foninfin bieven zu
Kolen wal 14 dage?, und der konink wart der ftat gar gunftig, und be
Joden daden dem foninf auch dat im wal genochbe 3. alfo bleif dat ftun,
15 und der konink zoch boi van dan up bat confilium zu Conſtans zc.
Alhi quam bifchuf Diverich confirmacio.
Item do man [ehreif 1415 jar na kirsnacht quemen bes bifchuf Di⸗ Der. 25.
berich confirmacio gan Kollen und wurben dar gejehen und gelefen , und
bo wart ve ftat mit dem bifchuf eins. und er reit in Kolen bez bonrestagz
20 zu vaſtavent anno 1415 und wart herlich entfangen, und be ftat hulde Betr. 7.
im und er in wider, und alle ftoffe tuefchen in beiden wurden niber-
gelacht >.
Ban dem bolwerch zu Mulhem.
Item bar bevoreng wal bri virbel jars 8 machde der herzog van dem
2 Berg ein bolwerg zu Mullehem, und ver Freich tufchen ven zwen bifchof-
fen vurg. une tuefchen dem herzogen van ven Berg [began]. eiglich parti
verbrant dem andern fin Iant, alfo bat grofie fchade gejchach zu beiden
ſiden.
4. bleiff' doppelt. 21. treſchen. 26. *began’
fehlt.
11. ‘und’ voppelt. 12. ind' fehlt.
1. In Coblenz, wo fih Sigmund
1414 wiederholt aufbielt else a. a.
O. II, 461 ff.), war ein Hauptſammel⸗
platz der durch die Revolution von 1396
aus Köln vertriebenen Häupter ber Adels⸗
partei. Bol. Ennen III, 108.
2. Doch nur Nov. 16 — 27. Bol.
3b. I, 360. Rec. B ©. 52.
3. Die Stadt ließ fich aber ihre Ver⸗
wendung von den Juden mit 2200 Gul⸗
den bezahlen. Ennen, Geſch. III, 321.
4. Die Confirmationsbulle Johanns
XXIII. trägt da8 Datum 1414 Aug. 30.
Vgl. Bd. I, 360, wo auch ansbrüdlich
angegeben wird, vor der Anweſenheit
Sigmunds in Cöln fei Die päpſtliche Con-
firmation bereits eingetroffen.
5. Beichreibung des Einritts Bd. I,
62.
6. Verhandlungen der Stadt mit
dem Herzog von Berg wegen der Mülhei⸗
mer Feftungeanlage ſpielen wirklich Schon
Yuni 1414. Vgl. Bd. I, 354,
Bl. 45a,
102 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
We de ftat van Colen fehifve zu Conſtans up dat confilium.
Item in dem felben jar ſchikde te ftat van Colen ber Diberich van
Munfter, ein grofje meifter in ver gotheit, und meifter Ian van Nuwen-
ftein!, doctor in beiden rechten, zu Conſtans mit herliche ftate und koſt,
und alda bliven fi lang ligen. ind here Diverich vurg. wart geforen ver
veirre einve, aller deſer Friftenbeit zu Eefen einen newwen pawſt?. und mei-
jter Jan vurg. wart raet des felben koninkz van Ungeren, aljo bat ve
ftat van Collen groffe ere erwarf mit der ſchikung. und ber felber here
Sarı warf auch alda einen breif zu der zit van dem fonink, || vat man ve
ftat noch ir burger bufjen Kolen an gein gericht laden mach, dez fi Doch
auch vur guet breif hatten.
Ban pawft Johan.
Item in dem jelben jar? quam auch zu dem concilium pawft San
und al fin farbinale, und gaf over mit munde und mit breifn fin her-
licheit und verzeich up bat pabjchaft, umb ein einug zu machen ver hilgen
criſtenheit, dat hei neit fteve heilte, er beit alz ein tivan, alz ev alwege
gedan hatte boi er paws waz und auch vur. we dat zuquam, bat ftet
herna geſcreben.
Dan dem confilium.
Item but bleif der pavſt in dem confilium, binnen ber zit bo fant
paoſt Gregorius fin breif und fin macht auch in dat confilium, und fant
dar ven Maleteft * mit groffer koſt und herlicheit, und [gaf] up fin pab-
ſchaft. dat bleif alfo. noch waz ein pavſt genant Benebictus in dem
foninfrih van Arrogonien. ver felber konink fereif dem konink van
Ungern in dat concilium, er wolt anſehen de enug ber billigen Friften- |
beit und wolt ben felben pabjt leven antiworben dem concilium. und
or
=
er
*
—
*
[ST
jchreif dem fonink, dat er zu em queme, er wolt em ben pabjt leveren.
bat bleif aljo. do gingen de mere 30 Conftans, we dat man ber pabjt
geinen wider Tejen folt. boi bat vernam pabjt Ian, do ginge er zu vabe
1. dat? ſtatt de'. 7. ‘de ftatt desꝰ. 22. dem' ſtatt 'ven?. gaf' fehlt. 27. ‘dem |
ftatt ‘ven’. 29. geynne' ftatt “geinen’.
1. Dr, Johann von Neuenftein wird tretern der Nationen, die neben den Kar-
auch fonft oft zu wichtigen Sendungen dinälen an der Wahl theilnahmen (bie
verwendet. Bgl. Einen, Gel. II, 533. Namen bei v. d. Harbt, Concil. Const.
791. II, 87. Er ſowohl wie Dietrid IV, 1474), erjcheint er nicht.
von Münfter werden in dem Schreiben 3. Sohann XXTII. kam ſchon 1414
1415 San. 7 genannt, in weldem Die Oct. 28 nah Conſtanz. Seine Ceſſion |
Einer Eoncilögefandten ihre glüdlihe erfolgte 1415 März 1.
Ankunft in Conftanz melden. Martene, 4. Karl Malatefta von Rimini [prach
Thesaur. II, 1609. 1115 Zuli 4 im Aufteage Gregors XII.
2. Soll da8 heißen, er habe Martin deſſen Eeffion aus. Aſchbach II, 132,
V..mitgewählt? Aber unter den 30 Ber:
C. 103
mit bifchuf Adulf! vun Mang und mit den markgrave van Baden und
mit ven herzoge Friderich van Diftrich, ver mechtigift herzoge waz in
deutſchen lande, alſo dat de felve heren alda verbrogen, wei fi im darvan
helpen wolden. dat verbrach fchach. zur ftunt darna reit der bifchuf Ian
span Mentz heimlich van dan an dez koninkz uirloif, dez den konink ſere
verdrois?. noch enwift der konink van ſdem] upfagt nicht 3. Dez ander
bagz darna doi ftachen de Unger und herzog Sriberich und ir ritter und
fnecht. nu || waz ir upfaßt, baz der pabft binnen den ftechen fich darvan 81. as».
machen ſolde, alz er dede. er dede an einen grawen alden rok und nam
jo ein armburſt und ein feheisgezucht umb fich, und reit aus der ftat felfprit
alz ein fehiltfnecht, und leis al fin vulf zu Conſtans. ber herzoge Fride—
rich van Diftrich reit im zur ftunt heimlich na, und brachten ven pabft
up ven Rin und van dan vurbas in des herzogen ſlos genant [Schafhn-
fen]. do waz der konink fere zu unvreden und bat gan concilium und
15 vort al gube Friftenlude, want ber felb pabft und fin helper vurg. hatten
gern geirret de hilge friftenheit. doch doi leis ver konink in ver ftat up-
trumpen und leiſſen voffen offenbar, daz fi guden muet nemen folten, dis
dingz folt noch gut raet werden. und aljo beheilt er noch bat concilium
alda. darna zur ſtunt fant papft San 2 farbinale an ven konink und an
dat concilium, umb ein ander conciliun zu machen. baran eniwolt der
fonin? nicht und dat concilium dat ba waz. do fprachen ve 2 farbinale:
es were doch allez umbſuſt, nu dat hoift davan fomen were, fo weren be
geleder neit. do verantiwort der konink und fprach: dat hoft iS neit, bat
gein gelever bat, und er is neit dat hoft, bat concilium were bat hoft neft
25 gode. alfo bleif bat ftan. aber ber konink waz zur ftunt up mit alre vez
richz macht und mit finre macht, und belacht herzog Friderich al fin lant,
ind bracht den felven berzog in 14 dagen darzu, dat er im al fin lant in
fin hende geven moifte?. und al dez herzogen amptluden quamen gan
Eonftans und zivoren dem konink mit ven flojfen zu warden, bezgelichz
auch al fin ſtede. alfo wart dem konink al fin lant upgeantiwort up gnade,
3. dewchen' ftatt *veutfchen?.
Namen ift Raum gelaffen.
4. bifchuff im van Meng. 6. ‘vem? fehlt. 13. Für den
1. Nicht Adolf, fondern Johann von
aſſau.
2. Nach Aſchbach II, 65 wäre der Erz⸗
biſchof von Mainz erſt 1415 März 22 ab«
gereift, aljo zwei Tage nach ber Flucht
des Papſtes. Das Bemeiscitat auf ©.
421 ift aber in faljchen Zuſammenhang
egeben und gehört einem Schreiben ber
Franffurter Concilsgeſandten von Febr.
16 an. Der Erzbifchof verließ Die Stabt
bereits Febr. 15. Vgl. Sanfien, Fran:
furts Reichscorreſpondenz I, 283.
3. Das ift ungenau. Pol. Aſchbach
II, 61.
4. Die Unterwerfung erfolgte zu Con⸗
Ne 1415 Mai 7. Bgl. Nec. B oben
.533.
104 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts. ®
ain allein bat lant genant de Eitfche!. darin reit herzog Ernſt?, dez vurg.
herzog Friberich broder, und meinen dat zu behalven, und fprach: of fin
Bl. 46«, broder geflich doin wolt, darumb wolt er fin vaderlich || erf nicht gar ver-
leiffen. ind alfo bleif dat ftain. ind der vurg. herzog Friderich bleif zu
Conſtans und reit allit dem foninf na umb graben. 5
Dan confilium.
Item in der felber zit dede dat confilium ein groffer meifter in ver
gotheit verbernen, der waz zu Prag meifter geweft?, und hat geprebiget
zu Prag, alfo dat er dat gan Behemlant und ven konink darzu up finen
gelauben bracht mit fin lere. de waz fere wider bat jacrament, und mer ı
bofer punt.
Ban konink Sichmunt.
Item do reit der konink van Ungern entgan Arrogonien mit groſſen
vulk, und de Franzoſen geleiden in mit vil groſſer macht, und im wart
groſſe ere da erboden. alſo quam er zu Arrogonien in dat koninkrich.
alda geſchach im auch groſſer ere. und geſan dez pabſt Benedictus, ſin
macht of ſin herlicheit over zu geven, umb willen ein einug zu machen der
hilgen kriſtenheit. alſo bleif dat ſtan“.
We dat bolwerk zu Rile gemacht waz.
Item in deſer zit do dit geſchach i in dem ſelben jare bo begreif ber 2
vurg. biſchuf Rile ind leis dar ein ſtark bolwerk machen. ind hatte auch
zu Bun ein groffe jehif laſſen machen ind hat dat mit blocheren buffen
behangen, ind up den maft ftunt ein groffe bode da man in zu were ging,
ind dat ſchif wart werlich gemacht. bat ſchif wart genant ver Divelgoß,
ind dat ſchif quam zu Rile. ind de Bergſchen ſchuſſen dat fchif ein Loch
barin alba bat fi fluen mit dem jchif bis vur Kolen an ve Neugaffe.
barna uber 8 dage voere ber junchere van Eleve mit prin ſnikken an dat
Ichif, ind wolt dat fchif nemens. ind bat ſchif was bi geinre warning,
Bl. 46b. want fi verleiffen fich up der ſtede ſchirm. boch de felven, ve up dem ſchif
waren, baden groffe were, alfo dat fi dat ſchif beheilten. zu beiven veilen 30
geichach ſchade van luden de boit bleven ind hart gewunt wurden. inb de
—
*
a
=
8
[37]
7. indem felber. 13. rait. 16. of ſyn macht fon. 17. de' flatt ver”. 23. ſtayt'
ftatt ſtunt'. 25. *fchiffen? ftatt *fchuffen?.
1. Tyrol. Vgl. Eberh. Winde c.27 Sigmunds mit Benebict XII. und Kö-
(Menden I, 1090): ‘Sigmund zog fur- nig Ferdinand von Arragonien fällt in
pas zu —— an die Etſche'. ben September 1415. Aſchbach 140.
2. Bon Steiermarf 5. Dieſer Handflreid des Junkers
3. Johann Hus, hingerichtet 1415 Gerhard von Cleve fällt 1415 Juni 17.
uli 6 Bol. Bd. I, 356 und Rec. BS. 53. .
4. Die fruchtloſe Zujammenkunft
C. 105
Bergſchen lachten ir buſſe up der ftete warf ind fchuffen in bat fehif. te
por&en waren gefloffen, man wolt nemant auslaffen. ind alda namen fi
mit in 2 fchif win, be waren bijchufz Diverich, ind vurten fi mit in zu
Mulhem. ind barna peilden ve van Nil den Rin, alfo dat fi nicht mer
s mochten mit iren fchiffen herup me voren, ind werben bat mit buflen.
Item darna neit lang in dem felben jar 14161 do quam der van
Sarwarben dez biſchufz Diderichz broder? wal mit 400 pert, ind folt
riden mit fime brober vurg. mit im veit der gref van Sein 3, ind bifchuf
Diverich folt auch zu in fomen in dat Bergſche Iant, ind wolden da einen
ıo rit in dat lant gemacht haben. ind underwegen bi Siburg? heilt ver her—
zog van dem Berg mit fime vulk, und meinte ven van Sarwarben und
den greven van Sein beide nider zu legen, e ber hoif bi een queme. ind
alfo quamen fi zu hof ver van Sarwarven und ber van Sein ind ir vulf
burg. ind hatten einen harten ftrit unver ein ander. doch der van Sar-
15 warden und ber van Sein beheilden bat velt, und der herzog van bein
Berg ward aus irem felfz lande fluchtich ind der juncher van Cleve ind
al fin vulk van dem velde ind leifen ir banner in dem velde, wilchen ban-
ner boven de hilgen 3 konink in dem doem zu Kolen upgeftechen wurben.
und dei Kolſchen kregen bar vil guter gevangen. bez gefchach zu beiden
2u five groffe ſchade.
|| Item in dem ſelven jar galt ver raet der ſtat van Collen dem zı. ar=.
vurg. biſchuf Diverich al fin vente af, de er binnen Kolen hattes, mit
wift ind willen dez capittelz, de dat auch mit befigelt haint. item und
auch al de mulenrente, de er hatte up dem Rin vur Collen.
2 Stem anno 1415 der konink Sichmunt bi dem konink van Arrogo—
nien gewejt waz, und der konink hat dem konink Sichmunt geloift, er
wolt dem paws Benedictus darzu halten, daz er fin macht folt uber-
geben. und of der pabs dez nicht doin wolde, jo fal doch fin foninfrich
und al fin lant an den pawft nicht me geloben. und nam bez ein zit, ba
» in binnen wolt er den pavft underwiſen, daz er de pabjtbi oivergeben
jolt. dat gefehach®. alfo wolt ver konink de zit nicht ftil ligen und reit
29. ‘an’ flatt al.
1. Vielmehr 1415. 5. Weber bie werplänbungen Diet-
2. Graf Friedrich. richs an die Stadt |. Bd. I, 361
3. Graf Gerhard von Sayn erſcheint 6. Ueber Die kergeblichen Verhand⸗
als Bundesgenoſſe des zbiſcoe Diet- lungen Ferdinands von Arragonien mit
rich in der Urkunde bei Lacomblet IV, Benedict vgl. Aſchbach 143 ff. Durch
das Eoncordat von Narbonne unterwarf
4. Ueber das Treffen bei Siegburg fich Benedicts Obedienz dem Conftanzer
Mitte Juli 1415 vgl. Rec. BES. 54. Coneil.
Bi. ib,
106 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
zu dem konink van Frankrich und quam zu Baris!. da wart im gar
grofje ere erboten, da vil van zu fehriven were.
Item anno 1416 do zoch der konink van Engelant mit groffer macht
zu Sranfrich und gewan ein gude ftat an ter fee genant Herflur?. do
quamen de Franzofen zu und ftriden mit in. be Franszoſen verloren ben >
ftrit ?. alda bleif voit der herzog van Brabant? und fin brober und vil
groffer heren, de al erflagen wurden. da wart gevangen ein herzog van
Drlengd. da wart auch gevangen ein berzog van Borbun. alba veint
ver konink van Engelant vil groffer mechtiger heren und zoch wider von
dan gan Kales, do er de ftat vurg. Herflur befat hatte mit fine luden.
Item alz vurg. fteit do der konink Sichmunt ein zit zu Paris geweſt
waz, do zoch er van dan gan Kales und van Kales oiber in Engelant zu
| dem Foninf, umb frid zu machen tufchen Engelant und Frankrich. de ere
und herlicheit, de im alda geichach, dez waz gar vil und groffe. und alfo
bleif er in Engelant mer dan 10 wechen 6. |
Item in dem ſelben jar do fchref der vurg. foninf Sichmunt ber
Stat van Colen eins anderwerf und dirdewerf und entboit in, bat fi darzu
hulpen, dat der ſtroem bez Rins vri wurde, ‚want der ftroem were bez
richz, une dat Mullenhem afqueme?.: darup fich der raet van Collen
verfan und vunden einen breif in dem gewulf, we ve ftat belent iS van u
eime feifer und van dem viche, dat fi ſchirm haben ſollen umb Kolen zu
waſſer und zu lande ein banmile, und bat fi auch nemantz uberbumen
ſolde binnen ver banmile zu waſſer of zu lande 8. do ſchikten der rade ire
frunde zu dem herzog van dem Berg und hatten gern fruntlich deſe fach
nivdergelacht, damit dat bolwerk afqueme, dez der herzog ne geboin wolde. 25
er wolde furlich dat bolwerf behalven und wolt daraus fregen, as
he dede. |
tem anno 1416 do de ftat verftunt van dem Herzog Alf van dem
Berg, tat er bat bolwerk nicht afpoin wolde, do verbant fich de ftat mit
bifchuf Diverich van Kolen, alfo dat fi fin helper werden wolden. doch 3
10
15
10. *ver’ flatt ve’. 12. “und van K.' übergefchrieben. ‘zu? voppelt. 30. "dach? flatt doch'.
1. 1416 März I. Lenz, Sigismund
und Heinrich V. von England 82.
2. Uebergabe von Harfleur 1415 (nicht
1416) Sept. 22. Pauli, Geſch. von Eng:
land V, 109.
3. Schlacht von Agincourt 1415 Oct.
25. Pauli 117.
4. Anton.
5. Ludwig.
6. Sigmund kam April 27 nad) Ca-
lais, landete April 30 in Dover und trat
Auguft 24 die Rüdfahrt an. Lenz 88.
123. Der Aufenthalt in England bauerte
aljo länger.
7. Bgl. Bd. I, 356 und Rec. D.
8. Wahrſcheinlich ift das große Eol-
lectioprivileg Karls IV. von 1349 ge-
meint, in dem u. a. auch das Recht ber
ſtädtiſchen Bannmeile anerlannt wird.
Ennen II, 320,
C. 107
aljo wart dat verbuntnifje gemacht und verbreift van beiber ſide, dat fich
ber bifchuf nicht fonen ſolde mit dem herzoge buiffen te ftat, it folt mit
ber tat wilfen und willen gefchehen. und fo folt gein ſone geſchehen, dat
bolwerf enwere af, und ber herzog folt auch ve burger van Colen tolori
s halden zu Duſſeldorp und anders, alz [fi] daz van alders lang ge⸗-hat ar. 4s=.
haint, und alz fi auch des guet breif hatten van dem herzogen. alfo wart
dat gedadingt mit dem bifchuf Diverich und wart wal verbreift!.
Item da bevoreng wal 3 jar waz ein plabtere zu Kollen, genant
ber Johan van Tytzervelde?. ver plabdere wider einderman und bebe
1 den van Duß vil fruß up den burgern van Collen wider de ſtede vriheit.
waz im ung beren fachten, ex heilt nich darvan. zulefte jachten im uns
heren ber ſtede ſchirm up. doi dez de van Duß geware worben und ander
fine viant, de veingen in zu Kollen in ber ftat ind wurpen im ein feil in
ten halz und vurten in mit gewalt burg de Marporzen und an ven Rin
15 und wurpen in in ein ſchif und vurten in zu Dub und wolben im han-
gen. boch do underwant fich fin der alde bifchuf Friverich, der in ewech
vurte gan Broel. do leis er in zulefte ledich. in ber zit do man in alſus
vurte aus der ftat, do leif groffe vulf zu van der gemeinde, aljo daz de—
gene be in veingen, weren irre 3000 geweft, fi muften al varumb gejtar-
zu ben fin. daz dez nich gefchach, daz verboden de heren der raet zu Kolen,
und fanten zwen geweldemeifter und ire boden bi dat vulk ind leiſſen in
jagen, dat fich nemant darumb anneme, want uns beren der raet wiften
wal, waz de fach were. mit fuelchem verhengnis wart er ausgevort bi
Ichonen vage.
2 Item darna in dem felben jar in der wochen assumpcio sancte Aug. 15.
Marie leis de ftat de groffe buffe geiffen ve man nent Unverzaecht 3. ver
meifter genant Duefterwalt der goffe fi. de buffe jcheift einen ftein ve
wicht 500 €$ zwar. |
|| Item darna do man fereif 1416 jar na fent Yaureng dag do wart une
zo der raet mit dem bifchuf einbrechtich und verbrogen, dat fi Dut begriffen
wolden. bat dorp wart gegriffen dez godesdagz na fent Laurentz bag 3. Aug. 12.
in dem felben jar hat der bifchuf wal 600 geleien und vil voesgenger.
item de ſtat van Colen hat dar wal 200 geleien, wal 400 wal gewapen⸗
5. ſi' fehlt. 11. auchtz' ſtatt nichtz'. 33. der ſtat.
1. Die Bedingungen ſtimmen genau 196.
mit der Bunbesurfunde von 1416 Juli 1 2. Deutßerfeld heißt noch heute bie
bei Lacomblet IV, 104. Nur von der Feldmark von Deutz.
Zollfreiheit der Bürger enthält fie nichts, 3. Der Name auch Rec. B ©. 58.
doch war hierüber fchon früher eine Ver: 4, Vgl. Rec. D zu 1437.
einbarung getroffen worden. Ennen III, 5. Ebenfo BES. 56.
Aug. 38.
Sept. 8.
BI, 498,
Sept. 1.
108
V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
der man fo ſchutzen fo ander leude, und lagen da zu Dutz mit macht alfo
wal 17 dage bis alz lang, dat Dub wal umbgraven wart und befat mit
20 bergefriven, und be al umbplanft, alfo dat fi fich wal beficherden vur
dem herzogen. de wile [ve] grever lagen und groffen, dewile reden de
reifigen in dat lant und branten und daden groffen fchaten und quamen
al nacht wider zu Duß in dat dorp wur Kolen.
Item darna in dem felben jar up fent Iohans avent decollacio do
zoch dat vulk vur ein ſſos genant Rode!, dat waz auch ſtark gebolwerkt,
und der ſtede wimpel waz auch mede vur dein flo8. bat wimpel waz be-
voilhen her Heinrich Hardvuſt ritter, der waz auch hoiftman zu der zit
uber der ſtede lude van Kolen. und do vurten fi auch mit in be groſſe
buſſe genant Unverfaecht, dat waz ver felber buffe erjte ausvart. mit
der jelber bufje gewunnen fi Rode dat jlo8. it waz male gebolwerft.
noch gewunnen fi dat ſlos mit zwen fchuffen. ver ftein gink durg und
burg bat ſſos und durg dat bolwerft genant Rode.
Item darna up unfer liever vrauwen bach nativitatis in dem felben
jar quam ein bifchuf zu Kolen, der waz van Engelant, und wolt zu dem
concilium. der hat fine eigene finger und jungen in dem dome bat ampt.
dat wart alz wal van ven Engelfchen befungen, alz man in 30 jaren in
dem bome e hort fingen.
|| Item in dem felben jar up Egibit? quam ber foninf Sichmunt
wider aus Engelant und quam gan Kales. und uns heren fanten aber
ir botfchaft Foftlichen dar, de brachten ein gude fruntlich antwort van
dem koninks. alda hette der konink gern ven Freich verricht tufchen vem
foninf van Sranfrich und dem konink van Engelant, da was vil arbeit 2;
umb. is hunde nicht gefchehen. doch is wart 3 jare in ein beftant gefat*.
van danne zoch der konink gan Bruf in Slanberend, und dan furbas z0ch
1. zu ſchutzen. 2. beſant' ſtatt beſat'.
vrauwen' von anderer Hand übergeſchrieben.
1. Der Auszug ber ftäbtifchen Trup⸗
pen erfolgte wirklich Auguft 28, jedoch
wurde Schloß Röttchen erft am 29. be⸗
ſchoſſen und in ber folgenben Nacht bes
ſetzt. — BS. 57.
2. Schon einige Tage früher, ſ. oben
S. 106 Note 6.
3. Wahrſcheinlich hatte dieſe Sen-
dung den Zweck, die Intervention des
Königs in den niederrheiniſchen Wirren
zu beſchleunigen. Am 3. Juli erſucht die
Stadt Sigmund, er möge den Herzog
von Burgund und andere Fürſten von
der Unterſtützung des bergiſchen Herzogs
4. de' fehlt. 12. auswart. 16. liever
abmahuen. Copienb. VI, 266.
4. Ueber die Unterhandlungen von
Calais vgl. Lenz a. a. O. 123 F Ein
Stillſtand auf drei Jahre war allerdings
projectiert, abgeſchloſſen aber wurde ein
ſolcher nur auf wenige Monate.
5. Aſchbach 172 und Lenz 132 laſſen
Sigmund zur See von Calais nad) Dort-
recht gehen. Gut dagegen flimmt zu ber
Anmelenbeit in Brügge, daß bie freilich
fehr jpäte Tſchudi'ſche Chronik (f. Afch-
IR Note) ihn Über Antwerpen reifen
ft. x
gi
—
0
20)
0, 109
ber konink gan Neunmegen, und batte var vil tading alz umb dat lant
van Brabant und meinte, dat lant wer eme und dem rich ervallen, na
den bat gein vecht erven zu dem lande were!. we dat ende nam, bat
vint man herna gejchreben 2.
5 Item in der felber zit bi 14 dagen na hatten de Engeljchen und ve
Franzoſen aber einen ftrit up dem mere bi Herflure. da namen be Engel-
ichen groffen ſchaden an luden de erflagen wurben, aber de Engeljchen
beheilben dat velt und Fregen vil fchif und vil genangen 3.
Item anno 1416 3 vage vur unfer frawen brant it fere up dem Sept. e.
10 Heumart 2 bufer af und bi dem Neumart auch 2 huſer af. dat gink zu
van wiegfen, de van ven Bergfchen her zu Kolen gefchikt wurden und in
de hufer gelacht wurben, ter man vil vant. doi worden gevangen 3 ſnode
boven, de befanten alſach umb de wegfen, van warn in de fomen woren,
darumb bat fi verbrant wurben up dem werde vur Kolen. und ir forper
ıs wurden gelacht up ein Flein vloeß, und man vort fi na bi Mulbem und
leis fi do felber vleifjen. alſo quamen fi gan Mullenhem an bat lant.
dat gebrat geveil ven Bergfchen nicht. fi jteiffen dat gebrat vam lande
und leifjen iS furbas vleiffen ?.
|| Item up de jelf zit wart morgenfprach gehalden zu Kolen alſo: Bi. a.
20 wer den recht ſchuldigen brengen mocht, van dem ve wekken her quemen,
de jolt 300 gulden haben 5. we einen boit floch, dat kuntlich were de wek⸗
fen legen wolde, de ſolde 200 gulden haben. wer einen melve, be meffen
legen wolve, ver folde 100 mark hain. wer get van ber fachen weghen
furbrengen wolt, und wer darvan ichg jagen wolt oft emant melden
25 wolt, der jolt vurwart und geleit haben af und zu. daz gelt wolt de ftat
eiglichen zu ftunt bezalen ain argelift. do dat gefchach, ua ber zit gejchach
ne gein brant mere van wegken. alſo gelach dat.
Item dar bevoreng mer dan ein half jar in dem jare gefcacht, dat
biſchuf Wilhem van Paderborn, ver bifchuf zu Kolen wolt fin alz vurg.
3 ftet, darumb bat der herzog van dem Berg ben Treich anhoif, do ver felf
bifchuf vernam, dat de ftat van Kolen bifchuf Diverich van Morfje ent-
fein? und heilten in vur einen biſchuf, do leis er af van ven zwen biſch⸗
12. ‘den’ ſtatt ver.
1. Anton von Burgund, ber das 2. Im Weiteren wird der brabanti-
Herzogthum Brabant mit der Hand der chen Angelegenheit nicht mehr gedacht.
Erbin Johanna, der Wittwe MWenzels 3. Seefteg der Engländer bei Har⸗
von Luxemburg, erhalten hatte, war 1415 fleur 1416 Aug. 15. Pauli a. a. O. 134.
Dct. 25 bei Agincourt gefallen. Bra- 4. Genau übereinftimmend Rec. B
bant verblieb, ungeachtet des von Sig S. 59.
mund erhobenen Widerſpruchs, jeinem 5. 400 Gulden nach Rec. B.
Sohne Johann.
Bl. 508.
Sept.24.
Det. 10.
110 V. Cöolner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
dum Paderburn und Kolen und nam ein weibliche junffrau,. te waz boch-
ter dez herem bez grafen van Zeifelenburg!. und de felf junffrau waz
nichte bifchof Diverich, van Kolen. darumb wart im bat lant wider
ledich gegeven, bat genant was be graftichaft van Navelzberg, va be
Bergſchen van older iren namen van hatten?. dat hatten de Bergichen 5
umb vil gut verfat, und dat gelt gaf half dur ver gref van Teklenburg,
und de ander halficheit gaf dar der bifchuf Deberich van Kolen?. alſo
wart ver bilich gemacht vaft, und man lacht fi zu zur ftunt. und alfo
heis man den biſchuf Wilhem furbas herzoch Wilhen. und reit bar und
nam be vurg. grafichaft wider in. und ver felf bifchuf, nu genant her⸗ 10
zog Wilhen, ver hatte gar nicht uberal. er veit neulich mit 3 perben.
er was vil eveler wan ber van Zeflenburg. er was arm und noetich,
und im || wart ein guet lant mit der junffrawen. aber fin broder herzog
Alf quam ne up ve brulauft, it waz wider in vaft. alſo bleif dat tan,
aber gelicheiwale Freichde fin brober bort mit bifchuf Diverich und mit der 15
ftat van Kollen.
Item darna 6 vage vur fent Michel; dag doi jacht man ber ftebe
ſchirm up dem her Iacob van Simmeren, der waz ein edelman und waz
ein knoenche im dome. und man facht auch ber Ian Quenten ver jtebe
ſchirm up, ter waz ein jevenprefter im dome. de jelven 2 man waren 20
auch, de den dome upflogen alz vurg. fteitd. darna zur ftunt wurden fi
beide gevangen, ver ein in dem doeme, ber ander in fim Hufe. daz dede
der vurg. biſchuf mit ver jtede wilt, und wurden al beide in ven fal ge-
port. alda wart urbel uber fi gegeben und wurben. al beide up be leider
gefat, und hatten breif vur irme hoift, dar ftunt in gefereben, waz fi 2
gebain hatten. es waren punte, de fi vurziven lang gebain hatten. doi
nam man fi van ber leder und vort ft zu dem Broel. daz geichach up
jent Gereonis dach anno 14168,
tem al: defe zit lagen de ruter zu Duek ftill und baden gar nichtz .
ben vianden. daz verbroez vaft eitlich gemein arm gefellen in Colen van 30
hantwerkeren und irs gelichz. und zogen aus allein up ire eventure in
bat Bergiche lant, und brachten einen guden vauf aus dem lande. do
ginf is in wale. fü ſament ſich aber allein up ire eventure zu dem an⸗
1. Der Vertrag zwiſchen Erzbiſchof
Dietrich u. feinem Gegner iſt datiert 1415
Dec. 3. Seit dem Einritt Dietrichs in
Cöln waren mithin ſchon faft zehn Mo⸗
nate verfloffen. Vgl. Rec. B ©. 52.
2. Dies ift irrig.
3. Dietrich veripricht wirklich in dem
Bertrag von 1415 Dec. 3 (Lacomblet IV,
101) 20000 Gulden zur Einlöſung von
Ravensberg. Bon einer gleihen Ber-
pflichtung des Grafen von Tellenburg
enthält ber Vertrag nichts.
4. D. i. nicht Simmern, ſondern
Sombref. ©. Bd. I
5. Vgl. oben e 8*
6. Uebereinſtimmend Rec. B S.60.
O. 111
deren male und leifen wal 4 milen in dat lant, und quamen wider ain
ſchaden und brachten noch vil einen groeſſeren rauf gan Colen. den rauf
wolten de ruter van Dutz mit in buten. de ſtat wolt dez nicht gehengen,
und ſprachen: wer mit in buten wolde, ver ſalt auch mit in zehen. || dar- gr. sor.
snach zu dem dritte male jamenent fi fich aber irre wal 250, und hatten
wal 80 armburft, und zugen noch verre in bat lant und allit allein up
ire eventure. und hatten noch vil mer einen groeſſen rauf da genomen
und dreven ben vor fich durg einen walt. alba in einem grunde hatten
be Bergfchen fich gejament und heilten up ſi. bo fi na bi ein quamen,
jo do fagen fi de Kolſchen gefellen wal, und ftalten fich froemlich zu were und
bleifen bi ein. do daz be ruter jagen, bo ſchikten [fi] de ftolßten gefellen
und de befte gereden vur an ven fpik, und ranten frislich up fi, und mein-
ten fi alfo zu brengen van ein ander, bez doch nicht gefcach. de under fi
quamen gerant, ver wurden 2 zu dode gejlagen, gober hande edel lude,
»s und veingen wol A auch gube lude van arde. fi jchoflen irre vil wunt
und fchoffen vil perde doit. dewile fi alfo ftreben, in ber zit leifen ve
wif na unde breiven bez vaufz gar vil wider heim. doch behilten fi bat
velt und irs raufz ein teil. der meift deil hatten de wif in afgebreven
alz vurg. ftet. dat gefchach 8 daghe na Remigii anno 14161. Det. 8.
20/ Item darna up ſent Kathrinenavent in dem ſelven jar quam konink Nov. 21.
Sichmunt van Kales wider gan Aech. aldar quamen vil heren, da lange
van zu ſchriben were. do ſant der ſelf konink zu dem herzogen Aelf van
dem Berg und zu anderen heren und zu dem biſchuf van Colen und zu
der ſtat van Collen ſin botſchaft, dat ſi dar quemen. dat geſchach. da
2» waz der herzog van dem Berg, ver biſchuf van Collen, und de ſtat hatte
auch dar gejchift ire botjchaft, allez umb dez kreichz willen zu verrichten.
alda tadingt der vurg. konink tuefchen in alz verre, bat der Freich zu ber
zit verricht wort, alfo dat alle fache ghericht und flecht folven fin. und
al de bolwerk, de der. herzog || und der bifchuf gemacht hatten, de wurden Bi. sı=.
» al in dez koninkz hant gefat. und der konink nam auch de bolwerf in zu .
finen henden, und fagt fine lude in de bolwerk bis alz lang, daz ber for
nink ein recht ausiprech umb bei bolwerk?. dez wart dem herzogen vurg.
zugefacht 27000 gulden r. ver verficherve und verburgede ver bifchuf
18000 gulven r.®, und ve ftat verburgede 9000 gulden r. umb ve felben
9. up heylten up. 11. de fhyften pe. 33. verburge.
1. am Ahntic mit gleichem Datum Dal. auch BS.61.
Rec.BS.6 3. Bol. Urk. Sigmunds Dec. 15 bei
2. Adienei Schied König Sigmunbe Lacomblet 110.
1416 Dec. 13 bei Lacomblet IV, 107.
Yan. 28.
Mai 20...
Bl. 51b,
112 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
9000 gulden gaf ber vurg. konink ver ftat van Collen einen breif, in ve
9000 gulden wider zu geben und zu bezalen binnen eime jar, alz dat ver
breif auswifet !. |
Item darnach in dem abvent quam ber felf konink wider gan Rollen
mit vil berjchaft, und ve ſtat van Collen hatte groeſſe koſt mit vem fos >
nink. und der konink fant der van Sarwarben? gan Mullenhem, dat er
daz bolwerk inneme van finen wegen. und ver felf foninf machde vo vil
dinkz zu guben friven, vewile er zu Kollen waz. och bracht er ber ftat
zu der zit mer dan umb 6000 gulven fo gelent fo gefchenkt. item bar-
nach) zuch er van Kolen wider in dat biſchdum zu Lutge und zuch van dan 10
zu Lutzelburg, und waz wal 10 vage zu Kollen geweſt zu der zit?.
stem anno 1417 jar 6 dage vur unfer frawen dag lichtmifjen fan-
ten uns herren ber raet und ber bifchuf von Collen und ver herzog van
den Berg zuch felber dar zu Lutzelburg zu dem konink Sichmunt, al;
umb dat recht auszusprechen alz um de bolwerf, alz vurg. ftet. 15
Item darnach anno 1417 up dem phinztenabent quamı ber Heinrich
van Aufem * und bez bifchuf lude van Eonftans, || und brachten ver ftebe
einen breif mit dez koninkz majeftatingejegel. ver breif Heilt in ven
aufpruch gentlich, alfo daz de bolwerf Mulben, Munhem, Rile, Dutz al
af folden find. und der konink fant mit ein ritter genant her Iorg van 20
Zeblig, daz der nicht darvan ſolt komen, ve bolwerk enweren al flecht
af®. und der konink fehreif dem berzogen einen breif und auch dem
bifchuf und geboit bi finen bolven, daz fi ve bolwerk afdeden und darin
nichtz lieffen vallen noch erren. Item in dem felf breif ftunt auch, we
daz geftift van KKollen und ve ſtat van Eollen folten zollori fin zu Duffel- 25
borf und zu.... na auswifing irre alber breif und vriheit?. item befe
punt wurben al mit gericht zu Conftans gewunnen. da jtunt an dem ge-
richt der berzog van dem Berg an ein fide, be ſtat an de ander five, alfo |
bat da age und antwort alda verhort wart. da zu rechte ſas ein rom- |
ſcher Toninf, 11 bifcholf, 6 herzogen, 12 grafen, und ander vrien, heren, 30
ritter und Inecht, der vil waz. alſo daz de ſtat van Kolen alda mit urdel
9, fo gel. zugeih. 26. Lüde. |
1. Bel. Ennen III, 203. 204.
2. Graf Frievrih, Bruder des Erz-
biichofs. Ennen 205.
3. Der Aufenthalt in Cöln dauerte
keinesfalls fo lange. Vgl. BS. 61.
4. Heinrich von Außem und Johann
von Neuenftein begegnen als Gejandte
auch bei Ennen III, 203.
5. Conftanzer Schierigmunds 1417
Apr. 22 im Auszug bei Racomblet IV,
109 Note und Ennen 204.
6. Vgl. Ennen 205.
7. Die Zollbefreiungsurfunde des
Herzogs Wilhelm von Berg 1386 (La-
comblet 111, 792) führt namentlich
außer dem Düfjeldorfer Zol nur nod
den Kaijerswerther an, ber aber (als alter
Reichszoll) beſtehen bleiben follte,
113
gehalden hat de vurg. punten na auswiſing Der vurg. breif. item in ben -
pinxſtvirdaghen quam her Jorg der ritter vurg. zu dem van Sarwarben
und gefan ver bolwerf af zu doin. do antworden ver van Sarworten,
er wolt e de koſt haben, te er darauf het gelacht, e er dat bolwerk oiver-
5 geven wolt. Ä '
Item darnach tabingt man mit dem van Sarwarden: jolt man be
bofwerf wider van im haben, man muft im geben bi 5000 gulden r. wur
fin koſt. dat bezalten te ftat allein. bot dat gefhach, doi vore te vurg.
ritter zu Mulhem und nam daz bolwerf in. item dez mandagz up fent
1» Bonifacins dach ! fanten ve ftat van Collen ir lude dar, der waz wol 400 Jun. 7.
man, be al vage brachen mit groffer koſt und arbeit daz || bolwerf. alſo la Bl 52=,
gen fi dar bis up fent Johans avent, dot waz 18 zmal afgebrochen, ind de Sun. 23.
graven genult?. item Munhem, Rile, Dub und Weſſeling de bolwerk
und graven wirrden auch zur ber zit ſlecht gemacht.
15 Item up unfer frawen avent procesionis in dem felben jar fanten Sur. ı.
unfer ftede frunt unfen heren van Conſtans botfchaft, daz al Friftenheit
eins were und al pabft verzigen heten, alfo daz fin einen pabft Tefen
ſolten 3,
Item anno 1417 umb fent Bartholomens miffe* doi lode biſchuf Aug 24.
» Diderich de Juden aus ver ftat van Kolen und wolde fi ſchetzen, dez ber
raet van Collen nicht hengen wolde. und fchiften fruntlich zu bifchuf
Diverich und hetten in gern underwiſt, dat er dat laben het laſſen gut
fin, want fi fachten, de ftat hetten ve Juden verfichert 10 jar und folten
it verantworden gelich iren burgeren, dez hetten ve Juden iren breif. und
25 er het auch ver jtat al ir alde recht vrihet unbe getooende confirmert, und
er het auch doch jelber ven Juden preif und konink Sichmunt hette in auch
breif geben, alſo daz er ter ftat nicht enftunde wider ire breif zu bein.
man facht im auch, hette er icht zu ven Juden zu ſprechen, daz er in bin-
nen Rolfen zufprech, fi wolten im treulich heipen zu allem rechten. dat
zo half allez neit. er lude fi in fine famer bri vergentage und dingde ııp fi
zu Buppelzporp. item up ven leften 14dage fchiften uns heren dar zu
1. Auch B ©. 62 fett ten Beginu
der Demolierumgsarbeiten anf Montag
Juni 7. Bonifaciustag aber ift Juni 5.
2. Ebenſo B.
3. Ein Schreiben der Cölner Con⸗
cilsgefanbten vom 3. Juli verweift auf
einen früheren ‘Brief, in dem über bie
vollzogene Union mit Kaftilien und Leon
Mittheilung gemacht worben war. Mar-
tene et Durand 11, 1676.
4. Der Beginn der Judenftreitigfeit
Städtechrenifen. XIII,
fallt etwas früher. Schon die Felicis et
Naboris (Juli 12) beſchwert fich die Stadt
beim Erzbiſchof, daß er die Juden auf
nächften Samstag in feine Kammer zu
Poppelsdorf geladen habe. Copienb. VI,
74a, Webrigens [pielte ganz derſelbe Streit
auch drei Jahre vorher, vgl. Emmen,
Geſch. III, 325.
5. Sigmund hatte ihnen noch 1416
Du. 15 einen Freibrief ertheilt. Ennen
11, 322,
8
114 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
Puppelzdorp an dat gericht, umb de fach zu verantivorben mit allen iven
Bl. 526,
priveleigien. aldar wart gefehift ber Johan van Uchelhoffen bürgermeis
fter de zit, her Ian van dem Newenftein, her Gobel Walraff. de qua—⸗
men vur dat gericht. item alda fallen zu gericht al bez bifchufz man.
bo wart gefraget, of emang || pa were, ber ve Juden van Kollen verant-
worden wolt. doi antworden de burger van Kollen, fi weren va, umb
be Juden zu verantworden in aljulcher maefje, taz man fi nicht aushei⸗
ſchen noch laden folt. aber hed emantz icht zit in zu fprechen, man ſolt
im zu Kolen gut vecht boin. und begerven, dat man darumb ir breif
wolde horen, we de ftat gefriet twere, bat man nemantz aus Kolen heifchen ı
un
=
noch laden folt. ver breif wolt man weber ſeen noch horen. alda ſtunt
BI. 53«.
bifchuf Diderich und bat umb einen vurjprechen. ber wart im geur-
loft, dat waz der burchgraf van Draghenvelfe. der clachbe und ſprach:
te Juden van Collen heiten finen heren bifchuf Diverich erſchempt mit
wurden, dar fi im lifz und guß vellich weren wurden. doi bat bei ftat
van Kolen iv Iude auch umb einen vwurfprechen, und begerden her Kojtin
van Liskirgen. ber wart in georloift. der antworden van ber ſtat iwe-
gen. do ſprach ber Koftin vurg., fi weren tar mit iren breifen und
hofden bizubrengen, bat man de Suben nicht ausheifchen ſolde, nicht verre
wolden fi te Juden verantiworben. bo wart gefprochen van dem burg- 20
graf van Drachenvelg, er hoftde, nadem baz te Jude fime heren dem
bifchuf vellich weren wurden und fich de tat van Collen darumb anneme,
baz te ftat im de boeſſe bezalen folde. dar entgan dingde her Koſtin:
nein! er hoftbe, nadem bat fi fich nicht verre umb de Juden annemen,
dan umb bat ausheifchen, dat fi nicht vellich folven fin. dat wart zu
urbel geftalt. darup wisde dez biſchufz man, fi enhetten noch der wort
nicht gehort, de ftat folve vellich fin. tat urdel ſchuldiget her Koſtin
burg. an bat rich pur dem fonint. alba waz ein notarius, der daz aljo
anfchreif. noch dinge der burggraf vurg. aljo, er wolt dem ſchuldigen
gein macht geven, den alle, te da weren, ve folten burg fegen vur be well,
of fi folten da bliven. barentgan dingde her Koftin vurg.: nemant were
ſchuldich burge || zu ſetzen, taz urdel enwere geuifjert vur dem viche. dat
wart auch zu urdel geftalt. darup wart gewiſt, de van Kolen ſolde burge
ſetzen. dat urbel fchulpiget auch her Koftin an dat rich. alſo wolden fi
de burger van Eolen ein wile tar gehalven haben, dez fi doch nicht da⸗
wi
*
—
N)
1)
N]
a
den, und leiffen fi wider heim varen gan Colen. item umb dat ſchuldi⸗
11. *horen? fpäter übergefchrieben. ° 12. Bon fpäterer Hand geändert: "eynen man vur 30
forechen?. "umb? flat im’. 13. Dragbenvelve. 16. Nach "einen’ hat fpätere Hand
die Worte man 30° übergeſchrieben.
O. 115
gen zu volvogen, wart gan Conftans gefant meifter Ian van dem Hirk
ind ber Gobel Walraff! ind ber Ailf Bruwere rentmeiftere. te wurfen
al ein lading an den bifchuf van Collen, dat er binnen 40 dagen jolt
fomen vur bat hoifgericht dez koninkz und folt fich gan ven van Kollen
s verantwurben. item de botjchaft quam gan Eollen, ind ve geſchikt wa-
ren quamen mit, anno 1417 vur kirsnacht. we it vort ende genomen Dee. 25.
bat, dat ſuke herna. und brachten ve labebrief mit in, damit daz der
biſchuf geladen wart an bat rich.
Item anno 1417 up ſent Mertind dag wart einprechtlich ein pabft Nav. 11.
10 geforen oivermit alve deſer friftenheit in alle ver werelt. te pabft waz
ein kardinale und waz ein geboren Romer van dem geflecht zu Roem ge-
nant Eolumna?. er wart genant Mertinus quintus.
tem in dem felben jar waz einre, genant her Everbart van Lim-
berg. ind waz bez berzogen van tem Berg raet, ind was auch mechtig in
ı dem lande. ber felf Everhart waz verbunden ind vereit der ſtede van
Kollen ind waz ir evelburger. der vore mit finen gefellen bi der nacht
an ve molen und brant der molen 2 af und nam ein ſchif wins wur Col-
len. unfe burger voren na bis bi Zoens. alda voren an lant || niver 21. 53.
Zoens te viant. unſe frunt voren zu in und ſtriden mit in hertlich, alſo
20 bat zu beider ſiden vil gewunt und voit bleifen. aber unfe frunt behelten
bat velt. de viant floen, und de viant hatten doch dat lant van dem Berg
zu belpen.
Item darna zur ftunt in dem felven jar wart eber berzog Ailf van
ben Berg der ſtede burger und zwor zu den hilgen, fin leven lang neit
25 wider de ftat zu boin noch gehengen zu doin van emank anders in fime
lande. dez hatte Stat breif ind fegel. dat wart aljo gedadingt umb
6000 gulven r., de de ftat un gaf?.
Item alz vurg. ftet we ver bifchuf Diverich van ber ftete wegen ge⸗
laden wart an dat rich umb dat recht, dat gefchuftiget wart an dat rich,
so den felben ladebreif mneſt man im antworden binnen 1/, jar, und tat
2. "Babel? ſtatt Gobel'. ind h. A. B. rentm.’ von anderer Hand übergeichrieben.
15. Everhat.
1. Die gleihen Namen nennt Ennen 3. Otto Colonna.
. 4. Zieht Handſtreich rin Nov. 11.
2. 1417 Dec. 6 erging an den Erz— Dal, B6&
biſchof die Aufforderung, ſeine die Juden Der Bertrag wurde 1417 Dec. 4
beireffenben Briefe und Privilegien an gefchtoffe. Bol. Ennen 214, wo aber
den faijerlihen Hof einzufenden. Urk. nur cin Manngeld von 100 Gulden cr-
im Stabtardhiv (mach einem Berzeihnig wähnt wird.
von Ennen).
8 *
Bl. 548
1 N 6 V. Cöðlner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
mueſt doen ein vri ebelman mit eime tabelge ober advocate, dat man ein
inftrument daruber machen folt, daz im ber ladebreif alfo worden were.
bat wart get verzogen burg dez beiten willen. doch fo wift der bifchuf
wale, bat de ftat de ladebreif erworfen hat.
In der felber zit do Hagent ver bifchuf und fin brober ! uber vei
ftat allen beren und befunverlich ven furfurften, dez er nicht gedain folt
haben na uiswifinge eins breifz, ven ver bifchuf daruber geven hat und
gefiworen zu halten. und in den felven jar doi beborft de ftat gelt und
fatten in dem felven jar affins, dat 6 voder wat man zapbe bat galt bat
6. voder?. und alfo erwarf fich ver biſchuf mit den Furfurften3 und
mit den herzog van Gulge* alfo, dat fich de heren al zufamen verbun-
ben und jchreiven der ftat wal 2 ober pri ftunt, fi wolten de aſſins af
haben® und darzu ben ftapel an tem Rin, alfo daz ve gefte an dem
Kin || alz wal win kaufen und verkaufen mochten gelich ten burgeren.
be ſtat leiſtet darumb dage mit ven Furfurften zu Bun, zu Kovelens 6 und
zu Andernach und meinten, fi betten dez gute breif van foningen und van
feifeven, daz fi i8 wal bein. mochten, alfo dat daraus neit enwart. be
ftat wolt ir vriheit behalden. wat fi darumb liden folden, dez wolten fi
zu eventure jtan. und alſo fchriven ve kurfurſten al breif an allen heren
und an al ftede in Brabant, in Hollant, in Frankrich, in Beigeren bis
gan-Negenspurg zu, und klachden alremenchlich uber ve ftat van Rollen,
und fehriven der ftat van Kollen, fi wolten ir lif noch ir gut furbas nicht
geleiden noch ficheren in allen iren landen”, und huben auch dat alfo
an zu volbrengen. bo beftalten unfe heren, daz al unfe burger nirgen
ausporen, de bleiben al daheim, alſo daz be furften be ſtede nicht gefchn-
ben mochten. fi hatten gejchreven und geflagt allen heren und fteven, we
on
—
0
5
nn
[>]
de ftat van Rollen ein aſſis gemacht hette, damit daz gant Diverlant ge-
ſchatzt wurden, und we fi anch ven ftroem entfriet hetten manche jare,
und noch al vage beten. bit waz ir klage. aljo nam ir de ftat der ſachen
guben muet ind ftalten fich zu were and hofden fich wale zu weren, umb
8. bervorfft. 12. walt' ftatt wal'. 14. “dem' flatt ven’. 15. der' ftatt ve.
I. Graf Friebrih von Mörs⸗Saar⸗ 4. Rainald von Jülich⸗Geldern.
werben. 5. Bereits 1417 Dec. 20 wird biefe
2. Darüber war e8 Schon Jahrzehnte
Forderung von der Stadt abgemwiefen.
vorher mit den natürlich jehr nahe in-
Copienb. VI, 115%.
terejfierten vheinifchen Kurfürften zu Dif-
ferenzen gefommen. Bgl. Bd. I, 294.
Ueber die jonftigen Streitpuncte vgl. bie
Urkunden bei Lacomblet IV, 133, Ennen
209 und Rec. D zu 1417.
3. Sohann von Mainz, Werner von
Trier und Pfalzgraf Ludwig. |
6. Ein Tag zu Coblenz wurde in der
erften Hälfte des Auguſt 1418 abgehal-
ten. Copienb. VII, 238. Näheres über
die verſchiedenen Verfuche gittlicher Aus-
gleihung bei Ennen 217.
1. Bgl. Ennen 217.
C. 117
v
ir vriheit zu behalden!. und leilfen up dem warf zu Rin wart bolwerf
machen und lachten groffe buffen up dat warf entgan Dutz aver, darumb,
of fich de beren legeren wolven zu Duß. und lieffen dei mulen al ver-
peilen, daz nemang darzu fomen mocht. und ftalten auch buffen bar
sentgan und beftalten alle turn, wichhufer und rundeil mit buffen und
mit Iuden, de fcheilfen Funden, und wolden ver heren warten. doch do
Ihriven de heren und i8 wart auch an be ftat bracht, daz ſich de heren
mit der aſſis wale folden genogen Inifjen, || aber den ftappel wolven fi af ar. se.
han, daz alıman mochte wine gelven ind verfaufen up dem Rin. dez en—
iu wolde de ftat auch nicht boin. im der zit Do vernamen unſe heren, allez
waz bar geſchen were mit ven furften, daz were gefchehen overmitz ven
biihuf von Kollen?, der dit allez geworfen und anbracht hatte an vefeu
furften, da er unbillich an dede. dit gefchach alles anno 1418.
‚stem in dem jelben jar do ſchikten de ftat den vait van Hovenftein 3
5 mit eime notarius zu dem bijchuf. de antworven im den Iadebreif, und
darup wart ein iftroment gemacht.
stem in dem jelven jar 1418 14 dage vur jent Johans dag zu mit Jun. 11.
zomer verbant fich der herzog Alf van dem Berg, fein leifdage zu helpen
ber ftat van Kollen wider den bifchuf, of er fi wider vecht Fregen wolt.
20 dezgelichz fal im be ftat auch wider doin fin leifpage. dat wart wale ver:
breift zu beiver five. und ber herzog zwur up dem felben befegelven breif
liflich zu den hilgen, ben bunt vaft und fteve zu halden na auswiſing ber
breif *.
Item als vurg. ftet umb dat urvel, dat geſchuldiget wart alz van
25 der Juden wegen, dat man nemung ausladen folt aus Rollen, darumb
bat her Ian van dem Hirk doctor utriusque iuris ind her Gobel Wal-
raff wurden gefant gan Eonftans zu dem Foninf vurg., aldar quam ver.
van Sarwarben van bez Difchufz wegen. alda wurden beide partien oiver-
hort, alſo dat der Foninf dat upnam und fprach: er wolt ve fache zu
zo Treird richten und wolt eder partien kunt doin, wan man dez warden
ſolt zu Treir. dat bleif alſo ſtan.
Item in dem ſelben jar vur dem herftz ſamende ſich de heren und
golden vil fchif und ftalten fich darzu, we fi de ftat uberzehen | wolven. Bi. 55«.
da waz vil veben umb, dat man meinte, de heren wolden Dutz begriffen
1. Ueber dieſe Rüſtungen vgl. Ennen 3. Nikolaus Vogt von Hunolftein,
221 ff. fadtiſcher Söldnerführer. Ennen 213.
Dieſem ſchiebt die Stadt denn
u Die Schuld für die feindliche Haltung Das Bündniß fam 1418 Juni 12
ber Kurfürften zu. Schreiben von 1418 zu Siaude Lacomblet IV, 121.
Mai 25, Copienb. VII, 198. 5. Richtig. Bol. Ennen 326.
Det, 3.
Bl. 55b,
118
V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderte.
und wolden in be ftat fcheiffen. dat te ftat rifchlich wante und namen
ire lude, be fi hatten binnen Kolen, ind voren over zu Dutz ind begriffen
bat mit macht!. ind machden balde ein ſtark bolwerf bar. dat gefchach
anno 1418 jar an jent Walden dage?. tarumb wart bat bolwerk ge-
nant Waldenberch. ind be furften al wolden ber ftat gein fach af nodh ;
zu laeffen voren, weder vitalia noch fofmanfchag noch winen, und were
zu Kollen varen wolt, is were zu waſſer of zu lande, dat kerde der bifchuf
von Kollen. do dat de ftat fach, do fchriven fi allen ſteden boven Collen
ind beneden Eolfen®: wer ven kurfurſten enich guet af of zu vorten, bat
wolde de ftat behalden ind nemen alz viantguet. alfo dat de nederlenfche 10
ſtede noch .... fin gut af brengen zu wafjer. und barnai leis in auch
be ftat weren mit gewalt, dat fi oiver lant auch ir gut nett ewech Funden
brengen, funver fi muften al zu Collen, wewale de heren bit verboden
ind beftalt hatten. doch hatte ve ftat gein noet wider an vitalten noch an
winen noch an geinen fachen. alz dingz waz nochtant genoch zu Kollen.
Item in dem felben jar fchreif ver bifchuf allen gaffelen eiglichen
einen beſunderen breif ind klagde fere uber ven raet zur zit*. be breif
fanten de gaffelen unfen heren in ven raet, alfo daz der noch auch ander
nicht anters verftaen Funden, dan dat ver bifchuf de gemeinde ind ben
raet gern hette zwidrechtich gemacht, alfo dat ein uploif of ander unraet 2
bavin vallen ſolde, dez doch nicht geſchach. alfo fehriven auch al ampt
ind gaffelen eiglich befunderlich ein antwort under irs amp ingefigel ind
jchriven im alfo: dat fi wal hetten verſtanden finen brief ind leiſſen in
wider willen und baben in, bat er fi dez fchrivens vort me entroge. wat
im ge vech, dat ſolde er vort me eime rade fchriven und neit in, want fi 25
foren ven raet alz jars alfo, bat de gemeinde were ein raet ind ter rat
were de gemeinde, ind || ver rat ſeſſe va vur ve gemeinde mit irre alve
fure ind willen. darumb dat er furbas dem rade fin gebrechen fchriven
ſolde ind in neit5.
10. 'neman? ftatt 'nemen’.
mach' oder moch'. 27. ind' doppelt.
1. Die Beſetzung von Deutz wird in
den ſpäteren Sühneverhandlungen er-
wähnt. Lacomblet IV, 133. Näheres
- Ennen 229.
2. D. h. am Zag der beiden Ewalde.
3. Barnungsichreiben der Stadt von
1418 Oct. 1 erwähnt Ennen 227.
4. Da die Antwort der Zünfte (vgl.
bie folgende Anmerkung) 1418 Sept. 11
datiert ift, fo wird Das erzbiſchöfliche
Schreiben in den Spätfommer zu ſetzen
fein. Einen ähnlichen Berjuch hatte Diet-
11. Die Stelle ift unverflänplich. Nach noch’ flieht unventlich
rich Schon früher gemacht. Am 14. Febr.
jchreibt ihm der Rath, man fei geneigt,
zu einer Beiprehung in Bonn Bevoll-
mächtigte zu ſchicken, aber Rathsdeputierte.
nicht, wie Dietrich gewünſcht habe, zweit
Bertreter von jeder Zunft. Copienb.
VII, 7a,
5. Die identiſchen Schreiben ber
Zünfte an den Erzbifchof datieren von
1418 Sept. 11. Copienb. VII, 27° and
28a,
C. 119
Item darna do leiß der jelf bifchuf aus finen landen und floffen ve
jtat ronben und fchebigen und unfer burger vangen und feheten ain vede,
und lies dat allit gefchehen und wolt doch ver ſtede viant nicht werden.
und er leis gein jchif af wur Kolen, alfo dat zu Bun mallich upfloch
5 und vurten zu karen be wine neberiwart. und hatte auch Koninfz[dorp]
gebolwerkt!, daraus werben fin lude, tat gein gut noch vitalien gan
Kollen mocht, dat dez wechz her fomen folde?. dat in vaft van ber ftat
auch gewert wart, alfo dat be ftat gein noet hatte an geinen dingen. doc)
ſo fant ver bifchuf fine frunt da enbinnen zu Kollen umb zu badingen
10 umb ein fone, bat hart zu machen waz. want ber bifchuf wolt dat ver-
bunt af haben tuefchen dem herzogen van dem Berg und ver ftat. bez
mocht neit geſin, want bat verbuntnifje ſtunt ze halten, alz lang ve her-
30g leifve, und neit af zu doin. alfo ſtunt deſe [fach] im irſel bis up kirs⸗
nacht anno 1419 jar3. Dee. 35.
15 tem zur ftunt darna wur fent Agneten dag hatten uns heren aber Jan. 21.
einen dach zu Dank. da waz bi der marggraf van Brandenburg? Dez
richz verwejer van wegen bez foninkz, ver iwaz dewile in Behemlande. da
waz herzog Lodewich van Beieren und ve ander furfurften und ber bifchuf
van Kolen und der herzog van dem Berg, ver waz mit ber ftete gar
20 trenlich. aus dem dage enwart neit®.
Item darna in dem felben jar in bein vaftavent wart de ftat van
Koffen viant dez bifchuf van Kollen ind fins geftifg®. ind branten vil
dorper af und zugen wur ein flog, da de bach enfprinft, bat ſloz heifcht
be Hurte?, und vengen Ulrich van Holtdorp.
25 Item darna zu halfvaften wart ber herzog van dem Berg viant bez Märzze.
biſchuf van Kolen und fins geftifg und wart helper der ftat || van Kolen. Bl. 5c«.
und lach zu Kolen in der ftat wal mit 300 perven, und er lach zu dem
Aldenbergs. alda gaf im ve ftat de foft. de ftat hat auch wal 150 ge-
5. *toninfz’, ohne Lüde. 13. ſach' fehlt.
1. Bol. Ennen 212. densverhandlung, um feine Verwendung
2. Anfang 1419 beichwert fi der beim König. Copienb. VII, 50%,
Rath bei Hermann von Bolendorp, dem 6. Nachdem die Stadt 1418 Nov. 12
Königsporfer Zöllner, über Gefangen: mit Reprefjalien gedroht hatte (Copienb.
vohmung ftäbtifcher Boten. Copienb. VII, 40a), erfolgte 1419 quinta feria
crastino conversionis b. Pauli (Yan. 26)
y S h. nach unferer Rechnung 1418. die Abfage. Sehdereg. BL. 1356. Die
4. Den Vermittlungsverſuch des Marl: Angabe in dem vaftavent’ ift alfo irrig.
grafen Friedrich Tennt auch Eberhard 7. Hürth, in deffen Nähe die Cöln
Windeck c. 66 S. 1126. bucchflichenbe Duffesbach entipringt. Vgl.
5. 1419 Febr. 13 erſucht der Kath Ennen = 35.
den Markgrafen Friedrich, unter Bezug- —* im Altenbergerbof. Dal.
nahme auf die geicheiterte Mainzer Frie- Bd. rn
Nov. 11.
Bl. 136b.
120 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
leien und darzu ir burger und zugen vur Woringen, daz waz gar wale
begraven ind gebolwerkt. und gewunnen Woringen in dach und in nacht
und ſchoſſen den turn af mit der groſſer buſſen, de der ſtede waz, und
veingen darup wal 35 reiſigen und wol 50 menne. und brachen do Wo—
ringen nider und brachen dat bolwerkt gar. und branten da, wat noch
ba ſtunde. factum 1419 jar!.
Item de ſtat gewan auch af in tem felben jar eime zolvener fin hus,
bat waz ein bergfride, und verbranten dat alre und wat dar waz?.
Item in dem felben jar zoch ve ftat wur dat flog genant der Borft,
dat bat fin dubbel waflergraven. it waz Iohans van Bell. dat ſlos
wart nel gewunnen, und veingen Ian van Bell ind finen jun ?,
Item darna in vem felben jar quam ter Otto bifchuf van
Treir! gan Kolen und tabingt doi mit dem herzogen van dem Berg, but
ein neive dag wart vergarbert zu Hoingen. altar quamen be furjten al
und ber herzog van dem Berg ind der herzog van Gulge und auch de ſtat
van Kolen, und lagen dar wal 14 vage, e it ende nam. doch wart tt
alfo getadingt, dat lit] al heren vem vurg. bifchuf in fin bunt fagten.
dat dede auch de ftat von Kolen, alſo daz eiglich parti fin anfprach dem
biſchuf vurg. folt binnen 4 wechen oiverleveren, und er folt dan binnen
4 wechen darna dat vecht darup aufprechen. doch alda wart zu ſtunt dee
nagejchreben punt ausgefprochen, und de ander fach folt na ausgeſprochen
werden alz vurg. ftet. item zu dem erften ber freich gejvent gang und
gar zwifchen allen Furfurften und dem herzogen van dem Berg und auch
dem berzog van Gulge5 und der ftat van Rollen, alfo dat it ganzer fride
gejprochen wart, doch alfo, dat dat verbuntniffe tuefchen dem herzogen :
van dem Berg und der ftat van Kollen folt in ſinre macht bliven an al
wiberrede. item jo folt ver ftappel vri fin big up ſent Merting dach ®,
item jo gaf man dat bolwerkt zu Dutz in dez biſchuf hant van Treir bis
up den aufpruch, ven er noch fprechen ſolde. dat Bollwerk wart dem
bifehuf van Treir oivergelevert, und de pele in tem Nine wurden al aus:
5, "want? flatt wat'. 12. Lüde für ein Wort.
hant' von anderer Hand übergefchr. ſatzen.
a
—
=
.0u0 0 — — 0
—
5
[59
0
ty
or
14. "ver? ftatt de'. 17. iv fehlt.
1. Die Eroberungvon Worringen fällt
tertia feria post Reminiscere (März 14),
Fehdereg. BI.1228. Die Namen der Ge⸗
fangenen bei Ennen 236.
2. Gemeint ift Bodlemind, von wo
aus Adam von Udisheim die Stadt ſchä⸗
Digte. Vgl. Rec. D.
3. Ueber die Eroberung von Borft
vgl. Ennen 235.
4. Sein der Stadt feindlicher Bor:
änger Werner war 1418 Oct. 4 geftor:
en. Ä
5. Rainald von Zülich-Geldern.
6. Die Bedingungen der eıften, von
Erzbiſchof Otto getroffenen Hönninger
Sühne von 1419 Mai20 Racomblet IV,
133) find richtig angegeben. Nur vom
Fortbeſtand des Bündniſſes zwiſchen der
Stadt und dem Herzog von Berg enthält
bie Sühne nichts.
a
—
=
[#11
I
ws
=
C. 121
gezogen. daz debe de ftat, want is auch alſo ausgefprochen waz. und
alfo 14 dage vur ſent Johans dag zu mitzomer anno 1419 wart mallichz Sun. 11.
anfprach oivergefant und gelevert dem bifchuf van Treir vurg. got geve
dat er ein gut recht |preche. |
Item darnach anno 1419 8 dag wur fent Jans daghe baptisti fant Sun. 17.
der vurg. bifchuf Otto der ftat van Kolen ten aufpruch tuefchen ver ftebe
und den Eurfurften !, ta in begriffen waz alfo: dat der ftappel folt vri
jin alman up dem Rin buiffen Kolen mit allen winen, van wan be que-
men, und auch dat fi ive wine wol mochten buten umb ander kaufman—
ſchatz. und mallich folt fins ſwins] aſſins geven, alz van alders geweft
waz. dat ſolde ſtan zwir in eime jare, mit namen 14 dage vur fent Mer: Nov. 1.
tins dag und 14 dag na fent Mertins dag. item darna fo fal it angan
dez erften dagz in den april ind fal weren 4 wechen und neit langer. dan
dort dat gank jare jo enfal nemantz, wer er fi, wine gelven up den Kin
buſſen Rollen, dan de burger van Kolen, und fal neit langer weren ban
4 jare. dan vortan fo ſal fich ever teil halden in al der mafjen, alz it
pur ſtunde. alſo zu veritan: Luft de ftat, fi mach it vort alfo halden. luſt
it aber ver ftat neit, dat ft it neit langer doin wilt, fo mach eider partie
tan fin beft proven. auch fo belt der aufpruch umb alfulchen affins als
mit namen bat 6. voder binnen Kolen zu zappen, bat man genen moift
ber ftat were zapde und neit anders, dar engan fich auch de Furfurjten
gelacht hatten, dat wart ausgefprochen: dat de ftat binnen Kolen up ire
burger wol mochten affife jegen. item dat wart auch gejprochen, dat
man be pele in dem Rin austrekken ſolde. dat geſchach. item it wart
auch gefprochen, dat dat bolwerk zu Duß ſolt bliven ftan bis up ſent Bar-
tholomeus dach, und dan fo folt man it afbrechen?. dez auſprochz hat Aug. 24.
de ftat einen breif befigelt mit bifchuf Otto figel van Treir.
|| Item do fent Bartholomeus dag quam anno 1419, do wart bat Bi. 7«.
bolwerk zu Dub afgebrochen, wewal dat der bifchuf auch fin bolwerk af⸗Aus. 24.
brechen folt auch zur ftunt up fent Bartholomens miſſe, alz der ſpruch
auch inheilt. dez dede ver bifchuf neit.
Item der bifchuf von Treir der hat unfen heren ein deil zugefacht
10. 'wins’ fehlt.
Gemeint ift Die zweite, Spreufers-
bach 1419 uf unſers herren lichams bagbe
Juni 15) datierte Sühne. Lacomblet IV,
134 Note und Ennen 240, wo irri das
Datum Mai 25 (Chriſti mel
eht.
' 2. Die Sprenfersbacdher Sühne be-
ftimmt, die Deußer Burg folle gejchleift
werben, jobalb der Erzbiſchof Dtto, ber
fie bis dahin beſetzt hält, einen definiti-
ven Spruch erlaffen hat. Lacomblet 134
Note und Ennen 240. MWebrigens find
die Beftimmungen richtig angegeben.
122 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
umb ven ſtoes tuefchen den Juden zu Rollen ind dem bifchuf van Kolfen,
bat de Juden neit vorber befwert folden werben dan umb 10000 gulden
r. bat wart oivel gehalden. fi wurden in dem aufpruch befacht, dat fi
moeſten 25000 yulven ! geven. bat waz ber geloive alz man nu pleet
zu doin. 5
BL. die. | In den jairen ung heren geburt 1420 galt dat korn zo Colne upme
marte 30 halfen merge 2 marf. ind man fach fchoene druifen an ben
ſtocken 30 halfen merke 2;
BI. 608, | Item in ven jairen uns heren boi man fchreif na goeicz geboeirt
1400 ind 26 jaire doi wart die capelle intgain der burger huis geweit, 10
Sept. s. dat die joedenſchoeile plach zo fin, up unſer liever vrauwen duch nativi-
tas in ere ver heiliger driveldicheit ind in ere unfer liever vrauwen ind
alre beilgen3. ind ver wibufchof fanf die eirfte miffe drin ind unfe heren
vanme raide aiffen bi einander up ter burger huis des jelven dais ind
ouch der wibuſchof. | 15
BL. 638, | Eclypsys solis.
Jun. 17. In deme jaire 1400 ind 33 jaire des 17. dais in deme braimainde
up einen goidisdach na middage 30 4 uren was eclypsis solis, bat is a8
buifter wart, a8 tt um bie zit van deme jaire zo 10 uren pleit zo fin. ind
it werde fo vur ind na eine ure. mer dat it reicht duifter was, dat moicht %0
weren 10 paternofter lank, ine man ſach bri fternen befcheidelich an deme
hemel %.
Bf. 64=. | Der groeiffe wint.
tem in deme jaire uns heren 1400 ind 34 jaire des 7. dais in octe-
Det. 7. ber up einen duinresdach bes avens z0 9 uren fo ftoint fich 30 Heven ein 3
grois wint ind wert bie eine ure na midernachtd. item fo veil ein grois
ftein van deme alten boeime van den tabernafelen boven ven heiligen drin
foningen neber durch dat gewolfe gelich vur ben heiligen drin koningen
6. Die folgende Notiz von anverer Hand des 15. Juhrh. 9. Die naͤchſten Notizen von
neuer Hand des 15. Jahrh.
1. Diefe Beftimmung findet fih in bie Umwandlung ber Judenſchule in eine
dem britten Schiedsfpruch vom Sept. 21. Kapelle eine Urkunde Lacomblet IV, 210)
Lacomblet 131 Note und Ennen 241. aus. Die fpäter angebrachten Tateinifchen
2. Selbftoerfländti muß hierin ein Inſchriften (Ennen II, 336) nennen irrig
Irrthum fteden. das Jahr 1424 und 1425.
3. Am Tage vorher ftellt Gerhard 4. Vgl. BS.68 und Rec. D.
von Berg, Propft und Archidiakon, über 5. Bol. im Allgemeinen B SS. 69.
C. 123
houifden, ind dat bret mit deme Fleinoit veil af ind bleif alre gans. ouch
fo welen 30 grois ſent Mertin van deme groiffen toirne pri ſpitzegevel,
bie tufchen den 4 Heinen toirnen fleint, ind ein veil up ven Vismart ind
zofloich 3 Huifere, ind die ander zwene veilen durch dat gevulfve zwei
s locher boven deme hoen elter ind flogen die klocken alle varnever bis up
eine klocke. ouch jo dede der wint groiffen ſchaden an deme toirne zo Sen-
tervilgen 4 ind warp groifle fteine under ber nuwer fappen herave ind
intfatte ben toirn alve zomaile, ind up ter firchen ver blien taifelen veil
ade. ind desgelichs 30 ſent apoftolen, ſent Andreie, fent Joris?, zo fent
ı Marien Malsbuchel3, 30 jent Yaurencis, up deme hultzen klocktoirne zome
doeime, ind vort in veil anderen kirchen ber blien toifelen zomail veil af-
warp. ind z0 ben preitgeren ver blien klocktoirn boven der klocken zomail
afwarp. ind einen groiffen boichenbouim, der in deme pefche ftoint, ven
Mangnus Albertus var gefat hatbe, us der erben, ind die ander bouime
iz vur upme hove zomaile veile. ind ouch der groiffer iffenbouime veile, bie
zo jent Pantalione me dan 300 jaire gejtanden hadden alle us der erven.
ind dan desgelichs manche 100 bume alle u8 ter erben geweit. vort fo
beile Die proeiftie 30 fent Gerione, ind ver proeift van Manbefchit bleif
da unden boit. ein wif der velen bie bein ave, ftarf. fent apoftolen ein
» fint doit. dan vort veile luide gequat ad armen ind bein intzwei. ouch
ſo veil manche. huindert ſchorresſtein binnen Colle ind manche arkeirre
ewech. ind ouch fo dreven die 10 molen alle ave. || ind in allen kirchen Bl. 6.
meiftenbeil waiten die gefaisveinfteren zobrochen. ind ſunderlichen 30
jent Severinte jo was die gelaiffewinfter mit deme fteinwerf, te fteit zer
2 reicher hant a8 man kore up geit, zomaile usgepallen. ind desgelichs zo
ſent ®erione die vinfter boven der kirchedoren mit der ramen zomaile us-
gevallen. ouch fo was mancheme fteinen gevel dat fpige open afgevallen
bie ungellich wairen. To a8 der ftein durch dat gewulfve gevallen was
bur ben heiligen drin foningen, alfo fatte man die heilige dri foininge in
so die gerkamer, int da ftointen fi zweier vage min dan 6 wechen. alfo
bat man up fent Clemens dach eine miſſe fanf in deme boeime, inb dar Nov. 23.
quamen die gejticht alle, ind man fatte die heilige bri foninge midden in
ben foeire. ind doi bie miffe us was, doi droeich man fi weder up eire
alde ftat ind fatte fi weder in.
1. Die Worte 'veil — gans' ſtehen auf einer Rafıır, von gleicher Hand. 19. wilf — flarj"
auf einer Rafur, von gleicher Hand. 21. ewych arfeirre.
1. St. Hefte. Dgl.Bd.1,375N.2. tolio.
2. St. Georg. 4. Gerhard von Manberjcheid. Bol.
3. Stiftsfirde St. Maria in capi- BS.7V.
124 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
Dit iS der verfche van deme winte, ind den datum vint man drine.
des seVenden dages VVr MlddernaCht
In oCtober der grolsse VVInt Vast sChaden braCht.
Der kalde winter.
a Item in teme jaire uns heren 1400 ind 35 vur kirsmiſſen vroeire 5
Ä it hart bis darna alfo dat it ftoint 13 wechen!. ind it veilen me van
36 ine, ind de bfeven alle up ein ligen, dat it neit infmalte noch indoede.
Ian. 30. ind der Rin beftoint des ſundais vur fent Briden dach vur Colne des
San. 31. avens 30 5 uren in bes maindais was jent Briten avent, alfo dat alman
bes felven mainvais over Rin zo Duicze geinf. ind ftoint alfo 3 wechen 10
ind einen dach, bat man darover reit ind voire mit wairen karſſen gela-
ben mit houlcze ind mit hirrinch ind mit wine ind vort groiffe eichen
fonimer die man tarover fleifve. int dat dede man wale 21/, weche lank.
Bl. 65*. ind des 11. || dais in febriario up einen vridach jo geinf dat weder ave
ind Wart doein ain rain, ind it doeide jo allencelen hoeislichen, nademe 15
bat ver vorft ind grois ſne was a8 alle ftraiffen gehuift vol lagen, dat it
zomaile voeichelichen ewech geinf. ind euch jo inwart der Rin darna neit
grois, mer dat ı8 vur Colne brach na midernacht 30 zwen uren bes mor⸗
Sehr. 22. gens up ſent Peters dach ad cadedra. ind dede groiſſen ſchaden an ven
molen, ver moichte 5 come gans bliven, ind brach ouch ven Franen an ver 20
Ringaſſen. der Rin wart gemefjen tat he vur Colne breit i8 700 elen.
2. myddernacht. 3. groyffe wynt. Die Aenderung des Y' in “i' iſt nöthig, um bie
Jahreszahl 1434 au erhalten. j
1. Gemeint ift der Winter 1434 auf klar hervorgeht. Vgl. auch Rec. D.
1435, wie aus den folgenden Tagesdaten
D.
Dit is die Coronica 30 Eollen.
Datum anno domini 40 jair na 30% geburt do wart Iherufalem
gervonen ! zc.
5 Do verhengete got, dat der Feifer Veſpaſianus fich erwarf mit greiffer
foftlicher gewwalt mit ber hulpen go ind mit fime foene, ver konink was,
ind fante Helena fine fnoirche, ind zogen over mer ind belagen Ihern:
falem zwei gantze jair lanf, dat nieman ufjer noch in enmochte. va bin-
nen wornen fi dat gange lant umb Sherufalem, ind aiffen fich da binnen
10 18 ind verimachben, dat fi rajen woirden. te alden namen ben jungen
ir fpife, de niechtichen namen den anderen ir |pife, der vader ven kin—
beren, de finder dem vaber ind namen..... ... de vrouwen aiffen ire
cleine kint, bis alſo lange dat des keiſers macht Iheruſalem gewan. ind
ſtieſſen der ſtede muiren in den [graven]......... || ind dri dueven Bi. 1».
ıs dreck. do wart gotz doit gewrochen.
Datum anno domini 238 do quamen de eilf duſent megde van Rome
weder zo Colne. ind der roemſche keiſer was quait chriſten ind hedde ſi
gerne laiſſen doeden. got der here inverhengede is eme neit, ind de Hu—
nen zoegen in na vuir Collen ind erſloigen de edelen jonferen ind de goide
20 geſelſchaf. da wolde ſi got haven: ſi wolden ouch gerne da bliven.
Datum anno domini 260 do ftarf de hilge jonfer ſente Columba onder Bzu 274.
dem keiſer Aureliano.
In tem felven jair do ftarf de hilge jonfer ſente Katrina onder dem Rzu 360,
feifer Maxcencio.
25 Datum anno domini 376...... ind Valeriano?.
12. Einige Worte vermobert. 14. Die legten 6 Zeilen ver erfien Seite vermodert
16. “1039? ftatt ‘238°. 21. *1060’ ſtatt 260°. 25. Die Zahl von fpäterer Hand auf ver:
bfichenen Zügen nachgetragen.
1. Woher der folgende Bericht iiber mit Kaifer Beipafian entnommen ift, weiß
die Zerftdrung von Serufalem, fpeciel ich nicht anzugeben.
bie jeltfame Berbindung der b. Helena 2. Rec. B Valentiniano'.
126 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
BL. 20. Datum anno Domini 81A..... || op den druizein avent.
Datum anno domini [900] do intftoint der orden Clunniacenſium.
Datum anno domini 1029 do ftarf ſente Herberdht in dem mertze.
Datum anno domint 1097 do woirven die Joeden ever 30 Iheru—
ſalein erſlagen. 5
RN Datum anno domini 1098 up jente Albanus! dad do verbrant
bie kirche zo fent apoftelen.
Datum anno domini 1099 do begunte der Kartufer orben.
Datum anno Domini 1120 do begunte ver orden Premonftraten-
fum. | io
Datum anno domini 1122 do begunte die abdie Clairvallen.
Bau Datum anno domint 1125 do was der Rin alſo clein, dat men dru⸗
gr, zo, 98 voiſſes darover geint.
B zu Datum anno domini 11]54 do ftarf der hilge man fente Bernhart.
Bw In dem felven jair do bracht ver bufchof Reinolt de hilge dri coninge 15
1164. van Meilain bis zo Collen des neiften dages na ſente Marien Magdale-
| nen dad.
B zu In dem ſelven jair beſtoint buſchof Philippus die muire umb Collen
116% zo machen onder keiſer Frideriche.
Datum anno domini 1190..... fondeirt imd beftediget. 20
Datum anno domini 1200 do begunte der pretger orden.
Bi In dem felven jair do begunte der minrebroeder orven.
. Datum anno domini 1242 do braidhen die burger zo Collen die burd)
30 Duße af mit willen buſchof Conraitz van Hoeſteden.
BI. 30. In dem ſelven j jair fundeir- de buſchof Coen van Hoeſteden den doim 2
zo Coelne zo machen, ind men begunte is op onſer vrouwen avent in dem
augeſte.
In dem ſelven jair begunte der ſelve vurß buſchof Coinrait zo machen
dat gotzhuis zo ſente Conibertz.
Datum anno domini 1260 do was ein grois geweſſer, dat der Rin 0
jo ho upſprank ind alle gewefjere.
Datum anno Domini 1261 do ſtarf buſchof Coinrait van Hoeſteden
up jent Nicolais? dach.
Datum anno domini 12623 do geſan buſchof Engelbrecht van Bal-
kenberch groiſſer ongewoinlicher zinſe binnen Coelne, darom te burger 3
zoſamen geingen in erem harneſch ind wonnen die ſtat in ir hant. ind
Rec. B. der buſchof Engelbrecht vlo buiſſen Coelne up des goiden ſente Medardus
dach. do der ſelve buſchof Engelbrecht buſchof wart, do hatte hei einen
Bl. 30. lewen, den hielten zwene paffen hheimelichen op einen der ſtede
1. 800... Die legten Ziffern verblichen. 2. Die Zahl ausgelafien, ohne Bide, ergänzt
aus B. elumacen. 9. pmoftrum. 31, ‘30° für ‘ho.
1. Rec. B ‘up ſent Urbains dad’. 3. Die Zuſätze zu Rec. B werben,
2. Rec. B Michiels dach’, Sept 29, mittelbar oder unmittelbar, auf Hagen
richtiger Sept. 28. V. 2269 ff. zurüdzuführen fein.
D. . Ä 127
burger, ber Herman Grin, dat der zoriflen weirde. deſe vurß paffen
baten ven felven her Herman 30 gafte ind ftieflen in vur bie kamer, ind
ber Herman ſtach den lewen doit. ind de felve zwene paffen woirden ge—
bangen onder die Baffenporge, darom heifchet it noch die Paffenporge. ind
» ber ſelve bufchof veit clagen 30 allen heren, fo we hei van dem finen ver-
dreven weir, ind machbe ber ftat groiſſe viantſchaf an dem, paife ind an
dem feifer ind an alle ven genen die umb finen willen doin of laiſſen
wolden, bis zo eime ftrive 30 Woringen !.
Datum anno domini 1263 up fente Katrinen dach?, do was der ſelve |
v0 buſchof Engelbrecht binnen Coelne [gevangen] wail 20 dage Tank zome Roffe
in der Ringaffen onder finen parthien ind vrunden om einen
boejen opſatz.
Datum anno Domini 1265 do belach buſchof Engelbrecht de ſtat
Coelne mit eime groiſſen her wail zwene dage lank ind zoich doBi. ae.
ıs heimelihen op de dirde nacht enwechs.
Datum anno domini 1267 up fent Pauwels dach des einfevelers, do
wolde der rait der ftat van Coelne zinfe legen op de ge-
meine. de gemeine was mit gewalt tarweder*t der rait
nam uswendich heivfhafd heimelihen binnen in ir flat ind
»mahden einen uplouf ind einen ftrit up der Bad ind monnen
der gemeinten den ftrit af. do bleif doit voit Rutger van Alpen ind
Lodewich Joe des, der burgemeifter was, ind vil goever lude z0 beiden
fiven. do lachte der rait van Coelne vil groiſſer zinſſe up de burgere
ind twongen fi mit dem buſchof. |
2 In dem felven jair op fent Lucas dach .. ... zo Niveden upfme huſe)
gevangen. Do wart vil van der paffen goit in heimelideit?
dem vurß beren || over gegeven, e ſi eren buſchof dannen Bi. a.
gekregen.
Datum anno domini 1269 op der hilger Moir nacht, do hatte buſchof
30 Engelbrecht8 vil heren bi eme int alle fine vrunt. ouch hadde hei vil
vrunt binnen Coelne erworven, dat de ſelve ſine vrunde binnen der ſtat
Coelne verraden hadden overmitz einen ſchoinlepper, de in der ſtede boigen
woinde. ind ber ſchoinlepper wart mit [gelve] gezult, dat man in ver
jelver nacht mit hulpen des fchoinleppers ein loch machte durch den felven
2. wur de famer vur die famer. 10. ‘gefangen’ fehlt. 25. ‘me huſe' fehlt. 29. 1259.
32. hadden ind overmytz. ‘wegen? ftatt “boigen. 33, gelde' fehlt.
1. Die Schlacht von Worringen fällt eb. B. 4478
erft unter Engelberts Nachfolger Sifrit. 6. Ludwig von der Mühlengaſſe.
2. Rec. B ‘des nieſten binstagee na Bgl. eb. zu B. 5702
ſente Kathrinen vage‘. Vgl. Bd. I, 228, 7, Bol. zu Hag en ®. 6168.
. Die Belagerung bancrte wahr- 8. Der —* war damals ſchon
ſcheinlig acht Tage. Vgl. Bd. I, 229. gelangen. Die folgende Erzählung ift
4. Vgl. Hagen V. 4448. wieder mit Hagen zu vergleichen.
5. Graf Bilhelm von Jullich, vgl.
BI. 5=,
BI, 5b.
128
V. Edler Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
boigen. da durch wolde ver bufchof fomen mit gewalt ind be ftat weder
gewinnen. ber duvel brach ein deil beren de helſſe, de tat van Coelne
wart is wife. alda wart ein oplouf, in de gemeinde 30 velde ind hielten
einen groiffen ftrit. got ber here ber offende deme herzogen van Cleve
fine ougen, dat hei fach op der ftat Coelne porkmuiren ve hilge Moire:
ind de hilgen eilfduſent megve mit even vanen ind mit erucen, ind gebene-
diden || ere flat Coelne ind ouch ir burgere!. do bleif doit ein greve van
Valkenberch, der des bufchofs broder was, ind vil heren ritter ind knechte
30 beiden fiven. ind ber greve van Cleve reit mit finen wrunben beim
ind enwolde weber de hilgen goß neit doin. ind ſeder fint die Cleveſchen 10
allewege ter ftat Coelne goide vrunt geweft. ind de van Coelne beheilten
dat velt eirlihen ind gewonnen den ſtrit, ind be ftat Freich davan vil
vriheit.
Datum anno domini 1272 Do wart her Sivart van Weſterburch bu-
ſchof zo Eoelne,
Datum anno demini 1277 op ſente Herbertz dach in dem mertze, do
reit ein greve van Gulge mit finen vrunden heimeliche zo Aiche ind wainte
Aiche zo gewinnen. de ftat wart i8 wife ind fluffen ere porgen 30. ind
be gemeinde floigen ere wende binnen eren huiſſeren uis ind geingen. 30
houfe ind geingen da mit macht herus ind heilten intgegen deme heren 2
einen firit ind wonnen ven ftrit. de vleifchhoumwer varı || Aiche de floigen
den greven van Gulche doit, da bie fiat in grois verbries om quam. int
ba van haint noch die heirſchaft Gulche einen proift 30 fegen 2, ind hait
uch te heffte van dem offer van onjer vrouwen in tem moinfter, ind
darzo moiften de van Aiche groiffe befieronge dein. ver doit geichach, >;
dat fi ven heren neit gevangen ennamen.
In dem ſelven jaiv wart ein greve van der Mark erflagen.
Datum anno domint 1288 do quam der herzoge van Brabant ind ein
greve van Gulche mit vil heirfhaft ind mit even vrunden mit
buſchof Sivart? zo der Rodenkirchen ind daden da herſchowunge, ind 30
zogen alſo vort zo Woringen ind belaigen da dat huis. ind buſchof Engel⸗
27. dem' ftatt ver”.
1. Hagen V. 3905 erzahlt dieſen
Borfall bei einer ganz anderen Gelegen:
beit, nämlich bei der Belagerung der
Stadt 1265. Schon in der Koelh, Chr.
Bl. 2322 wird dieſe Abweichung hervor:
gehoben.
2. In der Sühne, welche Achern 1280
Sept. 20 (Quix, Cod. dipl. Aqu. tom. J.
pars I, p. 152) mit der Wittwe dc8 Gra⸗
fen abſchloß, wurde Zahlung einer Gelb-
buße und Stiftung einiger Altäre be—
Dingt. 1336 Aug. 16 (Laconıblet, Urk.
III, 248 Note) Übertrug Ludwig der Baier
dem Srafen Wilhelm von Jülich Die Col—
latur der Achener Propſtei: daraus wird
fih die Angabe unſerer Chronik gebildet
haben.
3. Mit buſchof Sivart' ift cin unge-
ſchickter Zufaß, da der Erzbifchof mit dem
Herzog von Brabant Krieg führte.
D. 139
brecht vur ind bufchof Sivart na, ft hadden bracht die ftat in ven voim-
ſchen ban, in des feifers-aichte, dat it alfo verre komen was, bat de ftat
dem bufchof de ftait weder geven ſolde of einen || jtrit (everen zwa milen 31.6«.
van ber ſtat Coelne. alfo quam de ftat Coelne mit eime greven van deme
5 Berge ind mit me heren ind brachten ber ftat fluffel [up einre] karren
bari. Da was ein grois ftrit. dba bleif ein grois volk doit 30 beiben
fiven. buſchof Sivart wart gevangen, ind men gaf in bem greven van
dem Berge, ver hielte in ſeven jair genangen ?.
Datum anno domini 1290 do geingen de eirften merbroebere.
0 Datum anno domini 1294 do wart greve Alf van Naſſouwe geko-
ven zo eime roemſchen foninge ind quam mit groiffer heirſchaft zo
Aiche. da kroinde in der jelve Sivart van Weſterburch.
Datum anno domini 1298 30 fente Remeis miffen, do lach konink
Oigelin up dem platze bi Surde mit ſime heirſchaft ind volke. ind
15 bei heiſch herzoge Ailbrecht van Oiſterich, ind erſloich doit konink Ailf an
dem Dumbersberge, int ſins broder fon erſtach / in weder doit zo Brugge Bi. ve.
bi Baſel. deſe vurß konink Digelin..... licht begraven zo Soeſt.
Datum anno domini 1299 .. ... ind 9 dage van des pais wegen.
In dem ſeloen jair wart buſchof Wickbult gekoiren zo eime buſchof zo
20 Coellen binnen Nuiſſen, binnen der zit des interdicks, op des hilgen cruces
dach in dem evenmainde.
Datum anno domini 1300 vur kirſtnacht .. .||. . ledich 21 mainde. Bi.fe.
In dem felven jair op fente Angeneten dach, do vervroir der Rin z0 1535
Coellen zo, dat men darover geinf, ind dat [iS] ftoint bis fent
25 Herberg dad, echt wechen lank. Märzie,
In dem felven jair was ein duire zit, dat vil lude hungers ſturven.
In dem felven jair up fent Herberg dad) geingen die geftichte zo Duitz.
binnen der miffen brach dat 18, ind de procefjie moifte jo lange va
bliven, bis dat it verfhofjen was.
30 Datum anno domini 1306 do was dat waſſer vur Vrankfart bevroren.
bat 18 brach up onfer liewer vroumwen dach in der [purfelen: do quam
alfo wil i8 vur de ftat Colnes, dat zwene turne der ftat van Collen
never vielen, ind do erdrank mench minſch junf ind alt.
| Datum anno domini 1307 do (ad) der konink vur der ftat Colne Bi. me.
sind wolde de ftat twingen.
5. up einre' fehlt. 9 geyſſelbroedere. 14. eygelyn' ftatt Digelin'. furde' ftatt
Sure. 15. ind ouch myt eyme hertzoge. albrecht' ſtatt Alf. 19. was b. W. 80
@. ingeveirt go eyme bufch. bynnen ver myſſen zo Collen in dem doeme ind bynnen ver giit.
24. *i8' fehlt. 28. prophecie. 31. Corr. dach' ftatt avent' von gleicher Sand.
1. Diefe Sage kehrt mit Anflängen, (1288 Jun. 5), föhnte fi der Erzbifchof
aber ausführlicher und in befjerem Pr mit dem Grafen von Berg aus. Lacoms
ſammenhang, im der Koelh. Chr. B blet II, 508.
2412 wieber. 3. Irriger Zuſatz: in Rec. B ift von
2. Schon 1289 Mai 19, alfo noch Frankfurt bie Rebe.
fein Jahr nad der Worringer Schlacht
Städtedhroniten. XIII. y
B zu
1313,
Bi. 38.
Vgl.
Ann.
Agripp.
737.
Bl. Sb,
B zu
13133.
Bl. 98,
130 V. Cöðlner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderte.
Datum anne domini 1308 do wart her Heinrich van Lutzenburch ge⸗
foren 30 eime roemſchen coninge.
Datum anno domini 1309 do wart Lechenich gewonnen van der
ftat Colne.
Datum anno Domini 1310 Do was de groifle mervart ind ouch em;
groiſſe duir zit.
In den felven jair up onſer liever vrauwen dach in Dem auſt, Do wart
dem vurß feifer Heinrich vergeven onder dem broide des hilgen
facrameng. bat dede ein pretgerbrover .. . . . mer bei ſachte!:
nein, wat eme mit gode gegeven were, dat woulde hei be: 10
balden, ind inmwoufde dat hilge facrament meit verftoi-
ren, ind bei ftarf.
In dem felven jair ftarf ver pais.. . |... . in fent Peters kirſpel.
Datum anno domini 1315 do was ein groiffe duir zit ind ein groifie
e 15
Datum anno domini 1318 do lady die ftat Colne vur dem Broil we-
der bufhof Heinrih van Birnenburh dri mainde lanf. da mit
wart it gefoint.
Datum anno domini 1320 do gewan de ftat Colne de burd) zo Vrechen
ind braichen ji ouch ave. | 2»
Datum anno domini 1322 do wart broder Welter van der ketzerſcholen
verbrant.
Datum anno domini 1330 do was feir goit win gewaiſſen.
In dem felven jair ftoint ein koninf op... .|. . in Frankenlande.
Datum anno domini 1338 do was alfo vil wind gewaſſen, %
dat de quarte galt ein ei ind ver alvebefte zwein haller. dat heifch der naffe
Lodewich.
Datum anno domini 1334 do was der groiſſe tornei an deme Joed⸗
enbüchel up fente Katrinen avent.
In dem ſelven jair ftarf bufchof Heinrich van Virnenburch. 30
In dem felven jair wart Walrave van Gulche buſchof zo Eollen.
Datum anno Domini 1335 do was der groiffe wint op jente Simon
in Judas avent.
Datum anno domini 1336 do lad) der give... .. weder den got-
ven herzogen Johan van Brabant. 3
1 Datum anno domini 1337 do woirden de hilge dri coninge om den
doim gedragen mit groiſſer werbideit.
Datum anno domini 1338 do was der conink van Engelant .....
der konink van Engelant verloir fin gelt. |
Datum anno domini 1339 30 ſent Remeis miſſen do bracht der fo= 40
5. !romervart? flatt 'mervart'. 9. Die Hf. hat keine Lücke. 39. Vranckenrych' flatt
‘Engelant”.
1. Offenbar ift ein Satz ausgefallen. helpen, fi hofden an got, fi woulden eine
Bol. Koelh. Chr. BI. 2456: ‘die heren dat vewin 30 dime ougen heruis dringen.
ind artgever baeben in, bat he cme ließ do amtmerbe ber keiſer' ıc.
D. 131
nink van Engelant die marggreve van Brandenberch, der marggreve van '
Miffen ind menche groiffe Iangheren vur de fiat Gamers. .
Datum anno dommi 1340 do zoich der Foninf van Engelant.....
ver [grewe] endorft dae in dat lant neit fomen.
5 || Datum anno vomini 1341 do wart ber Steffain : ... . . dat Dede Bl. #r.
eme der van Menberdh.
Datum anno domini 1343 do geboit der konink van Brankenrich durd)
alle fin lant: fo wer 15 penninge hedde, der ſoulde eme dri
geven!. ind da wart groiffe duire zit in der cronen van Vrankenrich,
ıgein man inwolde gelden, noch gelt usgeven no verhan-
teiren.
Datum anno Domini 1343 do wonnen die peterlinge Redlinfgufen B zu
ven Merkſchen af mit groifjem ſtride. 1311,
Datum anno domini 1345 do wart der here van Hollant ind ver here
15 van Hoirnen ind vil anverre groifler heren erflagen van ven Briefen in
erem lande.
Datum anno Domini 1346 do wart foninf Karl, des koninks fon. . .|. . Br. 10%.
ver Feifer geweft was 31 jaiv.
In dem felven jair wonnen die Lutger einen ftrit intgain eren bujchef
2» ind floigen den here van Valkenſtein? voit.
In dem felven-jairTtreit der fonint van Engelant intgain ven coninf
van Vrankenrich z0] Kriffiva. do bleif doit ein conint van Behem ind
mend lantzhere ind ritter ind Inedte.
Datum anno Domini 1347 do daden de Lutger einen ſtrit ind ver-
3 loiren den.
In dem felven jair lad) der coninf van Engelant vur Kalis ein jair
ind gewan Kalis.
Datum anno domini 1348 da in der vaſten, do ſtarf greve Ailf van
dem Berge.
30 In dem jelven jair machde der rait der ſtede Colne, Dat man dat vleiſch
30 Collen mit dem punde verfoufpe.
| Datum anno domini 1349 do geingen die geiffelhroeder. Bl. 10b,
n dem felven jair op onfer liever vrouwen avent in dem aufte, do
ſtarf Bufchof Walrave zo Baris. zohantz darna op fente Bartholomeus
3 dach bleven die Joeden [doit], die fich ſelver verbranten.
In dem felven jair wart her Wilhelm . . . . . an den droefen.
‚ Datum anno domini 1351 do was der ſomer ..... bloive in dem
meie,
Datum anno domini 1352 de vridages vur palmen..... omb
+ homoitz willen.
2. Cavers. 4. *greve’ fehlt, vgl. X 256%, 12. Rodlindänfen. 17. do wart fonynde
Karls fon. 21. ‘ten conynd van Rarfyoa’, vgl. 2. 27. Kals. 36. doit' fehlt.
Val. B.
1. Rec. B: “dat 15 pennink folden 2. Rec. B richtig Valkenburch'.
gelben dri’. Vgl. S. 35 Note 5. 3. Rec. B ‘avent', A unaicht'.
9%
BL. 1 le,
Bu
1356.
BL. 1b,
BL. 128,
132 V. Cöoluer Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
| Datum anno Domini 1353 do was ein groid wint, ind ouch wart
Orippinghoven gewonnen van dem lantfriven.
Datum ‘anno domint 1355 in dem evenmainde do wart der foninf
von Vrankenrich gevangen van eime princen van Engelant in eime ftribe.
In dem felven jair op einen Dad) zo nonenzit, do was de ert-5
befunge 30 Bafel, alfo dat vil burge never vielen ind Baſel ein deil.
Datum anno domini 1357 do quam feifer Karle..... heirlichen
intfangen van der ftat Collen.
In dent felven jair bleif der win alfo hart, dat man in mit lerjen trat,
ind dat heiſch der loeffelwin. 10
Datum anno domini 1358 || do was ein groifje ſterfde van den droe—
jen, dat werde van dem aufte bis zo kirsnacht.
Datum anno domini 1360 do was de groiffe gefelihaf, der was
40 dufent in hadden zwei dufent wive ind zoigen 24 jair
lank mit groiffer gewalt all firftenrih durd, ind mallid ss
moifte in eren willen doin. 30 leften zogen fi vur Meke, da
bleven fi. ind op der felver reifen aldair wederredden ſich grewe Gerhart
van dem Berge ind her Arnolt van Valkenſtein! mit [harpen ge-
leien, ve lange geviande wairen gemeft, ind bleven beibe doit.
Datum anno Domini 1361, in dem mainde februario ..... der 0
herzoge van Gulche.
In der felder nacht . ||... . Wilhelm van Genepe.
Datum anno domini 1362 in dem evenntainde, do ftarf buſchof Wil⸗
helm van Genepe.
Datum anno domini 1363 do quam der conink van Cypren ..... 2
ind weder heim zo lande.
Datum anno domini 1364 des leſten dages in dem meie ..... ind
van dem vaede van Collen, dat wairen goide heren ind ſoinden
grois ongelude.
Datum anno domini 1365 do was ein fo kalden winter, dat der Kin »
31.12. ein gang veirvel jairs beſtanden was, dat man op ſent Ppauwels dach zo
Nele over Rin geink, ind zo allen veir wechen? was grois mart op
dem iſſe.
In dem ſelven jair was ouch groiſſe ſterfde. |
Datum anno Domini 1366 Do wonnen bie ſtede ..... op rader 3
geſat.
Datum anno domini 1367 zo paifchen, do was ein groiſſe ſterfde an
dem hoiſten, dat da an mench minſche ſtarf.
Datum anno domini 1368 do ſach man einen ſternen den man
heiſch cometa, mit eime ſeir langen ſtertze, in der vaſten. J
In dem ſelven jair galt ein malder ..... einen alden groiſſen.
13. 1300. 26. heyn. 31. 'dach fo ſeir over’ vgl. 2.
1: Rec. B Blaukenheim'. die Barianten zu diefer Nachricht.
2. Rec. B 30 Mainze’. Vgl. auch
D. i 133
In dent felven jair voir der pais [van] Aoione..!... here zo Meilain. 81. 13«;
In dem felven jair lady der herzoge van Brabant ind ver herzoge van
Gelre intgain einander 30 velde ind wolden ſtriden. do wart it doch op⸗
gehalden.
5 In dem felven jeir ſtarf buſchof Engelbrecht van der Mark op ſente
Bartholomeus dach!.
Datum anno domini 1369 do geboit buſchof Coen . .... Koenvels⸗
hoven [de] burgemeiſter do was nam binnen emutaten.
In dem ſelven jair do wart Arnsberch dem geftichte Coelne zogegeven.
wdat hadde buſchof Friderich gewonnen mit ſtride?.
Datum anno domini 1370 op ſente Matheus avents, do wart dat
interbift relaxiert, dat um ver fleſchen willen gelacht was. Bl. 15».
Datum anno domint 1371 do brach bufchof Friderich Nuwenar, Go8-
dorp, Rodesbergh ind Metzenich.
15 Datum anno domini 1372, in dem aufte op den 22. dad, do freit
der herzoge van Gulge zo Baiswilre weder ven herzogen van Brabant ind
veink den herzogen van Brabant. ind in dem ftride bleif doit der herzoge
van Gelre, ein greve van Simpoil.
In dem jelven jair, op fent Gecilien-dach *, do verloiren die wolre Nov. 22.
20 ind die wever alle iv macht intgain der ftat Coelne; want it was ein alt
has. der rait inhadde gein macht vur dem vullenambocht, dat ambocht
hadde die macht ind de gewalt binnen Collen. ber rait hadde verboden
alfe ire burgeren op iren lif int goit, dat nieman 30 bem gulger ftrive 5
gain ſoulde, noch || rouf noch goit binnen Collen brengen. zwene des Bl. 14.
3 vurß ambochtz leifen bar ind brachten rouf binnen Collen, ind in wart
nagevolget int woirden beclaget. dat gerichte veirte bie zwene man an
bat velt ind wolden fi richten. die volre ind lichte gefellen de leifen in na
in dat velt ind namen de ziwene misdedigen mit gewalt ind leiten fi 30
Collen. dit verdrois ficher den rait mit allen ambochten, ind ber vait
3» machde einen opjaß, ind fi woirben des ganten ambochg mechtich ind
jloigen ft doit up der ftraiffen, ind veingen fi vort ind floigen in ire
houfder af. ind wat irre gevlein funten 30 ver ftat us over tie muire,
te wairen enwech. man jagebe in wif ind finder na 30 ber ftat us, ind
der rait nam in huis ind hof ind alle ir geit bi eime haller na. do wart
35 in genomen ein grois feiferlich fchaß, want fi wairen uiffer maiffen riche.
1. van’ fehlt. Anione' ſtatt Avione'. 8. ‘de’ fehlt. 9. Arasberch ſtatt Arnsberch'.
1. Rec.B ‘avent', vgl. S. 39 Notel. 263. Die folgende Erzählung ftimmt im
2. Diefen Zufat. bezeichnet ſchon die Weſentlichen mit den Angaben der Wever⸗
Koelh. Chr. BI. 2708 als irrig. | flaicht itberein.
3. Sp auch Rec. A, B ‘maidht. 5. ®gl. Bd. I, 263.
4. Das Datum ift irrig. Vgl. Bb.I, °
Bl. 146,
BI. 158.
134 V. Edlner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In dem felven jair quam bufchof Friverich ingere⸗ den up fente Albains
dach, ind hei wart wail intfangen vur einen bufchof ind hei fanf ve
homiſſe in dem doim. |
Datum anno domini 1373 de quamen de Joeden wederom z0 Collen
mit willen des raitz zo Collen. 5
In dem felven jair op den hilgen pinxtdach, do ſank ein kardenail vie
homiſſe in dem doim.
Datum anno domint 1374, des 9. dages in ver ſpurkelen. ...
30 paiſchen, ind it dreif gewalt over gewalt ind Dede groij-
fen verderfliden fhaden an alle dem dat men vdenfenw
mochte.
In dem ſelven jair quamen die dentzer..... dat it lichter lude ge-
droch was. als fi dantzden, fo ſprungen fi up ind riefen allet fo “here
fent Johan!' ouch geingen fi liggen up iren rudgen ind lieſſen fich da
uiffermaiffen fere Inevelen, ind man moifte dan op eren buch ftain, dan⸗ ı5
ken ind treden, bat woulden fi. fi dreven ouch groiſſe onfuifcheit.
Datum anno domini 1375 do voiren die fcheffen van Collen uis 30
Bunne wonen. . ind zwein quamen weder ind dri blewen 30 Sollen wonen,
mit namen her Heinrich [ind her Everhart Hardvuiſt ind] her Everhart van
dem Huntgin, der wa8 ein anhever mit buſchof Frederic. 20
21. 16=,
Datum anno domini 1376 do wart zo Collen der ſank geladt .........
umb der fcheffen willen.
In dem jelven jair quamen bie burger van Dutze 30 Collen gevaren
mit gewapenver hant ind fanten na dem rade zo Collen, tat fi woulven
na in ere vrunde jenden vur de Vifchporke, da warden fi irre, alba moi⸗ 25
ften fi mit in fprechen. alleda fachten be burger van Duge ir burgerfchaf
der ftat van Eoelne up ind inwolden der neit langer gebruchen. zer ftunt
moiften de van Dutze ire graven vullen ind be vriheit [overgeven], ve fi
von Collen hatten. ta ramp fich ber rait van Collen mit in !.
In dem felven jair wart des wis Wolter van dem Boirfte ind so
Engelbredht van Ufte ind fin brover, de des bufchof [viant wairen], int zo—
gen 30 Dute up fente Quirins dad ind verbranten Duß af. darna voir-
ten |] fi fente Herbert van Dutze zo Siburch up den ber).
In dem felven jaire in dem evenmainde...... 30 eime voemfchen
coninge. | 35
In dem feloen jair pelde de ftat van Collen ven Rin bi Beien.. ..
ophielte. Doch fo was forn ind win wail veile.
17. *by8’ ſtatt uis'. 19. "ino her E. Hard. ind’ fehlt, vgl. B. 25. na eren vrunden. 28. *orer«
geven? fehlt. 31. viant wairen? fehlt, vgl. 2. 33. ‘30? ftatt 'van?. 34. 'maynde’
ſtatt *jaire?.
1. Bon diefem Borfall ift fonft nichts unten nach Rec. B erzählten Beſetzung
bekannt. Vielleicht ift er identisch mit der ° won Deutz.
|
D. 135
In dem ſelven jair zogen die von Collen da zo Duge ind branten
Duitz rein af ind ftieflen in alle eve helpen ind vriheit! neder.
In dent felven jair in ven houmainde . . . ||. . des wart eme wur bie pr. 1a».
arbeit 4000 gulven 2.
5 In dem felven jait, Des zeinden dages in den houmainde, Do ver-
brante ſent Kunibertz firipel . . . . . ind dat cloifter me dan half.
In dem felven jair, up fent Marien Magdalenen dach, do bleif Her-
man Durſt? doit, der hulper was der flat Coelne intgain bufchof Frederic).
In dem felven jair op fent Panthalions nacht ſchuſſen die viande vnir⸗
jo pile in die fat Coelne. [ind des felven dages do vor bufchof Frederich Ligen
tufchen Coelne) ind der Rodenlirdien........... fo fi afre geringefte mochten.
|| In dem felven jair* reden die junferen mit iven zoldeneren zo fente Bt. 17.
Severinusportzen wis in Dat velt ind jloigen fich mit den vianden. da wart
buſchofs Frederichs broder ritter ind ouch der here van Weſterberch. Dit
sgeihadh duckes. darna over echt dage..... dat der bufchof gein burch
darin enmachte. herumb woirden viande der bufchof van Treir, der bufchof
van Paderburne, der herzoge van Brabant, re ftat van Aiche, ver lant-
freve, der greve van Zegehaumes, der herzoge van Diftenriche, der kei⸗
fer ind mench lantzhere, ind barzo me dan 800 ritter ind knechte.
% Nu hatte die flat van Coelne 30 hulpen.. ... van beiden parthien. Bl. 17.
alfo drungen fi den buſchof zo foinen.
Datum anno domint 1377 do wart eine foine gejprochen tufchen dem
buſchof ind ber ftat Soelne, dat it gevretget wart. alba reden Die goide heren
bi ein up jente Paumels dad) ? 30 Herſſel .. ... ind die ſoine wart alſo
»gedadingt ind gevurwert |[ ind gefchreven, dat zwene ſcheffen in Bl. 16.
Collen nummer komen enſoulden, [ind de ander 9], bis fi der ftat den ſcha—
ven belacht hedden, ven fl ir baden, e it zo rouve of 30 brande queme, dan
mochten fi weder in fomen. dat befegelde der bufchof van Treir
0... ind it behagebe den burgeren ind den ingefeffenen wall.
zo In dem ſelven jair in dem mertze dede der buſchof jagen vur der
Schaifferportzen, ind drungen einen burger in der ſtat graven ind ſtegen
eme na ind ſloigen in doit, ind zogen in us dem graven ind heingen in
doit all an den neiſten boum. alda brach der buſchof ſinen eit
ind ſine ſoene.
z3 In dem ſelven jair up onſer liever vrouwen dad) . ..... ind hulden ar. 120.
dem rade Colne.
In dem ſelven jair up den hultzferdach, do wart der keppler ind der
rentmeiſter us gelaiſſen, die des krieges vil gemacht hadden.
8. dye ſtat gq. 10. Kind — Coelne' fehlt, ergänzt aus B. 23. genretget wart. 26. "ind
de auder 9? fehlt, ergänzt aus B. 37, *teppher’ ſtatt keppler'. 38, *geflagen? flatt
*gelaiffen’.
1. Rec. B ‘de mure’. rer Stele, vgl. ©. 43 3. 11.
2. B 40000, vgl. Barianten. 6. Bat. B ©. 43 Rote 3.
3. B Drofiffe. 7. B ‘dat it georebiget wart as van
4. B 'dage. ber zit vort bis up fent Pauwels bad.
5. Diefe Worte fliehen in Ban ande- alba reben’ ıc.
B zu
1380,
B zu
1379,
DI. 198.
BT. 19.
DI, 208
136 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In dem felven jair woirden z0 Sollen zwene Joeden gehangen........
van Eleve, ind dat fi ouch ſuverlich was, lies men fi leven, ind
ji wart criften.
Datum anno domint 1379 do quam konink Wengelaus 30 Collen des
15. dages in den bramainve, ind hei wart eirlichen intfangen, alfo mens
in van rechte intfangen foulde, in eme houlve die ftat ind bei
hulde in wederomme, jo als men des pleit.
Datum anno domini 1380 do flarf ver pais van Rome md keiſer
Karle zo Prage op fent Anpreisavent.
| Datum anno domini 1381, in alre hilgen mainde op fent Lenertz 10
dad), do quam Feifer Karls [poichter] des roemſchen koninges fufter 30 Collen
ind voir in Engelant ind bleif da coninkinne.
Datum anno domint 1382 do lach der konink van Vranfenrich pur
Ginte, ind der greve van Vlanderen hatte den van Ginte zwene ſtride
afgewonnen. ind ber konink vurß zunte de oleivlamme! up ven Vlam-
mink. nochtant zogen bie van Ginte 30 Örugge. op ven ſatersdach, als
men dat hilge bloit drait, des aveng 30 ver jesder uren, wonnen die van
Ginte Brugge. do bleven doit 7700 minſchen, ind der here vlo ufjer dem
lande int der foninf wart vafende, ind de olichvlamme verloir ir macht,
biewile fi over bie criften gezoint was. ind bat is wair?. 20
In dem felven jair wart dat interbid velariert . .||. . . davan infanf
men in 8 jairen neit. |
Datum anno domini 1383 do wan buſchof Frederic) ind der lantfrive
dat huis zer Dicke ind braichen dat af. darom wart ter greve van Cleve
des bufchofs viant van Collen, da grois ſchade van quam. 25
Datum anno domini 1386 do wois fo vil. wind, dat men ein voder
wind galt om 4 gulven, ind wer fin eigen vas brachte ind gaf einen gulven,
dem gaf men fin vas vol wind ind lied in varen. do machde men
den overften graven om de ftat Evelne. des was noit, dat
was ein nußlid buwe?. 30
Datum anno domini 1387 do was der konink van Frankenrich in
deſem fante ind mit eme de Burdune? ind vort herzogen ind gre-
ven ind bufhoffe ind mit groiffer madht ind herwagen.
ind lachten ſich in dat gulder Iant || ind woiften dat ind wolden vort
un
5
11. *doichter? fehlt, ergänzt aus B. 16. Burgge. 18. Gynge' ſtatt "Ginte. 77° flatt
‘7700°, vgl. B. 25. vyant va van Collen groys.
1. Die Oriflamme, das franzöfiihe Artevelde's duhung bei Roesbeck auf's
Reichsbanner. Haupt (Leo, Zwölf Bücher niederl. Geſch.
2. Diefe Betheuerung könnte faum I, 318). Seine Geiftesftärung trat erſt
an einer weniger paffenden Stelle ftehen. mehrere Jahre jpäter ein.
Karl VI. von Frankreich war bei ber 3. Befeftigungsarbeiten in ben Jah:
Schlacht ver Brügge gar nicht zugegen, rem 1386 und 1388 erwähnt aud Ennen
fam erft im Spätherbft dem vertriebenen II, TE.
Grafen von Flandern zu Hälfe und ſchlug 4. B ‘dei Britoin', vgl. S.46NoteT. -
am 27. Nov bie Genter unter Philipp u
D. | 137
in dat gelleriche fant. doch indorften fi des neit ind it wart geſoint. mer
weiren die rintſche heren eins geweft, fi hetten den conint
behalden.
Datum anno domini 1388 do was der Kin alſo clein..... dat
s men wafler op der ftraifien veil voirte binnen Collen.
Datum anno domini 1391 in anbeginne des evenmaink !, bo z0ich
greve Engelbrecht van der Marfe mit gewalt up deſe five Rins an bat
geftichte Eoelne mit wiſſen buſchofs Frederichs van Sarwerven. ind fo
we hei ſich 14 nacht hadde erworven dem greven weberftant 30 boin,
to nochtant brante hei van unden op bis 30 Yoinfe, ind van danne bie herup
bis an die Vele, ind fo Vele lanx bis z0 Wis up dem Rine, ind van
danne bis 30 Bunne, ind dan danne || bis 30 Waildorp ind bis 30 Ge- Br. 20b.
menich, int van danne bis zo Rummexsfirchen 2, ind vort bis in bat lant .
van Kempen. ind dreif de gewalt ain weberjtant in dem lande me dan
15 9 dage lank. darzo brantſchatzde hei jo vil, dat men eme fachte, hedde
hei ven buſchof gevangen, hei inmochte eme neit fo vil goig af moegen
Ichegen. mer de ritterfchaf die der bufchof bi eme hatte, die jagen durch
de vinger: anders inhedde greve Engelbrecht neit alſo vil overmoig in
dem gejtichte moegen vriven.
2 In dem felven jair 3 zogen die van Collen 30 Duige, op den palm-
avent in braichen Due af ind dat moinfter ind daden groiffen ſchaden.
In dem felven jair machte men die -wintmoelen op dem Nuimarte!.
Datum anno domini 1393 up der eilfpufent mechde avent . .||. . . Diese. 21.
woirden der fat ewelichen verwift, dvoh om beden willen quamen fi in
sind moiften der ftat einen groiffen [ha vur de nederlage
geven.
Datum anny domini 1395, des vridages na onſes heren lichams Yun. 11.
dage5, do was eine groiffe ertbefunge zo Collen na ber middernacht. |
Datum anno domint 1396, des dinſtages na dem druizeindage, do
zo mas ein oplouf 30 Collen onder den raide, alfo dat ein partie die ander
veink. ind floigen her Heinvid, van dem Stave fin houft af ind veirvelden
in ind fatten in op vier ente der ftat Coelne, ind de anderen woirden gefat
30 eiwiger geventenifie.
10. brante an bys hey op go Tzemſe', nach ter Agrippina gebeflert. 11. bys an de zo
Wijs. 30. under den heren, alſo dat de gemeine bi eine partie quam. ind eine partie vienk
de andere heren ind flogen B. Pprohetzije' ſtatt "partie. 31. verordelden' ſtatt veirdelden'.
1. Schon Ende Auguſt, vgl. Rec. C comblet III, 850. Ä
S. 79 Note 2. Lebendige Schilderung bei 2. Zone, die Bil, Weiß, Waldorf.
Schüren ed. Troß S. 65 und Limburg. Gymnich, Rommerskirchen.
Chr. 490. Die Stadt, die ebenfalls in .3. Ueber das Jahr vgl. Bd. I, 294
diefe Fehde verwidelt war, ſchloß nah Note 5.
Engelberts Tode mit Graf Adolf von 4. Bol. Rec. C S. 80 Note 1.
Lleve: Mark einen Waffenftillftand. La⸗ 5. Vgl. Rec. C S. 82 Note 2.
138 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts,
Bi. 21v. In dem ſelven jair, des ſatersdages zo nacht op fente
Jun. 21. Johannes dach mitzſomer!, vo wairen de heren ind der rait zo
Coelne zo Aisberch op deme huiſſe gewapent ind wolden dat vulk ge—
deliet haven, als ſi den weveren hadden gedain. des wart
de gemeine wis ind zogen vur dat hnis ind wonnen dat huis gerinklichen imd 5
veingen de heren mit einanderen. ind namen de flat in ere hant
ind hielten de flat in eren.
In dem felven jair woirden ve gevangen raigheren verwiſt ver ftat
Coelne, irre ein veil 4 jair lan, irre eglichen 6 jair lanf, etlichen 10 jair
(anf. ind als de jatr umb wairen, fo folden die heren 30 danke nesr1o
men, wat fi die ftat Coelne heiſch. alſo gefhad it. do wart der
verbuntbreif gemadt2.
Datum anno domini 1397 tufchen paifchen ind pingten do wart herzich
81. 22% Wilhelm van deme Berge gevangen || vur Cleve mit den beiten vitteren ind
knechten, de op dem Rine faiffen. davan freih der herzogen
van Eleve einen onmeſichen ſchatz.
Datum anno domini 1398 do wart her Hilger von der Steffen fin
houft afgejlagen binnen Coelhne, want hei vil wonders gedreven habre
in Coelne op de gemeine.
In dem felven jair quamı der roemſche conink Wentelaus zo Collen. 20
In dem felven jair des fevenden dages in dem meie do ſloich men eime
mechtichen langheren dat houft af ind ouch Goiswinus fime fwager, de da
gerne der gemeine binnen Koelne gemadht hadden einen
oplonf ind die flat wederzobrengen an de alden onmeirdi-
hen verprevenen heren, of fi gemocht hetten. 25
In dem felven jair op ſente Matheus nacht ..... ind byanten it af.
—* Datum anno domini 1399 tuſchen paiſchen ind pinxften, bo zo⸗
gen die Merkjen in dat Berfche lant inb verbranten it ind wonnen Moe⸗
(enheim, bat wonder was,
Det. 27. In dem felven jatr op fente Simon ind Judas avent der hilger apo- 30
ftelen, do reden die zuldener uiffer Eoellen vur Rufchenburch ind bran-
ten bes ein deil af.
Mai 15. Datum anno domini 1400 des fatersbages na ſente Servaispach,
bo wairen die geiſſelbroider zo Wier ind gefunten van dem rade Coelne
ere genaben, in ve ftat 30 fomen. bat wart in verfacht: men inwoulde 35
ere veften neit liven 5.
1. B ‘des fonbages zo naiht our ſent nen III, 3 ff
Johans dage‘, vgl. Bb. I, 308 Rote 1. 3. Bol. Rec. O S. 86 Note 7.
2. Die neue N emokiatiiche Berfafiung, 4. Rittergut Reufchenberg bei Opla⸗
gemäß Rec. O S.87 vom Stabtfchreiber Den.
Gerlach vom Anker entworfen. Bgl. En» 5. Neues Auftreten der Seißelfahrten
139
In dem felven jair quamen bie Berfchen mit bebenbicheit
in Siburh ind wonnen bie ftat, ind bie ftat moifte in hulden.
ver abt ſchois vur von dem berge in be fiat ind be ftat ver-
brante af ind ber burger verbranten vil boit.
s 18 rumen.
Datum anno domini 4401, do droich men onfen |] heren got ſent 21. 23=.
ind die Berſchen moiften
Gereoin us bis 30 der Erenportzen us ind al umb die ftat ind wederumb
30 der Erenporten in. ind bat geſchach 14 vage vur fent Johans bage Juni 10.
zo migfomere 1.
In dem felven jair, zwene dage vur dem 13dage, do quam herzich San. 4.
Rupprecht ? van Beieren ind fin wif mit vier foenen ind mit drin doich—
teren ind eim lantgreve van Heſſen ver fin eivem was, ind herzich Stef-
fain3 ver fin ſwager was, ind bufchof Freverich van Eoelne ind bufchof
Johan van Mainte ind voirten herzich Ropprecht tufchen fich beiben zo
» Sollen in. ind der rait Coelne intfein? ven vurften als men des pleit.
up den vurß druizeindach, des morgens vur dage, machden die vurß kur- Ian. 6.
vurſten herzich Rupprecht einen roemfchen konink ind fin vrouwe conin-
finne vur fent Peters elter in dem doim, ind bufchof Frederich ſank de
homiſſe vur fent Peters altair ind ver konink ſank dat ewangelium van
20 der miffen ind des Foninges fenger fongen de homiſſe, ind || men hoefve ar. 230.
up dem fale. ind fi machen einen hillich op dem fale mit herzich Stef-
fain ind mit der greffinnen vochter van Cleve‘ de men nante de vrouwe
van Bornheim.
In dem ſelven jair tujchen paifchen ind fent Jacobs miſſen, do galt
» ein malver weis 8 mark ind ein malder roden 51/, marf.
Datum anno domini 1402 in dem meied, do was z0 Collen eine
23. vornheym D. Burnheym N. Bornheym Agr. 1126,
1400 circa ieiunium erwähnt auch die
geldriſche Chronik des Wilhelm von Ber-
ed. Sloet van de Beele (Hagae com.
1870) ©. 126.
1. Vgl. Rec. C S. 90.
2. Ueber Einritt und Krönung Ru-
prechts vgl. Bd. I, 334. Jener fällt auf
den 5. Januar.
3. Herzog Stephan von Baiern, der
aber nicht Ruprechts Schwager war, und
ebenfowenig war Landgraf ann von
Heflen fein Eidam. Letzterer war auch
gewiß nicht bei der Krönung zugegen, da
ihn die Kurfürſten erft am 8. Januar
(Chmel, Reg. S. 182) zur. Huldigung
auffordern. Wahrſcheinlich find zwei Na⸗
men ausgefallen: Herzog Wilhelm von
Berg, Schwager, und Herzog Karl von
Lothringen, Schwiegerfohn des Königs.
Darauf bat bereits Höfler, Ruprecht 183
aufmerkfam gemacht.
4. Eliſabeth, Schwefter des Grafen
Adolf II. von Eleve. Vgl. Rec.C ©. 89.
5. Wohl Anfang Juli 1402. Bal.
Rec. O S. 94 Note 5,
Bl. 248.
Jun. 22.
Nov. 11.
(1407) _, ‚ . .
Ian m. bis des vridages na jent Pauwels dach, dat der Rin zovroir 6 dat man ı5
140
V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
groiffe bruloft mit des coninges vochter van Engelant int des Toninges
Ropprechtz fon van Heivelberch !.
Datum anno domini 1403 jair, bo was herzich Wilhelm van dem
Berge gevangen van fime foene Ailf, ind woirte in 30 Nuimwenberch ? ind
nam dat lant in fine hant.
In dem felven jair quam Heidenrih van Dir, de lange fin viant
hadde geweft, ind Freich in us dem gevenkeniſſe? mit groiffer kloikheit,
ind bufchof Frederich warte finre ind bracht in vort zo Collen.
over alle die werelt.
| Datum anno domini 1406, des dinsdages vur fent Johans dage
mitjomer, des morgens 30 feven uren, do was ein groiffe buifternifje ıo
Datum anno domini 1407, do wart des nuiwen torns begunnen
zo machen an der burger huis, ind wart gemacht in ſeven jairen 5.
Datum anno domini 1408, do vroir is an fent Mertins mifjen
2. Hier folgt in N: "genant Lodewig. und vie zwey konigeskinder berpet got einen fon gehei⸗
ſchen Roprecht. und na bein tode der vorgefchreven fraumen fo man berczog Lodewig von
Reyern ein ander fraume uß Sofoyen bordig, und damit beriet fie got vrij ſone geheyſchen
Lodewig, Frederich und Ruprecht. und man wil fagen, tas die felbe vorgefchr. fraume folde
vergeben haben ("vergeben haben’ auf einer Rafur) irm flieffon genant Ropredit, uf das ir
kinder das lant (Tant' auf einer Rafur) mit ein ander hetten. und flarp der felbe fon vor:
gefchr. und Die moder auch, und der vader Lodewig flarf in den jaren uns heren 1438 in dem
winter, und bleyb do fin elfte fon Lodewig ein forforft uf vem Rin’.
6. quam' fehlt D.
8. frederich freveruch D. ſynre ind voirten in ve flat Gollen
10. mitzſomer' fehlt C?.
14. vroyre it an zo finte C?.
gevangen zo der Nuwerburch ind 02.
bergouch Willem vis dem C?.
C*. 9. maendaichs C?.
solijs C?,
1. Ludwig IH. der Bärtige farb im
December 1436, nicht, wie es im Zufaß
der Hſ. N beißt, 1438. In letzterem
Jahre ftarb feine zweite Gemahlin Ma-
thilde von Savoyen. Vgl. Häußer, Gefch.
ber Pfalz I, 311.
2. Burg an der Wupper.
3. Bol. die Urk. Adolfs von Berg
1404 März 16 Lacomblet, Urkundenb.
IV, 21). Nach bandjchriftlichen Notizen
Redinghoven's erfolgte bie Gefangenneh-
mung Herzog Wilhelms zu Monbeint
1403 Dec. 11, feine Befreiung in der Nacht
vom 23. auf 24. Auguft 1404 (Racom-
blet, Archiv 1V, 121.139). Faft die glei-
hen Tage nennt bie Fortſetzung des Ja⸗
cob von Soeft (Seiberg, Quellen der
weſtfäl. Geichichte I, 212): 1403 in die
Damasi pape (Dec. 11) und (1404) in
crastino s. Bartholomei (Aug. 25). Hei⸗
Denrih van Oyr begegnet mehrmals in
4. voerte ſynen vader
7. kreich den vurgeſchreven
11. werelt dat man heiſcht eclipsis
bergiſchen Urkk. 1405. Lacomblet IV,
31
4, Die Münftereifler Chronik (Anna-
fen XV, 200) nennt den 15. Suni, die
Augsb. Chron. (Chroniken der deutſchen
Städte IV, 110; vgl. ebend. I, 367) ‘an
ber neften mittwoch poft Biti et Modeſti',
alfo 16. Juni. Letzteres Datum ift rich»
tig, vgl. Brindmeier, Praft. Handbuch
ber bift. Chronol. ©. 379.
5. Gemäß Koelh. Ehron. 2886 befie-
fen ſich Die Baufoften auf 50000 Gulden,
Dagegen nach einer Notiz von 1474 (Liber
registr. sen. III, 36) ‘bi 80000 guiben’.
Der Rathebeichluß, ‘30 dem neeflzofomen-
den fomer’ den Thurmbau zu beginnen,
ift (1406) feria quinta post. assumptio-
nis beate Marie datiert (ebenb. I, 34).
6. Lat. Reimdronif: Algor Marcelli
(San. 16) dat stare flaencia Rheni. Den
barten Winter dieſes Jahres kennen auch
5
D. . 141
darover geinf an der Salkgaffen, ind binnen zwen uren brach bat is.
bar quam ein grois is vur de ftat Colne, bat bat is groiffe fchiffe int
ber vil zobrach mit den cleinen, de da alle inwech dreven van dem iſſe.
bo gefchach grois jchade an ven Nine an moelen ind an alle dem dat an
s dem Nine bielte dat lant up ind neber.
In dem felven jair hielten die Lutger einen ftrit weber even heren Sert.2s.
ber Johan van DBeieren, ind fi verloiren ven || ftrit. bo bfeif doit herzı. 2.
Johan van Parwich ind fin fon! ind der Lutger 23000 ind 900 ind
17 man, ind van der anderre fiven groiffe heren, furften, vitter ind
10 fnechte ind vil goiver heren. ind her Johan van Beieren gewan bat lant
Lutge.
Datum anno domini 1414, des nuinden dages in dem aprille?, Apr. 9.
do ftarf buſchof Freverich van Sarwerden, ver dat buſchdum beſeſſen
hadde 44 jair in goidem reigemente. ind hei wart gevoirt dri dage zo
15 Bunne in dat moinſter, ind bei wart geſchift van Bunne zo Collen vur
die Nuiwegaſſe, ind do droich men in offenbair op eime bedde zu Collen
in den doim, ind ſtoint offenbair gebeirt dri dage: da dede men eme als
men des pleit mit graft ind begenkeniſſe. na ſime dode ergeink ſich menche
wonderliche ſache tuſchen den Berſchen ind den Morſchen, ind dat ſtift
2» geink den Mortſchen zer ſtunt in hant, ſloſſe ind ſtede.
In dem ſelven jair, des vridages na ſente Mertins || dach, quam ae
fonint Segemont zo Collen?, ind die ftat hulde eme ind hei in weberomme,
ind men intfeinch in ind fin vrouwe eirlichen als einen konink ind conin⸗
finne mit groiffer werbicheit. ind binnen ver felver zit dat der Toninf 30
2 Collen was, do dede hei ein ſermoin 30 geriechte up dem fale vur men-
I. Saltzgaſſen biis over zo Duyg, ind C?. 2. dat it vijl ſchijffe zobraich, groiffe ind cleyne,
de da cc? 3. Ivan dem iffe fehlt C?. 5 lant boven ind beneden C2. 6. intgayn here
Johan C?. 8. mynner hundert ftatt “ind V00? D. 30 duyſent man X 289. 9. fijven
bleven voit 17 hundert man groiffe X 28498. 10. knechte in qude lude O2. oa? fehlt D.
11. Lutge' fehlt 02. 13. bufcheum 30 Gollen C?2. 14. 24 D. wail 44 02. vegnacien.
ind he wart gevoirt 30 Bonne ind lach doit in dem monſter drij dage ind wart wort geſchljft
30 Bonne ind wart gevoirt 30 Collen C?. 16. bedde van danne in den doym: dair floint
he offenhare drij vage in dem chore C?. 18. graichte 02. 19. Morfchen umb vat ge⸗
ſtijcht, ind dat geftijcht geynf C’?. 20. ſtede, burge ind floefie C?. 25. fermoene zo latyn
wur maynchen prelaten, alfo dat he geheiſchen mas eyn cloick verftenbijch vurſte. vort was be
up der burger huys ind befach ve flat Eollen ind fcheit do mit vruntfchaf van danne C?.
verfchiedene Fortjegungen Königshofen's
(Mone, Duellenfammt. ber badischen Lan⸗
desgeſch 1, 255. 277. 288).
Heinrich von Perwez und fein
Sohn Dietrich, ver Lütticher Gegenbiſchof.
Bgl. Rec. B S. 50 Note 6.
2. Bl. Bd. 1, 319,
D. bh. zwifchen den Anhängern
Wilhelms von Berg und Dietrichs von
Mörs, die in zwiefpältiger Wahl geforen
worben waren. Kurz vor feinem Tode
hatte Erzb. Friedrich —* Stift zu Aner⸗
kennung ſeines Afen, Dietrich gezwun⸗
gen, vgl. Ree.d
4. Ueber bie Dane des Aufenthalte
vol. Bo. I, 360 Note 6.
142 V. Cöolner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
chem goiden prelaten ind geleirven mannen, ind vil wifer lude de fnchten,
bat hei ein geleirt furfte weir. ind ouch geink Hei op den nuiwen turn
in ven Boir! ind overfach de ftat na alle fime willen inb ſchiet mit
pruntichaf.
In dem felven jair quamen veir gejellen zo Collen in de Ioedengaffe 5
in des vichen Meiers huis. ver felve Joede, der Joedenbuſchof was,
dem wolden fi einen balsbant umblegen. ber wart ein aljo jeir gewont
van den Soeben, dat hei vlo ind quam op jente Margreben cloifter ind
ftarf, ind finre gefellen wart einre gevangen. ind ben ſelven mit dem
doiden voirte men an bat gerichte ind fatten fi beide up rader. darna 10
Bl. 250. wart der houftman || Fregen zo Dortmunde, mit namen Herman van
deme hilgen geifte: der felve wart alda gehangen?.
Datum anno bomini 1415, do quam bufchof Deberich zo Collen
in gereben 3 mit ritter ind mit Tnechten, ind men intfeink in eirlichen wur
einen ertfchenbufchof. ind hei fwoir ind geloifve ver ftat Coellen, fi zo 15
laiffen in irme alden rechten, alfo bufchof Frederich dede, int de ftat
geloifve eme des felven gelichen weberumb. ind der rait Teinde eme grois
gelt ind hulpen eme umb einen palium, ind die riche burgere, da machde
hei kuntſchaf mit, ind de leinden eme alle *.
Juli 17. In dem felven jair up fent Alexius dach, do geingen de Morſchen 20
in dat beriche lant, ind de Berfchen wolden die Morſchen in erem lande
behalten, in ſtreden onver ein ind bleven 30 beiden fiven vafte boit ind
gevangen. ind bie Morſchen behielten dat velt eirlichen ind wonnen ver
31. 26*. wimpel van tem Berge ind bes || jonferen wimpel van Cleve ind ftaichen
de zwei wimpel 30 Collen in ven doims. 2
Ya dem felven jair hadden ve Mörfchen ein nederlenſch ſchif gebol-
werft, bat voirten fi 30 Rile, dat heift ‘ver DOvelgoee’: up dem majte
5. Iudengacffe dat nu genant ijs die Burgerftraifle, in des C?. 7. gewont overmig Schaif,
des juden Meiers Enccht, dat he C?. 9. wart eyn gefregen van ven foren. ver felve mit
dem vurgenanten boden worden an gerifchte uisgevoirt ind fatte C?. 16. Freberiich gedayn
hatte, ind ver ratt lende eym grois gelt. ad He nu bat gelt hadde, do leirde he ven ruggen mit
ind was allet 30 undanke. In dem 02. 22. Sonder’ flatt 0’ D. 24. Berge ind junfer
Geraetz wympel var ver Marke, ind worden bie zwey wympel in den doym geftechen boven
die heilige drij konynge. C?2. 27. Rijle beneven Gollen C*.
1. Bel. Bd. 1, 363 Note 2. 7. Febr. Ausfihrlicher Bericht Bp. I,
2. Sorrefpondenzen vom Jahre 1416, 362.
welche diefe Erzählung durchaus beftäti« 4. Näheres Über dieſe Geſdoperatio⸗
en, finden fih Copienb. VI, 206 ff. nen ®b. 1, 361.
gl. Ennen, Geſch. HI, 325. 5. Dieſes Treffen fand bei Siegburg
3. Der Einritt Dietrichs fällt auf ven fatt. Vgl. Rec. BS. 53f. und C S.105.
D. 143
ftoint ein merje, da vier man up 30 wer giengen ind daden bie warbe.
overmitz bat ſchif wart Rile begriffen ind ein bolwerk gemacht, Moellen⸗
beim 30 eime weberftainde. darna wart dat fchif up be vriheit vur Coel⸗
ken gevoirt, ind die Berfchen ind der junler van Eleve guamen vur Coel⸗
s len ind wonnen bat jchif gerinflichen enwech mit gewalt ind vonfben it:
want bie hoedere des ſchifs wairen binnen Collen ind feifven in genoich⸗
ven, Dat wolten de anderen wail, boch overmit geheiſch imo bewelinge
der ftat Collen fo moiſten fi dat fchif laiſſen ftain ind ouch geringe enwech
baren, of it weir quaber worben. ind be ftat kreich vil ſchadens ind vil
10 verdrieſſes dairvan 1.
| Datum anao domini 1416, do wairen die Berfchen up vefe fie Br. 2er.
Rins komen mit 600 perden ind wairen om Moelenheim bi -ver Velen ?
ind ſchedichden dat Iant, ind de Mortfchen hedden in gerne weberftant
gebain, ind fi inhadden op bie zit gein lude bi in. ind bit was der heir-
15 lichfte vit den fi e in der veden baden, als man fachte. ind be gante vede
us ind an was groiffe ziweionge binnen Eoellen: bat was om beiber
heren willen, bat alſo licht gemocht hette, dat grois ongelude davan ko⸗
men weir, bat doch ein rait van Collen mit groiſſen engften ind noeden
allet hoifchlichen ind fuverlichen neverlachten in goidem vreden, bis fich
2» dat voll verjan, dat fi onrecht habden ?. wat hadden fi mit ven heren 30
Ihaffen ? Ä |
In dem felven jair quam ein alfo grois onverſeinde waſſer in ſlai⸗
fender Stunden in der nacht vur Meoinftereiffelt ind’ voirte bat berge van
1. merfche ba wail 4 man C?. warde overmih dat ſchijf ind Rijle wart bevangen mit bols
werke ind 30 Moelenheym wart ouch eyn flark bolwerk vairintgain beuangen. vairna 02.
4. junler Geraet van GL. C?. 5. ‘ger. enwech' fehlt O2. 6. “ind Teifven in gen.’ fehlt
2, 9. it were lijchte anders geworben C’?. 13. Morſchen deren C?. me gene D;
yn g. K201b, fehlt C?. 14, gebain, des fij neit inmoichten umb gebrechs willen Iuig. ind
tt was C?. 15. ſy gedayn batten in der veden. vo de vede uis wat, do was geoit has ind
nijt tupfchen der gemeine van Collen umb deiner C?. 16. was' fehlt 2. qweyonge an
Coellen D. bynnen Gocllen X 29ıb. 18. Collen guytlichen de Iude underwijſten ind facts
ten fo zovreden ind ſy Rich feloer ouch verfonnen. In dem C?. 22. felser D. umvers
fonnen 02. 23. Monftereiffel, alfo dat da verbrunfen me C?.
1. Sonflige Berichte Über dieſes herrn aufzuheben, bie denfelben gefaßt
rmüel finden fich Bo. I, 357. Rec.
B&.53 und 0 &. 104.
2. Millheim an der Bil zum Umter⸗
ichieb von Mülheim am Rhein. Iſt Her-
mülheim bei Ch. Bol. Rec. BS. 55.
3. Gleich zu Anfang ber Fehde wurbe
u Caln jede Betheiligung an berielben
fireng unterfegt; 14414 Dec.18 (Lib. re-
gistr. I) verpflichtete ſich ber Rath, dieſen
Beſchluß nur unter Zigiehung der Raths⸗
hatten. Reutralität war jedoch :auf die
Dauer ummöglich: bie Eorrefponbenzen
der folgenden Jahre wimmeln von end⸗
loſen Beſchwerden, bald beim Erzbitchof
über die Riehler Beſatzung, bald beim
Herzog wegen Mülheim und Deut. Man
befam nur Verfprechungen, bie nicht ge
halten wurden.
4. Baol. Rec. RS. 55.
BL, 270.
Aug. 12.
Aug. 28.
Bl. 270,
144 V. &ölner Jahrbücher des 1
4. und 15. Jahrhunderts.
ber flat enwech. do verbranf me dan || 150 minfchen ind me dan tri
duſent ftucke vees umb anderhalve mile. ind it dede vil me ſchades an
huiſſeren ind an goide dat mit enwech
dreif, dan man gemirken kunte.
In dem ſelven jair, up ſent Clairen bach, do wart Dutze vervangen
van den Morſchen, ind ſi beſtointen it zo bolwerken, om alda zo liggen,
den Berſchen wederſtant zo doin ind dat geſtichte zo bewairen. do hatte
buſchof Dederich liggen menchen heren welſch ind dutſch, ind me dan
6000 man deden op die zit in dem berſchen lande groiſſen ſchaden. der
ſelve buſchof Dederich warf an dem keiſer, dat der zo Collen ſchreif, dat
fi deme buſchof hulpen fin lant zo behoeden, ind hulpen eme bat zo -be-
halden. ind geboit dat der ſtat alſo ho als hei dat gebieden mochte, eins,
anderwerf, dridewerf!.
Darna in dem auſte up ſente Johans avent, do brach dat her up
ind branten ere tenten ind zogen heim. des aventz zogen die Morſchen
ind die ſtat Collen || mit der ſtat groiſſer buiſſen vur dat ſſos zome Roit—⸗
gin? ind wonnen dat ſlos mit der buiſſen ind hulpen der ſtat Coelne ind
verbranten it in den grunt. anders
veſte angewonnen, bis die ſtat Collen
ſſos Roetgin.
inhedde irre ein dem anderen nie
mit us quam: do gewonnen fi bat
In dem felven jair hatten vie Berfchen dri arme wichter darzo bracht
ind hatten in die wieken gegeben ind hadden in gewift, war ind wie fi de
legen folden, ind hadden den armen wichteren fchone geloift ind neit ge-
geven. bie jungen lachten ve wieken, dat op einen dach pri vur upgeingen
3. ind an — vreif fehlt C? 7. *liggen? fehlt C?. mench grois langhere C?. 8. rat ſy
eine fon lant Hulpen befchuben, ind geboit O2.
werf, dat de flat mit moifte fregen C’?, 14
Gollen ind Bogen do van vanne mit D. 15.
11. ‘als hei — mochte' fehlt C?. 12. deirde⸗
. *eren’ ſtatt ere' D. Morfchen in vie flat 30
mit exe groiffer C?. 16. dat ſſos ind bran⸗
ten it af in den grunt. dat ſlos hoirte zo Pilgerum vanme Roitgen In dem ſelven 02.
20. ſnode arme C?. 21. ‘ind wie’ fehlt C*.
23. wijeken alfo rat de vuir angeyngen, jo
de lude fere verveirt wurben. 30 leften woirden fij Eregen ind woirden up dem werde verbrant
ind woirden ven Berfchen zo Moelenheym heym gefant. (Abſatz.) In dem felven jair was in
etzlijgen fanden groiffe dure zijt, dat nijl Iude Hungers fluren, ind arme lude aiffen woirgele
ind gron geerube ind dube Hunde, ind in der vaften aiffen fy dode perde ind doede koe in fleiche
in ftraiffen C?.
I. Nur zaudernd gab die Stabt die-
jer Aufforderung (vgl. Ennen, Geſch. IH,
202) nad. Zwar verſprach fie dem Erz»
biſchof ſchon 1416 San. 13 (Lacomblet
IV, 106 Rote), fie wollte bem Herzog
freien Kauf und Geleit abfagen, doch ge-
ſchah dies definitiv erft durch Morgen-
ſprache vom 20. Mai (Köln an den Gra⸗
fen von Saarmerden, Copienb. VI, 20b).
Am 1. Juli (Lacomblet 1V, 104) einigte
fie fi mit dem Erzbifchof, den Herzo
durch Errichtung einer Senn zu Dans
und Aufftelung eines großen Heeres zu
Schleifung der Mitheimer Werke zu zwin-
gen, am 11. Aug. (Copienb. VI, 336)
jagte fie endlich unter Bernfung auf brei»
maliges Lönigliches Gebot dem Herzog bie
Fehde an. Vgl. auch Rec. BES. 56.
2. Bgl. Rec.B S.57 und CS. 108.
a
wu
[> 7
3
D. 145
ind verbranten vier huiffer,- ind bat wolf wart ſeir verveirt, want nie-
mant inwifte fich des verfichert. ind Die bri jungen mwoirben gekregen
ind woirden verbrant up dem werde. do lachte men fi fo boit up ein ge-
beirte ind leis fi priven 30 Moelenheim dem herzogen !.
5 In dem felven jair in fente Andreis mainde, do was ein roemſch Decemb.
fonin? 30 Aiche mit den rintſchen heren. do wart der Friech || gefoint mit zı. 2s«.
geoiffer gemalt des vurß roemſchen koninges tujchen den Berjchen ind den Dec. 13.
Moirſchen?.
Datum anno domini 1417 in dem bramaindes, bo woirden de bol« Juni.
so werke avegebrochen zo Moelenheim, zo Rile ind zo Dutze: dat hatte ve
ſtat Coelne verhenget zo machen ven Berfchen eirft, fo enwas is ouch neit
dem bufchof 30 verfagen, mer it foste de ftat grois afzobrechen, ind ouch
bat it barzo quam, dat de heren iren conjent darzo gaven, wewail fi ber
ftat hadden geloift afzobrechen, aljo geringe [a8 fi gefoint wurben. mer
15 a8] is de ftat gefunte, dat was allet neit*.
In dem ſelven jatr op onfer liever prauwen bach in dem aufte, Do Aug- 15.
zoich berzich Ailf van dem Berge mit menchem manne in dat lant van
Bair, want it was fime wive ind foene angeftorven. da was alle koſt
gevloet, bat fi der hunger weberon: heim breif, ind ber hunger doede eme
2 vaſte vil ludes.
|| In dem ſelven jair op ſente Mertins nacht, do quamen ſnoede nu.ır.
lude vur de ftat Collen int verbranten der ftat moelen zwa. tat geruchte
wart in fo grois, fi hetten anders bie moelen alle verbrant. ind fi bre-
ven vort nur den cranen ind namen zwei ſchif mit wines. man voir in
23 na ind fi fregen der fehif ein weber mit dem wine: Dat ander was zo
verre 18 den ongen.
In dem felven jair in fente Andreis mainde, do wart Gorken 7 ger Decemt.
wonnen van Johan van Deieren, ind it wart eme weder afgeiwonnen.
bo wart ber greve van Virnenburch gevangen® ind ver junker van Arkel
5. myſſen maynde’, doch myſſen' unterpunctiert D. up fent Andreis avent C?. 10. dat
herde ve flat van Collen, want fij haddet verhenget 02. 11. eirft do inbeirfte man d. b.
neit verfagen want it C?. 14. *alfo geringe — allet neit? fehlt 02. "as fi — nıer a? fehlt
D. Ergänzt aus K 292». 18. Boere D. 22. ‘wa? fehlt 02. 26. ougen, dat
braichten fi} ewech mit ven wynen 02. 27. Gotteryngen gewonnen D. 29. der yunge
van Erckelens wart D.
1. Bgl. Rec.B S.59 ındC S.109, der Mülheimer Befefligung aufgeftellten
2. Bgl.Rec.BS.61 undC S.111. Bedingung entfpridt. Vgl. Bb. I, 354.
3. Bgl. Rec. BS. 62 und C ©. 113. 5. Vgl. Rec. B'S. 62.
4. Die Srgänung diefer Stelle nach 6. Vgl. ebend. ©. 63 undC ©.115.
ber Koelh. Chronik ift unbedenklich, weil 7. Gorkum.
der Tert derfelben der wirklich bei Anlage 8. Das erwähnt auch der allerdings
Städtechroniten. XIII. 10
146 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
wart boit geflagen ind me tan 6 hundert man van beiden fiven. be
vrouwe van Hollant de hatte den greven van Virnenburch in irre hant,
ji wolde in ommer doit haben. der herzich van dem Berge ftoint wail
mit der vrouwen: mit groiffem arbeive ind beden fo erfreich herzich Ailf
von dem Berge ven greven van Virnenburch us ind befchutte eme fin 5
Bl. 292. leven. noch⸗ tant vergas ber greve fint der trumwen ind was bem herzo:
gen z0 groiſſem weberwillen: dat was der anf.
In dem felven jair op fent Lucien dach, do wart dat hilge facrament
us dem boime gebragen als men fente Silvefters houft! pleit 30 dragen
om bie alde ftat. ind dat dede men gode zo eren, dat de hilge Eirche ein 10
Nov. 10. houft erworven hatte op fente Mertins avent?: barom jo wart eme ouch
ber name Mertinus. |
In dem felven jair, dat jair us ind an, pratteve ver bufchof De-
berich op de ftat Collen. al8 der foufman vurwairde haven foulve in finre
heirlicheit, fo antworden de amptlube: ir here inwere neit baheime, fi 15
inhedden gein bevel?. it was allet gram, ind damit hoif fich der Friech
and. ind der bufchof Dederich zulde die vier furfurften® ind ben herzo-
gen van Gulche ind finen broder den greven van Morfjes, ind de haddent
onder fich de ſtat Coelne gebeilt?. der bufchof hatte mallich ein veil ge-
1. ſyden machen ve heren D. 6. groiffer truwen ind misdede dem hergogen vurß. In dem
felven maende up C?. 9. *u8 dem doime' fehlt C?. 10. ftat, umb dat de heilige C?.
13. pradde 02. ſoulde
Dee. 13.
fehlt D. 15. yr heren in weiren D.
erſt im 16. Jahrh. ſchreibende Lütticher
Chroniſt Suffridus(Chapeaville II, 111).
Vgl. im Uebrigen Rec. B ©. 64.
1. Wurde im Dom aufbewahrt. Ge-
lenius, De magn. Col. 239.
2. Die Wahl Martins V. fällt Nov.
11.
3. Die Streitigkeiten mit dem Erz⸗
bifchof betrafen hauptſächlich das Cölner
Stapelredht, die Einführung des „jechften
Fuders“, den Judenſchutz und die geift-
liche Gerichtsbarkeit (Racomblet IV, 134
Note). Dazu kam eine Menge Heiner
Differenzen. Schon 1417 beſchwert fich
die Stadt wiederholt (April 24, Mai 3,
Mai 15, Juni 9, Copienb. VI, 606 ff.)
beim Erzbifchof, daß fein Erbmarjchall
Arnold von Hemberg “dat huis Bacheim
ftarfer bevefte ind fterfe, dan id bisher
geweiſt i8’, dann liber Vorladung einiger
Tölner Juden nach Poppelsporf Juli 12,
Eopienb. VI, 748), Nichtzahlung der von
König Sigmund auf den Bonner Zoll
angemwiejenen 3000 Gulden (Oct. 2 ebend.
14. vurwairde ind geleive haven foulve in C2. verwairde D.
99a), forderte Nov. 1 Freigebung einiger
gefangen gejeßter Bürger (ebend. 1046).
Neue Klagen kommen im folgenden Fahre
hinzu. Vgl. Rec. C S. 116 und Ennen,
Geſch. III, 212.
4. Die Fehbebriefe kamen großen:
theils erſt Anfang 1419 an (Enmen,
Geſch. IIT, 232), Doch ging es ſchon wor-
ber am Rhein bunt genug her. Nur der
Erzbifchof von Trier erflärte bereits 1418
(ipso die b. Cosme et Damiani, Fehde:
reg. Bl. 1338) den Krieg, der aber durch
jeinen plößlichen Tod (Oct. 4) ein raſches
Ende erreichte (Copienb. VII, 348). Die
förmliche Kriegserflärung der Stadt an
den Cölner Erzbifchof erfolgte erft 1419
Yan. 26. Vgl. Rec. C ©. 119.
5. Bei der Zahl vier ift Dietrich ſelbſt
Piherechnet. Gemeint ſind Mainz, Trier,
alz.
6. D. h. den Bruder des Erzbiſchofs,
Friedrich von Mörs-Saarwerden.
7. Dieſen angeblichen Plan der Kur⸗
fürſten bezeichnet Ennen, Geſch. III, 111
D. 147
tirmpt: || dem einen de Marportze, dem anderen ſent Kunibertz, dem Bi. 200.
dirden ſent Severine ind dem veirden zer Erenportzen wart: des wairen
ſi vro. Collen wart is do wis: ſi inwolden is neit liden ind biſſen ſich
heirlichen dairus.
5 Datum anno domini 1418, tes eirften dages in dem merke, Do dede März 1.
der rait Colne ben Rin zopelen zo Beien, ind machden ein bolmwerf bi ber
Saltzgaſſen ind an ver Vifchporken, darom dat die Furfurften ind ver
bufchof geinen leger z0 Dutze inmachben, dat einich fehade daher herover
queme: want ver bufchof was mit ven Furfurften fo verre overfomen,
10 dat fi der ftat ir recht benemen wolven.
In dem felven jair, des maintages na fent Remeis!, floigen de Oet.3.
van Colfen ein bolwerf zo Duite mit hulpen des herzogen van dem Berge,
up bat ire ftat ind moelen verwart weiren vur macht der Kurfurften.
want de kurfurſten hatten fich alre dinge bereit ind ber greve || van Morſſe Br. 30..
15 ind der bufchof, ind folden Duite ingenomen haven ind ein bolwerf dar
gemacht. do die heren dat vernamen, dat Coellen Duite in hatte ind
machben dair ein bolwert, dat inwas in neit zo willen. ind ber herzich
van dem Berge leinde ver ftat fine groiffe buffe, ind men lachte fi op ven
warf bi die Viſchportze, dem bujchof ind finen broederen? ind ven fur-
20 furſten wederftant 30 doin, want fi der ftat ir recht benemen wolben we⸗
der goit ind weder ere.
In dem ſelven jair zoich de ſtat Coelne us wail mit 4 hundert man—
nen over Daim van Udisheim zo Bucelmunte3 ind branten eme huis
ind hof af, want hei inleis gein goit zo Collen komen ind dede it allet zo
25 Bunne of zo Nuiſſe voiren ind benam it der ſtat. ind hei hatte ver ſtat
1. dem eynen bit, dem anderen dat. Wollen braich ſijch doch eirlijchen dair uys C?. 7. Galtz⸗
gaſſen, ind dat geſchaich dairumb 02. 14. ind beſunder der C2. 15. "ind? dag zweite
Mal fehlt C2, 16. Duitze in hatte ind’ fehlt O2. 17. do woirben fij unvirdijch, ind ver
cr, 19. bufchof ind den heren wederſtant zo doin, as ſij deden, ind de ftat beheilt eren
willen. In dem C?. 23. Dysheym C? u. D. Berbeflert nach X 2940. 25. voeren ind
nam der flevde van Gollen ere lijfnaerunge. ind ver felve Dayın hatte C?.
Note wohl mit Recht ‘als eine der Schred- wir vele clagen vernomen hain ... we
gefialten. ..., mit welchen vor dem Aus: du die ghene bie uns veilen kouf jovoe
ruch gewaltiger Ereigniſſe die Phantaſie ren ind brengen ſeulden, weider deis kei—
des voltee ſich gewöhnlich herumträgt'. ren ind wenden, dat uns dat niet zoko—
jgden gleichen Tag nennt Rec. C men enkan'. Dann wird in jehr katego⸗
riſchen Ausdrücken eine befriedigende
2 Nämlich Graf Friedrich und June klärung gefordert. Noch 1416 Aug. 1
fer Walram, der weiter unten erwähnt ift. war er auf ein Jahr in ftäbtifche Denfe
3. Bocklemünd, Dorf 1—2 Stunden getreten (Ürf. im Stadtarchiv, nad) ei-
wetlid von Eöln. 1418 Det. 22 (Co- nem Berzeihniß von Ennen). Kurz er-
pienb. VII, 353) fchrieb die Stadt an wähnt wird die Einnahme von Bockle⸗
“Adam de Upisheim. Wiſſe, Daim, dat münd Re. C ©. 120.
10*
148
V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
zuldener menchen bach geweft ind ouch ir deinſtman ind hadde in menchen
penninf aveverbeint, ind dede ir bat weberumb mit willen des bufchofe
junber vebe.
BI. 30b.
|| Datum anno domini 1419, do wart be ftat Colne viant des bu-
ſchofs, darzo hei fi twank mit loeſer behendicheit 1.
In dem jelven jair zoich de ftat Collen vur Woiringen ind wonnen
bat dorp ind dat ſlos gerinklichen ind wonnen it ind branten it mit ein
af ind veingen alle ve ouch, de da up wairen, inb alle ve man des dorps,
ind moiften zofamen zo Collen in halden?. ber bufchof inkunte is gefei-
ven neit. ber furfurften fturven zwene op einen bach 3, der herzoge van
Gulche inwoulde ouch neit mit dem bufchof alleine vur die ftat, alfo dat
nieman vur Collen fomen enborfte, want ver ftroum ind bie vrie ftraifjen
wairen befloffen.
In dem felven jair wart dem herzogen van Cleve ein jonk fon ge-
boren®, den hoif uiſſer ver doufen bufchof ‘Deverich van Morſſe. des
jongen ſons was dem lande groiffe neit, om einen lantfreich zo verhuden.
Bl. sie,
| Datum anno domini 1420, do was ein groijfe ftervebe 5 30 Coel⸗
Nov. 11. len an den droefen: bat werde bis 30 fent Mertins mifjen.
Datum anno domini 1421 in dem aufte®, als is konink Wickbult?
3. alle vede C?, 5. bocfer D.
7. ſlos ind branten dat dorp ind venngen alle de manne
c2, 10. daich, mit naemen der bufchof van Maeng, der bufchof van Trere. ter hertzouch
Reynart van Guilch O2.
15. geboren genant Johan C’?.
*uiffer d. dv.’ fehlt D. 16. Jangen
kryech Bo behoyden D. verhuden. ind der felve fon was do dairnae des gangen geftiicht van
Sollen ir viant, a8 hernae gefchreven volget. In ven jaren und heren 1420 02.
C?. Segemont K 294b,
1. Die Kriegserllärung erfolgte 1419
Yan. 26, vgl. Rec. CS. 119. Einzel-
beiten über bie kurze Fehde. und die auf-
fallend genug übergangene Einigung
dur Erzbiſchof Otto von Trier bei En-
nen, Geſch. III, 235. Anfang Juli Hagt.
die Stadt ſchon wieder über Zollplade-
reien zu Zone, Dec. 20 muß fie fich bei
dem Schiedsrichter van overvaren bes
usſpruchs', deſſen man fie beichuldige,
vertheibigen (Copienb. VII, 686. 92b).
2. Bgl. Rec. C ©. 120.
3..Werner von Zrier 1418 Oct. 4,
Johann II. von Mainz 1419 Sept. 23,
letzterer aljo erft nach Herſtellung des
Friedens.
4. Geburt Johanns von Kleve fett.
Schüren (ed. Troß ©. 182) auf 1419
Febr. 16, die lat. Reimchronik Dagegen
unter 1418.
5. Vgl. Fortſ. des Jacob von Soeft
19. Wittult
a.a. DO. 215 und Rec. B ©. 64.
6. Der folgende Bericht ift ziemlich
confus. Im Herbft 1421 lief das Heer
der deutihen Fürften beim Anrücken ver
Hujfiten bei Saaz auseinander. Im No-
vember rückte Sigmund felbft bis in bie
Nähe von Prag vor, wurde aber auf dem
Rückzuge bei Deutſchbrod von Ziska An-
fang 1422 gejchlagen. Vgl. über biejen
unglüdlihen Zug und Dietrichs Bethei⸗
ligung bie Urkunden und Correſponden⸗
zen bei Balady, Urkundl. Beitr. zur Geſch.
bes Huſſitenkrieges I, 85. 98. 144. 158.
Aus dem rheinischen Stiftsgebiet erhielt
der Erzbiſchof Subfidien im Betrag von
3817 Gulden. Archiv für d. Geſch. u.
Statiftil des Vaterl. S. 212.
7. Gemeint ift natürlich Sigmund.
Vielleicht dachte der Ehronift an Witold
den Großfürften von Kitthauen.
D. 149
geichreven hadde jair ind dach alle criftenriche durch, alle princen, alle
furften, alle vrien, allen landen ind allen fteven om gelt, bat hei zoult
hedde zo geven damit dat hei ben Bemeren weberjtain mochte ind weberom
zo criftem gelouven brengen, bavan fi gevallen wairen in irronge, —
s eme inwart gein gelt gefant mit allen. do annam is fich der pais ind
ſante fine Farvenaile alle criftenrich durch ind dede verfundichen allen
pringen, heren ind furften, ritteren ind knechten, allen luden, vri ind los
alre ſunden, als of fi van der doufen fomen weiren, alle ven genen, die
op die Hoffen zogen ind den ongelouven ſtoirden. alſo zogen vil princen
so ind heren ind vurften ind der bufchof Deberich van Morſſe ind grumelich
volk uiffer allen fteben || ind landen, ind ouch de ftat Coelne heirlich ind Bl. 31b.
toftlichen. do fi dar quamen, fi daden groiffen ſchaden up dorpen ind
cleinen fteven ind landen ind floffen, ind verbranten vil volfs, ind na⸗
men bie finder us den wiegen ind ouch ander cleine findere mit ven voiſſen
15 ind worpen fi op bie alveren in bat vuir ind verbranten fi ouch mit. ber
bujchof van Collen ind ouch andere Furfurften ind ouch de miſſenſchen
beren ind me princen giengen bie wile 30 rade ind beilten dat coninfriche
van Behem: fo wat mallich warn, dat folve hei behalben felver, ind faegen
an ire girheit ind neit goß beinft!. bis wart ber feier gewar ind zurnte
20 fich fere over de heren ind fchreif in: weiren fi darom da, eine fin veder-
lih erve af 30 nemen ind 30 winnen, ind usweiren up ire girheit ind neit
in dem beinfte goß, fo inweiren fi eme neit willefomen. ind der konink
inwoulde neit bi fi. ind do wart bat vulk fere intjuft, ind die Hoffen
woirden i8 wis ber twiſt ind der zweiongen tufchen ven heren: ber eine
5 |woulte dat lant haven ind gewinnen, ber ander woulde it ouch haven, wı. 320.
ber dirde woulde it ouch haven. datuſchen baden die Hoffen den crijten
groiffen ſchaden ind erjloigen irre vil ind veingen irre vil ind baden in
groiffe martel an. die furften woirden bes keiſers van Ongeren? befor-
get, ind des paid genade gaf in allen orlof ind heifch de criften heim
»„ treden. die miſſenſchen heren bewiften fich zomail grois alle die zit, ouch
3. dem' flatt ‘ven’ D. 7. vrij los ind ledijch alfo as fy C2. 9. bie ungelouvigen €.
13. *cleinen’ fehlt C?. *ind landen' fehlt C?. 15. "ind verbr. fi ouch mit’ fehlt 02.
18. Byemeren D. 19. groiffe girheit O2. 21. erve af 30 wynnen ind uisweren 02.
23. *Hoffen’ fehlt PD. 24. wife ver zmeiunge: der eine (2. 25. "ind geminnen? fehlt 62.
27. daden in groiffen ſchaden ind martijle C?,
1. Diefen Plan erwähnt auch ein des Markgr. Albr. a (Ouellenfammt.
freilich bedeutend fpäteres Schreiben Gre- für fränk. Geſch. II)
gors von Heimburg an den Markgrafen 2. Sigmund, * auch König von
Albrecht Achilles von 1469: Colen was Ungarn war.
auch au tanz'. Höfler, Das kaiſerl. Buch
Bl. 32b,
150 V. E&ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
leiden fi den meiften fchaden van alle ven heren. die Hoffen twongen vil
lantzheirſchaft, ſtede ind floffe.
Datum anno bomini 1423, to wart den Soeben ir vurwert up-
gefacht binnen Eoelne ind usgewift zen ewigen dagen. tat quam alfo
30: eine jumme gelg gaven fi der ftat Goelne alle jair om ver ftat jchirm,
dem bufchof moiften fi ouch vil geven om fin ſchirm durch fin lant. do
zome leften, do fi dem bufchof fin gelt brachten, do claven fi dem bufchof:
ji moiften ver ftat ouch aljo vil geven, ind hedden it gerne afgefat. ver
bufchof || fchreif it der ftat ind fachte: de paffen ind ve Juden weren fin
ind woinden ind feiffen under fime regimente. bat gelt, dat die Joeden
geven ber ftat Coelne, dat gehoirte eme zo int it weir fin ind hei woulde
it ouch vort haben. darom woirben fi usgewift!. ver bufchof machde
groifje anfpraiche ind lachte fich zomail feir darweder: it inhalp in alfet
neit. fi jchreven zo dem keiſer, ind hei inhatte i8 ouch gein macht, over
Collen 30 gebieven ?.
Datum anno domini 1424, do lachte bufchof Deverich finen zol
van Lins zo Koninlöwinteren ? mit willen des heren van Heinsberch over
de armen lude, dat onrecht ind onrebelich was.
In dem felven jair dreif Deberich van Morſſe, bufchof zo Collen,
alfo vil vruntichaf mit jonter Gerart van Eleve, dat jonfer Gerhart vurß
usgeink Keiſerswerde ind lies den vurß bufchof ingain®. bat is dem beren
van Cleve grois onmoit, ind zorn den Cleveſchen alſo lange fi leven.
1. ſchaden' fehlt DL. 5. “alle jair’ fehlt C?. 6. ‘ne’ flatt ‘vo’ D.
den yoeden bynnen Coelne de onder ſyme regemente fayffen dat gelt D.
D. *over ve armen lude' fehlt C?. 19. dreif bufchof Dederijch alfo C*?.
in ven eleiffchen here als Lange ſy Ievent, da fint nei goit af inquam C’?.
9. den paffen ind
17. over vem arme
22. zorn was
1. Die Ausmeifung der Juden fällt
erft ind Jahr 1424. Im Auguft 1424 be-
zeichnet die Stadt in einem Schreiben an
den erzbifchöflichen Erblämmerer Arnold
von Hemberg, welcher durch dieſe Maß:
regel pecuntäre Nachtheile zu "erfahren
fürchtete, den Auszug als nahe bevorfte-
bend (Copienb. IX, 1452). Doc ſchien
der Krieg Schon Auguft 1423 vor der Thür
zu ſtehen (Xacomblet IV, 173). Ein ur-
tundlicher Beweis fir die von unferm
Berichterftatter erwähnten Gründe findet
fih nit. Vgl. Übrigens die gründliche
Darftellung bei Ennen, Geſch. III, 327 ff.,
fowie Koch. Chr. 295° und Beilage I,
BI. 906
2. Ueber bie Einmiſchung König Sig-
munds vgl. Ennen 332. Bei der Ver:
treibung der “faiferlihen Kammerknechte'
kam auch fein pecuniäres Intereſſe in
Frage: noch 1422 Oct. 28 (Copienb. IX,
452) beklagt ſich die Stadt, es ſeien Bo-
ten des Markgrafen von Baden erſchie—
nen, “die van weigen des roemſchen foe-
ninks des dirden deils van alre haven der
Joeden in unfer ftat gejeffen dem egenan-
ten marfgreven 30 richten gefinnent'.
Damals! und au im folgenden Sabre
(opienb. IX, 63b) wurde die Forderung
zurüdgewiefen.
3. Der Königswinterer Landzoll wird
erwähnt in Urkunde 1425 Mai 13. Las
comblet IV, 188.
4. 1424 Dec. 21 (Tacomblet IV, 183)
verfauft Gerhard von Cleve Graf von der
Mark dem Erzbiichof für 100000 fchwere
Gulden Kaiferswertb mit ſämmtlichem
Zubehör, vorbehaltlich Tebenslänglichen
— ⸗
v
15
DJ
v
D. 151
|| In dem felven jair in veme herfite was alfo grois wint ind fturm Bi. 33...
up ber fee, dat an Norwegen in bat lant geflagen wairen hundert ind
veirzich maftboume, des man nieme gevreifchet inbatte. do verloir mench
goit koufman fin goit, do erdrank mench man jonk ind alt.
s ‚Im dem felven jair vurziven hadde de vrouwe van Hollant eren
neven gecregen 30 eime elichen manne om vreven willen des landes, want
fi beide erven wairen 30 dem lande. do fi eine cleine zit bi ein gefailjen,
ir natuire inwoulde fi neit zu boufe dragen: de vurß vrouwe zoich in
Engelant ind firchde da des foninges broder van Engelant ! ind quam mit
10 dem manne ftarf ind mechtich in Henegauwe ind wolde vort in Brabant
ind in Selant, te lant inzonemen mit vem engeljchen manne. boch in-
boriten ft neit ind fi zogen heim. do hatte fi zwene levenviche man ge-
nomen up de lant ind beide lant gelircht zo ver ee.
In dem ſelven jair machbe fich bufchof Deverich jo vruntlichen mit
15 dem ftifte van Moinſter, dat fi finen brober || machben z0 eime bufchof?. BL. 330.
In dem felven jair tufchen fent Remeis miffen ind kirsmiſſen, do Ser. 2.
wart Eollen mit irme bufchof gejoint? ind gelich gemacht, dat lange
1. was alfo grois — jair vurziden? fehlt C?.
fehlt D. 9. kreich C2.
13. “ind beide — z0 der ee? fehlt 62.
flede verbonven ind maichven 62.
Mitbefites. Gerhard lebte mit Herzog
Adolf von Eleve, jeinem Bruder, der ihm
Kaiſerswerth 1413 übergeben hatte, in
beſtändigem Swift, befonbers weil Adolf
in Cleve weibliche Erbfolge einzuführen
firebte (vgl. Schüren ed. Troß ©. 167.
174). Daß fich durch diefen Handel das
ohnehin gejpannte Berbältniß zwiſchen
dem Erzbiſchof und Herzog Adolf (vgl.
!acomblet IV, 180. 181) noch verjchlim-
merte, ift leicht erklärlich.
1. Im März 1421 entwich Sacobäa
von Baiern nach breijähriger Ehe mit
dem ſchwachſinnigen Herzog Johann von
Brabant nad England. Hier erflärte fie
ihre Ehe für ungültig und bielt wahr-
Iheinfih 1422 Det. 30 Hochzeit mit
Humphrey Herzog von Glocefter, Bruder
des unterbeijen verftorbenen Königs Hein:
rich V. Alle Verſuche, Holland ihrem
Oheim Johann von Baiern mit englifcher
Hälfe au entreißen, blieben vergeblich.
Vgl. Löher, Jacobäa II, 105 u. 137 ff.
2. Die Wahl Heinrichs von Mörs
zum Biſchof von Münfter fällt 1424 Oct.
31; |. Ficker, Die Miünfterfchen Chroni-
12. heym in HSollant. do 62.
14. Dederijch van Morſſe C’?.
6. verdreis' ftatt vreden' C?. 8. fi’
levendige elijge manne C’*.
15. dat fijch de
fen des Mittelalter ©. 188 (1. Band ber
Gejchichtsquellen des Bisthums Münfter).
3. Erſt Diefe 1424 Dec. 9 (‘des nic-
ſten ſatersdages na unſer liever vrauwen
dach concepeio') durch Adolf Herzog von
Jülich-Berg vermittelte Sübne (Gr.
Priv.⸗Buch BI. 177) brachte eine defi—
nitive Einigung zwiſchen Coln und
dem Erzbiſchof zu Stante, da die durch
Erzbiſchof Otto von Trier 1419 getroffe-
nen Abmadhungen (vgl. Ennen, Geld.
Ill, 239) nur bis zu Ablauf eines 1414
durh König Sigmund zwifchen Stabt
und Erzbifhof auf zehn Jahre vereinbar.
ten Bertrages Geltung befaßen (vgl. ebd.
252). Ueber die Streitigkeiten in ber
Bmifchenzeit |. beſonders Ennen a. a. O.
251. Auch die alten Fragen über die erz-
bifchöflichen Gerichtsrechte waren wieder
angeregt worden: 1423 Dec. 20 benach⸗
richtigt der Rath den Erzbifchof, er habe
feinen Greven zu Thurm gehen geheißen,
weil er fich wider Freiheit und altes Her-
fommen ber Stabt vergangen babe (Co⸗
pienb. IX, 1058). er Schieb vom
9. Dec. verbreitet fi) hauptſächlich über
BL. 348,
Bl. 34b,
152 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts. -
tuſchen in beiden geftanden hadde mit fwift ind mit has ind nibe, bat fi
bes op jeder ſiden usgeingen, ind quait valſch rait ducke ind menchwerf
bairin gedragen wart 30 beiden fiten. ouch fo nam der bufchof finen
broder jonfer Walraven mit in die felve foene, want hei ouch ein bejon-
ber viant was ber ftat Coelne om des buſchofs willen, ind der bufchof 5
ſoulde deſe vede ſins broders afpoin ver ftat. do was jonker Walraven
400 gulden zogedadinget vur fine anjpraiche. de intfeint der bufchof
in fulcher maifjen, bat hei dat felve’gelt fime broder geven ſolde ind ve
vede ber ſtat afdoin, ind vort achter dem vage fo infolde fich der bufchof
ber ftat neit me kroiden, ind ſoulde fi laiſſen fiten in irme alden rechte, 10
alfo hei fi vonven hatte onder bufchof Frederich ind ouch als hei in vur
geloift ind gefworen hadde 30 laiffen || ind 30 halden, e hei bufchof woirde.
ind de vurß foene wart gelefen vur dem bufchof ind vur alle finen vrun-
den ind vur alle ven genen bie defen breif ſoulden fegelen. de vurß ſoene
moiften zwene burgemeifter der ftat Eoelne dem buſchof z0 den Hilgen 15
jweren, de foene vaft ind fteve 30 halden. der bufchof moifte tat jelve
ouch ſweren vur alle ven luden, de vurß foene vafte ind fteve 30 halden
30 ewigen dagen. vort fo was gebabinget, dat bat capittel geinen prela-
ten noch geinen bufchof confermeiren infolen, noch de ritterfchaf der ftift
in neit intfangen infolen noch dat lant updragen, noch die ſtede der ftift 20
infoulden in ouch neit intfangen noch de ftat Coelne, hei inhave eirſt 30
ven hilgen gejworen, deſe vurß foene vafte ind ſtede zo halden 10 jair
lanf na dode bufchof Deverich van Morſſe. dit hait befegelt ver bufchof
van Collen ind ve ftat Coelne ind dat capittel van dem doim ind de houft-
ſtede des geftifts ind de gemein vitterfchaf, ind fint der ftat Coelne her⸗ 25
vur goit. vort fo 18 gedadinget: of einich ongelucke herin breiche, || darzo
fint pri man gefat van des bufchofs wegen ind pri man onfer burgere:
of i8 de neit eins inkunten werden, jo is it gefat an de ftat van Dort-
2. "ind menchwerf' fehlt C?. 3. dairin gebr. wart? fehlt D.
7. de’ fehlt D. bufchoff ind in fulcher D.
hette ind bufchoff worde C2.
c? 23. dode' fehlt D.
25. das zweite "ind? fehlt (2,
‘30 beiden fipen’ fehlt Cz.
10. fy eme layffen. D. 12. ee he ſy vonden
15. dem bufchof’ fehlt 2. 18. *uplaten’ flatt “prelaten’
24. houftfteve ind ver geftyft D. Houftfleve in dem lande C’=.
23. ‘wer? ftatt werden' D.
Gerichtsbarkeit und Burgbauten, eine
und den Klaufeln betr. Anerkennung ei-
Entſcheidung in der Sudenangelegenbeit
nes neuen Erzbiſchofs durchaus Keine
fällte Herzog Adolf erft drei Tage ſpäter
(deß dinstags up fente Lucien avent,
Weyden, Geſch. der Juden in Cöln 394).
Was unfer Ehronift über den Inhalt der
Sühne jagt, ift meiften® vichtig, jedod)
ift in ihr von Junker Walram von Mörs
Rede. Wörtliche Mebereinftimmung, bie
fich bei der durchaus urlundfihen Sprache
unferes Berichts erwarten ließe, findet
fi nicht. Die Garanten der Sühne find
richtig angegeben. Vgl. Beilage I, BI.
gie,
D. 153
munbe! up Eoft ind ſchade fo wes de fehoult weir. dit brach der bufchof
alſo vort ind heilte de 400 gulden, de hei intfangen hatte fime broder 30
genen, ind ingaf der eme neit ind lies den noch veven up be ftat Coelne
me dan echt jair lan, da vil verbreis af quam.
5 In dem jelven jair zoich der herzoge van dem Berge in dat lant van
Bair ind gewan des lang vafte, ein veil geingen eme ouch in de hant,
ind fi hadden in leif. ind hei reit nachg flaifen in ein nunnencloifter:
ba wart hei verraden van fing jelfs luden, ve in fanten ind de hei vur-
ziden in fime lande verdreven [badde] om ir misdait: de veingen ? in ver-
so foichten den herzogen dem Tarbenatl? der dat lant inhatte. da lach hei
gevangen over ein jair, bis fin fon Noprecht moifte fomen, ind moifte
des lantz usgain zo ewigen bagen mit ſime vater ind barzo groifje ſchetzonge
geven. .
| Datum anno domini 1425, alfo als Johan van Beieren bufchof wr. 35..
15 30 Lutge ingeine miffe doin inwoulde noch preifter werden, tarom fi ftre-
ben, bat der Lutger mench 1000 doit bleif. dit ftoint do ein zit, dat die
Lutger eme weber mechtich woirden: do zoich hei dan in wart romart des
lantz van Hollant 10 jair lank, ind machte ouch bat eme vergeven wart
up deſen vurß datum 25 *,
20 In dem ſelven jair z0 fent Johans milfen, do ftoint der bufchof van Yun. 24.
Sollen alfo wail mit dem berzogen van Cleve, dat ber vurß herzich bu—⸗
hof Dederich vil gelg leinde up Berk ind me lant, ind leinde eme goit
alt gelt mit dem gewichte: alſo goit ind fwair gelofve it eme der bufchof
4. 8 ganger iair C2. 8. ind be vurtzijt uis ſyme lande gebreven waren van ere miffvait C*,
9. hadde' fehlt D. 11. moiften C?, 12. *mit fime vader' fehlt C’2. 14. 1435 D.
15. damit dat ſy fir. C?. 17. eme 30 mechtijch waren C?. hey de in D. be do ynnewart
des lang C2. 19. 35D. 23. gult C?.
1. 1425 Juli 27 verpflichten ſich Bür⸗
germeiſter und Rath der Stadt Dort-
mund, das Schiedsrichteramt getreulich
zu verſehen. Gr. Priv.⸗Buch 1806.
2. Die Gefangennehmung Herzog
Adolfs von Berg (vgl. oben S. 62. 145)
muß fpäteftens Anfang 1422 gefett wer-
ben, da fie Schon in einer Urkunde vom
6. April d. 3. (Lacomblet, Urk. 1V, 161)
erwähnt wird. Lacomblet (Archiv IV,
322) bezweifelt auch, was unfer Bericht
über die Art feiner Gefangennehmung
fagt, da es in der eben erwähnten Ur»
kunde heiße, er jei ‘nebergezogen ind ge-
fangen’ mworben; beide Angaben vertra-
gen ſich aber ganz wohl mit einander.
3. Ludwig Earbinalbifchof von Cha⸗
lons, des verftorbenen Herz0g8 Andewart
(Eduard) von Bar jüngerer Brupder.
4. Diele Angaben find durchaus ver-
wirrt. Johann von Baiern verzichtete auf
fein Bisthum Lüttich — er hatte den welt»
lihen Stand noch gar nicht verlaffen —
1418, vermählte fih mit Elifabeth von
Görlitz und entriß feiner Nichte Jacobäa
Holland unter hartnädigen Kämpfen.
1425 Yan. 6 flarb er an den Folgen bes
ihm angeblich auf Beranlaffung feines
Gegners, des Herzogs von Öloceiter, bei⸗
gebrachten Giftes. Vgl. Rec. B ©. 65
und Löher, Jacobäa II, 159 ff.
154 V. Edlner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
weder zo geven. do it do zo ber bezalingen quam, bo woulde ber bufchof
geven gulden om gulven, gult om gult. des inwolde ber herzich neit,
bei wolbe fin vur usgedadingde fachen gehulden haven!. darom ver bu-
81.35. {hof wart wife der oneinbrechticheit mit dem herzogen varı Eleve || ind
jonfer Geirart varı Eleve fin brover. da geloifve der bufchof dem jonferen s
. van Eleve dat lant van der Mark zo leveren, ind verbonden fich zofamen,
bem vurß herzogen van Eleve fin lant anzowinnen 2. alſo wart dem bu-
ſchof Keiferswerbe. do zoich Dederich van Morſſe, ertfchbufchof 30 Collen,
over den goiden herzogen van Cleve mit jonfer Gerart van Eleve int
jonker Roprecht van dem Berge, ein herzoge van Lotringen, ein bufchof 10
van Mainge, ein greve van Sarwerben, ein jonfer van Vinftingen, ein
greve van Kiffenberch, ein greve van Bitſch, ein greve van Lichtenberch,
ein greve van Kaenellebogen, ein heirſchaf van Cronenberch, ein here
van Dieſt, ein greve van Soltz, ein grebe van Wede, zwene greven var
Iſenburch, einen greven van Volmensheim, ein herzich van Saffen, ein ts
berzich van Lunenburch, ein herzich van Brunswich, ein bufchof van
Munfter, ein bufchof van Zreir, ein jonker van Munſchauwen, einen
Bl. 36°. greven van Gereftein, einen jonferen van ber || Sleiven *, einen jonferen
4. do wijſe wart (2. Cleve ſyn Iant afzowynnen. alfo wart C?.
jogen’ D. 8, ertſchb. 320 C.' fehlt C?.
Bidtz 02, verbeflert aus X 296b.
v. W. cz 17. Montzauwen 62.
1. Nach Schüren ed. Troß S. 183
verpfändete Erzb. Dietrich ungefähr im
Jahre 1420 Rheinberg für 17000 Gulden
an den Herzog von Cleve, ohne daß dies
als Grund der ſpätern Streitigkeiten an—
geführt würde. Bei den Sühneverhand-
lungen Anfang 1426 (Lacomblet, Urf.
IV, 208 Note) erklärte ber Herzog, Die-
trich habe Rheiuberg bereits während ber
Krankheit feines Vorgängers Friedrich III.
für 27000 alte Schilde verpfändet. Da-
gegen behauptete Dietrih, dieſe Verab-
redung fei nicht zum Vollzug gelommen,
“funder fie giengen darnach, als er zu
ſinem fifte komen was, ein ander teibinge
an, darumb er berzog Adolfen 33000
gulden oder dabi abetete gein den erja-
men dechand und capittel vom Dome zu
Colne'. Wahrſcheinlich wollte allo ber
Herzog die erftere, Der Erzbilchof die zweite
Abmahung als gültig betrachtet wifjen.
2. Das Bündniß fam 1124 Dec. 20
zu Stande (Lacomblet IV, 181). Nach
Beendigung der Fehde, am 23. Oct. 1425,
ſprach Erzbifhof Dietrich mit Pfalzgraf
T. Vonckeren' ftatt "ber:
12. here' ftatt des erften *greve? C?. His D,
14. Soul, eyn greve van Niuffaume(fo!), eyn gr.
Ludwig als Schievsrichter dem Junker
Gerhard die Grafſchaft Mark zu (Lacom-
blet IV, 200), vgl. auch die Klagefchrift
Herzog Adolf von 1446 (eb. 328).
3. Diefe ftattliche Reihe von Bundes:
genoffen läßt fi, wie bereit8 Lacomblet
(Archiv IV, 322) bemerkt, nur zum Mein:
ften Theile aus Urkunden nachweifen.
Sn der Koelh. Chron. 296b kehren bie
gleihen Namen mit geringen Aenberuu-
gen wieder. Ende 1424 hatten fich bie
Stadt Dortmund, Herzog Adolf von
Sülich «Berg, deilen Sohn Ruprecht und
Erzbiſchof Konrad von Mainz der Eoali-
tion gegen Adolf angeihloflen (Lacom-
blet, Urkb. 180 u. 181 Note). Die Er:
wähnung des Herzogs Karl von Lothrin⸗
gen läßt vermuthen, daß unfer Chronift
die Streitigfeiten von 1425 und die übri-
gens gar nicht erwähnte große Fehde von
1427 zufammenwirft (vgl. Schären ©.
196 und Racomblet IV, 212).
4. Monjoie, Gerolftein, Schleiden in
der weſtlichen Eifel.
155
van Nifferfcheit, einen bufchof van Lutge ind finen broder einen jonteren
van Heinsberch 1, ven greven van Blankenheim, einen greven van Zegen-
beim, einen bufchof van Wirtzburch, einen greven van Virnenburch, ind
alſo vil ritter ind fnechte van goider art, dat men leverde alle vage 2000
s geleien, ind 4000 goider burgere ind dorplube, ind 500 herwagen ind
me dan 1000 bloiſſer gefellen? de naleifen: ind lagen ba in dem lande
van Dinslachen vier dage ind nacht 3. doch do jonfer Gerart van Eleve
fach, bat fin veberlich erve aljo gar verheirt ind verberft was, do lies hei
it, ind it wart geſoint. ind do ver bufchof heim was, do inhielt der bu-
jo ſchof! der foinen neit. umb bes ritz willen ind den vit den der buſchof
up die Hoffen dedes, verfatte hei fing Tank vil, ind finre lude woirden
ein deil darom verberflichen.
In dem jelven jair 30 fent Jacobs miffen fat ein rait Coelne al gelt Iut.25.
af, gult ind filver, mit willen ver kur- furften. ber overlentfchen gul- 8. 36%.
15 den plach 30 gelden 20'/, albus, de was fomen up 221/, albus, dat wart
weder gefat up 20'/, albus. ein Deventer gulden was fomen up 19 al-
bus, de wart gefat up 17 albus. item ein hollang fehilt, ver da galt
201/, albus, ver was fomen up 23 albus, der wart weber gefat up 201/,
albus, ind die wispenninge woirden vur 11 morgin gefat®,
1. "einen jonk. v. 5.’ fleht in DC? Hinter ‘ven gr. v. Blanfenhein!.
4. 200 geleien luytz C?.
8. "verbrant? ftatt verderft' C’2.
15. 22/2 flatt 201], C2.
D. 17. ‘ver da galt 20'|2 albus' fehlt 62.
Zeghenauwen €?.
nacht ind branten 02.
verberffliich C2.
1. Biſchof von Lüttih war damals.
Johann von Heinsberg, daher die Um-
ftellung.
2. Dieje Stelle lehrt, jedoch nicht in
allen Hſſ., wörtlich bei Bartholomeus
von ber Lale, Geſchichte der großen Soefter
Fehde (Seiberk, Quellen II, 265) wieder.
3. Die Fehde brach nicht vor 1425
Mai 14 aus (Schreiben des Erzbifchofs
an Herzog Adolf, Lacomblet, Urk. IV,
189), Juli 9 (ebend. 194) war fie beveits
zu Ende. Aufang des folgenden Jahres
(ebend. 205 ff.) brachte der zum Schieds⸗
tihter gewählte Pfalzgraf Ludwig einen
Theil der gegenfeitigen Anſprüche zum
Austrag, was aber den Wiederausbruch
des Krieges 1427 nicht verhinderte.
4. Umgelehrt fchiebt die Koelh. Chr.
2972 dem Herzog von Eleve ven Friedens⸗
bru zu. Dgl. auch Beil. I, Dt. 928:
dominus dux Clivensis non servavit
pacta.
2. Blankenberch D.
7. vur' flatt 'van’ D.
11. fone lude woirden eyn
16. 29
6, 10000 €.
‘de was — 2212 albus' fehlt C®.
19. haller' ftatt morgin' C?,
5. Um Geld für den Huifitenzug zu
erhalten, verpfändeten Erzbifchof und Ca⸗
pitel 1421 Juli 2 Herjel für 4000 Gul—
den. 1422 Sau. 28 bewilligte pas Eapi-
tel zu Einlöfung der Pfandſchaften ein
Sechſtel der Einkünfte des Diöceſanklerus
(Xacomblet IV, 156 u. 159). Weber die
klägliche Finanzwirthſchaft des Erzbiſchofs
vgl. beſonders Ennen II, 419. Sehr
inſtructiv ſind die Rechnungen des Rent⸗
meiſters Johann up dem Grave 1418 —
22, Archiv f. d. Geſch. u. Statiſtik des
Baterl. 178 ff., wo auch Verzeichuiſſe der
verpfändeten Koftbarfeiten.
6. “Der Münzreceß vom 12. Juni
1425 fette den Feingehalt des Gulden
auf 19 Karat herunter, und in Bezug
auf das Gewicht wurde beftimmt, daß
100 Stüd 11/2 Marl wiegen fellten. Der
Goldwerth betrug danad 2 Thlr. 16%,
Ser.’ (Ennen, Geſch. III, 892, vgl. ebd.
896). Schon 1422 beklagte fich Die Stabt
Febr. 24.
BL. 378,
Sept. 8.
156 V. Cölner Jahrbücher bes 14. und 15. Jahrhunderts.
Datum anno domini 1426, to ftoint der bufchof ind ver herzoge
van Berge zomail wail zofamen na dode herzich Reinark van Gelre, aljo
bat de vurß heren einen vont vonden, bat fi de vrauwe van Gulche ind
van Gelre gaven dem ſone van deme Berge Roprecht z0 eime elichen
wive!, der da irs vurmans neve was, ind ber bufchof gaf fi beite zo
houfe. dit preif herzich Ailf van dem Berge barom, dat fi des lan van
Gulche mechtich woirden, ven Gellerjchen 30 weberftain. ind te vurß
bruloft wart gehalven zo Eollen in ber vaften up jente Mathis dach offen-
bair, ind men hoeffeirbe mit piffen ind || mit bungen, enweir it ouch vaft-
avent geweſt. zo ber felver bruloft quam eins foninges fon van Porti-
gal, om de hilge dri coninge 30 beſchauwen, ind hei hoifde mit.
In dem felven jair reit bufchof Deverich van Morſſe wail mit 400
geleien in dat lant van Eleve? vur ven vrien ftoil intgain ven herzogen
van Cleve, einen ritterlichen dach mit eme 30 halden, irs Frieges ein ende
30 machen. ver herzoge inquam neit ind lies ven bufchof groiffe koſt
briven, gelt ind goit verzeren.
In dem felven jair in dem evenmainte op onjer liever vrauwen
bach, do dede der rait Eoelne be joevenfchole wien in ere onfer liewer
prauwen 3, de da hadde geftanden in der Joeden hant 14 jair 400 jair *.
u
ws
0
up ven vurß onfer liever vrauwen dach hielt men homifje in der capellen. 20
do gefchach groiffe wirmunge, do wart mench minjche gevirmet jonk
3. eynen gueben vont C2. Guilche hertzouch Roeperg fon hertzouch Ailif gaeven fy zofamen
30 cyme elijgen wijve, ind der hergouch Roepert vurß was eyn neve wilne hertzouch Reynarg
vurß C2. 9. "ind mit b.’ fehlt C?. ind were it ouch geweilt 30 vaftavent C?. 18. ee
goß ind unfer C2. 19. hant.aen 14 jair 400 jair C2.
mond für feinen Sohn Arnold die Bor:
wieberholt über ben Schaben, den fie bei
ber allgemeinen Müngverwirrung beſon⸗
der8 durch Speculationen benachbarter
Fürſten in fchlechter Scheidemünze erlitt
(Copienb. IX, 3a, 27a, 378). 1423 Oct.
4 regte fie bei ven Kurfürſten den Gedan⸗
fen einer Münzconvention an, bie denn
auch 1425 zu Stande kam (ebend. 98b).
Einige. Jahre fpäter freilich führte fie
beim Erzbiſchof Schon wieder Klage, daß
er auf 11/9 Mark 101 ftatt 100 Gulden
präge (Copienb. XI, 90). Bgl. auch Die
nicht ganz übereinftimmenden Angaben
Beilage 1, Bf. 928.
1. Nah dem Tode Herzog Rainalds
von Jülich-Geldern (1423 Juni 23) hatte
Herzog Adolf von Berg die Huldigung
von Fülih, Dagegen Johann von Eg-
mundſchaft über Geldern und Zütphen
erhalten. Durch die Heirath feines Soh-
nes mit ber kinderloſen Wittwe wollte
Herzog Adolf die Verbindung Jülichs mit
feinem Haufe befeftigen, ſ. Lacomblet,
Archiv IV, 239 ff.
2. Wahrſcheinlich ift ftatt deſſen Mark
einzufegen. Vgl. ven lateiniihen Text
Beilagen I, BI. 92b. Koelh. Chron. 2978
hat ebenfalls Cleve', wo e8 aber keine
Freiftühle gab.
3. Nämlich am Tage Mariä Geburt,
Sept. 8. Vgl. Rec. C ©. 122.
4. Entiprechenb ber Verſchiedenheit
unſerer beiden Hſſ., ſchreibt die Koelh.
Chron. Bl. 2972 ‘414 jair alias 386’.
Weyden, Gefch. der Juden in Cöln 246
In dem felven jair in dem ſomer zoich bufchof Dederich van Morſſe! 81. sro.
D.
157
in Saſſen ind machbe da ein foene tufchen dem bufchof van Bremen ind
tufchen dem herzogen van Saffen?. in ver felver foiningen woirden de
heirfchaft eins, mit namen ein herzich van Brunswich? ende ein herzich
s dan Saffen, ind noch dri groiffer herzogen 4, ind ver bufchof van Bre-
men, ind ber bufchof van Ofenbrud, der bufchof van Hildesheim, ver
bufhof von Moinfter. der felve bufchof Heinrich van Moinfter fante
ben vurß beren zwei hundert ritter ind Inechte, de beften usgeleſen in fime
lande. ind deſe vurß heren fteiffen 30 houfe me dan 1000 geleien, ind
10 da onder wairen me dan 500 goider ritter ind knechte ind heren, ind
reten mit ein in Breislant, ind de Vreiſſen woirden irre wis ind ver-
brenfven ji wail half, ind de anderen vluwen alle beim.
Datum anno domini 1427 zo criftnacht wairen 30 Collen fomen Der- 25.
zwene man van ber Na mit winen 5 in hadden ir wine gemacht int ge«
15 pelfchet up ben brunft ind op de varwe. ind fi hadden ber || wine alfo St. 35".
vil verfouft ind ven foufman bevrogen damit. ind man wart is wis ind
veink die zivene man mit bes felven wins wait 7 ſtucke. umb beven willen
der heren lies men in bat (if, ind men brante fi 30 beiden baden ind
ouch in dem naden, ind man ſloich fi mit roden 30 der ftat us, ind man
2 richde over den win.
Ind darna kurtlichen in angange des mertz, do hadden ever manne
6. ‘ver b. v. M.' fehlt 02.
dritte *ind’ doppelt D.
denkt an den Bau einer Synagoge nach
der großen Verfolgung von 1096. Dazu
aber paßt weder die eine noch die andre
Ziffer.
1. Beim Einritt Biſchof Heinrichs
von Mörs in Münfter — wahrſcheinlich
1426 San, 31 — waren bie Erzbiſchöfe
von Trier, Coöln und Bremen anweſend.
Ficker, Die Münfterfhen Chroniken des
Mittelalters 190.
2. Nah Rynesberch's und Schene's
Bremiicher&bron. (Rappenberg, Geſchichts⸗
quellen des Erzftifts und der Stabt Bre-
men S. 150) brach die Fehde des Erz-
biſchofs Nicolaus von Bremen mit dem
Herzog von Braunfchweig-Lüneburg 1425
aus. Weber Vermittlung des Erzbiſchofs
von Cöln ift mir nichts befannt.
3. Die folgenden Angaben finden fich
zum Theil wörtlich auch in der Münfter-
ſchen Chronik des Zeitgenofjen Arnd Be-
vergern (Fider a. a. O. 246). Der latei-
8. dem? flatt ‘pen’ D.
19, "mit roden' fehlt C2.
11. eme' flatt *ein’ D. 16. das
21. ever zwene menne C.
nifhe Tert (Beilagen I, BI. 92b) zeigt
einige Abweichungen.
4. Arnd Bevergern bat beſcheidner
und jedenfalls richtiger “mit noch bren
landesheren'. Ficker erhebt (a. a. DO. 246
Note) begründete Zweifel, ob alle viele
Fürften an dem frieftichen Feldzug theil⸗
nahmen : bie friefifchen Ehroniften (Ubbo
Emmius und Beninga) wie bie bremi:
ſchen Chroniften nennen außer Erzbifchof
Nicolaus nur einige norbdeutiche Grafen.
Die Schladht, in welcher Die Friefen un-
ter Focko Ulena das Heer des Erzbijchofs
vernichteten und ihm feldft gefangen nah—
men, fand Ende October zu Detern ftatt.
Bol. Wiarda, Oftfrief. Geſch. I, 428.
5. An diefer Stelle hat der fonft über-
einftimmenbe lateinijche Tert (Beilagen I,
Bl. 932) den Zuſatz: et dicebantur esse
vicini, quasi Colonienses, quoniam de
fiuvio qui dieitur Na hec adduxerant,
März22,
Bl. 3$b,
März30,
Bl, 398,
158 V. Edluer Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
van der Na vil wine 30 Collen bracht, de fi gewelfchet ind gemacht hatten
up den brunft ind up de varwe ind ben koufman damit feir bedrogen.
der wine frei man 30 Collen 36 ftuce, ind men voirte Die felve wine
uiffer Collen up dat wert inb men floich fi alle 18 ind verbrante de vas,
als men ouch den vur winen dede. it was ein vol jair, bat in ber win;
wenich gelt galt. ve man watren gevlouwen.
In dem felven jair in dem merk op onfer vrouwen avent des faters-
bages davur!, in der nacht zo 9 uren, do hoif fich || ein weder alfo vurich
ind alfo grois mit bliren ind mit donren, als weir it ouch in dem aufte
geweit, dat alle dat vulf erweirt wart. mar lachte am geſainde wuſche, 10
men intfengede onfer vrouwen ferte, men lutte in allen firchen wail ein
ure lanf intgain dat weder. 30 der felver zit do hadden die vifcher einen
bolchen gevangen, de was wail ein huis grois: der bolche ver intwant
al van dem weder, ind fi motjten in weber in dat waſſer werpen.
In dem jelven jair 30 balfvaften, do bekummerde ein rait Coelne 5
ven Gelferfchen ir goit ind ir fchif in dem Nine, darom [bat] fi ver ftat '
Sollen ir viant uphielten, mit namen jonker Walraven van Morſſe bu:
ſchofs Dederichs broder. ind ver bufchof hadde finen broder mit gefoint,
boch darinbinnen de heirjchaf ind de mechtichen in dem Gelrelande hielten
in darboven up, ind nam ber ftat Coelne ir burgeren ir have ind ir goit, %
banaf fi vur namen allen zol ind al Tantrecht onverzait ind onveriwarnt?.
barom ein || ftat Colne gefchreven hadde me dan pri jair lank omb ve ge-
walt ind ongenabe, die tren burgeren gejchiet weire: fi inwolden is aljo
neit verloren haven, fi gejonten vruntliche vage mit in 30 leiften, ind fi
7. *in dem merp’ fehlt D.
ter? ftatt bolchen' O2.
19. der heirfchaf D.
8. davur' fehlt 02. 10. gewijde wijſſche O2. 13. blech⸗
16. ‘ven Gellerfchen? fehlt 02. dat' fehlt, ergänzt aus X 297b.
1. Wegen bed Datums vgl. den Ia-
teinifchen Text Beilagen I, BI. 938.
2. Sp ſchreibt Die Stadt bereit 1424
Juli 31 (Eopienb. IX, 1442) dem Herrn
von Egmond und ben vier geldriichen
Hauptftädten, Junker Walram von Mörs
— ber auch nach der Sühne zwiſchen fei-
nem Bruder Erzbilchof Dietrich und der
Stadt (1424) die Feindfeligfeiten gegen
letztere fortgefettt hatte — habe auf der
el im geldrifhen Land ein Cölner
hiff weggenommen, ‘wiewail bie felve
Iude ind gut an zwei zoellen bes lan
van Gelre ..... getoldt hadden'. Weber:
haupt bilden die Vorftellungen über Ver⸗
tehrsbeläftigungen und offenen Raub in
Geldern, fowie über Unterſtützung Wal:
rams in gleichen Uebergriffen einen ſte⸗
henden Artikel in ben ftädtifchen Corre⸗
ſpondenzen jeit 1424. Ende Sept. 1427
fam es zu einer Einigung zu Brügge
(Eopienb. XI, 11), dann beginnen wie
der die alten Klagen, ein neuer Tag
wurde von ben Geldrifchen gar nicht be
jucht. 1428 brachte Graf Friedrich von
Mörs eine Sühne zu Stande und legte
dem Herzog eine Geldſumme auf, die
biefer aber zu bezahlen ſäumte (Copienb.
XI, 83). Weber die Repreffalien, zu de:
nen fi der Rath nach langem Zaubern
entichloß, vgl. Ennen, Geſch. III, 254.
D. 159
inleiffen fich bes neit angain bis alfo lange, dat de ftat Colne dat vurß
befummerbe goit 30 gelve brachten ind befachten: ven burgeren iren ſcha—
den, den fi van den Gellerfchen intfangen hadden ind ouch van jonfer
Valraven van Meorffe.
5 In dem felven jair vur palmen, do hatten die fcheffen Heimelichen Apr. 13.
gedangen ber ftat burger, mit namen genant Heinrich Theus, ind was
ein vurfprecher des hoegen gerichtis!. des anderen dages folden fi in
rihten om has ind overmoit. der rait der ftat Colne wart is gewar ind
verboit ben jcheffen dat gerichte, ind befanten die fcheffen ind verhoirden
10 fi, jo warom fi der ftat geboren burger alfo heimelichen doeden wolten.
bo vant man, bat it was has ind nit. bo nam ber vait den ſcheffen af be
gewalt ind den homoit, dat fi geine geboren burger vangen inmoiften
noch folteren noch doeden, fi inhaven eirft orlof varı || dem rade, dat der Bi. 3er.
ftat Eoelne ind der gemeinden ere ind lif nuß fin fal alfo zo ewigen ba _
15 gen 30.
In dem ſelven jair in der farwechen ftarf der herzich van Brabant ?,
dem fin wif intfaren was in Engelant ind hadde da einen anderen man
genomen. do zoich ver herzich van Burgonien 3 in Hollant ind gewan
ber vurß vrouwen af Hollant ind Vlainderen ind Selant mit groifjen
2 kriege, ind deden darumb mench hundert man iven lif verliefen, e it 30
joinen queme ind 30 eime goiden ende. alſo quamen de lant in de hant
van Burgonien. doch ftointen fi eme 30 erfterven, want de vraume hate
fi eme intfirnt mit dem valfchen hilfich in Engelant. darom warn hei ir
dat lant af ind ir Kifzucht.
2 In dem jelven jair beftoinden bie oifterfchen ſtede ind greve Hein-
rich van Houlften 30 kriegen intgain den Toninf van Deinmarfen* ind
4. ind van den Morſſen 02. 6. mit namen? — "gerichtiß’ fehlt D. 13. noch doeden?
fehlt C2. 14. "ind der gemeinven? fehlt O2. ſal' fehlt D. alfo lange bij 30 den ew. d.
2. 17. anderen' fehlt 02. 20. kraeche ind veren, dairumb dat manych Hundert eren
lijff verloren edit C?. 25. oyſterichſchen D, vifterlinge O2, Defterfichen X 298.
1. Der im April und Mai 1427 ſpie- donnerstag (April 17) 1427. Löher, Ja—
lende Proceß ift ausführlich erzählt bei cobäa II, 369.
Ennen, Geſch. III, 375 ff. nach einem 3. Die Einmifhung Philipps von
gleichzeitigen Bericht (Lib. registr. senat. Burgund in die holländischen Augelegen-
1, 136). 1434 finden wir einen Raths⸗⸗ heiten hatte jehon lange vor dem Tode
beihluß, der ven Schöffen erft dann er- Herzog Iohanns begonnen. Erſt 1428
faubt, einen Bürger wegen Meineids unterwarf fi) Jacobäa nach verzweifelten
‘anzutaften’, wenn fie order beim Rath Kämpfen einerBereinbarung, die ihr den
um Erlaubniß eingelommen wären (Lid. Titel und ihrem Better Philipp die Macht
reg. I, 130b). ließ. og. Löher, Jacobäa II, 452 ff.
2. Herzog Johann von Brabant, Ge- 4. Schon 1426 erllärten die wenbdis
mahl Jacobäa's von Baiern, ftarb Grün⸗ chen Hanfeftäbte, welche nur von Ham-
" Bl. 40b.
160 V. Eölner Jahrbücher bes 14. und 15. Jahrhunderts.
ftreden in Norwegen, om bat hei in finen fteven ind in finre heirlicheit
Bl. son. ir goit lied nemen, danaf hei || finen tol ind alle fin lantrecht hadde. ind
deſe vede ftoint 4 jair lan. ind deſe vurß oifterjche ſtede drungen ben
foninf darzo, dat het mit in foenen moifte. bat it alfo lange ftoint, dat
breif ein rait van Lupge, be hatten groiffe vruntſchaf mit dem Toninge. 5
der rait van Luptge was verdreven ind ber konink hadde in mit groiſſer
vruntſchaf weder ingehulpen 1, ind bat was de vruntichaf. ind aljo zogen
de ſtede mit ein over den konink mit gewalt, ever be ftat van Lupghe ſach
hinver fich ind voir neit mit iren fchiffen?: damit wairen be ander ftebe
verraben, dat in der konink afwan 36 ſchif. do bleif doit greve Heinrich 10
van Hulftein, de der ftede hulper was, ind vort menchen man gevangen
ind doit. [dee] groiſſe neterlage verhielte de vede aljo lange. doch cre-
gen is bie ſtede iren willen ind be ftat Lupghe groiſſe ſchande, ind fi flogen
zwene irre burgemeifter ere houfder af binnen dem felven eirften jair an-
hevende ber vedens. | Ib
| Datum anno domini 1428 30 halfvaften hoif men gelt binnen
Sollen up varı allen luden geiftlich ind werentlih: ein man van 1000
gulden rich gaf 2 gulven, ein man van 200 gulven gaf einen halven gul-
ven, dat gemein vulf, man ind vrouwen, Tnecht ind made, jo wat boven
15 jair alt was, dat moifte geven einen bemfchen. tat gelt fante men 2
intgain Noerenberch, damit man weberftoint ven Hoffen *.
In dem felven jair was groiffe fterfve in dem lande ind in Eoelne
Märzit.
3. oifterlinge 02. 4. mit im’ fehlt O2. 8. "over? flatt wer’ D. 11. 'ne flatt ver’ D.
voirte' flatt wort’ DO. 12. *vefe? fehlt DC. lange bebeilten ve fiede C?.
13. groiffen ſchaden ind gevangen ind groiffe ſchande dairzo, ind fy C2. 18, ‘rich? fehlt C?.
21. wederftant doin moichte 02.
burg, Lüneburg und dem Herzog Hein-
rih von Schleswig unterftüt wurben,
dem Unionstönig Erich den Krieg. Doch
icheint es erft im nächften Jahr zu Feind-
jeligkeiten gelommen zu fein. Mantels
in den Hanfifhen Gelchichtshfättern für
1871, ©. 135 ff.
1. 1108 wurde der Lübeder Rath
vertrieben, kehrte 1416 zurüd. Mantels
a. a. O. 135. 145.
2. Dieſe Angabe iſt übertrieben.
Wahr iſt nur, daß in der für die Städte
ungünſtigen Schlacht auf der Rhede von
Kopenhagen (Yuli 1427) die lübeckiſchen
Schiffe dem andern Flügel nicht die ge-
hörige Unterftüßung fleifteten. Herzog
Heinrih war ſchon vorher beim Sturm
auf Flensburg gefallen. Mantels 136 ff.
3. Gemeint find wohl der Hambur-
ger Hauptmann Johann Klete, den man
für den verunglüdten Sturm auf Flens⸗
burg, und der Lübeder Bürgermeifter
Tiedemann Steen, ben man für die Nie
berlage. bei Kopenhagen verantwortlid
machte. SHingerichtet wurbe feiner von
beiben. Gegen erfteren wurbe Die pein-
liche Frage angewendet, letzterer kam mit
mehrjähriger aft davon. Mantels 138.
4. Die Augsb. Chron. bis 1469
(Chron. der deutichen Städte IV, 321)
enthält etwas abweichende Angaben. Es
war die Ausführung des Frankfurter Be
ichluffes vom Nov. 1427 über Erhebung
bes gemeinen Reichspfennigs für ven
Huſſitenkrieg.
D. 161
ind umb Aiche, alſo dat de lantlude mit iven hilgen 30 Eolfen quamen
ind fochten de hilge pri coninge ind ſent Anthonis ind fente Sebeftianus.
ind it was ein nas fomer, ind dat waſſer was zomail grois dat jair us.
In dem felven jair up jent Gereoins dach, to droich men in allen Det. 10.
s firfpelen in Collen tat hilge facrament, in de lude geingen mit birnen-
ven fergen ind ein deil wullen ind barvois, || gode 30 eren int fime zorne, Bi. are.
dat got der werelt erbarmde ind geve ir fine genabe ind barmherkicheit.
In dem ſelven jair na fent Johans miſſen binnen echt dagen! ver- Jun. 24.
droigen fich de ambocht ind verbunten jich alfo in Aiche, dat der rait
1 moifte nemen van allen ambochten zwene man 30 rade fißen mit dem alven
tade, usgenomen be vleiſchhouwer, de inwolden is neit zo fchaffen hain
ind erfanten ir overhouft?. ind do de gemeinde in dat befes quam, do
lachten fi vafte zinfe af binnen Aichen. „doch inverwarben fi fich neit
wait, fi infagen neit wail 30, darna geink it in: want ber rait dachte
15 alle dage darna, fo we fi den gemeinen man weder uswerpen mochten,
als fi daden.
Datum anno domini 1429 in dem evenmainde, do lachten de heren Sert.
einen hof 30 Bunne up de ftat van Aiche3. zo Bunne? quamen ve heren
mit namen her Johan van Loen here van Heinsberch ind der greve van
» Birnenburch ind ter vait van Collend. va || bi quam van Aiche her Bi. a.
Kein van dem Eichhorn ind me finre vrunt van Aiche ind verbunden fich
alſo, dat deſe vurß dri langheren binnen nacht zo Aiche infomen ſolden
aljo jtarf, dat fi de gemeinve twongen ind us dem rade worpen, alſo
geſchach. darna fanten deſe vurß lantheren ere ritfer mit gemache als
» pilgerom zo Aiche, ind fi woirden intfangen ind fi burgen fich allet Hin
8. 9. verbrogen alle amboichten bynnen Aichen, dat 02.
18. "up de ft. v. Aiche' fehlt C?.
mit fonen vrunden uiffer Aichen ind verbunven C.
11. vleifchmenger €?,
1. Am 29. Juni. Lörſch, Achener
Rechtsdentmäler 204. Genaue Angaben
über die Achener Unruhen bei Haagen,
Geh. Achens II, 34 ff. und bei Lorſch
und Reifferſcheid, Zwei Achener hift. Ge⸗
bichte 30ff. (erfchien auch als Anhang zu
Haagen II).
R 2 Dal. Lörſch und Reifferjcheid a. a.
3. Einen ganz ähnlichen, bier und
ba ſogar wörtlich übereinftimmenden,
doch etwas ausführlicheren Bericht ent-
hält Die Achener Chronik (Annalen des
bift. Ber. XVII, 6). Beiden lag wohl
eine gemeinfame Duelle zu Grunde.
Städtedhroniten. XIII.
9. alfo dat fy mn Ayche D.
21. Eichhorn ritter van Nichen
22. Collen' ftatt Aiche' D.
Mehrere Berichte ſind zuſammengeſtellt
bei Meyer, Achenſche Geſchichten (Mül—
beim am Rhein 1781) ©. 376ff.
4. Die Verabredung zu Bonn jett
Achn. Chr. beftinnmt auf Suni 24. Nad)-
ber beißt e8 in Webereinftimmung mit
Koelh. Chr. 2992, man babe in Bonn
beſchloſſen, Die verkleideten Reiter im
September nach Achern zu ſchicken. Vgl.
wieder Lörjch » Reifferfcheid 38. Leber
Konrad vom Eichhorn, die Seele ber
Reaction, vgl. noch Lörſch in Annalen
des bift. Vereins 1870, ©. 246 ff.
5. Rupert Oraf von Birnenburg und
Bogt Gumprecht von Neuenar.
11
162
V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
ind ber in ver burger huiſſer, ve da bie heren in ber ftat wairen, alfo bat
be gemeine neit 30 houfe inmochte. ind ver rait machde allet mit gereit-
ſchaf ind kurten die fetten ind fpienen fi nairre, dat men fi neit wurgele:
gen inmochte, do die heren des nacht quamen. des zweiden dages in
Oet. 2.
jente Remeis mainde des morgens zo trin uren, do quamen be dri vurk 5
lantzheren ftarf ind wailgemoit vur Aiche, ind ber alde rait ware irre
ind leis fi inriden ind fluffen die portzen zo ind al ir porken wail ver:
wart: wer de upvoir ind ugleif int wolde de Fetten wurlegen ind wole
fich 30 wer ftellen ind inwiſte || van erem upſatze neit, de woirben in dem
Bl. 428,
riden boit gejlagen. ind de heren zogen.up bat raithuis ind ſanten na ı
den genen, de fi doeden woulden, ind alfo balde als fi quamen, ſloich
BI. 42b,
Nov. 11
(1429).
nen in de houft af pur dem raithuis!.
ind vur ten wairen ouch be
ruter mit fulcher Lifte in ve ftat gelacht, dat ve gemeine neit bi ein in-
mochte fomen. do de fchellhemel onthouft wairen, bo fanten ve beren
na ter gemeinen, ind allet 6 30 eime male: de motften dem alden rade hul- 1
ben ind ſweren? biftenbich zo fin ind laiffen den alven rait fiten gereſt
ind gerouwet, mechtich ind moegich na herfomen ind alter gemwointen.
bo bit allet gefchiet was, bo namen de vurß lantzheren iren foin ind reden
mit irme volfe ori ind ledich heim.
Datum anno domini T430, do hadve man einen forchlichen mei?, »
bat it binnen dem meie ducke des nachtes rifde ind vrois, Dat fich be lude
uffermaiffen feir erbeirden ind ver win ind korn in Vrankenlande ind in
Heſſen feir eroroir ind in der Eiffelen. ind van || vanne ven Rin neter
an vil enden ervroir win ind korn ind ouch vil boime. doch ervulte it
got ind gaf ons einen goiden fomer, dat alle Tifnaringe ind alle fummen: »
Ichaf wailveil was.
In dem felven jairt op fent Mertins dach zo avent z0 10 uren in
der nacht5, do quam Johan Peife ind Johan Stail ind Bernt van Bo-
berich, alfo lange bis irre 15 was, up bat over in ein herberge binnen
1. ver? ftatt vie 62.
12. ouch wairen D.
dem meie' fehlt C2,
der nacht? fehle 02.
1. Die Namen der flinf Hingerich-
teten nennt die Achn. Chronik, wo fich
auch noch andre Einzelheiten finden, die
in unferm Bericht fehlen.
2. Die Eidesformel bei Lörjch-Reiffer-
ſcheid 53.
3. Bol. Fortfekung Königshofen's
bei Mone, Quellenſamml. der bad. Lan
‘in der ftat? fehlt 02.
14. fchoelhemel D.
24. an vil enden? fehlt C?.
28. Bernt Beberijich C2.
4. na' ftatt "in? D.
21. ‘binnen
37. in
dat dat gemeyne D.
"17. herkomen alber D.
25. der' ſtatt dat' D.
desgeſch. J, 257.
4. Dieſer Ueberfall fand bereits im
Jahre 1429 ſtatt. Zahlreiche Correſpon⸗
denzen darüber, welche in allen übrigen
Puncten unſern Bericht beſtätigen, Co-
pienb. XI Ende u. XII Anfang. Bgl.
Ennen, Geſch. ITI, 259. '
5. Uebereinftimmend Schüren ed.
|
D.
163
Coelne, genant zu dem Hunen!, int geingen up de flaiffamer int veingen
up dem bedde ber Johan Aswin? ritter, gefeffen onder dem herzogen van
Steve, jonter Albrecht van Alpen? ind mit in noch pri jonferen *, ind
Hummen ba over ver ftat muire ind hadden einen nachen da halpen:
5 darin faiffen fi ind voiren heim in dat berſche lant. dis wart ver rait
Coelne gewar ind veingen be felven 5 gevangen ind lachten fi gewangen
5 wechen ind ein jair5 lan, bis Johan Peife ind fine gefellen verzegen
up dat gevenfenijje®, ind de ftat wart alre anjpraichen ain.
| Su dem felven jair befneit bufchof Deverich ven foufman ind die Bi. a.
jo ftat Coelne ind hoede eickerlich pert 4 ſ., ondanks bes keiſers ind allen de
{event, an dem tolle zo Coninksdorp ind an finen anderen velttollen?.
1. *genant zu dem Hunen? fehlt D. 2. Naewyn D. Johan van Naſſauwyn 02.
4. !enne naicht? ſtatt eynen nachen? €.
van Elphin 02.
3. Elboirt
7. drij jair, ind laegen gevan⸗
gen up Beientorne da in eynre nuwer gemaichder keyven de in da gemaicht wart, als bijs Jo⸗
han C’?. 8. anſpraichen intledeicht C’?.
Troß S. 198 tho vormitnacht', dagegen
Koelh. Chron. 2996 “0 zweien uren'.
Nach ihr geſchah der Ueberfall ‘up ſent
Mertins avent', richtiger ‘np die neefte
naht na jent Mertins dage' (Schreiben
des Raths, Copienb. XII, 1a).
1. Schüren ed. Troß 198 fagt “in
Nukoen huys'.
2. Aswin' ſtatt Naswin' haben die
Copienbücher und Schüren. Der Schluß⸗
budftabe des vorhergehenden Wortes ift
hrübergezogen, der gleiche Fall wie oben
5.%, 10 und unten ©. 164, 13.
3. Elbert van Alpen erjcheint 1434
9 eleviſcher Landdroſt. Lacomblet IV,
4. Koelh. Chr. 3002 fügt bei: “ind
gaven in dach’, d. 5. fie nahmen ihnen
das Berjprechen ab, fich ſpäter ale Ge⸗
fangene zu ftellen.
5 Aechnlich Schüren “langer dan een
jaer', Dagegen Koelh. Chron. ‘3 jeir ind
d wechen’, vgl. Bariante. Die Urkunde,
in welcher Rabodo Stail und Zohan Pied
fd mit der Stadt ausſöhnen, ift datiert
1430 Nov. 28. Fahne, Forfhungen auf
dem Gebiete der rhein. und weſtph. Geſch.
IT, 2. Heft ©. 68.
6. D. h. der Rath fette fie gefangen,
damit fie das Johann Bied und feinen
Genoſſen gegebene Verſprechen nicht hal⸗
ten lönnten, vgl. Schüren. Zur Erläu⸗
terung diene noch eine Stelle des Berichts,
den die Stadt 1429 Dec. 1 (Copienb. XI,
6; an mehrere Hanſeſtädte richtete: “bat
10. verhoichde' ftatt hoede' C?,
in den ziben, dat unfe beren umb une
geſeſſen leſte in unfer flat dageden, etlige
rutergeſellen bie eine die andere in unfer
ftat in ire berbergen up irme bedde in
ſlaifender diet gevangen haint ind bie
bantvedigen var ftunt binnen nacht oever
unſer fteive muire gevallen fint. asbalde
wir des gemwar wurden ind Die lude und
untlomen wairen, jo hain wir bie gevan-
genen, na dem fich die gefchichte binnen
unjer ftat vurwerden ind geleide ergangen
hatten, an doin griffen ind in unfer fteibe
gefenknis leigen, dat fi niet meichticy ge- -
fin enkunnen, bat ierfle gefentnis 30 hal⸗
den’. Die Stabt wurde durch dieſe An⸗
gelegenheit in eine Reihe kleiner Fehden
verwickelt, vgl. Ennen 259.
7. Anfaug Novbr. 1430 macht die
Stadt dem Erzbiſchof Vorſtellungen, daß
er den ohnehin ſchon unrechtmäßigen Zoll⸗
ſatz ‘van eime perde van einre gezauwen,
die mit koufmanſchaf geladen were, zwene
wispeuninge' — der Zoll war ſpeciell für
die Bebürfniffe des Landfriedens zwiſchen
Maas und Rhein errichtet, nach Abgang
besjelben natlirlich hinfällig geworden —
nun noch gar werboppelt habe. Dagegen
fieß der Erzbifchof verlauten, die Stabt
icheine dem bergiſchen Zoll zu Zündorf
nicht fernzufteben. Die Stadt proteftierte
biergegen und forderte Dec. 16. den Erz
biſchof nochmals zu Aufhebung der Land⸗
zölle auf, was denn auch geſchehen zu fein
Icheint (Eopienb. XII, 306. 356. 37a;
vgl. Ennen, Geſch. III, 267).
11*
Bl. 43b.
Jun. 22.
164 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In dem felven jair in vem herfſte, do lachte der herzoge van bem
Berge einen zol 30 Zudendorp, darom bufchof Deterich ind ein ftat van
Coellen 30 vem keiſer reven ind clageden dat dem feifer, ind ber Feifer dede
da den toll af. -
Datum anno domini 1431, do woinde up dem Eigelftein ein grois s
gebur! mit namen Pauwels Nogen, ind wolde finre naberen einen zo
eime bieve machen, ind heifch Gotſchalk Meoiffche, ind was zerzit ein ge-
richtesbove upme Eigelfteine, ind was ein onbefprochen man: te woulde
fine ere verantworben, ind geingen beidefamen mit moitwillen in bes
greven kelre?. ver Gotſchalk wart na Feiferlichem rechte fere gebrant ind 10
gepinget: man invant an eme neit, ind ouch ein vrouwe mit de hei zo
einve beifinnen machen woulde. ind fi ſaiſſen da mail ein half jair. do
man do de zwei onfchulvich vant, do nam man den Pauwels Noeg int
bant in als einen dief ind brachte in tufchen die vier benfe3. ind be
ander zwei onfchulvichen lies men los ind vri gain. do vrageben fi de ss
zwei, jo wat fi Pauwels Noetz woulden gebain hain, ber fi beide om dat
fif brengen woulde ind 30 eime fchemelichen dode, of hei is macht hedde
gehat. der man ind de vrauwe antworden beide, fi geven den man onfer
liever vraumwen‘. want hetten ve zwei geivolt, der greve hette Pauwels
boin bangen.
In dem felven jair gaf pais Martine ver ftat Coelne ind allen Ins
ten 7 jair aflais ind 7 farenen5, de mit dem hilgen jacramente om de
Stat geingen. in dem felven jair ftarf pais Martinus 6. .
In dem felben jair op einen vridach als up der 10000 merteler
bach 7, des morgens vur 6 uren, do quam vur Coelne gebreven junfer >
20
1. herfſte do bejneit hertzoch Aloff van dem Berge ven Eoufman ind laichte eynen C?. 3. 30
dem f. reden' fehlt C?. da' flatt wat’ D. 6, mit namen P. N.’ fehlt D. 7. Muyſſche
c2. “ind — Eigelfteine' fehlt DD 8. umbfprechen eirheir man C% 9. ‘mit’ fehlt D.
11. "gein ſchoult' ftatt 'neit? O2, 13, Snork D. 14. veiff ind wart up eynre berren ge⸗
dragen tuyſſchen 02. 20. hangen an ghen galgen 02. 21. landen' ſtatt “luden' D.
25. zo 6 oren C2.
1. Ausführliche Erzählung dieſes Pro⸗
ceſſes Koelh. Chron. 300.
2. Der Grafenkeller iſt das Gefäng-
niß des Schöffengerichts, deſſen Vorſitzen⸗
der der Greve war.
3. Tuſchen den vier benken' findet
ſich auch in einem Rathsſchreiben von
1398 (Copienb. IV, 30) als Bezeichnung
des Schöffengerichts, vgl, die Urk. Karls
IV. von 1375 Oct. 20 (Racomblet III,
677): ac si tale iudicium infra civita-
tem Col. ei quatuor bancos ibidem exi-
steret observatum. Die Bezeichnung ift
uralt. In der Form inter quattuor solia
begegnet fie ſchon im Rechtsbuch ber
Septem causae. Vgl. Sohm, Proceß der
Lex Salica 155, deſſen Erffärung aljo
bier neue Beftätigung erhält.
4.D. h. wohl: fie verlangten, ber
Ankläger folle zu einer der Eölner St.
Marien-Stiftsticchen in ein Hörigkeits⸗
verhältniß, etwa als Wachszinfiger, treten.
5. Quadragesima, 40 Tage.
6. 1431 Febr. 20.
7. Der Tag der 10000. Martyrer fällt
1431 wirklich auf einen Freitug. Schon
165
Johan Walpobe ind junfer Ropreicht des greven fon van Virnenburch
mit ſelfs feven ind zwenftzichjten, ind quamen ber briven als pilgerom,
ind || ir upfat was, Bat irre 8 usgeingen ind folten zo der cleinre Bilch- Bl. 41=,
pergen ingain ind folden den ventmeifteren ind den burgemeijteren ind
s irs gelichen zo der Vifchporken usgeprungen hain. do fi dar quamen,
do vonden fi dat porkgin 30: do inborften fi neit in ve flat gain ind
bieven op tem over. ba namen fi 5 armer man onfer burger ind bruns
gen fi zo Schiffe. ind ve ander 17 Tagen in dem fchiffe mit gefpannen
armburjten, ind fi warden up die 8, want fi wairen me dan half beit
jo dan anzfte, want finder hebben fi wail gevangen. nieman inwijte wat
it was. bairtufchen voeren fi zo Duße, ba hadden fi halden 100 pert.
In dem felven jair zo ſent Johans mifjen mitfomer geſchach ein Jun. 24.
grois zuch up de Hoffen ! van groiffen heren mit irre macht ind van ullen
houftfteben ind van allen vrien fteben. ind alta wart der bufchof van
1; Coellen verraden ind me goider heven, ind ber bufchof ind be ftat Coelne
vluwen heim mit groiffem ſchaden, ind al ir cleinoit bleif.
| In dem felven jair des 9. dages in dem houmainde, up fente
Agilolphus dach an dem morgen, do man bat heiltom zointe 30 fente Ma⸗
rien, alda wart ein geruchte in der kirchen, fo wie be flat vol viande
2» were. ind bat volk leif heim ind flogen be huiffer zo al Coellen durch.
int it wart groiß geverde, ind man lachte ve fetten vur up allen ftraifjen.
bat geink alfo geringe z0, ald man mochte gain over ten Heumart, bat
des volkes vil in fime harnefch was, ind leifen mit ein eine gantze fame-
ninge some huilfe zo int z0 ver Marporken ind 30 tem Aldenmarte, ind
1. Zohan’ fehlt D. 5. tzo de V. c2.
ren’.D. 14, hantſteden D.
16. cleynoit ind gezuych bleif hynden C72.
dach D. Verbeſſert nach X 3010.
gerynge man mocht gayn ven Houmart land dat D.
30 der Markportzen ind 02.
1430 San. 5 richtete die Stadt (Copienb.
XI, 38) an Johann Walpot von Baffen-
heim das freundliche Erfuchen, die wegen
feines Handels mit Johan Blaverwer’
gegen Cöln erhobene Fehde abzuthun.
Ein Stillftand wurde von Johann wie-
ter aufgejagt (Coln au den Herrn von Jü⸗
ih und Heinsberg 1431 Mai 30,- Co»
pienb. XI, 516). Durd Vermittlung
des Herrn v. Heinsberg kam 1432 eine
Sühne zu Stande (Copienb. XIII, 9b.
122), gl, auch Rec.B ©. 67.
1. Es ift der ſchmähliche Feldzug,
auf dem Das deutjche Heer bei Tauß ohne
Kampf auseinander lief. Schreiben des
10. want' fehlt C?.
15. buffchoff vloe heym mit den burgeren van Sollen 02.
21. ftraiffen ind gaffen. var C?.
11. wairen' ftatt voe⸗
fente Bhilyppus
geind gerynge Bo als
23. famongen an dat burger huys ind
17. ſent Ihelophus dach 62.
Raths von Jar. 1432 wegen der gefan⸗
genen Cölner ſ. Ennen, Geſch. III, 296.
1431 Sept. 1 (Tacomblet IV, 232) be-
auftragte Papſt Eugen IV. den Cardinal⸗
legaten Julian mit einer Bezehntung des
Klerus der Stadt und Didceje Cöln, um
die Schulden des Erzbifhofs und Die
Koften feines zweimaligen Zugs gegen
die Huffiten zu deden. .
2. In der Stiftskirche S. Maria ad
gradus, mo der Körper des h. Agilolph
verehrt wurde. Vgl. Triumph. S. Re-
macli I, 2 (Mon. Germ. SS. XI, 438)
und Vita S. Annonis I, 37 (ebend. 482).
Bl 44b,
Juli 9.
BL. 450.
166 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
alle die lude leifen a8 der kirchen ind be lude in dem velde leifen in be
ftat. ind der rait Coelne wart gewar, dat it des duvels gedroch was,
ind fi wiften dat vulk hoifchlichen heim. ind hedde einich here clein of
grois in dem geruchte zo Coelne u8 of in gereten, ba weir grois ſchade
ind verdreis af gekomen.
Datum anno domini 1432, do was ein || uffermaiffen lank winter,
dat der Rin zo ervroir!. bo was grois gebrech van houlge ind kolen,
dat was zomail buire armen luden, ind allet dat 30 Coellen komen ſoulde.
darna quam ein aljo groiffe isvart: dat is brach ver ftat moelen ind ve
Ichiffinge, de groiffen mit ven cleinen, ind bee groiffen ververflichen ſcha⸗ 10
ben up dem Nine. darna quam ein grois geweſſer: bat brach us zo bei-
- ben landen in ftebe ind in borper ind om be borper over dat lant ind over
Bl. A5b
vrucht. ind dat vee ftarf ven luden fere.af.
In dem felven winter hadde man ſes isverbe, ind be ftat gaf vur⸗
werde alle ben genen, ve veilen kouf in Coellen brachten: damit quam ıs
vil im de ftat veil, vil ind genoich. in ber- vaften, do bat groiffe ge-
weſſer was, do droich men dat hilge ſacrament buiffen fente Severins
porgen an ben Sturkberch? vur tat waſſer ind baden dat hilge facra-
ment ind fent Severin ind alle lieve bilgen, dat fi got wur ons under
beben, jo bat hei over ons zointe fine genabe ind ba-||rmherkicheit. do %
viel bat wafjer aljo vort enwech tat man zoſach. darna was ein heis
fomer, ind der donre erfloich vil wrucht ind wins ind ouch lude. ind
ouch was der wingart fere ervroren.
In dem felven jair do zoich konink Segemont zo Meilain ind wolde
feifev werden, als hei deve. die Switer wairen eme intgain, der pais 2
was eme intgain, de Fenediger wairen eme intgain. der herzich van
Meilain? Halp dem roemjchen coninge ind dem zofunftichen Teifer ind
veingen der Fenediger wail 8000 ind floigen irre vil boit, bat den van
Fenedien nie me ingefchach, ind moiften in laiffen treden z0 Nome. ind
da wart hei roimſch Feifer, ind ver pais gaf eme einen nuiwen namen 30
2. vait van Gollen C2. 3. langhere C2. 5. *!ind verbreis’.fehlt C?. 13. vruchte ind it
dede ven Juden groiffen fihaden, ind eyne der ſtede moelen was gebreven 30 Monheym beneven
Gollen. Ju dem felven C?, 15. quam genoich in be flat veile bynnen der vaſten C*.
17. dat werde heilige C?. 18. Schutzberch (2. 25. ‘der pais — Intgain? fehlt C?.
26. Sevendeir' flatt Fenediger“ C*. 28. 800 C2.
Bgl. Fortf.. Königshofen's bei Philipp Maria Visconti von Mailand
Mom, Quellenſammlung 1, 289. Nach fällt bereits in das vorhergehende Jahr,
der Iatein. Reimchron. ſtand ber Rhein desgleichen bie lombardiſche Königskrö⸗
von Jan. 14 — Februar 3. nung. Aſchpach, Geſch. Kaiſer Sig-
2. Vgl. Bd. I, 276 Note 2. munds IV, 4
3. Das Bündniß Sigmunds mit
D.
167
ind Eroinde in feifer Frederich!. ind bei zoich heim ind twank de Switzer,
ind alle vice woirden eme onderbain ind gehoiriam in finen ziden.
- In dem felven jair quam bat concilium 30 Bafel.
|| Datum anno domini 1433, alle dat jair an ind us, was ein grois Bi. 46..
5 geweffer. darna quam ein jo falden winter, als man ie gedenken kunte.
In dem jelven jair hatte dat gefticht van Treir geforen zwene bu-
ihof?, dat was [Yacob van Zirk ind] her Dilrih van Mainderſcheit,
ind der reit zo Rome. to bei zo Rome quam, alfo wort wart eme bat
jtift zogefacht. ſtains voiſſes quam boitfchaf van dem bufchof van Spire
10 ind gefan des geftiftes van Zreire an dem pais, dem van Spire wart
bat palium. ber van Manveljcheit veit heim ind nam dat ftift in, -ind
dat ftift hadde in Leif. ind alfo wart dat ftift van den zwen bujchoffen
ind van iren vrunden verbert ind verbrant, verfuft, verjat ind verbeilt,
jlos ind zolfe mit einander jhemerlichen verberft. doch leis hei fich van
15 dem bufchof van Eoellen onverwifen.
In dem felven jair op den jairsavent in der nacht, do quamen be Dee. 31.
Sellerfchen herus up Keiſerswerde ind wolden it gewonnen haven, wa⸗ nt gı. sr.
it was in verraden, ind be veftunge verbranten ft.
verrederien gewar, ind ve Gellerfchen moiften mit fchanden weder heim
20 trecken.
ind man 'wart ber
In dem felven jair up ſent Pauwels avent in dem hardemainde, do Jun. 24.
was zo Lutghe ein grois uplouf?, ind veingen ir overften ind richden be
3. conciliom uis Rome zo Baefell C?.
flat’ ſtatt verſat' D,
brant D. 19. verreder C?.
1. Die Kaiſerkrönung durch Eugen
IV. geihah am Pfingftfeft (Mai 31) 1433.
Ausführliche Beichreibung des Ceremo⸗
niells bei Aſchbach a. a. O, 116, wo aber
von dem neuen Namen feine Rede ift.
Man vergleiche damit die merkwürdige
Nachricht des Andreas von Regensburg,
das Bolt habe ſich die Verzögerung ber
Kaiſerkrönung damit erflärt, daß ver Kö⸗
nig nicht Friedrich heiße: Vulgabatur
enim, quod nullus secundum prophe-
tiam Sibyllae deberet fieri imperator
praetergquam nomine Fridericus. Ange-
führt von Meyer, Tile Kolup (Wetzlar
1868) S. 15. Beide Berfionen hängen
wohl mit der Sage der Wiederkunft Kai-
jer Friedrichs II. zufammen.
2. Nach dem Tode Dtto’8 von Zie⸗
genbain (1430 Febr. 13) wählte bas
4. 1438 D.
ergänzt aus X 301b, der van Mandelſcheit D.
‘ind verbeilt — verberft? fehlt 02.
7. ‘Jacob van Zirk inv’ fehlt C2D,
13. verfoufft verhert ind verfat C?. "ver
14. no’ flatt noch’? 2. 18. vers
21. up f. P. — hardemainde' fehlt C’ 2.
Trierer Domcapitel in zwielpältiger Wahl
Jacob von Sierd, Canonifus zu Trier
und Scholafter zu Würzburg, und ben
Eölner Domdechanten Ulrih von Man-
derſcheid. Dagegen ernannte Papft Eu:
gen IV. Raban von Helmftädt, Biſchof
von Speyer. Ulrich fügte fich diefer Er-
nennung nit. Unter den Schieberid)-
tern, welche (1436 Febr. 8) Raban das
furchtbar verwüſtete Stift zufprachen,
war auch Erzbifchof Dietrich von Coln.
Görz, Regeften der Erzbiſchöfe zu Trier
S. 159. 163.
3. Ueber die durch die Familie d'Athin
veranlaßten Lütticher Unruhen und den
Sieg der ariſtokratiſchen Partei 1433
Jan. 5 vgl. Henaux, Hist. du pays de
Liége I, 291 ff. Biſchof war damals Jo⸗
hann von Heinsberg.
Inni.
Bl. 478.
Sun. 8.
Bl. 476.
Sun. 17.
168 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderte.
mit dem fwerbe. ind de anderen leifen 30 der ftat us me dan 500: ven
jelven nam man alle ire have ind goit ind verbrante dat up dem marte,
ind man brach in alle iv erve af. ind ber bufchof vlo ouch uffer Lutghe
mit finen vrunden. darna quam ber bufchof weder ingereben ind gejan
genaben. 5
In dem felven jaiv begunnen de Gellerfchen in bat guichger lant zo
ichebigen mit rouve ind mit brande, ind roufden ouch up de ftat Coelne!.
In dem jelven jair in dem bramainde, do lach der junfer van Ege-
mont, here 30 Gelre, mit finen ritteren ind Inechten mit ten fteven || in
dem lande Gulchge intgain herzich Atlf van dem Berge ind woulde mit ı0
eme ftriden om bat gulcher lant. inb ver herzich van dem Berge was
verraben van finen beften vrunden ind der zuch an ven rait van Coelne.
darna up fent Manertz bach? zoich ein ftat Eoelne us me dan mit 2000
perben ind mit herwagen, mit ſchutzen ind mit boiffen ſtark ind mechtich
in dat gulcher lant dem herzogen van dem Berge 30 hulpen ? ind zo ſtri⸗ 15
ben, eme bat gulcher laut helpen zo behalden. alda lach de ftat Ecelne
I dage ind warbe ftrives. om ber ftat Eoelne willen erveirven ſich de
Gellerichen ind zogen heim ind inborften neit ftriven. ind hedde be ftat.
Coelne gebain, ve Gellerfen hedden dat gulcher lant fregen mit verretenifie,
jo weir der herzich van dem Berge erflagen, want de Gulcher weiren gerne 20
gellerfch worden. bat verfomben de Gellerjchen intgain ver ftat Eoelne,
dat fi Eoellen alle zit onpruntlichen wairen; dat quam in fint heim.
|| In dem felven jair, 8 dage vur fent Johans dage mitgfomer >, Des
aventz na ber veirber uren, do hadde men bat fchoinfte heirlichite eclipsis
bat man je gefach. ind it wart bunfel over alle de werelt, ind man in⸗ 2
fach gein licht. | |
Datum anno domini 1434, do fach man wonder an dem hemel,
gog werk: do fach man 7 vaimbogen, de ftoinden alle verfeirt, rugge int-
gain rugge, dat goß werk was. ind it was ouch bat jair ein grumelich
kalt winter geweft. Ä
30
3. volgede' ftatt vloꝰ D. 9. knechten in den ſteden ind in D. 12. vrunden ind ouch
der Buch uß Coelne DC?, gebeſſert nach X 3026. 13. Meynardus 02. 14. gewapent
30 perde C2, 18. de Sellerfchen, anders hetten ſy dat lant van Guylche Eregen mit U.
21. verfumven C?2. 24. appeclypsis D, eelijpsus solijs C’?. 25. Nach werelt' wieber-
holt D vie Worte "int it wart dunckel'. ind iederman faich it in ver luicht 02. 28. zirkel'
ftatt raimbogen' C?,
1. Vgl. Rec. BS.68 Note 2. Nijhoff, Gedenkwaardigh. IV, p. xLv.
2. Manertz' ift Mebarbus. 5. Diefe Sonnenfinfterniß trat ein
3. Bgl. Rec. BS. 68 Note 2. 1433 Juni 17, vgl. Rec.B S.68 und
4. Gegen dieſe Darftellung proteſtirt C &.122.
D. 169
In dem felven jar lagen de Hoffen zo velde intgain de criften. ouch
was de ſtat van Prae zweipartiich: de albe ftat was goit criften, be
rukden bi ein ind machden einen uplouf ind wonnen die nuiwe ftat ind
jloigen de Hoffen doit!, ind zogen vort 30 velde 30 dem herzogen van
s Diftenrich ind bi de mifjenjche heren ind bi ire hulpere. de Hoffen in:
woulden buiffen ire waen neit. te Friften || machven einen opfat, jo we er. as.
fi opbreichen ind vluwen: bo zogen bie Hoffen buiffen ire herwagen ind
zogen deme eime ber na. da woirden ſi bracht tufchen koi ind firchof.
do bleif der Hoffen 13000 beit ind vil gebangen. te anderen vluwen,
io der was zomail vil. der criften bleif 4000 boit 2.
In dem ſelven jatr wan bufchof Dederich de Leie, want fi fchreven
ſich gotz vrunt ind alle der werelt viant ind daden finen onberfaiffen in
Weſtfalen groiffen fchaden. dat ſlos wart dem bufchof weder af verra-
den. darna zeich hei dar ind wan it anderwerf ind wan ouch Beverftein?,
13 Lipſpringe, mit hulpen fins lang. ind finre Iiebe in Weſtfalen ind ouch
der ſtede Coelne.
In dem ſelven jair, des ſevenden dages in ſente Remeis mainde, Oct. 7.
up ben dunresdach in ver nacht worte got wonder over alle be
werelt 30 waffer ind zo lande van eime groiffen grumwelichen winde ind
» fturme, der da afwarp bli ind fteine van allen firchen ind turnen
ind porken || ind muiren ind cloifteren, ind etliche kirchturne vielen mit gı. asp.
up de. huiſſer 30 grunde, dat de lude ervielen in iven huiſſeren, in
warp menchen huiſſe fine fpige oven af. it warp bat bli open von
jente Marien turne ein deil zo Duge, ein beil in ven Rin. it intbefbe
» mench huis van fteinen ind van ſchouven, it warp [den weveren] de ramen
mit den doichen intzwei, it warp neber mench Hundert boime ind bat ge-
velg gemeinlichen neber, it wede te moelen af up dem wafler, ind bie moe-
8. Mit ven Worten koe ind Firchhoff? fehliept C?- 10, *furften? flatt "criften’ Sf. ; doch
vgl. X 3028, 14. Benerflein Bhilyppsringe, vgl. X 3020. 18. wonder over alle de
wonder durch alle ve werelt. 21. muyen. 22. *huiffer? ftatt lude'. 23. van' voppelt.
25. ‘ven weveren' fehlt, ergänzt aus X 302b,
1. Diefer Kampf fand flatt 1434 nik bis 1434 (Chron. d. d. St. I, 392)
Mai 6, vgl. Chroniken der beutfhen fand fie ftatt zwiſchen Kolen und Berg’,
Städte 1, 390 Note 2. Den Namen gemäß Note 5 Kolin und Kuttenberg.
Neuftabt” führte urfprünglich der Stadt: Den Verluſt an Todten auf Seite ber
theil auf dem linken Moldauufer, dann Huſtſiten beziffert Die Nürnb. Chr. über:
ging er auf die Durch Karl IV. gegrün- einftimmend auf 13000, jeiten® ihrer
dete Erweiterung auf dem rechten Ufer Gegner nur auf 500.
über, während die ehemalige Neuftabt 3. Wohl Biberftein, Schloßruine im
den Namen Kleinfeite erhielt. Chroniken Wielthal ſüdl. Gummersbach.
IV, 59 Rote 3. 4. Bol. die jehr eingehenden Schil⸗
2. Die Schlacht von Böhmiſch-Brod derungen diee Sturmes in Rec. BS. 69
fällt Mai 30. Nach der Nirnberger Chro- und OS.1
0
Bl. 498,
170 V. Eöfner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
len ind mench fchif verprunfen mit ven Tuben. do gefchach jo grois ſchade,
dat davan neit zo fain enwas, aljo grois, dat hei dat ertrich half erweckede
ind bevede huiſſer, floffe ind torne.
Datum anno domini 14351 do was der kaldeſte winter, ver fint
goß geburte je gewas: do ervroiren alle wafler in deſen landen zo grun- 5
be, ind ber Rin bevroir 30 beneven Coellen ind vur Coellen an allen lan-
den, dat man over den Rin reit ind geink, dat vie darover Teite ind breif
ind mart da up hielte, ind alle geladen gezogen darover voiren. man
bobel- ‘de ba up, da ftoinden quakbreder ind ander vobelbreber. dat vulk
geink aljo dicke darup ind darover, recht inweir it neit wafjer geweſt, recht 10
of it ein harde leie hebve geweft. bat wonder ftoint vur Eoellen me dan
8 wechen. do quam even bat erſlagen houltz, bat der wint afgeflagen
hadde. do ervroir mench morgen bufch ind mench hundert morgen win-
[4
Bl. 496.
gartz ind allet dat boven erden ſtoint. der ſelve winter nam ein goit ende,
dat quam alſo zo: in dem angange des winters? viel ein grois ſne ind is
vort alle dage ind nacht den winter an ind us, dat de lude machden van
dem ſne huiſſer, lewen ind beren, mencherleie bilde ind beiſten, mallich
na ſinre kunſt, dat man mench ſuverlich ſtucke vant van fne gemacht.
doch ſo lagen de ſtraiſſen vol ſnees, dat man einen gank hatte durch den
ſne. do der winter verſcheit ind der ſne verſmalte, do inwas dat ertrich 20
neit ervroren, ende dat ſnewaſſer leif in de erde, alſo inwart gein grois
geweſſer. in alſulcher maiſſen nam der winter ein goit ende, want it was
zo verſein na dem groiſſen ſne ein zomail grois geweſſer.
| In dent ſelven jair quam ein ſchedelich meivorſt, dat alle win⸗
garde ervroren ind alle nusboume ind alle vruchtberboume. %
In dem jelven jair was ber win zomail dure: bo galt ein quart
wins 3 |. ind 20 morgin, ind an ver Marportzen an ein deil enden 4ſ.
in5j. man galt in dem felven jomer ein voder afgangwins vur 30
gulden, ind ein quart ejfichs galt 14 ind 16 morgin.
In dem jelven jatr voirten de Nederlender dat beir in bat over: 30
lant, alſo man den win neverwart pleit 30 doin. fo wer hadde fien
bruwen, de leif 30 Coellen ind dat overlant durch in fteve ind in dorpe
ind bejtoint 30 bruiwen, ind fi machben alle lant beirs vol.
In dem jelven jair in dem auſte, do wart geſoint der konink van
2. "fein? ſtatt *fain?. 34. herzich ſtatt koninkꝰ.
.1. Winter 1434 auf 1435. Genaue erwähnt auch die Conftanzer Ehronit bei
Daten bietet Rec. C S. 124. Mone, Duellenfammlung I, 337.
. Starten Schneefall 1434 Dec. 1
D.
171
Vranfenrich ind ver berzich van [Burgondien, ver was] bes koninges on⸗
derſaiſſe ind was eme afgevallen.
de Engelſchen hadden de crone van
Vrankenrich zomail verderft ind gewoiſt, ſtede burge ind ſloſſe ind gantze
lant, ind ven ko⸗ nink van Vrankenrich verdreven in ouch mench 100 Bl. ser.
s man ind menchen goiden koufman verderft, ind geingen achter lande om
broit. ind hadden menchen ſtrit, da mench duſent man doit om bleif zo
beiden ſiden.
volgen!.
ind de Engelſchen wairen in deſer ſoinen ind wolden ir neit
In dem ſelven jair drank der buſchof van Coellen alle ſin volk darzo,
10 paffen ind leien, kriſten ind Joeden, om ein onmeislich gelt ind ſchatz, ind
vuch-alle fine ſtede, geinen minſchen usgeſcheiden, arm ind rich, ind nam
van den luden me dan fi hadden. inb hei befante alle minfchen beſunder
in fime lande ind wifte ouch wail, wat mallich hadde, ind verjchatte de
arme lude verberflichen in ven grunt?: ain de Weſtfelink, de lachten ſich
15 darweder ind enwolden eme neit geven inb wolden e einen anderen heren
kieſen.
In dem ſelven jair verveirden ſich die von Nuiſſe ind inwoulden
dem buſchof neit me geven dan ſin alde recht. darom wart der buſchof
zornich ind machde zo [geruchte] einen geboren || Gulcher mit namen Spor Bi. sob.
2 dan Herten3. ber ſelve Spor quam zo Nuiſſe ind geſan vurwerden, ind
der buſchof quam des dirden dages ouch zo Nuiſſe ind nam Spor zo den
broederen us dem cloiſter binnen mailzit. des buſchofs dinre beroufden
dat cloiſter ind ouch eins deils der herbergen.
der buſchof wolde Spor
usvoeren in quantzwis hangen, alſo dat be burger zoſluſſen, ind de ketten
1. Burgondien, der was' fehlt, ergänzt aus X 3038.
285, 9. 24. quangois.
1. Dieje Angaben find ungenau: erft
1435 Sept. 21 ſchloß Karl VII. von Frank⸗
reich mit dem Herzog von Burgund einen
Separatfrieden zu Arras, nachdem die
englischen Gejandten ſchon Sept. 6 abge:
reift waren. Schmibt, Gejch. von Frank⸗
reich II, 312.
2. Ganz ähnlich Bartholomens von
der. Yale a. a. DO. 266. '
3. Ein Schreiben des Raths 1438
an. 20 (Copienb. XIV, 2. Abth. Bf. 888)
ft an ‘Zohan van Krefenbefe genant
Spoir' gerichtet. Aehnlich wird biefer
Borfall erzählt in der Sühneurfunde bei
dacomblet IV, 261, welcher die Dar-
ftellung bei Löhrer, Geſch. der Stadt
Neuß ©. 110 ff. folgt. Hiernach ver-
pflichteten fich die Neußer, Spor in fiche-
19. *geruchte fehlt. Vgl. Bd. I,
rer Haft zu halten, ließen ihn aber jpä-
ter abſichtlich oder durch Unachtjamteit
entkommen und ſetzten den dem Erzbiſchof
gewogenen Stadtrath ab. 1436 Mai 18
kam es zu einer Sühne, welche die Stadt
zu Zahlung won 10000 Gulden ver:
band. Da nun unſer Chroniſt weiter un-
ten erzählt, Der Erzbifchof habe dieſe De:
mütbhigung den Neußern Jahr und Tag
nachgetragen, fo würde das Datum ‘op
des hilgen cruces dach' als das Feſt
Kreuzerfindung (Mai 3) zu erflären fein.
Nach der Koelh. Chr. BL. 303° Dagegen
wäre Kreuzerhöhung (Sept. 14) anzuneh⸗
men, da nach dieſer Spor "umbtrint jent
Matheus dach’ (allerdings erft Sept. 21)
nad Neuß kommt.
172 V. &ölner Jahrbücher des.14. und 15. Jahrhunderte.
woirden vurgelacht, Dat der bufchof mit fime volfe nirgen fomen inmochte.
ind der upfa was, dat hei Spor folde haven usgevoirt 30 eime wein-
wairs, of bei in bangen wolvde: fo ſolden be burger na haven geloufen
ind wolden Spor weber haven genomen ind verantiworben Tin vurwerde;
ba intufchen fo ſoulden de ander ruitter zo Nuiffe ingereven haven, des
der bufchof noch heimelich halden hadde buifjen Nuiffe ind folden Nuiffe
gewennen baven. ind bat vulf dat wur bem bufchof ind vur Spor ge-
ſtanden hadde ind nagevolget habe, weir eirft beit ind gevangen geweſt,
ind heben dan zo Nuiffe ingevallen mit willen. ber upfaß involgeinf
Bl. Sie. neit: der bufchof || moifte halten tufchen ven fetten in groiffer forgen zwa 10
uren, fing lives in forgen, ind moifte fich mit hoiſchen worden bannen
claffen. ouch jo wairen van des bufchof8 vrunden van binnen bie feile
gefurt van den cloden, - bat men neit 30 fturme geluden inmochte, doch
clam man up den turn. dis broich der bufchof ven van Nuiſſe na jair
ind dach: ſolden fi varen ind vlieffen durch de jtift ind fich generen, fi 15
moiſten eme eine ſumme geldes geven zo fime willen, want Nuiffe was
Ober
Eept.14?
Dct. 1.
Bl. 5ib,
Nov. 10.
Nov. 11.
Dee. 7.
3 „vertonft ain goß haller. dit geichach op des hilgen cruces dach binnen
dem effen. ind hedden de var Nuiffe einen goiben getruwen rait gehat
mit hulpen der gemeinden, ver bufchof noch alle finre lude inweir num-
mer gein mit lieve bannen fomen. bamit ſich der buſchof ouch aljo ver- 20
antworte: fo wat hei gebain hedde, dat weir mit orlof ind wiſſen des raitz
van Nuiffe. da moiften fine ritter wedergeven hairclein wat fi gerouft
hadden.
In dem ſelven jair zo ſent Remeis miſſen, do geboit der buſchof
van Coellen ſinen lu⸗den in dem winlande up lif ind goit, dat fi ire 2
wine neit nairre inverkouften dan ein voder vur 30 overlentſcher gulden.
want is was arme ſure have, dat it niemans inbegerte dan de ſtat Coellen.
ouch geloifde hei den luden: woirden fi gebannen, hei wolde in ein abs
ſolucie om alſus geven. want it inwas gein win gewaflen dan in Eil-
faiffen ind in fime gefticht. 30
In dem felven jair up fent Mertins avent ind up ſent Mertins
dach, dat nie minjche zo Eoellen in de winfchole inguam om nuiwen win
30 zappen noch ouch umb virnen win, wer geleifte bat ie?
In dem felven jair wart gewiet be firche ind der Firchof zo ons heren
licham ind da hielte man do de homiſſe. 35
In dem- felven jair in fente Andreis mainde up anfer vrouwen
avent!, do verbranten 13 huiſſer in der Schildergaſſen, ind van der
1. Gemeint iſt das Feſt Mariä Empfänguiß, Dec. 8.
"ame deeriſter
Was goit cvi⸗
Kr Die MMDE
jo dem berzn
Ulpere de
vr einen vpIar
fen ive bewaan
uſchen foi
ino
de amergır
Yeie, want Vi
Den finen ent
en bufchef wer
IT IND wau ouch B
ſtede in Weſtfang au
Pages im jente Nenıox a
Tle get wonder One
woiffen gruwelich rg
von allen firherı
d etliche firhtuvann
ervielen in iven bırıı J
af. it warp nt Do Li
i il; u Niıı_
de
u Ice.
16% V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
ind ber in ver burger huiffer, ve da bie heren in der ftat wairen, alſo bat
be gemeine neit 30 houfe immochte. ind ber rait machbe allet mit gereit-
ſchaf int kurten die fetten ind fpienen fi nairre, bat men fi neit wurgefe-
Ser. 2. gen inmochte, do die heren des nacht quamen. des zweiden bages in
jente Remeis mainde des morgens 30 trin uren, be quamen de dri vurß:
lantzheren ftark ind wailgemoit wur Aiche, ind der alde rait warbe irre
ind leis fi inrivden ind fluffen die porgen zo ind al ir porken wail ver-
wart: wer do uppoir ind usleif in wolbe de fetten vurlegen ind wolde
Bl. 420, fich zo wer jtellen ind inwiſte van erem upſatze neit, be woirden in dem
riden doit geflagen. ind de heren zogen.up bat raithui® ind fanten na 10
den genen, de fi doeden woulden, ind alſo balde als fi quamen, ſloich
men: in de houft af pur dem vaithuis!. ind vur ben wairen ouch de
ruter mit ſulcher lifte in de ftat gelacht, tat de gemeine neit bi ein in-
mochte fomen. do de fchellhemel onthouft wairen, do fanten be heren
na ber gemeinen, ind allet 6 30 eime male: de motften dem alden rade hul- 1;
ben ind ſweren? biftendich zo fin ind laiffen den alden rait figen gereit
ind gerouwet, mechtich ind moegich na herfomen ind alter gewointen.
do bit allet gefchiet was, do namen be vurß lantzheren iren loin ind reden
mit irme volfe vri ind ledich heim.
Datum anno tomini 1430, do hadde man einen forchlichen mei’, »
bat it binnen bem mete ducke des nachtes rifde ind vrois, dat fich de lude
uffermaiffen feir erveirden ind der win ind forn in Vrankenlande ind in
Bi. 120, Heilen feir eroroir ind in der Eiffelen. ind van || vanne den Rin neter
an vil enden ervroir win ind forn ind ouch vil boime. doch ervulte it
got ind gaf ons einen goiden fomer, dat alle Tifnaringe ind alle kummen⸗ »
ichaf wailveil was.
In dem felven jair* op fent Mertins dach zo avent zo 10 uren in
ber nacht 5, do quam Johan Peike ind Johan Stail ind Bernt van Bo-
berich, aljo lange bis irre 15 was, up dat over in ein herberge binnen -
Nov. 11
(1429).
4. 'na’ ftatt "in? D.
21. “binnen
27. in
1. der? ftatt die? C2.
12. ouch wairen D.
dem meie' fehlt C2,
der nacht? fehle 02.
*in ver flat? fehlt C?.
14. ſchoelhemel D.
24. *an vil enden' fehlt C?.
28. Bernt Beberijch 62.
dat dat gemeyne D.
17. herkomen alver D.
25. ‘ver’ ftatt ‘bat’ D.
1. Die Namen der fünf Hingerich-
teten nennt die Achn. Chronik, mo ſich
auch noch andre Einzelheiten finden, die
in unferm Bericht feblen.
2. Die Eidesformel bei Lörſch-Reiffer⸗
Icheib 53.
3. Bgl. Fortſetzung Königshofen's
bei Mone, Quellenſamml. der bad. Lan
besgefeh. I, 257.
4. Dieſer Ueberfall fand bereits im
Jahre 1429 ftatt. Zahlreiche Correfpon-
denzen darüber, welche in allen übrigen
Puncten unjern Bericht beftätigen, Co⸗
pienb. XI Ende u. XII Anfang. Bol.
Ennen, Gef. III, 259.
5. Mebereinftimmend Schüren ed.
D.
163
Coelne, genant zu dem Hunen!, ind geingen up de flaiffamer int veingen
up dem bebbe ber Iohan Aswin? ritter, gefeffen onder dem herzogen var
Cleve, jonker Albrecht van Alpen? ind mit in noch dri jonferen 4, ind
klummen ba over ber ftat muire ind hadden einen nachen ba halpen:
s darin ſaiſſen fi ind voiren heim in dat berfche lant. bis wart ver rait
Coelne gewar ind veingen be felven 5 gevangen ind lachten fi gevangen
5 wechen ind ein jair5 lank, bis Johan Peife ind fine gefellen verzegen
up dat gevenfenifje®, ind be ftat wart alre anfpraichen ain.
| In dem ſelven jair beſneit bufchof Dederich ven Foufman ind bie Bl. 43«.
10 ſtat Coelne ind hoete eickerlich pert 4 |., ondanks des keiſers ind allen ve
{event, an dem tolle zo Coninksdorp ind an finen anderen velttollen”?.
1. "genant zu dem Hunen' fehlt D.
van Elphin C?.
2. Naswyn D. Iohan van Naſſauwyn C'?.
4. Senne naicht? ſtatt eynen nachen? €,
3. Elboirt
7. drij jair, ind laegen gevan⸗
gen up Beientorne da in eynre numer gemaichver feyven de in da gemaicht wart, als bijs Jo⸗
han C?. 8. anfpraichen intledeicht C’?.
Troß S. 198 “tho vormitnacht', dagegen
Koelh. Chron. 2996 ‘0 zweien uren'.
Nach ihr geſchah Der Ueberfall ‘up ſent
Mertins avent', richtiger ‘np die neefte
naht na jent Mertins dage (Schreiben
des Raths, Copienb. X11, 1a).
1. Schüren ed. Troß 198 jagt ‘in
Nulkoen huys'.
2. Aswin' ſtatt Naswin' haben die
Copienbücher und Schüren. Der Schluß:
buchftabe des vorhergehenden Wortes ift
berübergezogen, der gleiche Fall wie oben
5.90, 10 und unten ©. 164,13.
3. Elbert van Alpem erjcheint 1434
a eleviſcher Landdroſt. Lacomblet IV,
4. Koelh. Chr. 3008 fügt bei: “ind
gaven in dach’, d. b. fic nahmen ihnen
das Berjprechen ab, fich jpäter als Ge-
fangene zu ftellen.
5 Achnlihd Schüren “langer dan een
jaer’, Dagegen Koelb. Ehron. ‘3 jair ind
5 wechen', vgl. Bariante. Die Urkunde,
in welcher Rabodo Stail und Johan Pied
fih mit der Stabt ausſöhnen, ift datiert
1430 Nov. 28. Fahne, Forfhungen auf
dem Gebiete der vhein. und weſtph. Geſch.
I, 2. Heft ©. 68.
6. D. h. der Kath fette fie gefangen,
damit fie das Johann Pieck und feinen
Genoſſen gegebene Verfprechen nicht hal«
ten könnten, vgl. Schüren. Zur Erläu⸗
terung diene noch eine Stelle des Berichts,
ben die Stadt 1429 Dec. 1 (Copienb. XI,
S6) atı mehrere Hanfeftädte richtete: ‘hat
10. *verhoicyne? ſtatt hoede' C?,
in den ziden, Dat unfe heren umb une
geſeſſen lefte in unfer ftat dageden, etlige
rntergefellen bie eine bie andere in unſer
ftat in ive berbergen up irme bedbe in
jlaifender Diet gevangen haint ind Die
hantdedigen van ftunt binnen nachts oever
unfer fteive muire gevallen fint. asbalde
wir des gewar wurden ind die lude ung
untlomen wairen, jo hain wir die geban-
genen, na dem ſich Die gejchichte binnen
unjer ftat vurwerden ind geleide ergangen
hatten, an boin griffen ind in unfer fteibe
gefenknis Teigen, dat fi niet meichtich ge- -
fin enkunnen, bat ierfte gefenknis 30 hal⸗
den’. Die Stabt wurde durch Diele An—
gelegenheit in eine Reihe Heiner Fehden
vermwidelt, vgl. Ennen 259.
7. Anfang Novbr. 1430 macht Die
Stadt dem Erzbiſchof Vorftellungen, daß
er den ohnehin ſchon unrechtmäßigen Zoll-
jat ‘van eime perde van einre gezauwen,
die mit foufmanjchaf geladen were, zwene
wispenninge' — ber Zoll war jpeciell für
die Bedürfniſſe des Landfriedens zwiſchen
Maas und Rhein errichtet, nach Abgang
besjelben natürlich hinfällig geworden —
num noch gar verboppelt habe. Dagegen
ließ der Erzbifchof verlauten, Die Stadt
ſcheine dem bergiſchen Zoll zu Zündorf
sicht fernzuftehen. Die Stadt proteftierte
biergegen und forderte Dec. 16. den Erz
biichof nochmals zu Aufhebung der Land⸗
zölle auf, mas denn auch geſchehen zu fein
ſcheint (Eopienb. XII, 306, 356. 37a;
vgl. Ennen, Geſch. III, 267).
11*
BI. 436b.
Sun. 22.
164
V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
In dem felven jair in dem berffte, do lachte ver herzoge van bem
Berge einen zol 30 Zubentorp, darom bufchof Deverich ind ein ftat var
Coellen zo dem keiſer reden ind clageden bat dem keiſer, ind ber feifer dede
ba den toll af. -
Datum anno domini 1431, do woinde up dem Eigelftein ein grois 5
geburt mit namen Pauwels Noten, ind wolde finre naberen einen zo
eime diene machen, ind heifch Gotfchalf Moiſſche, ind was zerzit ein ge:
richtesbode upme Eigelfteine, ind was ein onbefprochen man: te woulde
fine eve verantworben, ind geingen beidefamen mit moitwillen in bes
greven kelre?.
der Gotſchalk wart na keiſerlichem rechte ſere gebrant ind 10
gepinget: man invant an eme neit, ind ouch ein vrouwe mit de hei 30
einre beifinnen machen woulbe.
ind fi faiffen da mail ein half jair. do
man do be zwei onjchulbich want, do nam man den Pauwels Noek int
bant in als einen dief ind brachte in tufchen bie vier benfe?3.
ander zwei onfchulvichen lieg men los ind vri gain.
ind de
bo vrageden fi de ss
zwei, fo wat fi Pauwels Noetz woulten gebain hain, der fi beide om bat
{if brengen woulde ind zo eime fchemelichen dode, of hei i8 macht hedde
gehat.
liever vrauwen!.
doin hangen.
der man ind de vrauwe antworden beide, ſi geven den man onſer
want hetten de zwei gewolt, der greve hette Pauwels
In dem ſelven jair gaf pais Martine ver ſtat Coelne ind allen lu⸗
ten 7 jair aflais ind 7 karenens, de mit dem hilgen ſacramente om be
ſtat geingen.
in dem ſelven jair ſtarf pais Martinus 6.
In dem ſelben jair op einen vridach als up der 10000 merteler
dach 7, des morgens vur 6 uren, do quam vur Coelne gedreven junker 3
1. berfite do beſneit Herkoch Aloff van dem Berge ven Eoufman ind laichte eynen C?. 3. "jo
dem k. reden' fehlt C?. da' flatt dat' D.
c?. ind — Eigelfteine' fehlt D.
11, *gein ſchoult' ftatt neit' C?.
dragen tuyffchen 02.
25. zo 6 oren 02.
1. zuefübrliche Erzählung dieſes Pro⸗
eeſſes Koelh. Chron. 3
2. Der Srafenteller ift das Gefäng-
niß des Schöffengerichts, deſſen Vorfigen-
ber ber Greve war.
Tuſchen ben vier benkeu' findet
ſich Gi in einem Ratbsfchreiben von
1398 (Copienb. IV, 30) als Bezeichnung
des Schöffengerichts, vgl, Die Urk. Karls
IV. von 1375 Oct. 20 (Zacomblet III,
677): ac si tale iudicium infra civita-
tem Col. ei quatuor bancos ibidem exi-
steret observatum. Die Bezeichnung iſt
6. mit namen P. N.’ fehlt D.
8. umbfprechen eirbeir man C’?.
13. Snorg D.
20. bangen an ghen galgen 02.
7. Muyſſche
9. mit? fehlt D.
114. deiff ind wart up eynre berren ge-
21. landen' ſtatt *Iuden’ D.
uralt. In der Form inter. quattuor solia
begegnet fie ſchon im Rechtsbuch ver
Septem causae. Vgl. Sohm, Proceß der
Lex Salica 155, deſſen Erklärung aljo
bier neue Beftätigung erhält.
4. D. h. wohl: fie verlangten, ber
Ankläger jolle zu einer der Cölner St.
Marien-Stiftslirchen in ein Hörigkeits⸗
verhäftniß, etwa als Wachszinfiger, treten.
5. Quadragesima, 40 Tage.
6. 1431 Febr. 20.
7. Der Tag der 10000 Martyrer fällt
1431 wirklich auf einen Freitag. Schon
165
Johan Walpode ind junker Ropreicht des greven fon van Virnenburch
mit ſelfs ſeven ind zwenftzichiten, ind quamen ber driven als pilgerom,
ind || ir upfat was, Bat irre 8 usgeingen ind folten 30 der cleinre Viſch⸗ 81. 41=,
pergen ingain ind folden den ventmeifteren inb ben burgemeifteren ind
s 118 gelichen zo der Vifchporgen usgeprungen hain. do fi dar quamen,
do vonden fi dat por&gin 30: do indorften fi neit in de ftat gain ind
bieven op dem over.
gen fi 30 fchiffe.
ba namen fi 5 armer man onfer burger ind drun⸗
ind be ander 17 lagen in dem fchiffe mit gefpannen
armburjten, ind ji warden up die 8, want fi wairen me dan half beit
io van anzfte, want finder hedden fi wail gevangen. nieman inwifte wat
it was. bairtufchen voeren fi 30 Dute, ba hadden fi halden 100 pert. '
In dem jelven jair zo ſent Johans milfen mitjomer gejchach ein Jun. 24.
grois zuch up de Hoffen ! van groiffen heren mit irre macht ind van ullen
bouftfteden ind van allen vrien fteben.
ind alda wart ver bufchof van
15 Coellen verraben inb me goiber heren, ind der bufchof ind de ftat Coelne
vluwen beim mit groiffem ſchaden, ind al ir cleinoit bleif.
| In dem felven jair des 9. dages in dem houmainde, up fente
Agilolphus dach an dem morgen, do man dat heiltom zointe 30 fente Ma⸗
rien, alda wart ein geruchte in ver Tirchen, fo wie de flat vol viante
20 weire.
ind dat volf leif heim ind flogen de huiffer zo al Evellen durch.
int it wart grois geverte, ind man lachte de Fetten vur up allen ftraiffen.
bat geink alfo geringe 30, al8 man mochte gain over ten Henmart, bat
des volfes vil in fime harnefch was, ind leifen mit ein eine ganke fame-
ninge zome buiffe zo ind zo der Marportzen ind 30 dem Aldenmarte, ind
1. ‘Zohan? fehlt D. 5. tzo de V. 02.
ten’.D. 14. hantſteden D.
16. cleynoit ind gezuych bleif hynden 02.
dach D. Verbeſſert nach X3014.
gerynge man mocht gayn den Houmart land dat D.
zo der Markportzen ind 02.
1430 San. 5 richtete Die Stadt (Copienb.
XI, 38) an Johann Walpot von Baflen-
heim das freundliche Erfuchen, Die wegen
feines Handel® mit Johan Blaverwer’
gegen Köln erhobene Fehde abzuthun.
Ein Stillftand wurde von Johann wies
ter aufgefagt (Cöln an den Herrn von Jü⸗
ih und Feineberg 1431 Mai 30,: Co⸗
pienb. XII, 516). Durd Vermittlung
des Herrn v. Heinsberg kam 1432 eine
Sühne zu Stande (Sopienb- XI, 9,
122), Bol, auch Rec.B ©. 6
1. Es ift der mäbliche Feldzug,
auf Dem das beutfche Heer. bei Tauß ohne
Kampf auseinander lief. Schreiben bes
10. "want? fehlt C?.
15. buſſchoff vloe heym mit ven burgeren van Sollen 02.
21. ftraifien ind gaſſen. var C?.
11. 'wairen? flatt voe⸗
fente Bhilyppus
geind gerunge go als
23. famongen an dat burger huys ind
17. fent Ihelophus dach 602.
Raths von San. 1432 wegen ber gefan«
genen Kölner |. Ennen, Geſch. III, 296.
1431 Sept. 1 (Sacomblet IV, 232) be-
auftragte Papft Eugen IV. den Sarbinal-
legaten Julian mit einer Bezehntung bes
Klerus der Stadt und Diöceſe Coln, um
bie Schulden des Erzbiſchofs und bie
often jeine® zweimaligen Zug8 gegen
die Huffiten zu deden.
2. In der Stiftsfirdde S. Mariä ad
gradus, wo der Körper des h. Agilolph
verehrt wurde. Vgl. Triumph. S. Re-
macli I, 2 (Mon. Germ. SS. XI, 438)
und Vita $. Annonis I, 37 (ebend. 482).
Bl 44b,
Juli 9.
Mai
293—31.
BI. 578,
Jun, 20.
178 V. Eölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderte.
banne. hedde be ftat van Ginte gewolt, it enmocht neit moegen fin.
barop verleis fich der herzich, want bie van Ginte hafjen alle de ftede
in Blanveren, ta ver foufman licht, dat fi iS neit inmoegen haven. dat
macht dat ungelude.
In dem felven jair binnen ben leften brin bagen bed meies, do da- 5
den be doimheren binnen Coellen ir nuwe groiffe clode bangen in ven
nuiwen fteinen turn. ind fi kosde 50 gulden zo bangen, want fi is ſwair
wail 15 foder wins. der cleppel weich 400 punt. ouch wart fi geicht
mit der ſtede roden, dat’ fi me hielte van 4 voebericher vas. hedde man
dan ben rait neit vonden, bat man fi heink mit den pabeifern, jo moiften 10
40 man die clode gelut haven, dat nu 16 man boint.
|| Iu dem felven jair up fent Albains avent, do wairen die prelaten
eins worben in bem ereſem van Eoellen, dat man zo Nuiſſe droich dat
hilge facrament ind ſente Quirinus kaſſe, ind ouch up ven ſelven Dach 30
Bunne dat hilge facrament ind ve kaſſe us dem moinfter, ind wort us 1
‚allen fteren Coellen bes ftift ind in allen dorpen des ftifg, gode zo eren
Jun. 21.
Bl. 5ib.
om ein zidich weber, des groiffe noit was 30 der vrucht.
In dem felven jair up ſente Albains dach wairen ve prelaten eins
worden ind der rait Eoelne, dat de veir orben 1 des morgens 30 veir uren
ind alle firfpel mit irre proceffien ind heiltum [quamen] mallich up fin 20
betirmpbe ftat tufchen dem boime ind fent Severin. do de alle fo jtoin-
den ind warden, do quam der rait Coelne mit ten ftiften, ind broigen
jent Severin? vur alle tem heiltum bene ind vur alle ven proceſſien, ver
doch vil wairen, vur der hoger jmitten bin bis in ven boim, ind namen
da bat hilge facrament in dem boime mit ſent Severine inb broigen bat 25
zofamen zo fent Marien. ind man nam onfer vrouwen bilde tujchen fente
Severins kaſſe ind tufchen de kaſſe jent Dearien, || ind man ſank onfer
liever vrouwen miſſe, ind baben onfe lieve vrouwe ind ſent Severinus,
de hilge 11000 mechde, de hilge dri coninge ind ve 10000 merteler ind
alle lieve hilge ver heiltum binnen Eoellen veftet, ind dat fi ven almech- 30
tichen vader been vur ond arme fundere ind vur ein zivich weber. want
it hadde ten ſomer zomail feir geraint alle vage, dat ber Rin binnen
Coellen in de ftat geint. ind alle geweijer was grois in allen landen,
dat man forge hadde, de vrucht up dem velde folde verberven onermi den
20. profescien. quamen’ fehlt; vgl. X 3066. up fine armpt tufchen; vgl. X 3066.
22. quan. 24. nam.
1. Die vier Bettelorben. Jahrh. eine ‘orbinancie, wie die cageſſen
2. Ueber derartige Proceffionen mit gain foilen, ad man bie beilligen brait’.
Reliquien haben wir ſchon aus dem 14. Quellen 3. Geld. d. St. Coln I, 118.
⸗
J
D. | 179
vegen. got erhoirte dat gebet finre liever hilgen ind dat roifen ind kar⸗
men armer lude ind machte in druge weder.
30 Aiche droich man ouch dat hilge facrament ind onjer vrouwen
bilde mit iren kaſſen, gode 30 eren ind such vem almechtichen fchepper om
s ein zidich weder, ind ouch om ein buire zit, bat ons got de afnemen moiſte
ind verlenen ons eine goide zidonge. 0
In dem felven jair in dem angange des arns in dem buſchdum ind
in dem gulcher lande galt in ven: eirften || ein malver gerften 9 marf, ind 21. 58-.
derden bie in bem open bat fi dorre wart, ind moilen fi ind boiden broit
iv davan, alfo lange bis man des nuiwen forns gebruchen mochte, alſo grois
gebrech was in dem lande,
In dem ſelven jair zoich der foninf ind ver zofunftiche feifer in bat
lant van Sevenburgen! vur bie ftat Eoelne?; dar was ber Hoffen vil
gezogen ind hadden die flat gebrungen, tat fi der ftat vil in hadden ge-
'5s nomen. ber konink Albrecht belach ve ftat ind verſmede fi ind ſturmde
fi alfo lange, tat fi berus quamen ind gaven dem vurß konink einen
groiffen fweirlichen ftrit. de Hoſſen hadden zo hulpen ven konink van
Kracauwe? ind den konink van Pollant, ind ver roimfche konink wan
einen groiffen fweirlichen ftrit. do bleven vil Hoffen doit, ind ver konink
20 verloir vil lude de eme afgeſlagen woirden.
Ind wort bat jair u8 lagen de Hoffen onder dem konink van Kra-
ckauwe, ind hei inthielt fi mit finen heiven, ende de konink van Pollant,
ber || fin Hulper was, ind Freichden intgain den roimſchen conink. ind Bi. seh.
de eindrechticheit der Hilger criftenheit hinderde fi, bat fi up be zit neit
» weber den konink geboin infunden. ind deſe punten hadde ver konink alle
vur fich genomen 30 goider einpracht 30 brengen. de Hoffen ſtoinden
weder up ind woirden alfo mechtich als fi ie gewoirden, om bat fi der
konink van Kracauwe inthielt, ind voirten groiffen ftrit ind criech intgain
onſem heren dem roemfchen fonin? ind intgain der bilger criftenheit, ind dat
man in den Tirfpelsfirchen feir bat vur onſen heren ven roeniſchen coninf
18. ind den roimſchen Eoninf.
1. Wie der Ehronift dazu fam, flatt Albrecht abfiel. Uebrigens Tiegt wohl
Böhmen Siebenbürgen zu feßen, ift Schwer eine Verwechslung mit Tabor vor, das
zu ſagen. Bielleicht fchwebte ihm der Auguft 1438 von Albrecht belagert wurde.
Bea an bie untere Donau vor, ven Vgl. Lichnowsky, Geſch. des Hauſes Habs»
König Albrecht 1439 nach der Eroberung burg V, 292.
Stebenbürgens durch die Türken unter: 3. Vermuthlich ift Kafimir, König
nahm. Wladislaws III. von Polen Bruder ge-
2. Kolin, das auch nad) der Nürnb. meint, den bie utraquiftiiche Partei zum
Chron. (Chroniken I, 401) 1438 von Gegenksnig gewählt hatte.
12*
180 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
ind vur be criftenheit. ind man beilte bevemiffen alle godesdage ind alle
pridage ind ouch onſer vrouwen gezive.mit me legen. alſo vil preven die
Hoffen ind de beiden intgain be criftenheit.
In dem felven jair hadde rer fon van Virnenburch einen ruter bi
eme ind zogen beimelichen in dat geftichte van Mainke over bat ftetgin s
Menge!, ind quamen darin mit liften ind verbranten dat zomail af. do
31. 50«. gefchach grois ſchade an-wine int || an forne, want dat ftetgin was zomail
riche ind goit van zerongen, ind allet dat darom woinde dat hadde fin
geit dairbinnen. da dat lentgin af leven foulve, wart allet verbrant.
In dem felven jair gaf herzich Bhilippus van Burgonien eime engel- 10
ſchen ritter geleite vur fich ind fin dienre durch fin lant. gelichewail
eve de braume van Burgonien ven ritter vangen ind nam eme fin goit
in dem lante van Valkenburch. alfo mechtid was die yrauwe, bat it
neit 30 feiren iniwas, ind was bem berzogen eine cleine ere?. |
In dem felven jair was erfchenen alfo vil forns ind wins, als man ı5
Zuli. ie geſach up ein jair. ind it wart nevelen in dem houmainbe ind ber arn
geveil ſpade overmit ben nevel. fo veil ver fpechel in dat forn ind ver-
berfbe ven weis feir ind alle vrucht. ber win wart ouch duire, ouch veil
ber nevel up bie druven, dat die druven ſwartz woirben ind vielen feir af.
Bon, In dem jelven jair in dem auftmainde droich man || binnen Eoellen u
in allen firchen ind geftichten dat hilge facrament gobe zo eren, want it
alle eriftenheit durch ftarf welch ind duitſch ind ouch in heidenſchaf allet
mit der nuiwer ſuchden ende ouch mit gelicher raſender ſuchden. ind ba-
den den almechtichen got om vie jhemerliche plage afzodoin of zo verlenen
ons funderen einen vernunftichen boit. 2
In dem felven jair alfo als it genevelt was, danaf forn ind win
ind alle vrucht verborven, do woirden ouch de druven fivark an ben
11. vyenre' ſtatt ‘ritter?. 12. *van Burg.’ fteht in Hf. Hinter ven ritter?. 13. dat in
is neit Go feiren ind. 26. geuelt.
1. Der Name ift jebenfalls verfchriee ledener tit in urre gnaden landen van
ben. Koelh. Chr. 3078 fchreibt Moyntze'. Limburg mit irre gefellichaf gevangen ind
Bielleiht Monzingen an der Nahe? berouft fint worben’), worauf die Stadt
2. Diefer Vorfall fo nnte in Cöln ſehr dem Herzog in den verbindlichften Aus⸗
genau befannt fein. Wie wir aus einem drücken erflärte, fie habe ihn gar nicht für
Schreiben der Stadt an Herzog Philipp betheiligt gehalten Copienb. XV, 37b).
von Burgund vernehmen, kam April 15 Später famen bie englifchen Herren, dar⸗
Graf Friedrih von Mörs und Saarwer- unter ein Herr von Willebi (Willougby),
den mit vil gueder ridder ſchaf ſinre vuunde ſelbſt nach Edln (Ein an den Herzog
ind diener' auf das Rathhaus und be Juni 1440, Copienb. XV, 45b). Die
theuerte Die Unfchuld des Herzogs an die⸗ vrauwe van Burgonien’ ift Derzogin
jem Ueberfall (‘a8 ein deil heren nit vem Iſabella.
koeninkriche van Engelant in kurter vur⸗
181
ftoden ind vielen ein deil af. want ber druven was alſo vil erfchenen,
als man ie gefien hadde up ein jair. ind ber auſt bfeif zomail druge, dat
bie druven allegomail verheiden. ind der win floich up, bat be quarte
3. galt: we ſnoide hei was, fo galt hei 3 ſ. ind 20 morgin.
s Datum anno bomini 1439 in dem bardemaint up fent Pauwels Ian. 24.
avent, do ftarf Johan van Xoe, ver here was zo Heinsberch. ind hei
was allewege upfegich up goive ftere 30 verderben! ind den koufman up
ber ftraifien 30 verderven. damit || wart hei riche ind machte fine finder Bı. 6o⸗.
jo greven ind finen einen fon 30 Lutghe bufchof?, ind wairen vur jlechte
writterfchaf. alfo fint noch die Morſſe heren overmit bufchof Frederich
van Sarwerten, de groiffe beren worben fint?.
In dem jelven jair na paifchen hatte Spor van Herten mulenftoiffer, Apr. 5.
beide vraumwen ind man, mit wielen [zogemacht], ind folden Nuiffe af-
birnen. ind alfo mench huis irre ein afbrente, alfo menche 20 gulven
15 folden fi Haven ind winnen van Sporen *. de van Nuiffe woirden ber
ſnoeder lude gewar ind veingen fi ind verbranten ft.
In dem ſelven jair in dem merke, da lagen de Pidart ind ve Ar-
mejaden > ind bat vergaberte volf, dat den friech voirte tufchen dem To-
nink van Vrankenrich ind dem herzogen van Burgonien vur, in bem
2 lentgin van Straisburch. ind de van Straisburdh reifen alle ſtede an
om hulpe, ind de fteve de vergaberben fich mit den lantluden ind herzich
Lodewich van Beieren ind herzich Steffain: mit hulpen irre naberen
drungen fi Dat volk inwech.
|| In dem felven jair na paifchen, do lachte der herzich van Burgo⸗
3 nien einen groiffen hof 30 Broiſſel wail mit 400 helmen. de ftat van
Broiſſel wart heimelichen gewarnet, dat fi woilde haven goide vriheit ire
13. zogemacht' fehlt, ergänzt aus X 307®.
1. Man denke an die Rolle, die er
1402 in Siegburg (vgl. Rec. C ©. 95),
1420 in Brüfjel (Rec. BS. 64) und 1429
in Achen (oben ©. 161) jpielte.
2. Johann VIII. von Heinsberg, Bi-
hof 1419 — 1455.
‚3. Am meiften bat Erzbiſchof Fried⸗
rich III. zu Erhebung bes ihm verwandte
mörfiihen Haufes dadurch beigetragen,
daß er vor feinem Tode durch alle mög.
lichen Mittel feinem Neffen Dietrich von
Mörs. die Nachfolge im Erzftift ficherte.
4. Diefe Brandftiftungen werben er-
wähnt in einem Schreiben des Raths an
Neuß 1439 Sept. 3: ‘a8 ir und nu ge-
fchreven hait, dat Spoir einen kneicht ge«
habt have, ver jeont 30 Reide fi, ber
gefacht have, bat Spoir ind ber kneicht,
den wir in gefenknis figende hain, iren
upjatz gemacht haven bie welen zu leigen'.
Copienb. XV, 19.
5. Achner Chron. (Annalen XVII,
11): und man nennet fei die Armeniaden
oder Pidarden’. Gemäß der Fortfegung
Königshofen's (Mone, Duellenjammlung
Ill, 522) brachen Die Horden der Ar-
magnacs ‘uf ben nehften donrestag nach
lanct Matbistag in der vaften’ (Febr. 26) -
in Elfaß ein und blieben drei Wochen.
BI. Gi,
Oet. 27.
Bl. 61b.
182 V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
ftat van dem herzogen ind alle heren de dar ſolden komen, ind bat fi fwe-
ven ind verloiven folden allefamen, ber ftat gein arch zo doin, noch nie:
mans noch gein here noch ritter inſoulden neit ftarker fomen, van mit 4
of mit 5 perben. vort wolden die von Broiffel haven alle fteve in erem
lande ftark ind mechtich in ire ftat Broiſſel fomen ind in de helpen 30 be⸗
wairen ind 30 hoiden, dat in gein ſchade ingefchege. do ver herzich van
Burgonien dat vernam, do geinf der hof af tat was mit ber ſtat van
Broiſſel ine mit den heren up dem Rine de dar komen folden. doch be
neijte naberen bielten doch einen vruntlichen hof zo Broiſſel, ind der op-
lat bleif hinden. 10
In dem felven jair was groiſſe ſterfde zo Coellen ind alle lant
durch.
In dem ſelven jair was groiſſe duirzit binnen Coellen ind buiſſen
Coellen durch alle || lant. binnen Coellen drank man ein quarte wins
om 3 S., vur 4 ſ., vur 5 f., win korn vleifch butter fefe ind alle pink was 3
onmeffich duir, da der minfche af leven ſolde. ein quarte eſſichs galt 14
of 16 baller of 3 f. "
In dem felven jair up fent Simon ind Juden avent! ftarf der goide
berzich van Diftenrich, ver da geloren was 30 eime roemfchen foninge ind
30 eime zofunftichen feifer, dem anerftorven was dat koninkriche van %
Behem, dat koninkriche van Ongeren, dat foninfriche van Meren ind dat
Eoninfriche van Dalmacien, dat coninfriche von Erumesgen ind vil me
lang ind heirlicheit, dat eme allet anerftorven was van fime jwegerheren
ber Segemont. ind fine ſwegervrauwe? dede irme eivem herzich Al-
brecht vergeven overmit ven bufchof van ©ranen 3, der fin heimeliche rait 3
ind onderſaiſſe was. ver felve bufchof hadde under herzich Albrecht me
lang dan der bufchof van Eoellen ind der buſchof van Treir beide haint.
nochtant brachte hei finen beren zo dem dode. fin doit was ber hilger
criftenheit grois ſchade.
| Datum anno domini 1440 30 halven meie, do woirben zivene so
man usgeleit ind gehangen zo Coellen, dat vremde was: ber ein was ein
mit ind hadde driwerf z0 rade gefeflen, ind ver was alle fine dage geweft
2. verloynen.
1. Das Datum ift richtig, vgl. Chro- allerdings nichts weniger als freundlich.
niten ber deutſch. Städte I, 405 Note 2 Bon einer Bergiftung fpricht auch Lich:
u. 4. König Albrecht fiarb an der Ruhr uopoth, Geſch. des Hauſes Habsburg V,
zu Langendorf, auf der Rückkehr von einem 3085.
erfolgtofen Zuge gegen die Türken. > Dionye Szechy, Erzbiſchof von
Das Verhaͤltniß der Kaiferinwittwe Gra
Barbara zu ihrem Schwiegerjohn war
D. 183
ein vrome unverjprochen man, ind up fin alder intgeinf eme fine nats
ronge: do lachte hei fich an mit valjchem gelde, darom wart hei gehangen.
der ander den man mit eme heinf, der was ber jtat Coelne fchriver ind
was ein alfo abel man geheifchen, als in Coellen was,. ind was wail ind
s groiß geloicht in dem rade ind in der raitlameren. ind hei veriwarbe fin
din, Dat hei ouch gehangen wart. int bo man in heinf, do brach dat feil.
we it darom weire, dat fte ba it fte. dat fiwert was bereit, ind hei viel
bur van dem galgen, ind hindenna wart eme dat houft afgeflagen.
In dem felven jair was eine heiltomsvart, ind in deme bat man bat
jo beiltum zo Aiche zointe, do viel ein Huis mit ben luden, ba bleven 17
minſchen doit! ind 100 gequat, ind irre bleven wail 50 liggen an dem
hilgen facramente ind an deme || bilgen olich. ind dit was ein alfo groiffe Bi. 2».
heiltumsvart, als man ie geleefbe.
In dem felven jair na ver heiltumsvart, do brachte ter greve van
15 Morje herzich Phillippus van Burgonien van Wiche bis zo Eoelle der,
umb de bilge dri coninge 30 ſchauwen. ind bielte da mit dem engelfchen
ritter ind hoirte da, wat eren fin vrouwe begangen hatte in fime ges
leive?. ind te ftat Eoelne intfeint ven vurß herzogen heirlich ind daden
eme groiffe ere ind reverencie, ind hadden groijfen hof mit eme. do 30-
2 gen fi vort van Eoellen bie zo Nuiffe, da dede man dem vurß herzogen
ſente Quirinus kaſſe up ind lies den heren fente Duirinus Üiflichen fien.
In dem felven jatr lach de vrouwe van Burgenien in eime groiffen
buwe ind buwede ein alfo gar Eoftlichen ſchif als man ie gefach. zo dem
vurß Schiffe hatte de vraume 22 groiffer houftfmitten, de alle jmeben foul-
5 pen. inb dat fehif wolde fi fenden in irs vader riche irme broder in Por-
tigail 3. fi was ouch mechtich allet dat fi || bebreif ind dede. fo wat fig. oz.
bedenken borfte, dat moijte dev herzich gehengen, ende was eine fchebeliche
boefe vrouwe, alle de eriftenheit zo ſchinnen ind goide ftede 30 verberven
ind 30 twingen.
30 In dem jelven jair was ein ertbefunge op onfer Tiever vrauwen
bach concepcio des nachtes zo 6 uren. Dec 8.
Datum anno domint 1441 in dem usgange des bramaint fchreven Suni.
bie heren ſente Johan om hulpe intgain be heiden, dat lant van Rodes
7. was' doppelt. 17. Nach 'ritter? fcheint ein Wort ausgefallen zu fein. Etwa fpraiche'?
1. ‘1440 fiel das gefteiger op den Doppelbeft xxı. xxii, ©. 92,
Hönermarf nieder, da man das heilig» 2. Vgl. die Nachricht zu 1438, oben
thbum zeigte, da blieven 17 man tobt. ©. 180.
Achn. Ehron. hrsg. von Känteler, Au- 3. Alfons V.
nalen des hiſt. Vereins, Jahrg. 1870
184
BT. 638,
Jun. 21.
Zul. 4.
Bl. 636,
V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
in der fee. bar fante ber herzich dat groiffe ſchif vol luß, bat fin vraumwe
hadde laiſſen machen. bar zogen vil Engelfcher ind Schotten ind Por-
tigalfchen , ind ritter ind knechte zogen uſſer allen landen intgain bie
heiten. .
In dem jelven jair zoich buſchof Dederich van Morſe in Weftfalen
over die ftat van Soift mit eime groiffen her. doch vielen vie heren bar-
tufchen ind it wart upgenomen, ind der’ bufchof reit beim. ver bufchof
hadde upgefat, hei wolde die || goide ftat gerne getiwongen hanen, des doch
neit ingefehach. ind de goibe ftat Soiſt wolde fterven ind genefen bi irme
alden rechten, ind der bufchof moifte fi ouch bi irme alven vechten laiſſen
ind infunte ir neit vorber getwingen. barna ftoint de jtat Soift alle dage
barna, bat fi clevejch woirben 1.
In dem felven jair begunte be ftat Coelne bat dantzhuis zo machen
boven muiren ?.
Datum anno bomini 1442 in dem bramainde up jente Albains bach
quam konink Frederich van Diftenrich zo Coellen ingereden mit groifjer |
eren ind mit vil pringen, be eme dienden mit ven Furfurften. ind hei |
wart heirlichen intfangen van der ftat Coelne, als men des pleit, ind hei
hulde der ftat Coelne ind de ftat hulde eme wederommes. ſchade was it,
but hei ie erwelt was z0 eine roemfchen foninge, want hei brachte de lant
30 groifjem ſchaden, kummer ind noit.
In den felven jair des 4. dages in dem houmainbe, do wart ein
rait Coelne mit ter pafichaf eins, dat man || den felven dach ven halven
dach virde. ind do droich men fente Severin in den doim mit groifjer
eren ind weirdicheit. in dem wege ftoinden de vier orben ind ouch ve
firfpel ven it gelegen was, mit irme heiltum in den boim. ind be doim⸗
here geingen ba mit mit dem bilgen facranıente mit fent Severin zo fent
Marien ind hielten da ein bedemiſſe om ein zidich weder: want der fomer
D 2]
=
—
—
[2
=
18. de' ſtatt ‘hei’.
1. 1441 Oct. 24 (Racomblet, Urt.
IV, 290) rerſprach die Stadt Soeft, gegen
Adolf Herzog zu Cleve und Graf zur Mark
vier Jahre lang nichts feindliches zu un:
ternebmen, ihm und den Seinen ftets
freien Eintritt zu gewähren 2c. Auch nach
Ablauf der vier Jahre ſolle diejer Vertrag
nur auf Sahresfrift gekündigt werden
fönnen. Ausführliche Bericht Über Die
ber Socfter Fehde vorausgehenden Unter:
bandlungen bictet Bartholomeus von ter
Lake a. a. DO. 2:0ff.
2. Das jetige Kaufhaus Gürzenich,
deſſen prächtig reftaurirte obere Räume
auch heute zu Ball» und Eoncert-Sälen
bienen. Boven muiren’ ift die Martins:
ftraße (EEnnen, Geſch. I, 84). 1452 war
der Bau vollendet (ebend. III, 914).
3. Der Einritt erfolgte am.22., bie
Huldigung der Stadt am 25. Juni. Bgl.
den Bericht des Greven Werner Over:
ftolg, ®b. I, 364. Eingehente Mitthei:
lungen über die Krönungsreiſe entbält
die ſpeieriſche Chronik bei Dione, Ouellen-
ſammlung I, 375ff.
185
was alfo druge, dat alle vruchte verherven in dem velde ind bat wolf feir
ſwach wart van groiffer hitzden ind van groiffem drucke. alda vief dat
volf an fente Maria ind den goiden fente Severin ind alle goß hilgen,
bat fi got den heren beden om ein genebich weder. in bem felven jair
5 berheiden bonen ind ergen, vlais, der henf, de gerite, be ſpeltze ind alle
jomerorucht ind ouch de eichelen, ind it wois vil goitz korns.
In dem felven jair geinf ein man us Coellen an der ftat gerichte ind
erheink fich felver, wart hei wart wanfinnich. |
| In dem felven jair wois alfo vil wins, dat man is gehuifjen noch Bi. 64».
10 geherbergen infunte, ind ein voider wins galt up vem Nine 4 gulven ind
30 Coellen 10 marf. ind alle ſomervrucht verheide als vurß fteit, mit
namen haver, gerfte, fpelge, ergen, bonen, ullouch, henf ind vlais ind
bat hot ind allet dat man erdenken mochte. ind it was dat beſte winjair,
bat man ie gedenken mochte, ind alle lant was vol wine. . ind it woirben
15 do in Coellen alle taveneirre, pelger ind ſchomecher fo we dat fi wairen,
it galt allet win.
Datum anno domini 1443 do was der winter lanf ind it was Talt
bis in den halven mei, dat de lude dem vee gein voder inhabben zo geven
inb floigen vil vees in tat welt vur die wolve, ind braichen bat ftroi van
»0 iren dachen ind hackden dat irme vee. ind man gaf den perben korn 30
eifen ind allem vee. man inhabve hoi noch ftroi noch gein wintervoiber.
darom ſloich dat forn up ind galt 5 mark, ind ein malver haveren 20
wispenninf, ind ein punt ullichs 10 morgen, ind ein punt ftocvifch
2 albus, || ind rintoleifch ind fwinenvleifch bat punt 8 morgin. der win ar. om.
23 was wailveil.
Sn dem felven jair in dem evenmainde vur onſer liever vrauwen
bad) nativitas zoich bufchof Deberich van Morſſe mit fime neven dem Sept. s.
berzogen van dem Berge ind Gulche vur Broiche ! ind der bufchof van
Lutghe ind der herzich van Saffen.
1. Nachdem Erzbiſchof Dietrih und
Herzog Adolf von Cleve 1438 dem Jun⸗
fer Dietrich von Limburg das Schloß
Broich an der Ruhr abgenommen hatten,
ſtellten es die Schiedsrichter ‘thot behoef
hertogen Ailf van Cleve' Schüren ed.
Troß S. 202). Die zweite Belagerung
ſetzt die lat. Reimchr. irrig ins Jahr 1444.
Die Stadt beobachtete dabei ſtrenge Neu⸗
tralität. Auf die Bitte des Herzogs von
Cleve, feinen Gegnern keine Hülfe zu lei⸗
ften, antwortete fie 1413 Sept. 9 in einem
freundlichen Schreiben ("ind getruwen
uns da inne 30 haven ind anders niet 30
aldair brachte der bufchof vurß alfo
boin, dan ung waile voechlich is'. Co—
pienb. XVII, 127b). Gleichen Tags be-
ſchied fie da8 Geſuch des Erzbiſchofs, ihm
mit 500 Schüten zu helfen, abſchläglich
(ebend. 1275. Als der Herzog von Jü⸗
lich-Berg “einen unſen ftarkften buffen-
wagen, der zo unſer meifter buſſen ge-
boirt, mit ſchirmen, ftellongen ind gereit-
ſchaf darzo gehoerende’ geliehen haben
wollte, bekam er zur Antwort, man wolle
fih in bie Febde nicht miſchen (Sept. 10
ebend. 1276), und der Erzbifchof erhielt
auf gleiches Anfinnen ven nämlichen Be⸗
ſcheid (ebend. 128).
Nov. 1.
BL. 658,
BI. 65b.
186
V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
vil volfes, dat hei da mechtich ind geweldich was, ind wan [it] mit groiffer
macht ind gewalt dem herzogen van Cleve af binnen 12 dagen ind behielt
dat felde ind gaf it da dem herzogen van dem Berge. ind tat hindert
ben bufchof fere, do bei viant was bes van Eleve, want hei hedde wail
groiſſen ſchaden alda gebain.
5
In dem jelven jair vur alve hilgen dach, dat dat lant van Lutzelen⸗
burch neit wail inftoint mit irre lantoroumen, darom ber roemſche konink
gaf dat lant Xußelburch dem herzogen van Saſſen na dode der vurf
vrouwen. aldair lachte ver herzich van Saſſen fin wolf || weder de vrouwe.
de jelve vrouwe lachte ven greven Roprecht van Virnenburch zo Lußel- 10
burch. alſo up eine nacht quam ber vurß.[greve ind] 200 ruter in ve
ftat over bie muire, ind wonnen de ftat mit eime groiſſen gefchrei ind in-
vonden neit einen man wachen. de man ind de vrouwen vlouwen alle:
ſamen ufjer der ftat ind gaven de ftat vrilichen over. ber vurß greve
holde den herzogen van Burgonien mit 10000 perten, ver nam Lußelen- 15
burch in!, ind voirten alle dat uffer der ftat dat bairinne was, ind floi-
gen de onberjlege en ve huiſſer us ind branten dat houlg ind ftalten ir
perbe in de huiffer, ind braichen de hulgen huiffer af int kochden bi dem
houlge ind bi den hulgen ftoelen, benken ind Tiften, ſedelen ind ſpanbedde,
ind inlieffen in der [ftat] neit alſo vil van alle ivme goibe al8 ein morgin. ?
ind der vurf herzoge nam be bute felver mit ind behielten de ftat ind bat
lant, ind gaf do den burgeren tr bloiffe huiſſer weder, ind fi moiften eme
bulben. ind ve verrever woirven inthoufbet. ind der vurß Roprecht van
Birnenburch wart || frank, ver dat fpil gedreven habbe, ind ftarf, want
bei wart driwerf geracht binnen einre uren.
In dem felven jair koir de ftat van Mainze herzich Lodewich 30 eime
1. tit' fehlt.
ftatt ‘nam’, verbeflert nach X 3086,
1. Zum Berftändniß dieſes ziemlich
unklaren Berichts vgl. die ausführliche
Erzählung bei Bertholet, Hist. eccles. et
civ. du duch6 de Luxembourg VII, 382,
ferner €. Sagittarius, Historia der Graf⸗
Ihafft Gleichen (Frankf. am Main 1732)
&. 191, Barante, Hist. des ducs de
Bonrgogne VII, 149 und beſonders Pu-
blications de la section hist. de l'insti-
tut de Luxembourg XX VIII, 165. Die
. Herzogin Eliſabeth, Tochter Herzog Jo⸗
hanns von Görlitz, in erfter Ehe mit An⸗
ton von Burgund, In zweiter mit Johann
11. dat' flatt quam'; Der vur 200. &ebeflert nach X 3056,
20. ‘flat? fehlt, ergänzt nach X 306b.
15. 'van’
von Baiern vermählt, wurde 1442 aus
Luremburg vertrieben, die Stadt burd)
den Grafen von Gleichen für feinen
Schwiegervater Herzog Wilhelm von
Sachſen bejetst, der als Gemahl der Toch⸗
ter König Albrechts, Anna von Oeſter⸗
veih, auf Luxemburg Anſpruch erhob.
Die Neberrumpelung der Stadt durch Die
Burgunder erfolgte in der Nacht vom
21. auf 22. Nov. 1443. Daß Robert von
Birnenburg Anhänger der Herzogin und
der Burgunder wer, jagt auch Bertholet
a. a. O. 383.
D.
187
vurmunder ir ftat intgain trem bufchof int ouch ere paffen ende prelaten,
davan fi lange geleven hatten groiffen ſchaden ind grois betwenfnifje, bat
fi groiſſe noit darzo twanf.
Datum anno domini 1444 zo paiſchen brach de groiſſe clocke in Ar. 12.
s deme bein:e af zwei oren, ind de inwairen neit geraden in dem giefjen,
ind ber felve guß was vilna zomaile verborven.
In dem felven jair in dem bramainde, do geboit Dederich van uni.
Morſſe bufchof zo Coellen alle fin Iant up deſe fire Rins: fo wer goit
behalden wolde, dat hei dat brechte 30 floffe ind zo fteden, ind ouch in
io bein gulcher lande. de lude vloeden grois goit in Eoelne, in Andernache,
2
in Bunne, in Nuiffe vort fo || war fi funben ind mochten. want it was Bi. sce.
30 verfien, dat de Gellerſchen ind de Clefſchen ind ve van Utrechte int
der herzich van Burgonien fomen woulden in dat gulcher lant ind bat 30
winnen in hant ver Gellerfchen. ind ver vurß bufchof lach 30 Arnsberch 1
ıs mit groiffen volfe, om de van Soiſt zo betwingen.
In dem felven vurß mainde bramaint, do nam bie ftat Soift bie
heirſchaft van Cleve zo eime erfheren 2 ind vielen irme buſchof ind capittele
des doims 30 Coellen af ind ftalten fich mit groiffem wederſtande intgain
iren heren bufchof Dederich vurß.
In dem felven vurß bramainde up fent Albains avent, do wart ver
jon van Cleve, jonter Iohan, mit finre macht viant des vurß bufchofs
van Eoellen.
Darna over 6 dage?, do wart ber herzoge van Eleve viant des vurß
buſchofs van Eoelne.
I. ‘fat? für *paffen’; vgl. X 308b,
Derbeflert nach X 3098.
I. Bgl. Bartholomens von der Lake
a. a. O. 277.
2. Nachdem 1444 Febr. 21 (Lacom⸗
biet IV, 303) ein ungünſtiger Spruch
der Töniglichen Commiſſarien gegen Soeft
ergangen war, ſchloß die Stabt April 7
(ebend. 313 Note) mit dem Jungherzog
Johann von Cleve ein lebenslängliches
Freundſchaftsbündniß, und nahm denſel⸗
ben April 23 (ebend. 310) zu ihrem Erb-
herrn an für den Fall, daß bis Pfingften
keine Einigung mit Erzbiſchof Dietrich er-
zielt werde. Weitere vermittelnde Schritte
blieben vergeblich (vgl. Urt. des Edlner
Domcapiteld und der Ritterfchaft ſowie
der Städte in Weftfalen, Lacomblet
315), und ba die Stadt fich weigerte,
-
12. Statt ‘ve van Utrechte' widerfinnig “ve Berfchen?.
einer neuen Juli 7 infinuierten Borla-
dung des Königs Yolge zu leiften, wurde
fie Dec. 22 durch die Commiffarien in
die Acht erklärt, was Friebrich III. 1445
Jan. 16 beftätigte (ebend. 317 Note).
3. Diefe Daten werden gegenüber
ben jehr genauen Angaben Schliven’s (ed.
Troß, S. 211. 212) zurücktreten müjfen.
Nah letzterem wurde Junker Johann
Feind des Erzbijchofs ‘up den frivag nae
jent Situs dag’, alfo Juni 19, Herzog
Adolf bereits des dinxdags negft paernoer”,
aljo Juni 16. Junker Johann bielt feinen
Einritt in Soeft auf den Tag der 10000
Martyrer, am britten Tag nach feiner
Kriegserflärung, alfo Juni 22. Vgl. auch
den Klagebrief Herzog Adolfs von 1446
Juni,
Jun. 20,
Bl. 66b,
BI. 678.
Aug. 8.
188
V. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
Darna wart ve ftat van Soift viant irs langheren || des vurß bu-
jchof8 van Eoellen. do quamen fi 30 rouve ind zo brande! mit groiffer
[weirlicher koſt 30 beiden fiden.
In dem felven jair wart upgenomen ver kriech intufchen dem konink
Odnlphus? ind tufchen tem konink van Engelant. ter vurß Triech hadde 5
geftanden me dan 30 jair. ber heizich van Burgonien wart viant des
vurß koninks Odulphus van Vrankenrich, ind der herzoge van Orliens
halp dem foninge van Engelant ind brachte der Engelfcher vil in Bran-
fenrich. ind wonnen des lang vil ind roufden wil fteve ind borper in
Frankenrich, tat fi bufch ind heide fregen, ind wonnen Paris ind dreven 10
ben vurß foninf Odulphus uffer Frankenrich. ind bat vurß volf leif us
Vrankenrich alle lant durch gilen in groiffem jamer ind armoit. in dem
felven vurß Friege bleif doit 30 beiden fiven me dan zo eime mail lude left
in Kirftenriche. ouch verburven die heirfchaf von Orlieng. boch wart it
geſoint in dem jelven jair?.
| In dem felven jair up fente Lairencius avent! 30 middage, bo
wairen zwei groiffe weber in ver lucht boven Eoellen. dat werer wart
alfo grois, bat it einen paffen boit jloich mit jime perve, ind fin knecht
jas hinder eme, der was ouch vilna boit, ind it was in dem velde ind fi
jelden riven 30 Molenheim an ver Velend. an den bogen hinder dem 20
Eigelfteine floich dat jelve weder in pri jchuiren, dat fi rein afbranten
ind alle dat korn dat da inne was: dat vuir inwas neit 30 lejchen.
In dem felven jair als der roimſche konink Frederich van Difterich
wis wart, dat Frankenrich ind Engelant gejoint wairent, do fehreif konink
Frederich 30 bem koninge Odulphus in Frankenrich, dat hei eme ſenden 25
9. vyl ind vyl ind.
(Zacomblet IV, 332): »unſe foen is drie
dage tovoirens fin viant worden eer bie
to Soift inrebe’.
1. Die Stadt Cöln verhielt fih in
biefer Fehde vollkommen neutral, wenn
fie auch Speft gegenüber eine wohlwol-
lende Haltung zeigte. Noch im Mat 1444
Copienb. X VIII, 156. 16) fucchte fie Durch
ihre Boten Johann Schimmelpennint
und Johann van Stummel zu vermit-
teln, ſchickte auch 1445 März 15 den Soe-
ſtern Abſchrift der königlichen Achtbriefe
mit einem freundlichen Begleitjchreiben
zu (ebend. 82). Der Herzog von Kleve
befam 1444 Juni 15 (ebenb. 21) beruhi-
gende Zuficherungen, dagegen wurde bie
Stabt Paderborn auf ihre Anfrage, ob
20. Velen vurß an.
fie den wiederholten Hülfegeſuchen ber
Spefter Folge leiften jolle, mit der Ant-
wort abgeipeift, das müſſe fie jelbft am
beften wifien (1444 Sept. 22 eben. 47).
2. Weiter unten (S. 190 3.1) Odul⸗
fin’. Sedenfalls eine Eorruptel aus Del-
phin gleich Dauphin.
3. 1444 Mai 28 wurde ein Waffen:
ftillftand zwifchen Frankreich und Eng⸗
land bis 1446 April 1 abgeſchloſſen.
Schmidt, Geſch. von Franfreid) II, 333.
4. Obwohl LYaurenciustag ſtets Aug.
10 fällt, ift doch Laurenciusabenn 1444
auf Samstag Aug. 8 zu Segen, da bie
Bigilie eines Feltes nie an einem Sonn⸗
tag gehalten wurbe.
5. Vgl. oben S. 143 Note 2.
D.
189
woulde om fing verbienens willen 100000 Armejaden up finen zolt over
die Switer ind zo betwingen ind ven adel weber upzoheven ; ven fine
alveren verloren hatten. ver foninf Odulphus erhoirte fine bede ind
fante eme finen fon als mit namen ouch Odulphus || mit hundert bufent pr. err.
s mannen, daronder was der herzich van Bair ind ver foninf van Napels
ind ein konink van Gecilien!. ind fi quamen in dat lant van Switzen
ind in Oiſtenrich? ind in Eilfaiffen ind vur Baſel zo fente Nemeis
mifjen?. de Swiger fanten ven van Baſel 800 man 30 hulpen ir ftat Oct. 1.
30 behalden. bes woirden ve Armejaden gewar ind floigen fi alle boit,
ıo der Armerjaden bleven ouch vil doit. in dem lande lagen ve Armejaden
10 milen breit ind wonnen in Eilfaffen me dan 26 ftebe ind ſloſſe kurtli-
chen ind ſneden bie ſtocke mit den druven af ind voirten bat goit in ir
ber. ind namen be vrauwen mit den Tinderen ind bochtere, ind dreven
mit ben vrauwen ind manne ind ver lude bochteren groiffe onfuifcheit ind
15 dreven.onlibeliche ſachen. ufler dem houfe zoich der vurß herzich van
Bair alfo ſtark vur Mebe* in fent Remeis maint ind wan den van Metze Ott.
alle ire ſloſſe af Furtlichen.
In dat ber quam ver abt van Prom ind bat ven vurß erzogen van
Bair umb finre || Armerjadlen, eme ouch zo dienen. ber vurß abt wpirte Br. 6s⸗.
» in de Eiffel over jonfer Johan Hurten5 vur fin floß ind in fine vribeit.
ind jonfer Johan van Hurte moifte bem vurß abt finen willen doin, dat
bei der gefte quit woirde. de ftat van Metze, folden fi ber Armerjaden
quit werben, fi moiſten fich foenen mit dem vurß herzogen van Bair ind
von Kotringen, ind was ouch ein konink van fent Cecilien, ind moiften
2» eme geven hundert duſent gulden, alle jairs 11 duſent gulden erflichen 6.
ind der vurß herzich ind konink, ind hei was ouch ſwager des koninges
1. Alle drei Titel ſind auf Renatus J.
Herzog von Lothringen und Prätenden⸗
ten von Neapel zu beziehen. Vgl. Speier.
Shronit bei Done, Quellenſamml. I,
8.
2. D. h. in die vorberöfterreichifchen
Länder.
3. Der Monat iſt unrichtig. Schon
1444 Auguſt 26 erlag das Heine Hülfs⸗
corps, welches Die Schweizer nach Bafel
geihidt hatten, bei St. Jacob an ber
Birs im Angeficht Bafels der ungeheu-
ten Uebermacht der Armagnacs. Der
günftige Bertrag von Enfisheim (Det. 28)
war die Frucht dieſer Heldenthat, im El⸗
ja bezogen die franzöſiſchen Horden uns
ter entjetslichen Gräueln die Winterquar⸗
tiere. Vgl. Chmel, Geſch. Friedrichs IV.
und feines Sohnes Maximilian I. Band
II, 282 ff. Barthold, der Armegedenfrieg
(in Raumer’8 Hift. Tajchenb. 1842) ©.
48 ff.
4. Ueber diefe Fehde, an der auch ber
König von Frankreich ſelbſt Antheil
nahm, vgl. die Chronique de la noble
cite de Metz’ (Calmet, Hist. de Lorraine,
Ausg. von 1728 tom. II, preuves p.145),
fowie Speier. Chron. a. a. OD. 388.
5. In den Gesta Trev. edd. Wytten-
bach et Mueller II, 332 fommt er als
Johannes Hurte de Schoneck (Schön:
ecken jüplich won Prüm) vor.
6. Auch an den König von Frank—
reih mußte Met eine fehr bebeutende
Kriegsentſchädigung zahlen, vgl. Bart-
hold a. a. O. 114.
Nov. 3.
BL, 65»,
Febr.
Bl. 698.
190 V. &ölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
Dpulfin van Vrankenrich: do gaf hei der ftat van Metze ire floffe ind ir
lant weber, bat hei in afgewonnen habbe. |
In dem felven jair up ſent Hupertz dach, des morgens vroi in der
nacht !, quam der herzich van Gelre mit 2200 perden in dat gulcher lant
ind woiften dat ind branten 17 dorper af. dat [vernam] der herzich van 5
dem Berge ind van Gulche ind gebobe ſinre ritterfchaft bi ein ind ouch || ve
jonkerſchaf, ind leis fich ritter flain ſinre rittersgenoiffen. ind bei habe
800 man bi eme na mibbage na zwen uren up ter fanten van gulcher
lande. ind ver vurß durchluchticher herzich van dem Berge ine Gulche
was ber eirjte ind reit ve Gellerichen an. ter herzich van Gelre vlo mit ıo
fime baneir heim. vie Gulcher flogen ver Gellerfchen me dan 30 boit
ind veingen dem herzogen van Gelre finen broder af ind finen lantdroſſit
ind Johan van Broichhuiffen 2, der den Friech voirte, ind vil goiber ritter
ind rittersgenoiljen, 30 houfe me dan 64: bo verloiren de Gellerfchen
einen groiffen ſchatz. ind darna ftalten fich de Gellerichen binnen nacht ı;
in dat gulcher lant ind branten allet 30 der middernacht, ind fi indorſten
binnen [dagis] in dat gulcher lant neit fomen, ind kriechden alfo ſnoede
hankmiſſe, dieve ind boiven.
‚Datum anno domini 1445 in dem fpurfel? do zoich buſchof De-
derich van Morffe,. ergbufchof z0 Coellen, || mit fime brover, ein here »
zo Morfje, ind fin broder jonker Walrave zo Zreir bi den bufchof ind
machben einen helich ind gaven dem proifte [van] Wirtzburch ein [wif],
bat was junfer Tedelburch, ind machben jonfer Walraven einen proift
30 Wirgburch. de ſelve proiftie dient alle jairs 5000 gulden.
In dem felven jair quam ein vafen werwolf intgain Bunne z0 3
Berchen ind zo Bilfe * ind in, me borper ind hoeve, inb hei beis der min-
ſchen alſo vil als 14, der bleven zwei boit. ind ber lefte minfche ver
gebifjen wart, ver greif ven rafen wolf alfo hart in fine hende ind hielte
7. leiffen; vgl. X 300b.
22. van' und !wif? fehlen.
5. vernam' fehlt. 6. verboben. 11. ver’ für vie”.
17. dagis' fehlt, ergänzt aus X 3096.
1. Das Gefecht fand auf St. Huber-
tus Zag in ber Nähe von Linnich ſtatt,
vgl. Lacomblet, Archiv IV, 257. Den
Tag nennt die Urkunde bei Lacomblet,
Urkundenb. IV, 327 und die Münfter-
eifler Chronif, Annalen XV, 201.
2. In einem Geleitsbrief des Cölner
Raths 1442 Aug. 8 (Eopienb. XVII, 41)
erſcheint Johan van Broichufen, here tot
Loe ind tot Geifteren, erfhoefmeifter des
land& van Gelre'. "
‚3. $ebr. 7 flellt Erzbifchof Jacob von
Sierd eine Urkunde zu Trier aus. Die
Trierer Zufammenkunft hatte wohl haupt⸗
ſächlich den Zweck, gemeinfame Schritte
gegen Papſt Eugen IV. zu verabreden,
ber gerabe um bieje Zeit bie Erzbifchöfe
bon Trier und Coln wegen Begünftigung
des Gegenpapftes Felix abfeßte. l.
Oi, Regeſten der Erzb. zu Trier, ©.
4. Bergheim an der Sieg und Bilich.
D. 191
in alſo ange, dat ein ander man quam geloufen mit eime bielen ind
floich ben raſenden wolf doit.
In dem felven jair in deine aprille up ſente Marcus bach, Do quam Arr. 23.
ein fchif wol breider van Seine. [do] dat fehif beneden Engers ſquam
s dae braech it]. alda erdrunken 200 minjchen jo junf ind alt, man ind
vrauwen, ind irre quamen wail 60 u8.
In dem jelven jatr in deme meie des vunfden dages in || der mid- nei 5.
dernacht intftoint ein grois brant an dem Turemarte: alda verbrante af "
2} goider huiſſer ind. dri finder de ouch verbranten, ind ouch jchifpert.
id ind als got woulde, dat ver wint over Eoellen quam ind breif dat vuir
allet 30 Rin wart.
inweir des neit geweft, fo weir alle de ftrailfe da
herumb verbrant, ind gejchach jamer ind groifjen ſchaden.
In dem felven jair vurß in dem meie des 12. dages!, Do quamen Mai 12.
bie ruter van Cleve vur Moelenheim ind zogen vort in der nacht binnen
5 Duge ind plunderden den criften ir goit af ind ouch den Soeben, ind
veingen den fchultis ind ouch der burger van Dutze ind ouch der Joeden
ind namen in ir vie.
do ftaichen fi ouch dat dorp an ind branten it, ind
boirten mit in cleiver ind dat Eoftlichjte cleinoit van gulde ind van ſilver
ind van perlen ind gefteinge, dat fi den Joeden namen ind mit in voirten
20 heimelichen.
In dem felven jeir do was it friech in allen landen uperwart ind
neberwart, wiven || ind ſiden, dat der foufman neit wail wandelen in= 21. 70.
ver eirfte Friech was mit dem foninf Freverich van Difterich over
dorſte.
die Switzer ind in Eilfaiffen?, ind machden menchen armen minſchen,
2 ind ouch bufchof Dederich van Morffe intgain ven Eleffchen. ind bufchof
Deverich vurß wan da dat ſlos Frideburch?, ind der jonfer wart doit
4. 0’ und *quam — it’ Tchlen, ergänzt aus X 304b.
1. Nach Schüren S. 220, der eben-
falls der den Juden abgenommenen reis
hen Beute beſonders gedenkt, war ber
Sungherzog Johann von Cleve perjön-
ih bei biefem Handſtreich anweſend.
Nach der latein. Reimchron. fand letzterer
1444 quarto Kal. Juni, alfo Mai 29
Ratt. Wir müſſen jedoch am 12. Mai feft-
halten, da die Stadt ſchon 1445 Mai 19
Copienb. XVII, 1. Abtbeil. 31. 101b)
für Die furz vorber (‘as Duite nu
furz verbrant i8’) zu Schaden gelomme-
nen Cölner Bürger Entihädigung ver—
angt.
2. Ueber ten Zug der Schweizer nach
den Breisgau vgl. Fortſ. Königshoſen's
14. *ind’ ftatt vur'. 23. ove.
beit Mone, Ougllenfammi. I, 257.
3. Gegen Anfang der Fehde batte der
Herzog von Kleve Bilftein und Fredeborg
feinem Sohne Johann übergeben (Shi-
ren 216). Ein Robgebicht auf Erzbifchof
Fer (Beilagen I, Bl. 968) enthält die
Bilstein cum Fredeberg, Hornborg foe-
lieibus armis
Magniflcus presul addidit ecclesie.
Nach Deünfterfchen Aufzeihnungen (Fi⸗
der, Die Münſterſchen Chroniken des Mit⸗
telalter8 S. 195) erfolgte die Einnahme
erft 1446 tempore aestivali. Kurze Er-
wähnung bei Bartholomeus von ber Lake
a.a. O. 264.
192 V. Einer Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts.
geſchoſſen. ouch gewan bufchof Dederich vurß Bilſteden das flos, be
bem van Cleve in fime Iande lagen ind fi mit viant wairen des vurß bu-
ſchofs Deverich van Morſſe ergbufchof 30 Eoellen, ind machden menden
armen minfchen ind roufden nachg ind dages zo beiden ſiden. ouch jo
worren bie Gulcher ind de Gellerſchen ind roufden ind branten nacht ind >
dach. ind bo was it Friech in allen landen, ind da in fent Anbreis
Der. mainde! do wart der kriech upgehalden tufchen ven Gulcheren ind ben
Gellerfchen, als herna gefchreven fteit.
In dem felven jair do was it ein nas fomer ind ouch in dem arne,
bat de lude groiffen jamer hadden mit vem korne ind mit allen oruchten, "
Bl. 70. ind it rainde allet ind ouich || in dem winter, bat nie me gebacht inwas.
doch was bie lifnaringe wailveile. doch got voigede alle dink da zome
beiten.
1. 1445 Nov. 21, Lacomblet IV, 338 Note.
Beilagen.
J.
Lateiniſche Chronikenfragmente 1332— 1488.
(Hf. der Würzburger Univerſitätsbibl. in Sol. n. 81. Pap. saec. XVI. Bl. Eint.
5 .8).
Item anno 1332 altera die Matthie apostoli exusta est Wipper- er
furdis manentibus 4 domibus, nuncupatum Bebartzbrandt.
De magna nive. DI 8
Anno milleno ter CCC X simul octo Yun. 22.
0 Albini festo cecidit nix, hoc memor esto.
Huius (Erzbifhof Wilhelms von Gennep) tempore in primo suo 31. Ti.
anno magna fuit pestilentia Colonie et in locis circumiacentibus, et
hoc duobus fere annis.
Anno 1352 in festo venerabilis sacramenti fuit incendium magnum Sun. 7.
Is in Wipperfurdis per fulminationes.
De magna nive. Di. 1.
In festo steLLe nIX CoMpLet aqVas sIne VeLLe!. gan. 6,
Anno 1368 exusta est Wipperfurdis, sic quod perierunt 80 ho- Bi. 760.
mines, nuncupatum Laepperbrant.
a Anno sequenti scilicet 75 scabini alme civitatis facti sunt partia- 81. 82«.
les contra dominos consules, qua de causa plures a civitate recesse-
runt moram trahentes in Bonna, quorum duo cito revertebantur, sed
tres manserunt in civitate, videlicet domini Henricus de Judeis, Ever-
hardus Hardefuist et Everhardus de Caniculo, milites.
% Porro cum pro magnificentia nedum urbis Coloniensis verum Bl. Sie.
etiam omni circumiacenti regione? sit litterarum sacrarum eruditio,
magnifici domini consules matura prehabita deliberatione etiam quo-
rundam ex singulari informatione virorum religiosorum de ordinibus
1. Die latein. Reimchron. (Beil. II) 2. Es wird zu leſen fein: regione
erwähnt eine Ueberſchwemmung Januar necessaria sit.
und Februar 1374.
Städtedyrenifen. XIII. 13
194 Beilagen.
mendicantium ad sanctam sedem miserunt apostolicam pro universali
studio omnium facultatum in urbe sancta Coloniensi instituendo. que
causa domino sanctissimo domino Urbano VI. proposita est. qui do-
minorum consulum et comunitatis inclinatus supplicationibus rem
optatam concessit et suis comunire statuit privilegiis et indultis apo- 5
stolicis ad instar etiam universitatis Parisiensis cum clausulis insuper
Dec. 22. oportunis et necessariis. tandemque in crastino sancti Thome apo-
Bl. 84b.
Aristot.
Eth,
Nik.
IV, 7.
Bl. S6®,
Aug. 29.
stoli universo congregato clero in domo capitulari ecclesie maioris ad-
venerunt domini consules honorabiles cum comitativa solemni comis-
sione 1 ibidem in loco solemniter et publice presentantes privilegia et
apostolica indulta civitati inclyte concessa, pro universali studio ne-
dum in sacra pagina habendo sed etiam in omni facultate licita. pro
cuius cancellario et sedis apostolice vicario assignatus est nobilis vir
dominus prepositus maioris ecclesie semper pro tempore existens.
hec presentatio et litterarum apostolicarum exhibitio facta est anno
-domini 1388 in crastino sancti Thome supranominati. veruntamen
‚in sequenti mense videlicet 6. die mensis ianuarii inchoatum est stu-
dıum alme universitatis Coloniensis, et lecta est prima lectio in sacra
pagina per quendam magistrum et doctorem Johannem de Wassia
universitatis Pragensis, presentibus ibidem in capitulari domo maio-
ris ecclesie multis magistris et viris religiosis atque clericis quam
plurimis, et statim electus est rector universitatis primus in artibus
magister Hartelinus de Merca. demum succedentibus temporibus
congregatis doctoribus in theologia cum aliis facultatibus iuris utrius-
que et in medicinis magistris condita sunt statuta universitatis ad in-
star Parisiensis. quoniam ibidem multi comparuerunt religiosi de
omnibus ordinibus mendicantibus, qui doctorati erant diversis || in
locis, Parisiis, Bononie et Prage, ut claruit in eorum presentationi-
bus, qui extiterunt in promotione universitatis et statutis ordinandis
perutiles. insuper succedente tempore videlicet domini Bonifacii IX.
pontificis summi roborata sunt et augmentata prelibata privilegia uni-
versitatis et indulta pro maiori civitatis solemnitate et honore, quo-
niam secundum philosophum inter bona exteriora maximum est honor.
et ita singulis annis innovatur honor in doctoribus et magistris no-
vellis creatis et creandis continue omni coram clero et populo.
Eodem anno [1405] die 7. post festum sancti Bartholomei apo-
stoli dominus Arnoldus de Kalchin ? defidavit Colonienses, ex quo
‚filium suum decapitaverant, qui sine causa et defidatione ? damnum
fecerat civibus, cum quodam militari dicto Nicolao de Zyss. idem
0
15
1
*
22
we
2
2*
dominus Arnoldus cito pest hoc depredatus est cives Colonienses et 4"
naves inter Coloniam transeuntes et Bonnam. quare dominus Fre-
dericus archiepiscopus una cum civitate Coloniensi facti sunt publice
adversarii domini Adolphi protunc ducis Montensis, in cuius potria
1. Die Stelle iſt offenbar verborben. ‘dem sapitiel ind ber pafichaf'.
Etwa solemni et comissione, ibidem etc. 2. Kalkum.
oder comissioni. Koelb. Chr. BI. 2828 3. defidationem et damnum Hſ.
I. Lateinische Chronikenfragmente 1332 — 1488. 195
habitabat prefatus dominus Arnoldus. et tandem dominus archiepi-
scopus Magnum congregans exercitum ex singulis eivitatibus et villa-
giis sue dioecesis in oppido quod Ordingen! dicitur, in quo simul et
comunitas urbis Coloniensis cum magna gente advenit, et insimul
s transfretantes Rhenum in terram Montensem devastarunt multas terras
et castrum domini Arnoldi depredarunt per eircuitum. et tandem
Ratingen obsidentes suburbium destruxerunt et undique patriam ibi-
dem devastarunt et 10 ibidem diebus multa intulerunt damna terre
Montensi. quibus transactis totus ille exercitus reversus [est] ad Tui-
ittium ponentes ipsorum tentoria ibidem et miranda perpetrando. in
noete vero sancti Andree oppidum Wipperfurden obsederunt et cepe-
runt. sed quidam miles in castro versutus dietus Crewell de castris
emissis telis lethiferis et ignitis combussit oppidum, et sic coacti in-
imiei recesserunt. non longe post illi ceperunt oppidum quod So-
is lingen nuncupatur consimiliter totam patriam per circuitum ibidem
depopulando. || eodem tempore dominus Fredericus archiepiscopus
cum civitate Coloniensi in coadiutores habuerunt advocatum Colo-
niensem cum multis nobilibus et dominum Wilhelmum de Monte
episcopum Paderbornensem fratrem ducis Adolphi Montensis.
⁊ Anno vero domini 1406 convenerunt insimul dominus Frideri-
cus archiepiscopus Coloniensis et comunitas alme urbis Coloniensis
cum domino duce Adolpho Montensi et pacem tractantes cum suis
recesserunt insimul pacificati et concordati. et dominus Fredericus
fecit dominum Adolphum in Arnsberg suum oflicialem et per totum
5 comitatum illius?.
Eodem anno post Martini infra 6. et 7. horas facta est eclipsis
solis.
Anno autem sequenti in vigilia sancti Laurentii facta est pro-
cessio solemnis et devota cum sacramento et sancto Severino propter
% frigora inundationes aquarum et pluvias, que blada et vineas destru-
xerunt et satis leserunt omnia.
Eodem anno in mense iunio filius supranominati domini Arnoldi
cum suis intravit satellitibus villam que Molenheim dicitur et inibi
quendam cepit captivum incolam seu civem Coloniensem quia suum
5 fratrem decapitaverunt, sed quia ab eodem magnam petiit pecuniam
volens illum exactionare, civis captus nil sibi dare intendebat, attento
quod nondum diffidaverat civitatem Colöniensem. quo audito prefa-
tus filius domini Arnoldi eundem civem extra villagium duoens suspen-
dit in arbore quadam et retro scribens indilate eivitati Coloniensi pro-
# misit eodem modo velle cum omnibus agere Coloniensibus sibi occur-
rentibus, dummodo eidem non darent pecunias optatas.
Idem (Erzbifchof Frieprich III.) postquam omnes adversarios sibi
subiugaverat et castrum Steinhusen in Westphalia et castrum zu der
Hoesenn in dem Westerwaldt magnis sumptibus et expensis funditus
1. Uerdingen. Herzog Adolf das weſtfäliſche Marſchalls⸗
2. D. bh. der Erzbifchof übertrug dem amt. Bgl. Lacomblet IV, 50 Note.
13*
Nov.30,
BI. 86b.
Nov. tl.
1407
Aug. 9
Bf. 870.
Bl. Sid,
Det. 12.
1438.
Det. 1.
Det. 9.
Bl. 884.
1390
Dec. 13,
196 Beilagen.
destiuxerat et per eliquot annos in pace et || tranquillitate patriam
suam ab utraque parte Rheni possederat, tandem sumptuose edifica-
vit de novo et funditus circundedit muro Fritzstrom ! oppidum et
castrum et turrim sancti Petri inibi pro defensione Rheni construi
fecit. 5
Item similiter oppidum Renss circumdedit muro et munivit turri-
bus. idem etiam archiepiscopus castzum Laten a Clivensi possessum
per fors obtinuit. idem castrum Lynne? cum suo dominio ecclesie
sue subdidit et adiecit, ubi 70 armigeros captivavit, quos in littore
Rheni supra rotas gradatim poni fecit. 10
Idem etiam contra voluntatem ducis Juliacensis extra et infra
muros oppidi Tulpetensis fortissimum castrum armata manu con-
struxit, quöd antes per Juliacensem comitem funditus destructum
fuerat.
Idem etiam castrum et dominium in Euproede? apud Nussiam ';
suis denariis ab illis de Randenrode comparavit et ecclesie Coloniensi
in perpetuum acquisivit.
Idem castrum Poppelstorf pro suo et suorum successorum allo-
dio comodo et quiete sumptuose edificari fecit preposito Bonnensi se
aliqualiter opponente. 2
Anno 1386 Wipperfurdie est exusta, nuncupatum Belenbrant
von Overrode.
Anno domini 1412 altera sancti Gereonis ete. ussit Wipperfur-
dis, dietum Winrichs feierbrant.
Respice mille decem C quater quater quoque septem 3
Remigii festo cecidit nix, en memor esto,
Que mox evanuit. Dionisius hanc renovarvit.
|| In die Luciae gestum Colonie.
Christi milleno nonageno Cter in anno
Cessante clero fit furor in populo. s
Cives namque suas festinant claudere portas
Cogentes clerum divina resumere, rerum
Chartas signare quas non debet violare.
Ut vitam teneat, cantat chartasque sigillat
Ob metus causam, fit hoc totum sine pausa. 3
Non est auditum quod sancta Colonia ritum
Cleri sic fregit vi tanta nunc velut egit.
Item dictus Spulman doctor verbum fecit clero.
De guerra inter archiepiscopum Coloniensem et ducem Montensem.
1414. “
MX cum quater I totidem C, numerus iste
Dat guerram binos durantem circiter annos
1. Heute Zons, unterhalb Köln. rath. Bgl. Lacomblet IV, 40. Uebrigens
2. Latum und Linn, Kreis Crefeld. faufte Friedrich das Schloß vom Grafen
3. Berjchrieben. Gemeint if Erp- von Birnenburg.
I. Lateinifche Chronilenfragmente 1332 —1488. 197
Inter Montensem dominos et Coloniensem.
Pax in Aquisgrano fit mediante rege.
Ac gens Letare tussis magnum patitur ve.
1420.
5 Elisabeth sevit, mare crevit, Hollandia flevit!.
Nov.19.
[. 90b.
Anno autem 1421 circa festum beati Bartholomei apostoli do- Aug, 2,
mini electores accipientes apostolica mandata cum regalibus civitatibus
accesserunt Hussitas et Bohemos ad extirpandum eorum hereticas
pravitates et magnum illis patriis et terris populoque intulerunt dam-
ſo num et ipsi non parvum eque susceperunt incomodum. et quia rex
Bohemie favebat Hussitis cum imperatore Romanorum ? domini electo-
res accepta licentia reversi sunt ad propria parva cum utilitate partis
utriusque. post horum recessum Bohemi cum suis fautoribus intra-
runt terras et dominia vicinorum suorum de Misnia et illis maxima
!sintulerunt (heu) damna.
Anno vero 1423 (alias 32)3 domini consules alme urbis Colo-
niensis decreverunt magna cum deliberatione Judeos plene a sua civi-
tate depellere et mandarunt eisdem ut infra certum tempus assigna-
tum se pro eorum recessu disponerent et se cum omnibus pacifice et
v honeste componerent. quod sentientes Judei indilate scribentes do-
mino imperatori lamentati sunt ipsorum expulsionem et recessum.
sed imperator visis privilegiis alme urbis Coloniensis iuste non valuit
impedire. hoc audientes Judei graviter domino archiepiscopo Theo-
dorico conquesti sunt, quare dominus Theodoricus de Morsa locutus
25 est dominis consulibus et scribendo etiam domino imperatori conatus
est eos manutenere in Colonia. hec sentientes domini consules mox
ad dominum apostolicum videlicet Martinum V. missis suis privilegiis
et declarationibus intentum suum obtinuerunt, et sic preter velle
Judei abscesserunt illo tempore. novit dominus scrutator cordium,
so si bonum feeit civitati®.
Eodem anno [1424] post festum sancti Remigii conclusa est pax
et concordia Airmiter inter dominum archiepiscopum 'Theodoricum et
inclytam urbem Coloniensem ita ut nec dominus archiepiscopus neque
sui in dioecesi et extra sui ex parte quocunque colore quesito contra
35 civitatem directe vel indirecte se opponere debeant, nec contra illa
que in civitate aguntur sive cum Judeis expellendo vel recipiendo,
seu de assisia sublevanda, et hoc augmentando aut diminuendo, aut
1. Als Chronogramm gefaßt würde Koelh. Chr. Bi. 295° das aus der Rec.
der Bers das Jahr 1320 ergeben. Rich⸗ D Entlehnte beraushebt, fo dedt ſich der
tig it 1421, vgl. Rec. B S©.65 Anm. 1. Reſt faft genau mit der Würzb. Hi. Hier
2. Die Stelle ift unverftändlih und ſieht man ſo recht Deutlich, daß fie Teine
wahrſcheinlich verborben. Veberfegung der Rec. D und der Koelh.
3. Das erfigenannte Jahr if das hr. ift, fie würde dann gewiß nicht aus
BI. 9ie,
Det. 1.
richtige. letsterer gerade die Säge herausſchälen,
4. Wenn man aus dem Bericht dev Die im jener fehlen.
198 Beilagen.
de quacunque re civitatis se intromittere quocunque modo, sicut
postea ipsius domini archiepiscopi testatum [est] iuramentum, quando
recipiebatur pro burgravio, et concordia ista servari firmiter debet
etiam post mortem domini Theodorici archiepiscopi per 10 annos
(quedam scripta et notata habent per 2 annos). et in huius rei fir- 5
31. 9%. mitatem hoc est annexum, ut, si contingat || capitulum maioris eccle-
sie ponere aligquem manburnum patrie et dioecesis seu eligere, ut ipse
electus seu constituendus ante omnia primo iurare ad sancta dei evan-
gelia debeat servare hanc concordiam post mortem domini archiepiscopi
cum omnibus suis pertinentiis. et si medio tempore (quod absit) ali- io
qua evenerit controversia inter dominum archiepiscopum et urbem
Coloniensem, protunc dominus archiepiscopus ad manus dabit trium
honorabilium virorum, consimiliter civitas ad manus trium venera-
bilium civium suorum et incolarum, et predicti sex videlicet honora-
biles si hanc rem sedare nequiverint, tunc civitas Tremoniensis se !5
interponere debeat ad expensas succumbentis. hanc vero concordiam
servabit dominus archiepiscopus cum civitate Coloniensi et fratre suo
domicello Walramo, qui in ista concordia conclusus erat. hanc pa-
cem et tranquillitatem partium sigillavit primo loco dominus archi-
episcopus Theodoricus II. de Morsa et civitas sancta Coloniensis, %
capitulum maioris ecclesie et multi alii principes et comunitates, et $
lecta sunt publice ad sanctos apostolos. et ibidem publice iuravit
dominus archiepiscopus servare firmiter omnia supradicta pro se et |
suis. consimiliter et civitas iuravit servare omnia suprascripta do-
mino archiepiscopo, et placuit res ista toti comunitatı. quoniam in %
successu temporis peiorata fuissent omnia, si permansisset ista in-
vidiosa rixa, sed dei gratia per bonos viros iam sedata est.
urn Eodem tempore [1425] cirda festum sancti Jacobi per concor-
“ diam et colligationem alme civitatis cum principibus et dominis electo-
ribus omnis moneta postposita est et in valore diminuta. ita in flo- 3%
renis 3 solidi subtracti erant, in scutis consimiliter et in parvis florenis
2 solidi, et in uno albo 2 denarii. iuxta quam concordiam promise-
runt principes in suis terris servare in monetis, quod cito in suis
fregerunt patriis, unde comunitati Coloniensi maximum accidit dam-
num et incomodum. 35
Eodem anno [1426] post festum inventionis sancte crucis domi-
nus archiepiscopus Theodoricus sepenominatus ad Westphaliam cum
suis equitavit vasallis ad sedem secreti iudicii in terra Merk! pro
iustitia sibi administranda contra dominum ducem Clivensem seu pro
eodem, qui tum iuxta scripta et promissa sua non comparuit ibidem. 40
quare dominus archiepiscopus labores cum expensis amisit inutiliter.
Ser. 1. Eodem anno 26 ante festum Remigii dominus archiepiscopus
Coloniensis cum multis principibus ducibus episcopis, scilicet Mona-
steriensi Hildesemensi et Bremensi ac ducibus Saxonie et Brunschwig
mut um. - —
Al. 926.
Mai 3.
1. Mark?
I. Lateinifche Chronilenfrtagmente 1332 — 14188. 199
et in numero convenerunt insimul ultra mille lancee, inter quos fue-
runt bene 500 milites, volentes intrare terram Frisonum et illam de-
populando spoliare. hec percipientes Frisones silentio illos in parte
una || subintrare permiserunt et in altera parte quendam locum aquis Bl. 93*.
5 dausum aperuerunt, et fere omnes submersi sunt, sed ibidem 6 prin-
cipes permanserunt, ceteri iuxta posse effugerunt ac evaserunt.
Eodem mense martio [1427] sabbato ante festum annuntiationis März22.
virginis gloriose hora serotina quasi nona tanta orta est tempestas
quoad choruscationes tonitrua et fulgura et consimilia, sicuti in estate
id unquam visa fuit, et per totam urbem fere per horam integram cam-
pane pulsate sunt. et quia martius totus erat calidus, iam piscatores
multos ceperunt pisces pro quadragesima, qui omnes destructi per
grandines et tempestates suffocati reiecti sunt ad aquas inutiliter.
Eodem anno [1427] in mense iulio tonna una hallorum valebat Bl. 95».
I5 quatuor marcis et melior 6 vel 7 marcis.
Anno vero 1431 horribilis hyems et frigiditas magna fuit, ita
ut Rhenus congelatus est et populus pertransibat. || et eodem anno 1. 94*.
aqua Rheni ita crevit et magna fuit, ut intraret ecclesiam monasterii
in Seyne ! et omnia cooperiret altaria ibidem posita.
u Et eodem tempore [1435] vinum carum erat, ex quo quarta vini
una valebat quatuor solidos. et in illis accidit diebus ut in tota urbe
Coloniensi non haberetur venale vinum nisi in uno loco scilicet in
porta Martis (Marpfortze), et quarta valebat 5 solidos. sed anno
sequenti 36 erat in optimo foro vinum eo quod pro una quarta da-
5 bantur 8 denarii vel 1 solidus.
| Anno 37 in septembri magna extitit bladorum caristia, quo- 21 9ıb.
niam maldrum siliginis valebat 10 marcas et tritici 12 marcas. quo
tempore accidit ut in die sancti Panthaleonis in urbe Coloniensi panis Juli 28.
non haberetur venalis, quod mirum est audire. sed pistores inventi
30 sunt rei et ut puto bene correcti, quia ex proposito illorum perverso
actum fuit.
Eodem tempore libra butiri quatuor solidos [valebat]) et libra
boni casei consimiliter 4 solidos et quarta una sagminis 6 albos et
quarta vini 3 vel 4 solidos.
„ Anno vero sequenti 38 vinum valebat 5 solidos et quatuor ad
minus. et eodem anno magna extitit pestilentia undique per totam
fere Almaniam.
Eodem anno in monasterio sancti Martini maioris dominus dux
Adolphus de Monte obiit, altera Margaretae verius, alias in die cor- Jut. 15.
10 poris Christi?, qui tandem cum solemnitate per suos nobiles porta- Jun. 12.
tus ad Rhenum etiam presentibus dominis consulibus honorifice eis-
dem associatis, ac ulterius in veteri conductus monte, ad sepulturam
cum devotione positus ac tumulatus [est].
Anno 40,duo ex civibus notabilibus et incolis civitatis suspensi
1. Eiftercienferinnentlofler Sayn ober 2. Richtig 1437 Juli 14. Dgl. Cöln.
Syon, in der Nähe von St. Severin. Jahrb. oben S.175. _
Bl. 95b.
Mai 28,
BL. 960.
200 Beilagen.
sunt, quorum unus plurimis annis extitit civitatis secretarius et scriba,
alter vero tribus vicibus consul extiterat et faber erat. hi eorum de
meritis iustificati sunt.
Eodem anno post ostensionem reliquiarum ın Aquisgrano comes
Morsensis frater domini archiepiscopi adduxit secum dominum ducem ;
Burgundie Philippum in Coloniam, qui honorifice fuit susceptus per
dominos consules et tandem solemniter tractatus per eosdem, et sibi
ostensa sunt placita et forte etiam displicita.
Anno domini 50 magna fuit peregrinatio Romana, quoniam
multi utriusque sexus accesserunt illac pro indulgentiis, et aliqualiter 1»
in via regnavit pestilentia.
Eodem anno feria V. post penthecostes tumultuoso ! furente po-
pulo et in seditionem concitato in diversis locis alme urbis Colonien-
sis interfecti sunt 24 homines, quorum 4 interierunt in platea Eigel-
stein, presentibus quibusdam nobilibus scilicet domino de Limborch !5
et Wernhero de Benesis, et duo alii prope portam Martis, duo vero
prope crucifigeros, duo alii in foro piscium, et duo prope sanctum
Lupum et sic usque ad numerum prescriptum. in alia charta que
annos ibidem iuxta terrorem (?).
Anno 51 magna fuit in urbe Coloniensi pestilentia, unde || anno ®
52 celebrate sunt nuptie propter habitam pestilentiam, quod infra
spatium precise unius anni computate sunt nuptie 4000 et ultra.
Anno 53 Turcarum rex maxima cum gente obsedit civitatem
_ Constantinopolim, et tandem ipsam heu heu obtinuit et omnes utrius-
que sexus christianos interemit etiam masculis 15 annorum interfectis %
et ecclesias undique confregit, et proh dolor religionem nostram Chri-
stianam suis foedavit ritibus prophanis et totam quasi Gretiam occu-
pavit.
In tabula pendente circa sepulchrum suum quod est ante
sanctissimos tres reges situm in ecclesia Coloniensi?. 3
Theodoricus erat formosus corpore, mente
Pulchrior et lingua dulcis in ore valens.
Presul Germanis nec erat in finibus actis
Magnificis maior et pietate prior.
Sub fidei signis petiit bis marte Bohemos, 35
Contra gentiles fortis in arma fuit.
Quis numeret belli subiit quos mille labores
Ecclesie rebus proque tuendo guos ?
Amplificata nitet famosis patria castris,
Cesaris hinc Werdam, Blanckenberg inde vides. u
* Bilstein cum Fredeberg, Hornborg foelicibus armis
Magnificus presul addidit ecclesie.
Hic et inigquorum subvertit plurima castra,
1. tumulto Hſ. vorhandenen Grabinichrift Dietrichs (En:
2. Einige Verſe ſtimmen mit bernoh nen, Der Dom zu Cöln 155) überein.
20
I. Lateinifche Ehronikenfragmente 1332 — 1488.
Arces predonum pravorumque manum.
Romanosque duos reges decorare corona
Contigit huic, opus hoc grandis honoris erat.
Ordinibus sacris vergentibus ad mala pessum
Hisque reformandis maxima cura fuit.
Huius et auxilio sancte sacer ordo Brigitte
Coepit in hac terra fructificare nimis.
Ut tua missa, dei genitrix o virgo Maria,
Quotidiana foret, istius ardor erat.
Inque suis castris statuit solamen egenis
Perpetuum multis magnificumque rogum |.
Pluribus eternum meruit virtutibus evum,
Ergo sue laudes multa per ora volant.
|| Octenis lustris totidemque labentibus annis
Prefuit ecclesie pastor ubique bonus.
Ortus Morsa sui, Zonss est et origo sepulchri.
Quem, pater omnipotens, suscipe pace tua.
Annis iam mille per partum virginis actis
Atque quater centum iungeque lustra decem
Et annos tresque decem, presul tunc optimus iste
Luce Valentini coelica letus adit.
201
BI. geb,
1463
Febr. 14.
“ Item anno 1448 feria III. post Matthei, que fuit Tecle?, dux Eert.24.
Clivensis migravit ab hoc seculo. item anno predicto in aestate
vii?] fuerunt siccati.
* Anno domini 14643 ipso die Sancti Valentini obiit dominus fgebr. 14.
Theodoricus de Morsa archiepiscopus Coloniensis, quod patet in hoc
metro:
30
>
3)
40
1. Rogus = donativum. Vgl. Du-
cange Gloss. ed. Henschel V, 791.
.
noCte VaLentInI ConCVsslIt Mors theodorlCI.
Epitaphium domini Theodoriei archiepiscopi
per dominum Theodoricum de Bercke compositum.
Anno milleno sex X tres C quater adde
Mane Valentini in Zons de nocte beati
Mobile tunc corpus moritur, lachrymabile funus,
Exemplar, speculum, lux, laus, flos, fons bonitatum,
Norma sacerdotum, seculum plorat hunc fere totum.
Presul Agrippinus de Morss dominus Theodricus
Princeps magnificus, pastor bonus et reverendus,
Prodigus et gnarus, prudens, pius, undique clarus,
Magnanimus, dignus, clemens ac valde benignus,
Strennuus et iustus, elegans, leo, rite venustus.
Ampliat hic postes patrie, bellavit et hostes,
Subdidit hic oppida domuitque rebellia castra.
3. Dietrich farb ſchon 1463.
2. Thella fällt Sept. 23, es wird Chronogramm ergibt 1465.
alfo wohl crastina zu ergänzen fein.
(fu-
Das
Bl. 976,
1463
Schr. 14.
31. 95«,
1463.
Zul. 27.
Bl. 95b,
202 Beilagen.
Clerum dilexit populumque peroptime rexit.
Sic trepidant reges eius unquam solvere leges,
Gestaque ferre sua nequeunt volumina magna.
Paderbornenses ac Westphalos et Colonienses
Quinquaginta minus uno pene rexerat annis. 5
Christo dignus erat, nunc pace bona quiescit.
|| Aliud in eundem per dominum. Schi-
dewint compositum.
eCCe Morte Cadlt presVL theodorICVs agrlppe.
1467. eCCe patet natVs CaroLVs prInCeps noMInatVs!. u
Ropertus.
Sexagesimo secundo loco successit prefato domino 'Theodorico
venerabilis et illustris Ropertus oriundus de nobili prosapia ducum
Bavarie scilicet, sedens sub Friderico Romanorum imperatore, con-
corditer electus in capitulo Coloniensi. qui in principio electionis sue 15
incoepit bene regere et dioecesim reparare, sed seductus per suos
[consiliarios?] omnibus dioecesanis contra privilegia civitatum et
oppidanorum ipsis violentiam intulit. tandem ab omnibus odio ha-
bitus inimicus ecclesie obiit in castro Blanckenstein miserabiliter a. d.
1478, quod patet in hoc versu sequenti psalmum: 2
stant dIes eIVs paVCI et epIsCopatVM eIVs aCClIplat aLter?.
Sepultus in Bonna apud altare sancti Stephani protomartyris.
hic patriam Coloniensem in inimicorum manus tradidit et eandem
duci Burgundie supportavit devastandamı.
Anno 1465 in nocte septem dormientium ussit Wipperfurdis, 2
appellatum Buircholtzbrant.
Epitaphium eiusdem Roperti.
Anno domini 1480. 26. mensis Julii obiit || reverendissimus in
Christo pater et dominus dominus Ropertus archiepiscopus Colonien-
sis. cuius anima requiescat foeliciter amen. ”
Hermannus IV. pacificus lantgravius Hassie, annis 28
mensibus 2 diebus 14.
Sexagesimo tertio loco accessit ad cathedralem sedem Colonien-
sis ecclesie illustris et magnificus princeps dominus Hermannus, land-
gravius Hassie, prepositus Aquensis, canonicus ecclesie Coloniensis 3
et decanus sancti Gereonis, ipse quidem anno 1472 fuit assumptus
in gubernatorem ecclesie et patrie Coloniensis per Fridericum impera-
torem licet inimicis resistentibus.
Item predictus dominus Hermannus electus est concorditer in
1. Soll fih wohl auf den Regie- 2. Das Chronogramm ergibt 1477.
rungsantritt Karls des Kühnen nach dem Er ftarb aber erft 1480, wie auch unten
Zope feines Vaters (1467) beziehen. angegeben wird.
II. Lateinifche Reimchronik 1081—1472. 203
ecclesia Coloniensi a. d. 1480 in crastino Laurentii, que est 11. men-
sis augusti, ut patet in verbis sequentibus data:
14180
herMannVs! LantgraVIVs eLeCtVs est In CrastIno LaVrenCH. guy. 11.
|| Item anno domini 1488 dominica esto mihi que tunc cecidit in 81. 99.
s diem 14. mensis februarii, reverendissimus in Christo pater ac domi-
nus dominus Hermannus etc. archiepiscopus intravit? civitatem Colo-
niensem cum maxima solemnitate ut moris est, et equitaverunt secum
illustres domini Wilhelmus dux Juliacensis et Montensis et Johannes
dux Clivensis et comes Marchie et unus ex lantgraviis Hassie adhuc
10 adolescens,
II.
Lateinische Reimchronit 1081 — 1472.
(Hf. der Kgl. Bibl. zu Berlin, Lat. in quart. 4. Bl. 2212 — 228b. Pap. 15. Jahrh.
Bol. Einl. S. 11).
15 1081. De inchoacione Carthusiencium.
Annus millenus fuit octogenus et unus,
Quo fuit a Bruno ceptus Carthusius ordo. |
1130. Annis nongentis ter denis atque ducentis
Renus siccatur, sicco pede transpeditatur.
20 1260. Mille ducentenis sexaginta fuit annis
Limpharum saltus communis Renus et altus.
1263. Mille ducentenis tribus et cum sex quoque denis
Lanificum populus fuit Agrippe superatus.
1264. Col,Len IVdel perlerVnt barthoLoMel®°.
25 1270" Anno milleno duo CC cum septuageno
Muros Colonie tunc hostes subfodiere.
1277. M duo CC simul X septem numeres decies sex
Comes de Juliis morte feritur Aquis.
1286. Cristi milleno bis centeno quoque seno
% Ac octogeno flumina magna lego.
|| Anno milleno ter C dempto duodeno
Lis est audaci genti Worinch Bonifaci.
1288. Octo milleno bis CC simul octuageno
Fit bellum Worinch, capitur quoque presul Agrippinch.
3 1296. M duo CC quater X dum scribitur L simul et sex
Vertitur a Marcka Riclenhusen soliarca®.
1. In der Hf. ſteht Laurentii. 4. Bon gleicher Hand grani beige-
2. intrans Hſ. Ichrieben.
3. Doc wohl Verwechslung mit ber 5. Vgl. Anon. Chron. bei Wuerdt-
genau auf ben gleichen Tag fallenden wein, Nova Subs. XII, 336.
Jubdenverfolgung von 1349.
Bl.
2218,
Ann,
Agripp.
736.
(1267)
Aug 24,
(1268)
Bl.
22tb,
1288
Sun. 5.
Märzie.
DI.
2228,
Det. 28.
Bl.
222b,
Ann.
Agripp.
738,
Jul. 25.
204 Beilagen.
1305. Annis post mille trecentis addito quinque
Est glacie Renus Heriberti lumine plenus.
1313. MC ter X duplex tria iunges sprin (!) viget et lex
Surgit passagii, currunt fratresque marini.
1315. Annis ter quinque ter centum iungito mille
Magna fames viguit morleque! non caruit.
1316. Anno milleno ter CCC sexto quoque deno
Magna fames vere per terram morsque fuere.
Non prius audivit homo talia qui modo vivit.
1318. Octo milleno trecentenoque deno
Obsessam Brulam mittes \!) Agrippe redemptam.
| 1320. Anno milleno trecentenoque vigeno
Destruitur castrum Vreggen vi Colonientum.
1324. MC ter X duplex dum scribitur I que quadruplex
Volmesteyne gemo victum de rege Bohemo.
1330. Anno milleno tricentenoque trigeno
Optima sunt vina, datur ovo singula quarta.
1331. Uno cum tria C ter denis addito mille
Intrant clam duri Riclenhusen nocituri.
1335. Annis millenis ter denis quinque tricenis
Flat ventus valide Symonis atque Jude.
1338. Mille trecentenis ter denis additur octo
Edwart Anglorum rex vidit corpora magorum.
1339. X triplexque novem MC tria teste per omen
Strages que fatur Slusis bello celebratur.
| 13422. Anno milleno C ter bis I quadrageno
In Jacobi festo magne Iymphe memor esto.
Tuncque fuit Karolus quartus rex ipse Bohemus
Bunne Romanus a principibus coronatus’°.
1344. M tria C quater X quatuor bellum tibi diecit,
In Riclenhusen Petrum quo schacea ? vicit.
1346. Anno milleno quater X tria C quoque seno
Prostratur cecus Johan rex morte Bohemus.
1347. Anno milleno quater X septemque triceno
Gens Leodi primo pugnando vicit, et ymo
Hic populus duro corruit in gladio.
1349. dIsCVrrVnt fratres CVM VeXILLIs qVla neX est.
De eodem. 1349.
MC ter L minus I mors ingwine fortis habetur,
Seque flagellat ibi gens multa, tamen probibetur.
1. morte qua Hſ. Marcka. In der That führte Mark das
2. Aus 1344 verbefiert. Schachbrett, Kurcöln ven h. Petrus im
3. Karla 1V. Krönung fällt erſt 1346. Wappen.
4. Am Rande ift beigefügt: arma de
20
2
30
35
35
. DI. Rateinifche Reimchronik 1081—1472,
205
Et simul hoc tempore Walramus presul Agrippe
Parisius moritur spaciandi gracia quippe 1.-
| 1350. MC ter L primus quinquagenus iubileus
Fit Rome, pridem centenus qui fuit idem.
1351.
MC ter 1, simul I sunt Servati prope visi
Fructus maturi florentes uvaque botri.
Solque suo radio siccat aquas nimio.
1352. MC ter L que duo duo canoniei generosi
Intereunt ? gladio quasi civibus anteposi®.
1354.
MC ter L quater I Grypinchoiff continua vi
Pacis iurate cecidit, gaudent quoque strate.
1356.
Mille trecentenis sex annis quinqueque denis
Viribus Anglorum capitur rex Francigenorum.
1357. MC ter L septem Karolus rex cesar Agrippe
Adveniens tacite, quia non veneratus honeste,
Irascens abiit, donec honore redit.
MC ter L septem nonarum mense novembris
Festo Primi Fe Dinslach ruit hostibus igne>.
| 1360. Cum sexageno tria C decies deca deno
Motus terreni sunt circa iacencia Reni.
1361.
Mille trecentenis uno cum sex quoque denis .
Ignibus tunc ether totusque refulserat aer.
1362. Anno milleno tria C simul L duodeno
Cernitur coeus cometes forteque frigus.
Et moritur presul Wilhelm, sedes manet exul.
Jo de Virneburgh a de Marcka per Adol®
Eligitur sed prefieitur post ceditur inde
Engel de Marcka per Engelbertum per Co?’
Preficitur sed negligitur que minatur (?) abinde,
Donec fit verus electus ad hoc Fredericus
De Sarwert genitus ecclesie dominus.
1363. LX et tria C quibus adicies tria mille
Rex hilaris Ciprie tres reges vidit, Agrippe.
1364.
Mille trecentenos quatuor dic sex quoque denos
Dani rex sanctos visitat ipse magos.
| 1366. LXM que C ter sex pacis vi generalis
Hemmersbergh pariter cadit et vis fit capitalis.
1. Weit er fih aus feinem Bisthum
entfernt hatte?
2. Sehr undeutlich gefchrieben, es
iheint interemunt gelefen werben zu
müſſen.
3. Von ſpäterer Hand in antepositi
geändert.
4. Statt Felicis.
5. Diefe Berfe mit dunklerer Tinte
von ähnlicher Hand am Schluß ber Seite
beigefchricben.
6. Sohann von Birnenburg und
Adolf von der Matt.
1. Statt Cono. Am Rande beige
fügt: de Valkesteyn archiepiscopum
Treverensem. Ein vernünftiger Text
wird fih an biefer auf die Wirren des
Eölner Erzbisthums zwiſchen Wilhelm
v. Gennep und Friedrich v. Saarwerden
bezüglichen Stelle ſchwerlich herſtellen
laſſen. Vermuthlich war ſie ſchon krank,
als ſie der Feder des Dichters entfloß.
Dee. 14.
Bl.
22ıb,
Bl.
2258,
San. 6.
206 Beilagen.
1367. Cum sexaginta septem fac mille trecenta
Monstravit magnos Lucie crastina ventos.
1368. LXM tria C semel octo presul Agrippe
Engelbert moritur. clerus post inquietatur.
Exit. cessatur a divinis. revocatur,
Ablatumque datur, inde quies oritur.
Et simul in boreis cometes splenduit horis!.
Rex Daci regno pellitur a proprio.
1369. LXM que novem tria C nota proprietatem
Arensbergensem factam modo Coloniensem.
1371. C tria milleno primo cum septuageno
Bella Gastwilre2. Brabant Gelre Juliique
Conflixere duces. capitur, moritur, manet ensie.
Fullonum regimen Agrippe concipit amen.
|| De eodem. 1371.
pentha Leo CapltVr Leo stat Leo fLos tVMVLatVr.
De eodem. 1371.
reX geLrI VICIt Contra brabant thIMo* diClt.
1372. LX milleno tria C pariter duodeno
Sarwerdenensis Fredericus Coloniensis
Delet post Nuwenar Helpsteyn Garstorpque lupanar.
Rodesbergh luit. Mertznich igne ruit.
1373. Mille trecentenis tribus et cum septuagenis
In Penthe5 summa celebratur a cardine missa
Sixtini Symone ® templo Colonie.
1374. hInC gens Mappata saLIt eX fVrla CrVClata.
1374. MC ter a domino quater anno septuageno
Janua cum februo ? nocet undique flumine pleno.
1397. Mons Cadlt eX CLIVIs IVnl sep.8 eXCVte sI Vle.
De eodem. 1397.
dVX In qVa CeCldlt LVX MICHI dIra fVIt.
| 1400. Mille quadringentis annis mirando recentis
Regno privatur Wenceslaus, reprobatur.
Rex novus eligitur Ropertus et arte politur.
1401. Postque coronatur dum lux regum celebratur,
Quem regno iunxit presul Fredericus et unxit.
De obitu Theoderici comitis de Marcka fratris Engel-
berti comitis de Marcka.
eCCe doMICeLLVs. 1406.
Statt oris? 6. Der Kardinal Simon tituli s.
. Statt Basweiler. Sixti.
. Statt finem. 7. Januarius cum februario.
. thymo Hſ. 8. Bezieht ſich auf das Treffen bei
. Statt in pentecoste. Cleve 1397 Juni 7.
a 0 I Zn
20
30
35
25
30
35
11. Lateinische Reimchronik 1081-1472. 207
1408. aLgor MarCeLLI dat stare fLVenCla ren]. San. 16,
De bello Leodiensi 1408. Sept.33.
JeodIVM CeCldlt teCLe.
1415. M semel in festo hoc dicas C quater esto
Constans concilium dans X et quinque benignum. -
Tune gens expressit quod papa dolose recessit.
De ortu ducis Johannis Clivensis.
LaVs eIVs In eCCLesla sanCtorVM. 1418.
| 1420. Anno milleno quadringentoque vigeno —
Adolph dux Clivis Ropertus dux quoque Montis
Marci quinta die Werdam tunc undique dire
Vallant obsedunt. novembris quarta recedunt.
1432. Renus degelatus!.
hVnC bLa? soLVebat qVeM feLIX CongLVtlInabat. Febr. 3.
1434. septlMa ConCVsslt oCtobrIs noX VlIoLenta San. 14.
edes et pLantas Vento qVo non patet etas.
1437. Anno milleno quadringent sepque trigeno
Adolph Montensis moritur dux Juliacensis
Margrete. Grardus succedit et efficitur dux. Zul. 13,
14433. soLVItVr a petro? qVeM perglt pLebs pede sICCo. %&ebr.22.
nIX grandls festo pVrI® Cadlt In Venerando. Febr. 2.
| 1444. tVICIVM IVnl qVarto rVIt Igne kaLendas, Bl 23Mai
CILIVenses Vastant, hebreos dIre Caplstrant.
1444. eX VI MoX Crlstl VICIt broICk VIs theodrlCI.
De bello Juliacensi inter Gerardum ducem Monten-
sem et ducem Gelrensem Arnoldum. 1444.
ad te CLaMaVerVnt et saLVI faCtI sVnt.
In te speraVerVnt et non sVnt ConfVal.
1444. Anno milleno quater® et C quartque trigeno
Hiisque decem iunge condormit primo Sophie
De Louffbergh nate? festo Kathrine beate Nov. 25.
Grardus Montensis necnon dux Juliacensis.
1447. M quater X numeres septem cum C quater addes
Decima nona die iuli tunc presul Agrippe
Zusatum vallat. dux Clivis civibus astat.
Hostes prosternunt, turres et menia scandunt,
Recedunt lesi confusi suntque Bohemi.
| 1448. Anno milleno quadringento simul octo Fin
X quater hiis iungo migrat ab hoc seculo
t
1. Renus deg. am Rande, wie e8 5, Statt puriflcationis.
ſcheint von etwas ſpäterer Hand. 6. Scheint aus quatuor geändert zu
2. Statt Blasius. ſein.
3. Am Rande Renus, wohl von 7. Sophia von Sachſen⸗-Lauenburg.
etwas jpäterer Sand. Gemäß Cohn, Stammtafeln 212, fallt
‚4. Bermutbhli Petri Stublfeier ges ihre Heirath erft 1445.
meint.
Sept.23.
Juli 19,
Jan. 9.
Bl.
2278,
Kebr.22.
Erpt.20.
au.
22:2»,
Febr. 11.
WE Beilagen. II. Pateinifche Reimchronik 1081—1472.
Adolphus primus dux Clivis Graiffe sepultus
In Tecle festo. deus alme sibi memor esto.
1451. nVnc Montls terra qVla VendltVr Vt sIne gVVerra
postea sit Criste t Va pLebs hoC postVLat a te.
De anno iubileo in Colonia 1452. 5
Anno milleno quadringentoque secundo
Lustra decem iungo veniam dat Clonia mundo.
1453. al gent MaCh sICh phILIps beCLagen.
1454. C quater M numeres post L simul I quater addes
Arseniique die lis Vaerler dicitur esse, 10
In qua fuit victus ! de Bronswyck dux Fredericus.
De ortu primogeniti ducis Grardi Montensis qui dictus
est Wilhelmus. 1456.
feLIX eCCe dlIes post reges terCla fVLget: _
paX datVr atqVe qVlIes, MontIs noVus orltVr heres. 5
|| De ortu filii secundi. 1457.
Anno milleno quater et? C Pe cathedrato ?
L sep? adde quia de Grardo deque Sophia
Adolph Montensis oritur dux Juliacensis.
1458. De ortu primogeniti ducis Clivensis. 20
eX CLIVIs natVs aprIIs terCIa dena,
eXVrgens prIMVs de dVCe Io genltVs.
1461. C quater M simul II,X profestque Mathei
De Clivis Grardus comes de Marcka vocatus "
Decessit Sweirte®. deus alme sibi miserere. %
1472. CCCC quater M annis bis II cum septuagenis
Kerpen Henricus februi quart iste sacerdos
Sepulture loco, proch dolo?! oceiditur?.
1465. De captivitate Arnoldi ducis Gelrie per filium.
CoCVs est CVM Lepore CaptVs. 1465. zo
Item. peCCaVI In ConspeCtV aLtIssIMI 1465.
| 14638. C quater M numeres LX et tres superaddes
Nocte Valentꝰ quippe venerandus presul Agrippe
De Moirsse genitus Fritzstroim !0 moritur Theodricus 1.
1. Durchſtrichen. Bon anderer Hand 7. Diefe und die folgende Notiz von
Darunter: captus. anderer, jeboch ähnlicher Hand.
2. quater et aus quatuor verbefiert. 8. Erfte Hand.
3. Betri Stublfeier. 9. Statt Valentini.
4. Statt septem. 10. Zone, unterhalb Cöln.
5, Statt Jobanne. 11. Folgen unbedeutende Notizen von
6. Schwerte. verſchiedenen Hänben bes 15. und 16. 3b.
VI.
Die cxonica van der hilliger ſtat van Coellen.
1499.
Städledroniten. XIII. 14
Ginleitung.
Mer ver Verfaſſer der im Jahre 1499 bei Johan goelhoff ge⸗ 4 Ber
druckten “Cronica van der Hilfiger ftat van Eoellen’ war, läßt fich nicht "
mit Sicherheit beftimmen: das Buch jelbft nennt den Namen nicht,
gleichzeitige Nachrichten find nicht vorhanden, die fpäteren lauten wider:
ſprechend.
Einer freundlichen Mintheilang des Hrn. J. J. Merlo in Cöln
verdanke ich eine Notiz, die ſich in einem jetzt nicht mehr auffindbaren
Collectaneenheft des durch umfaſſende Sammlungen zur cölnifchen Spe—
cialgeſchichte hochverdienten Stiftsvicars Blaſius Alfter befand. Es hieß
bier in einem de Chronico Colon. germanico überſchriebenen Abſchnitt:
‘Huius author laudatur in fine huius chronici manuscriptum
Johan Stump van Reymbach wonende zo Gülich up dem Weydtmart
hait diſe chronica colligert ind vergabert uffer 11 gefchriven cronicen-
bücher im jar 1499. willicher boicher eyn hat ber Arnolt Bruwiler im
jar 1543 do burgermeifter 1515 (1). Alfter fcheint alfo am Schluß
eines gedruckten Eremplars der Chronik eine handfchriftliche Notiz des
16. Jahrhunderts gefunden zu haben, ein gewiſſer Johan Stump van
Reymbach (Aheinbach), ver zu Cöln in der Herberge Jülich auf dem
Waidmarkt! wohnte, ſei der Berfaffer, eine feiner hanpfchriftlichen Vor⸗
lagen befinde fich noch im Beſitz des Arnold Braumeiler, der feit 1516
wiederholt, auch 1543, Bürgermeifter von Cöln war ?.
In den hbandjchriftlichen Nachträgen, mit welchen ver fleißige
Caplan Forft (+ 1834) fein jegt auf dem Cölner Stadtarchiv befindliches
Eremplar von Harkheim’s Bibliotheca Coloniensis verjah, findet
fih zu ©. 59 vie ex scriptis F. C. G. Hillesheim (Domberr in Cöln)
og Enuen, Geſch. I1T,462.574. De admiranda magnit. Coloniae 638,
Bürgermeifterliften bei Gelenius,
14 *
212 VI. Koelhoffſche Chronik.
entnommene Nachricht: dicitur quod author fuerit aedituus et ludi-
magister s. Martini minoris.
Beide Angaben find vereinigt in der Angabe Büttgen’s 1, der Ber:
faffer, Johan Stump von Rheinbach, ſei Ludimagiſter in Hein St.
Martin gewefen und habe auf vem Waidmarkt gewohnt.
Damit aber ftehen andere Behauptungen — abgeſehen von folchen,
bie ven Verfaffer direct al8 anonymus bezeichnen? — in Widerſpruch.
Im Vorwort feiner Ende des 16. Jahrh. verfaßten Civilium rerum
memoria dignarum civitatis Ubiorum commentarii 3 klagt Stephan
Broelman, die Gefchichte feiner Vaterſtadt habe noch feinen würdigen
Bearbeiter gefunden, und fährt dann fort: Nam quod in manibus
plerorumque civium est vernaculi chronici volumen noti (noti
ſcheint von anderer Hand beigefchrieben zu fein, dann Lücke bis zum
Schluß der Zeile) Hamelmanni dominicani (diefe beiden Worte durd:
jtrichen) coenobitae, ecquid hoc nomine dignum habet? Bon
anderer Seite wird dies beftätigt. Forſt theilt an ber bereits erwãhnten
Stelle einige 1620 geſchriebene Notizen ex archivio S. Martini mi-
noris mit, in welchen e8 beißt: Chronicon Coloniense edidit anno
1499 dominicanus quidam Hamelmannus nomine,. Der A.Mil-
manus endlich, der in der Wadding'ſchen Ausgabe der Opera Johan-
nis Duns Scoti (Lugd. 1639 fol.) I, 20% als Herausgeber der Chro-
nie genannt wird, ift doch wohl nur ein Doppelgänger Hamelmann’s.
Man kann fich weder für Stump noch für Hamelmann entjcheiden.
Tür jenen fpricht das relative Alter der von Alfter überlieferten Nach—
richt, für leßteren ließe fich allenfalls die Animofität geltend machen,
mit welcher die Chronik (BL. 2485) eine den Dominicanerorden ver.
letzende Volksſage zurücdweilt, während ver Gebrauch des Sprüchleind
Quicquid agit mundus monachus vult esse secundus (Bf. 178®)
wieder wenig zu einem Orvensangehörigen paßt. ebenfalls war er
Kleriker, da er fich wiederholt (BL. 51°. 176°) ven Laien gegenüberftellt.
Ob er ein geborener Cölner war, ift fraglih. Bl. 51° wird er-
wähnt, die lateinifchen Benennungen einiger Cölner Kirchen würden im
bortigen Dialekt bis zur Unfenntlichkeit entjtellt, dann beißt e8 weiter:
“ich enfunde zo dent eirjten niet wifjen, wat namen dat waren of wairup
1. Bremer, Baterländifche Chronik, arch. Mic. A II 18.
Jahrs. 1826, 591 3. Stadtarch. A II 17.
Sp delenins, De adm. magn. 4. Das Citat nach Potthaſt, Weg⸗
Pi 99. Crombach in der Borrede zu weiſer durch die Gefchichtswerfe des europ.
jeinen gegen Ende des 17. Jahrh. ge Mittelalters, Suppl. S
jchriebenen Annales Colonienses, Stadt> i
Einkeitung. 213
dat ginge, bis achternae Dat ich merkte, kat fi aljus contrafeiten tie la⸗
tinfchen wort. Will man die Worte “wairup dat ginge dahin erflären,
er babe anfangs gar nicht gewußt, welche Kirchen unter den vulgären
Bezeichnungen verftanten feien, fo würbe ‘30 dem eirften’ als “in ver
erſten Zeit meines Aufenthalts in Cöln' zu faſſen fein, doch läßt fich vie
Stelle auch fo deuten, er ſei erft allmählich zum etumologifchen Verſtänd⸗
niß der corrumpierten Namen gefommen. Jedenfalls hat er lange Zeit
in Coͤln gelebt. Dafür fpricht feine genaue Localkenntniß, vie häufige
Bezugnahme auf mündliche Weberlieferung, ſpeciell feine genaue Be—
fauntjchaft mit Männern, vie in Cöln ihren dauernden Wohnfig hatten.
So bezieht er fich auf Mittheilungen des Carthäuſers Werner Rolewink
(O1. 35°. 176%) und des Buchdruckers Ulrich Zell (BL. 312°), wir
hören (BI. 336°), daß er ‘zom dickermail' den Vorträgen des Predigers
und Juriſten Nicafins von Mecheln beimohnte, ver bereits 1492 (Bl.
339°) in Eöln ftarb, und die eingebenten Nachrichten über bie Familie
des Gröninger Gelehrten Johan Canter (BL. 336°; Tafjen fich am beften
aus feiner Bekanntſchaft mit einem in Cöln lebenden Sohne vesjelben
erflären.
Ehe wir zur Unterfuchung der Chronif felbft übergehen, bleibt eine aaa
häufig discutierte Vorfrage zu erledigen: ijt Die Ausgabe von 1499 vie gm
einzige ober nicht? Schon 1733 ſpricht Maittaire! von älteren Aus:
gaben der Jahre 1489 und 90. Bald darauf erwähnt Harkheim? folche
von 1489, 90, 94, 99; vie letzte fei allgemeiner befannt, und man
nenne fie deshalb auch oft als vie einzige. Uffenbach3 will auf dem
Stadthaus zu Harlem ein Eremplar mit ver Schlußbemerkung gefehen
haben: “ind hait gedruckt mit grofjen ernft en flyß Johann Koelhoff
burger in Coellen ind vollendet up jent Bartholomeus avent in!) des
billigen apoftele anno 1489’. Der Cölner Yurift Hamm! nennt 1490
als Drudjahr. Heineden > erwähnt Ausgaben von 1493 und 1496 ale
auf ber Furfürftlichen Bibliothek zu Dresden befinplich. Endlich bejchreibt
v. Arnoldi® ein Eremplar ter oranifchen Bibliothek, in welchem ver
I. Ann. typogr. Ausg. von 1733) achſen Holland und Engelland (Ulm
1, 528. 698. Da mir dieſe Ausgabe nicht 1754) 111, 505.
zu Gebote fland, citiere ich nach Potthaſt, 4. Synchronographia seriptorum
Wegmeifer 244. Nach Arnoldi im Ardhiv Ubio-Agripp. (1766) 141.
der Geſellſchaft 111, 383 “bezieht ſich M. 5. Nach Banzer, Annalen der älteren
nur auf ein Erempfar i in der Scriverichen peutfen Litteratur (Nürnberg 1788) I,
Bibliothek, ohne zu jagen, ob er es felbft 241. Panzer erltärt die Angabe fir gänz-
eingefehen habe. lich unglaubwürdig.
.2. Bibliotb. Colon. (1747) 59. 6. Im Archiv der Geſellſch. 111, ‚381.
3. Mertwürdige Reifen durch Nieder
214 VI. Koelboffiche Chronit.
Schluß von Bl. 346 an fehlte, auf dem Titel aber die von alter Hand
geſchriebenen Worte ſtanden: ‘bei Dan (!) Koelhoff 1490.
Trotz all dieſer Verſicherungen iſt die Ausgabe von 1499 als ein⸗
zige zu betrachten. Sämmtliche von mir auf den verſchiedenſten Biblio⸗
theken eingeſehenen Exemplare reichen bis zu dieſem Jahre und haben
am Schluß die Bemerkung: “vollendet up ſent Bartholomeus avent des
billigen apoftel® anno vurß' (vurſchreven), alfo 1499. Das Zeugnik
Uffenbach's, das beftimmtefte von allen, richtet fich ſelbſt: es wäre doch
mehr wie auffallene, wenn feine ältere Ausgabe genau am gleichen Tage,
nur zehn Jahre früher, als die von 1499 vollenvet worden wäre, und
wenn fie, was Uffenbach bezeugt !, die Stelle über Erfindung ver Buch—⸗
pruderkunft gerade an berfelben Stelle (BI. 311 und 312) wie biele
hätte. Ohne Zweifel fand Uffenbach vie falfche Jahreszahl beigefchrie:
ben over er hat fie ſelbſt ſtatt des vurß' eingefeßt. Arnoldi würde ſich
wahrfcheinlich fofort von feinem Irrthum überzeugt haben, hätte er nur
nachgefehen, ob auf BL. 345 feines defecten Eremplars die Erzählung
wirklich noch nicht über das Jahr 1490 hinausgediehen orer aber, wie
in allen mir bekannten Exemplaren ter Fall ist, ſchon bei 1497 an-
gefommen war. Neine Behauptungen, wie die von Darkheim und
Hamm, können keinen Anfpruch auf Berüdfichtigung erheben. Offen:
bar verbanten vie älteren Ausgaben ihre Entftehung lediglich dem Um:
ſtande, daß das Drudjahr am Schluß nicht ausprüdlich genannt war,
und ganz richtig meint Clement?: C’est ce vilain mot de vursz, qui
a repandu tant de tenebres sur la date de cette edition. Bollftän:
bige Exemplare find heute ziemlich felten und waren e8 vermuthlich ſchon
ſeit längerer Zeit. Wenn nun beifpieleweife die Blätter 340 — 349
fehlten, fo fand man Bl. 339P als letzte Jahreszahl 1494 und feßte ven
Drud in diefes Jahr.
Zu berüdtjichtigen ift ferner, daß die Chronik felbft meistens aller:
fung. dings 1499, häufig aber anch ein älteres Iahr als das gegenwärtige
bezeichnet 3. So finden wir einmal (Bf. 212) 1490, dreimal (113°.
145°. 226°) 1494, auch wirt zweimal (324°. 329°) die Münzwährung
von 1494 notirt, fünfmal (254°. 268°. 270%. 278%. 338°) 1495, zwei:
mal endlich (272°. 328°) 1496. Man fünnte an ‘Druckfehler denken,
um fo mehr, als wiederholt (BI. 212». 254P. 278*) die Zahl 1499
faft neben einer älteren fteht. Aber an mehreren Stellen ift dieſe Au—
1. A. a. D. 506. i 3. Schon Element a. a. DO. 224 bat
2. Biblioth. curieuse historique et auf rine derartige Stelle hingewieſen.
critique (Leipsic 1757) VII, 225.
„a
I
Einleitung. 215
nahme durch den Zuſammenhang umberingt ausgefchlofien, jo Bl. 143°
und 145°, wo bie Anwefenheit König Marimiltans in Cöln 1494 im
Präſens, an erfterer Stelle jogar mit ter Wendung ‘nu dit jair anno
domini 1494 08 ich daevan ſchrive' erwähnt wird, fo 328°, wo ber
Chroniſt ver Herzogin Katharina von Geldern, die Anfang 1497 ftarb!,
zu 1496 alg einer Yebenden gerentt. Bl. 268° wird berichtet, die Schloß-
brüde zu Andernach fei ‘nu zer zit anno 1495’ abgebrochen, und fpäter
344°) hören wir zum Jahr 1496 von ‚ihrer Wieberberftellung. Cben-
jowenig kann die Richtigfeit ter Zahl 1495 bei der Stelle über die Ent-
ſcheidung der Rurfürften in ver geldriſchen Exrbfolgefrage (338°) bezweis
felt werten. Daß 1499 und frühere Jahre nebeneinanverftehen, darf
nicht befremden. ‘Der Verfafler begann feine Arbeit ſpäteſtens 1494 —
wenn wir nämlich das ganz vereinzelte 1490 als Drudfehler betrach-
ten — umd war jedenfalls bis Mitte 1499 (vgl. 350°; damit beſchäf⸗
tigt, alfo noch während des am 23. August abgejchloffenen Druds. Es
Iheint jogar, als babe ver Seßer auf ſpäter in den Sag einzufügende
Nachträge Rücdficht genommen, wenigftens finvet fich auf den lebten
Blättern einigemal ein freier Raum. Bei der Schlußrebaction wurde
dann regelmäßig das Jahr 1499 eingefeßt, nur an vereinzelten Stellen
blieb eine ältere Jahreszahl ftehen.
Obwohl aljo die Ausgabe von 1499 unzweifelhaft die einzige: ift, Me
ſo zeigen fich doch in ben einzelnen Exemplaren Druckverſchiedenheiten. venbei-
Ob wirklich in der “älteren Ausgabe’, die v. Arnoldi beſchreibt, ‘Die
eingerücten Holzichnitte größer, bie Zitel in ihrer äußeren Geftaltung
unähnlich’ find, ob wirklich eine Verſchiedenheit ver Blätterzahlen, wo⸗
durch auch der Drud auf ven Seiten nicht übereinftimmt’, vorhanden
ift, fonnte nicht fejtgeftellt werden. Für die Angabe Hain’8?, ein von
ihm eingejebenes Eremplar habe BL. 57°—59° typis inscriptionibus
et abbreviaturis Abweichungen gezeigt, Fonnte ich feine Beftätigung
finden. Richtig bemerkt Hain den Wechjel des Holzfchnitte BL. 247°,
wo vor dem Abjchnitt über Heinrich von Yuremburg bald das Bild eines
Kaifers, bald das eines Königs erjcheint. Am beveutenpiten find vie
Derfchierenheiten auf Bl. 333. Außer zwei fihon ven Hain notirten
Stellen über die Nieverlage des Pfalzgrafen beim Cölner Zurnier und
über die Hauptleute Kaifer Friedrichs III. finden fich hier noch etwa
. Rad der bi. Chronik des Carme- Freundliche Mittheiluug bes Sen. F.
terofere zu Geldern flarb fie 1497 am Nettesheim in Geldern.
Tage vor Pauli Belehrung (Ian. 24). 2. Repertor. bibliogr. u. 4989,
Duellen
der
Chronik.
216 VI. Koelhoffſche Chronil.
20 Abweichungen orthographiſcher Natur!. Dabei iſt zu beachten, daß
in denjenigen Eremplaren, in welchen Bl. 333° vie ſtarken Ausprüde
über Friedrich “ind der konink bleif..... zomail ſere' fehlen, DI. 333 ftatt
eines anderen eingellebt iſt. Endlich finden fich noch zerftreut, fo BL.
311 und 348®, Heinere Differenzen, und zwar nicht fo, daß fh nad
ihnen ſämmtliche Exemplare in zwei Klaſſen eintheilen ließen: es kommt
vielmehr vor, daß einmal zwei Eremplare gegenüber einem britten über:
einftimmen, während fie an anberer Stelle von einander verfchieben find.
Im Ganzen genommen find dieſe Abweichungen ſehr geringfügig und
offenbar nur bei ter Correctur entftanden, Maſſen von Druckfehlern,
namentlich in Zahlen, find allen Eremplaren gemeinfam. Die von Bott
baft? bezweifelte Identität der Xitelblätter muß feitgehalten werben.
Potthaft bemerkt, der Zitel laute bald Cronica van der Hilfiger tat
van Eoellen’, bald “Er. v. d. h. ftat Eoellen’, fügt aber felbft bei, ein
Berliner Eremplar habe beide Titel, ven einen vor, ben andern binter
bem Regifter 3. Urfprünglich war dies doch wohl bei allen Exemplaren
der Tall, ſpäter ift der eine ober andere Titel entweder durch Zufall ver-
ſchwunden oder von Liebhabern typographifcher Seltenheiten ausgefchnit-
ten worden.
Seine Quellen, die ich zur beſſeren Meberficht in fünf Abtheilungen
behandle, bat ver Autor theild in ter Einleitung Bl. 4®, theils an zer-
jtreuten Stellen, theils gar nicht genannt. Bei den im Quellenverzeich-
niß Bl. 4? austrüdlich genannten Schriften ftelle ich das Citat jedesmal
an die Spige des betreffenden Abſchnitts.
A. Weltchroniken, Papft: und Kaifergefchichten.
Uis der cronica Sigiberti. Die Chronik des Sigebert
von Gembloux (Mon. Germ. SS. VI, 300) ijt fonft nirgendwo ge:
nannt. Sie ift, namentlich für die deutſche und die Kaifergefchichte, ſehr
häufig, aber immer für fleine Stüde, verwerthet. Außer Sigebert
jelbft fcheint auch die Fortſetzung des Anjelm von Gemblour (BL. 166°)
und das Auctarium Affligemense (BL. 173®) vorgelegen zu haben.
1. Im Tert ift bier wie ſtets ein bild bes erfien Titels fei coloriert, Das
Exemplar der Hof- und Staats-Bibl. zu zweite ſchwarz. Kolorierte Bilder finden
Münden zu Grunde gelegt. Die Ab» fich in Exemplaren ber Koelh. Chr. häu⸗
weichungen anderer find unter ben Va⸗ fig, die Farben find aber fiet mit Der
rianten angeführt. Hand, wohl vom Eigenthiimer, aufge:
2. Wegweijer S. 244. tragen.
3. Botthaft erwähnt auch, das Titel:
Einleitnug. 217
In ähnlicher Weile iſt Ekkehard's Chronicon univer-
sale (Mon. Germ. SS. VI, 33), aber nicht fo oft, benutt. Citiert
wird er nicht, doch ift der Zufammenhang an vielen Stellen, zuletzt DI.
1625, unverkennbar. Bielleicht ift Efleharv unter dem im Quellen⸗
verzeichniß aufgeführten Euſebius Cefarienfis zu verftehen, befanntlich
im Mittelalter ein Gattungsname, mit dem man fowohl vie Iateinifche
Bearbeitung bes b. Hieronymus als auch viel fpätere, an ihn und jenen
Fortſetzer Proſper fich anfchließende Chroniken bezeichnete.
Nicht genannt ift eine Hauptquelle, das Zeitbuch Eike's von
Repgow, obwohl ganze Blätter der vorchriftlichen und der Kaijer-
geichichte wörtlih aus ihm entnommen find. Nur vie ältefte, mit
Friedrich II. abbrechende Aufzeichnung, Feine ver fpäteren Fortfeßungen,
lag vor. Ausgabe von Mafmann im 42. Band ver Bibliothek ves
litterarifchen Vereins. Stuttgart 1857.
Uis speculohistoriali Vincencii. Das Speculum hi-
storiale des Vincenz von Beauvais ift, abgefehen von den mit Citat
verjehenen Stellen — mehrere Eitate find entlehnt — nur jelten ber
nußt. Ich citiere nach der fchönen Folioausgabe, die 1483 per Anto-
num Koburger Nuremberge incolam gebrudt wurte. Die Ein-
theilung ftimmt mit der Straßburger Ausgabe (Mentelliniana) von
1473 überein, währen bie viel gebrauchte editio Duacensis von 1624
abweicht!. Zu beachten ift, daß in ver Nürnberger Ausgabe bie erſten
Dlätter des zweiten Buchs den falfchen Kopftitel liber primus haben.
- Die Bapft- und Kaifergefchichte des Martin von Troppau
(Polonus) wird Bf. 87® und 91® als Cronica Martiniana, Bl. 195°
ale Martinus in finre croniden’ citiert und fehr oft für kleinere Stüde
bejonders in der Reihenfolge ver Päpfte ausgefchrieben. Die Fortſetzun⸗
gen ſcheinen unferer Chronif unbekannt geblieben zu fein. Sie benutte
ein interpoliertes Exemplar, fügt regelmäßig die Orbuungsziffer der
Päpfte bei und weicht in den Sahreszahlen und den Angaben über die
Pontificats dauer ſtark von Martin ab. Die erite.tritifche Ausgabe ift
kürzlich Mon. Germ. SS. XXII, 397 erſchienen.
Uis der eroniden von Straisburd. Die Ehronif des
Jacob Twinger von Königshofen (Stäbtechronifen VIII und IX) muß
trotz des localen Titels fchon hier genannt werben, da fie in umfafjenditer
Weile namentlich für Papft- und Kaiſergeſchichte benußt ift. Der vom
Verfaſſer der cölnifchen Chronik Agrippina (vgl. unten) gebrauchte, zu
I, ®gl. Henrici de Hervordia chron. ed, Potthast, pref. xv.
218 VI. Koelhoffſche Chronik.
den Hſſ. der älteften Recenfion Königshofen's (A) gehörige Codex C 39
res Cölner Stadtarchivs hat nicht vorgelegen, jontern eine Hf. ber
zwilchen 1390 unt 1395 gejchriebenen mittleren Recenſion B!: Deutlich
geht Died aus ven Nachrichten über Papſt Sohann XV. und XVI. (DL.
153°. Bgl. Königsh. 551), über die Vergiftung Kuifer Heinrichs VII.
‚2485, Kön. 464), Einfall der fog. Englänter ins Elſaß (266°. Kön.
489), über ven Zug Kaiſer Karls IV. nach Italien (269°. Kön. 490)
und ten Schluß feiner Regierung 280%. Kön. 493) hervor. Dazu
jtimmt, daß über die letztgenannte Stelle hinaus, mit welcher das zweite
Sapitel ver Rec. B abfchließt, eine Benutzung Königshofen's nicht nach-
zuweilen ift: von ven reichhaltigen Fortſetzungen ver Rec. C finvet fich
feine Spur. Bei ver Bergleichung mit Königshofen find alfo mehrfach
bie unter dem Text, welcher die Rec. C vepräfentiert, ſtehenden Varian⸗
ten zu berüdfichtigen.
Uis Cosmidromio. Iſt das bis 1418 reichende Cosmodro-
mium des Gobelinus Perjona (+ 1420), ed. Meıbom, Francof.
1599 fol. und in Meibomii Scriptores rerum Germ. I, 53. Die
Bücher- und Capitel-Eintheilung iſt in beiden Ausgaben bie gleiche.
Benutzt ift Gobelin dreimal (BL. 9°. 9. 88°) mit, etiwa ein dutzendmal
ohne Citat.
Einmal (DI. 189%; genannt und nur für wenige, meiftens um-
fangreiche Stellen verwendet tft die große Chronik des Erzbiſchofs Anto-
ninus von Florenz (F 1459. Sie ift feit dem erſten Druck in ver
Geſammtausgabe ter Opera (Venedig 1474 — 79) häufig aufgelegt
worden. Sch gebrauche vie Ausgabe Lugduni 1543 fol.
Wis Florarioe temporum, ben hait gemacht ein brover vun
ver Regulier orden. in glüdlicher Zufall macht es mir möglich, über
biefes bisher ungenügend bekannte Werf Genaueres mitzutheilen. Längere
Zeit blieben alle Nachforjchungen nach einem Florarium 2 temporum
vergeblich. Zwar ergab fich, daß drei der fünf Stellen unferer Chronil
(Bl. 56°. 74”. 99°), für welche das Klorarium citiert wird, genau auf
bie unter dem Titel Magnum chronicon Belgiecum von Piſtorius und
dann bei Piftorius-Struve Scriptores rerum German. III beraus:
gegebene Compilation paßten, und auch fonft zeigte fich vielfach die engfte
Berwandtichaft. Aber vie beiden übrigen Citate iiber Noe's Sohn Stre:
phius (BI. 15°) und die Gründung Cöln's (37°) waren in der belgifchen
1. Bgl. darüber die Einleitung zu anler Chronik fchreibt, iſt Der richtige
Königshofen 172 ff. itel, da im Anfang der Prefacio Flora-
2, Florarium, nicht Florarius, wie rium quoddam begegnet.
Einleitung. 219
Chronik nicht nachweisbar, wie fich auch erwarten ließ, da dieſe erſt 54
nach Chriftus beginnt. Schließlich machten mich Herr Pfarrer Dr. 3.
Mooren in Wachtendonk und Herr F. Nettesheim in Geldern auf eine dort
befinpliche, dem Hrn. Baron Alexander te Woelmont gehörende Hf. auf:
merffjam, bie mir in zuvorkommendſter Weile auf längere Zeit zur Ber:
fügung geftellt wurde, und diefe erivies fich als die gefuchte Chronik.
Es ift eine fchöne Papierhſ. 15. Jahrh. Fol. 343 Blätter, in
durchaus gleichmäßigen Zügen gejchrieben, ohne Zweifel das Autograph,
da die prefacio eine Menge Verbefferungen und ver Tert eine Bitte an
zulünftige Abfchreiber enthält. Bl. 316° heißt e8 bei Ludwig XI. von
Frankreich et regnavıt annis, 317° bei Erzbifchof Ruprecht von Edln
seditque in pontificatu annis, für die Zahlen ift beivemal eine Lücke
gelaffen, bei Herzog Karl von Burgund (+ 1477) find Bl. 318® Hinter
ven Worten et rexit annis bie Zahlen IX m(ensibus) VI erft ſpäter
mit dunklerer Tinte nachgetragen. Das erfte Blatt enthält die Prefacio
Florarii temporum, dann folgen auf 342 nachträglich foliierten Blät-
tern Prologus Florarii temporum, die von Erfchaffung der Welt bis
zur Eroberung Lüttich'S durch Karl den Kühnen (1468) reichende Chro-
nit, eine kurze Schlußbemerfung und ein mehrere taufend Namen um-
fafjendes Regifter. Der Berfaffer hat fich nicht genannt, doch ift bie
Angabe unjerer Chronik wahrjcheinlich, daß er tem Orben ber regulier:
ten Auguftinerchorherren, und zwar ber in ven Nieberlanten ſtark ver⸗
breiteten Windesheimer Congregation, angehörte, wenigftens jchreibt er
häufig Schriftfteller dieſer Congregation aus und macht eingehende Mit-
theilungen aus ihrer Geichichte. Er begann feine Arbeit gemäß ber
Schlußbemerkung (Bl. 320°) im erſten Jahre Papſt Pauls II. (gewählt
1464 Aug. 31) und beenvete fie im erften Iahre Sixtus’ IV. (gewählt
1471 Aug. 9) am 27. Mai 1472. Gewidmet ift fie (prologus BI. 1°)
scientifico et omni caritatis officio digno domino ac magistro
Nycolao Clopper, cauonico ac cantori ecclesie collegiate sancte
Gudule in opido Bruxellensi necnon et illustrissimi Philippi
huius nominis secundi ducis Brabancie! consiliario sibi in Chri-
sto plurımum diligendo, auf deſſen Andringen fie auch entſtand. Sie
zerfällt in zwei Theile, von denen der zweite BL. 72° mit der Geburt
Chriſti beginnt. Die Anordnung des Stoffes ift — ganz wie in dem
bereit8 vorliegenden Fasciculus tempurum ? — eine tabellarifch-fyn:
1. Die Prefacio ift alfo früher als bie 2. Bgl. hierüber den nächſtfolgenden
gironit ſelbſt geſchrieben, da Philipp Abſchnitt.
Juni 1467 ſtarb.
220 vi. Koelhoffſche Chronik.
chroniſtiſche. Je zwei nebeneinanderliegende Blattſeiten gehören zuſam⸗
men, am oberen Rand ſtehen nebeneinander die Jahreszahlen, nad
welchen das Regifter citiert, am Iinfen Rand untereinanber bie Titel ver
einzelnen Materien in rother Schrift. So oft ein neuer Papft, Bifchof,
Kaiſer, König, Herzog ze. auftritt, wird der Name in rother Einfaffung
in gleicher Linie mit dem entiprechenden Randtitel eingefett, regelmäßig
fteht die Orpnungszahl darüber, die Negierungstauer darunter. ‘Das
Ganze ift eigentlich nur eine Materialienfammlung aus einer ungewöhn⸗
lich großen Anzahl älterer und neuerer Schriftfteller, die ſtets gewiſſen⸗
haft citiert werten. Die feltenen Zufäße, meift kurze kritifche Noten, find
durch die Worte hec collector hervorgehoben. Der Ruhm einer jelbftän-
bigen Arbeit wird birect zurückgewieſen. In calce hnius conclusio-
nis, heißt es Bl. 3200, protestor, quod in omnibus, que de gestis
temporum in hoc opusculo continentur, parum de meis apposui,
sed simpliciter hystoriographorum et cronographorum dicta ve-
ritate previa sum secutus, ut simplices et pauperculi, qui propter
librorum infinitatem singularum rerum gesta de quibus presens
tractat liber investigare non possunt, in promptu invenire va-
leant saltem superficialiter quod intendunt?. Damit hängt aud
der vom Berfafler gewählte Titel zufammen: Ex quibus, fagt er im
Prologus nad einem langen Quellenverzeichniß, quasi ex agricola-
rum ortis optimis quibusque collatis et in unum redactis areo-
lam construere et instaurare bonum mihi visum est ad reficien-
dum legencium corda, veluti rosarum flores suavem reddant
odorem, fiatque electorum pigmentorum apoteca delectabilis nec
minus salubris. Et ob id censui presens opusculum Florarium
temporum appellari.
In der Prefacio fagt ver Verfaffer, er zweifle nicht, quin aliquis
industriosus in cronicis et ingeniosus ad abbreviandum istud
opus in breviori ac comptiori posset forma conscribere, ornacius
comere et polire et succinctius reddere. Diefer Erwartung bat
tag Magnum chronicon Belgieum nur unvollftäntig entiprochen.
Es iſt nichts als ein mitunter ſtark abgefürzter, aber ſtets wörtlich fol-
gender Auszug mit unbereutenden Einſchaltungen, der erſt mit dem
1. Das Schema von Bl. 119 ift3.B. Longobardorum.
folgendes: Pontifices Romani. Treve- 2. Die Prefacio enthälteinen hübſchen
renses. Colonienses. Leodienses. Tra- Vergleich mit Ruth, die hinter den Schnit-
iectenses. Imperatores. Francorum, Sa- term bie Aehren ſammelt.
racenorum, Lotharingie. Wisigothorum,
Einfeitung. 221
Jahre 54 nach Chr. beginnt und bafür eine zuweilen werthoolle Fort⸗
ſetzung beifügt. ‘Der Abbreviator lebte in vem bicht bei Neuß gelegenen
Nuguftinerconvent!, er bricht in der Belagerung biefer Stabt burch
Karl ven Kühnen (1474 und 1475) ab, fchrieb aber, wenn wir feine
Interpolationen annehmen wollen, erft beveutend fpäter, da 438 ber
Tod Karls (1477), 378 und 379 das Jahr 1498 als gegenwärtiges
erwähnt wird. j
Das Florarium, obwohl Weltchronik, behandelt doch mit beſon⸗
derer Ausführlichkeit die Geſchichte der niederländiſchen Territorien.
Hierfür iſt es denn auch, abgeſehen von der vorchriſtlichen Geſchichte,
von unſerer Chronik am ſtärkſten ausgeſchrieben worden. Die Reihen⸗
folge ver Könige von Frankreich, ver Grafen von Holland und ber Her:
zoge von Brabant ftimmt großentheils wörtlich überein, doch ift wegen
zahlreicher Abweichungen fein Zweifel, daß neben ven Florarium noch
Spectalchroniten vorlagen, die ja auch im Quellenverzeichniß austrüd-
lich genannt werben?. Die Ziffern ber Citate beziehen fich auf vie
Blattzahlen der Hf. des Florarium, vie Seitenzahlen der Ausgabe des
Magnum chronicon Belgicum bei Piftorius-Struve find in Klam—
mern beigefügt. Immer war dies natürlich bei den ſtarken Verſchieden⸗
beiten des Originals und der Ausgabe nicht purchzuführen.
Wis Fasciculo temporum broder Werneirs van Carthu⸗
fer orden zo Eoellen. Der Fasciculus des Werner Rolewink erfchien
mit bejtimmtem Datum zuerit Colonie 1474 fol. nad) dem Autograph
des Verfaſſers ohne veifen Namen 3 (sicut ab autore suo quodam de-
voto Carthusiensi Colonie edita est. ac secundum primum exem-
plar quod ipse venerabilis autor propriis conscripsit manibus),
und erfuhr feitvem raſch hintereinander eine Reihe von Auflagen. We:
nigſtens handſchriftlich muß das Buch ſchon früher verbreitet geweſen
fein, ta es Quelle des bereits 1472 beendeten Florarium bildete. Es
beißt hier Bl. 317°: Leodium multis tribulacionibus atteritur et
post a. d. 1468 totalıter destruitur per Karolum ducem Burgun-
die. hucusque eronica domini Werneri Carthusiensis que Faseci-
eulus temporum intitulatur protenditur et finitur. Das aus
1. Vgl. die Ausgabe bei Piſtorius- jahr 1474,. noch einige kurze Nachrichten
Struve, Rerum Germ. Ser, (1726) II, bis 1477 in durchaus gleihen Typen,
448. vermutblich diefelben, die Votthaft, Weg:
2. Vgl. darüber Abtheilung Bund E. weijer 518 als nur in einer fpäteren
3. In einem Colner Eremplar (Bibl. Straßburger Ausgabe vorlommend er:
ver fath. Gymnaſien) ftehen auf der Rück- wähnt. Weber die undatierten Ausgaben
jeite des Schlußblattes, nach dem Drud: vgl. Hain, Repert. bibl. n. 6914 — 17.
222 VI. Koelhoffſche Chronil.
Tabellen mit meift ſehr mageren Notizen beſtehende Buch iſt ſelten be-
nutzt, mit Citat nur BL. 37%. Da die Originalausgabe nicht foliiert ft,
jo citiere ich nach der am leichteften zugänglichen, freilich nicht auf ver
älteften berubenten Ausgabe bei Piſtorius-Struve, Sceriptores rerum
Germ. II, 397.
Zweimal (BI. 14%. 37°) citiert it Rudimentum novicio-
rum, gebrudt 1475 in urbe lubicana. fol., das ältefte in Lübeck
gedruckte Buch, als deſſen Verfaſſer Johannes de Columna genannt
wird, eine bis 14752 reichende, anfangs entjeßlich breite, ſpäter fehr
bürftige Weltchronit von faft 500 Blättern in größtem Folioformat.
Hiſtoriſch ift fie faſt ohne Werth, ver geichichtliche Stoff erftict unter
dem Wuſt erborgter Gelehrſamkeit. Sie ift hauptfächlich für die vor-
chriftliche und vie ältefte römiſche Kaifergefchichte, ſpäter nur gelegentlich
benutzt. Trotz des ausführlichen nach Blättern citierenden Regiſters
fehlt die Foliterung, und bie zu Anfang jeves Weltalters beginnende Ca-
piteleintheilung ift nirgends burchgeführt: auf genaue Citate mußte des-
halb meiftens verzichtet werden. Betreffs ber Foliozahlen des NRegifters
it zu bemerken, daß als Batt zwei nebeneinanderliegende Seiten gelten,
jedes Blatt in 4 durch bie Buchftaben A bis D unterfchievene Colum⸗
nen, jede Columne in drei durch Ziffern bezeichnete Abfchnitte zerfällt,
daß als fol. 90 zwei Blätter gerechnet werden und die gerienlogifchen
Tafeln nicht mitgezählt find.
Mis Supplemento chronicarum Bartholomei van fent
Auguftins orden. Verfaſſer diefes im 15. und 16. Jahrh. fehr gefuch-
ten und oft (zuerſt Venetiis 1483) gebrudten Werkes ift Jacopo Fi:
lippo Forefta von Bergamo. Daß unfere Chronik ihn Bartholomens
nennt, ift um fo auffallenver, weil fie ihn wiederholt (BL. 33. 37%,
67) ganz richtig als Jacobus de Bergoma, Bergomensis over Ber-
gamensis bezeichnet, und er felbjt am Ende jedes Buches feinen Na-
men nennt. Aus ihm ift ein großer Theil ver vorchriftlichen Periode
Sowie lange Abjchnitte der Papſt- und Kaifergefchichte entnommen. Ich
citiere nach der Ausgabe Venetiis 1490 fol. Die Foliierung beginnt in
ihr erft auf BL. 12, vorher gehen 10 BL. Megifter und ein BL. Pro-
logus. |
In enger Beziehung zum Supplementum jteht eine andere, nir-
1. Bol. Botthaft, Wegweiſer S. 520. 2. Nicht, wie auch angegeben wird,
Das bier citierte Buch van Seelen, Se- bis 1473. Am Schluß wird noch das
lecta literaria, Ießte Ausg. 558 war mir Eintreffen Kaifer Friedrichs IH. in Eöln
nicht erreichbar. 1475 März 20 erwähnt.
Einfeitung. 223
gends erwähnte, aber namentlich für die Gefchichte der Päpſte Häufig
ausgefchriebene Vorlage, der Liber chronicarum tes Nürnberger
Arztes und Humaniften Hartmann Schevel, Nuremberge 1493
fol., ein durch reichen, vortrefflich ausgeführten Bilderſchmuck ausge-
zeichnetes Buch. Benutzt ift die Iateinifche Ausgabe, nicht die fchon
1493 und dann dfter gedruckte beutiche Ueberſetzung. Die Schevel’fche
Chronik ift großentheils einfaches Plagint des Supplementum, ſodaß
in vielen Fällen gar nicht feftzuftellen ift, ob unfere Chronik dieſes ober
Schevel ausſchreibt. Ich habe dann vorgezogen, bie ältere Chronik zu
citieren. Manche Zuſätze Schedel's in ver Bapftgefchichte ftammen aus
Bartholomäus Platina de’ Sacchi Liber de vita Christi ac de vitis
summorum pontificum Romanorum. (Venetiis) 1479. fol.
B. Bisthumd- und Zerritorial-Gefchichten.
Uis der croniden van Trier. Die Gesta Treverorum
vollftändige Ausgabe von Wüttenbach und Müller 1836— 39, kritiſche
Ausgabe bis 1152 Mon. Germ. SS. VIII, 130) haben in ihrer er-
weiterten Geſtalt — vgl. alfo in der Wait’fchen Ausgabe die mit BC
bezeichneten Zufüge — vorgelegen. ‘Der ältere Theil ift nur felten be-
nutzt, ziemlich ftark unter Kaifer Heinrich VII. und Ludwig vem Baier
bie Gesta Balduini. Ein Citat aus der “trierfchen Chronif (BL. 87P)
it in den Gesta nicht genau nachweisbar, wiederholt (BI. 31°. 32®)
iteht das Citat bei wörtlich aus der Agrippina (vgl. unten) entnommenen
Abfchnitten. Ueberhaupt ift die Agrippina, fowie auch das Florarium
temporum, für die ältefte Trierer Gefchichte Hauptquelle. Der trier-
Ihe Biſchofskatalog BL. 840 it im Wefentlichen ein fchlechtes Excerpt
aus den Gresta, wieder in ber erweiterten Faſſung, aber ſchwerlich —
vgl. die dort beigefügte Note — direct aus ven Gesta geflofien.
Ziemlich oft ift Lüttich berückſichtigt. Nicht felten lag hier das
Florarium vor, aus dem auch das Citat Bl. 63P «uis der cronicken der
biihoffe van Tungren’ ftammt. Cine längere Stelle über das Cölner
Concil von 346 (BI. 77%) zeigt enge Verwandtſchaft mit Aegidius
von Drval!. BI. 263? wird zum Jahre 1356 “Johan van Herem
Iholafter z0 Luitge in finre cronica’ citiert, aber Hocfemius, ver
Sortfeger des Aegidius, fchließt fchon 1348 ab. An anderen Stellen
dagegen fanden fich Beziehungen zu feiner Chronif?. Umfangreiche
1, Bei Chapeaville, Qui gesta pon- cipui I. 11.
tifficun Tungr. scripserunt auctores prae- 2. Ebenfalls bei Chapeaville II.
224 VI. Koelhoffſche Ehronit.
Mittheilungen aus der Lütticher Gefchichte des 15. Jahrh. waren gar
nicht nachweisbar. Am wahrfcheinlichiten iſt wohl die Annahme, daß
dem Chroniften eine Lütticher Bisthumschronit des 15. Jahrh. zu
Gebote ftand, in welcher auch vie älteren Lütticher Gefchichtjchreiber
(Aegidius und Hocſemius) verarbeitet waren, und zwar eine beutjche
Bearbeitung, da in der aus Hocjemius citierten Stelle deutſche Verſe
begegnen.
Uis der croniden van Gelre. Für die Grafen und Her-
zoge von Geldern ift nicht der in das Florarium eingerüdte Katalog,
benußt, jonvern eine allerdings nabe verwandte Arbeit des 15. Jahr⸗
hunderts: Wilhelmus de Berchen, De nobili principatu
Gelrie et eius origine, ed. Siget van de Beele, Hagae com.
1870. Eine dem Sabre 1502 angehörige Hf. dieſer Chronik! hat ver
Herausgeber gekannt, aber nicht benugt. Sie bietet nicht allein mit-
unter einen beſſeren Text, jontern nuch bebeutende Zujäge? und eine
ausführliche Fortfegung bis 1481. Mehrere biefer Zuſätze, nicht aber
bie Fortfegung, finden fich in unferer Chronik wieder, die auch in eini-
gen Kleinigkeiten ver Hamburger Hf. näher fteht. Daß übrigens Wil-
helm von Berchen in lateinifcher Faflung vorlag, möchte ich bezweifeln,
und zwar, ganz wie bei ten Lütticher Chroniken, wegen einiger deutſchen
Berfe auf BL. 258°.
Uis der croniden van Hollant. Die Grafen von Holland
ftimmten meift wörtlich mit dem Katalog des Florarium überein, doch
zeigen fich immerhin bemerfenswerthe Abweichungen. Für bieje konnte
zuweilen auf eine übrigens ihrem größeren Theile nach mit vem Katalog
des Florarium congruente Cronica comitum de Hollant3 verwiefen
werden. Nur an wenigen Stellen fehlt der Nachweis, wo aljo eine
nicht mehr vorhandene over mir unbefannt gebliebene Vorlage anzuneh⸗
men ift.
Uis der croniden van Brabant. Bei den Brabanter
Nachrichten Tiegt die Sache ganz ähnlich: fie ftehen fat alle im Flora-
rium. Nicht benugt iſt das Chronicon ducum Brabantiae bis 1485*.
1. Hamburger Stadtbibliothek Hist. Schöffen zu Bommel vollfläudig, wäh⸗
31b, Bf. 1992 — 235%. Die Jahreszahl rend die Sloet'ſche Ausgabe 126 mitten
1502 ſteht BI. 2316. darin plößlicd abbricht.
2. Und zwar uicht nur Interpolatio- 3. Bei Matthaeus, Analecta veteris
nen, ober, was nicht felten vortommt, aevi (ed. II. Hagae com. 1738) V, 525.
gegen den Verfaſſer gerichtete kritiſche 3. Cura A. Matthaei. Lugd. Bat.
Bemerkungen des Schreibere Bi. 1707.
.. 220b findet fih die Erzählung von den
Einleitung. 225
Das Hauptwerk des 15. Jahrhunderts, die brabantifche Chronik des
Edmund Dynther!, lag fchwerlich vor: fie wird allerdings einmal (BT.
100%) citiert, aber das Citat ift ein entlehntes, erft fpäter konnte Dynther
ein paarmal fubfiviär für den Duellennachweis verwendet werben.
Worauf das Citat (BL. 34°) “in der croniken van Brabant’ gebt, ift
mir unbefannt.
Uis der croniden der foeninge van Branfrid. Auch
bier läßt fich faft nur das in ven beiden vorhergehenden Abfchnitten Ge-
fagte wiederholen. Verhältnigmäßig wenige Stellen der franzöfifchen
Königsgefchichte find im Florarium nicht aufzufinden, und von biefen
ftammen einige aus Supplementum chronicarum und Schevel. Nicht
benugt ift Robert Gaguin's Compendium super origine et gestis
Francorum, feit der erften Ausgabe Paris. 1495 fol. häufig gedruckt.
Die Quelle ver franzöfiichen Königsreihe Bl. 193° ift mir (abgefehen
don einigen aus Supplementum entlehnten Säßen) unbelannt geblie-
ben, was aber, nach ver wirklich feltenen Confufion ver dort ſtehenden
Nachrichten zu urtheilen, gerade fein Verluſt ift.
Uis der croniden van Saffen. Gemeint ift die für nicht
viele, aber meift umfangreiche Stellen ausgefchriebene Croneden ver
Saſſen, in ver eddelen ſtat Mencz 1492 fol., als deren Verfaffer irrig
Conrad Botho bezeichnet wird 2. Sie wird Bl. 31* als “vie hiftorien
van dem Saffenlant’, BI. 1299 als “croniden van Saffen’ citiert, da⸗
gegen find die Worte BI. 15* “der fchriver ber hiftorien van Saffen’ aus
dem Gitat in annalibus Saxonum bes Florarium entftanden und
gehen auf eine mir unbelannte Chronit. Ich citiere nach dem Abdruck
bei Xeibniz, Scriptores rerum Brunswic. III, 277, ta bie durch ihre
prächtigen Holzichnitte bemerkenswerthe Originalausgabe weder %o-
liierung noch Capiteleintheilung befigt.
Uis der ceroniden van Eleve. Iſt Gerriz van ver Schuren
Chronif von Cleve und Mark, herausg. von 8. Troß, Hamm 1824.
Sie wird BI. 187° noch einmal citiert, ift aber außerdem faft gar nicht
benutzt.
Uis der cronicken van Guilch ind van Berge. Die
ſparſamen Notizen zur Geſchichte der Länder Jülich und Berg finden
ſich miſt auch in der Cronica comitum et principum de Clivis et
1. Ausgabe von de Ram (Bruxelles Bemerkungen zur Ausgabe bes Eile von
1854— 60) in ber Collection des chro- Repgow (Bibl. bes litt. Ver. Band XLII)
niques Belges inédites. 615.
2. Vgl. darüber Maßmann in den
Städtechroniten. XIII. 15
224 vi. Koelhofffche Ehronit.
Marca, Gelriae Juliae et Montium necnon archiepiscoporum Co-
loniensium wieder!. &8 erjcheint fraglich, ob wir dieſe Compilation
in ihrer urfprünglichen Gejtalt bejigen. ine einzelne Stelle? muß
noch im 15. Jahrhundert gefchrieben fein, mehrere andere dagegen ver-
rathen Benutzung der Koelh. Chroniks, woraus hervorgeht, daß bie im
15. Jahrh. angelegte Compilation im 16. erweitert wurde. Es bleibt
demnach bei einzelnen auf Jülich und Berg bezüglichen congruenten Nad;-
richten zweifelhaft, ob die Cronica ter Koelh. Chronik folgt oder ob
beide auf gemeinfamer älterer Vorlage fußen. Aus diefem Grunde habe
ich die Vermweifungen auf entfprechente Stellen der Cronica comitum
nicht in Ranbeitaten, fonvern unter den Noten beigefügt.
Eine DI. 137° aus ‘der croniden van Swaven' citierte
Stelle findet fi) in der Furzen Chronik des Thomas Lirer, worüber bie
an der betreffenden Stelle beigefügte Note zu vergleichen ift. Sonſt war
eine Benugung Lirer's nicht nachweisbar.
€. Eölner Aufzeichnungen.
Für feinen Zweck, eine vollftändige Gefchichte ver Stadt Cöln zu
ichreiben, fand ver Verfafjer bereits eine größere Vorarbeit vor, bie
Agrippina’ des Heinrih van Beeck. Da fie eine Haupt
quelle unferer Chronik bilvet, aber an fich nicht Intereffe genug befitt,
um einen Abdruck zu verdienen, muß fie an dieſer Stelle eingehender
betrachtet werben. Sch berichte zunächft über den Hanpfchriftenbeftand.
(A) Stadtarchiv zu Cöln Mic. A II 2, Bap. 15. Iahrh. ol.
194 BL. 5 zufammengebundene Fascikel, ver legte (9Bl.) unbejchrieben.
1. Fasc. (4 BL.) enthält nur einige VBerweifungen auf den Inhalt
ber Chronik und die ihr beigegebenen Urkunden.
1. Seibert, Duellen der weftf. Geſch.
2. Id quod nostro aevo aceidit anno
domini 1444 (Seibert 122). Es iſt aller-
dings nicht nöthig (vgl. Seiberb 120),
aevum mit Jahrhundert zu überſetzen,
aber im 16. Jahrh. können diefe Worte
doch unmöglich geichrieben fein.
3. Unter der ©. 251 citierten Chro-
nica Coloniensis verfteht Seibertz Die
Koelh. Chronik. Nöthig iſt Dies nicht,
da fich die betrefiende Nachricht auch ſchon
in ber Ohron. praesulum Col. findet, die
wiederholt ven Der Cronica comitum
wörtlid benutzt wird. Dagegen wirb
kaum ein Zweifel beftehen können, daß
die Cronica das PVerzeichniß der Glieder
des römifchen Reiche (S. 152) und die
Erzählung des Thronftreits zwiſchen
Friedrih von Defterreih und Ludwig
dem Baier (5.231) au der Koelh. Chr.
(BI. 138b. 2498) entlehnte. Dazu fommt
bie übereinftimmend irrige Schreib ung
einiger Eigennamen, fo Segenbach (©.
186, Sengenbach' Koelh. 1806) ftatt
Hengenbach, Zelranck (S. 240, ‘Bel:
vand) Koelh. 2542) ftatt Zeltanch.
ol —* Bl. 2386— 2416.
2546 2683
Einleitung. " 227
2. Sasc. (119 Bl., die beiden legten unbeſchrieben). Mit dem
2. Bl. beginnt die Foliierung, die BL. 101 abbricht. BI. 1°: Agrip-
pina, dann eine lateinifche Stelle des 5. Ambroſius nebjt Ueberjegung
und Berweilungen auf ven Inhalt ver Chronik. Auf vem folgenden DI.
beginnt die Chronik ſelbſt (Sent Augnſtin in veme boich ꝛc., vgl. Koelh.
Chr. BL. 2P), die mit ver Erwähnung Kaiſer Friedrichs III., Papft
Pauls LI. und des Erzbifchofs Ruprecht von Cöln abjchließt. Bl. 17®
fteht am Rande die Iahreszahl 1471 (die anderen Hſſ. haben 1472),
Ipäter mehrmals (zufegt BI. 114°) das Jahr 1472.
3. Fasc. (56 beichriebene BL). DL. 1°: In nomine domini
nostri Jhesu Christi a°. 1469 ad (?) 6 Juni. Darunter die burch-
ſtrichenen Worte: ‘van der howirdigen billigen ſtad Collen begin, fo vil
ih dat in alten bewerten cronifen vunden hain, und darna wer fi be
jeffen und innegehat hait vur go geburt me van 1400 jair und na bis
up bie zale ver jaere na ber geburt Chriſti duſent veirhundert und nuin-
undjejzich, dairuiz vie ghene, die zer zit ven ebelen vleden zu bewaren
hain, erinnert moegen werben, wie hoe in gerechticheit got fine fchag-
famer verjorget wil haven zu finre even und gemeinem beten. “Dane-
ben, ebenfalls durchftrichen,, der Name “Heinrich van Beed’, dann
einige lateinifche Verſe mit beigefügter Ueberfegung. Bl. 1°—56* ent»
halt Urkunden, zulett ver Regensburger Landfriede von 1471.
4. Fasc. (6 BL). Meteorologijche Notizen bis 1472.
Der ganze Coder ift von gleicher Hand gefchrieben und unzweifel-
haft das Autograph des Berfafjers Heinrich van Beed. Die Eintra-
gung “dit boich iS Heinrichs van Beeck burger zu Collne a. 1470’ auf
dem Vorlegeblatt der Cölner Hi. Königshofen's (Stadtarchiv C 39, be-
ſchrieben Stäbtechronifen VIII, 202), vie fonftigen Bemerkungen auf
dem Borlegeblatt, das unvollftändige Negifter und andere Notizen am
Schluß dieſer Hf. zeigen genau die nämlichen Züge wie Hſ. A. Die
gleiche Hand hat hin und wieder dem Text Königshofen's Kleine Zuſätze
beigefügt, die in der Agrippina wieverfehren, überhaupt fchließt fich dieſe
auf's engite ver Hſ. C 39 an. Auch eine Vergleichung mit den übrigen
Hi. der Agrippina läßt A Deutlich als Autograph erkennen. Der Text
it vielfach veräntert und mit Zufägen verfehen, aber durchweg in bejtem
Zuftande, die Citate und Quellenbelege find regellos, bald neben bald
unter dem Text, ſtets von gleicher Hand beigefchrieben, die Stamm-
bäume roh hingeworfen, die Bilder funftlos in wenigen Strichen an—
gebeutet und nicht coloriert. Die ſämmtlichen anderen Hff. find jorg:--
fältig und fchön gefchrieben, die Aenderungen und Zufäße Direct in ben
15*
228 VI. Koelhoffſche Epronit.
Zert aufgenommen, bie Quellenbelege fteben regelmäßig am Rande un
find Häufig von anderer Hand nachgetragen, die Stammbäume und Bil:
ber forgfältig, leßtere in Farben, ausgeführt, dagegen der Zert in allen
mehr oder weniger verborben. Die in ihnen befinvlichen Bilder find in
A mitunter nur durch eine kurze Notiz angedeutet, fo DI. 21* nach Auf
zäblung ver 15 Cölner Arelsgefchlechter: hic demittetur spacium ad
ponendum arma civium Coloniensium antiquorum Romanorum,
und DI. 101°: “hie fal man fpacium laifen ven keifer zu malen’. Die
übrigen Hſſ. haben in ber That an ber entiprechenven Stelle 15 Wappen
und das Bild eines Kaiſers. Aufs veutlichite ift durch dieſe Bemerkun:
gen Hf. A als Concept des Verfaſſers gelennzeichnet.
(B) Stabtarch. zu Cöln A IT A, Bap. 15. Jahrh. Fol. 205 2.
Iſt eine von verjchiedenen Händen gejchriebene, von Heinrich van Beed
jelbft corrigierte und vervollſtändigte Abfchrift des Autographs. BL. 1’
fteht von ver Hand 9.8 v. B.: “wit boich 18 uiz bewerten hiftorien unt
eroniden alleine vever Collen die ſtad geſatz uiz erfolgungen ber zit durch
feiffere paefje und bufchove ter ſtad van Eoline genommen und durch—⸗
joift uiz den Hiftorien und opinien‘. Daneben: Cronicken ter roim-
ſchen feiffere, der paefe, ver bufchone von Colne, von Frankrich —
Thuronenfis. Prumenſis — von Engelant, von Saſſzen, von Strai-
borch, von Mentze, von Guild, Gelre und Brabant, Flaindern und
Hollant, Vincencius in speculo historiali, Heilimandus, Martiniang,
Hugo Flelriacenfi], Baulus Orofi, Elimantus!, Gregorius in dia-
logo, Auguftinus zc. a°. dni 1472°. Darunter von anderer Hand "in
gotz namen amen 1488’. Lmfchriften ver Bilder, Stammbäume, Ber
befjerungen und Quellenbelege zeigen oft beutlich die Hand Heinrichs,
der auch am Schluß (BL. 201— 204) ‘vie taeffel und vegifter diß boichs
beigefügt bat.
Aus diefer HI. find die übrigen, mittelbar over unmittelbar, ge-
floffen, wie die gleichmäßige Ausführung ver Bilder und die Uebereit-
ftimmung in zahlreichen Fehlern beweift. Sie ift wahrfcheinlich jehr
bald nach Vollendung des Autographs angefertigt, jevenfall® vor 1475,
in welchem Jahre die Suderman'ſche Copie (B!) gefchrieben wurte. Letz⸗
tere hat das Negifter nebſt ven Blattzahlen aus B abgejchrieben, obwohl
diefe nur zu B paſſen. Die Jahreszahl 1488 auf tem Vorlegeblatt muß
alfo erſt ſpäter beigefchrieben fein.
i. Elimandus wirb wohl identiſch Henr. de Hervordia chron. ed. Potthast
mit Heilimandus, und unter beiden die praef. xvı) zu verfteben fein.“
Chronik des Ciftercienfers Helinand (vgl.
Einleitung. 229
(B') Stadtarch. ATI 3, Pap. 15. Jahrh. Fol. 212 BL. Copie
von B. Auf dem Vorlegeblatt: ‘Item bit boich i8 Johan Suderman
bur den minrebroder ind hain et mit miner eigener hant gefchreven anno
75. Folgen Eintragungen von Suberman’8 Erben 1518 und 1546.
Bl. 115°— 117® furze Fortfegungen bis 1530 von verjchievenen Hän-
den, dann Urkunden und Regifter wieder von Johan Suberman ger
ſchrieben.
(B2) Bibl. ver kath. Gymnaſien in Cöln, codd. in fol. n. 80.
Pap. 16. Jahrh. Abichrift von B!, da fie die Fortfegung bis 1502 —
außerdem noch cölnifche Statuten — enthält.
(B3) Stadtarch. A II 1, Pap. 15. Jahrh. Fol. 386Bl DI. 1°
Chronica Coloniensis und ein in Farben ausgeführtes Wappen. DI.
42» — 32° Abfchrift des 1. Cap. Königshofen's (ohne bie Vorrede) und
tes 2. Cap. bis ‘dat fi over gar fiele lant heirſchden' (Städtechronifen
VIII, 233— 329). Bl. 36°—143b Bilder und Text der Agrippina
bi8 auf König Wenzel. BL. 144° — 154° Actenſtücke, das wichtigfte
Interrogaciones sive testamentum domini Hilgeri van der Stes-
sen qui obiit (auszüglieh geprudt unter ven Beilagen zum neuen Bud),
Bd. I, 323). Bl. 155°— 162° Reſt der Chronik. Bl. 163° und
164° von anderer aber ungefähr gleichzeitiger Hand Notizen zu 1414,
16, 21 (übereinjtimmend mit Cölner Jahrbücher D), 1442 und 1471.
Bl. 189° — 246° Urkunden, zuerft Schrift des 15. Jahrh., dann be-
deutend fpätere Hand. BI. 247°— 267? Bapftgefchichte, meiftens nach
Königshofen, Schrift des 15. Jahrh. BL. 274° — 291° Abjchrift ver
Chronica praesulum Col. von moberner Hand. DI. 307% His zum
Schluß Urkunden von verfchiedenen Händen des 16. und 17. Jahrh.
" (BA) Stadtarch. A II 5, Pap. Ende des 15. oder Anf. des 16.
Jahrh. Kl. Fol. Ohne Foltierung. Defect und voll von Fehlern. Wird,
obwohl Eigenthum des Stabtarchivs, im ſtädtiſchen Muſeum zu Cöln
aufbewahrt.
(Bö) Kgl. Bibl. zu Berlin Msc. Boruss. Fol. 478. Pap. 286
DH. Am Schluß vor dem Regifter BL. 281: ‘got ſei loff und ere alle
dem himelifchen here. gejchriben und geenvet durch mich Mars R. van
Wirkburg anno salutis 1500 up fatterstag negft vur Bartholomei glich
zu 10 uren'.
Aus dem über vie Hf. A Geſagten geht hervor, daß der Verfaſſer
der Agrippina, ter Cölner Bürger Heinrich van Beeck — ein um 1470
wieberhoft nachweisbarer Name! — feine Arbeit 1469 mit Abjchrift von
1. ‘Heinrich van Beke' ohne nähere Bezeichnung kommt 1465 wor, Stabtardh. A
330 VI. Koelboffiche Chronik
Urkunden begann. Rachdem er im nächſten Jahr eine Abſchrift Könige:
hofen's erhalten hatte, begann er mit Abfaſſung ver eigentlichen Chronik,
bie er im Laufe der beiden folgenden Jahre vollendete. Nach einer falt
ganz in die Koelh. Chronik übergegangenen allgemeinen Einleitung ergeht
er fich zunächft in ziemlich naiven Unterfuchungen über die Urgefchichte
Cölns. Seine Chronik hält fich überwiegend in ven Grenzen einer Local-
geichichte, ganz äußerlich ift ein kurzer Papftlatalog, Auszug aus Mar-
tin von Troppau, und eine ausführlichere Kaifergefchichte, hauptſächlich
Compilation aus Rönigshofen und Eike von Repgow, eingefehoben. Da-
neben find wiederholt, aber meift nur für Heine Stüde, Negino und bie
von Ekkehard benusten Gesta Francorum — citiert als Chronica
Prumensis und Gregorius Thuronensis — weiter Sigebert von Gem:
bloux, die Gesta Treverorum, das Speculum historiale des Vin:
cenz von Beauvais, bie Chronik des Hugo von Fleury!, Edmund Dyn-
ther’8 Brabantifche Chronik, des Orofins Historiae, einige Legenven,
die Schrift des Petrus de Andio de imperio Romano? und das
Heine Ruiferrecht ? benugt. Für die Cölner Specialgefchichte ftand ihm
faft nicht® als die Chronica praesulum, Hagen’s Reimchronif und der
Text D ver Cölner Jahrbücher in einer von der uns erhaltenen etwas
abweichenden Faffung zu Gebote. Das Ganze ift ein wenig befriedigen:
des Machwerf. Bon einer Verarbeitung des Materials ift Feine Rede,
die einzelnen Notizen find roh nebeneinandergeftellt, in den wenigen nicht
entlehnten Stüden bie Sprache ſehr ungelent, in ven entlehnten be-
gegnen viele Mißverſtändniſſe. Da Heinrich van Beeck feine Abficht,
die Gefchichte Cöln’s bis auf feine eigne Zeit fortzufegen, nicht zur Aus
führung brachte, ſondern die eigentliche Erzählung bereits mit 1419
ichließt, fo bietet er faft nichts, was nicht fchon anderswoher bekannt
wäre.
Aus dieſem Grunde liegt die Bedeutung ver Agrippina für bie
cölnifche Gefchichtfchreibung faft nur in ihrem Verhältniß zur Koelh.
Chronik. Der Berfaffer der leßteren hat es für überflüffig gehalten, fic
x, 2, Bl. 33%, und A IV, 136 in
einem Protokoll vom 5. Oct. 1469. Im
29.3. der Copienbücher finden ſich meh-
rien’ bezieht und am Ende eine aus Mainz
ftammende Abhandlung aſtronomiſchen
Inhalts beifügt.
rere Correjpondenzen ber Stabt 1472 an
Heinrih van Beke Toufhuismeifter zo
Mentz'. Wahrſcheinlich ift diefer mit
dem Chroniften identifch, da Die Agrip-
pina Bl. 2b (nach diejer auch Koelh. Chr.
DI. 378) fih auf ein ‘omelienboich up
jant Albansberg zu Meng in ber libra⸗
1846
1. Ausg. von Rottendorf, Monaste-
rii 1636. 4.
2. Herausg. von Freher, Argentor.
1612.
3. Ausg. von Enbemann, Caſſel
Einleitung. 231
ausdrücklich als Quelle zu nennen, nur einmal (Bl. 78®) ſcheint er mit
ver Wendung ‘der ftat eronicken' auf fie hinzubeuten, fand es dagegen
für gut, einen längeren wörtlich der Agrippina entnommenen Paſſus
(dl. 31° ff.) mit dem Citat “in der Trierfcher cronicken' zu ſchmücken.
Trotzdem bat er fie etwa 30 bis 40 mul für größere zuſammenhängende
Abſchnitte benugt, mehrmals erjtrecdt fich die genaue Uebereinſtimmung
auf ein bis zwei Blattfeiten und felbft mehr, weit häufiger befchränft
jih die Entlehnung auf kürzere Stellen von einer bis zehn Zeilen. Das
Antograph (HT. Ai hat er nicht wor fich gehabt, ſondern wahrjcheinlich
bie direct aus ihm gefloffene Abfchrift B, teren Orthographie und Bil-
berichmud am nächjten zu ftehen fcheint. Doch hielt ich es für beſſer,
nach dem Autograph zu citieren, da B nur fehr wenige in dieſem feh-
iende Stellen enthält, ven Text aber ſchon nicht mehr in ver urfprüng-
lihen Correctheit wiedergibt. An einigen ganz vereinzelten Stellen
mußte hiervon abgefeben und B citiert werden. ‘Den Citaten habe ich
überall, wo dies möglich war, bie betreffende Vorlage der Agrippina in
Klammern beigefügt.
Ueber die Verwerthung fonftiger localer Aufzeichnungen kann ich
mich Turz faffen, da dieſelben faft ſämmtlich bereitS in der allgemeinen
Einfeitung oder in ven Specialvorreben bes erften und zweiten Bandes,
zum Theil auch in Bezug auf ihr Verhältniß zur Koelh. Chronik, be-
Iprochen worden find.
Uis der croniden ber ertzbiſchove van Eoellen. “Die
Geſchichte ver Cölner Erzbifchöfe bis zu Friedrich von Saarwerben (feit
1370) beruht überwiegend auf ter Chronica praesulum Co-
lonıensium, tft jedoch nur theilmweife direct aus dieſer überfekt,
währen Bieles aus ver in der Agrippina vorliegenden Ueberſetzung ein:
fach abgefchrieben wurde. Nur felten fine auch ältere Biſchofskataloge
benußgt, jo ber Catal. I. (Hahn, Collectio monum. I, 385) nebft
der Fortſ. des Cäfarius von Heifterbach (Böhmer, Fontes II, 271),
ver Catal. III. (vgl. Br. I, ıxvin) und ter Katalog des Levold von
Northof (Fontes II, 282). An einzelnen Stellen — zum Beifpiel DI.
161° bei der Sage von Erzbifchof Anno — zeigt ſich Zufammenhang
mit einer theilweile aus ver Chronica praesulum excerpierten Bifchofs:
chronik in deutſcher Sprache!. Einige auf Dietrich von Mörs bezüg-
lihe Angaben (BL. 290°) find einem Iateinifchen Lobgedicht auf diefen
Erzbiichof entnommen 2.
1. Kgl. Bibl. zu Berlin Msc. Ger- 2. Gedrudt in Beil. I zu den Cöln.
man. Fol. 127. ®gl. oben ©. 16. Jahrb. ob. S. 200. Unter den dort S. 197
232 VI. Koelhoffſche Chronik.
Ein großer Theil der Stabtgefchichte im engeren Sinne bis 1445
beruht auf Rec. C und D der Cöolner Jahrbücher, nur Weniges
auf B. Recenfion D ift faft vollftändig und zwar wörtlich reprobuciert,
lag aber offenbar in weit befjerer Faſſung als die handſchriftlich erhal-
tene vor, ſodaß der Text der Koelh. Chronik vielfach zur Ergänzung und
Berichtigung dient.
DI. 199 — 2365 ift Die ganze Hagen'ſche Reimchronik, ab:
züglich der legendarifchen Einleitung, in profatfcher Umſchreibung wieder:
gegeben, zuweilen iſt für Kleinere oder größere Abfchnitte die poetiſche
Form beibehalten. Doch liegt dieſer Umschreibung vielfach nicht bie
Reimchronik felbit, fondern die kurze Paraphraje ver Agrippina? zu
Grunde. Am Schluß (BL. 236®) ift ‘meifter Godert Hagen’ direct als
Gewährsmann genannt, ein andermal wird fein Werk als “ein chronica
van der ftat van Collen ind is in rimen gefaßt” bezeichnet (BI. 56°).
An zeritreuten Stellen ift er noch wiederholt veriwerthet. Beſonderen
Werth beſitzt die Baraphrafe ver Koelh. Chronik durch den Umftand, daß
fie einige Tücken des handſchriftlich überlieferten Textes ergänzt.
Letsteres findet auch auf die Weverflaicht Anwendung. Die
Erzählung der Unruhen 1370 und 1371 (BL. 273°— 275°) ift ber
Hauptfache nach aus ven 480 Verfen ver unvollftänbigen Frankfurter Hi.
gefloffen, das Folgende beruht ohne Zweifel auf dem verlorenen Theil?
Nur felten umd immer für ganz kurze Stellen zeigt fich Ueberein—
jftimmung mit ven Annales Colonienses maximi (Mon.
Germ. SS, XVII. gl. BL. 169%, 178°. 179, 181°). Daß fie un-
mittelbar benugt wurben, muß bezweifelt werten, da ber Ehronift, der
gute und reichhaltige Quellen fehr ſtark auszufchreiben pflegt, fich in
biefem Ball fchwerlich mit ein paar mageren Notizen begnügt Haben
würde.
Häufiger iſt von BL. 238° an die ſchöne Cölner Kaiſerchronik des
14. Yahrh., die Chronica quorundam regum ac impe-
ratorum Romanorum?, überfegt. Doch find auch bier fo viele
wichtige Angaben localer Natur übergangen, daß die Vermuthung nahe
liegt, der Chronift habe fie nicht in der originalen und vollftändigen
Faſſung gelannt.
mitgetheilten Fragm. einer Würzb. Sf. 2772 an wiederholt bemerkbar. Vgl. bar:
findet ſich auch die BL. 295° mit der Wen- über die Einl. zu den Cölner Jahrbil:
dung 'alſus fehrift einre in der croniden chern oben ©. 8.
var den bifchoffen van Coellen’ gegebene 1. Vgl. Bd. 1, 15
Nachricht zum Jahre 1423. Zufammen- 2. Bgl. Bo. 1, 239.
bang mit biefen Fragmenten-ift von Bl. 3. Bol. Bd. I, LXxxXiII.
233
Einleitung.
Bon Cölner Biographien find benußt ein Leben bes Erz-
biſchffs Bruno I. in einer von ber fog. Vita altera abweichenden aber
ähnlichen Faſſung, und des b. Bruno, Stifter des Carthäuſerordens,
dann Cäſarius' von Heifterbach Vita s. Engelberti und Rudolfs von
Nymwegen Vita b. Alberti!. Mehrere Blätter (DI. 158’ ff.) find aus
ter Vita s. Annonis, nicht aus deren Quelle Lambert von Hersfeld,
entnommen. Weber kleinere Cölner Legenden vgl. ven folgenden Abfchnitt.
Einmal (BI. 315®) ift das Memorial von 1463 über das Begräb⸗
niß des Erzbifchofs Dietrich und die Wahl feines Nachfolgers? ver»
werthet.
D. VBermifchtes, Heiligenleben, Flugfchriften x«.
Die legenbarifchen Partien find theil® der Legenda aurea bes
Jacobus a Voragine, bie Bl. 28° als “paffionail’ 3 citiert wird, theils
fpäteren Zufägen zu derjelben entnommen. Wahrfcheinlich lag die Cölner
Ausgabe von 1483 vor, in ber in die urjprüngliche Sammlung manche
Stüde eingefcheben find und am Schluß noch etwa 200 BL. Zufäte,
darunter viele nieverrheinifche Locallegenden“, folgen. Außerdem zeigt
fih (BL. 104°) Verwandtichaft mit der Vita s. Swiberti des Mar-
cellinus und (BL. 169P) mit dem Leben ver h. Hildegard, das aber
ſchwerlich unmittelbar benugt wurde.
Einmal (BI. 8) genannt — das Citat auf BL. YP ift abgeleitet —
und nur felten direct benutzt iſt des Petrus Comestor Historia
scholastica, Argent. 1485 fol.
Eine längere Stelle (BL. 323°) ift aus Chriſtian Wierſtraat's
Reimchronif ver Stadt Neuß abgefchrieben, dann machen fich noch ein
paarmal Anklänge bemerkbar.
DL. 310° zeigt fich Zuſammenhang mit dem Tagebuch des Soefter
Stadtſchreibers Bartbolomens von der Lakes, DL. 310 Ver:
wandtfchaft mit der Reimchronik über die Soefter Tehde”.
1. Bgl. Bl. 131. 1646. 1832, 184d,
2, Gebrudt Bd. I, 373.
3. ®gl. Henricus de Hervordia chron.
ed. Potthast 4: Jacobus de Voragine in
passionali. Nicht gemeint ift ‘dat duyt⸗
Ihe palfionail’, Cöln 1485 fol., eine
Ueberjegung ber Leg. aurea.
4. So die Legenden von St. Noth-
burgis, den beiden Ewalben, ben h. drei
Königen, die in unferer Chronik (BL. 996.
104, 1742) nebft manden anderen be-
nugt find. Die Zuſätze citiere ih als
Cölner Legenda aurea mit Blattzahl, für
die alte Sammlung folge ich der Eapitel-
aählung der Gräße'ſchen Ausgabe von
16.
5. Der undatierte Originaldrud ift
faft verfchollen. Nah dem Drud von
1497 hat €. v. Groote 1855 die Reim:
chronik neu herausgegeben.
6. Bei Seiberg, Quellen ver weftfäl.
Geſch. II, 254.
7. Bei Emminghaus, Memorabilia
Susatensia 583. Die dem Drud zu
334 vi. Roelhoffiche Chronik.
Der Bericht über den italienischen Zug. Karls VII. von Frant:
reich (BI. 3418) ift wörtlich, aber mit bedeutenden Abkürzungen, aus ber
bon einem Beitgenoffen verfaßten Descriptio apparatus bel-
liei! entnommen. |
Ein Spottgevicht auf Karl VII. (Bl. 338°) ift aus den 1492
erichienenen Epistolae et carmina Jacob Wimpheling’s entlehnt.
Dt. 191° ff. ift ein großer Theil von Conradins Manifeſt bei fei-
nem italienischen Zuge, die daran angefchloffene Klage auf Conradins
Tod (BL. 193°) aus ver Adhortatio tes Ghibellinen Petrus de
Pretio überjekt.
Der erfte Satz des Abfchnitts über ven Defensor pacis (dl.
258) ift wörtlich aus Königshofen abgefchrieben, für ven Neft fcheint
ber Defensor felbft benußt zu fein.
Die Nachrichten über die im Speierer Dom begrabenen Raifer
(Bf. 156) ſtammen aus einer jett verfchwundenen Gedächtnißtafel des
Biſchofs Mathias von Speier, deren Infchriften uns jedoch erhalten find.
Bon den Schriften des Aeneas Sylvius (Bapft Pius IL.) lagen
vor De Bohemorum origine Bl. 31*. 35°), Europae status (36*.
114». 190%) und De curialium miseriis (Bl. 588).
Commentaria Cesaris (Bell. Gall.) und Cornelius Tacitus
(Annales), auf die fich ver Chronift in ver Quellenüberficht und anders—
wo (Bl. 37°. 131) bezieht, mögen vorgelegen haben, ohne daß eine
wörtliche Entlehnung nachzuweiſen ift.
Drofius wird ebenfalls im Quellenverzeihniß genannt und noch
mehrmals citiert. Doch ift Das Citat BI. 23° aus Eike, 23? aus Sup-
plementum, 71? aus Rudimentum abgefchrieben. BL. 37° bezieht
fich der Chronift für die Gründung Cölns auf Oroſius ter dat fchrift
30 fent Auguftin’, aber die Widmung ber Historiae an ven h. Augufti-
nus enthält nichts derartiges. Nur Bl. 69° ift Orofius, wahrfcheinlich
direct, für wenige Zeilen benugt.
Ganz alleinftehende Congruenzen mit der fabelhaften britischen
Königsgefchichte des Gotfried von Monmouth (BL. 89), den Mainzer
Grunde liegende Hſ. (Bap. 4. 15. Jahrh.)
befindet fi im Stadtarchiv zu Soeft Re-
pert. XX, 106. Itig laͤßt Seibertz,
Quellen II, 263 dieſe Reimchronik von
Hermann Latomus 1576 verfaßt werten.
Die Stelle bei v. Steinen (Die Ouellen
der weftphäl. Hiftorie 66), Die zum Be-
weis citiert wird, ergibt mit aller nur
wilnfchenswertben Deutlichkeit, daß La⸗
tomus Tediglih eine Abfchrift fertigte.
Der gleiche Irrthum fehon bei v. West-
phalen, Monum. ined. rer. Germ. IV,
praef. 132. Uchrigens bebürfen die Soe-
fter Quellen noch einer näheren Unter:
juchung.
1. Voyage litteraire de deux reli-
gieux Benedictins, Paris 1724, II, 379.
Einleitung. 235
Annalen (BI. 243°) und der Chronit des Johann von Winterthur
(O1. 189P) find wohl durch mir unbekannt gebliebene Vorlagen vermittelt.
Bon urkundlichem Material ſtanden dem Berfaffer die goldne Yulle
Karls IV. (Bf. 109%), vielleicht auch Verhandlungen des Wormfer
Reichstags von 1495 (BL. 140°), dann ein paar im Anhang ver Agrip-
pina vorgefundene Cölner Urkunden /YI. 204°. 283*) zu Gebote.
Endlich begegnen uns noch Citate aus ver h. Schrift (ziemlich oft),
tem Corpus iuris civilis (91. 58°. 144) und canonici, Tullius
(Cie. de orat. Bf. 3®), eine Reminiscenz aus Horaz' Epifteln (BT. 58°),
Ovpid's Fasti (18°), Aeſop's (d. h. Phädrus') Fabeln (312), Augufti-
nus De civ. dei (10°. 11®), ein Brief des h. Hieronymus (8°) und
deſſen Schrift De viris illustribus (11®. 14°), Boethius De consola-
tione philosophiae (13*, fonftige Citate find entlehnt), die Regula
pastoralis Papſt Gregors des Großen (78°), Iſidor's von Sevilla Ety-
mologien (30®), Francesco Petrarcha's Epistolae de rebus familieri-
bus (114*), Gerſon's Tractate De laude scriptorum (311P) und De
puella equitante in armis (295°), die Schrift des Walther Burley
De vita philosophorum (55°), Johann von Zrittenheim De laude
scriptorum manualium /312°) und bie VBenetianer Ausgabe des
Quinctilian von 1471 (312%).
Daneben finden wir noch eine Menge von Büchern genannt, die
der Ehronift ganz gewiß oft kaum dem Namen nach fannte. Zuweilen
drängen fich förmlich vie Citate aus den Glaffifern und Kirchenvätern
wie aus der biftorifchen und fcholaftiichen Litteratur des Mittelalters,
und bei oberflächlicher Betrachtung erhält man eine fehr vefpectable
Meinung von der ausgebreiteten Belefenheit des Verfaſſers. Leider ſind
es meift erborgte Federn, dutzendweiſe find die Citate aus bekannten
Vorlagen abgefchrieben:
E. Unklare Gitate.
Der in ven vorſtehenden Abfchnitten gelieferte Quellennachweis
kann feinen Anfpruch auf Vollftändigfeit machen. Daß die im Quellen-
verzeichniß aufgeführten Chronifen von Franfreich, Holland und Brabant
in der unferem Chroniften vorliegenden Geftalt nicht aufzufinden waren,
ift bereits oben bemerkt, ebenſo fteht e8 mit ven an gleicher Stelle nam:
haft gemachten Chronifen von Flandern un Mainz, die aber nur für
ganz Furze Stücke benugt fein können!. Auch ver Poet Atilius (vgl.
1. Verdächtig ift der Umftand, daß alle dieſe Chronifen auch im Quellen:
236 VI. Koelhoffſche Chronik.
DI. 53*), der die Grabſchrift auf ten ſagenhaften Cölner Helden Mar⸗
filins verfaßt haben foll, bleibt für uns ein bloßer Name. Dreimal
(31. 195* zweimal, 305%) finden wir die Wendung ‘a8 einre fchrift‘,
ohne den Uriprung ver Nachricht angeben zu können. DL. 114 fteht
das Citat ‘als ſchrift Henricus van Hervort' bei einem längeren Abjchnitt
über Lage und Ausdehnung Sachfens, mit welchem eine Stelle in ver
Potthaft’ichen Ausgabe nur jehr entfernte Achnlichkeit befigt. Man
fönnte vermuthen, er ftehe in dem von Botthaft nicht abgebrudten Theil,
aber fonft zeigt fich auch feine Spur von Verwandtſchaft mit Heinrid
bon Herford !, ver Doch eine fehr gut verwendbare Vorlage abgegeben
haben würde. So bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, daß unfer Chro-
nift den Abfchnitt einer anberen Vorlage entlehnte, in welcher Heinrich
nebenbei citiert war. Man könnte zunächft an da8 Rudimentum novi-
ciorum denfen, in welchem Heinrich ftarf benußt ift, hier war aber jene
Stelle nicht aufzufinden.
Auch Hiervon abgejehen, bleibt eine, verhältnigmäßig allerdings
nicht große, Anzahl von Abfchnitten übrig, bie ganz ficher nicht zuerft
aus der Feder unſeres Chroniften gefloffen fin. Dahin gehören vie
‘overjehrift van Julius' (BI. 26°), die nur theilweife auf Königshofen
beruhende Aufzählung der chriftlichen Königreiche (150°), die Stellen
über den Einfall ter Mongolen (180°), ven Tod Friedrichs I. (185°),
ben Deutſchorden (194°), Conradins Untergang (193°), die Aufhebung
des Templerorvens (195°), Einzelnes über Wilhelm von Holland (202*),
Adolf von Naſſau (242), König Albrecht (245®), Erzbifchef Peter von
Mainz (247°), König Wenzel (280°. 286°), auch manche Cölner Nach:
richten 2c. Zweifelsohne ift ferner ein großer Theil der mitunter jehr
reichhaltigen Erzählung von 1446 (Bf. 310°) ab nicht originaler Natur,
während bier nur an wenigen Stellen eine Vorlage nachgewiefen werben
fonnte. Von 1488 an wird die Hauptjache felbftändig fein, da ber Ver:
faffer bei diefem Iahre (BL. 335®) ausdrücklich bemerkt, er fei nunmehr
ad presentia tempora gekommen. Doc bezieht er fich fchon vorher
häufig auf mündliche Ueberlieferung. So heißt es fchon BL. 299* bei
Mittheilungen über ven Erzbifchof Marcellus von Drontheim? ‘as ich
bain hoeren fagen van ven die in gefant haven’, dann zu 1440 (307%;
‘a8 ich hain hoeren fagen van ein teil luden tie noch im leven fin’, zu
verzeichniß der Agrippina figurieren. Ei» denen unjere Chronif da8 Rudimentum
nige von ihnen aber haben ver Koelh. und „eielee 9. v. H. abichreibt.
ehron. ganz gewiß worgelegen 2. Geftorben um 1460. Ennen, Oe⸗
1. Abgejehen von foldhen Stellen, an Lichichte III, 366.
Einleitung. 237
1442 (308°) “dat ich bi minre zit did hain hoeren fagen’, ‘have ich ge-
hoirt' (326°) beim Urtheil über Karl den Kühnen (+ 1477), zu 1474
(323?) “a8 ich hoirt fagen’, zu 1482 (330°) ‘a8 ich hain hoeren fagen’.
Die zahlreichen namentlich chronologifchen Irrthümer nach 1445 Laffen
vermutben, daß in dieſem Theile die mündliche Ueberlieferung eine be-
beutenbe Rolle fpielte,
Sehen wir num, wie der Ehronift feine Quellen verwerthet, wie Art der
beichaffen das Werk ift, welches er zu Stande bringt. Entjchieven trägt Pr
dasſelbe ven Charakter ver Compilation, wie die meiften großen Chroni-
fen des 15. Jahrhunderts. Er verfügt über ein bebeutenderes Material
als viele feiner Collegen, ohne fich aber übrigens wejentlich von ihnen
zu unterfcheiven. Die beutfchen Vorlagen werden einfach abgefchrieben,
natürlich mit Mebertragung in den nieberrheinifchen Dialekt, vie latei-
niſchen, meift breit und ungelent, überjegt, abgejehen von wenigen Stel-
len, die wegen ihres fittlich anftößigen ober fonft bedenklichen Inhaltes
in lateinifcher Faſſung beibehalten wurden. Selbft die Einleitung, in
ter man boch am erften ſelbſtändige Gedanken vermuthen follte, beruht
faft vollftändig auf Agrippina, Florarium, Supplementum zc. Es ift
eine Aeußerlichkeit, aber doch für ven compilatorifchen Charakter ber
Arbeit bezeichnend, daß fogar vie rohen Holzfchnitte durchſchnittlich ge-
treue Nachbildungen aus Agrippina, Fasciculus temporum und Ero-
neden ver Sajjen find.
Lag in viefem engen Anfchluß eine große Erleichterung ‚für ben
Quellennachweis, jo wurde legterer andrerſeits durch vie Willfür und
Regellofigkeit ver Benugung in hohem Grave erfehwert. ‘Der Verfaſſer
denkt kaum daran, für ein beftimmtes Gebiet einen einzelnen Autor als
Hauptquelle zu behandeln und antere nur gelegentlich heranzuziehen, faſt
überall wechjeln vie verfchienenften Vorlagen in bunter Folge. Da nun
manche berfelben untereinander wieder wörtlich übereinftimmen — bei-
ſpielsweiſe Schebel mit Supplementum, Agrippina mit Königshofen und
beide mit Eife — fo war die Frage, welche Schrift vorliege, oft gar
nicht, oft nur nach ganz geringfügigen felbft orthographifchen Merk:
malen zu entjcheiven. Dazu kommt vie Gewohnheit des Chroniften, bei
Erzählung eines einzelnen Ereigniffes mehrere Berichte mofaifartig zu
verbinden: fehr häufig hat er aus einem Bericht tie Haupthandlung,
aus einem zweiten lediglich die Iuhreszahl, aus einem britten ober
auch aus mehreren anderen ein paar Nebenumftänve entnommen. So
wurde der Quellennachweis zu einer ſehr verwidelten und zeitraubenden
Arbeit.
238 v1. Koelhoffſche Ehromit.
Aplage Die allgemeine, wie die ſpeciell hiſtoriſche Befähigung, welche der
Chronit. Chroniſt an feine Arbeit heranbrachte, war eine wenig genügende. Es
ſcheint ſogar, daß er erſt durch ſeine Chronik in die Bekanntſchaft mit
der mittelalterlichen Chronikenlitteratur eingeführt wurde!. Er wollte,
wenn man bei ihm überhaupt einen vor Beginn der Arbeit beſtehenden,
nicht erſt während derſelben ſich entwickelnden Plan vorausſetzen darf,
die Vergangenheit ſeiner Stadt mit der allgemeinen Geſchichte und der
Geſchichte Deutſchlands, ſpeciell der ihm zunächſt liegenden unteren
Rheingegenden verbinden. Anſtatt aber, dem verſtändigen Beiſpiel Kö—
nigshofen's folgend, ſein Material in inhaltlich verſchiedene Bücher zu
gruppieren und dabei für eine gewiſſe Gleichmäßigkeit der Darſtellung
Sorge zu tragen, griff er willkürlich aus ſeinen Vorlagen heraus, was
ihm gerade behagte, und ſtoppelte es ohne eine andere Ordnung als die
chronologiſche Folge — denn die conventionelle Eintheilung in ſechs
Weltalter iſt bei ihm noch mehr als gewöhnlich eine rein äußerlich an-
gelegte Schablone — zufammen. Dabei ift eine gewiſſe Vorliebe für das
Abentenerliche, Piquante, Anefootenhafte unverlennbar, er erzählt ‘van
den vernoempften und genoichlichiten biftorien, die und nuglich ind
luſtlich fin 30 boren und 30 leſen' (BI. 4*) und folgt deshalb gern
guten Erzählern wie Hagen, Eife und Königshofen.
So entjtand ein Elaborat, bei welchem ver Mangel von Ordnung
und Ebenmaß ein bervorftechendes Merkmal ift. Er begann mit Erfchaf-
fung der Welt und vertiefte fich zunächſt eingehend in die biblifche Ur-
geichichte, fand aber fchon bald (BL. 15°), daß e8 “ghein fchrifte van ber
werden bijtorienchriveren van duitſchen landen bis zo des eirften keiſers
van Rome Julius genoempt of ein furke zit darvur' gebe, und fertigte
deshalb den ganzen Reſt ver worchriftlichen Periode bis auf Cäſar mit
abgeriffenen Stüden aus der jüdiſchen und römiſchen Gefchichte fowie
mit einer perſiſchen Königsreihe auf 36 Seiten (Bl. 6°— 24°) ab, non
denen auf das zweite Weltalter 5, auf das vierte 7, auf das dritte gar
nur eine einzige fallen, indem er dieſe Zeit “ven geleirven bie fich dairinne
befommeren' (BL. 15°) überließ. Bon Cäfar ab bilvet die Reihe ver
Kaiſer und fpäter ver Päpſte das Gerüjt ver Chronik, dazwifchen wird
die cölnifche Stadt und Bifchofs- Gefchichte, die Erzbiſchöfe von Trier
und die Könige von Frankreich, die Fränkischen Hausmeier und die Herzoge
von Brabant, die Grafen von Holland und Geldern, Legenden, Orbens-
gründungen und eine Menge von allerhand Nachrichten, wie fie ihm
1. Vgl. Bl. 556 ‘mer nu as ih die Dann Bl. 76b “ich endorfte dat niet wid⸗
biftorienfchriver ſelfs durchleſen hain'. derlegen 2c.’
Einleitung. 239
gerate in den Wurf kamen, untergebracht, der chronologifche Fortgang
noch durch langathmige Abhandlungen über die Gründung und ven
Rang der Stadt und bes Erzbisthums Cöln, über die Mearfiliusfage,
das Eölner Eoncil von 346, die Gliederung des römischen Reichs und
den Urfprung ver faiferlihen Gewalt unterbrochen. Seit Anfang bes
14. Sahrhunderts wird die Gefchichte der Päpfte, mit dem Aufhören
Königshofen’8 auch die Kaifergefchichte immer vürftiger, die Stabt-
geihichte tritt mehr und mehr in ven VBorbergrund, und die bis dahin
im Ganzen eingehaltene Form einer nach Genenlogien und Pontificaten
geordneten Chronik geht jchließlich faſt ganz in die annalijtifche über.
Iſt auch der weit überwiegende Theil der Chronik reine Compila- Keitiiee
tion, jo macht ihr Verfafjer doch zuweilen Anläufe zu etwas Beflerem. wanv-
Er möchte gern feinen Xefern nicht bloß Gefchichtchen erzählen, fondern "3"
Wahrheit, Gejchichte bieten. Gern beruft er fich auf “vie alven, bewer⸗
ten, wairhaftigen hiftorienfchriver’, oder eifert gegen bie ‘verfierden bifto-
rien’ (BL. 54°), die nuwen biftorienfchriver, die gerne wat nuwes ind
genoichlich8 hervurbrechten, die vifieren ind erdenken fulche fabelen ind
Ichriven die alfus bequemlich' (55°), gegen die “fabelen vie aljus verfiert
fin umb ein innicheit 30 machen of wat nuwes hervurzobringen' (BL. 54°).
Aber er ift doch noch weit bavon entfernt, aus biefem richtigen Gefühl
regelmäßig die praftiichen Folgerungen zu ziehen und conjequent zu
Sonderung der zuperläffigen Schriftiteller von ven unglaubhaften wenig-
iten® ben Verfuch zu machen. Bei der nicht gewöhnlichen Menge ver
ihm zu Gebote ftehenden Gejchichtsbücher mußte er auf die zahllejen
Lüchen, Widerſprüche und Ungereimtheiten ver mittelalterlichen hiſto—
riichen Litteratur aufmerffam werben, und nahm in ver That wiederholt
bie Gelegenheit wahr, um zu wiberlegen, zu vereinbaren und durch Com-
bination zu ergänzen. Indeſſen betreibt er dies Gefchäft nicht conjequent
und fällt nach einigen jehr berechtigten Zweifeln wieder in um fo größere
Bertrauensfeligfeit zurück, oft will er verbeffern und macht die Sache
nur noch Schlimmer, ftellt die chronologifche Folge geradezu auf den Kopf
ober verbindet unmittelbar Dinge, die Sahrzehnte auseinander liegen.
Eine Menge von Erfindungen, die dem Mittelalter als Gefchichte gal-
ten, erzählt er gläubig nach, und anderswo iſt feine Polemik gegen vie
Märchen feiner Vorgänger kaum weniger naiv als die Märchen jelbit.
Kritiiche Anwandlungen, die gewiß mitunter geeignet find, ein Lächeln
bervorzurufen, die den Verfaſſer aber doch vortheilhaft von anderen, mit
dem reinen Plagiat zufriedenen Chroniften unterfcheiden: ſelbſt ohne
einige unläugbare Erfolge wäre fchon ver Verfuch anzuerfennen. Häufig
240 VI. Koelhoffſche Chronik.
werden widerſprechende Berichte vergleichend zuſammengeſtellt, fabelhafte
ſcharf abgefertigt. Dazu bot allerdings oft ein ſchon in der Vorlage ent⸗
baltener Zweifel Anlaß, fo bei der Sage von ber Salvatio Romae
(Bf. 55®), von Eonftantin und Sylveſter (77°), von den 11000 Jung:
frauen (88°), vom Grab Shlvefters II., das vor dem Tod eines Papſtes
zu ſchwitzen anfängt (153P) zc., aber fchon vie häufige Berückſichtigung,
die er ſolchen Bedenken angebeihen läßt, ift ein Beweis, daß fie bei ihm
einem verwandten Gefühl begegneten. Bei der Unterfuchung über bie
Gründung Cöln's (BI. 33° ff.) kommt er gegenüber ven Fabeln, vie er
bei Königshofen und in der Agrippina fand, zu einem annähernd rich
tigen Refultat, recht vernünftig ift die Bemerkung (56*) über das angeb-
liche Alter einiger Cölner Kirchen, die Argumentationen über die Mar:
ſiliusſage (BI. 490 ff.), über das Chriſtenthum im alten Cöln (75°) und
die Acten des Cölner Concils (76* ff.) haben bei aller Breitſpurigkeit
doch Hand und Fuß und operieren gar nicht übel mit den vorhandenen
natürlich mangelhaften Beweismitteln.
Derartige Stellen laſſen eigentlich viel mehr erwarten, als er wirk
(ich geleiftet hat, und daran trägt feine Xeichtfertigfeit und Vergeßlichkeit
die Schuld. Er ift im Stande in wenigen Zeilen zwei ſich Direct wiber-
Iprechende Behauptungen aufzuftellen, und in Bolge fchlechter Leſung
oder Ueberfegung der Vorlagen wimmelt die Chronik von zuweilen vecht
ergöglichen Fehlern und Mißverftänpniffen. Am ärgften tritt feine
Tlüchtigfeit auf dem Gebiet der Chronologie hervor. Er weiß ſehr wohl,
wie fchlimm gerade dieſer Punct in feinen Quellen beftellt ift, er macht
auch einen in ver Theorie ganz guten Befjerungsvorfchlag, indem er ver-
ipricht, auf Grundlage einer überall gleichmäßig überlieferten Jahres⸗
zahl — Regierungsantritt nes Antoninus Pius, der dann freilich 140
ftatt 138 angefegt wird — die widerfprechenden Angaben zu berichtigen
(BL. 63°), aber ver Erfolg ift ein trauriger, feine Zeitrechnung ein
wüjter Knäuel, ven nachläffige Seßer noch feiter gebreht haben. Nach
einer bitteren Klage über die chronologifchen Differenzen feiner Vor⸗
gänger meint er (BL. 63°): “doch hain ich die jairzail des vegiment ber
feifer mit groiffem vlis ind arbeit fere concorbiert, jo dat bie jaire des
regimeng ber feifer ind der geburt uns heren in ver ſumme gelich 30-
jagen bis up dat hurige jair anno 1499’. Er hätte fein Eigenlob fchwer-
lich an einer weniger paſſenden Stelle anbringen können.
Solhe Wahrnehmungen dürfen indeſſen nicht zu einem gering-
Ihätigen Urtheil verführen. Die Koelh. Chronik ift unter den Stadt-
geichichten des 15. Jahrhunderts gewiß Feine ver fchlechteren, und das
Einleitung. 241
Aufſehen, Das fie erregte, der Stolz, mit welcher ver Cölner fpäterer
Zeiten fie betrachtete, war nicht ohne Grund. Auch heute befigt fie noch
erheblichen Werth, und zwar nicht bloß, weil fie die einzige volfftänbige
Darftellung der Cölner Gefchichte ift, welche das Mittelalter hervor:
brachte. Daß für manche Nachrichten des 13. und 14. Jahrhunderts
eine Quelle nicht nachgewieſen werben konnte, wurde ſchon früher betont.
Im 15. Jahrhundert begegnen folche Stellen immer häufiger, und von
1446 ab bildet die Chronik eine wichtige und noch lange nicht hinreichend
berücfichtigte Quelle, veren Bedeutung über den Bereich der Local-
geichichte hinausreicht. Manche Ereigniffe von weit allgemeinerem In-
tereife jind mit epifodenartiger Breite erzählt, fo die Wefterburger
(1457) und Mainzer Fehde (1462), vie Xütticher Wirren (feit 1465),
die Regierung Karls des Kühnen, namentlich feine geldriſchen Händel
und bey Neußer Krieg, dann ber Aufitand in Brügge (1488) und Kaifer
Friedrichs niederländiſcher Feldzug. Gewiß haben hier meiftens zeit-
genöffische Aufzeichnungen als Grundlage gebient, handſchriftliche Berichte
oder fliegende ‘Drude, wie ein folcher für ven italienischen Krieg Karls
VII von Frankreich als Vorlage nachgewiefen wurde. Aber felbft
wenn es gelingen follte, die ſämmtlichen fchwer erreichbaren Vorlagen
dieſer Art aufzufinden, dürfte noch immer eine fehr beträchtliche Zahl
originaler Nachrichten übrig bleiben.
Dazu kommt noch, daß der Ehronift, obwohl im Ganzen und Gro— Berfäns
Ben ein faft felanifcher Nuchbeter feiner Vorlagen, doch nicht jelten auch jhauun=
feinen perfönlichen Anfchauungen Ausdruck verliehen hat. Am meiften 9°
tritt, wie bei einem Stabtchroniften zu eriwgrten war, der Localpatriotis⸗
mus in den Vordergrund. ‘Eoellen ein kroin boven allen ſteden fchoin’
it ihm ‘die heuftſtat van ganten buitjchen lande (DI. 4°), gegründet
jur Zeit des allgemeinen Weltfrievens und ber Geburt ber h. Jungfrau,
bie treue Tochter des römischen Reichs und der römifchen Kirche, vie
ſchutzbefohlene Stadt des h. Petrus, die Ruheſtätte zahllofer Heiligen,
der Wohnort des Frommſinns und der Wohlthätigfeit, ver Sit einer
bochberühmten Univerfität und ver beiten theologifchen Schule der Welt,
ausgezeichnet durch fieben heilige Erzbifchöfe und die Wirkſamkeit von
Männern wie Albeitus Magnus, Thomas von Ayuino und Johannes
Scotus. Das befte Gut der Stabt ift ihre Freiheit. Bon Marcus
Agrippa, dem edelſten Manne ver Römer, dem Schwiegerfohn Octavians
bes trefflichften Kaifers gegründet, von Zrajan burch Verpflanzung ber
fünfzehn Gefchlechter geehrt, von ven Kaiſern mit Privilegien überhäuft,
in ten “eiferrechten’ d. h. im Corpus iuris als tributfreie Stadt er-
Gtädtehroniten. XI 16
242 VI. Koelhoffſche Chronik.
wähnt, ein unabhängiges Glied des römiſchen Reichs, frei von Reicht
bofgericht und Vehme, hat Eöln das Kleinod der Freiheit troß aller An-
fechtungen unverfehrt bewahrt. Daß vie Hanptgegner feiner Unab-
bängigfeit, die Bifchöfe, nicht zum beften wegkommen, verfteht fich von
felbft. Nichts hat ver Ehronift fo forgfältig notiert, als tie Streitigkeiten
mit ihnen, und das wichtigfte litterarifche Denkmal der Kämpfe des brei-
zehnten Sahrhunderts, Hagen's Reimchronit, hat er faſt vollftändig ſei⸗
nem Werfe einverleibt. Stets ift die Stadt gegenüber dem Biſchof in
ihrem guten Recht, nur bei St. Anno bat er, vielleicht Ebenfofehr durch
deſſen kirchliches Anfehen als durch die Autorität der Hier ausgejchriebe-
nen Vita S. Annonis bewogen, eine Ausnahme gemacht. Bei fpäteren
Bilchöfen dagegen find die in einem ver Stabt feindlichen Sinne gehal:
tenen Aeußerungen ber fonft eifrig benugten Chronica presulum forg:
fältig vermieben.
Aber fein Patriotismus ift doch nicht anf den Bering der Stabt-
mauer befchräntt, und ein lebendiges nationales Gefühl läßt fich ihm
nicht abfprechen. Er fchreibt hauptfächlich über Deutfchland und für
Deutfche, “in flechter duitſcher ſpraeche ... die treflichite ind mirklichſie
gefchicht van duitſchen landen’, nicht für die Gelehrten, ſondern für das
Volk, für “egliche cloicke vernunftige leien die ghein latin verftain’ (BI.4°,
zum Theil mit den Worten Königshofen’s), und wo er fich von feinen
Vorlagen emancipiert, ift feine Schreibweije echt volksthümlich und von
fprüchwörtlichen Redensarten purchiwebt. Eine warme Liebe zum Vater:
land tritt oft wohlthuend hervor, fchlecht dagegen ift er auf bie Walen
zu fprechen, und Karl VIII. von Frankreich, der dem beutfchen König
Mor feine Braut raubt und des Königs ihm fchon verlobte Tochter
heimſchickt, wird mit einem bitteren Spottgebicht bebacht (BI. 338°).
Römiſch Reich und Kaiſerthum find ihm Gegenftände ber höchiten Ver:
ehrung, tief betrauert er Conradins Tod, mit dem ‘ein ende nam bat
hoeghe huis der berzogen van Swaven, van dem fo vil Teifer ind Toninf
bie fere vernoempt ind groispedige man geweit fin’ (Bf. 193*), bie
Ladung Ludwigs des Baiern nach Avignon begleitet er mit einer beißen:
den Bemerkung (251°), entfchieven fpricht er fich nach Königshoſen und
dem Defensor pacis gegen die päpftlichen Anfprüche aus (258) und
entwirft (196°) nach Schebel von ver ivenlen Bedeutung des Kaiſerthums
ein phantaftijches Bild.
Es konnte ihm nicht verborgen bleiben, wie wenig die traurige
Gegenwart biefen ausjchweifenven Theorien entfprach, und er verheblt
feinen Unmuth tarüber nicht. Durch die Unachtfamteit feiner Herrfcher
Einleitung. 243
umd bie Gier der Fürſten hat pas Reich viele Landſchaften eingebüßt und
‘an val Friegen den it nummterme verwinnen mach‘ (237°). Bei Ermwäh-
nung des Wormfer Landfriedens von 1495 (343®) fügt er lakoniſch bei:
‘of der gehalden wart, i8 gobe bekant'. Er ſchrieb noch unter dem frifchen
Eindrud der troftlofen Zeit Friedrichs III. und fprach fich einmal (333P)
über den ſchwachen Mann, ven Vater des regierenden Königs, fo unver:
blümt aus, daß er es nachträglich für beffer hielt, noch mwährenp des
Druds einige Zeilen zu ftreichen. Die Hauptfchuld am Verderben trägt
das böſe Beiſpiel von oben. Hie is zo mirken’, heißt es BL. 58, ‘fo
wanne bie operften ind regenten eirber verfaren ind wife man fin ind
bairzo fin vurgenger iren underfaifien ind wandelen ben rechten wech,
wie dan is bie wandelunge ind ber ftait ber vurweſer, in ſulcher wife
wandert Die gemeine ind die underjailfen ouch van noit wegen ummer
dat groiſte deil, got geve it fi in werltlichen of in geiftlichen ftaeve. ind
wanne onch gebrech i8 in den overften, jo volgt ouch van noit wegen ge-
brech in den underſaiſſen'. Vergeſſen ift die Klugheit, mit ver Tiberius
feine Unterthanen- gegen die Habjucht ver Beamten ſchützt, “und wat
quaig fi fomen wis verachtung diſſer lere, dat fien leider offentlich vur
den ongen beide junf und alt, und deshalven gheen bie lande vol bebler
und armer lude' (BL. 43). Der “Loftliche ind mirkliche fpruch’ Trajans
über die Stellung des Herrfchers zum Volt “is nu alzo verre zo halen
van den furften unfer zit ind van anderen bie ouch Feinre fin van ftait
ind dunken fich 30 geit bairzo zo fin, bat fi ein goiden flechten man an-
Ipreechen of ouch anfein’ (59). “och leider ich forge, bat under ben criften
richteren nauwe ſolde einre vonden werben, ber fich fo vil echte widder
die overften umb zo behalven und 30 verloefen ein verachten ind verhasben
minichen als Pilatus dede umb Jeſus willen. ich Jorge, ft lieſſen fich ouch
verkeren of umb dreuwunge of mit giften’ (44°). Karl VII. fommt in
Rom gewiffenhaft feinen Verpflichtungen nach, “at alzo vil ind jere
veelt an etzlichen furften deſer lande' (343°). Erzbifchof Konrad bedrückt
bie Gemeinde, “als ouch leiver gefchicht zo unferen ziden van geiftlichen
ind werntlichen beren’ (199®), er will ihre Freiheit brechen, ‘a8 ouch nu
zer zit gefchicht up vil enden, dae des richs ſtede jchentlich befchetst ind
bezwongen werben’ (eb.), fein Nachfolger Engelbert wäre vielleicht ein
guter Herr geivejen, hätten ihn feine Räthe nicht verführt, ‘a8 ouch ge-
Ihtet bi unfen ziven vil vurweſern beide geiftlich ind werltlich, dairan
doch fich andere vurweſer leren ind beiferen ſoulden bie bat leſen of
hoeren lefen' (236°). Er ermahnt “beide lantheren ind ftebe, bat fi ir
underfaiffen of gemeinve alfus hafden, dat fi lief gehat werben van in
16*
244 VI. Koelboffiche Chronik.
ind gunft zobragen, ind bat is bie ftarffte muir, vaemit fi fich befchirmen
ind weren moegen. mer wanne bat anders fumpt, dat bie gemeinde niet
mit lieven ougen mach fien irre vurwefer, dair i8 grois perickel ind ſorge
in gelegen’ (206°). Wirklich ergreifend find die jchönen, Fräftigen Worte,
in denen er (Bl. 64P) die Fürften feiner Zeit an das beſchämende Bei—
fpiel ſelbſt heidniſcher Katfer erinnert!: O felige zive, wanne bie vur⸗
weſer ind die overjten ir underfaiffen Tief haven ind ir wailfart ind in
dairzu behulplich fin. wat fal ich vil fagen of ſchriven van den prelaten
beide geiftlich und werltlich bi unfen ziden die ouch eriften fint? fi moegen
fich wail fchemmen ind funver zwivel dairvan verwis moeſſen hoeren var
unſem lieven heren Iheſu Erifto in fime leften gericht, dat die heidenſche
feifer fo barmherkich ind guebertieren geweft fin 30 iren underſaiſſen bie
niet 30 befweren mit unbillichen fchegungen, ja ouch jo it in noit was,
dae fi nu fo ſpitzfundich ind cloif fin durch fich ind ir raede dem gemeinen
man afzopluden [weis ind bloit, nu mit fchagunge, nu mit zollen, nu mit
mungen, ind mit ander vil ungeboirlichen maniren die wibber got und
recht fin’.
Ehenfo hat er troß feiner kirchlichen Gefinnung für firchliche Miß—
jtände ein offenes Auge und ein freies Wort, in gleicher Weife trifft fein
Zabel den geiftlichen wie ven weltlichen Stand. Huß, der ihm übrigens
ein Keßer ift, predichde ſere fcharpelich intghein bie groiffe ſchentliche
giricheit der geiftlicheit ind van der overoloedicheit zitlich8 goitz ind van
der weildicheit bair fi in fwenımen’ (BL. 294). Wiederholt berichtet er
über Klofterreformationen und läßt ſehr deutlich durchblicken, für wie
nöthig er diefelben hält (109. 133%. 178°). Einmal (75°) fpricht er bie
Befürchtung aus: ‘wer it fache, dat in 10 jairen ghein prebicait ind un
derwiſung des volks geſchiede — ich fagen van dem volk dat mu criften
gelouven hatt — men fulde fien, dat dat volf gant beeftlich und uncrift-
lich leven fulde, dat doch nu, as men degelich prebiget ind leiret, nauwe
bi dem gelouven blivet'. Die Erfindung der Buchdruckerkunſt betrachtet
er als ein Geſchenk Gottes zu Belebung der Frömmigfeit in einer Zeit,
in welcher “vie liefve ind die vuiricheit ver minfchen fere verlofchen i8 of
bevleft, nı mit ivel glorie, nu mit giricheit, nu mit traicheit ac., die ſon⸗
Wohl namentlihd mit NRüdfiht einer ber helliten Ar und twahrheike
auf tie. und ähnliche Stellen glaubte ſten Herzen ift'. Ich bezweifle doch, o
Niebuhr im einem Briefe an Savigny NM. dieſes Lob in en ganzen Umfange
(Lebensnadhrichten über B. G. Niebuhr, aufrecht erhalten haben würde, hätte et
Hamburg 1839, II, 370) nicht anftehen unſere Chronik als das was ſie iſt, als
zu ſollen, bie ‘ganz vortreffliche alte Coll- unſelbſtändige Compilation mit verhälte
ner Chronik theilweife zu unfern claffie nißmäßig jehr wenig Eigenem erlannt.
ſchen Werfen zu rechnen, beren Berfafier er
Einleitung. 245
berlichen groislich 30 ftraifen i8 in den geiftlichen, die vil me wachen und
ſorchfeldich ſin zitlich goit zo vergaderen und genoichde des vleiſchs 30
ſoichen dan felicheit der felen, und daedurch dat gemein woulf in grois
irrunge kumpt, want fi foichen allein zitlich goit mit iren vurgengeren,
ald weer ghein ewich gott ind ewich even hiernae’ (311®). Unerträglich
ift ihm, der damals in Deutfchland herrichenden Stimmung ganz ent-
ſprechend, das päpftliche Abgabeniyitem, und mehrmals (258®. 3166.
317°) macht er feinem Verbruß über die Summen, welche jührlich von
ven Walen' über die Alpen geführt würten, in ven fchärfften Aus-
drücken Luft.
Das Gefühl bitteren Unmuths, das fich in folchen, in Anbetracht
bes beveutenden Umfanges der Chronif noch immer ziemlich feltenen
Stellen verräth, läßt vermuthen, daß wir noch ganz andere Dinge, na-
mentlich jehr unumwundene Urtbeile über zeitgenöſſiſche Perſonen und
Zuftände zu hören befommen haben würben, hätte der Verfaſſer nicht fo
gut gewußt, wie wenig er feinen Zeitgenofjen bieten, wie leicht er nad)
allen Richtungen bin Anftoß erregen könne. Daß er die Gefahr Far er-
konnte, geht aus zahlreichen Anteutungen hervor: Wenn er (Bl. 588)
bie Cölner Batriciergefchlechter in drei Klaſſen eintheilt, jo hält er bie
Bitte um Entſchuldigung wegen etwaiger Fehler nicht für überflüffig:
dairumb begeren ich oitmobelich, of einige unorvelicheit gefchiet i8 in der
ſetzunge ver geflechte, dat men dat niet quaelich wil upnemmen, want
min meinunge is nie geweft einigen ftam zu befchemen of 30 uneren, ind
begere vruntlich underwifung dairup'. Seine Anficht, Cöln fei nad) der
Belehrung durch den h. Maternus ins Heidenthum zurücgefallen, fpricht
er ganz unumwunden aus, fügt aber entfchuldigend Hinzu: “ind bat is
nit 30 uneren ber hilliger ftat nu Coellen genoempt gejchreven. ſelich is
ber fich beffert. vallen is niet fchand, fpricht men gemeinlich, mer bliven
liggen’ (76°). Die Kritif des Gobelinus gegen die vulgäre Legende von
St. Urſula gibt er in lateinifcher Sprache und ohne irgend welchen
Kommentar, obwohl er ihr aller Wahrfcheinlichteit nach beiſtimmte (88°).
Er wußte offenbar recht gut, wen man die Mitſchuld an dem Mlorbver-
ſuch auf vie Gräfin von Katzenellenbogen (323) zufchrieb, begnügt fich
aber mweisfich mit der Andeutung: “ind men munmelt fere up einbeil
lude, die dat fulden beitalt Haven’. Ganz ähnlich BL. 336°: zom leiten
jo zoigen ver bifchof van Eoellen ind der herzoch vam Berge wur ein ſlos
ind beftreden bat, ind dae ginf vaſt mancherlei murmurierung‘. Auch
bet der “heimlich join’ zwiſchen Kaifer Friedrich und Karl dem Kühnen
vor Neuß läßt er es anfangs bei einer beißenben Anfpielung bewenden:
246 VI. Koelhoffſche Chronik.
mer men ſachte, dat des herzogen lewen hedden ſeer geſchoſſen ind weren
ſeer geſpreit worden in bes keiſers heir' (325®), kann ſich nachträglich
aber doch nicht enthalten, dem Markgrafen von Brandenburg einen Hieb
zu geben. Die Lobſprüche, die er dem regierenden Erzbiſchof Hermann
ertheilt, ſind nicht unverdient, aber die abſolute Neutralität, die er bei
Erzählung des ſtädtiſchen Proceſſes mit dem Biſchof beobachtet (346°), ent⸗
ſpricht Doch ſchwerlich ſeiner Herzensmeinung. Beim J. 1488 (3350) ſagt
er ausdrücklich: at ubi ad presentia tempora ventum est, stilum
temperavi propter quorundam offensam qui adhuc sunt super-
stites, latius hec posteris exequenda relinquens, und berichtet. bem-
gemäß über einen Injurienproceß, den 1493 einige Cölner Rathéherrn
gegen mehrere Collegen amftrengten (339%), nur in dunklen Anbentungen
und ohne einen Namen zu nennen.
Er follte an fich ſelbſt die Erfahrung machen, daß dieſe Vorficht
zwar jehr räthlich, aber doch noch nicht genügend fei, und es klingt fait
wie eine Ahnung, wenn er fih BL. 312° in treffenden Worten gegen die
‘achterfprecher” der edlen Buchoruderkunft ergeht: “want die dinge bie
men leirt ind die verbienftlich fin 30 overlefen und zo overdenken, bie fal
men niet verbieden'. Wer und weshalb man an feiner Chronik Anftok
nahm, ift nicht mit Sicherheit feitzuftellen, da alle gleichzeitigen Nachrich⸗
ten fehlen, daß er aber ein Opfer der Cenſur wurde, ift nicht zu be
zweifeln. Sie war im alten Cöln ein wohlbefanntes Ding. Auf dem
Titel mancher Cölner Incunabeln findet fich das Imprimatur ber Unt-
verfität, Erzbifchof Hermann von Heilen publicierte eine Bulle Papft
Innocenz' VII. von 1487 contra impreseores librorum reprobato-
rum, und am 12. Rov. 1499, aljo wenige Monate nach dem Erfcheinen
unferer Chronik, verbot der Cölner Official in bejonderem Auftrag des
Erzbifchofs, irgend ein Buch ohne feine Prüfung zu drucken, weil pie fo
hohe Gabe der Buchdruckerkunſt durch den Mißbrauch der Drucker zum
Berderben verkehrt werbe?. Daß zu leßterem Mandat gerade unfere
Chronik Anlaß bot, ift eine naheliegenve VBermuthung. Man griff, wie
wir gleich fehen werben, anfänglich zu fcharfen Maßregeln, doch fcheint
das Verbot nicht allzu ftrenge gehanphabt worven zu fein, da etwa 80
Jahre jpäter der trier'ſche Gejchichtichreiber Kyriander 3 die Beſtrafung
1. Wahrſcheinlich würden Die fädtis
ſchen Copienbücher Aufſchluß geben, lei⸗
der iſt gerade der 1499 und die folgenden
Jahre enthaltende Band verloren.
2. Dieſe Notizen bei Hartzheim, Bibl.
Col. 311. 312 und Ennen, Katalog der
Incunabeln in ber Stabtbibl. zu Cöln
XXII.
3. Commentarium de origine et statu
antiquissimae civitatis Augustae Trevi-
rorum, erihien ohne Drudort, Jahres⸗
zahl und Namen des Berfafiers, wahr-
Einleitung. 247
bes Druckers (uti olim Agrippinenses ob editionem annalium suo-
rum fecere, typographum coercuerint) mit dem Zuſatze erwähnt:
st ecquis hoc de Coloniensibus sine ullo teste credat? cum an-
nales eorum in manibus versentur et expetantur uti haud poeni-
tendum opus? Wenige Jahre darauf aber nahm der Eölner Rath Ber-
anlaffung, nachbrüdlich gegen die Stadtchronik aufzutreten. Er führte
namlich 1612 mit dem Markgrafen von Brandenburg und dem Pfalz-
grafen von Neuburg als Inhabern des Herzogthums Jülich wegen DBe-
feltigungsanlagen zu Mülheim einen heftigen Feberfrieg, und als jene
fi in einer Kechtsausführung vom 7. Mai auch auf eine Stelle ter
Koelh. Chron. (BL. 292°) beriefen, antwortete der Rath in ‘ver Statt
Edlin Weitere beftendige außführung ven Mülheimiſchen Baw betreffent,
iiber das Fürſtlich Sülih am 7. tag des Monats Maij Anno 1612
auffgeichlagen Patent” am 20. Juli: ‘gleichen irrig würd auf anmaf-
liher Cölnischer Chronica angezogen, daß unfere Vorfahren die nidder⸗
legung des Mülheimiſchen Bawes wehlandt hochlöblicher gedechtnuß
Hertzog Adolphen mit Gelt abbewilligt, danebens das abreiffen auff ihren
koften uber fich genommen haben folten. dann vor erft erfennen wir an-
maßliche Chronicam vor die unferige oder eine bewehrte hiftory nicht,
fonder vor ein unwert fabulos unnd offentlich verruffen gebicht.
Genauere Mittheilungen bieten vie ſchon zu Anfang ver Einleitung er-
wähnten Notizen Forſt's aus dem Archiv von Klein St. Martin: Qui
(Hamelmannus) male sibi conscius, quod privato eoque temera-
no ausu librum erroribus et fabulosis commentis plenum evul-
gasset, et ne ab archiepiscopo senatuque puniretur, clam ın Gal-
liam profugit ibique in quodam coenobio ad mortem usque deli-
tuit. Typographus vero temeritatis suae poenas dedit mulctatus
per arrestam in ipsa domo quam nunc — an. 1620 — inhabitat
dominus Johannes Gymnicus. Paulo post senatusconsulto pu-
blice in foro antiquo theatro exstructo aliquot centena exempla-
ria exusta, lectio libri interdicta, exemplaria reliqua quaesita et
abolita. Rursus in examine historiae Augustae Trevirorum Wil-
helmi Kyriandri doctoris et syndici Trevirensis idem ‚chronicon
haereseos gravissimorumque errorum et contradictionum con-
victum publice damnatum vetitumque fuit. Sed et cum alias
saepe tum in responso ad rescriptum electoris Brandenburgici
ſcheinlich um 1580 zu Edln gedruckt. Auflagen. Vgl. Gesta Trev. ed. Wyt-
Seit 1603 erlebte Das Buch als Annales tenbach - Müller III, animadv. 11.
sive commentarii etc. mehrere weitere
248 VI. Koelhoffſche Chronik.
et principis Palatino - Neoburgi de Mülheimiana substructione
anno 1612 20. julii patenti forma affıxo et publicato senatus Üo-
loniensis negat se illud chronicon pro suo agnoscere aut pro fide
digno libro historico, sed potius habet pro fabuloso et publice
damnato commento. Ex archivio s. Martini minoris. Wörtlich vie
gleichen Angaben ftehen ©. 32 einer 1624 zu Cöln in 49 erfchienenen
Streitjchrift: Philadelphi Verementani Hagiopolitani Defensio
honoris beatissimorum pontificum etc. contra famosum libellum:
Responsum iufis in causa prioris et conventualium monasteri
beatae virginis Mariae Novesiensis, fürzer in ven früher erwähnten
Notizen Forſt's ex scriptis Hillesheim, hier mit vem Zuſatz: displi-
cebat (liber) et civitati et archiepiscopo Coloniensi et papae. In
der Vorrede zu Crombach's Annalen! finden wir folgendes Urtheil über
den Chroniften: Imprudentiam plerique reprehendunt, ita multa
contra sacros etiam homines, quedam etiam reipublicae contraria
potiusque silenda temere effutit, vetitus ideo a magistratu, und
auch Gelenius? weiß noch: praeterea damnatus habetur passim.
Die Cölner dagegen behielten den Lobredner ihrer fchönen Stadt, ben
eifrigen Kämpen ihrer veichsftäntifchen Freiheit, in gutem Angedenken:
E contrario cives, quia pro civitatis libertate contra episcopum
asserenda totus est, magni hunc librum faciunt et lubentes le-
gunt, uti Treviri suum Kyriandrum 3.
gitteras Einen wefentlichen Einfluß auf bie Geſchichtſchreibung der folgen⸗
— den Zeit hat die Koelh. Chron. nicht ausgeübt. In Cöln ſelbſt machte
man ſich vielfach Abſchriften einzelner Theile, beſonders die auf die in⸗
neren Unruhen von 1396 und 1481 bezüglichen Abſchnitte erſcheinen
ſehr oft in Cölner Handſchriften, meiſtens mit ven beiden Chroniken über
bie Ereigniſſe von 1481 — 82 (vgl. Bd. I, Einl. Lxxix) oder mit
Brotofollen und kurzen Berichten über die Revolution von 1513 verbun-
den. Der einzige Nachfolger, den die Koelh. Chron. fand, ver Verfaſſer
ber ‘clein chronica’#, ift eigentlich nur ein Epitomator, der alles über
bie Cölner Localgejchichte Hinausreichende wegläßt und, abgeſehen von
wenigen Stellen und einer kurzen Fortfegung bis 1526, ganz von feinem
Vorgänger abhängig iſt. Sonft befchräntte fich die Hiftorifche Arbeit des
16. Jahrhunderts hauptfächlich auf Tagebücher und Specialberichte über
Zeitereigniffe, Als man gegen Anfang des folgenden Jahrhunderts wieder
« 1. Stadtardd. Mic. A II 18. 4, Srokiberg. Bibl. zu Darmfledt n.
2. De admir. magnit. Col. 99. 131. Bgl. Bd. I, 1xxxii.
3. Hartzheim, Bibl, Col. p. 59.
Einleitung. 349
bollftändige Localgefchichten zu fchreiben anfing, war die Kenntniß ber
mittelalterlichen Ouellenlitteratur und die Werthichägung tes urfund-
lichen Materials bereits erheblich geftiegen, jo daß die Koelh. Chron.
nur als eine wenn auch wichtige Vorlage neben anderen, nicht aber als
Borbild benutzt wurte, fo beiſpielsweiſe in dem recht anerkennenswerthen
großen Annalenwerke Crombach's.
Wieberholt finden wir unſere Chronik in Aufzeichnungen des 16.
Jahrhunderts, die in ver Nähe von Cöln entftanden, benugt. So jteht
bie Einnahme von Erfelenz 1498 (Bl. 347°) wörtlich in den Annalen
ber Stadt Erkelenz !, eine kurze Achener Chronik? hat mehrmals (4. B.
beim Jahre 1380. 1414 2c) die Koelh. Chron. ausgefchrieben, mwenig-
itens an einer Stelle (Preisverhältniffe zur Zeit Erzbifchef Ruprechts
31. 315°) lag fie dem Weberarbeiter ver Chronik des Ciſtercienſerkloſters
Camp bei Xanten? vor. Die gegen Ende des Jahrhunderts gefchriebenen
Neußer Annalen des Werner Ti * beruhen fogar zum großen Theil auf
ihr, vgl. 3. DB. die Hildeboldsſage Koelh. 115° und Titz 535, Verfahren
Anno's gegen die Cölner Schöffen Koelb. 161? Titz 550, Gefangen-
nahme Adolfs von Berg durch Erzbifchof Sifrit Koelh. 241P Tig 578,
Schlacht bei Baesweiler Koelh. 271* 2. Genannt bat dieſe höchſt un-
genierte Compilation die Koelh. Chron. nicht. Bon ihrer Benußung in
ber Cronica comitum et principum de Clivis etc. ift bereit8 oben
(S.226) die Rebe geweſen. Einige wenige Stellen find in der Brauwei⸗
fer Chronik verwerthet worben®,
In weiteren Kreifen hat fie nicht entfernt die Verbreitung gefunden,
wie bie für ihre Zeit jo vortreffliche Chronik Königshofen's, welche, lange
vor Erfindung der Buchdruckerkunſt entjtanden, in zahlreichen Abfchrif-
ten durch ganz Deutfchland ging und von einer Menge von Ehroniften
als Grundlage benußt wurde. Beim Erfcheinen der Koelh. Chron. hatte
man fchon in erfolgreicher Weife mit Epition der mittelalterlichen Quel-
lenjchriften begonnen, und die großen Weltchronifen des 16. Jahrh.
gingen immer mehr auf die Originalberichte ftatt auf die fchlechten ſpä—
teren Compilationen zurüd. Stark ift unfere Chronik benußt in ben
Ueberarbeitungen der Soefter Kriegsgefchichte des Bartholomäus van
der Lakes. Zahlreiche Nachrichten entnahm ihr Johann von Zritten-
1. Annalen des bift. Vereins für den sienses bei Martene et Durand, Amplis-
Niederrhein Heft V, 53. sima collectio IV, 521.
2. Ebend. Doppelheft XI u. XXL, 5. Annalen bes hift. Ber. XIX. Bol.
1, ©. 222 u. 224 mit Koelh. 3236, ©. 232
3. Ebend. XX, 325. mit Koelb. 336%.
4. Werneri Titiani Annales Nove- 6. Bgl. darüber Seiberg, Quellen
250 VI. Koelhoffſche Chronik.
beim!, fo das Chronicon Hirsaug. (S. 187) die Stellen über bie
Grumbfteinlegung des Cölner Dome (vgl. Koelh. 198” fowie Chron.
Sponheim. 278), die Einkerterung Adolfs von Berg durch Erzbiſchof
Sifrit (Roelh. 241°. Hirsaug. 203. Sponheim. 295), die Wafferfluth
von 1306 (Roelh. 247°. Hirsaug. 208. Sponheim. 301), die Spon⸗
heimer Chronik außerdem noch die Gefangennehmung bes Herzogs von
Berg auf dem Zuge gegen Bar, bie Notiz über bie Lütticher Stifter und
Kirchen (Koelh. 2965. 320°. Sponheim. 348. 379) 2c. Der neueften
Unterfuchung über Trithemius (H. Müller, Quellen welche ver Abt
Zrithemius im erften Theile feiner Hirsauer Annalen benutst bat, Leipzig
1871) ift diefes Abhängigfeitsverhältniß entgangen, fo daß das Verzeich⸗
niß nicht belegbarer Stellen ©. 27 ff. einer Reduction bedarf. Selbſi⸗
verſtändlich kann nicht umgelehrt Trithemius von ber Koelh. Ehren.
ausgefchrieben worden fein, wie man auch angenommen bat ?.
Ausdrücklich als Quelle genannt wird unfere Chronik in ‘vie cro-
niycke van Hollandt, Zeelandt ende Vrieslant ... voertgaende tot ben jare
1517’. Sie erfchien zu Antwerpen in eben viefem Jahre und führt von
ihrer Eintheilung gewöhnlich ven Namen 'diviſie fronif. Im Quellen-
berzeichniß des Prologs erwähnt fie u.a. auch die cronyken van Coellen
und reprobuciert in den Worten ‘wt een boeck ghenvemt Supplementum
hronicarum broeber Berthelmens van finte Auguftiins oerde in Lom—
bardien’ die irrige Anführung des Iacopo Filippo bei Koelh. BL. 4.
Ein Theil des Prologs, die Erzählung von der Einfegung der Kurfürjten,
das Verzeichniß der Gliever des römiſchen Reichs und der Reichoſtädte
it unzweifelhaft ans ver Koelh. Ehron. entlehnt.
.Daß Wilhelm Khriander die Ehronif kannte, ift bereits oben be-
merkt. Er citiert und benutzt fie ziemlich oft (jo S. 38 und 47 ver Ort
ginalausgabe je zweimal, ferner S. 62. 70), befonvers erregte ber fre-
lich ganz werthlofe Trierer Bifchofskatalog Koelh. BI. 8A” feine Auf-
merkſamkeit. Selbft Vertreter ftäntifcher Intereffen gegen bifchöfliche
Anſprüche, ertheilt er im Vorwort dem geiſtesverwandten Cölner Eollegen
das Rob: Indoctus aut alieni imperitus non est, in suo verax in-
teger et sincerus est.
Im Jahr 1818 wurde eine Ausgabe ver Koelh. Chron., jedoch
der weſtfäl. Geſch. 11, 398. Auch die Apo- 2. So Lenfers, De Sifrido arch. Col.
ftrophe an die Bürger von Soeſt, welde (Diss. Monast. 1857) 65 bei Beſprechung
Seibert 279 in den Tert aufnimmt, ber der Stelle fiber Adolf von Berg Koch.
ruht auf den Verſen, welche Koelh. Bl. 241b, die übrigens bier richtig als Fabel
215b aus Hagen 2651 entlehnt. gewürdigt ift.
J. Opera historica, Francof. 1601.f0l.
Einleitung. 251
unter Weglaſſung aller nicht auf Cöln bezügfichen Nachrichten, mit gegen-
überftehenver neuhochbeutfcher Uebertragung, begonnen, bie aber nur auf
60 Seiten gebieh !.
Das Bedürfuiß einer kritiſchen Ausgabe ift ſeitdem oft und lebhaft
ansgeiprochen worden, aber ein vollfiänbiger Abtrud lag gewiß aufer-
halb des Rahmens einer Sammlung, bie zunächft doch hiftorifche Zwecke
verfolgt. Die Wiedergabe des geſammten univerfal- und reichs⸗geſchicht⸗
lichen Beiwerts wäre höchftens in fprachlicher Beziehung von Iutereffe
geweſen, und in viefer Hinficht wird das Gloffar manches ermähnen Tön-
nen, was der Drud übergeht. Die Nothwendigkeit ftarfer Streichungen
vrängte fich als etwas faft Selbftverftändfiches auf, fchiwieriger Dagegen
var es, bie richtige Auswahl zu finden, und bier ift eine Entſcheidung
erit nach wieberholtem Gedankenaustauſch zwiichen Hrn. Prof. Hegel
und bem Herausgeber getroffen worden. Als allgemeiner Grundſatz
wurde vereinbart: Aufnahme aller auf Cöln bezüglichen, jowie der dem
Chroniften eigenthümlichen, Streichung aller Jonftigen Partieen. Meh—⸗
vere Modificationen waren jedoch nicht zu vermeiden. Mitunter begeg-
neten Abfchnitte, in welchen Eigenes und Entlehntes derartig verbunden
war, daß vollſtändige oder auszugsweife Wiebergabe nicht wohl umgangen
werden konnte, Umgekehrt find einige originale Stellen ftarf gekürzt:
allgemeine Declamationen ohne jeden gejchichtlichen Werth, wie deren
der Chroniſt fich beifpiel8weife bei der Marfiliusfage oder beim Cölner
Concil geftattet, wird man leicht mifjen können. Ferner erfchien es über-
flüffig, den in der Koelh. Chron. faft vollftändig repropucierten Text der
Recenfion D der Cölner Iahrbücher nochmals in extenso wiederzugeben :
bier ift, nach Rücfichten bes Zufammenhangs und der Genauigkeit ver
Mebereinftimmung, gänzliche Streichung over Auszug eingetreten. Nicht
dagegen fand viejes Verfahren Anwendung auf die Umfchreibungen poeti-
ſcher Stüde wie Hagen und Weverflaicht, weil die projaifche Faſſung
boch ftarf von ber metrifchen abweicht und auch neben dieſer gelefen zu
werben verbient. Unzuläffig erjchten es endlich, die nicht auf Cöln bezüg-
lichen Abjchnitte einfach zu übergehen, wenn anders ver Lejer mit dem
für die Chronik verwertheten Material und mit ber Art der Benutung
näber befannt gemacht werben follte. Zu dieſem Zweck find regelmäßig
Anfang und Schluß des entlehnten Abfchnitts oder, wo ter Zuſammen⸗
bang es forverte, noch einige Zwifchenjäge in ben Text aufgenommen.
Unellencitate, deren Kürze dies geftattete, find an ben Rand geftellt,
1. Köln am Rhein, in der Spitifchen Buchhandlung. 1818. 4.
252 VI. Koelhofſſche Chronik.
ausführlichere Nachweiſungen und auf die Quellenbenutzung bezügliche
Fritifche Noten in [ ] in ven Text eingefeßt. ‘Die Unterfcheidung ber ori-
ginalen beziehungsweife nicht nachweisbaren von den entlehnten Partieen
ift durch Typenwechſel erleichtert. Abweichend von dem bisher befolgten
Gebrauch, wurde für die Entlehnungen nicht Borgesfat, ſondern Noten
ſchrift gewählt, weil leßtere fich für die in [ ] eingefchobenen Bemerkun⸗
gen empfahl und allzu häufiger Typenwechſel ven Drud erheblich erſchwert
haben würbe.
Die Noten zum felbftändigen Theil ver Koelb. Chron. beruhen
großentheild anf banpfchriftlichem Material des Cölner Stadtarchivs,
den Copienbüchern, Ratheregiftraturen, ber großen Sammlung ber Acta
et processus, ben Morgenfprachen ꝛc. Die Originalurkunden des 14.
und 15. Jahrhunderts find noch nicht vollftändig georpnet und jomit ber
Denugung kaum zugänglich. An einigen Stellen fonnten Regeſten bes
Hrn. Archivars Ennen dankend benutt werben.
H. Cardauns.
[Titelblatt: In der Mitte das Wappen von Cdln mit Helmbujch, darüber das
Bruftbild des h, Petrus, den Schlüffel in der Rechten. Weiter ift das Wappen um-
geben von den Bruftbildern von S. Severinus, S. Maternus, S. Anno, S. Heri⸗
bertus, ©. Agilolphus, S. Eunibertus, S. Euergisfus. Die Ueberſchrift lautet:
5 Die cronica van der hiiger Nat van Locken.
Die Unterjchrift:
Sancta Colonia diceris hinc qula sangulne tincta
sanctorum,, meritis quorum stas undique cincta.
Bild und Unterfchrift finb entnommen aus ber Agrippina, Hi. B BI. 558.
10 Folgen 11 nicht paginierte BU. mit alphabetifchem Regifter.
Folgt als BI. 1 abermals das Titelblatt, doch fehlt in der Ueberſchrift ‘van’
vor Coellen', in der Unterfchrift “hino’.]
| Cronica of dat zitboich van den geſchichten der vergangen jairen in duitfhen Bl. 2°.
landen und funderlinge der heilger Rat Eoellen nnd irer bufchene.
s Sm dem namen und z0 ber eren der billiger und ungebeilter brivel-
dicheit, des vaders, des foins und bes hilligen geiftes, Marien godes
moder, und ber billiger pri koninge Iaspar, Balthafar, Melchior.
Amen.
Die vorrede des boichs, nnd is van der manichfeldiger uuglideit hikorieu zo
2) lefen, und is fere mirklich.
Tullius in dem eirften boich genattt Officiorum fpricht alſus: wir fin niet allein (Cic. oft.
ung geboren... . bes bie alben miet wenich forchfeldich geweſt fin, die vergangen "> “ ?)-
geihichte van ziden zo ziden amzozeihen umb vil ſachen und reden als bir:
nae beſchreven ſint. |
% [Aus Supplem. chron. prolog., nur ber letzte Sat aus Agrippina Bl. 1e.]
252 v1. Koelhoffſche Chronik.
ausführlichere Nachweilungen und auf die Quellenbenutung bezüglick
fritifche Noten in [ ] in ven Text eingefekt. ‘Die Unterfcheidung der ori-
ginalen beziehungsweife nicht nachweisbaren von den entlehnten Partieen
ift durch Typenwechſel erleichtert. Abweichend von dem bisher befolgten
Gebrauch, wurde für die Entlehnungen nicht Borgesfat, ſondern Noten-
fchrift gewählt, weil letztere fich für vie in [ ] eingefchobenen Bemerkun⸗
gen empfahl und allzu häufiger Typenwechſel pen Druck erheblich erſchwert
haben würde.
Die Noten zum felbftänpigen Theil ver Koelh. Chron. beruhen
großentheils auf banpfchriftlichem Material des Cölner Stabtarchivs,
ben Copienbüchern, Rathöregiftraturen, ter großen Sammlung der Acta
et processus, ben Morgenfprachen ꝛc. Die Originalurfunden des 14.
und 15. Jahrhunderts find noch nicht vollftändig georbnet und ſomit der
Benutzung faum zugänglich. An einigen Stellen fonnten Regeften bes
Hrn. Archivars Ennen dankend benutt werben.
H. Cardauns.
(Titelblatt: In der Mitte das Wappen von Cöln mit Helmbuſch, Darüber das
Bruftbild des h, Petrus, den Schlüffel in der Nechten. Weiter ift Das Wappen um:
geben von den Bruftbildern von S. Severinus, S. Maternus, ©. Anno, ©. Heri⸗
bertus, ©. Agilolphus, S. Eunibertus, S. Euergisfus. Die Meberjehrift lautet:
5 Die cronica van der hiliger flat vau Locken.
Die Unterſchrift:
Sancta Colonia diceris hinc qula sanguine tincta
sanctorum, meritis quorum stas undique cincta.
Bild und Unterſchrift find entnommen aus ber Agrippina, Hſ. B BI. 558.
10 Folgen 11 nicht paginierte BU. mit alphabetiichem Regifter.
Folgt als Bl. 1 abermals das Titelblatt, doch fehlt in der Ueberſchrift ‘van’
vor ‘Coellen’, in der Unterſchrift hine'.]
li Eronica of dat zitboich van den geſchichten der vergangen jairen in duitfhen BI. 2°.
landen und funderlinge der heilger Rat Eoellen und irer bufchove.
15 In dem namen und zo ber eren ber billiger und ungebeilter drivel-
bicheit, des vaders, des ſoins und des Hilligen geiftes, Marien godes
moder, und der billiger dri foninge Iaspar, Balthafar, Melchior.
Amen.
Die vorrede des boichs, und is van der manichfeldiger unglicheit hikorien 30
20 lefen, und is fere mirklid.
Tullius in dem eirften boich genant Offlciorum ſpricht alfus: wir fin niet allein (cie. ofl.
ung geboren...... bes bie alben niet wenich ſorchfeldich geweſt fin, die vergangen " ° ”-
geihichte van ziden zo ziden anzozeihen umb vil ſachen und reden als hir-
nae beſchreven fint.
25 (Aus Supplem. chron. prolog., nur ber letzte Sat aus Agrippina BI. 1®.]
Bl.
28 — 2b,
2b — 38,
254 VI. Koelboffiche Chronif.
Dat kenniffe ind vernarenheit der hiſtorien ind geſchichten boven trit
andere kunfe.
Und bairumb, als i8 it fach dat fin mencherlei Tunften..... die hiftorie i8 ouch
als ein fpiegel ..... bat gemoide bes minjchens wirt dadurch untſtochen und entfengt
mit einem brant und aljo zu jagen mit gewalt gezogen zo der eirlicheit und >
30 den groisbebigen dingen ver dogenden. jehen wir niet offenbeirlich
mit vervarenheit, dat vele minjchen fint die Die goetliche gebot, geiftliche
jtatuten und feiferliche gefege wiffen und befennen und leren und nochtant
jemerlich, fchentlich und funtlich van in overtreden werten? wanne aver
ſulchen errenden minfchen uis dem wege der gejege und der dugenden, to
beide in wereltlihem und in geiftlichem ſtaede, wirt vurgehalden dat
eirber, eirlich und lovelich leven ir vuralveren, ir guebe vrunde of mae-
gen, tre mitburger of ir naechtberen ꝛc. fage mir, werben fi niet ſcham⸗
roit und fomen nel und willich in den wech ter gueber feren und doegeden
durch dat, dat dat leven und die werfe der genen, die vur in geweft fint, 15
in gewijet und vurgehalden wirt? und besglichen doet ouch vie billige
firche als fi ordiniert, 30 vieren of gebechtniffe 30 halden in ber kirchen
van dem leven ver billigen, up bat durch tat erempel ver hilligen min⸗
chen, die vur uns gelevet haven, die minjchen nu levende gelodet und ge-
tredt werben, in naezovolgen. item desglichen fien wir onch gefcheen in 2»
reddungen und in beſchermungen der ftede und anderer vleden. ſage mir,
welcher ingefeifen of Burger van einiger gegen of ftebe fulde cleinmodich
und verzait fin, nadem als he hoerte dat die inwoner ver ſelver plaeken
finre wonunge vurmails fich menlich und foenlich vur dat gemein goit
und ir lande 30 behalden mit lif und goit guitwillich und einprechtich ge- %
jazt betten, dat zo behalden und zo bejchermen und ire gerechticheit und
vriheiden? bat tan einer van in allen fin ſulde, der dat niet 30 bergen
neme und drunge vur mit ben eirſten an bie ſpitze, ich menlich als einen
getrumen burger 30 bewifen, i8 niet wail 30 gelenven. bavan Tpricht fent
Auguftin: it fin vil minfchen, a8 fi lefen of hoeren leſen die dinge ver 3
ſtarken menne bie ft begangen hain, as mit ftriben, fturmen ind anteren
ritterlichen daden, jo werben fi intfenft den werfen naezovolgen.
[Der Anfang aus Supplem. prol. Schlußſatz frei nach Agrippina 1b.]
Wairumb und wie nuußlich is hiſtorien 30 lefen.
Herdurch is clairlich 30 verftain dat alzo nußlich und geboerlich 3
18, gefchichte der ziden anzofchriven und zo lefen, und bat umb vil
fachen willen. zom eirften up bat durch ber minjchen wergefjenheit niet uis—
29. getrume.
.. 2
1499. 255
gedain of gehindert wurden bie gefchichte Die fich begeven haven..... ind van anderen
ſachen.
[Aus Agrippina 1a, die Schlußworte aus Florarium temporum prefacio.]-
Hoc andere funerliche und merkliche reden, dairuis men nemen mad} irsef im Bl.
den ziden der bedroefniſſe. 3a - ub.
Item boven die vurgeroirten ſachen ſint noch ander rede, wairumb
hiſtorien zo leſen nutzlich ſi, want in den wirt upgedain und ernuwert,
widderumb levendich gemacht und alſo zu ſagen widder vur die ougen und
oren gebracht die vergangen zit van jair zo jair, dairinne men mirken
10 mach, wie diſſe werlt gequetzt und geftoiffen i8 mit manniger hande tribulacie......
die uns overfomen moegen.
[Aus Florar. pref. Zugeſetzt find folgende Stellen: “item wie bewilen —
anmirlen’. ‘wer ich got — geicheen’. “die welche fi — boverien’. ‘als dat manidh:
feldichlihen — durch ie ketzer'.)]
15 tem zom leften i8 noch ein mirkliche fache, wat nußlicheit die be-
fentniffe der hiſtorien bibringet, ind i8: wir fien dat bie allermechtichſten und
richſten ſtede..... jo is Die hiſtorie als ein moder, ein gebererſche und ein meiſterfſe der
dogenden. und bat ſelve bezuget ouch der wife meiſter Tullius ſprechende 95
alſo: hiſtoria die is ein gezuige der zit, ein liecht der wairheit, ein leven **
2» der memorien of ber gedechtniſſe, ein meiſterſche des levens und ein ver⸗
kunderſche der altheit.
[Aus Supplem. prolog.) U
Und dat were ummer alzo unzemelich und leſterlich, dat dat minſch—
liche ver-
2 fin des Iuftlichen camp& van jo mannigherhande blomen, in welchen men
binden mach vil exempel der boechben, dairzo wir vermaent werben 30
plucen, und winden wir onfruit der undoechden, dat wir bie miden. und
dairumb angemirkt die groiffe ernjticheit, vie Hiftorien und geſchicht an—
zofchriven under ven Jueden, Greifen, Roemeren und anderen anjchri-
zo deren der hiftorien van vele ander landen, bie welche die dinge, die ge-
ſchuit fin in iren vagen, angefchreven baven und die verwart und uns
nu in differ zit levende geſant, jo wer it ummer umbillih, bat unfer
dinge, die nu zer zit bi unſen dagen gejcheen, al fin fi minre, ſulden
eiwichlich verfivegen und ungemerft bin gaen, gelicher wis als hette vie
35 wirkung ver minfchen in unſen dagen upgehoert und were vergangen, of
bat villicht die ghene die nu leven niet bebreven heiten, bat billich und
wirdich were anzozeichen, of al were it dat etliche eirwirdighe und durch⸗
luchtige perfoen gelevet hetten und heiten werke gebain die wail bilfich
256 VI. Koelhoffſche Chronik.
weren upzofchriven und vurzohalden und zu verzellen in zokommenden
ziven, fo fi doch gheinre van allen ven ghenen die dat anfchriven Funden
und fulben, ter die felve dinge angezeichent have, umb ver Iumicheit und
opuillicheit willen. herumb dat ich die zit nußlich zobrechte 30 der eren
gotz, finre liever moeder ind der drier hilliger Toning, hain ich moit 5
overmig bie grade goß zo vergaberen ein duitſche cronife uffer anderen
latinfchen ind duitſchen croniken van ben vernoempſten und genvichlich-
sten hiftorien die ung nuglich ind Tuftlich fin zo horen und zo lefen. ind
Bl. al is dat vil latinfcher cronifen gefchreven fin vur die latinfchen ind ge-
defen leirde man, fo vint men doch ouch etliche cloide vernunftige leien, vie 10
ron. ghein latin verftain ind leſent aljo gern van julchen Dingen ind gefchich-
230.) ten a8 bie geleirden, ind ouch biwilen jich begift in etlichen handelen, dat
fi des noit haven zo wiffen nae uisheifchunge der fachen. fo men van
‚ alzo wenich duitſcher cronifen vint under dem gemeinen man, want voir-
mails fulche boiche als ein koeſtlich heimlich ſchatz gehalden ind verwairt 25
wurden, dairumb wil ich dis boich ſchriven in flechter buitfcher ſpraeche.
Agrip⸗ want ein iglicher minfche nae finre natuerlicher zoneigunge i8 he mer zogeneiget 30 finre
pina ID. Tantichaft und bat die berorenbe i8, und ſunderlingen hoert he liever van dem da he geboren
unbe gezogen is, finre vurfaren menliche eirliche werke und geichichte dan van fremden,
fo wil ich die treflichte ind mirklichſte geichicht van duitſchen lande fchri- ®
ven: zom eirften kurtzlich befchriven egliche die mirklichſte gefchichte bie
geichiet fin van dem beginne ver werlt bis zo der zit bat unfe lieve her
Jeſus Eriftus i8 minſch worden. zom anderen jo wil ich fchriven van
allen roemſchen feiferen ind iglichem in ſonderheit van dem eirften bis up
ven konink nu zer zit levende anno 1499 Marimilianus I, wie ein iglicher 3
an dat rich fomen is und van finem regiment, und baebi fin jairzail, zo
wat ziden ein ieflich Feifer an dat rich komen fi, up bat bie gefchichte un-
ber eime ieberen de bas moegen gevonden werden. want it fpricht Huge
Floriacenfis!, dat Die Dinge die geſchiet fint, van den men niet fan gejagen, in
welchen jair of bi wilches koninks of keiſers ziden it gefcheit fi, dat ſal man halden wur 30
ein fabel und fur ein wiverbeibinge. item van allen paiffen und van allen
foningen van Vrankrich, van ven herzogen van Brabant, van Gelre,
van Guilche, van Eleve ind van dem Berge, van den graeven van Flan-
deren, van Hollant und Selant ind van anderen landen die umtrint
Coellen und an dem Rinftroum gelegen fin. *
—
1. Daß an dieſem Orte neben. der das beſſere Citat — Kön. ſchreibt meiſter
faſt wörtlich übereinſtimmenden Stelle Huge von Florencie' — als eine Verglei⸗
Königshofen's 231 die Hist. eceles. des dung ber bei Kön. oberflächlich überjeh
Hugo von Fleury (Mon. Germ. SS. IX, ten Schlußworte.
355) auch Direct benutzt iſt, zeigt ſowohl
1499. 257
Und want bie hochwirdige und hillighe ſtat Coellen metropolis ind
bie heuftftat genant i8 van gangen duitſchen lande nae dem |prechwort
dat van ir gefacht wirt: Paris in Vrankrich, London in Engelant!,
Coellen in Duitfchlant, Roma in Italien 2c. item ein ander ſprechwort:
; Coellen ein Froin boven allen fteven fchoin 2, — fo wil ich in funberheit van Aarir-
item beginne und oirſprung unde midbel bis zo diſſer zit fehriven, dat ich in bewer⸗
ten ſchriften vunden hain, als dat ergangen i8 van keiſer zo feifer ind van eime bu-
ſchove 30 dem andern.
| Yan der fiherheit nnd wairafticheit der hikorien ind geſchichten Bf. 4b.
10 die in defem boich geſchreven fin.
Ind up dat niemans euziwivel an der wairheit der gejchichten ind
ichriften die in bejem boich hernae bejchreven werben, i8 zo wiflen dat
dit boich is vergadert uis wairaftigen ind bewerden hiftorienfchriveren,
a8 fin mit namen bie hernae genoempt werben: Julius ver eirfte feifer
ıs in eim boich genoempt Commentaria Cesaris, Cornelius Tacitus, Oro-
fins, Eufebius Ceſarienſis. item nis der croniden ver ertbifchove van
Coellen, uis der eroniden der Eoeninge van Vrankrich, van Saffen, van
Trier, van Straisburch, van Meng, van Brabant, van Hollant, van
Slanveren, van Gelre, van Eleve, van Guilch ind van Berge, uis ber
» Cronica Sigiberti, uis Cosmidromio, uis Speculo historiali Vincencii,
uis Fasciculo temporum broder Werneird van Carthuſer orden 30
Soelfen, uis Supplemento chronicarum Bartholomei van fent Augu—
ſtins orden?, uis Florario temporum ven hait gemacht ein broder van
ber regulier orden, ind van vil anderen die zo lange vallen zo erzellen.
5 Yan der deilunge der ganger zit van dem beginne der werlt in 6 ader 7 alder,
ind van dem begin und langheit eins iklichen alders.
Bur dat eirſte ..... i8 30 mirken bat der gantze louf der zit ..... wirt gedeilt Br
in 6 of 8 alder nae den 6 alderen des minfchen®. 230.
Dat eirfte alder des minſchens ..... und dairumb i8 gejchrevden in dem eirften —
30 boich der bibelen in dem 2. cap., dat der ſevende dach have gein avent, want dairnae r Zen
2, 2.)
13. dich’ ſtatt dit'.
1. B®gl. Landes Coloniae bei Boeh- die Agrippina.
mer, Fontes IV, 469: Tui parem eivi- 3. Gemeint ift Iacobus Philippi von
tatem Parisiensem, Brugensem, Londo- Bergame. Hierüber, fowie über bas
niensem ac sub sole exstantem esse non ganze Ouellenverzeichniß, ift die Einlei-
censeo. tung ©. 222 zu vergleichen.
2. Dielen Spruch kennt auch bereits
Städtechroniten. XIH. 17
258 VI. Koelboffiche Chronif.
Blalm. in der ewicheit i8 alzit bach funder nacht. Psal. 43: in domino lau-
dabimur tota die.
[aus Fascienlus temp. 402. Rudimentum noviciorum V, c. 1. Supplem.
1023. Fir den Anfıng vgl. Schedel’8 Ehronif 6%, wo jeboch Die Eintheilung ber
menschlichen Lebensalter erheblich abweicht. ]
Bl. Sowat in dem beginne eins icklichen alders gefchiet fi.
a—sb,
j 30 dem anderen mail i8 30 wiſſen, bat Die alder werden alber genoempt.....
in dem eichten alder fo wirt und fal gejcheen bie belonung der werke eins iglichen
minſchens, welchs alver niet jo eigentlich ein alder ver zit genoempt is,
want it meir gehoert und gemefjen wirt overmitz die blinende und ſtaende 10
ewicheit.
[Aus Florarium 3b. Zugeſetzt ift die Stelle “und wart geboren — der an
fank des ſesden alders as vurß'.
Der groife leirre fent Augufinns fpricht merklid in dem boich van finre bidt
in latino. 15
Sunt autem quidam stulte dieentes...... et hnmiles corde sunt domus tus. |
(Aus Gobelini Cosmodromium I, «. 2. Zu Grunde liegt Augnstin. Confess. |
XI, 12.)
Idem in de trinitate libro quinto.
— Je Quo intelleetu homo deum capit, qui ipsum intelleetum suum quocum! vult 20
v, 2. capere nondum capit?
Bl. on. N Ein Bild, die Erſchaffung der Eva darftellend, aus Cronecken der Saſſen
entnommen, mit ber Ueberſchrift:
Sir. Ecciesiastici decimo octavo.
18, 1. Qui vivit in eternum creavit omnia simul.) %
Bl. 6b, 1 Hie beginnet dat eirſte alder der werlt, durende bis up den fintoloit
ind hait gehat 2200 und 42 jatr.
Fasc. In dem beginne hait got gefchaffen .bemel ind erde ....... in bem
we. 7, capitel.
Nicolaus de Lyra legget nis dat vurf wort alfo...... der hemelfcher corper.. 30
[Florar. 1b. Nicolaus de Lyra (Postilla in Genes. I, 1) ift ziemlich frei um⸗
ſchrieben.
hr an | Wat dache dat Dit waren..... wie vil de me 30 fagen.
in) [Cosmodromium I, 2 nad} Augustin. Civ. Dei XI, 6.]
Florar. In dem eirften dache ...... mit voegelen geziert wurde. 35
Cosmo- In dem feaden dage..... unzerftoirlich ind undoetlich.
dr. I, c.7.
1. Statt quo eum. Die gleiche Stelle auch Cosm. I, e. 2, aber ohne Citat.
1499. 259
Sent Auguftin fpricht in dem 12. boich van der flat goß..... ein urfach Des
weſens.
[Aus Fasciculus 400, wo Angustin. Civ. Dei XII, 22 und 27 in durchaus
freier Weiſe verbunden find.)
5 | Yan der fheppunge Adams ind Even der eirfer minſchen.
[Folgt ein aus Cronecken der Saffen’ entnommenes Bild, gleichzeitig den
Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradife darftellend.
Nota: van dem eirften jair der zit in welchem Adam gejchaffen wart up den
jesden dach, bis up die zit dat Eriftus minfch wart, fin verloufen 5 dujent 100
10 ind 99 jair.
In dem eirften jare der werlt..... mer umb fich 30 vergeßen und 30 verluftie-
tn. o allerdurchluchtichite eirwirdichſte hoichgeborenfte alferhillichite
BI. 7b.
Königs-
bof. 238.
Bl.
70 - 80
keiſer here Adam, here van gotz genaden des paradiſs und der gantzer
erden, ein vas vol aller wisheit und dogenden ꝛc. und vader aller
15 minjchen.
[Aus Supplem. 22 und Rudim. Eingejchoben ift der Sat ‘jae in ſpraeche —
werende is', vgl. dazu Königsh. 236 und Cosmodrom. I, 7.)
Da nu got der here fach bat gein van allen levendigen dingen Adam gelich
was ..... ſo macht in der here beltzen cleiber und beit in bie an.
20 [Aus Supplem. 22. Cosmodrom. I, 7 (August. Civ. Dei XIII, 13. XIV, 17).
I. Mof. 2, 25. 3, 7 und 14ff. Bel. noch Vincentii Speeul. hist. II, 56 und Co-
mestor, Genes. c. 24. Eiugeſchoben: ‘und als ich meine — ungehoirfambeit';
pfi fi an — wer fi fin’.]
Hie is zo mirken, als geſchreven is in historia scholastiea..... nae den beißen
25 cleideren'.
[Comestor, Genes. 25 und Hieronymi Epist. 22, e. 19.)
Dae Adam und Eva uis dem paradife verftoiffen waren ..... und baven al ir
naelomelinge getredt van dem leven zo dem boibe.
O allerbefchrielichite fehentlichjte und ſchedelichſte val, durch ven
so dat gante minfchlich geflechte vermunt i8 bis 30 dem ewigen doite, welche
wunde ber ungehoirfamheit wir verjaigten ellenve Finder Eve noch nu zer
zit bevinden lei- der in unſem ungehoirfamen vleifch, dat welche fo dief
und jo fweirlich in der hartnedicheit gervurkelt i8, dat it mere ein laft
und viant mach genoempt werben dan ein wrunt, besglichen gewair wer:
35 den alle unje naefomelinge bis 30 dem ende der werlt.
Die 18 30 wiflen dat van Adams ziden bis up ben fintflus hait it niet geregent
..... want up die zit hatten ſi ghein iſer of metall dairzo.
[Aus Florar. 2b. Cosmodrom. 11, 1. Supplem. 38. T. Moſ. 3, 19. Mit
kleinen Erweiterungen.)
1. Ueber die verſchiedenen mittelal- vgl. Königsh. 238 N. 3, Über ben Frei-
terlihen Anjegungen bes Alters ver Welt tag als dies primus secnli ebend. N. 2.
17*
a
Suppl.
chr. 2e,
21. 9.
älſchl.
mit xV
bezeichn.)
260 VI. Koelhoffſche Chronik.
» Yan Adams und Even kindere
1 Adam in dem 15. jeir..... als die juedifche meifter fagen und ouch Joſephus.
Adam ind Eva leeſden al ir dage in firenger penitencie..... und andere have. und
dae uis quam, dat Caim und Abel offerhande deden, als hernae fteit.
(Aus Supplem. 2b und Comestor, Genes. c. 26.] ;
j Du. j Caim der eirftgeboren fon Adams ..... fo wart be fo zornich over dat fint,
- dat be it doit floich mit finem bogen.
ſAns Supplem. 2bff. Florar. 32, Comestor, Genes. c. 31.]
gb a Yan wem, wanne und wairumb die litteren und die ſchrift vonden fi.
Godefridus van Viterbien ſchrift in finre croniden ..... und vur ber zit plad I
men 30 ſchriven zwei fj our bat x. zo wat ziven igliche han ben genoempten
perjoen gelevet have, mach men vinden in vervolgunge des boiche.
Aus Fiorar. 2b (Godefridi Viterb. Pantheon bei Pistorius-Struve, Ser. II,
31). Cosmodrom. I, 8 (Isidor. Etymol. I, 3 bei Lindemann, Corpus gramm.
Lat. III, 15). Florar. 3b,] 15
Adam als be alt was 900 und 30 jeir...... nae geboerlicheit und bilficheit.
Aus Supplem. 2b, Augustin. Civ. Dei XV, 8.]
—
Bl. 108 voan Caims kinderen.
Caim ..... mer niet willichlich as vurß.
(Aus Supplem. 32. Florar. 34.) N
Jabel vant eirfte...... Jubal ..... Tubalchaim ..... die konſt bilde uiszo⸗
graven.
Aus Florar. 3%,]
Noemma ..... zovorens drogen ſi vur eleider die velle van den beiſten.
Aus Schedel's Chronik 108.) 3
Nis diſſen vurß punten ..... hiernae volget van den gotz kinderen.
[Aus Florar. Za, Zul, 16, 8.)
Bf. 106 Yan Seth Adams fone und finen mackoemelingen.
— 1 18,
suppi. Seth wart geboren ..... jouder Noe mit den finen.
chr. 3b, Sent Methodius ..... mancipaverunt. 30
[Für den in lateiniſcher Faffung beibehaltenen Tert ber Stelle des Methodius
ift ſowohl Florar. 4b als Rudim. II, 1 benutt. Für die Eingangsworte vgl. Hie-
ron. De viris ill. o. 83.] |
Enos Sethe fon ...... up dat be erwedte die traicheit und vergeffenheit ber
minfchen 30 gobe. FB)
[Aus Supplem. 36. Cosmodrom. I, 8.)
Cainan ..... Malaleel ..... Jareth ..... ſich ouch werkeirten zo ber bosheit.
[Aug Supplem. 3b, 4.)
a IR Enoch Jareths fone...... nis ingevung des hilligen geiſtes.
(Aus Supplem. 4.. Jud. 14. 15. Bgl. Augustin. Civ. Dei XVII, 38.1 4
1499. 961
Jeſus Sirachs fone ſpricht van deſem Enoch ..... dat he... fi upgenomen in
bat paradife, umb zo vermanen und fterfen die uiserwelden, ind 30 bem
leiten fo jullen fi verfriegen Die frone der merteler.
[Aus Supplem. 43 (Sir. 44, 16).]
5 Matufalem ..... und gefchaen ungellich wil junden.
[Aus Supplem. 42 (Augustin. Civ. Dei XV, 11). Florar. 3b]
Lamech ..... fo ftarf be.
ſAaus Supplem. 4a.)
Hie is ein vraege und die vraeget Freculphus..... desgelichen mas David niet
tn ber eirfigeboren fon var Jeſſe. uis dieſſen mu gefuchten worden much men
ouch antworde geven up ein vraege, Die gejcheen moechte, of al bie per:
joen hie our genoempt van Adam bis her 30, als Seth, Enos x. fint
geweſt eirjtgeborn finder, und i8 ein antwort: nein’, jo dan kurtzlich
bie vur gemelt is.
15 [Aus Supplem. 3b (Freculphi Chron. I, 15).] _
Joſephus ein Suede, einre van den aller vernoempſten und wairaf- BI. 11°
tichſten Hiftorienfchriveren, ber fpricht in dem boich van den alden ziven
jo: niemans enjal meinen ..... Die welche vurmails allein van ben vruchten ber
erden ir voitjel gefonnen.
20 [Folgt ein aus "Eroneden der Saffen’ entnommenes Bild, die Arche Noahs
darſtellend. Im Hintergrunde rechts ſitzt der Nabe auf dem Aafe, während von
links die Taube mit dem Oelzweige zufliegt.)
Noe Lamechs fone...... in bie arche.
[Aus Supplem. 4a. I. Mof. 6.)
35 N Sent Auguftinus in dem boich van ber flat got in dem 15. cap.! fpricht...... Br. 12».
ſunder durch die ſchickunge got is dat geſcheen'.
[Au8 Rudim. II, 1 (Augustin. Civ. Dei XV, 27).'
Do Noe mit den finen ..... und alfo in dem jair des waffersfluifs hait fich
geent dat eirfte alder der werlt under 10 geboerben.
en) [Aus Florar. 4. Supplem. 4b.]
Hie i8 ein vraege wur bat eirfte...... fulche diere die fint in den inſulen ind in
ben landen geboren oft untfprungen. '
[Au8 Rudim. II, 1 (Augustin. Civ. Dei XVI, 7. I. Mof. 9, 14).)
1 Dat ander alder der werlt, und beginnet van der zit dat die fintuioit was, und Dt. 13=.
35 dat geſchach 2242 jair nae dem als die werlt gefhaffen was, und hait dit alder
00 und 42% jair und Krekt fi bis up die zit dat Abraam geboren wart.
[Aus Fasciculus 403.)
Doe Noe der oeverſte pais und keifer...... piftelen und dorne ıc. Bl. 130
Aus Supplem. 4b. Rudim. 11, 1. Boethius, De consolatione II, 5. Zus lsb.
1. Das mangelhafte Citat ift auf Rech⸗ dim. citiert: Aug. XV. de civita. cap.
nung unferes Ehroniften zu fegen. Ru- ulti.
Bl. 148
—14b,
Bl. 13b
148.
262 VI. Koelhoffſche Chronit.
füge: ‘dat is fo wil gefacht — unde faicht alſo'. ‘mer nu fucht — wis dem offen-
bair wirt'.)
Noe begunde die erde zo aderen ..... Noe mit finen kinderen.
"Aus Supplem. 4b (Nicol. de Lyra, Postilla in Genes. 5, 29). I. Moſ. 9.
Rudim. II, 3 (Augustin. Civ. Dei XVI, 1).] 5
Wanne, wie und wairumb der flait der edelinge upkomen is.
Noe gebenedide fine foene Sem..... und falt wonen in den tabernadelen Sem.
[Aus Supplem. 4b.]
Hiebi, ſpricht Auguflinus, is 30 mirlen ...... und ein beil fint flainde bieven.
[Aus Fasciculus 403 (vgl. Augustin. Civ. Dei XIX, 15). Eingefchoben: 1
‘dat i8 ein mirklih man — unde doechden'.)
Noe leefde nae ber fintvloit 300 und 40 jair...... und beftonden zo buwen
den hoghen torne ꝛe. als hernae Heirlicher nisgedruckt wirt, fo man wirt
jagen van dem torne van Babilonien und van vermanichfeldigunge ver
Ipraechen. ich meinen dat jo lange als Noe levede, jo haven alle die ge: ®
jlechte Noe iren vemen gehalven als vur iren pai® und iren keiſer, ver fi
in allen dingen underwefen hait nae ber regule ter gerechticheit goß. mer
jo bald als he doit was, haven fi fich upgehaven widder got ıc.
[Aus Supplem. 4b. 6%. Bgl. Hieron. De viris ill. c. 11.]
Sowie dat die gantze werlt van Aoe und van finen hinderen mit minfhen 2)
vernult is.
Hie 18 z0 wiſſen, dat Noe in fime leven finen ri fonen Sem Cham
und Japhet als ein geweldiger feifer der ganter werlt, die in bri deil ge-
beilt iS, als Aſia Africa und Europa, uisgezeichent und zobetirmpt
hait einem iglichen ber deil eins als vur fin veverliche erfzail!, welde >
beil der werlt ein iglichs in vil Lande gebeilt iS. nu haven die dri fone
ein iglicher vil finder gehat, van welchen kinderen ouch groiffe geflechte
geboren fint. fo hait ein iglicher van den drien fonen fin beil erfzails
ingenomen mit finen gejlechten, und aljo haven bie die ganke werlt be
jegt mit volf und den landen namen ingefaßt. doch iS niet 30 meinen, #
dat die felven gejlechte fich rechtevort alfo verbreit haven und vie Lande
beflagen, ſunder lange zit und vil hundert jair haven fi fich als meir und
meir uiögeftvedt, nae dem als fi mere und mere fich vermanichfeldicht
9. ſtoinde. 29 heven. 32. alte.
1. Theilung der Noachiden nad) den läufig, vgl. u. a. Vinc. Spec. hist. II,
drei Theilen ber alten Weltim Anjchlußan c. 62 und Königshofen 245. Bon einer
pie Bölfertafel I. Mof. 10 ift den mittel- Theilung buch Noe ſelbſt dagegen habt
alterlihen Eregeten und Chroniften ger ich nichts entdeden können.
— — —
1499. 263
baven in perfonen, und ein iglich® gejlecht van den drien fonen haven
ſich mere gehalden 30 dem deil irs erfzails und’vat ſelve ie lenger ie mere
woinhaftich gemacht.
Yan anderen kinderen die Koc gehnit hait, die in der bibel niet genoempt
5 werden.
Item boven bie bri fone...... und verbervet.
[Rudim. II, 2 (Vincent.Spec. hist. II, 61. I. Moj. 7, 21).]
Jacobus Philippi, ein broder van ſent Auguftinus orden, fpricht 21.11
anders in Supplemento chronicarum und fehrift aljo: Noe hait gewon—
tv. nen finen veirden fon ..... unb dat waren Chams Finder ıc.
[Aus Supplem. 6a.)
‚stem noch fchriven ein beil anvere hiftorienjchriver ſunderlicher
lande, umb lof und ere irs gejlechts und ire lande uis altheit der ziden,
van anderen jonen die Noe gehat have, und van ven ſelven ſchriven fi,
5 dat afgefomen fi ir geflecht und dat volk des felven landes.
Der fchriver der Hiftorien van Saffen, als gefchreven is in Florario Flo-
temporum, ber fliht up ..... Escondius, der ſchriſt dat Noe have ouch gebat”
ein fone genoempt Janus.
Nota dat der gante umblreit defer werlt is gebeilt .... in bri deil ... bat derde Rudim.
20 Europa. Aſia is dat witft und breift, Africa dat richft, Europa bat n.
mechtichſt van volk ꝛc. und der iglichs iS richer in dem ſelven dae it bie
anderen zwei overtrit, dan die ander zwei beil, befe dri deil der werlt wie Budim.
vurß fint zobetirmpt ben brien ſoenen Noe als Sem Cam und Japhet, die zofa-
men gehat haven 72 geflecht. und wat geflecht und wie vil van ber igli-
23 her fomen fint, wil ich laiſſen vallen: want dat groifte deil der lande
inwoner fint ung in diefen winkel ber werlt unfundich.
[Bild eines verfallenen Thurmes, aus Faseic. temporum entnommten.]
tem van Noes geflechte quamen 72 geboerte...... van der wafjervloit bis an
bie verwandelung ber |praedden was 100 und ein jair.
30 [Eile v. Repgow ed. Maßmann 17. 18.)
Hie is 30 merken, want die vurß gejlechte bleven fin bat groifte deil
in den zwein veilen der werlt Aſia und Africa, welche lande gelegen fin
up ginfit meirs, dairumb die felve lande umb der verre willen mit iren
furften und lantheren und gefchichten verjelven uns hie in diſſem deil
35 der werlt, Europa genvempt, gantz unkundich fint, it enfi dan van alzo
jere vernoempten, — dairumb wil ich ouch tiefelven laiſſen vallen und
alzo furglich hie und dort beroiven die vernoempften gejchichten van ven
landen und fteven. ouch fint ghein fehrifte van bewerben hiftorien-
Ihriveren van buitichen landen bis zo des eirften feier van Rome,
264 VI. Koelhofffehe Chronik.
Julius genoempt, of ein furge zit darvur. fo wil ich die gefchichte ver
bri nabolgenver alver bevellen ven geleirven vie ſich bairinne befom-
meren.
Bl. 150. | Dat derde alder der werit. und beghinnet van Abrahams gebort ind heit genert
bis zo dem anfang des koningrichs Davids ind halt gehat 900 ind 40 jair. 5
[Fascic. temp. 409.)
urn Abraham ..... nis irme lande.
Eife 22. Bi Abraham ziben ..... Saraceni, dat Jin die Turken.
Moifes verloifte Die Jueden uis Egipten ..... ind bis an verſtoerunge ber flat
Troien 317 jair. jo
[Aus Eike 25. Supplem. 192]
Gike 25. Ban der zit bat bat gefets gegewen wart ..... der eirfle richter den got ben Joe⸗
den ſatzde.
| Anno une Erifins gebort nmbtrint 1166. Troia die groife Mat wart
gebnwen!. B
[Arabeste. ]
Bl. 16.8, 1 [Bild einer im Bau begriffenen Stadt, ähnlich ſchon im Rudim. novic.
Suppl. Hie begonnen die Ineden kouinge zo haven anno vur Erifius gebort nmbtrint 1089.
— Sant der eirſte koning der Ineden regniert 26 jair.
Fascic. Dat 4. alder hait fin beginne van der zit dat David konink war, a
— und hait 485 jair.
Bl. Ion. Dit alder wirt zogeglichet dem veirden alder der minfdhen ..... David wart
I. tonint ..... Salomon ... wart konink ... nae eme.
[Aus Rudim. IV, 1.)
Faseic. Item wat ftritber und billige man konink David geweift ft, vinſtu genoichſam⸗
“pP lich beichreven in der bibelen in den boichen van ben oningen.
Rudim, Do konink David 40 jair konink geweit was..... deilde Die priefter des tem-
IV, 1.
pels in dri orbenunge in ben tempel.
Salomon wart der derde konink z0 Hierufalem und regierde ond 40 jaice.
Rudim, Diffe konink Salomon buwede got bem heren 30 Iherufalem ..... von ber ftat 30
1V, 2. aba [fo flatt Saba’) bie ein heufflat is in dem ſelven lande.
Bl. 178, 1 Der Tempel Ialomonis zo Ihernfalem.
(Bild einer burgartigen Kirche, aus Fascic. temp. entnommen.)
In dem 36. jair fins fonintrihs ..... Do Salomon umbtrint 51 jair alt was
..... Roboam ..... und quam nie weder under ein konink bat ſelve koninkrich. 35
[Aus Rudim. IV, 35 (Joseph. Antiqu. Jud. VIII, 7. Petrus Comestor,
Reg. Ill, c. 27).]
I. Verwechslung ber Gründung Tro- ebend. 256 bie Gründung 1339 gejeht
ja's mit deſſen Zerfiörung, weiche nah wird.
Suppl. 32b wirklich 1166 fällt, während
1499. | 265
Hie iS zo merken die fache der ſpaldung des einigen koninkrichs ..... Achas.
zo des ziden wart Rome gemacht anno ejus quarto.
[®gl. Supplem. 428 u. III. Kön. 12. Rudim. IV.)
| Yan der hat Rome, wanne nnd van wem die begonnen fi. BL. 176,
5 [Bild einer im Ban begriffenen Stadt, dasſelbe wie Bl. 16%; wiederholt ſich
noch öfter.
Nae dem as die gewelt geſtanden hadde 4404 jair!..... Remus und Romm⸗ Fascic.
lus begonnen die flat Rome up den berch Palatinus genoempt, der nu binnen 433.
Rome licht.
10 Titus Livius, der vernoempfte biftorienfhriver van ber flat Ro- 21. 17
‚ ſchrift alfus: do Romulus ..... und wurden die Romer und Sabini ein volf. BR.
[Raub der Sabinerinnen aus Antonini Florent. Chron. tit. IV, c. 5 (Liv,
1, 8), mit Heinen Erweiterungen, nur der Schlußfag aus Eile 78. Die einge-
ſchobenen Verſe aus Ovid. Fasti III, 189. 191 find corrumpiert.]
15 Item van den urjprunf des roemfchen richs und van Wanne bie
Romere ir beginne gehat haven, vinflu hernae folto 22.
Yan dem eirſten beginne der gevenkniffe der 10 gefleht der Joeden.
In dem vurß A. jair konink Achas. .... Iſaias in dem 9. cap.
In dem 5. jair des koninks Achas ..... ein grois bloitfturgung. Du
20 [Romulus, Remus, Tarpeja. Aus Rudim. IV.] "
Romulus was 38 jair konink. ind weis niemant reicht, wae Romulus ie bin
queme, Dan men fait dat in ber Dunre erjloiche.
[Aus Eile 77. 78. Königsh. 319.)
Ezechias ..... fin leven 15 jair verlengebe. Eite 46.
2 Numa Pompilius..... gaf den eirften zoult.
[Aus Eile 78. 79. Florar. 27b.]
Manafies..... quam weberumb zo graben.
[Eife 47. Rudim.]
Bizant die ftat...... angehaven und volmadht. —*
z0 Tullius Hoſtilius ..... van dem weder verbrant mit allem ſime geſinde. Eife 79.
Amon ..... Joſias Amons fon... ... Sedechias. 21. 156
[Eife 48. 49. Rudim.] \
Ninive ..... Iheremias ...... Ancus Marcius ..... Joachas ..... Jeco⸗
nias of Joakin ..... Tarquinius Priscus ..... konink van Iheruſalem vurß.
35 (Eike 49 — 51. 79— 81. Nur die Worte ‘he machde dat capitolium’ aus
Supplem. 532.]
Rudim.
IV.
Ezedhias? wart konink 30 Ihernfalem nac Joachim.
| In dem 4. jair fins koninkrichs .... Dit geſchiede in dem 11. jair des koninks Bl. 190.
Sedechias.
40 (Eike 51. 52. Rudim.]
1. 4484 nach Fasc. Bgl. unten S. 268. 2. Sedechias' Eike 51.
26 VI. Koelhoffſche Chronik.
Budim Das 5. alder deſer werelt,
und hait fin beghimme...... bat is bis in bat zweibe jair koninks Darii Ipaspis.
a 19» Item var bes bat men tempel eirft bouwebe..... wart Die flat gewonnen ind
geſchach alfus.
Geſchichte Nabuchsdonoſors und feiner Nachfolger aus Eile 52 — 58.) 5
Di, zn Eyrus ber konink van Perfia ..... it was grois wonder.... bat Babilonien....
van mannes Tracht zobrochen mocht werben, umb ber groiffen ſterkden ind der
kunſtrichen fubtilicheit die barzo gebain was van ben meifteren.
[rei nach Petrus Cumestor, Dan. c. 8. Schluß aus Eile 81.)
Eite 59. Darius voirte Daniel ..... als ein billigen man. 10
Eirus tonint...... Ind wart gein konink mer 30 Iherufalem bie 30 Herodes zit,
der ein Jode were, ind ouch nummermere enwirt.
[Wiederaufbau des Tempels zu Jeruſalem nach Eile 59. 82. Florar. 31b.)
Hie kompt dat jneiſche koninkrih an vremde heideſche koninge.
Eite si. Servius Tullius ..... 35 jaer. 5
Cambifes ..... Judith hiewe eme fin henfl ave.
[Eife 63. Supplem. 576. 63b. Die beiden Affuerus der h. Schrift, Cam⸗
byfes und Artagerres II., werben zufammmengeworfen, ein Theil der Angaben fpäter
(91. 222) bei Artayerges wiederholt.)
Rudim. Smerbis..... Darius Idaspis...... an bie finen. a"
Bl. 2ub Tarquinius Lucius ..... ind dairmit vergingen bie roemfche koninge. ind
woulden die Romere gein foeninge mer haven, funder fi foren ander re-
genten.
[Eife 82— 84 mit Benußung von Rudim. unb Supplem. 59%. Die erften
brei Zeilen bes BI. 213 find eine wörtliche, aber flellenweife orthographiich und 5
typographifch abweichende Wiederholung ber letzten Worte von BI. 206: ‘bes en-
woulde — fpiegel up der erben’.]
Anno urbis condite...... dat jelve jair nis.
[Alexander der Große, Senatoren in Rom, aus Rudim.
Wanne ind warumb die Homer gein konink, mer confules, dat fin raitzmenne, %
ſchoifen.
Naedem as die koninge ..... umbtrint vur Chriſtus geburt 511 jair.
ſEike 84. Rudim. Die letzten Worte aus Supplem. 59a.)
@ilest. Bi der conjule zide wart bat roemfche rich grois ..... boit.
Item Brutus..... Lucius Valerius. 35
iSupplem. 592, nur ift der falfche Name Lucius ſtatt Publine) Valerius aus
Rudim. heriibergenommen.)
Yan einre andere heirlicheit of ampt dictatura genoempt die 30 Rome
begonnen wart.
Bl. 21° " Anno urbis condite 253 ind vur Chriſtus geburt umbtrint anno 504 #
jair ..... ind der dictatoir ind ſenatoir waren bis an Julium 9 hundert ind 16.
[Supplem. 596. Rudim. Eile 84. 85.)
6, "Tyrus? ſtatt Cirusꝰ.
1499. 267
Yan einre ander herlicheit die 30 Rome ingeſatzt wart umbtrint une Ehrifius geburt
494 ind waren geheifhen tribunt plebis;
ind wurden gefaßt umb ber gemeinte willen...... bur ein grois ampt ind
bevel.
5 [Supplem. 608. 61b,. Bei der Erwähnung der Tribunen und Aebilen ber
Zuſatz: “ind was ir ampt as z0 Collen hait ber raigrichter ind der geweltmeiſter'.]
Yan den koningen van Perfien ind anderen koninkriden. BL 21»
[Bruftbild eines jungen Mannes mit Krone und Scepter.]
Xerſes ... Artabanus ... Artarxerſes ... Xerfes der ander... Sogdianus ...
10 Darius... Artarzerfes der ander... Artarxerſes der derbe... wart erflagen van ben
finen.
[Supplem. 60b — 652. ]
30 des koninks ziden ..... dat koninkrich van Macedonien.
(Arſes, Darins, Philipp von Macedonien aus Rudim. Nur iſt bei Arſes für
5 wenige Sätze Supplem. 672 benußt.].
| Alexander magnns BI. 22»,
[Bruftbild wie oben BI. 216.) .
wart der 24. konink van Macebonien...... Philippns hielt Dacebonien.
[Supplem. 67b. 68%. Rudim. Eite 85. 86. Der Schlußiat aus Königsh.
20 312. Nicht nachweisbar war der Sag: “item die Romer daben konink Alexander
grois ere ind gaven eme ouch groiffen fchats’.]
Yan den vernoempfien koninkricen.
Hie is zo wilfen, nadem Alexander magnus doit was, fo gejchiebe
groiffe veranderung in den lantjchaften ind foninfrichen up ginfit meirs,
3 ind bie riche gingen ſere af, ind bat roemſche rich gink up, joe bat fi einige heren Königs»
wurben over bie werlt, a8 hernae gejchreven wird. ind dairumb, fo bie jelve dot. 315.
foninfrich ind lantſchaften dem gemeinen man niet kundich fin, lais ich
borpolgung daevan zo fchriven vallen ind Tere mich zo dem roemſchen
rich, wanne ind van wem bat einige keiſerdom fi upfomen.
% Wanne ind van wat Inden dat roemſche ric is npkomen, ind dat it fid bi
defer zit began fere 30 vermeren.
Hie is Furglich zo wiſſen, wiewail vil koninkrich in den fchriften
befchreven werben, jo fin doch under den 4 die aller vernoempjten:
dat eirfle dat rich Caldeorum, dat ander bat rich Perſarum, bat derbe bat rich Greco⸗ Eite 73.
35 rum, bat vierde bat roemſche rich. die eirfte bri fin up ginfit mers ind van
orienten, dat vierde aen diffit ind van occidenten, ind dat is ung meir gemein.
|| Wie aver Dat roemfche rich is herfomen, wil ich kurtzlich fchriven. ber it vurder Br. 23..
twiffen wil, der lefe Orofium ind andere hiftorienfchrivere die fang ind Ge 73.
breit barvan ſchriven.
22. Eonynrijchen.
268 VI. Koelhoffſche Ehronit.
Do Zroia die groiffe ftat zofioert wart van ben Greilen anno
11 hundert ind 30 jair our Chriſtus gebort, quam Eneas over mer in
dat Iant Stalien ..... fo wart Rome gemacht. ind do hatte die werelt geftanden
4 dufent 4 hundert ind 84 jair.
[Eile 73—76, nur am Schluß iſt Rudim. und Fascic. 433 benußt.) 5
Item van der ftat Rome, wanne ind van wen ſie angefangen ſi,
vinſtu hievur folio 17.
Africa, ein van den drien deilen der werlt, wart betwongen an der
2ql. ne Romer gewalt. ind in dem vurß Lande lach ein ftat, die hieſch Cartago
Er ind was uifjermaiffen grois ind ſtark. ind die Romer fanten bair ein
raitzman ind mit eme ein grois heir ind hadden vil ftride intghein bie
felve ſtat. ind van ben ftriven wil ich ewenich ſchriven.
2; 238 tem Hanibal was konink 30 Eartago ind was fere ein firitbar furf.
he voir over mer ..... Scipio ..... umb bat fi den Romeren niet 30 ſchalle ind
in 30 [handen ghevanghen enmwurben. 5
(Bunifcher und Numantifcher Krieg aus Eile 87— 91. Für den Eingang vgl.
Königsh. 324.)
Yan einre groifer nederlaegen die de Romer hadden van dem volk Cimbri
genant ind van den Duitfhen vnr gotz ghebort umbirint anno 89.
Orofius fhrift..... ind gant Italien verderven. n
[Supplem. 91b, wo irrig Oros. Hist. V, 19 flatt V, 16 citiert wird.]
Yan einer groiffen nederlagen der Walen van den Romeren une gok geburt
nmbitrent 87 jair.
As die Romere aljus fere ververt wurden ...... die ander erhenkten fich.
[Supplem. a. a. O. ans Oros.| 5
Yan eime groiffen uplonf und fchedellden Aride binnen Rome overmiß yarti-
licheit der burger, und geſchiede umbirint 70 jair une Criſtus gebort!.
BI. 218, | Dairnae wart zo Rome binnen ein groiffe frit ..... ind Teis eme doch
fin lant.
one und Pompeius aus Eile I92—Y4, unter Benutzung von Supplem. ©
94a, 92b,
Hie quamen die Joeden nuder die gewalt der Romer und moilen in jairlid
tribnit genen.
Dairna voir Bompeins durch Armenien ..... 22 koninkrich in orienten.
[Eike 94. Der Schlußſatz aus Supplem. 94a.) 3
1. Die falfche Jahreszahl ift wohl tem Bürgerfriege auf bie Gracchiſchen Un-
durch Supplem. 92b, wo die zu 73 erzähle ruhen zurückgeſührt werben, veranlaßt.
" 1499. 269
Yan dem korflidgen ind eirlichen triumf ind inrit den Yompelus 30 Rome hadde.
Bompeius zoich wibber 30 Rome ..... ind wart nie bere fo eirlichen mit
triumfi ind fchalle intfangen a8 beffer !.
[Supplem. 948, Eingangs und Schlußſatz aus Eile 95.]
5 Bild mit der Ueberfchrift Julius', darftellend Ehfar zu Pferde in kaiſerlichem Bi240.
Ornat mit Krone und Scepter ; neben ihm zwei berittene Knappen, deren einer ein
Banner trägt. Aus der Agrippina.]
Yan Inlind Ceſar der Gallien, Duitfehlant und Engelant under die Romer
brachte.
10 In den felven ziden...... zwank Julins die Beterfchen, bat fi eme underbenich BT.
wurben. be zoich vortan up einen berch, hieſch Suevus, daevan zwank he Die Swa⸗ 2
ven, ind dairnae zwank be bie Franken ind die lande vam Rin, Safjen ind Polen :c.
item Dairnae voir be 30 Trier ..... dat fi fich de lieflicher eme unberbenich machden
ind wurben.
15 [Königsh. 329 mit Benubung ber Agrippina 108. Für die eingefchobene
Stelle iiber die Schwaben vgl. Kaiſerchronik V. 285 ff. 323. 377 (Maßmann 1,
24. 28. 33).]
Item be zoich vortan mit groiffer arbeit in Gallien ..... ind gaf richen zolt
allen die eme gebient hatten.
20 Nach Eike 95—97 und Königsh. 331, anfangs frei, nachher wörtlich.)
Julius nam dat felve voult..... poiren in Hispanien. DI, 25%
[Eile 97—100. Eingeſchoben ift die kurze Rebe Eäfars an den König von
Aegypten. Zu Eingang wird "Aftulum’ als Name der von Pompejus eingenom-
menen ‘flat dae Julius rittere wil in waren’ angegeben. Vermuthlich jchwebt die
35 Einnahme von Ascoli im Bundesgenoffenfrieg vor.
Catho ..... dat fuverlich ind nut boichelgin dat men ben finderen in der Sup-
ſchoile Kieft, beide zo duitſche ind zo latin, ind is genoempt Cathoz. Maya“
Julius voir dairnae wibder zo Nome..... up dat be in eren ſturve ind niet Br. 250
van Julius mit gewalt overwunnen wurde. 268.
30 [Spanifcher Krieg Cäſars nad) Eile 100.)
24b
be,
Hie began dat roemfche rich, dat einre allein dat regierde nae fime gebode
ind verbode.
Julius ..... uis ſinre moder licham geſneden.
[Cosmodr. V, e. 19 mit kleinen Zujägen.]
35 Item a8 Julius der eirfte keiſer ..... ind 56 jair alt was.
[Tod Cäfars nah Königsh. 333, mit Benugung der Agrippina 116.)
Do Julius fus ermort was ..... ain die Romere. dat beniven die jena- Giteion.
toir jere, dat die gemein in fo fere clagede umb finre vromheit ind mil-
dicheit willen.
„0 tem deſe feifer Julius was ein wije geleirt man ind funverlinge in
1. Eile: “it ne wart ne nen trium— untfongen worbe”.
phus fo grot, be mit fo groteme jcalle 2. Die Diflichen des Dionyfins Cato.
272 VI. Koelboffiche Chronik.
damit ſulde beipen berichten und veriwaren, a8 be begunbe, ind nam
dem jungen Pompeius 163 ſchif ind zoich damit over meir van bevel des
feifers und wan da ein groiffe ftat genvempt Meffinai, ind reich dae
groiffen chat, alfo Dat he fich zo ſere darup verleis ind wart des keiſers
unvrunt, dat be ein mail ind andermaile verſmede Octavianum durch:
macht der lude, dat be eme jtrit boit, wilch vol der keiſer Octavianus
eme mit wenich voulf afftalt, alfo dat Lepidus fich oitmodichde ind weber
in Octavianus genade quam ind im underbenich wart ind gejeint bfeif,
ind gaf fich unver ven keiſer mit alre finre lantichaft und winnungen
und bleif 30 Rome, umb vie ftat und lant 30 verwaren, ind dede ber w
jenatoir vil foppen die an Julius doit vaitgever ind hantdedich waren
geweſt, ind lies dae entufchen ver genre huſer uisbernen ind afbrechen
die geboit waren. ind der Feifer Octavianus ind Antonius zogen nie,
umb ander lande 30 bezwingen ind underbenich 30 machen dem romſchen
rich, ind vervolgden alle die ghene die Julius poit bejtalt of gedain hadden. 1:
Jud alfo fo regeirde Octavianus dat roemſche rich 56 jair...... 14 jair nae
goB geboirt. und der jair ein beil wil ich Furglich vurchloufen van ven
gejchichten, die he of andere in den jelven bedreven haven.
[Rudim, und Martin. Oppav. (Mon. Germ. SS. XXI) 443, 25.] |
Wie die Ioeden under dem roemſchen keifer fin ind gheinen konink mere haven W
moegen under in van irem gefledt.
Rudim, In dem 10. jaire van Octavianus keiſerdom, dat wa® 31 jair vur Chri—
ftus geboirt, verloren Die Joeden ir koninklichen flait ind ir falvonge nam ein ende,
jo dat fi gheinen konink haven gehat van irme gebloide ind geflecht her-
naemails, tan allein unfen lieven heren Jeſus Chriftus, wair got ind »
Joh. minfche, den fi verftoiffen ind verworpen haven ſprechende: “wir enhaven
1 anders gheinen konink dan ven feifer.
[Bruftbild eines Fürften mit Krone und Scepter, wie Bl. 22b.]
Bl—. 276 Herodes Ascolonita wart konink gemacht ..... ind bleven ben winter in Idu⸗
— 2°, mea ind in Galilea. 30
[Fasciculus und Vincent. Specul. hist. VII, ec. 49. 51, der jedoch gärzlich
confus überſetzt wird.)
In dem 12. jair as Octavianus nu zo Rome was ind der conſule vil
hatte doin doeden ind intſetzen ind ouch ein deil ſich mit eme vereinicht
hadden, fo wurpen ſich up Brutus ind Caſſius ..... Oetavianus behielt Die lande 3
Pompeius durch Agrippa, dann (Lepidus des Brutus und Caſſius ſagt, bezieht El⸗
quoque magna viginti legionum inso- kehard an einer früheren Stelle (91) auf
lentia tumens) die Eroberung Meffina’® alle drei Triumvirn, von denen dann
durch Fepidus und deſſen Befiegung dur beim Ausbruch des macedonifchen Kriegs
DOctavian. Was die Chronik weiter von Lepidus in Italien bleibt.
Lepidus' Berfabren gegen die Anhänger
1499. | 973
hie diſſit meirs, als Italien, Gallien ꝛe., Antonius dat ander deil bes richs, als
Pontum und Orienten, und floich der jenatoir vil doit, wae he die vant.
[Rudim. und Eile 104.)
In dem 14. jair begonte Herodes zo regnieren als ein mechtich konink, als vurß
s is in dem 10. jair.
[®gl. Rudim., wo aber tredecimo anno ftebt.]
tem in dem 15. jair!, a8 Antonius nu ſus ein wile here was,
verproich in fin moit, dat he keiſer Octavianus zomweter ben Foninf van
Armenien overzoich. nu was konink Herodes, ver here over dat juetfche
ı fant, under fime gebiete: ven fante Antonius over den vurß konink, ind
alſo voirt Foninf Herodes den ftrit ind bewisde ſich herlich ind overwan
den konink ind ſchatzte eme overzelligen groiffen ſchatze af, ind ven bracht
be Antonius ind der behielt ven 30 fime nuge. item Antonius vurß ver-
jties fin wif, Octavia genoempt, des keiſers Octavianus fufter, ind nam
1» Cleopatra, die foninginne van Egipten ind van Alerandrien, 30 eme wine,
dae Julius vurß vurzig mit plach 30 boilen, ver ir ouch Alerandriam
hatte gegeven, wilche Cleopatra Antonius vil ftede ind lande gaf ind up-
droich. a8 Detapianus nu die mere quam, fo wie Antonius gevaren hette
mit dem coninge van Armenien ind fin fufter gelaiffen hedde ind Cleopa⸗
» tra, Die coninginne van Egipten ind Alerandrien, zo eme wive genomen,
jo woulde he dat wrechen ind in overzien, ind vergaterbe ein grois volf
ind fante vur eme ein furſten van Brundufio ind Calabrie 2: der zoich
mit macht fo verre, dat ji ſamen up dem mere zo ftride quamen, da vil
lude doit bleven, alfo verre dat Cleopatra mit 60 irre fchiffen? van An-
> tonius floe ind lies in mit fine voulk allein intgain den heren van Cala—
brien ftriven fo lange, dat Antonius ouch vluchtich wart mit fime fchif,
ind waende, Cleopatra volchve eme, des niet engefchach, alfo dat he van
leide fich jelves erftach ind in Eleopatra lantjchaft begraven wart. ind
verloir wail 180 fehif? dae vil ſtridbar lude in waren, bie alle doit ble-
den. Octavianus quam nae int lmıt. as he vernam, wie die jachen ge-
baren waren ind dat fich Antonius ſelfs erjtochen hatte, fo nam he bie
lantichaf vaft in.
1. hye gynſit.
1. Die ſeltſame Erzählung Item in sar a Brundusio Calabriae in Epyrum
dem 15. jair — jo nam be Die lantſchaf adversus Antonium.
vaft in’ zeigt viele Uebereinftimmungen 3. Ekkeh.: cum 60 veloeissimis na-
mit Effeharh 92, wo jedoch von Herodes vibus. Dagegen Eife 107, der Effehard
gar feine Rede ift: Antonius autem, qui häufig ausjchreibt : “mit vertich fcepen’.
Asiam et orientem tenebat, Artabaneım 4, Ekkeh.: classis autem Antonii
Armenise regem proditione et dolo ee- 170 navium fuit. Eike 106 überzinftim-
pit ete. mend: “Antonius vor do weder in mit
2. Ekkeh.: profectus est igitur cae- 180 fcepen’.
Städtechrenifen. XIII. 18
274 VI. Koelhoffſche Chronik.
Bl. 258 In differ ſlacht was Herodes niet, want Antonius hatte in gefant intgain den
—2, fonint van Armenien as vurß ..... und dat felve lant lieg Herodes zo des
feifer8 ere hernamails noemen Ceſarea.
[Rudim., wo aber Herodes contra regem Arabum geſchickt wird. Die Ehronit
macht dieſe Nenderung auf Grund des vorhergehenden Berichts iiber Theilnahme ;
des Herodes am armenijchen Feldzug.)
Hie i8 30 mirlen, dat bat juetfche lant gedeilt was ..... Lyfias of Lyſanias.
[Ganz ähnlich Florar. 72b nad) Petrus Comestor Hist. evang. ce. 22. Bgl.
Joseph. Antiqu. Jud. XVII, 8. 11.]
In dem 16. jeir ..... dat be van allen genoempt was ein vader der fiat I!
Rome. ‚
[Triumph Oetavian's, der Monat Sertilis wird Auguftus genannt, Einjekung
des Feftes Betri Kettenfeier (die dem Kaifer Theodoſius ftatt feiner Tochter Eu⸗
boria zugefchrieben wird). Rudim. Eile 107. Legenda aurea (Gräße c. 110) de
S. Petro ad vincula.]
In bem 19. jair zoich Octavianus darnae van Rome felve in Hispanien
ind in Gallien ind Calabrien ind betwank die under ſich ind moiften im tribute
geven.
(Vgl. Florar. Toa mit Citat Eusebius zum 19. Jahre Octavian's: Augastus
Calabriam et Gallos vectigales faecit.]
Hie wart Leoin gebonwet. - ji
(Bild einer Stadt mit Ringmauern u. Thilrmen, dem Fasc. temp, entnommen.
Florar, In dem 20. jair fo wart Minacius Plancus..... be dede boumen bie ftat
0°. Leoin up duitſch, Lugdunum zo latin.
BL. 298, | Wanne die eirwirdige jonfer Maria ind got; moder geboren is.
Sup- Im dem 2°. jair van Octavianus keiſerdom ..... minfchwerbunge ac., al
on ,bernae gejhreven is in dem Al. jair van Octavianus feiferbom.
In dem 37. jair fatden die van Pannonien, bat nu Ungarien genant is, ſich
wibber den keiſer ..... ind zoleft overmanne be die Duitfchen, dat fi dem Teifer moi-
ften underdenich fin. ind was dat lant, bat Julius vur nie zomailge:
winnen kunde. zu
(Kämpfe des Tiberius gegen die Deutjchen, Rudim. und Agrippina 13° nad)
Königsh. 335. Das Sätschen “ind verloren wail dri legion’ (anf die Varusſchlacht
bezüglich) aus Schebel 922.) |
Item Tiberius ſchickde finen brover, Drufus genoempt, van eme in
Barbarien, umb die lantfchaf ouch 30 zwingen, ind funderlinge wart be
gejant 30 dem volf dat woinaftich iS tufchen dem Rin ind der Elben, als
fin die Saffen ind anter ftarfe volfe: mit den hatte he manchen ſtrit int
bie breif he zorugge over die Elbe ind floige ir alzo vil doit!. zom feften
36. dar’ ſtatt dat’. .
1. Vgl. Ekkeh. 92: Drusus... Su- longe ultra Rhenum est, submovit. fer:
sipeces Theeteros et Chattos perdomnit ner Rudim.: in Germania multos sibi
et trans Albim fluvium, qui in barbarico subegit. Item Westfalos et Marcoman-
10
1499,
275
bleif he boit ind im wart vergeven ! 30 Mens, ind wart begraven buiffen
der ftat muiren ind ligget under ber groiffen fuil bi fent Jacobs berge, als men bat
clair vint in der hiftorien Aurei ind Juſtine up ſent Albaine berh 2.
(Aehnlich Ekkeh. 92. Der Schluffat aus Agrippina 13b.]
Hie wart gebouwen die fiat Ausburch.
burch'.)
In dem neeſten jair dairnae, do ſante Octavianus ber keiſer .....
volk ind min legion widder!'
gif mir min
[Barusfchlacht nach Rudim. u. Ekkeh. 93.]
Yan dem anfank ind orfpronk der burgondefdher herlideit.
30 ber felver zit Do was ein volf, die welche underſtunden 30 machen burge up
dem Rin, ind van ben burgen worden fi genoempt Burgondier, umb 30 widter-
jtreven ver roemfcher gewalt.
tairumb ſante Octavianus heruis in
15 Duitfchlant finen eivem of dochterman, genoempt Marcus Agrippa, mit
eim groiffen volf, die Burgonger zo undertruden und zo geheirfamheit
30 bringen des roemſchen richs, a8 ouch gefchtede durch ven vurß Marcum
Agrippam. ind alfo wart vrede in aller defer werlt.
[Eingang aus Faseiculus 464. Bgl. auch Suppi. 1054.)
1 [Bild: Cöoln mit dem im Bau begriffenen Dom und dem hiſtoriſchen Kranen. Br. 300.
Bon links nach rechts mitten durch das Bild fließend der Rhein mit Schiffen und
Mühlen. Diesſeits Deutz inmitten Wieſen und Kornfeldern.
20
6
25
35
Ueberfchrift :]
Agrippina of Coellen.
Wanne ind durch wen Agrippina die flat up dem Rin, nu Goellen genoempt,
begonnen is.
Ban dem anfanf ver ftat Agrippinen zo ſchriven vinden ich mancher-
(ei meinungen ind opinien. ind doch under allen den fin 4 bie vernoemp-
jten, a8 hernae geroirt wirt.
ind bat fal niemans vremde haven, dat
30 ſulche manichfeldicheit velt bi ſulchen Dingen ind ver gelichen.
ind daevan
ſchrift alzo mirklich Mitorus in dem beginne des 16. boichs gencempt
Etymologiarum, ind ſpricht alfus: “van den beginneren dev gebuweder ftebe vint
men zweijchellicheit
irronge'.
[Isid. Etymol. XV, 1 (Lindemann III, 460),
want die altheit ind lankheit der ziden hait gemacht die
vgl. Salust. Catil. 6. Die
“naelomelinge der Trojaner find Mißverſtändniß filr Aborigines.)
nos quiMarchina incolunt usque ad flu-
vium Albiam pene usque ad internecio-
nem delevit.
1. Vergiftung bes Druſus durch Ti⸗
berius erwähnt Suppl. chron. 103% als
Gerücht.
2. In der Leg. s. Aurei (A. S. Boll.
16. Jun. III, 49 ff.) ſteht davon nichts.
Das gleiche gilt von einigen fpäter fol
genden, aus der Agripp. entlehnten Ci-
taten. Die ‘große Säule’ ift offenbar ber
Mainzer Eideiftein.
18*
Dal.
€
edel
\ [Bild der im Bau begriffenen Stadt mit der Weberfchrift: ‘Die flat Augs- BL in,
BI. 30b.
BI. 31e,
Val. ob.
und
928,
)76 VI. Koelhoffſche Chronik.
Zom anderen mail is zo mirken, dat deſe lande niet alſus beveſtiget
ind verwart waren mit muiren umb die ſtede noch mit burgen, as nu zer⸗
zit, ſich zo verwaren ind zo verhueden vur dem overval uiswendiges volle.
ouch was niet die groiſſe weildicheit ind koeſtlicheit van timmerungen ind
buwungen van huſeren ind anderen wonungen. bit vurß ervint ſich alſo:
in ſteden dae men noch alt getimmer ſicht, beide in huiſeren ind in kirchen
ec. und behulpen ſich die ſelve unſe vurfaren mit eime ſlechten hinkomen.
und wanne in einiger platze of einiger lantſchaft dat volk zo ſere verma⸗
nichfeldiget wart, dat fi niet moichten ir naronge ind noittorft genoch—
ſamlich haven uis irem lande, jo braechen fi up int overvielen ir nae- 1
buren ind verbreven bie uis irem lande ind namen fi ir lant in ind be
faiffen dat, want dat volf 30 der jelver zit was noch grof, ungeſchickt ind
ungeoeft mit dem rutterjpiel ind wuften niet widder zo ftain den genen
bie fi overvielen. ind dairumb, umb der ungewarnder fachen wille, ſo
wurden fi lichtlich overwonnen, ind a8 dan ein lant gewonnen was, je ı;
worden fi gefterfet durch ven biftant der gener die overwonnen waren.
alfo gewunnen fi lande ind lude alzo lichtelich, als dat offenbair wairaf—⸗
tich wirt gevonden werben in vorvolgunge der geſchichten, ein ieflich zo
finre zit, wanne ind van wem fulche dinge gefchiet fin, als ſunderlinge die
Gothen, die Hunen, die Lombarden overzogen Italien ind andere laute, »
die Ungere overvielen bie Duitfchen, die Saffen namen in Engelant ꝛc.,
welcher overval wer Lichtlich gefeirt worden, hedde men dae gehat tete
ind floe8 als nu zerzit fin. fo nu die Romer in Duitfchlant quamen int
dat jo umbebumwet vonden, bo begonden vie heuftlude tie van bes keiſers
wegen vurß dair gejent waren umb bie lande under || dat roemfche rich 3
30 bringen ind under ir gebiebe ind gehoirfamheit ind umb ben jairlichen
zins upzoheven, machen ind anheven ſtede ind floffe, ind dat umb mannt-
gerhanve reden wegen: entwer want bo ein groiffe ſlacht gejchiet was, ind
bat 30 einre ewiger gedechtnis ind 30 des feifers eve, ind alſo wart Auge
burg in Swaven gemacht van Ziberius dem feifer Auguftus zo even, ®
want da alzo grois ftrit gejchae van den Duitjchen ind van ven Romeren
as vurß in dem 38. jair Octaviani. ouch hierumb zo dem anderen be:
Schedel
gonden ſi ſulche veſtigung zo machen, dat ſi dairuis die lande bezwungen
ind under ſich hielden und bat fi in niet widder afvielen. und ouch zom
erden mail, dat fi niet overvallen wurden van anderen landen ind fteden. 3
Schebel inb dairumb dede Marcus Agrippa die flat Agrippinen machen, bat die Roemer mod
“ ten der richer ind mechtiger flat Trier wederſtant doin ind fich beſchudden vur upro-
rungen bie overmit die Walen inftain mochte. ind im fulcher anmirkung wur:
ben ouch gebuwen Regensburg, Meb, Leon ꝛc. mer die inwoner ver lande
N
1499. 277.
endorſten des niet beftain, dat fi einige ftat of burch begonten 30 machen,
want fi weren verbacht geweft, dat fi fich woulden fegen intghein dat
roemſche rich: want jo lange als die lande under eime, vremben heren
waren, ber fi mit gewalt under fich bracht hadde, fo endorſten fi der Dinge
5 gbein beftain ſunder heiſch ind bevel. und dat hait geftanden fo lange bis
dat roemſche rich quam zo den Duitichen, und alfo under den duitſchen
keiſeren hait fich Duitfchlant alzo fere gebefjert ind gefterft.
Uis diſſen vurß reden ervolgt fich clairlich, dat gein ficherheit wis
bewerten Hiftorien 18 van einiger ftat in vuitfchen landen vur Julius ind
iv Octavianus ziden, dan allein van ter ftat Zrier, al fehrift ver hiftorien-
Ihriver der trierfcher croniden anders van 5 ſteden, als hernae luden
wirt, dat welche, of dat fi of niet, angemirft vie vurß ind naebolgente
veden, bevel ich dem orbel des leſers. want as Eneas Silvius, der car-
dinail ind naemails pais Pius II genoempt, fchrift in tem boich van dem
5 urfprunf der Behemer, fo is alle altheit of gefchichten van der altheit
vermenget mit fabelen 1. item bald dairnae |pricht he, dat he ghein gelouven
ſtelt am etlich wort Karolus des IV, ludende 30 fing koninkrichs van Behem pris ind
ruime, Die welche wort gejchreven fint in den bullen of brieven der priwilegien des ko⸗
nintrich8 van Behem, ind werden doch dae gefchreven ale wur wair. want, a®
WEneas vurß Sprit ouch daeſelfs, fo fin die konink ind furften, des-
gelichen ftede, alzo Lichtlich geleuvende ind ghein dink, bat zo irem lof ind zo ire
eirlicheit Tuben i8, halden fi vur unwair. besgelichen duet ouch die Hiftorien
van dem Saffenlant? ind jchrift vil ſtede die Julius have laiffen buwen
in Saffen. dat lais ich ouch ftain in finve wairbeit. men nach bairup
» unberfoichen die alden Hiftorienfchriver. hievan vindeſtu mere gefchreven
hernae.
van der eirfen opinien van dem anfank der billiger flat Collen.
In der trierjcher croniden 3 is alſus gefchreven van dem anhever
ber ftat Trier ind dairnae van der ftat Collen zc.: do got Die werlt lied un:
30 dergain van iren ſunden ind undoigben wegen... .. Semiramis, bie was van Ja⸗
phet Noes fon geſlecht. welche vurß geboirde in bejer figure naegefchreven
lichtlicher moegen gemirkt und behalden werben.
1. Diefe auch unten Bl. 35b wieder:
holten Worte find bei Aen. Sylv. nicht
aufufinden.
2. In Eroneden der Safien (Leib-
niz, Script. Brunswic. IH, 279) werben
fieben Städte (Marsberg, Magdeburg,
Salzwedel ꝛc.) aufgezählt, die Cäſar “in
de ere der ſeven planeten? gebaut und be-
nannt habe.
3. Trotz dieſes Eitates ift der folgende
Abſchnitt einfach aus der Agrippina 8b
abgeichrieben, die ihn ihrerjeits wörtlich
aus Königsh. 697 (Über Quelle des letz⸗
teren vgl. ebend. N. 1) entlehnt. Die
weit kürzere Erzählung ber Gesta Trev.
(Mon. Germ. SS. VII, 130) enthält nur
Anklänge.
Bol.
Gesta
Trev.
133.
Aen.
ylv.
de
Bohem.
orig.c.6.
Bl. 318
—31b,
278 VI. Koelhoffſche Chronil.
[Reiterbild des Trebeta mit einem Banner in der Rechten. Darunter Stamm:
tafel von Noah bis auf Trebeta’s Sohn Hero, beide nad) Agrippina Hſ. B Bl. 2b.]
BI. 328, | Dairnae ftarf konink Ninus ind deje foninginne Semiramis regierde ......
dat fi in [Xrebeta] gerne hadden 30 eim beren.
[Aus Agrippina 8b, Die wieder Königshofen 698 ausfchreibt.] 5
Bl. 3 Wanne, wae ind van wem duitſch fpraih is eirſt bracht worden in Daitfhlant.
Ind want fi zofamen waren fomen van verren landen .... . Darnae quam
ouch 30 im vil ander volk ..... Ind aljo jo is Trier bie eirfte flat in Europa .....
3 dufent 7 hundert jair na dem dat die werlt geflanden hatte.
[Aus Agripp. 9 und 4a. Duelle derfelben ift überwiegend wieder Königeh. 11
700, nur für den Abſchnitt ‘dat was zo der zit Do Moifes dat volf' bis zum Schluß
find Die Gesta Trev. 133 benutzt.)
Bl. 33. Bild: Bilbfäule des Jupiter in mittelalterlicher Rüftung ; zu beiden Seiten
Iniend Männer und Weiber, welche Tribut darreichen. Drunter die Wappen von
Bajel, Straßburg, Worms, Mainz und Cöln. Ueberſchrift:] 15
iovi vindici Treberorum ex censu quinque urbium Rheni per tria decennia
denegato.
[Unterjchrift:]
Defe vunf ſtede brachten dem afgode Jupiter 30 Trier den verfeffen tribute van
30 jairen mit groiffer gehorfambeit als vurß. a
in und Inichriiten aus Agrippina HJ. B Bl. 4b. Bgl. dazu Gesta
Trev. 13
Bl. 336 || Wanne ind van wen die flat Agrippina nu Eoclien genant iren anfank have.
— 318.
Uis diffen vurß worten wil der cronickenſchriver der ftat van Zrier,
dat Eoellen mit den auderen 51 fteven lange zit fi geweit vur got geburt »
..... ind bie felve ftede, die diſſe vurß cronicken fegen, fint hernamaile
van anderen begonnen ind gemacht worben.
[Breite Polemik gegen die Annahme, die flinf genannten Rheinftänte hätten
ſchon Yange vor Ehrifti Geburt beftanden. Aus Supplem. 1758 entnommen find
bie beiden Säge: ‘dat die van Duitichlant niet funberlinge grois geacht fin gewvell’ 3)
und “ind bievan kompt ..... . des roemjchen richs’. Der Abſchnitt “doch fin ein beil
bie fagen ..... van den die dat anfaegen' ift aus Supplem. 175% und 116° zu:
fammengejeßt. Vgl. dazu Tacit. Annal. XIII, 54.]
tem van gelichem werde wirt upgenomen dat ghene dat gejchreven
i8 in der croniken van Brabant, die ſchrift dat Julius der feifer begonnen ®
ind gemacht have egliche fteve in Neberlant, als funderlinge Gent in
Flanderen, ind have die genvempt Gandavum nae fime zonamen, want
be hieſch Gajus 2.
1. Sp ftebt wirklich flatt vier. chron. Belg. bei Pistorius-Struve, Script.
2. Welche brabantifche Chronik ge rer. Germ. IH, 51), erwähnt wirb fit
meint ift, weiß ich nicht zu fagen. Die auch in Petrarcae Epp. de rebus famil.
Sage findet ſich ſchon im Chron. S. Ba- 1, 3 (ed. Fracassetti, Florent. 1859, ],
vonis (de Smet, Corp. chron. Flandriae 41).
I, 455), im Florar. temp. 130b (Magn.
1199. 2379
Ein wederlegung der meinunge der gheure die auhangen der opinien der
trierſcher croniken.
ı Nu fint egliche die fin naevolger der triericher croniden ind hal⸗
ven, dat Eoellen ji lange zit ind vur vil hundert jaeren geweft vur ber
s geburt Erifti, ind fagen alſo ..... alle altheit iS vol ind vermengt mit
fabulen.
(Fortſetzung der Polemik. Die dem Werner Rolewint in den Mund gelegten
Worte finden fich nicht in deſſen Fasciculus, wo nur ganz kurz die Gründung
Cölns durch Marcus Agrippa erwähnt wird. Der große aus Aeneas Sylvius ci:
0 tierte Abfchnitt fteht in defjen Schrift de Bohemorum origine c. 2.)
Yan der ander opinien of meinunge van dem anfank der flat Agrippinen
nu Goellen.
Sicarbus ein hiftorienfchriver ind ein bufchof van der flat Eremonen,
gelegen in Lombardien ynd is under dem artzbuſchdom von Meilan, fucht
15 ind nimpt dat deginne vieler fteve van dem bat die van Trojen veritoert
worden, dat was vur Criftus gebort anno 11781, und wil bat die ftat
Agrippina nu Eoellen genvempt, gelegen bin dem Rine? in dem nipberen beil van
Germanien, fi die ftat dae dat volk Ubii genoempt vur ziden gewonet haint .....
ind nae ſinre huisfrauwen, die Agrippina genoempt was ind geboren van dem volf
20 UÜbii, ft die ſtat Agrippina genoempt.
Up diſſe meinunge is ein widderrede ..... dat doch in gheines hi⸗
ſtorienſchriver boich geroirt wirt.
[Widerlegung der Anſicht, Cöoln ſei bereits von tem Trojaner Colonus ge-
gründet, unter Verweiſung auf bie vorhergehenden Ausführungen.)
25 Yan der dritten opinien, wanne ind van wem Coellen fi angehaven.
Eneas Silvius van der Senen 3, ein cardinail vurß, fchrift in eim
boich, dat be gefchreven huit zo feier Frebericus dem derden van den ge-
ihichten ind gelegenbeit des derden deils der werlt dat Europa genvempt
184, ind fpricht alfo: ‘dat i8 ouch niet wair dat etliche jagen, dat Agrippina have
30 den namen Coellen overlomen varı der zit, dat die Franzofen haven bo gewoint.
warnt vur ber zit bat die Franzofen quamen in Germanien, fo is fi Colonia der Ro-
mer genant gewefl ind gemacht van dem keifer Claudius, ind nae finve huisfrauwen,
Die Agrippina biefch, is die ftat vurß Agrippina genoempt worden.
32. ſynre ſynre huysffrauwen.
1. Suppl. 326 bat 1166, vgl. oben find auch unter dem Titel In Furopam
l. 156. und De statu Europae herausgegeben.
2. Suppl. 74%: ad citeriores Rheni Die bezligliche Stelle findet ſich c. 31 bei
ripas. Freher-Struve, Script. rer. Germ. 11,
3. Siena. 128.
4. Die Commentarien des Aeneas
Bl. 31»
—35b,
Sup-
plem.
74a,
BI. 35b
-364.
Dal.
200 VI. Koelhoffſche Chrouik
..... as mit einem
Diſſe opinie is wail up zo nemen als ich meine
eigenen properlichen namen.
"Annahme diefer dritten Anfiht. Zu den Worten Seneca ber jchrift zo Lu⸗
cillus. Dat bi finen ziden die ftat Agrippina up dem Rine ind Lugdune of Leon in
Gallien fin van dem blir of van dem ungewidder of van dem hemelfchen vuir ver- ;
zeirt geweft’ vgl. Supplem. 742:-Quod (der Tempel zu Lyon) una cum tota re-
gione, sicut Seneca ad Lucillum refert (gemeint iſt Sen. ep. 91), fatali igne eo
tempore quo et Agrippina, videlicet tempore Senece, exustum est. Ganz richtig
bemerft [yon Gelenius, De magnitud. Coloniae 103: Senecae quidem verba meo
iudieio de Colonia loguuntur Lugdunensi, und weift zur Erllärung bes Mißyver⸗ 10
ſtändniſſes hin auf Die Erzählumg in Tacit. Annal. XIII, 57, unterirbifches Feuer
babe das libierland verheert und Cöln ſelbſt bedroht.
Yan der veirder ind aller bewertkier opinien, waune ind van wem die fat Coellen
aller eirk angchanen ind np gebonwet fi.
Hie is zo wiffen !, dat der evele fridliche Fromme keiſer Octavianus, 1
15 ſo hoich van gode gewirdiget, dat in ſinre zit got ſoulde minſch werden,
"sel sun. hadde ein einige? dochter. die gaf he dem fegehaftigen ſtritberen manne
Marcus Agrippua, ber ein fenatoir ind ouch ein conful ofrein raitzman zo
31. 306. Romen was. ind || Eurglichen dairnae, bi 14, 15 of 16 jaeren wur ber
Gesta
Trev.
143.
ibid.
gebort Criſti, do unfe lieve vrauwe geboren wart, bo beval der Feifer dem 0
frommen ind ftoulgen furften fime eivem Marcus Agrippa als vurß, vie
Burgundier dem roemjchen riche underdenich 30 machen. ind aljo geſchach
it. in’ ber wurgeroirten zit hoif der herzoch ind furft her Marz Agrippa
die billige ftat Coellen an zo machen,
Ein deil anter fehriven dat beginne der ftat Coellen alſus: als Octa- 2
vianus keifer worden was nae Julius boit, wurden die Galli, dat fin bie Walen,
wibderfpennich den Romeren ind vielen vam roemjchen rich. zer ftont fant ver Keiler
Octavianus uis fin ftieffone as mit namen Tiberius Drujus ind Nero3, ind ber
icklichen mit eim groiffen voll up die Walen die afgevallen waren dem roemfchen rich.
Druſus bielt en groiffe jlachte up dem Rin bi Bingen intghein die Malen, ind he 30
wart in dem ftrit erflagen ind wart zo Mentz begraven, Dae noch hude des ba:
ges fteit ein feinen columne«“.
ZTiberins ind Nero mit irme volk hadden ouch ein groiffen blodigen ftrit
up bie Walen, als waren die van Trier mit irre lantfchaf. doc zom
1. Die entiprechende Stelle der Agrip-
pina lautet: ‘ber edel fribliche ſrome feijer
Octavianus, in ber (!) zit Kriftus geboren
wolde werben, was here der wirdigen ftat
Sollen ind fante zu Kollen einen wirbigen
beuftman der ftat varı finen wegen, fine
dochter man finen eidem genant Marcus
Agrippa, ein fromer ſtoltzer furfte, der
Sollen innam 15 jair vur goß geburt ind
Collen reigeirde do Iheſus gotz fon unfer
liever here van Marien geboren mart.
ind do hei zu Collen quam, was umb die
zit, ad Maria bie moeder got geboren
wart‘.
2. Julia, zuerft Gemahlin des Agrip:
pa, dann des Tiberiusd. Dagegen jagt
eine Ranbbemerfung der Agrippina 12b
irrig: Oetavianus hatte zwa dochter, bie
eine Treich Marcus Agrippa, Die ander
treich Tiberius’. Schedel 906 ſpricht von
einer einzigen Tochter.
3. Gesta Trev.: Claudium Tiberium
Neronem et Drusum privignos suos.
4. Bgl. oben ©. 275.
1499. 281
leſten noch vil bloitftorkunge behielt Tiberius den flrit over die van Triere ind floich
al dat trierfche volk boit. dat fchrift Aufonius poeta: Equavit Latias infelix Gallia
Cannas Inflecteque iacent inopes super arma caterve!.
Nero ind Tiberius a8 fi die groiffe victorie behalden hadden over
» die Walen, ſatzden fi heuftlude of capitanier in den landen van ber Roe—
mer wegen, ind fi quamen widderumb gen Rome ind wurden fere eirlich
dae intfangen van dem keiſer Octavianus, van dem fenait ind van allen
Romeren.
Ag Nero ind Tiberius widderumb fomen waren gen Rome, jo haven
io Sicambri, a8 Strabo ſchrift?, overvallen mit brant ind vouf bat volf
Ubii genoempt, bis gen Agrippinen zo ind vortan. Ubii dat was bat
volf, al8 ein deil jagen, bat die lande bewoinde dae nu Eoellen gebouwet
i8, ind bie dair umbtrint liggen. Sicambri i8 dat wolf dat inwonet die
lantfchaf tufchen ver Maſe, dem Kin ind ver fe, ind hoeren 30 dem Rin,
1; welche lantſchaf men nu noempt Gelrelant3. als nu die Sicambri vurß
begonnen dat volf Ubii gencempt alfus overvallen mit vouf ind verwuften
irre ecker ind zerbraechen irre huſer ind deden vil voitflege, fo haven die
Ubii zer ftont zwen wailfprechender man gein Rome gefant zo dem Teifer
Octavianus: der ein hieſch Policarpus ind der ander Drufilus. ind der
»» fant riſch heruis ein fere ftritber man, ind ver hiefch Marcus ind fin
zoname was Agrippa, dat is einre der mit den voiſſen pur geboren wirt,
ind guf eme zo 3 legioin up dat he den Ubit 30 Hulpe queme. uis dem
nemme ich, bat bat wolf Ubii genoempt fich under die roemjche gewalt
degeven hadde ind woulte ouch bi dem roemſchen rich bliven.
5 Als nu Marcus Agrippa heruis fomen was in die lantjchaf Dat
die Ubit in hadden, fo dede he a8 ein cloif wife guedich man, ind bloit-
ftorgunge wae be moichte vurquam, ind fante vurhin zwene Foejtlicher
ind wailfprechenter man 30 ven Sicambri: der ein hiejch Cornelius, der
ander Valerius. ind want Sicambri van angeborner wretheit woulden
wfich niet geven wit vreden ind ſanftmodicheit, dairumb witderjacht in
3. 1 fecteque. 18. man geiant Rome gefant.
Nachricht: (WVöBıo) oüs periyayev
"Aypinnas Exövras eis Tiv Evros Tod
“Privov. Bgl. Watterich, Die Germanen
des Rheins (Leipzig 1672) ©. 92 und
Bd. 1, Allg. Einl. 1.
1. Infletaeque iacent inopes super
arya catervae. Auson. Mosella 4. Eine
Hſ. der Gesta Trev. hat ebenfalls in-
flecteque.
2. Eine Quelle der folgenden Erzäh⸗
lung war nicht aufzufinden. Hiſtoriſch
iſt, daß Agrippa 37 oder 38 v. Chr. die
damals auf dem rechten Rheinufer an:
geſeſſenen Ubier auf das linte überführte.
Im Mittelpunct bes neuen Gebietes ent-
fand Cölu. Strabo hat nur bie kurze
3. Auch Die Cronica comitum de Cli-
vis (Seiberß, Quellen der weſtf. Geſch.
11, 136) fagt in anderem Zuſammen—⸗
bang: ope Sicambrorum, nunc Gelrien-
sium.
Bl. 378,
282 VI. Koelhoffſche Ehronit.
Marcus Agrippa ind fant in ein wiantsbrief alfus ludende: “wir beclagen
und des, bat ir ſteds quader ind wreder wert, want ir ghein dink achter-
laiffet paemit iv uns moecht zoweder fin ind zornich machen. dairumb
werben wir gebrungen, bie unfere, die van uch gefchevicht fin, zo wrechen
ind uch fehin 30 boin, wie mit eime fwaren ind grimmigen gemoebe wir s
haven verbragen ind geleven ure langeburenve moitwillicheit intghein ung.
ind fo irft wir moegen, fo willen wir up uch bringen ein wailgeruften
gezuich van reiffigen volf, van fo mannich dufent dat wir uch 30 beſtriden
wail mechtich fin mogen. ind willen mit allem ernft bairup uis fin, bat
wir uch wis machen, || wie quaelich dat ir gevoelt heft, dat iv unfer prunt- u
ſchaf niet fo grois und fo nut geacht het, a8 die 30 achten was’. fo bald
a8 der brief gefant was, zer ftont hadde ver herzoch Marcus Agrippa
bereit fin volk ind overviel fi ind gewan vifch den ftrit. ein deil wurden
erflagen, die ander die vlien moichten die vluwen, mer der was wenid).
bie anderen wurben gefangen. bat volk Ubii genoempt wurden mit groiſſen ı;
freuden vroelich van der herlicher nederlage. ind van ftunt an, up bat
bat volk Ubit vurß mer ficher wer van dem overval ver viande, bie vur
van ein woinben up bie borpfche wife, fo dede herzoch Marcus Agrippa
ji vergaberen und wolbe, dat fi bi ein woinden up burgers wife, ind bete
ein ſtat machen van einre ftarfen muiren ind dat volf bat vur zerſtreuwet »
gewoint habde, bi ein woinen in einre rinfmuiren. ind als die ftat ge
buwet was, fo wart fi genoempt Agrippina nae dem naemen bes ghenen
ber fi begonnen und volmacht hadde. ind die inwoner bie vurmails Ubi
genvempt waren, biejchen dairnae Agrippinenjes, und deden bie felve
itat bezimmeren nae der voemjcher wife mit gebuwe van buferen, van tor: %
nen, van pallaigen, a8 Binnen Rome waren. vesgelichen betirmde he
“etliche plaige pur die gemeinde, a8 dae men moichte Teufen ind verfeufen.
item ein plaitz dae men fich oefde in ruterfpiel 2c. besgelichen mit jeden
ind manieren, ber noch zerzit van buwunge ind cleidunge vil zo Coellen
i8 08 30 Rome!. ind bie ftat wart 30 der zit ind lange dairnae me dan 3
300 jair Agrippina nae eme genant, as wir vinden in den alden croniden
ind ouch nae in diſſem boich geroirt wirt.
Diffe opinien ind meinunge van ter anhevunge der billiger jtat
Eoellen halten gemeinlich alle biftorienfchriver van ven eltften inb van
den junxſten. zom eirjten, bat Agrippina niet fi geweft gebuwet as ein »
jtat vur der zit Octavianus. bat i8 zo mirken hie uis, want wie wurß
Ptolomeus der groiſſe aſtronomus, Julius der eirite feifer van Rome der
1. Vgl. Schedel 90b und Suppl. 742: ritus Romanorum instar fuere et adhuc
in qua (Colonia) capitolium et edifleia et nonnulla extant,
1499,
283
Sallien mit anderen lanten durch zoich, ind Strabo ver werltbefchriver,
Herodotus, Bomponins Mela ind Apianus Alerandrinus, Plinius, bie
ale wliffich befchreven haven den Rin van fime oirſprunk bis in die fe
ind da bi dat voulk dat am Rin up beiden fiten liggen is ind die geichichte
s bie fich vae bi begeven haven und van ven ſteden dae bi gelegen, bie ge-
denken niet der ftat Coellen noch Agrippinen, bat doch ſonder ziwivel fi
viet underwegen gelaiffen hetten nae alre hiftorienfchriver maniere, were
die ftat up Die zit dae geftanden. und bat is hie bi wail zo mirken, want
andere hiftorienjchrivere die umbtrint 100 jair ind noch minder nae in
ww fomen fin ind nae Octavianus ziden ind haven die gemacht vonden, bie
ſchriven dae van, ind fonderlinge Seneca der gelevet hait bi der keiſer zit
Claudius ind Neronis umbtrint 50 jair nae gotz geburt, ber fchrift, dat
bi finen ziden die zwae ſtede Lugdune of Leon in Gallien mit der lantichaf
dae bi gelegen ind Agrippina up dem Rin fin verbrant ind verzeirt van
ss dem blix!. item nae dem is komen Cornelius Tacitus der ein heuftman
18 geweſt der Romer in duitjchen landen ind ein funderlinger biftorien-
Ichriver des lands Germanien und hait gelevet umbtrint 100 jaig nae
Octavianus. der jchrift vil ſtede up tem Nine die he vonden hait ge-
macht, vie bi Julius des keiſers ziden noch niet waren, van ven der jelve
20 Julius ouch niet ſchrift. want a8 die Romer Duitjchlant under fich bracht
hadden, als 30 Octavianus ziden, fo woulden fi dat behalven und ouch
beriwaren van overval vremdes volks: jo fterfven fi dat lant mit ſteden
und floffen, ind doch jonberlinge up dem Nine. ind der vurß Cornelius
Tacitus? fohrift, dat Marcus Agrippa Coellen begonnen ind gemacht
2: have ꝛc. besgelichen halden die vierden meinung Drofius ber dat fchrift
30 fent Auguftin?, Vincencius in Speculo historiali *, Cosmidromius;,
Wernerus der Carthuſer in Fasciculo temporum®, Florarius tem-
hd ° ° } . . . . 4 ri *
porum“, Rudimentum noviciorum s. item in eim alden omelienboich up * I,
1. Vgl. oben ©. 280.
2. Tac. Ann. XII, 27 jagt nur: ac
forte acciderat ut eam gentem (Ubiorum)
Rheno transgressam avus, (Agrippinae)
Agrippa in fidem acciperet.
3. Es ſcheint die Dedication der Hi-
storiae an den h. Auguſtinus gemeint zu
jein, wo aber nicht8 zu finden ift.
Vince. Spec. hist. XXVI, 12;
Guillermus. Colonia prius dicta est
Agrippina ab Agrippa genero Augusti,
postea a Traiano, qui ibi imperio alle-
ctus colonias civium Romanorum eo de-
duxit, Colonia. Unter Guillermus, ben
Bincenz fehr häufig citiert, ift Guilelmus
Malmesberiensis zu verftehen (vgl. unten
Bl. 155b). |
5. Cosmodr. V, c. 21: Hic forte est
Agrippa, qui Agrippinam Coloniam circa
Rhenum condidit, quae postea antono-
mastice usque nunc simpliciter Colonia
- nominatur.
6. Vgl. oben ©. 279.
7. Flor. temp. 708 fehreibt einfach
dem Cosmodromium nad).
8. Im Rud. nov. habe ich feine auf
die Gründung Cölns bezügliche Stelle
finden können.
281 VI. Koelhoffſche Chronik.
ſent Albains berch zo Mentze, dae in geſchreven is die legende der hilliger merteler
Aurei ind Juſtine!: der ſelver legendeſchriver is ouch van ber opinien ind vil ander
hiſtorienſchriver fin van der meinung, ind ich hange ouch an der meinun⸗
ar sm. gen. item dat is die gemein fa=!' ge aller Coelner, tat Agrippa vurß fi
geweſt ber eirft anhever ber ftebe Coelne, als dat uiswiſet ver fpruch ges 5
ichreven mit gulven boichftaven an der ftat dantzhuis Gorgenich genoempt,
ind lut aljus 2:
Der berliche Marcus Agrippa ein heidenſch man
Vur goß geburt Agrippinam nu Coelne began.
Wat ſpraeche int eirſte Coellen gehat ind gebrudt have. jo
Hie is ouch zo wiſſen, dat wail zo geleuven ſteit, dat zo Agrippinen
mit dem eirſten ſi geweſt italianſch of roemſche ſpraech, ind dat bi diſſer
reden: want bie Romer waren dairumb wis int nerſtich dairinne, wae
ſi lande under ſich brachten, dat ſi wolden ind geboden, dat men ir afgode
dae upneme ind eirde und ir fpraeche leirde ind oefde ind dairzo bie ıs
dage van der wechen mit namen und der ordenung nae irre wis hielde.
Dat. ſo nu Agrippina van eirſt angehaven was van den Romeren und bewoint
vide. van Romeren ind bairnae beſatzt mit Romeren bi des keiſers Trajanus
gel, ziden, a8 waren bie 15 gellecht die van den ebelften ind vernoempſten
- 7 Romeren waren, a8 dan gejchreven wirt bi Trajanus feiferrich, ſo is it 9
offenbair, dat fi in ir eigen ftat ahein ander fremte ind unebeler ſpraeche
haven ingejagt tan ir ſelfs fpraeche, und dat hait geftanden 300 jair.
mer dairnae do Coellen under die gewwalt ter Franzoiſen is fomen, jo 18
bo geweſt franzoiiche ſpraech, und want bie zwae ſpraechen fere over ein
fomen, fo i8 die veranderung der ſpraichen Lichtlich zogangen. aver zom »
(eften, do dat roemjche rich verwandelde fich an bie Duitſchen ind fonver:
linge an bie Suffen, die verjageden bie Franzofen und hadden Eoellen
(ange inne: do quam Coellen an die buitjche |praeche mit den Saſſen,
ind ander vil lande ind ſtede, ind fonberlinge bie ginfit Rins vie an ven
Franzoſen waren, bie fi van ven Franzoſen an dat roemfche rich bracht %
haven, als Eoellen, Dieng, Worms, Straisburdh, Bafel, Meg und ouch
Triers. und van ber fpricht Jacobus Bergomenfis in Supplemento
1. Bgl. oben S. 275 N. 2.
2. Die jetzt verſchwundene Inſchrift
theilt auch Gelenius, De adm. magn. Col.
402 mit, wo aber die Worte 'vur go
geburt’ fehlen. Eine Statue des Agrippa
fowie des Marfilius (vgl. BI. 49b) fteht
noch heute am Kaufhaus Gürzenich, die
auf beide bezüglichen Berfe find an einem
der nördlichen Domfenfter aus dem 16.
Sahrhundert angebracht.
3. Auch Die Agrippina unterſcheidet
ſowohl in der Sapitelüberficht als in ber
ausführlichen Erzählung römiſche, fran-
zöſiſche und fächfliche Herrſchaft über @öln,
1499. 285
Cronicarum 1: ‘die flat Trier umb gemeinfchaf ind degeliche hantierung mit den Suppl.
loufluden bie dair lomen, und want. it nae ligget bi ben Duitſchen, fo gebruchen fi zn
ouch die felve fpraich”. dairuis zo verftain is, Dat fi ouch gehat hait vie
franzoifche |praeche, ind zovorens die welſche ſpraech a8 die van Gallien.
> anders ſpricht die hiftorie van Trier, wie vurß fol. 32, mer bat blift
in finre wairheit.
Uis den vurß fchriften wint men clairlich. den urfprunf der wirbiger
billiger tat Eoellen, van wat vrommen fegehaftigen ftritgeluflichen rait-
man ind eidem des hoichiten heren ind keiſers der werlt Coellen begunt
ı wart, in wat hoger doegent und eirwirticheit der edele furft ind herzoch
Marcus Agrippa is gejchett ind geacht wurden van dem Feifer ind fime
raede, dat he wirtich gehalten wart ein uisbunt 30 fin vur fo manchen
heren, ind dat he alleine in alle der werlt genoich wirdich was fulchs
bogen feifer& toechter zo haven. o Coellen, wat koſtlicher heren haiſtu gehat! Agrip—
13 were edeler hielte of furſte up erden geweſt, jo hette Octavianus im fin doechter gegeven. pina i20.
ſo nu alle die werlde under im ſtonde, ſo is zo mirken dat he dem edelſten up erden
ſinre doechter gegeven have, dem hogen furſten und heren heren Marr Agrippa.
man mach ouch mirken die zit dairin Collen angehaven wart: in der zit
do vrede wart in alle der werlt, dairumb Collen billich ſin ſal ein ſtat
20 der eindracht und vredens. ouch mach Collen ſich freuwen der wirdicheit:
do unſe lieve frauwe geboren wart, in der zit wart Coellen angehaven,
zo eime zeichen dat die reine maget Maria ein moder 308 unje patroina
i8 bejonter, me dan anderre ftebe.
Zom anderen i8 zo mirfen, bat ghein lof ind wirdicheit iS gelegen
3 dairinne dat iemang fin herkumpſt wil nemen van den heidenfchen min-
chen die die afgode angebeten haven. und dairumb fal die hillige ftat
Coellen dat vur ein funverlinge wirbicheit ir zofchriven, dat fi daevan
i8 enthalten geweft und niet lange gelegen in fulcher ftinfenver || bevle- wı. san.
ckung der afgoberie, ſonder balde nae irem anfank befeirt geweſt z0 dem
so billigen criften gelouven, van deme Die reichte wairhaftige edelheit 30
halen i8. is dat nu niet genuechlicher, eirlicher ind lovelicher zo jchriven
ind 30 lefen, dat men bat beginne ver billiger ftat Coellen nemme bi ver zit
dae ter fterne ber werlt, dat i8 Maria die gloriofe und felige moder
goß, is up gegangen, ind dat uis vil bewerten und vernoempten hiftorien-
23. andere' ſtatt anderre'.
vertritt aber auch die von ber Koelh. Chr. ob mercatorum eo adventantium fre-
befämpfte Anficht, Coln habe zuerft unter quentiam et familiaritatem admodum
Trier geflanden. eulti et humani referuntur, qui ob Ger-
1. Huius enim urbis (Xrier) cives maniae vieinitatem Germanica utuntur
nunc et moribns et ornatu legibusque lingua. Suppl.
286 VI. Koelhoffiche Chronik
fchriveren as vurß, bat doch ouch mit ver wairbeit gelichforntiger luden
is, dan nis fabulofen unficheren und ungewiffen ſchriften, die im gronbe
ter wairheit up ghein certein fchrift gebuwet fin, 30 nemmen tren oirſprunk
ind ir beginne, bat welche of tat gelich fich in ver wairheit erfunte, were
nae minen finne mere 30 verhelen, 30 bedecken ind 30 fiwigen dan daevan:;
30 glorieren und fich daemit zo eirwirtigen, want ver ftait ter felver
vurfaren ftraeflich fefterlich ſchentlich une verdoemlich geweit is ıc.
min finne bie fin alfo geftalt: hette ich 30 foichen int 30 verzellen min
berfompft van minem gejlecht, ich tredire int fette vur dat ficherfte eir-
lichſte ine foeflichfte. ind dat ſelve fiet men ouch gemeinlich an allen min- ı
fchen, wie fi vurgeven int noemen ſich van den eirlichften vie fi in irem
geflecht gehat Haven. jae fo vil und fo fere geichicht tat, tat bi wilen umb
armoit of misdedicheit zc. gejwegen wirt bie rechte linee ter gefipichaf of
maeglicheit, geminret vwerlengert cf overſprongen vie rechte righe nae ir
vuralderen, int nemmen ir beginne und namen van ven erlichften unt 5
erberjten irs gejlechg. fo nu die billige ftat Coellen nis vil ficheren und
wairhaftigen fchriften, als vide nu gejait is, iren urfprunf und anfanf
gehat hait mit vil eirlichen ind lovelichen umbitenven des beginners half,
der zit, ber mitgejellen mit irem urjprunf wie vurß, fo leejt fi billich
vallen al ander epinien ind ſchrifte int halt jich an ver ftern des meird
Marien tie himmelloninginnen als ir mitjuefter van jairen, zo einre zit
geberen. want als ein fint verjtain mach, fo mach fi ghein erlicher int
(ovelicher zit van irme beginne haven. tie nu gefachte opinien beveſligen
alzo fere tie dinge und gefchichte die jich bi ten beiden in gelichformiger
wid begeren haven. want bie jelve fruntichaf genuechlicheit ind freude 2
vie plecht 30 fin tufchen ven ghenen tie zo einre zit geboren fin, fo bat
eins mere vurderlicher und behulplicher i8 dem jelven vun eime anderen
und ouch die felven van einre complerien ind eime wejen fin, die vint men
alzo fin in vil jtuden tujchen Marien ver meter goß und ter billiger ft
Coellen boven all ander tete. zom eirſten: want als Maria entfangen »
ind geboren hait ten fon got liflich, je ouch in ver billiger ind edeler jtat
Coellen wirt godes fon tegelich entfangen int geboren geiftlich, want bin-
nen Coellen jin wail SO Firchen ind mere, a8 van collegien kirſpelslirchen
cloijteren clufen und capellen, ſonder vil anter capellen vie niet offen
jonter in ven huferen ftain!, in welchen vurß kirchen tegefich mere dan 5
600 miſſen geſcheen. bie mach alzo bequemlich geſacht werten van ver
1. orienichijreren. 19. ‘conem” Ratt "irem'.
1. By. das Berzeichniß der Kirchen x. unten BI. 146% fi.
1499. _ 287
billiger ftat Coellen, dat fi i8 ein tempel gotz als Maria. ind ale Marin
wirt genoempt in dem boich Canticorum erſchreklich als ein ſpitz van Hohel.
eime ftritberlichem gezuge, jo ouch van Coellen mach gefatht werten: .
‘die ftat ind platz i8 erfchredlich, hie iS niet anders dan ein huis goß ind 1. Dof.
sein port bes himmels. vurwair, ver here is in ver ftat ind ich hain it in
niet gewiſt'.
O hilfige ſtat Coellen, mirk an die groifje hillicheit dinre plate, bo
got vegelich gehandelt wirt up fo manchem ende, behalven anter hilficheit
ber billiger corper bie in dir beflofien fin, ind wil dich gelich machen mit
io hilficheit, vliende alle undoechde, nae tem als unfe here ſelfs fpricht: “fit
hillich want ich hillich bin’. dat doch biſonder dir boven ander fteven zo—
gehoirt, want du hillich boven ander fteve genoempt bis.
Zom anderen haven die bri billige foninge Mariam in iren finbel-
beth verfoicht und fi geeirt mit groiffen gaven, und iren fon, ber in eim
15 ſtinkenden ftal verborgen lach, offenbairt ind z0 der foninflicher ere ver⸗
baven ind over alle lande vur ein konink nisgeroifen. alfo ouch vie fel-
ven dri billige foninge haven vie hillige ftat al 30 jere groislichen verha⸗
ven ind geeirt, want vur ber zit e bie bri hillige foninge 30 Coellen qua-
men, al waren dae bie hilligen 11 duſent jonferen, jent Gereon mit Br. ssr.
2» finre geſelſchaf mit anderem vil lieven hillichdome, fo was doch Eoellen
niet van fo groiffen roime ind gerucht, van richbomen und van eirwirbi-
heiden als fi nu is. und dat 18 wail hiebi zo mirken, want fi in dem
corpus des hilligen roemſchen richs i8 gejegt ein als van den minften
jteden vam rich, als ein van den 4 buren of bumennen of buheren, bat Bat. u.
25 mich dik verwondert hatt, angefein vie groiſſe moegentheit und mannich- m
felvicheit van richdomen, van wisheit ind hillicheit, und ouch umb dat fi
ein alt ftat iS 2c. wie dat zofomen moicht fin, fo fi doch overtreffen were
vil ſtede des rich8 Die ir vurgeſetzt fin in hoicheit ind wirbicheit in dem
liham des roemfchen richs. mer nu ſo ich die biftorien ind croniden
so redelicher maiffen durchſien hain, jo fumpt dat zo, a8 ich gentlichen ge-
feuven ind halden, durch goß verhenfnifje ind gotliche ordenung und
ſchickung der foninginnen himmels und ertrichs, ind is bie eve und wir-
bicheit der Hilliger tat Coellen upgehalten und upgejchurkt geweſt bie zo
der zit dat die bri Hilfige Toninge in Coellen quemen, up dat daemit wirt
3 30 verftain gegeven, dat bie ſelve perfone die geeirt hetten Mariam gotz
moder mit groiffen gaven, die felve ſulden ouch eren die ftat die mit Ma—
rien geburt were angefangen wurden. ind want diſſe ordenunge van dem
corpus des Hilligen roemſchen richs is gefchiet umbtrint 60 of 70 jair
14, yrem' ftatt !iren'.
288 VI. Koelhoffſche Chronik.
vur der zit dat die dri hillige koninge zo Coellen quamen as hernae ges
ſchreven wirt!, und Coellen umb die ſelve zit is niet ſonderlinge koeſtlich
geacht geweſt ind ouch van begrif der groiſſer wider muiren niet alſus
geziert geweſt und geſterket, dan up die zit was Coellen niet wider dan
- die alde muire uiswiſet, und villicht overmitz dat rat der aventuren vans
I. Kön.
18,7.
irre eirſten eirwirbicheit Durch mannicherlei overlaft verftoiffen ind ver-
nidvert wurden, alfo kumpt bat bi, bat fi in dem unberften graede ver
wirbicheit in des roemfchen richs corpus gefaßt iS. jo dan ein ftat minre
i8 van ordenung ind graebe und fich vromelicher und dapperlicher bewift,
deſte mere fi zo eren ind zo loven i8. ind aljo hait bie hillige ftat Eoellen ı
groislichen ind mannichfelvichen boven andere ftere alfo gemacht ind ver:
dient, dat fi durch die gange werlt kundich i8 ind geheifchen is Metropo—
(i8 dat i8 ein heuftftat in Almanien. ind alſo hindert fi in geinrvelei wis
bie underfeßung in des roemfchen richs corpus under ander ftede, ummer
dae uis mere geeirt mach werben. als David ver clein van perjoin, un- ı;
geacht ind verworpen was in der lude mont, ind Saul ein grois fchoin
man was in dem voulf vurgezogen, fo dat he konink wart ver Soeben.
mer hernae dae it 30 ben werfen quam, jo wart David dem fchaifherben
zogegeven, bat be verwonnen hette 10 dufent int Saul ver konink hette
allein 1 dufent verwonnen, ind daemit verbient David, dat he van dem ı
miſth erhaven wart zo ber koninklicher kroin. alſo ouch tie hilfige ftat
Coellen. al was fi vur der zofumpft der billigen pri foninge gefaßt in
ben underſten grait der eirivirbicheit in bes hilligen richs corpus, als z0
den buren ind herden bie mit mifth und unflait umbgain, jo i8 fi doch mu
nae ber zofumpfi der billigen dri foninge verhaven van dem mifth und %
vuilnis des buwlantz ind verhoecht zo der Foninklicher kroen ind voirt in
irm ſchilde boven al ander flede dri Frone, ind van ir wirt gefaget ber
(oveliche ſpruch:
Coellen ein froin |
boven allen fteven fchoin. zo
Item desgelichen is ouch die kirche van Coellen overtreflich ſere ge⸗
beſſert ind rich wurden overmitz bat offer dat nae der zofumpft ver hilli⸗
ger dri koninge gevallen iS, as bairnae einveil bifchoffe van Coellen bat
bewift haven mit groiffen unfchetlige buwen an ber ftat ind an vem
nuwen boim. o erbere und etele burgerfchaf ver billiger eirwirbiger ftat 3
Eoellen, ſchauwe an ind nim 30 bergen bie groiffe wonverliche verbenunge
1. Später (Bl. 1383 ff.) wird die gefchrieben und (BI. 1712) die Transla-
Ordnung des römifchen Reichs durch Ein» tion der h. drei Könige 1168 geſetzt. Es
jeßung der Kurfürften 2c. Otto II. zu- müßte alfo 160 beißen.
1499. 289
mit alzo vil fonderlingen gaven vie bir overfomen fin van dinen billigen
brin funderlingen patroin, die welche dir gefant hait din mitgefpiel van
eime alder, die bibrengerin alles heil® und felicheit, die moder ver gena-
den und barmhergicheit Maria, ind fi dancber mit groiffer oitmodiger
; wirdicheit dinen billigen patronen die dir mit ſich bracht haven grois ere
und heil ind alle din wailfairt und boven all ander ſtede verhaven haint.
| 3om derden ind zom leften mail umb ver kurtzde willen, want noch Br. so.
ander vil gelichnis 30 haven weren tufchen unfer lieyer vrauwen ind der
billiger ftat Sollen bie 30 einre zit iven urfprunf gehat haven, und i8 bat
to die gelichniffe: want als Maria nae irs foens doit unfers heren Jeſu
Chrifti 18 geweft ein meifterinne underwiferinne ind lererfche ver apofto-
len ind der ewangeliften, die welche durch die ganke werlt die lere gepre-
diget ind. geleret haven, jo ouch die hillige ftat Golfen boven al ander
fteve hait ji den namen, bat fi ein preitgerin ind ein lererſche fi des wor⸗
15 des goß. want alle zit van minen jongen dagen bis nu zer zit hain ih
hoeren jagen:
30 Paris in Frankrich i8 die hoichite ind beſte ſchoil in den 7 vrien
funften ind naturlichen kunſten.
30 Collen in Duitſchlant i8 die hoechſte ind befte ſchoil in der Hilli-
2» gen gotlicher ſchrift.
30 Bononien in Lombardien i8 die hoehſte ind beſte ſchoil in geiſt⸗
lichen ind werentlichen rechten.
Zo Pavi in Italien die hoechſte ind beſte ſchoil in der medicinen und
in der artzedi.
25 Zo Cracaw in Polant bie hoechſte ind beſte ſchoil in der aſtronomie,
dat is die kunſt van dem geſtirntz.
Van der ſtat van Collen is ir deil wail zo bewiſen. want die ge⸗
meinſte lere nu zer zit geoevet in ven hogen ſchoilen, biſunder in der got—
beit, ind ouch die geprediget wirt, die is gemeinlich ui der lere Alberti
30 Magni, ſent Thomas van Aquinen ind Johannes des Schottens der ge⸗
noempt is doctor subtilis, die welche alle dri zo Collen geleirt ind ſchoil ge⸗
halden haven, der ouch zwen dae begraven liggen. Albertus Magnus zo den
predigeren im chore ind Scotus zo den minrebroederen im chore. ſin nu
die heuftmeiſter dae geweſt ind geleirt, ſo is ghein zwivel ſi haven ouch
35 goit ſchoilre gemacht ind naegelaiſſen, dat welche ware ſchint uis dem ge-
meinen |prechiwort hie vurgenoempt, dat noch up diffen hudigen bach ge:
Iprochen wirt. item fo bait men alle vegeliche vage ein jermoin of prebi-
cait in der billiger ftat Collen. mer an den vierbaghen jo wirt die lere
ind dat wort go& alfo mannichfelvelich uisgeſeuwet, dat men Collen bil-
Städtechroniten. XIII. 19
Suppl.
9Y8.
Bl. 3ub
290
VI. Koelhoffiche Chronik.
(ic) ein paradife noemen moecht. want als Hugo de saneto Vietore
fpricht: 'is it 30 fagen dat ein parabife up erben fi, fo vint men dat in
ver hilliger fchrift of in eime cloefter zc.’? und hiemit fi it genoich gefo-
get van dem beginne der billiger ftat Eolfen, van wen, 30 wat ziden int
bi wes ziden fi ire urfprunf genomen have. 5
Ban anderen vil me punten, fprechende van dem [of, eirtvirdicheiven
ind vriheiben ber billiger ftat Coellen boven andere ftebe, wil ich mit ber
biſtant gotz in vervolgunge ver materie up fin zit lenger ind breiver
fchriven.
Hieuae volgen widdernmb die jare van Octarianus keiferdom da it z0Vorens 1
bleven is, wat he bedreuen have in den wacvolgenden jaren, ind van anderen
geſchichten in den felven jaren.
Vur dat eirfte iS 30 wiſſen: bi ven ziden dae Octavianus dat oem:
fche rich geregiert hadde 20 jair ind was ouch 20 jair pur goß geburt?,
do was ein wije vrauwe geheifchen Albumea
verftain dat hernae gefaget wirt.
und van differ Sibillen is zo :;
Umbtrint dat Oetavianus der keiſer dat rvemſche rich geregiert hadde
30 jairofbidenziden, ind die gautze werlt under dat roemſche rich bracht hadde
ind bie eme || underdenich gemacht und tie jtat van Rome fo fere ge:
befjert hadde van dem goide dat he tar brachte ind bringen lies uis Egip- a
ten ind anteren lanben, want ein iglich lant al jair bewiſen moift fin |
gehorſamheit ind bringen fin gult ind rent 30 Rome, als van filver int '
goult ind darzo ein ftuf erden van finre lantichaf, alfo dat ein greis :
berch daevan in Rome gemacht wart ind was genoempt “Omnis terra’
dat i8 ‘al ertrich 3, fo behagede ind gewiel dat ben Romeren, bem fenate ind ben ?7
gemeinen voll fo wal, dat fi in vur ein got noemen halden eren imb anbeden mol- |
dem .....
ind in der nacht do Maria bie mober goß Jeſum gebair, do vil der tempel.
‚Die Sibylle verkündet dem Kaifer Auguftus die Geburt Eprifti.
genda aurea c.6, Rudim. und Supplem. 99%,
Aus Le-
Ueber die verſchiedenen Berfionen
vom Einfturz des Friedeustempels vgl. Maßmann, Kaiferhronit IH, 557.) 30
1. Wörtlich habe ich bie Stelle nicht
gefunden, der Gedante begegnet twieber-
holt in der Hugo de Folieto zugeſchriebe⸗
nen Schrift De claustro animae (beiMigne
im Anhang zu Hugo de 8. Vietore Opp.
11, 1017).
2. Die frühere (BI. 276) Angabe,
Auguftns babe feit 42 v. Ehr. regiert, ift
bereit8 wieder vergeflen.
3. Ganz dasjelbe erzählt “die Pilger-
fahrt des Ritters Arnold von Harff (hreg.
von v. Groote, Cöln 1860) 5.21. Durch⸗
aus ähnlich ift Die Eingaugsnotiz der Ko-
penh. Hi. der Eölner Jahrbücher: Oeta⸗
vianus leis alz daz vulk beieriven und
wolt, datz ein eiglich menſche einen hoet
vol erden brecht gan Rome im und den
Romeren zu dienſt. daz alz geſeach. ba
quamen lude van allen landen und brach⸗
ten einen hut vol erden us irem lande.
daz wart allez up einen hoif geſchut. al
da van wart ein Mein berg, ber noch
hude ze dag zu Rome i8, uud heiſcht Om-
nis terra‘. Gemeint ift ber räthielbafte
Monte Teftaccio an der Borta ©. Baolo.
Sal Reumont, Geſch. der Stadt Rom I,
131.
1499, 291
In dem 40. jair van Oetavianus keiſerdom do was Rome in fine blomen .....
ind worben up die zit gevonden befchrevenre burger in Rome nuintzich mail drihun⸗
dert duſent man ind 80 bufent.
[Faseic, temp. 465. Die Jahreszahl nad) Rudim.]
5 Alıbi numerati sunt 400 milıa 64 milia hominum omnes in-
cole civitatis!.
In dem 41. jair fo welde der keifer Octapianus;, dat Die ftat Home ind andere Bl. 34»
ſtede die he mit dem fiwerbe gewonnen hadde, mit vrebelichen gefeen geregeirt wurden —'"*-
..... ind bekende mit dem, bat be underworpen were dem roemſchem rich.
iv [Octavian veranftaltet die Bollszählung. Rudim.]
In dem 41. jair wart jent Johan Baptifte intfangen in DOctobri?, Florar.
In dem 42. jair van Oetavianus keilerdom ..... a8 die gloriofe jonftauwe suppi.
Maria alt worden was volkomlich 13 jair...... fo haven fi ir dochter beflait an eim!P0*-99*.
man van bemt geflechte Juda, welche man geheilchen was Joſeph.
15 Hie i8 kurtzelich zo mirken, dat dat evangelium Joſeph noempt ein
man, ind dat alder eind mans nae der gemeinre meinunge ver leirre ind
der hilfiger jchrift i8 van 24 jaren bis an gen vunfzich jair zo. ind dem
nae ind ouch als der wairheit gelich ludende is, jo is Joſeph geweſt ein
fin beftanden ind ein bevaget man, mer ghein alt unbehulpen ind uis—
2 gearbeit man van fterfven, want he die moder ind dat kint beforgen moift -
ind dat uis finen leven trecken ein rebeliche zit lank ind mit in reifen in
Egipten 2c. ind dat i8 widder die ghene die laifjen maelen fehriven jagen
of leren, dat Joſeph fi geweſt ein alt man, “ind darzo fin ouch ander vil
rede ind leirre die dat halden. und daevan fi dem genoich up deſe zit.
2 Do nn Maria an Joſeph beſtait was, dat bi aventuren gefchiet i8 in dem 21. 8
Mertzen, als uis den naevolgenden worden des evangeliums makh ver-
ſtanden werden, want bald dairnae geſchae die botſchaf van dem engel
Gabriel 30 Marien, bat welche binae in dem ende des Merken geſchiede,
do gink Joſeph 30 Bethleem ..... Up ein fridach jo Ronden up van deu doden mit
30 Ihefu vil dode minſchen.
(Menſchwerdung Chriſti nach Florar. 71b, Luk. 1, 34 und Supplem, 1008.]
Do nu Maria entfangen hadde des almechtigen godes ſone, alſo bald ſtond ſi Bi, aus
up ind gink ſnellichlich ober dat gebirchs zo ir moenen Elifabeth gen Iheruſa⸗
lem, die welche ouch intfangen hadde ein jongen ſone, den vurloefer unſes
35 heren Iheſu Chriſti, ſent Johan Baptiſten. ind daeſelfs .... want gein
anderen bequemeren platze ſi up der zit haven moichte in dem ſelven alden huis.
al ar Heimfuggung und Geburt Chriſti nach Supplem. 1008 ff. und
udun.
1. Florar. temp. 70% zum 15. Jahr et sexaginta quatuor.
des Auguftus: Quindecies centena milia 2. Flerar.: Octavo kal. oct.
19 *
309 VI. Roelhoffiche Chronik.
‚Zwei Bilder neben einander, das erfte bie Geburt Chriſti, das zweite bie An-
betung der Könige barftellend. Darüber :)
Anno domini prime.
BL. ab. I Dat kintgin hait bewifet fin gotheit in finre gebort ..... vrede ben minſchen
die ſin van goiden willen. 5
Erſcheinung ber Engel. Supplem. 101b und Leg. aurea c. 6.]
„Dal. ‚tem up die zit is upgegangen ein jterne ind boven der ftat dae bat
1. fint lad} geftanden. welchen fterne geſehen haven die bri billige foninge,
ind fint fomen van verren landen zo Bethleem umb dat kint ze befein,
zo eren ind anzobeven. van anderen mirakelen bie unfe lieve here Ihejus ıs
gebain hait 30 einre bewiſung finre gotheit, werben fo vil a8 uns bient in
vernolgunge ver jaire fins levens befchreven werben.
Fascic. Hie begint Dat fesde alder der werit und is, als etzlige fagen, van dem dagt dai
67° Ihefus unfe lieve here geboren wart bis zo dem inuehen dage durende, ind fin ver-
lonfen tuſchen der zit dat eirk Die werlt gefhaffen wart bis an die zit dat Ihefus 13
geboren wart, als gemeinlidy die doctores ſchriven, 3 dufent ein hundert
ind 99 jnir.
BL. 4b Item dit alder is niet van gewiffer zale der zit ind der geborten...... ind fin
—12°. doch al zo mail bedrogen worden ind Ingenhaftich vonden in ire rechenfchaf.
[Supplem. 102%. Faseic. 465. Apoftelgeich. 1,7. Bal. auch Vincent, Spec.“
hist. XXXII, 106.)
Dat beginne des alders wirt mancherlei wis genommen van den
meifteren nae andere ind ander anmerkunge treflicher ind mirklicher ge:
ſchichte. daevan is vil ind genoich geſchreven zovorens in dem beginne
van deſem boich nae der vurrede ind men vints up dem 5. blade. %
Yan mancherhande wis deu datum of jairgezail auzonemen. |
Bl. Item van dem beginne des alders is die aller vernoempfte ind be-
temp. kantſte nemmunge der jairgezale, dat men gemeinlich noempt ven datum
9 van jaeren, als men plecht 30 fchriven in den brieven “datum anno 149 ° _
ind des gelichen in anderen dingen. mer die Greifen bie fin gewoenlich zo nem- 30 |
men ir jairgezale..... von der zit dat fi die fiat Trojam gewonnen ..... bie van
orienten...... Die beginnen dat jair, als men die vrucht ind bat oeftz plecht inzo⸗
bringen. ..... ind Dat is in dem beginne fent Remeis maent umbtrint bat dad) ind |
nacht gelich Tank fin. |
6 Zupplem. 1028 (vgl. Beda, De temporum ratione e. 10 und De temporibus 3
Suppl. In dem eirften jair des alders uns heren..... wart unſe here Iheſus befneben
wa. gint Maria 30 Iheruſalem ind offerbe ir fint in den tempel. ind bald dair⸗
nae in dem felven jair1, bi aventuren umbtrint bie zit dae Joſeph ind
1. Bgl. die aus Rudim. nov. entnommene Berechnung BI. 42b,
1499. 293
Maria waren zofamen gegeven worden in dem vergangen jair ind do der
engel gebotjchaft hatte Marien, dat fi ein moder goß werben ſoulde, ſo
quam der ſelve engel ind verkundichte Joſeph, dat he mit der moder ind
mit dem kint ſoulde vlien in Egipten, want die zit wurde komen dat He—
s todes wurde alle finder doeden. ind diſſe meinung vueget ſich recht wail,
want dat is der louf der werlt dat gemeinlich gemenget wirt mit bedroef⸗
nis die vreude ind genuechde diſſer werlt. ind bi aventuren Maria ind
Joſeph moichten des rede zoſamen gehat haven, als dat gewoinlich is ge:
dechtniſſe zo halden der vreuden ind ouch ber || vroelicheit die in dem ver⸗-Bl. 420.
v gungen jair geweſt iS, wie fi wonderlichen zoſamen beftadet worden int
wie allerwunderlichſt Maria were ein moder gog worden ind des ge
lichen, ind wolden den dach mit vreuden begheen, van wilchen vroelichen
dach wir chriften minjchen die wllerjuefle genuechlichite ind durchgaenſte
vreude ind vroelicheit fcheppen ind nemmen noch hude 30. dach ind alſo
ıs vortan im ewicheit. ift dat nu, bat wir fundigen minfchen uis jairlicher
gedechtniſſe des wunterlichen werfs geiftliche vreude boelen, ſugen ind mit
groiffer eirwirbicheit den dach begaen ind fieren, wie vil me woulten bat
doin Die ghene die bi diſſen dingen geweft waren. mer diſſe vreude wart
jere bald umgefeirt in bebroefnis 'nae dem ſtaede bie levens, want ge-
»schreven is: “jelich fin die die hie fchrien ind bedroeft fin, want fi fullen Matıh.
getroift werben‘,. ind ‘we den ghenen bie hie ir troejtung haven' ıc. dat Sutas
aver bat wair fi dat Maria nae dem dach ver reinigung, als fi uis dem
findelbet gegangen was, in dem felven jair in Egipten vlo, bewifen ein
deil Hiftorienfchriver mit diſſer rechentichaf: want Iheſus wart geboren ..... Rudim,
35 ind bat was bat felve jair dae Maria ir fing uisginf.
In dem anderen jair nae Eriftus gebort...... mer diſſe Judas vurß enjchoif
niet, want be wart umbbracht mit fime anhant.
Bethlehemitiſcher Kindermord und Aufftand der Juden aus Rudim.]
In dem achten jair nae Ehriftus geburt ind in den 49. jair van Octa-
zo vianus leiferdom fo is konink Herodes geftorven...... ind ber keiſer Octavianus
gaf eme icklichen lande ein funberlichen regenten.
[Rudim. und Supplem, 98»—102b, Zugeſetzt find die Worte: “ind Herodes
der vater — dem anderen’.]
In dem 9. jair nae Eriftus gebort!, als Archelaus hatte dat regiment a. 420
35 in dem jnetichen lande ..... ind hoirt ind vraeget fl.
feuctehr aus Aegypten, Jeſus lehrt im Tempel; nach Rudim. und Lukas
19. vmgekerit. 27. ſynne' ſtatt ſime'.
1. Archelai anno primo. Rudim. Die im Jahre von Mariä Reinigung erfolgt,
Chronik ſetzt fich mit ihrer früheren Be- der Aufenthalt habe fieben Jahre ge
bauptung, bie Flucht nach Aegypten ſei bauert, in Widerſpruch.
Pl. 438
— 4b.
Bi. 448,
falſch⸗
lich
294 VI. Koelhoffſche Chronik.
In dem 15. jair uns heren ..... dat be niet were geſtorven.
(Tod des Auguftus nach Rudim. und Supplem. 97b.]
Umb 30 verftain clairlich die maichfchaf der feifer vur ind nae ind
ander die van in geboren ind gefomen fin, wil ich fegen in ein figure dat
geflecht van Octavianus dem groiffen feifer, ind Die is wail 30 mirken, 5
want vil ſchrift vur ind nae mach men uis ter lichtlich verftain.
[Folgt Stammbaun von Lucius, Cäſars Vater, bis auf Rero.]
Anno dni. 16.
[Bruftbild eines bärtigen Mannes mit Krone, Scepter und Reichsapfel.]
Ziberius ber dritte feifer van Rome ..... fo wil ich der jair einbeil werzellen, 1
in welchen die treflichften dinge geſchiet fin.
[(Componiert aus Supplem. 1032. Rudim. Florar. 72b, Eife 111, Könige).
339, mit Heinen Erweiterungen. Eingeſchoben ift bie Apoftrophe: “und wat quaitz
fi komen — verberften’.]
In dem 16. jair uns bern ..... zom Ieften quam Caiphas dairan, burd 15
welchs rait uns here Jeſus Ehriftus in den doit quam.
[Supplem. 1032 und Fascic. 466.)
Yan Poncius pilains.
N In dem 29. jair uns heren ..... fo wart Pilatus gefant van dem keiſer Tibe-
rins in dat juetſche lant....... want he ein cloif weltwiie man was. vie roemſchen 20
er feiſer in dem eirſten waren intgemein al zo ſere geleirt menne, al wor:
Rudim.
den ſi verkeirt minſchen ire eindeil nae dem als ſi geweldich wurden, als
ouch ein gemein ſprechwort is nu zer zit: bie geleirden dat fin bie ver-
feirden ꝛe. desglichen namen fi ouch niet up dan wife verbaren amıpt-
lude. fo dan dat juetfche lant intgemeine fich mere weberfpennich.madt >
ben Romeren, jo behoift dat felve lant vil de me eins wifen werftendigen
amptmans, ind was Pilatus zo goider mais geneigt zo vechtferbicheit,
als dat offenbairlich fchint wis der paffien uns heren, dae he jo vil wege
foichte 30 der afloefung uns heren Jeſu Chriſti intgein die overſten bie
welche in hasben ind verachten. och leider ich forge, dat under ven crie
ften richteren nauwe ſolde einre vonden werben, ber fich fo vil lechte wib-
ber bie overften umb zo behalden und 30 verloefen ein verachten ind ver:
hasden minfchen als Pilatus dede umb Jeſus willen. ich forge, fie lieſſen
fich ouch verferen of umb dreuwunge of mit giften. ind darumb als
Schrift Iucobus Bergamenfis in Supplemento Chronicarum in dem 5
8. boich, fo fin ein deil die fagen, dat he have berumeniffe gehat ſinre miebait ind
have vau Dem beren erlangt vergifniffe finre ſunden.
[Eingang und Schluß nach Supplem. 103%.]
In dem ſelven jare, dat i829 jair uns heven ind 15 dee keiſers Ti
1499. 295
berii 1, ad Pilatus dat juetſche lant verwairde, as ſant Lucas ſchrift, do began ſent ( ul. 3
Zohan Baptifte Zacharias fon zo predigen ind bat volf 30 leren, ind verkun⸗ 1m
dichte die zokumpſt Meſſias des verlofers des minfchlichen geflechts ind
dat fi foulden bereiven den wech des heren zc. ind hadde der ſelve fent
> Johan discipulen ind jongeren bie im naevolgden in eim ftrengen leven
mit vaften ind mit anderen caftigungen. ind als jent Johan up ein zit
jtont ind prebichte, jo quam unfe here Jeſus gegangen bi aventuren ouch
30 boiren fin prebicait. da wifet ſent Johan mit fim vinger up unfen
lieven heren und ſprach zo finen jungeren: “ecce agnus dei: fiet bat Iuhann.
jo is dat lamp goß’. und deufte dat voulf in dem Jordane, bat is he wufche
ind begofje fi mit waſſer in ein zeichen der veinigunge van tren funden.
In dem 30, jeir uns beren wart unfe liewe here gebeuft van Johan Baptifta 80h ,
..... als ſent Johan ſchrift in | fime ewangelio. 13-16)
“ ae Sri, Berfuhung, Reinigung des Tempels nad) Rudim. und BI. 416
In dem felven jair ind bi ver felver zit, dat i8 30 paifchen of Furt
dairnae, previchte fent Johan, ind he plach alfo 30 prebigen bat im na⸗
volgde in 30 hoiren edel ind unebel, geiftlich ind werltlich minfchen, int
itraifbe bie funve finder annemen ber perfon. fo geviel it bat Herobes Anti-
2» pas ..... darumb gevangen wart ſent Johan Baptiſta.
(Hinrichtung Johannes des Täufers nach Supplem. ‚103%, 101b und Come-
stor, Hist. evang. c. 73.)
In dem 34. jair? uns beren Jeſu Ehrifti ind in dem 18. jair van Tiberius
keiſerdom wart gecruißiget uns lieve here Jeſus Ehriftus. be flarf ind wart begraven.
» up ben berben bad) ſtonde he weber up, ind geſchieden vil wunderlicher vinge,
a8 dat beichriven vie 4 hilligen ewungeliften.
[Bild : Ehriftus am Kreuz; zu deffen Füßen Maria und Johannes.)
Richardus de sancto Victore3 fehrift, dat die Romer alfusdanige gewoinheit
hatten ..... ind vervolgede bie in den boit.
30 [(Tiberius will Chriftus unter die Götter verfeßen und geräth Darüber mit dem
Senat in Streit. Rudim. (Bgl. Tertull. Apolog. c. 5.)]
In dem jair uns heren 37...... quam Pilatus zo Rome ..... fo wart he ver⸗ Rudim.
bannen uis dem lande ind in ellende gefant zo Viennen in Burgundien.
In dem jelven jare, als Xiberius ber Teifer voilde dat he fterven moifte .‘.... . Bl. 458
3 mer fin naevolger in bem rich ber macht it durch fin boesheit, dat he ein gubertieren
feifer genoempt wart.
35. *yn? ſtatt it'.
Florar.
temp,
744.
1. Daß im vorhergehenden Abſatz das
Jahr 29 als 13. des Tiberius bezeichnet
wurde, iſt wieder vergeſſen.
2. Anno domini 33, Tyberii vero
18. Flor. temp. Die Chronik jagt Bl.
44a, Chriftus fei nur 321, Jahr alt ge-
worden!
3. Die Autorſchaft der Libri excerp-
tionum (bei Migne im Appendix zu
Hugo de S. Victore, Opp. Ill, 242) wird
bald Richard, bald feinem Lehrer Hugo
von St. Bictor zugefchrieben.
4. Calligula ... probris omnibus in-
quinatus ... Tyberii dedecora purgavit.
Suppl.
296 VI. Koelhoffſche Eprenif.
Tod des Tiberins nach Florar. 713, Königsh. 340. Bgl. Supplem. 105b.)
Bar da“ "Kaiferbilb wie oben.'
Cajus Saligula der vierde Teifer van Reme ..... ind eirwirdicheit van ben
Romeren.
[Supplem. 105b. Fiorar. 74%. Rudim. Sueton. Calig. c. 22. Agrippina 135 5
(vgl. Eile 113).
BI. 456 Yan Herodes Agrippa.
6 [Bild eines jugendlichen Mannes mit Scepter nnd Fürſtenkrone
Diffe Cajus, als be keiſer worden was, jo nam he uis der gevenknifſe Herodes
Agrippa ....... be bebe machen ein grois Toftlicd) ſpielhuis ind badſtoven. ww
‚Supplem. 105b und Rudim.
Do diſſer keifer Gajus! regiert hubbe ..... ind as Dat geſchiet was, jo wart
dat mere fo venint bat die viſche der wafler daevan ſtorven ind lange zit boit lanz bat
over laegen, aljo dat quaede lucht davan quam.
Tod des Caligula nad) Rudim. und Supplem. 1056, unter Benutung von 15
Florar. 74b, Eife 114 und Königsh. 341..
Bl. 168 Clandius ber vunfte Feijer van Rome ..... ind alius wart Nero hernamails
—465. geifer. mer dat bezalde Nero finre moder quaelich, als hernae geſchreven wirt.
‚Eife 115. Supplem. 106%. 1100. Rudim. Königeh. 342.)
Bi. 6b In dem eirften jair fing keiſerdoms ..... jo bleven die apoftolen 12 jair in dem 20
Hr jnetſchen lant ind prebichten dae alleine.
[Tod des Herodes Agrippa und des h. Jacobus aus Rudim. und Supplem.
107b.|
Yan dem eirken pais zo Rome.
Bruſtbild eines Papftes.) %
Suppl. Petrus der eirfle pais zo Rome..... ind bejas den ftoil dae 25 jair ind
106°. 7 maente. wat mirafel ind wunderwerf be bedreve inb van finre legente
boert men jairlich8 prebigen up fin dach.
Yau dem beginne des trierſchen buſchdoms
[Bruftbild eines Bijchofs. 30
In dem 54. jair? uns heren ..... i8 lomen fent Eucharius, einre van ben
72 discipulen, mit finen gefellen Balerius [ind] Maternus uis heiſch jent Peters, dat
fi julden predigen ind verfundigen dat evangelium den minjchen die woinden in Gal-
lien dat nu Frankrich genant ie. .
[Florar. 753 (Struve 1).] 35
32. *inv’ fehlt.
1. Diefer kurze Abfchnitt ift ein Ca- des Magn. chron. Belg. bei Pistorius-
binetsftüd von Mofailarbeit: die Saupt- Struve, Ser. rer. Germ. III. Im Fol⸗
facta werden mach drei Borlagen erzählt, genden füge ich den Citaten aus Flor.
dazwiſchen Nebenumftände nach zwei an- temp. bie Seitenzahlen der Struve'ſchen
beren eingeflochten. Ausgabe bei.
2. Mit diefer Stelle beginnt der Text
1499. 297
Claudius als he alt was 63 jair, fo flarf be van ſime wive wie vurß in dem Könige:
jair ung heren 56. hof. 342.
Bruſtbild eines Kaifers.)
Nero ber 6. keifer van Rome ..... ind be dede die eirſte vervolgung an bie Bl. a
5 criften. m.
[Supplem. 1093 ff. (ogl. Boeth., De consel. II, 6). Filorar. 75%. Rudim.
Königsh. 342 und Agrippina. Eingeſchoben ſind die Worte: “ind umb finre
groiffer boisheit willen, war men noch iemaus wille wrede of ſchalt ſchelden, ſo
ſpricht men: du bis Nero: als woulde men jagen: du bie ein bois knave'.]
jo Do Nero ſich alſus anſtalte ind lies des richs regiment driven wie
it woulde, ind umb ſinre wredicheit willen, ſo zoigen ſich ein deil lande
van gehoirſamheit des roemſchen keiſers, ind ſunderlinge die van Hispa⸗
nien ind die van Gallien ind die Duitſchen. die van Hispanien und die
van Gallien die wir nu noemen Franzoſen of Walen, die hadden ein
iz houftman van den Romeren der hieſch Galba. den worpen fi up vur
ein keiſer als Nero noch levede. ind dae der mirkte den unwillen der
Romere intgain Nero, ſo voegde he ſich, dat he zo Rome quam als Nero
doit was, ind hofde keiſer zo werden. mer he wart bald erſlagen als her-
nae gefchreven is. vesgelichen hatten bie Duitfchen ein heuftman van
» den Romeren, ind den wurpen fi np vur ein feifer. ind ber wart ouch
erflagen van Vespafianus als hernae fteit. ind aljo wart der gemein
vrede der werlt gebrochen ind gejpalden ben die Romere behalven hatten
binae 70 jair.
An dem jair uns heren 55 ..... bis dat be fin geift upgeve. ind aljus ge- Bi. 41
25 ſchach it.
[Tod des Seneca nad) Rudim. Supplem. 1086, Agrippina 148 (Eife 117).
In dem jair uns heren 66 ind in dem 10. jair van Neronis feiferbom Suppl.
fante ber Feijer Nero ein voigt of ein amptman in bat juetjche Iant, ind hieſch Florus Ian
a ind bairumb als der Feifer Nero geftornen was, dat was bri jair nae finre uis⸗
zo ſendung, fo deden verfundigen bie fenatoir Vespaſiano, bat he queme z0 Rome, be
ſonlde feifer werben. ind do Dat gefchrei quam in dat heir, jo wart he kei—
jer geroifen. ind alfo beval he den ftrit zo woiren fime fon, ind ber hieſch Titus,
ind he zoich zo Rome. doch e he zo Rome quam, fo waren etliche ander bie
nae dem vich ſtonden als naevolget. mer fi wurden furklich erjlagen.
35 Die eirſte vervolgung der criftenheit.
In dem 69. jair nae Eriftus gebort ind in dem 13. jair Neronis fo
began Nero 30 vervolgen die criftenminfchen ind lies doeden fent Peter ind fent Pau⸗
Ius ind ander vil hilligen.
[Supplem. 110%. Agrippina 148 (Königsh. 343).
# Do nu Nero vil fchalkheit ind boveri bedreven hatte..... be vloe in ein walt
ind dae vraeffen in bie woelve. ind die gange fiat van Rome ervreude fich
298 \ VI. Koelhoffſche Chronik.
des doitz gelich as hetten ſi einen groiſſen wreden viant verwonnen, ind
cleiten ſich mit ſchonen cleideren ind hielten wirtſchaften zoſamen mit
eſſen ind drinken, als vrunde plegen zo doin wanner ſi ſich vergetzen
willen !. ind dat geſchach als he alt mas 32 jair.
[Supplem. 109b. Rudim.] 5
Dat, Dis herzo was tat roemſche rich bleven an Zulius ind Octavianus
ooo: gebloede ind Nero was ver leſte feier van irme geflecht.
Bl. 48b, | Linus wart der ander pais..... ind faßt, dat ghein vrauwe ſoulde in ben
ib. II0D. empel gain mit ungebedten heuft.
Anno domini 70. in
[Bruftbild eines Kaiſers.
Galba was der 7. keifer van Rome ..... inb Galba mit eim evelen inugelinf
Piſo genoempt, den Galba upgenomen hatte vur ein fon, wurden entheuft. ind
fin heuft wart vur Otho bradt.
[Rudim. Supplem. 1112. Ekkeh. 101. Agrippina 14a (Königsh. 344).) 5
Anno domini 70.
Bruſtbild eines Kaifers.:
Otho der 8. keiſer ..... do frei Vitellins bat rich allein.
[Supplem. 111 und Königeh. 344.)
Anno domini 70. *
Bruſtbild eines Kaiſers.
BI. 18» Bitellius der 9. keifer van Rome ..... ind dairumb ftarf he ein fchentlichen
I. doit und wart im die Tiber geworpen.
'Suppleni. 111%. Königeh. 344. Eife 120.)
[Großes Bild: Schlacht vor den Mauern von Eöln.\. 5
BI. 190. Yan dem holtzfaridach des men pleget jairlichs memorien imd gedechtniſſe zo halden
mit vrenden ind genoichden binnen der Rat Coellen: van einre mirklicher verlor
fung eins belechs der feluer Rat durch ein cloiken anfladg eins edelen ind Arcngen
ritters, her Marfilins genoempt ind burgers binnen Cotllen, zo mat ziden ind bi
welchem keifer, und wie mennich meinnng nnd opinien dacvan gefchreven ſi. »
Hie iS zo willen dat die van Eoellen, as ‚men gemeinlich dae ſaget,
haint up ein zit ein vietorie gehat up den nechften donresdach nae pinziten,
dat fi van eime roemſchen keiſer befacht waren ind in grois fommer ind
noit quamen, als van holg wegen tes ji gebrech babven. nu was binnen
Coellen ein edel ftrenge ritter ind burger ind was ein cloik wis verbarn
1. Flor. temp. 768 fur: de cuius tabat.
morte populus Romanus nimium ezul-
— — —
— — — — — — — — — —
1499. 299
man in dem ruterſpiel und vun koftlichen anflegen, ind be hieſch Marfi⸗
(ins. der erbacht ein auſlach, wie fi houltz onerquemen und bie viande
ouch verwunnen. ind was der anflach alſus vonden, dat eindeil vrauwen
int eirſt uiszoegen zo einre porgen mit farren inb wagen als umb houltz
s 30 balen, und foulven heilm haven up iren heufderen, als woulven fi 30
ſtride reden, ind dat die burger mit irem beuftman uistreckden 30 ber
anderen porken bae die viant Inegen, ind als die viande upbrechen umb
jo overvallen bie eirſte partbie, dat dan alfo die burger die viande zo rud
angingen ind fi alfo neberiwurpen, overtvonnen und vingen. ind bem
anjlach gingen fi nae wie vurß: fi faden ein dach fo wan men dat alfus
beftain fulde, ind als der dach fomen was, fo ruft fich mallich zo, bie
vrauwen in ir were ind die man in ir waepen ind zogen mit vreuden ui,
ein icklich parthie 30 iv porken nis. as nu bie vraumwen begunven uis 30
ziehen mit wagen und farren umb houltz zo halen und bat die viant er-
's jaben, van ftunt an braechen fi up ind wolben fi upfegen mit irem ge-
zuige. ind als fi upgebrochen waren, jo quamen bie burger mit ivem
capitanien Marſilius zo einre ander porken uispringen mit groifjer
macht up fi, dat bie viante wurden gebrungen van noit wegen fich umb
30 feren, fich 30 iweren int wederftant zo boin der overvallung bie in ge-
» ſchach van den burgeren. ind got gaf den van Coellen geluck, bat fi ber
viande ein grois deil erfloigen ind ein groiffe mennichte van in vingen
ind den Teifer in eigener perjone mit in. und brachten ben mit in binnen
Coellen mit den anderen gefangenen ind lachten die up ein torne. ind
furglich dairnae up ein bach jo deden fi ven keiſer heruis brengen van
> der gefenfniffe und quamen up den markt umd woulden im fin heuft
laiffen afllagen. und do he up die ftat quame dae men in intheufven
ſulde, dae was ein coftlich doich gefpreit, ind a8 he ſulde nieverfnien, fo
gelovebe he, dat fr eme fin leven lieſſen, fin (even fulde in vil nuter fin
dan fin doit, ind bat fi van eme begerden wat fi woulben, he woulde in
»v dat beftedigen. die van Eoellen naemen dat an ind brachten eme ein
groiffe bulle unbejchreven, dat he dairan fin fegel hengede, und be dede
dat. ind dairumb halden bie burger van Eoellen noch zer zit gedechtniſſe
ban der overwinnung up den pinxſtdonresdach mit groiffen funterlingen
freuben ind wirtfchaften, ind iS genant ver holtzfartdach!. ind nae fime
» doide wart Marfilius gelacht in ein ſark ind gefut up Die muire, ind ber
ſark fteit noch dair anno 1499 ind is genant Markilfisftein of beffer
Marſiliusſtein, ind is bi der Firchen die men noempt der apoftolen kirch?.
1. Bol. Cölner Jahrbücher B oben 2. 1566 fiel das angebliche Grabmal
S. 45. zuſammen, im 17. Jahrh. war nur noch
DL. 5us,
300 VI. Koelhoffſche Chronit.
ind umb die ritterliche vechtung ind menliche wibberftant den ber vurf
ber Marfilius dede, fo is ein gemein fpruch dairup gemacht ind fteit zo
Coellen gefchreven mit gulden boichftaven an der ftat Danghuis bat men
noempt Gorgenich, ind luit aljo !: W
Marſilius heiden ind der ſere ſtoultze
Behielte Coellen ind ſi voiren zo houltze.
ind dat is die ſicherſte ind geleufhaftichſte ſchrift die ich davan vonden
hain, want ich halden dat gang: wer it fach dat die geſchicht niet certein-
fich ind wairhaftichlich were fomen van iven vuralberen up ft, bat were
niet fo offenbairlidy dahin 30 fchriven zogelaiffen van den burgern zo 10
Collen 2.
Diſſe vurß geichicht ind dait bewert genoichſamlich die gemein füge
ver burger nu zer zit ind dat graf of farf dae here Marfilius in ligget,
tat dat felve alfus geichiet fi. mer zo wat ziven ind bi welchen Eeifer ind
wer da feifer fi geweſt ver alſus gevangen wart ind entheuft ſolde wer: ';
ben, have ich noch vil arbeit ind vragen bat ich barnae gebain hain, niet
moegen gang weairaftichlich ind certeinlich darup beſcheiden werben. int
dat fal niemans verwunderen of upnemmen vur unwerbe, bat ein ſulche
gemein vernoempte gefchicht ſulde niet haven ficheren ind gewiſſen befcheit
van wen, wie ind wanner die ſulde gefchiet fin. ‚want desgelichen haven 2°
ind vinden wir in vil hiftorien, gotlichen ind werltlichen, ind intgemein
fin zweibrechtige meinungen in den biftorien. ind den gefchichten, zo wat
ziden ind under welchen furften of feifer bie gejchiet fin. ind des nemme
furglich ein fulche bewifung van vilen enwenich, dat doch in vervolgung
der gejchicht in diſſem boich jal wider beroirt werben. die gejchicht van
na
m.
eine Säule vorhanden. Gelenius, De Bgl. Simrod, Mythologie, 3. Aufl., |
admiranda magnitud. Coloniae 428,
1. Die jet verſchwundene Inſchrift
(vgl. jedoch oben ©. 284 Note 2) theilen
mit Winheim, Sacrarium Agripp. 3 und
Gelenius, De magnitudine Coloniae 402,
2. Die Cölner Sage von Marfilius
und der Holzfahrt ift eine der dunkelſten
deutschen Mythen. Bor der Koelh. Chr.
läßt fich Feine Spur derſelben nachweilen,
als der Name Holzfahrt für ein in ber
Pfingſtwoche gehaftenes Felt. Unzweifel⸗
haft ericheint, daß Dies nichts als die alt-
germanilche Frühlingsfeier, der Mairitt,
ift, bei dem man in den Wald zog, um
Maien zu holen. Wie fich aber an dieſen
Kern bie ausgebildete Sage von Dar:
ſilius anfeßte, ift beim Mangel älterer
Nachrichten nicht mehr zu beſtimmen.
S.557, wo auch auf andere an ben Mat:
ritt angeknüpfte Sagen hingewieſen wird,
und Dünker, Marfilins und bie Holz
fahrt zu Cöln, in den Sahrbüchern des
Vereins von Altertbumsfreunden im
Rheinlande IX, 43—52. Nicht unwahr⸗
ſcheinlich ift mir, daß ein Zuſammenhang
mit ber ſeltſamen römifchen Sage befteht,
welche fih an die Neiterftatue Conften-
tins anknüpft. Sie liegt wor in ber Gra-
phia urbis Romae (Ozanam, Documents
inedits 168) und, in faft identifcher Faf-
fung, in ben Mirabilia Romae {ed. Par-
they 36). Auch bier verbirgt fich der ar-
miger, welcher einen Rom belagernden
König gefangen nimmt, hinter einem
Laubbündel.
1499. 301
bere Marfilius vint men niet in einigen uislendigen hiftorienfchriver :
wer fal of mach alle funderlinge gefchicht einre iglicher ftat alfus an-
zeichen, bie ouch bi aventuren wail merkens wert weren? bairumb vinde
ich niet in einigen vernoemppen bewerten hiftorienjchriver, dan allein in
s ein deil boichern der burger van Collen die vliffich fin tie gefchicht nu zer
zit anzozeichen, die welche ouch nae vil ſoichens haven niet moegen vin-
ben certeinlichen befeheit. dan ein iglich ftat zeichent an ind mirkt ix fun-
derfich gefchicht, dat doch ouch zom dickermail niet gefchicht, want bi aven-
turen niemans dae i® ber dat pleget anzozeichen: of fin ber dae, vie
io laiſſen dat hinfliffen ind vergeflen dat anzozeichen. haiſtu niet wurhin
gehat, tat mancherlei meinunge is van dem beginne der Hilfiger ftat
Coellen, van wen ind wanne bie fi angehaven? is nu ghein einprechtige
fichere ind certein gewiffenheit van dem anfank ver jtat, fo i8 dat ghein
wunder of dat gefchee bi einre gejchicht die die ſtat bedreven hait. ind dat
15 fumpt babi 30 als ich meine: fo wanne ein follich ding gefchiet, fo meint
mallich, it fi fo kundich ind offenbair dat it alzit blive jo in ven memo-
rien der minfchen. mer wanne. it fomen is an gen hundert jair of en-
wenich darnae, dat die minſchen van der jelver werlt gejtorven fint, fo ie
it dan in ein vergejlunge fomen, ind dan jo meint der ein aljo, ver ander
»alje. item die hiftorien van den 11 duſent jonferen, baven wir des niet
wairhaftige urkunt bat bie gefchiet fi, an dem Lieven billigen hiltum bat
in ir firchen binnen Coellen ligget? nochtant fo i8 groiſſe zweidracht in
den biftorienfchrivern, zo wat ziden ind under welchen feifer dat gejchiet
fi. desgelichen fent Katherinen legenve in der Maxencius genoempt wirt,
» der nie feifer wart in dem lande dae fent Katherina gelevet hait! ꝛc. dair
ouch, die gefchicht wair 16 ind der Feifer ouch niet certeinlich Tan gegeven
werben. fo werden ouch bi diſſer gefchicht nu der feifer genoempt, nu der
ander, ind ein iglich jet ein nae finre opinien.
Die eirſte opinie ind meinung bie ich vinden davan, ſpricht aljo:
» ouch vint men clair, dat Kollen in zit der heidenjchaf belacht is geweſt
van eim roemfchen keiſer, dat men beit dat Julius der eirjt Feifer geweſt
fi, gefangen ſulde haven durch einen anflach eins ritters irs burgers ver
genant was Marfilius, ind geſchach up den nechjiten donresdach nae
pinxſten, davan Collen noch bis up diſſe zit belt 30 der victorien gedecht—
3; niſſe holtzverdach, want fi nae der victorien 30 holg voiren, des fi in ber
befeggunge in grois gebrech waren geweft. ind dae kreich bie jtat groiſſe
privilegien van dem keiſer.
1. Am Schluß der Leg. aurea deb. habent aliqui, utrum a Maxentio vel a
Katherina heißt e8: dubitationem autem Maximino martirizata sit 2c. Gräßec.172.
.302 VI. Koelhoffſche Chronik.
BT. 50b.
In eim anderen boich vind ich alſus und is ein opinien mit ber
eirften und is alfus geſchreven: item as Inlius ſus uis was boven fin
gefatte zit a8 vurß ind Duitſch⸗ lant ſus beziwongen hatte 2c. ind zo
Rome quame ind wainde dank verdient haven ind bevant, dat Pompejus
bat regiment z0 Rome allein hatte an fich genomen ind wolde Julius 5
gein ere befennen, umb bat he were over fin gefaßte zit uis geweft ind
hedde mit ver Romer fchate in fin behoif die Lande bezivongen ind den
Romeren unnutze geweſt, inb were ouch van Marfilius 30 Agrippinen nu
Eollen gevangen geweft ind hedde ven fehentlichen durch bezwank buiffen
iren orlouf funderlinge privilegien ind vribeit gegeven ind verfiegelt, 10
dairumb enwoulden fi van eme noch van alle deme dat he gebain hette
niet halden noch mechtich Laiffen fin 2c.
Diffe eirfte opinien behaget mir gan niet, ind i8 ein gevifiert int
erbacht dink, Dat die gefchicht bi Julius des keiſers ziven gefchiet fi, ind
dat umb vil veven willen. zom eirjten want as vurß is fo was Agrip- 15
pina noch niet gebimwet noch angefangen bi Julius ziven: wie moecht tan
he die befegen? ite.n al hette Agrippina up bie zit ein ftat geweft, fe
were fi doch van macht fo ftarf niet geweſt a8 Trier up die zit was, bie
doch Julius mit fire voulk lichtlich under fich bracht. jo nu die heuftſtat
as Trier was ſich underworpen hatte Julius ind dem roemfchen rich ind a
niet mocht widderſtain der groiffer gewalt, wil minner hette dat moegen
doin Agrippina die vil cleinre was van macht dan Trier. item be gewan
ind bezwank vil groiſſer lande burch fin groiffe overſwenklich volk dat be
bi fich hatte: ſulde im dan Collen weberftant gedain haven of dorren
doin? it Init niet. item wer wat dairan, Julius der keiſer ver alle dinf »
puntlich angezeichent hait in fin boich genant Commentaria Cesaris, dat
be jelfs befchreven Hait van allen landen in jteren ind gefchichten die im
vurquamen, he hette ummer bat billich angezeichent, des he doch in geinre-
lei wis gedenket. item ich begerve wail 30 fien die privilegien mit dem
gulden ftegel die Julius der Feifer den van Agrippinen gegeven hait. mer u
ich halt dat die verre 30 juchen fin. item woulde men ouch jagen, bat
die gefchicht wer gefcheen vur Julius ziden, of gelich Agrippina geweit
were, fo i8 dair intgein, tat ghein feifer was, want Julius was der
eirfte feifer. wie mocht dan ber feifer fin gevangen geweſt, fo doch ghein
feifer was? ich halden it ouch dairvur: wer die gefchicht alias mwibter- 5
faren einigem keiſer der up die zit die Feiferliche majeftait in beſes gehat
hedde, ind were dan aljus nebergeiworpen ind gevangen worden ind bis
nae bis 30 dem doit bracht, it Funde niet feelen, dat hette einiger hiſtorien⸗
ſchriver van in allen angezeichent, want alle hiftorienfchriver fich ſunder⸗
1499. 303
linge darzo vliſſigen dat fi ummer die gefchichte der furften foninge ind
keiſer genawlich upzeichenen. fo nu dat bi eim feifer gefchiet is a8 man
jaget, ind fo ein groiffe fache is dat he up fin veit gevangen lach, fo wer
dat zomail verfuimlich achtergelaiffen van allen hiftorienfchrivern ber
s doch vil was bi den ziven dae Julius regierbe ind ouch nae eme, bie be-
ichreven haven fere vlislich, wat ind wae he get bedreven hait.
Item it fchinet, dat dat fi gefchiet nae ver geburt uns heren, als
clairlicher wirt hernae gejchreven. want die alde 15 geflecht van Collen
haint die hiflorien gemuilt, dat ber keifer van Rome quam ind umlachte
o Sollen. ind do fi in vingen, da fteit bi gemailt, dat die 15 geflechte in
iren waepenroden groiffe vriheit, jo fi in ledich lieffen, van eme ent-
fingen!. daruis fchinet, dat fulche geichicht nae get geburt gefchiet fi
ind niet daevur, want die 15 geflecht quamen mit Trajano tem feifer 30
Coellen a8 Bincentius fchrift?.
15 Yan einre ander meinunge darup.
Zom eirften is 30 wiſſen vurhin, bat fich die hait begeven, jo
wanne ein Feier ver van ven Romern ind finre ritterjchaf overmig fin
untoechbe verhaft was, dat der ſtarf of erjlagen wart, jo quame ghein
eindrechtige foere darnae, ind asdan worpen fi einen up vur ein keiſer
» der nochtant in der zaile der feifer niet genoempt wirt in der hiftorien.
mer is tt || jache dat einich van ven ſelben upgeworpen feiferen wat tref⸗ gr. sı=.
lichs bedreven hatte in of bi dem lande dat in upgeivorpen habde, 18 dan
die gefchichte angezeichent wurden van einigem hiſtorienſchriver, jo wirt
‚hei genoempt ein feifer al was he geine. alſus gefchiede hie bi deſen drien
3 feileren ind hernaemails die, a8 dan bi den naevolgenden feiferen tid-
wife geſchreven is. fo ouch mach veögelichen hie gejchiet fin, dat bi aven⸗
turen ein julcher upgeworpen feijer moecht wat willens van ber ftat
Agrippinen gehat willen haven, ind dat demfelven bie vurß gevenkniſſe
wedervaren were wie vurß und bat berjelve privilegie ind vriheiden van
»fich gegeven hedde. dieſelven upgeworpen keiſer bliven gemeinlich alfus
angezeichent dat niet funderlinge upmerfen up fi gegeven wirt warı fi ge-
noempt werben, und bliven ouch jere ungenoempt. und dovan gejchiet,
dat van lanfheit der zit dieſelve gefchichte in zwivelheit vallen, wanne ind
under welchem feifer die geichiet fin. aljus mach ouch hie. gejchiet fin.
27. geſchiet' ftatt “geichreven’.
I. Bol. das Bild BI. 588. 2. Vgl. oben S. 283 Note 4.
304 VI. Koelhoffſche Chronik.
Die ander opinien ind meinung, bi welchen keiſer dit geſchiet ſi, is:
ſo die geſchicht is widderfaren den van Collen als ſi noch waren in der
heidenſchaf e fi intfingen den criften gelouwen, fo moiſt men dat alſus
upnemen dat it gefchiet fi tufchen ver zit dat Detavianus keiſer was ind
bem feifer Domicianus der des keiſers Vespafianus fon was. want a8 5
vurß jo is Collen gebumet ind gemacht worden bi Octavianus ziden, ind
bi des feifers Domicianus ziden jo hait Collen intfangen ven criften ge:
louven. fo vint fich clairlich, dat dat moift. geſchiet fin tufchen den zweien
feiferen Octavianus ind Domicianus. item hie is ouch zo mirken: fe
bie Romer, als Marcus Agrippa, wie vurß waren beginner ind anbever 10
der ftede Collen, jo is dieſelve ftat ver Romere uphaldung ind bejchirm
geweſt in Duitſchlant, da fi ir amptlude ſetzden ind woinhaftich hielven
ind uis ber ftat ander lude dair umbtrint vegierben ind in beziwanf hiel-
ben. nu finden ich gheinen Martzillis of Marſilius tufchen verfelver zit,
der ir heuftman geweft fi ind ten feifer gevangen have. dan bie leien
noemen Did die wort anders dan it Doch heifcht, umb ver kurtze of want
ji die wort fo eigentlich niet uisfprechen kunnen as vie geleirven, ind
machen .ein wort daruis dat men niet wail mach verftain wat bat fi.
as in Collen fin vil firchen die man noempt mit latinfchen worden. nu
kunnen bie leien niet alſus naefagen ind machen ein wort dat noch duitic) ?
noch latin is. ich enkunde zo dem eirften niet willen, wat namen bat |
waren of wairup bat ginge, bis achternae dat ich merkte, dat fi alſus
contrafeiten bie latinfchen wort. Maria ad gradus, dat i8 Marien rd
30 ben greden of trappen, da machen fi ein wort van ind fagen ‘30 fent Mar-
greden'. Ad ortum Marie, 30 ſent Marien garden, dat fagen fi yofents
Margarven’. Maria ad olivas, zo dem oligarven Marie, fagen fi zone
ven’. Ad virgines, ‘0 ſent Trivilgen’, of a8 die anderen fagen: Adreve-
lationes ‘0 ſent Rivilgen’1. Ad Machabeos, 30 den Machabeen, jagen fi
“30 fent Mafieren’2c. desgelichen gefchiet ouch in anderen fteven ind landen. |
tem die jtudenten 30 Collen plegen die beane of die bachanten da #
mit 30 vexiven ind wife zo machen a8 fi int eirft bar fomen ind willen
jtudenten werben: bat fi Areftotiles graf ind he ligge dae begraven, ind
moifjen wechjen fergahin dae offeren?. und bat kumpt ouch bi, umb
etlicher mais gelicher noemung, dat worde Marſilius ind Areftotiles, je
man bie wort gebrochen ind niet clairlich nisfpricht. 3
Alfus ouch 30 gelicher wife fagen ich hie, dat die Germani, bat fin
1. Vgl. Bd. I, 375, Note 2. befchreibt Ennen, Gefch. IV, 671. Bei
2. Andere, weniger gemüthlide Stu- mar. Jahrb. VI, 337,
dentenbräuche bei der “Beanendepofition’
1499. 305
bie Duitfchen, ind funderlinge die van Eollen haven gehat einen heuft-
man van der Nomer wegen, der hieſch Marcus Quilius!. nu bait den
leien 30 bunt gewejt ven namen aljus naezofagen ind ſprechen Mar-
Billig.
5 Do nu Nero ver feifer fich fo wueſt anlies, fo vielen vil lande van
der gehoirſamheit ver Romer wie vurß. nu was in Duitſchlant noch ein
ander beuftman ind der hieſch Vitellius, ind der warf fich up vur ein
feiler a8 vurß, ind vil van den Duitſchen vie=!Ten mit im zu. fo mocht Bi. sin,
villicht gefcheen, dat derſelve Vitellius vur Agrippinen quam im 30 bul-
den a8 wur ein feifer, ind bes hait fich geweigert Marcus Quilius ind
bie burger van Agrippinen, want fi woulden an dem roemfchen rich
bliven bis fi anderen befcheit kregen. do mochte fich Vitellins vur Agrip-
pinen legen ein zit lank ind zom leften moichten fi in mit den finen van-
gen wie vurß. ind as men noch zer zit faget wanne ein furft verhoget
1» wirt in ein hoeger wirticheit, hait he dan wat bedreven e he darzo quame,
als he minre van ftait was, nochtant jchrift men dat ind noempt dat as
hette be dat bedreven in dem hoeghen jtaet. als men fpricht nu zer zit
niet: “lantgrave Herman hait die jtat Nuis behalten’, mer jo he worden
18 bifchof van Coellen fo fpricht men: “ver bifchof van Eoellen hait Nuis
» behalden’, al was be dae niet biichof. fo ouch, men fpricht nu niet: ‘ver
berzoch van. Oſtenrich Marimilianus hait dat lant van Gelren gewonnen
ind die ftat Utricht’, mer fo he is roemſch konink worben fo pricht men:
‘der roemſch konink hait dat lant van Gelren gewonnen ind bie ftat
Utricht', al was he up bie zit niet konink. alſus mach it ouch bie gejchiet
» fin. al hait Vitellinus Collen belacht ind was ghein Feifer ind wart ge-
bangen van ven van Eoellen e be feifer was, nochtant jo he naemails
teifer wart ein zit lank, ſo heiſcht it: ein keiſer hait Collen belacht ind is
van den van Collen gevangen worden ꝛc. ind aljus vil fi gefacht van ver
15. e' doppelt. 18. behalden', fo he worven is bufichoff van Coellen. Mer men fpricht: der.
1. Gelenius p. 428 bat neben biefem
Erflärungsverfuch noch die Namen M.
Silius und M. Celius. Nach Dünter
Jahrbücher des Bereins von Alterthums⸗
freunden im Rheinlande IX, 48) war
das Grabmal wohl nichts als der Bogen
einer römiſchen Wafferleitung und ber
Sarkophag ein Ueberbleibjel des Waſſer⸗
canals. Dies ift um fo glaublicher , ale
einige bei &öln entdeckte Hefte einer Waf-
jerleitung (vgl. Imboff in ben Jahr:
büchern XIV, 183) genau auf bie Apo-
ftelfirche binführen. & Dünger laubt.
Städtechroniten. XIII.
daß dem Namen Marfilius eine römifche
Inſchrift (Martialis, Marcellus, M. Cae-
lius) zu Grunde liege. Zu berüdfichtigen
iſt jedoch, daß Marfilius ſchon im 13.
Jahrh. in &öln ein nicht felten begegnen
ber bürgerlicher Name ift. 1336 finden
wir einen Marsilius dietus de Archa ar-
miger opidanus Confluentinus (Günther,
Cod. dipl. Rheno-Mosell. III, 340). Die
Bezeichnung Marfilftein bekam bie auch
heute noch I genannte Straße wohl nur,
weil dort ein Bürger Marſilins wohnte.
20
306 VI. Koelhoffſche Ehronit.
anderen meinungen, ind dunkt mich ouch die bequemfte ind waichaftichte
fin. ind alfus mach men ouch befchriven, dat it gefchtet fi a8 Collen noch
ftont in heidenſchaf. want wil men bat zofchriven einre nachvolgendet
zit, jo vint fich dat niet gank wairhaftich, want balde hernae quam
Coellen an den criftengelouven als hernae gejchreven wirt. ouch kn;
men den feijer niet wal haven dem dat widterfaren fi.
Kie werden manderlei opinien ind meinungen geſoicht under vil keiferen,
fo wanne die fiat Agrippinen die vurß victorie gehat have.
Die derde meinung of opinien hievan is: ſulde bat gefchicht von
Marsillis gefchtet fin nae Chriſtus geburt ind niet zo der zit die nu be ""
ſtimpt is, jo moift it van deſen naegefchreven Teifern gefchiet fin, as mit
namen keiſer Severus, ter kriegede widder ven heren deſer lande Albinum
Julianus geſelle anno 184. of it moiſt ſin geweſt Probus der keiſer, da
van ſteit bat der doit ſloich bi Collen Bonoſum ind Proculum. of were
it van den gheinen geiveft, fo vint men dat Valentinianus ver Feifer ouchn
in biffen landen geweſt fi: ver overwan die van Burgundien ind zwanl
die van Saffen anno 367. it mach ouch wail fin dat tufchen ver zit ſancti
Materni ver der irſt bifchof was 30 Collen anno dni. 94 ind fent Sewe
rin dem anderen bifchof van Collen anno 374 noch vil heiben geweſt fin
mit den criften in berfelver zit, bat alsdan die van Eoellen bie victorie
gehat haven, want fi Romer waren und under bes roemſchen keiſers gebot
waren ind villicht ſich ſatzden widder ven feifer ind darumb heruis var
Collen zoich.
Diffe lefte opinien befluift ind fegt niet fichers van dem feifer ver
50 ber zit diſſer gefchicht geweit fi. ouch gedenkt fi niet des ritters War: »
ſilins noch wie die van Collen den Teifer gevangen haven, dan allein
noempt na ein bie feifer die up Duitjchlant gefriget haven. user bat be:
roirt unſe fache niet ind dairumb, fo ft in eim unficheren wege wandelt,
ſo lais ich ouch Hin gaen bie als vur ein ungewiffe meinunge.
Ein ander opinie. #
Ein ander opinten umb ein gueden anflach zo vinden, bat men ben
princen, ver Collen belacht hadde, perſoenlich begriffen moedht.
Noch have ich ein ander opinie ind meinunge gehoirt ind bie alſus,
bat die van Eoellen in dem beleger ein finne erbachten, wie fi des keiſers
heir bat vur ber ftat lach ſchedigen ind ſchenden moechten. ind ſunder⸗
linge durch ir capitanien Marfilius, der ein verparen ftritbar man was,
12. ‘die? jtatt ‘ven’.
1499. 307
wart ein alzo aventurlich atflach gemadht. he wuſte wail bat ber keiſer
ouch ein anenturfch man was, dat he algit plach mit ven eirften 30 fin ale
men wat bebriven fulde. fo ervacht he ein fulchen anflach: fi woulden
laiffen Inden ind vurgeven dat fi gebrech van houltz hedden, ind dairumb
s moiften fi uisziehen umb houlg 30 beitellen. ind jo woulven fi vil wagen
wteiven ind volk dairup legen, ind war fi ban sur die ftat quemen ein
cleinen wech ind der keiſer fi erfehe, jo woulde he fi overvallen int neber-
treden. asdan fo foulden die ghene, die up den wagen weren, heraf fprin-
gen ind funderlinge des keiſers gefinnen, ind als fi den ergreiffen, gevan-
to gen nemmen ind gevenklich binnen Coellen Bringen, ind alſus jo wurde
bes Teifers heir beſchempt, als ouch gefchach. fi bereiten vil wagen zo ind
up diefelve wagen beftalten fi al verborgen vil volks dat wail geruft ind
geſchickt was zo ftriben, inb up einen bach, ind bat was ber nechft donres⸗
dach nae pinxſten, fo zoigen fi uis umb houltz zo beftellen. ind als fi in
15 dat veft quamen ind geſien worden van dem feifer ind fime heit, fo wuſt
ver feifer ſelfs perjoenlich up mit wennich volfs ind hofte die ghene vie
us Coellen zoigen neder 30 werpen, want ver felver wennich fchene zo fin.
vie Coelner mit irm heuftman Marfilius vurß, als fi in faegen komen,
jo wichen fi enwennich zorugge, ind ver Feifer mit den finen voulgbe in
ange ind meinte, dat he in die porke vorzogen ind vorgangen woulde
haven. bo die Eoelner faegen, dat he ein widen wech was van fime heir,
jo fprongen bie up den wagen waren beraf ind vingen ben feifer mit flme
volf, Dat eirre wenich intquamen, ind brachten in in Eoellen. ind va
wurben ft verloeft van dem legger ind groislich privilegiert vom dem Teifer
3.08 vurß. |
Ein ander opinie,
Ein ander opinien van einre ander meinungen up bie vurß materie
van ber onerwinnunge.
Item ein ander opinie is, dat die van Eoellen gein gebrech enbatten
% dan houltz, mer doch dat gejchrei lied men uisgaen, wie dat gebreche bin-
nen ber ftat van houlg were ꝛc. als nu die Coelner wis Coellen zogen
mit iren wagen umb houlg 30 halen ind van dem houlg quamen, jo haven
fi an ire wagen gehencht groiffe risachtige boeume, die welche boeume up⸗
roirten ein groiffe geftubbe in dem velde, dat men ir beir niet befennen
5 ind underfcheiden moicht. ind in alfulcher ſchickunge overvielen fi des fei-
jers heir, bie ir unverwart waren ind woiften niet of it vrunt of viande
waren bis jo lange, dat fi iren ernftlichen angrif jaegen. ind got gaf
14. donresbages.
20*
Bl. 52b,
308 VI. Koelhoffſche Chronik.
gelud, dat fi bald 30 dem keiſer quamen ind vingen den ind in der mang:
lung nisvoirten ind binnen Eoellen ꝛc.
Hienae volget noch ein ander nieinung van der vurß materie die ond) fere
mirklich is.
| Item noch ein ander meinunge van dem vurß Marfilius hain id;
gevonden, ind iS ouch fere mirklich.
Als Nero ver keiſer doit was, fo is ein grois uproir gejchiet 30
Rome under den overften van der ftat. ind zo ver felver zit hait dat voll
Eburones genoempt, dat gelegen was in ber lantfchaf dat nu genoempt is
bat Zuitgerlant, mit dem volk Menapii genvempt, tat was bat voll bat 1
bewonet die lantichaf dat men nu noempt Guilcherlant, — die zwae lant-
ichaf zofamen haven fich zofamen verbunden ind woulven die ftat Agrip-
pinam ind die inwoner overvallen, a8 fi ouch deden.
Nu hadden die Romer ein capitanier gefatt zo Agrippinen ind over
ander plagen bairumbtrint. as der vernam bat die vurß lantſchaf ver: 15
gadert mit irme volf quamen, he is rechtevort 30 gemoete fomen ind traf
den ftrit mit in ind gefchiebe ein groiffe bloitjtorgung zo beide ſiden. die
van Agrippinen dit vernemmende, overmig verdrach bes ganten raik
haven geforen ind upgeworpen vur iren capitanier einen jungen geraden
ftoulgen man ind was geheifchen Marfilius. deſe Marfilius, al mas he?
noch jere junf van jairen, fo was he doch fere hoichlich begavet mit cloil-
heit ind mit foenheit ind anderen gaven bie eime wailgeboren man 30
gehoeren, alſo dat fich die alden van finen nutlichen anlegen verwonder⸗
ben, ind dairumb under finen mitgejellen van jairen fere groiffelich geeirt
wart. ind umb fulcher groiſſer ind treflicher geſchicklicheit beide zo regie⸗
ren ind ftriven wart he die geforen 30 den ampten ber policien die be
uisdermaiſſen lovelich ind eirlich uisreichte. ind deögelichen in dem rut—
teripiel bepreve he manchen foeftlichen rit ind quam alzit mit groifjen
eren zo huis als he uisgefant wart. |
Diffe ſelve Marſilius a8 he hoirde ind vernam, dat ir capitanier #
in noit was, funder einich merren lies he brechen ein grois loch durch
die ftatmuire, ind he mit finen mitburgeren wuſten uis up ir viande ind
ſchuffierde ir heir fere groislich ind floich iren berzogen doit ind dede fi
vlien mit groiffen ſchanden, ind liejlen al ir tenten achter fich.
Dot volf dat mit Marfilius uiögezogen was, beide 30 vois ind z0.®
perde, uis groifjer grimmmicheit up iv viant moichte Marfilius niet be
twingen noch upgehalden bat fi niet roufden. bae wurden vil gevangen
van den vianden ind Freigen groiffen mechtigen rouf. Marfilius mit
1499. 309
finen mitburgeren zogen wederumb 30 Agrippinen in mit groiffen vreu⸗
ben ind vroelicheiden. Marfilius wart Foeftlich ingewoirt ind mit groiffen
eren intfangen: be wart gefaßt up ein fchoenen wagen Toeftlich zogereit,
ind an ben waren wiffe perde gefpannen die den wagen treckden ind dae⸗
sbi ein blinkenden fleven. ind he was gecleit mit eime wiſſen blinfenven
fiven cleit ind geeroent mit einre croenen van loerberboum, ind wart alfo
gevoirt mit groiffen eren 30 dem capitolium, ind bae wart wit ind breit
jere groisfich nisgeroifen fin pris ind fin lof van ber victorie. ind van
dan wart he gevoirt van ven fenaten ind varı der gemeinte mit groifjer
ı even 30 huis.
Yan Marfilins doit ind van fime grave.
Marfilius vurß als he alt was 60 jair, ftarf he under Vespaſiano.
ind fin graf wart gefaßt up ein hoge fteine muire, darumb dat fin durch:
Iuchtende ind fchimberlich lof allen minfchen ſulde offenbair fin, ind bat
ıs die ander burger veögelichen ſulden unververt fin van den peridelen noch
arbeit vlien die anzogain were vur dat gemein goit, ind bat fi ouch van
jime exempel getreckt wurden ind bewisben fich fnel ind gerade zo julchen
dingen 30 volbringen.
! Ind umb dat funt 30 doin den naloemelingen, hait einre Atilius Bi. ss«.
» gehetfchen gemacht ein overjchrift an fin graf ind hait dat ſelve graf ge-
nompt mit eime ewigen namen ind woelde, dat it 30 den ewigen bagen
joulde Marfilius graf genant werben.
Epitaphium.
Marsiliusque ! meis olim clarissimus heros
2 Clara dedi patribus bina trophea manu.
Finitimos audax consperso sanguine cladis?
12. ftarff vnder he. Zu
1. Dünger a.a. DO. 43: ‘Diefer Ati- hiermit tetra proditione zu verbinden.
lius ſcheint fortlaufende Grabſchriften auf Diele Auffafjung beftätigt eine mit ber
berühmte Männer der cölnifchen Geſchichte Grabichrift des Marfilius und ber vor-
verfaßt zu haben; wenigften® dürfte das ausgehenden Erzählung in unverfenn-
que am Anfange faum auf eine andere barem Zuſammenhang ftehende Stelle in
Weiſe feine Erflärung finden’. Presbiteri Hieronimi Estensis libellus:
2. Dünker 44: “Atifius fcheint in in preconium urbis Agrippine: et de
3.3 die bina tropaea beftimmt zu unter- bello eius conditoris adversus Persas in-
ſcheiden; Marfilius befiegte die benach- cipit felieiter. Diefes fehr jeltene Werl:
karten Völker einmal in offener Schlacht chen in 40, deſſen Kenntniß ich einer gü-
(consperso sanguine cladis), ein anber- tigen Mittheilung bes Herrn 3.3. Merlo
mal durch Verrath (tetra proditione)’. im Cöln verbanke, flammt aus der Ulrich
Der ſchwarze Verrath' paßt aber nicht in Zell'ſchen Offtein und ſcheint — ber ita⸗
ein Lobgedicht, und es erfcheint räthlicher, Tienijche Zug Karls VIII. wird barin be
flatt consperso conspersos zu lefen und reits erwähnt — gegen 1500 gebrudt zu
310 .VI. Koelhoffſche Chronik.
Devici tetra proditione simul.
Dicebar sapiens merita cum laude. mihique
Chara magistratus patria sponte dedit.
' Germanicus quandoque furor me auctore quievit.
Heu quantum patrie abstulit illa dies. 5
Anno dni. 72.
Bruſtbild eines Kaiſers.)
Bespafianus der 10. keiſer van Rome be hadde ein huisfrauwe die hieſch
Domieilla, ind mit der hadde he zwen ſone: der ein hieſch Titus, der ander Domi⸗
eianus, ind worden al beide keiſer nae einander. 10
[Rudim. Supplem. 111b, Eike 120. Agrippina 14b (Qönigsh. 345).]
Bild einer belagerten Stabt.]
BL. 536 "Wie Iherufalem gewonnen ind deftrneirt wart.
—548.
In dem eirften jair van Bespafianus keiſerdom ..... vil Eoeftlich purpur:
doicher, die in dem tempel vurß gehangen hadden, ind wil ander Dinge. 15
[Rudim. Supplem. 1123, 1142. Königsh. 346. Entlehnte Kitate find:
Joseph. Bell. Jud. VI, 9 und VII, 5. Hugo Floriac. Chron. (ed. Rettendorf,
Monasterii 1645) 64. Oros. Hist. VII, 9.]
In dem berben jair fing regiments dede Bespafianus vil koeftlicher buwe
in dem 9. jair ftarf be wie vurß. „)
ü Eraim. (Beda, De sex aetat. mundi und Martin. Oppav. 445, 11). Florar.
—422
76
Ittem hie is zo mirken, dat die verſierden hiſtorien ſchriven vil dinge
die geſchiet ſoullen ſin van den eirſten keiſeren, die ſi ſollen gedoin ind
geſacht Haven van unſerem heren Iheſu, dat doch niet upzonemmen ie. »
want ghein keiſere ſin bi der ſelver zit criſten geweſt bis lange hernae, als
dat dan beſchreven wirt anno uns heren 407. wiewail vil van den kei⸗
ſein. Es heißt hier Bl. 55 in einem de 5
portis urbis Agrippine prisce et de tri-
umpho Marcilij adversus finitimos über-
ichriebenen Abjchnitt:
Non aliter catulus quam cum per ruls
eatellis
Commotis venere iungitur in plateis.
Martiliusque patres dux ad pia com-
Tertia flammiferos modice falcata per
arcus
Martia Martilio nomina clara dedit....
Nee procul hinc nostri cupientes frau-
dibus urbem
Vertere finitimi tela cruenta gerunt.
Quam primum segetes populantur pin-
gues aristis
Et pecudes pariterlata per arva trahunt.
Atque simul castas deturpant ante pa-
rentes
Gnatas, hine nuptas coniugis ante pedes.
moda rerum
Publica festinus traxerat inde suos.
Inclita bella parat felici numine divum
Et simul audaces suscitat arte viros.
Finitimos tandem superavit maxima clade
Ut laniat avido viscera dente lupus.
Oh qui complexus atque oscula grata
recepit,
Cum lauro insignis quatuor iret equis.
Altisonas cuncti celebrabant carmine
laudes
Martilij, in mundo fama notatus erat.
1499.
311
ſeren goit eirber ſedich man waren, naturlich zo ſprechen. ind dairumb
verboden ſi, dat men die criſten ſoulde vervolgen of doeden. |
Den Tiejt dat keiſer Vespafianus wespen in finre nafen gehat have
und bat he verloift ind gefunt wurde overmig bie Veronica uns heren
zvan der juchten finre nafen!. ind dairdurch dede he finen jon Titum
vur Sherufalem bliven ind die Jueden verjtoeren, want fi got gedoit had⸗
den der zeichen in fime live gedain habbe, ind ſprach: want he zeichen nae
fime leven vil gedain hadde, fo moiſt it goß fon fin. ind fivoir bi finre
nafen, finen boit ſoulde he wrechen of be foulde dairumb ſterven. ind als
0 be an fin naſe tafte, fo wart he van alle finre qualen ind fuchten gefunt.
Dat vurß is erbacht ind verfiert a8 ein ander fabel of erempel dat
ouch fich in ver wairheit niet alfo fal ervinden, want men davan niet be-
toirt vint in gheinen noch alden noch numwen bewerten hiftovienfchriver.
want wairumb VBespafianus zo Iherufalem reisde, iS vurhin claerlich
(5 beroirt, ind dat i8 geleuflich 2. ich vinden ver fabelen alzo vil die alſus
verfiert fin umb ein innicheit zo machen of wat nuwes hervur 30 bringen,
ind die jelven fchriver willen dat grunden ind veftigen up den namen bes
jelven minfchen ven die hiſtorie antrift, dat Doch in geinrelei wis wair is.
want alzo fere wenich minfchen i8 ir name alſus gegeven nae dem als
„der name is bezeichen, mer meir uis eim vrien goiden willen. Die alven
hiltorienfchrivere als Swetonius, Oroſius ꝛc., die alle umbſtende ind ge-
legenheit der Teifer befchreven haven van irem leven ind van irre perfone,
die gedenken des in geinrelei wege. ind ber gebichten unwairaftigen hifto-
vien fin uisdermaiffen vil. fin die van quaeden perfon, fo henkt men vil
is loegen dairzo, want niemans fich dairwidder leget bat zo rechtverdigen.
ind fin doch im gronde ver wairheit gelogen, als van Judas dem verre—
der, wie be jin vader erjlagen have ind fin mober z0 eim wive genomen
ind fi geboren geweit van Men, dat al zofamen Ioegenaftich 183. des—
23. ind des ver.
1. Ueber die ebenſo zahlreichen wie
mannigfaltigen Geftaltungen biejer Sage
vgl. befonders Maßmann, Kaiſerchronik
11, 573 ff. Es liegen zwei Hauptverfio-
nen vor: nach der einen erfolgt die Hei:
lung des Kaiſers — bald Tiberius, bald
Bespafian — durch Das won der h. Vero-
nica Überbrachte Bild Chrifti, nach ber
andern durch den bloßen Glauben an
Chrifti Gottheit. Im Wefentlichen ſchließt
ſich die Chronik der leßteren Verſion an; ber
Rame Beronica, der hier auf das Bildfelbft
übertragen wird, ift vein äußerlich ein-
geihoben und paßt zu der folgenden Er:
zählung gar nit. Wahrſcheinlich lag ihr
die ganz ähnliche Erzählung der Legenda
aurea (ed. Colon. 1483, Bl. 81) vor, wo
nur der eine Zug fehlt, Vespaſian habe
bi ſinre nalen’ geſchworen'.
2. Vgl. Leg. aur.: unde secundum
eronicas non fecit hoc zelo Christi, sed
quia a dominio recesserant Romanorum.
3. Vgl. Cölner Leg. aur. Bf. 52.
Nur die jeltjame Nachricht, Judas fei in
Mainz geboren, fehlt: offenbar ift fie von
Pilatus ivgl. Maßmann, Kaiſerchronik
III, 595) auf Judas übertragen.
Bl. 54b,
Suppl.
chron.
112b.
BI. 54b
—H58,
Rudim.
u. Mart.
Oppav.
445, 36.
312
VI. Koelhoffſche Ehronit.
gelichen van Pilatus leven, wie he geboren fi van eim konink ind eins
mullers dochter ind wie he eins koninks fon van Vrankrich erflagen
have !, dat doch offenbairlichen is widder alle hiftorienfchrivere. want up
die zit was noch gein foninf van Vrankrich, die lange dairnae in Gallien
fin komen ꝛc. ind bat vint ein iglicher wairhaftich, der dairnae mirfen :
wil, want fi gemeinlich erren in den juiren bae fi fchriven Dat Dat gejchiet
fi, ind ouch dieſelve keiſer of foninge fin niet geweſt bi der zit als fi dan
Ihriven.
| [Bruftbild eines Papftes.
Cletus der derbe pais
quam he an dat paisbom.
in dem zweiben jair van Bespaftanus keiſerdom 1
Anno domini 81.
[Bruftbild eines Kaiſers.]
Titus der 11. feifer van Rome
.eo0ro
der vader was fromme ind ber fon over
traf den vader in doegenden, ind dairumb fo wirt ber fon vurgeſetzt gemeinlich in 13
reden ind im fchriften, als men plecht 30 jagen: “Titus ind Vespafianus hain
Iheruſalem zerbrochen’. item: “dat juetſche koninkrich hait ein ente ge-
nomen bi Titus ind Vespafianus ziden'. ind dergelichen 2.
[Supplem. 113b und Königsh. 346.)
Anno domini 83.
Domicianus der 12. keifer......
ſchois be tufchen zweien wingeren hin Die men
hielt, ind dede den wingeren gein ſchaden noch roirte bie.
[Supplem. 1148. Agripping 146 (Eife 123). Ekkeh. 103.]
Die ander vervolgung der criften.
In dem 9. jair fins keiferboms 3 dede he den tempel Pantheon genvempt machen 25
wie vurß, ind dat quam alfus 30. als der keiſer Domicianus ind die fenatoir verne-
men, bat bat lant van Perfien fich widder die Romer legen woulde und aftreven
van ber gehoirſamheit ind hetten widder Die Romer geftreven, jo foren fi
einen furften, van iren heuftluden den vervarniten ind geludhaftichiten,
ind der was genvempt Marcus Tribunus? ind was ein richter zo Rome. 3
dat i8 niet ver Marcus Agrippa ber des feifers Octavianus eidom was,
1. So die Pilatuslegende der Cölner
Leg. aurea BI. 65, wo Pilatus’ Name
von der Müllerstochter Pyla und dem
Müller Atus abgeleitet wird.
2. Königsh. furz: „T. und B. wo«-
rent frume keyſer'.
3. Nur dieje Zeitbeftimmung ift aus
Rudim. novic. entnommen, bann tritt
Martinus Opp. ein, dem bie Chronif aber
nicht durchweg folgt.
4. Marchum Agrippanı Urbis pre-
fectum. Mart.Opp. Bgl. Agrippina 15°:
‘Zu biefer zit do was Marcus Agrippa
Octavianus eidem geflorven, und bie
Romer janten van Rome einen ftritgelud-
baftigen heuftman ber ftab Collen genant
Marcus Tribunus, der was richter zu
Rome’ ıc.
1499. 313
funder der was doit. ind als die fenatoir dem vurß Marcus vurbielden,
dat be betirmpt were van dem feifer ind den fenatoren, bat he ſulde den
ftrit voiren ind heuftman fin intgein die van Perfien, darup begerbe be, Martin.
dat he moecht haven bri bach fich darup zo befinnen. ind als he up ein zit bes nachtz “ 9.
5 lad ind beachte fich, wie be fich anftellen woulbe, ind aljus denkende wart be in-
laifen. ind in dem fleif quam im vur ein fraumwenperjon und bie fpraich 30 im, bat
be ein tempel meechte in ir ere as fi in underwisde, ind dan ſulde be den ftrit gewin⸗
nen overmig ir hulpe ind biftant, ind ſprach daebi, dat ſi genoempt were ind hieſch
Cibele ind were ein mober aller gode. des morgens verfundichte Marcus dem fenate
wind fi geretten im dairinne biſtendich ind hulpelich zo fin, bat be
bie reife ori an fi neme, ind fanten im mit wil fchiffen ind groiffen voulk
migein die van Perfien. ind got gaf im gelud, dat be die van Perſien overwan
ind bracht groijfen mechtigen ſchatz uis vemfelven lande gen Rome, ind
wart intfangen eirlich ind mit lof ind fchal. ind van dem ſchatz dede do
ıs Domicianus nae begerde des vurß Marcus machen ven || groiffen koeſt⸗ Bl. 55b.
lichen tempel aller gote, ind wart hernaemails gewiet in die ere alfer hilligen, ib. 457,
do Focas feijer wart.
Hie i8 zo mirken: dat bit ſchriven gemeinlich die hijtorien, dat diſſe
vurß tempel durch fulche manier ind up bie zit ind van dem feifer ji up-
2 gezimmert worden, volghet fich dat clairlich und offenbairlich, Dat bie
biftorie i8 gevifiert ind ervacht!, die jaget van dem torn der ſulde geweſt
fin 30 Rome, in dem ftonden die afgode aller ande mit eim fchelgin, umb
ben Romeren 30 verfundigen ven afval einiges landes. ind bat felve
ichrift ouch Burleus Anglicus ? in dem boich genant Vita philosopho-
3 rum in dem wort Virgilius, ind foulde gejchiet fin bi den ziden do Vir⸗
gilius lefde, dat was als Octavianus feifer was. want up bie zit was
noch niet vonden die gewoinheit ind bruchung ber fchellen. ouch vint men
bat in gheinen alden hiftorienfchriver, dat Doch funder zwivel niet were
achter bleven, it hette ummer einre van in laiſſen dairvan Iuben. van
6. ind ind dem flaif.
1. Die folgende Polemik richtet ſich ... per me Arnoldum ter Hornen anno
gegen die bei mittelalterlihen Schrift- domini 1472 (Cöln). Die Stelle fteht aus
ttellern häufig begegnende Ipentificierung Burley citiert (hec magister Walterus
des angeblich von Birgil erbauten Schel- Burlensis ubi supra) aud) im Florar.
lenthurms — der fog. salvatio Romae, temp. 70%, doch bürfte die Chronik in
vgl. Über bie verichiehenen Berfionen der Anbetracht des weit genaueren Citats
Sage Maßmann, Kaiſerchronik III, a2uff. den Cölner Druck Burley's direct benutzt
— und des ſpäter erbauten Pantheons. haben. Burley bat die jeltiame Erzählung
2. Incipit pulcher tractatus collectus wieder aus Vincent. Bellov. Spec. hist.
per venerabilem doctorem WalterumBur- VII, c. 61 entlehnt, wo auch bereits be-
ley Anglicum de vita philosophorum. zweifelt wird, daß man zu Auguftus’ Zeit
Am Schluß (vor dem Index sententia- Glocken gelannt babe.
rum): et sic finitur perpulcher traotatus
314 VI. Loelhoffſche Chronik.
unſer nuwe hiſtorienſchriver, die gerne wat nuwes ind genoichlichs her⸗
vur brechten, die viſieren ind erdenken ſulche fabelen ind ſchriven die alſus
bequemlich, dat die naekomelinge, die dat leſen of horen leſen, meinen
gantz it ſi alſus geſchiet. ich hain dat ind dergelichen alzo vil gemeint,
it fi wairhaftichlich alſus geſchiet as ich dicke hain hoiren ſagen. mer nu;
als ich die hiſtorienſchriver ſelfs durchleſen hain, ſo vint ich dat dat ſelve
ind ander vil hiſtorien erdacht is ind viſiert.
Clemens der 4. pais ind was 9 jair ind 10 dage pais.
[Suppl. chron. 114b.]
Yan dem beginne des bifhdoms van Coellen. 10
(Bruftbild eines Biſchofs.)
Bur dat eirfie fo is zo willen, bat in dem 44. jair nae der geburt uns heren
ind in dem 13. jair nae dem boit Erifti, jo hait unſe lieve here gejant im Die gantze
Bl. 55b werlt fin jongeren 30 predigen dat ewangelium...... jo wart ſent Matern biſchof 30
568. Trier ind was der derbe biſchof dajelfs. und a8 he doit geweſt was 40 dage, fo was be 15
bernaemail® 40 jair biſchof van Tongeren. ind want noch vil minjchen waren zo Trier
die die afgode anbeben ind in den landen bairumbtrint, fo dede he groiffen arbeit bat
he uisraebe bie irrung ind den ungeloven ber minfchen in fime biſchdom, ind beleirde
die 30 dem criften gelouven.
[Miffion der dh. Eucharius Balerius Maternus. Eingang aus Rudim., dag 4
arbrige aus Florar. 75° — 782 (Struwe 1—3; vgl. auch Cölner Legenda aur.
«Bl. 393) .}
Anno dni. 94.
Yan fent Matern dem eirhen bifhof 30 Coelne, nnd zo wat ziden
dat geweh fi. 2
Do nu der billige bifchof fant Matern die ftat van Trier mit den
fanden dabi liggende in ein rechten wech ber wairheit und des criften-
Florar. gelouvens bracht hadde ind was ungenerlich 3 of 4 jair bifchof zo Trier geiveft,
jo woulde he ouch anter lande beferen ind tredt uis ind previchte jo wae
ebend. u. he hin quam offentlich ind jtanthuftichlich ven criftengelouven. ind als he so
Agripp. ſo gink predigen dat hillige ewangelium, ſo quam he van Trier zo Verona nu Bonna
(Sagen genant und machte die criften. und dairnae fo quam be 30 Agrippinen bat nu Eoellen
heiſcht, und dat was in den jaren nae ber geburt uns heren, als gemeinlich die boich
jagen, anno. 94 ind in dem 12. jaiv van Domicianus keiſerdom. ein anber boich
1.0.8. genoempt Florarius temporum fchrift enwenich anders 2, bat jent Matern =
4—
3. meyn' ſtatt meinen'.
1. Ueber Die Sage vom Apoſtelſchüler ſonders 98. S. auch Bd. I, Allg. Einl. IV.
Maternus und die ungeheure durch fie 2. Der Ehronift überfieht, Daß beide
veranlaßte Fitteratur vgl. Friedrich, Kir- Angaben, aud die an erfter Stelle er⸗
hengefchichte Deutichlands I, 86 ff, be- wähnte, ſich im Plorar. finden.
1499. 315
bave bat biſchdom z0 Agrippinen begunnen inb fi aldae bifchof worben als be 6 jair
biſchof was geweft 30 Trier nae Eucharius ind Valerius boit in dem jair uns beren
96 ind in dem leſten jaire van Domicianus feiferdom, ind beſas dem ftoil 38 jair. -
bie underfcheit tufchen der vurß meinung ind biffer fteit in 4 of 5 jairen:
5 it licht Hein macht dairan. do nu fant Maternus zo Agrippinen komen was as
vurß, do began be dair zo predigen dem criftengelouven ind verftoirde die af:
gode ind befeirbe dat wolf 30 bem hilligen criftengelouven ind bebe da bumwen zwae
firchen, die ein buiffen der flatmuren ind wibebe bie in ſant Peters ere und im ber
ſatzde he finen bifchoflichen ftoil. ind dairumb heiſcht Die kirch noch hude 39 Dage ber
10 alde doem. die ander kirch dede he bumwen im der flat in die ere ums lieven heren
ind unſer liever vrauwen ind is nu genant jent Eecilien lirch. ich Hain niet ges
louven, bat die firch die nu zer zit dae fteit,. fi van fent Maternus ge-
buwen, mer it mach fin dat fi vermacht ind verandert fi, als dan bat in
vil kirchen nu gefchieht ind vurmails geichiet 18. bat gebume noch bie
15 geftalt ver Firchen hat niet inne zeichen ver altheit, jo dat Lichtlich zo mir: -
fen is, wan man die zo anberen alven firchen gelichen wil!. ich hain
wail hoiren jagen, dat ſent Peters firch vie da bi fent Cecilien Kirch ſteit
binnen Collien, ji ein van den eltften firchen und jent Maternus have fi
doin machen. ind bat gebume is van ver alden werlt, a8 men noch hude
20 39 Lage fien mach. ine bat bie heuftkirch buiffen ver jtat gejagt wart,
jal niemans vremd nemen, want bat is noch up alzo vil enden, dat bie
kirſpelskirchen buiffen ver ftat ftain ind ander firchen in ver ftat.
Darnae ale jent Maternus der billige bifchof die ftat Agrippinen van irem un⸗
gelouven bekeirt hadde 39 dem vechten gelouven, fo zoich he vortan ind quam 30
25 Triht?. ind dae prebichte he ouch ind befeirde das voulk ind dede ouch da machen
ein firch in strata aggeris publiei ind wihebe bie ouch in Die ere fent Peters. ind zom
leſten quam be zo der flat van Tongren, ind dat was up bie zit ein foeftlich grois
Florar.
b =
5a
(2.3).
eben.
758,
foufheuft- |ftat. ind die want he vol afgoderie ind ungelouvens. dae began he 30 pre» Bf. 56b.
bigen ind bekeirde dat wolf ouch zo dem criftengelouven, ind dede da bumen ein kirche
30 ind wihebe Die in Die ere unfer liever vrauwen ind ſatzde ouch dae finen bifchoflichen
ftoil. und bat was in dem 10. jare naebem als he bifchof 30 Trier was worden ind
10 jare3 nadem as be was biſchof zo Eollen gewefl. ind alſo was he bifchof
30 Trier 40 jair, biichof 30 Coellen 35 jair und 30 jair biſchof 30 Tungeren?, ebend.
und regierde diſſe biſchdom alle dri. ind als men lieft van eme in finre legende, jo
35 hielde be mifje in ben drien ſteden Trier, Agrippinen ind Tungeren up ein billige
criftnacht.
15. zeiches' ſtatt "zeichen’.
1. Rah v. Quaſt (Sahrbücher des 2. Maastricht.
Ber. von Alterthumsfreunden im Rhein- 3. Anno pontificatus Coloniensis
lande X, 193, 194) iſt mit Ausnahme quinto, Florar. Es liegt wohl nur ein
des nach der Nordſeite fich erſtreckenden Drudfebler vor, da ja unmittelbar bar:
Arkadenreftes, ‘Die gegenwärtige (Cäci- auf das Eölner Pontificat auf 35, das
lien-) Kirche in ihrer Sauptanfage nicht Trierer auf 40 Jahre angegeben ift.
älter ala pas 12. Sahrhundert. 4, Annis 31 diebus totidem, Florar,
l
77b (2).
Agrip-
pinatse.
Florar,
58 (1).
316 VI. Koelhoffſche Chronik.
It is ein chronica van der ſtat van Collen ind is in rimen geſatzt!,
die ouch voirtbringt nuwe dinge van der ſtat van Agrippina, wie ſi ſent
Makern bekeirt have ind up die zit fi Agrippina genoempt worden Collen
vurß. it is ouch daſelfs alſus geſchreven: men wilt dat ſent Peter dem
vurß boden fin ſtaf ſelfs gaf? ꝛc. als ſant Matern doit was. michs
dunkt, dem Duitſchen wirt da zo vil zogegeven in dem ind ouch in an-
deren punten, als hernae bais wirt geſchreven werden. dat vurß is ge⸗
nommen als ich mein nis der croniken van Trier 8. Die trierſche cronica* helt,
dat die ſtat Agrippina kreich den namen Collen als ſent Maternus daehin quam.
ander biftorien 5 halden, dat der name tempore Graciani des Teifers verwandelt wurde.
Hie i8 zo merken, dat in vil boichern van der zit dae ſent Matern
30 Collen quam i8 alfus gefehreven: “anno dni. 94 do fante fent Peter
van Rome ſent Matern in diſſe lande umb die criften 30 machen’ 2c. ein
deil haven alfus: “in dem jair uns beren 94 unter Domiciano dem feifer
do was ſant Matern ber eirfte bifchof van Eoellen van ſent Beter beruis 15
geſant' ꝛc. bat is niet aljus 30 verjtain, dat in jent Peter up bie zit in
dem felven jair heruis gejant have, want jent Peter was lange vur der zit
gemartiliet ind geboit van dem feiler Nero anno dni. 69 of bi ver zit.
dan aljus mach men bat.upnemmen, bat fent Peter hait nisgefant Die bri hilli-
gen man Eucharium Balerium ind Maternum anno nae der geburt Erifti 54 ind in 20
bem 12. jair van Elaubins keiferbom of ungeverlich dairumbtrint. und als
fi 30 Trier fomen fin, fo haven fi ein zit lank dae geprebiget. ind fent
Maternus wart niet vechte voirt bifchof zo Eoellen, dan fent Eucharius
was allein bifchof zo Trier, und nae im jent Valerius, ind ter zweier
ALLER geinre was bifchof 30 Eoellen. ind dae bie zwene doit waren, do wart fent Ma- 2;
(2).
tern bifchof zo Trier und was 6 jair biſchof zo Trier, und tredde dairnae 30 Agrippi-
nen. ind dat was in bem jair uns beren 94 of 977 wie vurß. ind began bo bat
biſchdom aldae. ind Darnae over etlich jair wart he bifchof 30 Tungeren. wanne be
geftorven fi, vindeftu hernae geſchreven under dem keiſer Adrianus in bem
13. jare fing keiſerdoms anno dni. 131. 30
1. Es kann wohl nur Hagen’s Reim:
chronik V. 78 ff. gemeint fein. Doch
bleibt der daran geknüpfte Vorwurf un:
verftänblih. Vgl. Bd. 1, 201.
2. Hagen B. 94 jpricht von Boten,
währenb unfere Chronik vorhin nach Flo-
rar. Eucharius und Balerius felbft nach
Kom reifen läßt. Daß St. Peter feinen
a1 übergibt, fagt Hagen V. 110 eben:
aus.
3. Die Gesta Trev. enthalten nichts
genau Entfprechendes. Vielleicht Läßt fich
der Ehronift durch das unmittelbar fol-
gende Citat der Agrippina verleiten.
4. In den Gesta Trev. fteht bie
nicht, wohl aber bei Hagen B. 79.
Bol. unten BI. 822, Die gleiche
Angabe findet fi) in Ekkeh. Chron. 116
aus Gesta Francorum entlehnt.
6. In feinem der uns erhaltenen
Biichofs » Kataloge ift dieſer Anachronis-
mus zu finden. Die zweite Stelle ftimmt
wörtlich mit der Chron. praes. Col. 182
überein, jedoch fehlen bier gerade bie ent«
ſcheidenden Worte van ſent Peter hernis
geſant'.
7. Flor. temp. hat 94 u. 96 an ver⸗
ſchiedenen Stellen. Vgl. oben 314 Note 2.
1499. 317
Anno dni. 98.
[Bruftbild eines Kaifers.]
BI. 56b
Nerva der 13. keifer ..... wart he nis bevel ber jenaten gejatt in die zail —57=.
der gobe. Suppl.
5 Anacletus der 5. pais ein Romer! geboren ind bejas den ftoil 9 jair.
Anno dni. 100.
(Reiterbild des Trajan mit gleichfalls berittenem Bannerträger und Knappen.]
Trajanus ber. 14. feifer 2, wil men die 3 die vur Vespafianus keiſer
waren in eime jair, ouch wur keiſer vechenen. wil men aber bie niet
ırechen, want fi meir feifer wurden durch gewalt ind inpringunge dan
durch die Eure, fo i8 he der 12. feifer?. he quam ant rich nae gods geburt als Gite12h.
men zailt 100 ind regierbe dat rich 19 jair of binae 20. be was geboren uis His⸗
panien, ind want be ein ftritberlich vromme furſt was, jo hadde in ter
feifer Nerva vurß gejant van Rome in Duitfchlant, die widderumb an
15 dat rich zo bringen wie fi vurhin geweſt waren. ind want Agrippina
furglich van den Romeren gebumet was, dae gemeinlich al roemſche fur-
ten ind heuftlude vie in diſſe lande gefant wurben, plaegen iren legger
30 haven, want bie plage wail was gelegen zo bezwingen ind 30 bewaren
andere lantjchaf dairumbtrint, deshalven zoich Zrajanus, a8 he uisgefant
»o wart up Duitfchlant, zo Agrippinen. ind nae feifers Nerva boit wart he geko⸗ Agrip⸗
ven zo eime roemfchen feifer van ben Romeren, ind fi fanten im bat Feiferlich fcaptrum PIR1>*
ind die croin van Rome zo Agrippina am Nine, ind dae wart he ouch gecroent
van der roemſcher ritterfchaf mit groiffem lof ind mit groiffer vreuden.
he weigerte fich zo intfain ſulche heirlicheit ſagende, bat he 30 fulchen laſt
25 up fich zo nemen niet bequeme enwer. mer zom lejten ergaf he fich bair-
30 durch vil anliggender beede die die ander furjten an in beben.
ind Dat was ein zeichen des rechten ind niet des valjchen adels “. he levede ind ebd. 16=.
bewisde fich mit den werten bi dem rich aljo bat he wirbich erfant wart Dat zo
regnieren.
zo Item wat he bedreven have vinſtu hernae geſchreven folio 59.
1 Wanne ind durch wen die 15 alden geſlechte van Rome 30 Agrippinen Bl. 570,
komen fin.
Do keiſer Zrajanus van den Romeren ind van der roemſcher ritter-
3. "Ba. ftatt ai. 17. yrren' ftatt iren'.
1. Suppl.: natione Grecus. ber jcheinbare Widerfprusch der Ordnungs⸗
2. So rechnen Suppl. und Rudim., zahlen zu erflären fein, jedenfalls bleibt
die ſowohl Cäſar als Galba Otho Bitel- dann bie Ausprudsweife höchſt ungejchidt.
lius als Kaifer mitzählen. 4. Agripp. gebraucht dieſe Worte in
3. Vgl. Rudim.: quidam tamen istis etwas anderem Zuſammenhang. Borber
tribus simul septimum locum imperii geht: ‘hei floe alle overſchaft, der hei fich
post Julium tribuunt. Daraus dürfte unmwirbich duchte'.
318 VI. Koelhoffſche Ehronit.
ſchaf geloren was ind gecroent 39 Agrippinen mit ven Teiferlichen zeichen,
reisde he mit fime gezuige zo Nome, ind do wart he entfangen mit
geoiffen eren. ind he hielde vur den fenaten ind dem valide van Rome
bie bequembeit ind Iufticheit der plagen zo Agrippinen am Rin ind dair⸗
umbtrint van Manicherhanbe fachen wegen: as dat ver vurß vlecke wer 5
luſtlich ind genoechlich van goider natuerlicher lucht, van ſchoinen ederen
ind fampen, beide van voiderunge ber beeften ind van vruchten bie ven
minfchen dienden, und desgelichen van manchen ſchoinen vruchtberen beu-
men, item wie bair were der Rin ein ſchoin jchifrich waſſer ind rich van
viſchen ꝛc. umb diſſe ind andere vil reden loifte der vurß keiſer Trajanus 10
groislich ind manichfeldichlich die vurß platze. item daebi gaf he vur, dat
ouch noit were dat die roemſche gewalt etzliche uis in van den getruweſten
ind ſtritberlichſten rittermaiſſigen mannen eme zogeve, die mit eme heraf
zo Agrippinen treckten ind ouch daeſelfs ir wonunge nemen, up dat ſi die
lande daeſelfs beſetzden, bat fi der lande verwart weren van overval of 1;
van afval, as ouch vur geroirt is. do die Romer die vurß meinunge des
keiſers gehoirt hadden, hielden fi ſpraeche dairup under ſich ind beſloiſſen
ir reden dairup: angeſien dat Julius ver keiſer Duitſchlant mit groiſſer
arbeit und koſt gewonnen hedde under dat roemſche rich ind dat he ouch
mit den Duitſchen Die gantze ſtat Rome ind alle Romer bezwungen hedde, 2
durch die he allein ir overjte gebiever wart, batrumb were jere noit dat
men fulche manne 30 der fache uisleefe ind barzo ſetzde, vie cloif ind wis
weren, vervaren und ftritber manne. ind gelich a8 zo Rome waren brier-
lei ſtait, a8 ber ritterliche ſtait, der raitzlude ftait und der ftait ber ge-
gemeinre burgere, aljo foren fi uis den brien ftaeden bri mail vunf, ie %
van eime vunf man, as bie ein 5 zo raeden ind zo richten, Die ander 5 zo
ven ftritsfeufen, die derden 5 zo dem burgerlichen handel. ind aſſo
waren ber gejlechte ein mail 15 ind waren a8 vurß van ben beften ind
edelſten binnen Rome ind bie fich bi dem gemeinen goibe ind bi bes roem-
ichen richs fachen alzit getrumwelich bewift haben. ind die quamen heruis »
zo Agrimpinen a8 ouch hernae gefacht wirt!.
1. Die ältefte mir befannte Spur Die-
jer Sage ift die kurze Notiz bei Vinc.
Spec. hist. XXVI, 12 (vgl. oben ©. 283
R.A), Trajan habe nach Agrippina, ſeit⸗
dem Oolonia genannt, coloniss civium
Romanorum geführt. Dann eine Anfpie
lung bei Hagen Bere 3381: ‘be ebele ge-
jleichte, dei berfumen fint van wrier art
fint Dat Coelne alreeirft kirſten wart’.
Erſt die Agrippina (vgl. unten BI. 584)
fagt geradezu, Trajan habe 15 nament-
lih aufgeführte Gejchledhter von Rom
nah Cöln verpflanzt. Es find die 15 ©es
ſchlechterverbände, ans denen im 14.
Sahrhundert (vgl. Quellen 3. Geld. d.
St. Cdln I, 78) die 15 Mitglieder des
engen Rathes genommen wurben. Onelle
der ausgebildeten Sage, wie fie in ber
Koelh. Chron. vorliegt, find wohl bie
unten (BI. 58) erwähnten ‘alden wer
1499, 319
Item diſſe 15 man vurß, as in van dem fenate ind van beim keiſer
vurß vurgehalden wart die noitfach bes richs, waren fi als vromme ge-
truwe burgere willich und bereit dat ſelve anzogain dat van in begert
wart, ind braeschen up mit wif ind kinderen ind mit aller have ind over:
5 gaven ir waberlant ind reisden heruis mit feifer Trajanus, ind quam mit
in 30 Agrippinen. ind beſatzde ver keiſer vurß dieſelve ftat mit den 15
geflechten ind gaf fi vri van bes roemfchen richs tribute, a8 ouch hernae
geroirt wird, ind gaf in ind belenet ft mit dem regiment der ftat, fo dat
ji gan vri geheifchen ind gehalden fulden werden. ind gaf ver ftat
10 Agrippinen vil ind groi® privilegien ind vriheiben, a8 such hernae ge⸗
ſchreven jteit.
Item bie iS vlislich zo mirken, dat die zail der vurß geflechte is
gefagt up die zail van brien, as van dri mail 5, inb is geſchiet ſonder
jwivel van der heimlicher ordinunge go ind umb 30 verftain z0 geven,
15 bat durch diſſe dri mail vunf man ind ir naefomelinge fulde geplantt
werben ftantaftichlich ver gelouve der billiger briveldicheit in ber ftat
Agrippinen. ind dairumb i8 Agrippina nu Coellen genant nochzerzit ge-
beifchen ein getruwe boichter der hilliger kirchen ꝛc. item als die hilligen
dri Toninge prebichben ven gelouven ver billiger brivelbichelt in orienten,
» aljus Teirden ind hanthielden deſe pri mail 5 geflechte ven vurß gelouven
in occidenten. ind dairumb hait got geſchickt, dat Agrippina iS wurden
der vurß koninge flaiffamer ꝛc. item bie pri mail vunf geflechte Haven 30
fich regen noch zweimail 15 geflecht, jo dat ouch wurden fin pri mail
15 20. hievan winftu bald hiernae meir gejchreven.
25 J Trajanus der reditverdige keifer vriet die flat Agrippina. BI. 588,
Großes Bild: Trajan auf einem Throne, zu feiner Rechten das Banner von
Cöln. In den Händen hält er eine Bulle mit der Inſchrift:)
Ir edel burger, wir frien uch,
diſſe gufven bull fi ure gezuich.
3 [Bor dem Throne 15 Ritter mit den Wappen ber erften 15 Gefchlechter anf ber
Bruſt. Unterjchrift :]
In lege finali, digesto de censibus: 1.8, 5?
In Germania inferiori Agrippinenses italici juris sunt, id wis).
est tributa Cesari non prestant.
penboicher' gewejen. Die heraldiſch-genea-⸗ derts findet man beiGelenius, De magnit.
logifchen Phantaſien des 17. Jahrhun⸗ Coloniae p. 113 ff
BL. 58b,
320 VI. Koelboffiche Chronik.
1 Yan der getruheit der 15 geſlecht bi dem roeuſchen rich ind bi der hilliger
kichen in Rantafticheit des crikengelonvens.
Do ber keifer Trajanus die ftat Agrippina alfus befatt hadde mit
ben vrommen ebelen burgeren, jo beval he in des roemſchen richs fachen
bat ji der getrumelich acht nemen. ind of einich inbruch of afval gejchiebe
van anveren heren of landen, bat fi van fich bewisden bi vem rich, as
fi des getrumwen bevel und gebot hebven van der ftat ind jenaten van
Rome ꝛc. ind dat is ouch alſus gefchiet, fo dat bie ftat Agrippina afzit
bi tem roemjchen rich bleven is getruwelich ind ftantaftichlich. vide folio
144*. item desgelichen is die vurß ftat blewen getruwelich bi der billiger ne
firchen, ind dairumb verhaven, al8 bernae gejchreven wirt folio 143°.
Keiſer Trajanus zoich van dan over Rin mit groiffer macht int
verbreit dat roemſche rich und bracht under die roemſche gewalt wil lante:
bie ein die hulden im, die ander die afgevallen waren vam rich umb wre⸗
bicheit of unachtfamheit der feifer vie vur im geweft waren, die bracht he 1:
widderumb an dat roemjche rich ꝛc. van finen gefchichten vinftu meir
hernae gefchreven.
Item diſſe 15 geflechte ind edel Romer befagten bie ftat Agrippinen
mit foeftlichen vegiment, mit gefeßen ind mit burgerlichen rechten, mit
mannigen ambochtsluden, mit ordinancien ind mit al den fachen bie einre a
eirlicher ftat gehoeren. ind bie ftat Agrippina wart fere geſchickt nae ver
jtat Roma mit gebumwe und ouch mit jeden in vil ftuden, der ouch noch
einveil gehalden werben. ind ji bebielden unver fich allein bie gerichte
ind ben raißftoil. ouch betirmpden fi einveil zo dem ritterlichen ftaebe,
bie die ftat ind ir lantſchaf wail bejchirmpten van overval. bat vegiment »
ver vurß ftat ind den ritterlichen ftait haven die vurß 15 geflechte eirlich
lovelich und vrebelich behalvden und bejeffen umbtrint 1000 ind 300 jair!,
ind niet allein binnen Agrippinen, mer ouch buiffen bi foningen, bi fur-
jten ind landsheren, jo dat ir einveil durch irre menliche hoichberoempte
und ritterliche werk groislich erlangt haven trefliche verbefferunge ber »
heimzeichen irs adels. item fo i8 ouch nie eins van ven 15 geflechten
vurß up foninclichen daghen of in torneien weberacht of afgeworpen wur⸗
ben, als men bat wairaftichlich vint in den alden waepenboicheren, bie
hinder ſich haven bie van den alten ebelen geflechten gefomen fin. item
deſe geflechte vurß naemen jere z0 mit der zit und wurden treffelich ver- 3
manichfelpiget, fo dat intgemein uis Agrippinen quamen boven 100 tor-
nersgenoiljen fo wae die torner gehalten wurden,
1. Das heißt bis zur Zunftverfaffung von 1396.
1499. Ä 321
Item diſſe 15 alde gejlecht vurß fin van eime heirlichen alden adel
als ungeverlich in Duitfchlant fin mach. ind umb bes groiffen ind ma⸗
nichfelvigen alden abels ind heirichaf wille is der ftat Agrippina gegepen,
dat fi voirt ein gehelmpten fchilt, dat doch alzo wenich anderen richs of
s vriſteden zogelaiſſen i8. |
Item deiſſe eirite infeger ver rechten, der lovelicher feven ind ver
wail geordenter policie in ber ftat Agrippina ind umb ir groiffe ind
mirfliche werke bie fi gebain haven bi ver ftat, bi dem roemichen rich ind
ouch bi der billiger kirchen, hain fi die ftat Agrippina nu Eoellen ge-
io noempt 30 einre groiffer Lovelicher famen ind eren bracht ind ie van jairen
30 jairen hoegher ind hoegher bracht. dairumb ir nalomelinge ind bie
gange gemeinde ben jelven eirwirbigen mannen ewichlich verplicht is 30
eirlicher vankberheit. vide folio 2*.
Item vesgelichen as vur geroirt fteit is ouch zo mirken deſer eirſa⸗
ıs mer ind wailgeborner man van ben 15 geſlechten getruheit ind ſtantaf⸗
ticheit in geiftlichen fachen. want a8 einbeil fchriven, fo hait jent Ma-
tern die 15 gejlechte van Rome heruis bracht zo Agrippinen. ind bat
is ouch wair mit eime goiben verjtant ber felver wort. bat fehrift die
biftorie van Trier, dat ſent Matern is uisgezogen van Rome in ven
u ziden do Claudius feifer was, mit ſent Eucharius ind Valerius in Gal-
lien 30 Trier, umb bie lande 30 bekeren!, ind bleven dae in ben landen
ein lange zit. ind dairumb fin bie vurß eirber manne van ben 15 niet
fomen 30 Agrippinen perjoenlich ind zo einre zit mit ſent Maternus, mer
ji waren ind bleven noch zo Rome nae ſent Maternus, bis Trajanus
3 feifer wart. ind binnen ver zit hadden fi an fich genommen ben criften-
gefounen, den fi hadden hoeren prebigen van ſent Peter, van jent Pau⸗
lus ind van anderen billigen mannen, al was bat verborgen, dat 30 der
jelver zit gemein was, as: men ouch Lieft van fent Sebaftian ind van an⸗
ber vil billigen zc. do nu beiffe 15 manne vernaemen burch keiſer Tra-
»janus, der dem criftengelouven gunjtich wur« || ven was, al was he noch Br. sse.
ein heibe, dat fent Matern zo Agrippinen were ind dae predichde den
criftengelouven, ind Trajanus begerve van dem jenate etlige getruwe
burger mit fich 30 Agrippinen 30 haven umb jachen wille a8 vurß, erbo⸗
ben ind ergaven Jich deſe 15 eirfame manne vurß boven ander Romer,
30. Das hier beginnende und vie nächftfolgennen Blätter, die allervings zum größten Theil
mit Wappen gefüllt find, tragen feine Foliierung. Auch haben fie, wie ſchon das vorgehenve
Blatt, feinen Kopftitel.
1. gl. Florar. 75° (1) und Gesta Trev. 143.
Staädtechronilen. XIII. 21
322 | VI. Koelhoffſche Chronik.
dat ſi overgeven wolden ir erfliche ind vuralderen wonunge, up dat ſi
deilaftich wurden der volkomenheit der criſtenminſchen, als unſe lieve
here Iheſus Criſtus geleirt hadde ſine getruwe naevolger, as ſent Ma-
aut. theus ſchrift: vurwair al ber gene ver leeft fin huis, fin erfzail’ ꝛc. ind
wolben treden mit dem Teifer 30 Agrippinen. ind bat gingen fi ouch ans
de williger, up bat fi quemen 30 jent Matern, ven fi ouch vurmails zo
Rome gekant ind gehoirt hadden prebigen ind bi anenture durch in be
feirt waren. ind bat jelve dat fi niet doin enmoichten fo vil ind fo offen-
bairlich zo Rome bi dem criftengelouwen, bat hofden ind wolden fi doin
30 Agrippinen bi ind mit ſent Matern, ind affo iS 30 verftain, bat fent n
Matern have die 15 geflecht van Rome 30 Coellen bracht: want als fi
hoirden dat be dae was, fo quamen fi de liever ind begerlicher zo Agrip-
pinen. as men bat in eime gemeinen ſprechworde hait: “ber hait mid
ber bracht‘, fo wanne ein vrunt umb des anderen wille irgens kumpt ıc.
Deſe 15 edel Romere braechen up mit wif ind kinderen ind mit aller s
have ind quamen mit Feifer Trajanus 30 Agrippinen. ind fi vonben all
binge a8 in gejait was. ind he gaf im bie ftat in ir hant as vurß.
Do deje vurß 15 geflecht 30 Agrippinen fomen waren zo fent Ma
tern, jo wurden fi mit vroelichen angefichte und mit groiffen vreuden van
eme entfangen a8 fin mithulper ind brobdere in Erifto Ihefu. mirk doch
gotz wunberliche werk, wie fin unbegrifliche ind diefe vurfichticheit fehidt
ind fuegt all dink. Trajanus was ein frommer vechtferbige heidenfcher
furft ind is ein Hilfich man wurden, als die billigen lerer fchriven. ind
dat ſal niemang verwonberen, bat ich ſchrive dat Trajanus fi geweſt ein
heidenſch billich furft in der zit der genaben, want vesgelichen vinftu in»
es. dem boich van ben werfen ber apoftolen, bat ver hillige gheift wart gege
10,45. pen einbeil heivenfchen minjchen zo Samaria ! zc. item goß mogentheit
i8 niet gebunden of verbunden an die billige facrament: he is ber gefek-
gr, Kever ind ber here over bie facrament, he hait noch in finre verborgenbeit
‚Sab. ander manier 30 bringen etlige andere jchaif in fin fchaifftal zc. %
Item der eirber Trajanus hadde ouch bi fich etzlige vromme dogent⸗
haftige man, as mit namen ein genant Plinius II. der erwarf an dem
keiſer Trajanus, dat men bie criften niet ſulde vervolgen of doeden
umb des gelouvens wille, wan fi anders ghein overtredunge deden, ad
ouch hernae geſchreven fteit. item noch ein Plutarchus genoempt, ind s
26. Apolen. |
1. Es muß Eäfaren beißen. Vielleiht h. Geiftes zu Samaria, aber nicht an
ſchwebt nebenbei die Stelle Apoſtelgeſch. Heiden, Die Rebe ift.
8,17 vor, wo von ber Ausfpenbung bes
1499. 323
was bes Teifers zuchtmeifter geweſt in finen jungen dagen ind ouch bair-
nae, ind der was oucdh ein goit febich man zc. |
Do nu die vergaberunge befer liever eirſamer manne vurß zo Agrip-
pinen bi ein was, wart gefaßt ind geplangt ein funbament, daevan bie ftat
5 Agrippina noch ger zit geloift ind geeirt wirt. ind i8 bat groiſſe lof, dat
fi naederhant a8 fi criften wurben i8 ind an fich ven criftennamen geno-
men hait, jo i8 fi nie widderumb gant ! afgevallen van dem crifterngelouven
in die afgoberie, fo dat fi die afgode anbebeben of iemans bairzo drungen
ofiemans dairumb doeden of kieffen doeden, mer fi bleif bi dem criftenge-
10 louven a8 vurß jo lange bis dat got dat afftalte. ind bat geſchiede allit
durch Dat eirfte Fundament vurß bat geſatzt hadden bie 15 edel vromme.
geflechte. men plecht 30 fagen: “quod nova testa capit, inveterata
sapit' 2: “ein vas beit gemeinlich ven fmach des genen bat eirft dairin
gegoffen wirt’. bie eirfame manne wol aller boegent overmiß biftant ber
15 genaden got hielden fich cloiffich bi den vervuolgeren des criftengelou-
vens die Romer waren, bat van in niet begert wart einiger vienft ber
wibber ir vriheiden was bie ft van dem rich hadden. ind wiewail vil
billigen gemartiliet fin bi Agrippinen van ver roemſcher gewwalt, fo ba-
ven doch fich die burgere alſo daebi gehalben, bat fi ſulcher bloitjturgunge
» unfchuldich bleven. ind alſo und mit alfulchem verftant, wie vur und
nae gefchreven fteit, i8 30 verftain dat hernae gefchreven is folio 75%.
Item nis dem vurß fundament i8 ouch dat komen, dat Agrippina
nae jent Materns doide was ſunder bufchof bis 30 ſent Severins ziden,
ind bat was umbtrint 300 jair, ind bleif doch ftantaftich in dem criften-
3 gelouven fonder bufchof, ind Trier ind Tungren hadden billige man 30
buſchoven ind nochtant vielen fi weberumb in bat irdom. ind dat doet
bil lude verwunderen. mer as men mit vlis wil anmirken bie gelegen-
beit ver fach, fo is dat gefchiet durch den groiffen ernft diſſer eirfamer
man van ben 15 gejlechten, bie den criftengelouven fo vaft an ind in fich
genommen hadden ind vliffich waren ben 30 bewaren ind 30 vermeren.
ind umb veffelven wil bat fi fent Matern vur ſulche man erfante, nam
be fin wonunge meir 30 Agrippinen dan in ben anberen fteben. ind as
be fterven ſulde, dede he die 15 man beroifen ind || beval in vie hillige Bi. sa.
firch zo Agrippinen, dat fi die lere van dem criftengelouven, bie fi ent-
35 fangen hedden van anderen hilfigen mannen ind van eme, bat fi dat be-
warden bis in ben boit ind niet dovan wichen, fo wat fi ouch bairumb
1. Auf gantz liegt ber Nachdruch, 2. Vgl. Horat. Epist. 2, 69: quo
vgl. unten BI. 75b, wo wirklich ein fpi- semel est imbuta recens servabit odo-
terer Abfall vom Chriſtenthum angenom- rem testa diu.
men wird.
21*
Agrip-
pina16e.
324 VI. Koelboffiche Chronik.
leden. dat jelve teftament irs billigen bufchofs haven die goiden gotz⸗
vrunde in ir ftat jo vollenbracht 30 gelicher wife a8 ouch daeden bie billige
dri foeninge in iren landen, a8 doit waren fent Thomas ind ander billige
man tie 30 in gefant waren, vie lande 30 beferen!. ind gelich as bie
felven irre lantjchaf befeirven ind verwarden durch fich jelfs mit groifien s
lof uis dem bat ji gehoirt ind geleirt habven, fo haven ouch gebain beifie
eirliche ind [oveliche manne vurß. alle zit is gelich ghern bi fime gelic).
bieruis nem ich, wairumb dat get meir hait gefuegt, dat 30 Agrippinen
die billigen dri koninge komen fin ind daë entlich bliven fullen van 30 an-
beren fteben: mit ven 15 vurß eirjamen mannen, ver mitburger fi wur- 11
ben fin, wibber upftain ind zofamen vur goß orvel komen ind belonunge
intfain van iven gelichformigen werfen ind van irme vervienft. od
Agrippina, evel vled, mirk an bin abelheit, wie groislich du got verbun-
ven bis 30 dankberheit, ver bir heim gejant hait in dime beginne und in
bime vortgant jo foeftliche uiserleefen man, ind verwar Die gaven bis zo 1;
bem ende ind niet fi undankber a8 boefe Finder.
Hie is zo mirken: jo wanne bie overften ind regenten eirber, ver:
foren ind wife man fin ind dairzo fin vurgenger jren unverfaiffen int
wandelen ben rechten wech, wie van is bie wanbelunge ind der ftait ber
vurweſer, in julcher wife wandert die gemeine ind bie underſaiſſen oud %
van noit wegen ummer bat groifte veil, got geve it fi in werltlichen of
in geiftlichen ftaebe. ind wanne ouch gebrech is in ben overften, jo volgt
ouch van noit wegen gebrech in den underſaiſſen. bat is alzit geweft ind
fal ouch alfus bliven bis zo dem enbe ber werlt zc. were niet ein ſunder⸗
lich ernjt ind ftrengicheit geweſt zo dem criftengelouven ver regenten zo %
Agrippinen, bie alle zit waren van ven 15 geflechten vurß, vie ftat were
widder afgevallen van dem criftengelouven in ber zit der groiſſer ver-
volgunge mit anderen fteden ind hedde helpen mit voitjlagen bie hilfigen
minſchen wie ander ftebe.
Uis af diffen worden vurß mirkt men ind fiet men clairlich, waevan %
und weshalven Agrippina hatt kregen dat groiffe lof ver ftantaftickeit
beite 30 dem roemſchen rich ind zo ver billiger firchen. ind daevan haven
bie eirfame vrommen ind getruwe manne vurß erlangt ind erworven
ewige namen im himmel, a8 guetlich 30 geleuven iS, ind ouch up ber
erden. item biffe 15 gejlechte vurß die edel Romer waren, ber naelome- 5
finge ind erfgenamen noch einsbeil® im leven fin, hait der groismechtige Feifer
Trajanus vurß begiftiget mit adelichen fchilden ind heimzeichen a8 hernae
1. Bgl. Eölner Leg. aur. de trib. magis Bl. 445.
1499. 395
gegeichet ftain, ind fin up die zit in Agrippina ind naederhant bis noch
zer zit genant geweit a8 nu hernae gefchreven jteit.
' Dit fin beide ritter ind kuecht
Yan Eoelue die 15 geſlecht.
(Folgen die Wappen ber erften 15 Geſchlechter, nämlich h
verfolge. Scherfgin. Bam Horne. || Onattermart. Ban der Abocht.
Spiegel vam Roidenberch zom Disberch. Die Iueben. Harbefuift. Vl. 98°.
Bam Oper- Bl. 5sf.
tiesfirhen. Bam Ghire. Bam Grine. Birdelin. || Bam Hirkelin.
ſtolz Die men noempt van Effrem. Kleingevand!.
Hie i8 zo wilfen, dat deiſſe vurß geflechte na manichfeldicheit der
brobere haven ir ſchilde ind heim manichfelbichlich verandert in der varwe
ind mit bruchen in ven ſchilden ind desgelichen in ten heimzeichen, a8
offenbairlich bewift wirt in ven alden waepenboicheren, dae bie torners-
genoiſſen mit iren ſchilden ind helmen gemailt ftain. und umb der kurtzde
15 willen lais ich dat ftain. ind ven daevan geluft zo wiffen, der mach bat
joichen in ven mwaepenboicheren ind in ven firchen binnen Eoellen ? ıc. ind
anderswae.
Hie is noch zo wiſſen, dat etzlige nis ven 15 geſlechten vurß fin ver-
haven wurben durch irre manlicheit boven ben ritterlichen ftait, a8 mit
» namen einre van Cleingedanf, genant ber Hilger van der Steffen, ber
genant was der rich her Hilger 3: der wart gemacht zo eime bannerberen
ind fin iwaepen wurden verbeijert a8 hernae gezeichet fteit. he hielt ouch
groiffen adelichen ftait in wil fachen ind was van groiſſem gehoere bi den
langheren ind in ver ftat van Eoellen. he dede buwen fent Vincentius
» capel 30 fent Laurencius, dair nochzerzit fin banner fticht. be bracht
bair fent Vincentius heuft 2c. ind dat wart van dan geftolen umbtrint
anno 1434 of 36* durch ein paffen evermig ein fubtilen anflach ver im
gegeven wart van 2c. ind bracht bat 30 Berne in Swigen ind i8 noch
zerzit dae anno 1499,
10
28. brach.
1. Die 15 Wappen ftehen ähnlich,
aber Heiner und einfacher, ſchon in Agrip-
pina Hſ. B Bl. 14a,
2. Slasmalereien in Cölner Kirchen
find Häufig mit den Wappen der Schent-
geber verjeben.
3. BI. 2855 wird er Schöffe genannt,
als Tobesjahr 1333 angegeben. Ein Herr
Hilger von ber Steſſen Ritter erſcheint
urkundlich 1330, Hilger heirre van der
Stefien ridder inde ſcheffen' 1334. La⸗
comblet III, 136. 232.
4. Erſt im Winter 1462 auf 63. Der
Dieb hieß Meiſter Johann Balim. Co-
pienb. XXVII, 57. 75ff., wo auch an⸗
egeben wird, das Haupt des h. Vincenz
ei etwa 200 Jahre in Eöln geweſen, was
zu dem angeblichen Todesiahr Hilgers
(ogl. die vorige Anm.) nicht paßt. Vgl.
auch 3. v. Müller, Schweizergeich. IV,
‚ce. 5 (Werke, Stuttg. 1832, XV, 100).
Agrip⸗
pin
alte,
@
Bl. 588,
326 VI. Koelboffiche Chronik.
Item noch i8 30 willen, dat van den ſelven geflechten, vie wi ven
vurß 15 geflechten gelomen fin ind ir fchilt ind helm verandert haven, wie
pur geroirt iS, fin noch etlige naefomelinge binnen Coellen as hernae
gezeichet ftain.
[Folgen drei Wappen, nämlich:] 5
Her Hilger van der Stefjen ein bannerher. Ban Cleingedand die
men nent vam Mommersloch. Ban Spiegel up dem over.
J Yan noch zweimail 15 geſlechten binnen Coellen.
Hie is kurtzlich zo wiſſen, dat zo gelicher wiſe as got ein rechtferdige
beloner ind bezaler is aller werfen, beide der goider ind ver boeſen ꝛc., ı
ſo is he ouch wederumb eren die eme ere andoin, as geſchreven is in
dem boich der wisheit: “ich eren die gene die mich eren'. ind bat jelve
Ipricht ouch ſent Johan in fime evangelio.!. ind dairumb hatt ber einige
got, ber driveldich i8 in ber perfone, mit eime funverlichen anmirken wil-
len verfien ind even vur ind nae bie ftat Agrippina, bie ein flaiffamer 1
wurden is der billiger dri foninge, bie welche got, als he minfche gebo-
ren was, zo aller eirft under ind our allen minfchen mit groiſſer arbeit
und vuiricher innicheit mit foeftlichen gaven geeirt haven. ind up bat bie
ſlaifkamer finre liefhaver vurß reſtlich, vretelich ind wail verwart were,
hait got wis finve unbegreiflicher vurjichticheit vurhin dair gefant dri mail o
vunf geflecht van ven edelſten ſtammen ber ganter werlt, a8 van ebelen
Romeren a8 vurß, die mit eirwirbicheit bie plage innemen, bereiten und
bie dri foejtliche gaeven eirwirdichlich intfingen, want ber overſte fonint
wil, dat fin vrunde aljus jullen geeirt werden. item naederhant a8 ber
chat entfangen was, hait got die dri mail vunf geflecht vermeirt in bri >
mail vunfzien, umb ven felven fchag mit anderen, bie der plagen zo ber
eren bair gejant fin, zo behoeden ind 30 verwaren, ind up bat ft ben
behielven unverluislich vur allen geweldigen overval ind fich in getruwe⸗
licher ind broberlicher einicheit weirben intghein ir viande, bie fi under⸗
ſtunden 30 ſchedigen in einigen jachen. 30
Item bie is zo mirken, dat diſſe leften zwei mail 15 geflechte fin
ouch goide edel ind rittermaiffige ftenıme ind tornersgenoiffe, einbeil bi
aventuren entfprofjen wis ben eirjten 15. bie anderen fin komen var
uiswendiger heirjchaf die fich binnen Eoellen an die van ben eirften
15 geflechten beftait Haven, want fi vonden dae richdom ind dairzo trefli- 35
Im Buch der Weisheit iſt dieſe Johannesevangelium. Vielleicht ſchwebt
Siel⸗ nicht zu finden, ebenſowenig im" Joh. 12, 26 vor.
1499. 327
chen biftant ind hulpe in noitfachen van einre groiffer menichte van vil
reiffigen perden. ind daedurch wart bie heirfchaf binnen Eoellen wun-
berlich grois geacht und fere mirklich vurgezogen. ind die vurß leiten
geflechte wurden ouch zogelaiffen inb angenomen van ven eirften 15 alden
s gellechten 30 dem regiment ind raide. ind bie hain ouch groislich gewor-
dert ind verziert die billige ftat Coellen in werltlichen ind in geiftlichen
dingen.
Eneas Silvius ſchrift in dem boich van ber ungevellicheit der hove⸗
linge!, bat bie ere in ber furften hoeve wirt niet gegeven'nae werbienft ber feben und
10 der Doechden, mer meir nae dem a8 ein idlich richer ind mechtiger is, bairnae wirt be
geeirt. dairumb begeren ich oitmobelich, angemirkt fulcher unftantafticheit,
ofeinige unordelicheit gejchiet i8 im der feßunge der geflechte, dat men
dat niet quaelich wil upnemmen, want min meinunge is nie geweft, eini«
gen ftam 30 beichemen of 30 uneren. ind begere wruntlich underwiſung
15 dairup.
Die ander 15 gefledie.
[Folgen die Wappen der Familien :)
Ban Benefis. Ban Troien. Vanme Roitftode. || Brenken bie zı. ss».
men noempt Raigen. Bam Hirt die men nent van der Lantzkroin. Die
» Swargen die men noempt vam Hirt. Schiderich. Dam Euefin.
Vanme Plais. Dam Meroide. Bernsauwe. Ban Lintlair die men
nent van Schallenberh. || Bam Walde. Mommersloch. Stommel. sr. 5s\.
Die derden 15 geſlechte.
(Folgen die Wappen ber Samilien:)
% Ban der Eren. Panthaleon. Ban Nuich vie men nent vam Heu:
berh. Bam Stave. Bam Crantz. Ban ber Pot, || Ban ver Neven. Bi. 58x.
Ban Schoinwedder. Bam Loif. Vam Lepart. Bam Guldenheuft.
Bam Swanen. Van der Mullengaß die men noempt vam Thoirn.
Ban Mauwenhem. Walraven.
9 Wie dat der allerdnrchluchtigſte furſte keifer Erajanns die flat Agrippinen Bl. 50r.
geeirt hait mit privilegien ind vriheiden.
Item bie is zo mirken: naedem as Trajanus die ftat Agrippina
bejat hait mit evelen Nomeren, fo i8 dat fonder zwivel gan wairlich up⸗
1. Aen. Sylv. De curialium miseriis (epist. 166).
1. 8. pr.
§. 1.
dig.
(L, 15).
328 VI. Koelhoffſche Chronik.
zonemmen, dat he die ſtat Agrippinam gevriet hait ind geeirt ind bega-
vet mit vil vriheiden, als ouch gedain hait Marcus Agrippa wie vurß,
naedem als al furſten ind heren, die anhever einre ſtat ſin, die begaven.
ind dat is zo mirken dabi, want Agrippina naemails Coellen genoempt
in ven alden keiſerrechten is gevriet boven alle ſtede in duitſchen Landen. 5
want ghein ſtat in dem keiſerrechte van duitſcher ſpraeche is me vri genant
dan Agrippina, als ouch naemails der keiſer Juſtinianus der eirſte van
dem namen confirmiert hait ind int keiſerrecht geſchreven in eim boich der
keiſerlicher recht dat genant is digestum novum', in dem capitel dae
be ſpricht van dem zins ind tribuit zo geven, in dem leſten geſetz des felven ı
capittels, bi dem puntgin bat angeit “‘Paulus’1, dae is alſus geſchreven
> under anderen worden: Juris italıci sunt ın Licitania Patenses et
Mercenses? juris italici sunt. idem jus Valentini et Licitani
habent. Largimonenses 3 quoque ibidem immunes sunt. Lugdu-
nenses Galli, item Biennenses Narbonenses?® juris italici sunt. ins;
Germania inferiori Agrippinenses italici sunt juris ete. Juſtinia-
nus der feifer van dem hernaemails wirt gefchreven, ver lies vergaberen
furglich bi ein alle Feiferrechte, die fin vurvaderen gegeven ind geſatzt had⸗
ben. nis diſſen worben is wail 30 verjtain, wie Agrippina is begavet
ind gevriet van ben roemſchen furften ind feiferen vurß. want Marcus a
Agrippa vur bat eirfte junder zwivel, der die ftat Agrippina zom eirften
angehaven hait zo eim beſchirm des roemjchen richs intgain die Walen
ind die van Trier, ver hait ouch erworven tat privilegium der vriheit
dan dem fenait umb vurberlicheit willen des ritterlichen ftaeg. want
gemeinlich i8 die ritterfchaf ori ind los van ber fchegung ind ander be %
jwerniffe bie der gemein burger dragen mois, want fi driven niet fouf
menjchaf of bouwen ouch dat lant niet, mer fi befommeren fich allein mit
dem ruterfpiel, umb zo beichirmen wedwen ind weifen ind die lande, ind
daevan intfaen fi iren folt. ouch hait Trajanus die felven privilegia und
vriheiden ber vurß ftat Agrippina niet willen verminneren, ſunder ver a
meren umb ver mitburger wille die he van Rome heruis bracht. ind
alſus was Agrippinen ein ftat der roemſcher ritterichaf ind adels in
buitfchen landen. ind dat ſelve hait geweirt bis 30 dem uplouf der we
vere5 ind ein zit lank varnae, bat alzit in Eoellen aljo vil ritterichaf zo
vinden ind 30 leveren was als im einiger gegen wae ouch bie was. ind»
1. Ueberſchrift ver lex: Paulus lib. 2. 3. Barcenonenses.
de censibus. 4, Viennenses in Narbonensi.
2. In Lysitania Pacenses, sed et 5. Vgl. unten BI. 2738,
Emeretenses,
1499. 329
dairumb fin noch hube 30 vage anno 1499 vil rittermaiffige wonunge
binnen Coellen, die ouch ritter ind eveling bewoint haven, al ift nu an⸗
vers, als villicht daevan wirt beroirt zo finre zit. ind ich halden, bat
ein groiß deil adils, umbtrint Coellen woinhaftich, fi uis Eoellen int-
5 fprofjen.
O Eoellen, edel hillich ind felich vleck, mirk an bin eirliche ind love⸗
liche herkompſt, vie fo hoechlich upgeplanget bis, ind verges niet binre
waildaet daemit du van gode begavet bis, ind behalve bin abeliche zuch-
ticheit ind eirfambeit dinre vurvaderen ind beforge ind beftelle, dat vie
ıo niet afgain, funder behalven ind vermeirt werben.
Nu wil ich widder vortan fchriven van dem edelen ind vrommen
keiſer Trajanıs. he was ein bugenthaftige man vol alte bugent ind was alſo zo
jagen wail 30 rechenen under dem chriftlichen Feiferen!, al was he ein beide. ind
do hei zo Agrippinen was keiſer geloren ind gefroent, dae ftalt he noch
ı5 vil groiſſeren vlis an, dat rich 30 vermeren ind 30 bejchirmen. ind zoich
bald dairna 30 Agrippinen over Rin ind gewan Saffenlant ind Demmark?, ind
zoich vort over bie Donaume fo verre Durch Ungeren..... inb fo Did men ein unwen BI. 39
feifer machte, jo riefen die Romer: ‘got geve, dat der nu geloren keiſer fi geluchafe
tiger Dan Octavianus ind befler dan Trajamus’.
20 [Supplem. 1156. Vincent. Spec. hist. XI, 46. 68. Agrippina 15%ff. (vgl.
Hugo Flor. Chron. ed. Rottendorf 70). Königsh. 347. 349. Mit geringen Ab»
weihungen. Eingeſchoben find die Worte: “der nu alzo verre — of ouch anfein’:]
Item in des feifers ziden fo ſtarf ſent Johan ewangelift, ind als ein beil@iter2e.
ſchriven, in dem eirften jair van fime keiferbom.
25 Die derde vervolgung der criſten.
Hie is zo mirken eins vur al van den roemſchen keiſeren naegeſchre⸗
ven als ouch van den vurß ein deil, dat do ſich dat roemſche rich began
zo minneren, nu viel dat lant af, nu dat, dat die keiſer moiſten dat
roemſche rich halden mit ghewalt als it mit gewalt an ſi komen was.
son is ein gemein ſpraech: nullum violentum perpetuum. wan nu
pie lande hie ind dort afvielen ind bie criſtenminſchen a8 die apoftolen
ind ander billige menne previchten widder ir gobe, jo wurden fi gehalden
dur die ghene bie bat roemfche rich woulden zobrechen, ind aljus worben
ji angetaft ind geboit. it quam ouch biwilen, bat ein teil ver keiſer
35 guebertieren waren ind die criften in gueden vreden gelaiffen hedden: jo
17. ind dat felue wort fo.
1. Inter sanetos christianos. Suppl. den, wie Suppl. 115b ſteht. Der Irr⸗
ohron. 115b, thum iſt verzeihlih, da im Mittelalter
2. Jedenfalls aus Daciam entflan» häufig Dacia flatt Dania gebraucht wird.
Suppl.
115b,
BI. 60a.
Bl. 60b.
330 VI. Koelhoffſche Chronik.
waren ir amptlube fo geha® den criften und vervolgden bie ſunder geheiſch
of bevel ver feier.
In dem 11. jair!, al was Trajanus ein fere goebertieren man, nochtant wart
be verleit...... jo was jent Ignacius einre, ind was buſchof zo Antiochien ind wart
30 Rome bracht ꝛe. ale in fent Ignacins legende is geſchreven?. biffes
vervolgung moicht dri jair flain, ind worben vil billiger minſchen geboit
umb den criftennamen.
In dem 14. jaird des keiſers Trajanus, bo hatte der vurß keiſer
einen alzo koeſte⸗ |Tichen rittermaiffigen man bi im inb was Plinius genoempt ....
alfo wart die vervolgung der criften zerſtunt wibderroifen ind afgeftalt. 10
[Supplem. 1168. 175°, Martin. Opp. 446. Agrippina (Koͤnigsh. 348). Mit
Heinen Erweiterungen.]
Item der vurß keiſer Trajanus was ein alzo rechtferdige richter ..... ind bae-
van is geſchreven ein alzo ſuverlich ind mirffich gefchiecht als naevolget.
Königsh. 348 und Agriphina 15b.] 15
In dem 18. jair fine keiſerdoms, als Helinanbus fchrift, fo geſchach 30 einre zit
bat ber Feifer ſoulde ernfllichen zo eime flribe rien ..... fo ſatzten die Romer nae Des
leiſers doit fin bilde up ven mart up ein hoge ſuil, ſitzende up ein perbe als ſoulde he
30 ftride riden, ind dairbi dat bilde der weduwen dae be bie gerechticheit bewisde.
[Trajan verfchafft einer Wittwe Recht gegen feinen eigenen Sohn. Rudim. 20
Königsh. 348 und Agrippina 156. Vincent. Spec. hist. XI, 68. Mit Heinen
Zufägen.)
Dairnae over 5 hundert jair, als ſent Gregorius pais zo Rome was ind
gink wanbelen zo Rome ind fach die fuil ind datrup Trajanus bilde mt ;
bem bilde der weduwen, bat zo einre gebechtnifje dem keiſer zo lieve nen :
fime doit gefaßt was, fo wart fent Gregorius go bergen nemmen bat groiffe wert
ber rechtverbicheit ...... dairumb fo bat der billige pais vur biefen Teifer, bat in got
lies behalden werben ..... dae men fin gebeine 30 Rome upgroife, doe was fin zonge
noch vleiſch ind bloit. jo balde dat heuft gebeuft wart, bo was it widderumb eſche gelich
anderem gebeinte ꝛe. van der vurß gefchichte 18 ouch zo Eoellen up ber jtat »
huis under anderen ſchonen fpruchen ver propheten ind naturlichen
meiftere, die fi gemacht haven van der gerechticheit, gemailt ein bilde des
vurß feifers Trajanus mit eim jpruch beruerende dat vurß iS van jent
Gregorius, ind luit aljus in latinſcher ſpracch: ‘Justus ego barathro
gentilis solvor ab atro’%. Ä | 3
[Königeh. 349 und Agrippina 156.)
In dem 20. jair bes keiferdoms Trajani ...... ind he wart bald dairnae van
beveil der ſenaten geſetzt in bie zail der gobe.
[Tod des Trajan nach Rudim. und Florar. 78%. Mit Heinen Zufägen.]
1. Decimo anno. Suppl. 4. Weber die dürftigen Reſte der Wand»
2. Bgl. Leg. aurea, Gräfe c.. 36. malereien bes hanſeatiſchen Saales bat
3. Zum 14. Jahr Trajans wird Pli- Ennen III, 1019 Bericht erftattet.
nius im Florer. 78b erwähnt.
1499, 331
Hie i8 zo wiſſen, bat Diffe yurf Trajanus under allen feiferen, die nae Julins Königs:
geweft fin, allein is 30 Rome in der flat begraven als ouch Julius der eirfte keiſer!. hof. 34.
Evariflus wart ber 6. pais..... ind wart geboit in ber vervolgung ber criften- Schedel
beit die in bes vurß keiſers Trajanus zit geſchach. 1086.
5 Anno 119.
[Bruftbild eines Kaifers.]
Helius Adrianus der 12.2 Keifer...... und be wolde niet nemmen fin fone wur 91. 60b
ein hulper...... ind ſprach ..... ‘dat furftendom fal niet gegeven werben nae der —ble.
ſipſchaf ..... ind der regniert unnutzlich, der konink geboren wirt ind niet verdient
10 mit den werfen, bat he des richs wirdich fi. ind ſonder zwivel diſſe rede geven
clairlich zo verſteen die groiſſe liefde des keiſers zo der gerechticheit, want
he umb der willen gantz uisbede die vaderliche begerlicheit®, die alzit mere
geneicht is zo ſins ſelfs kinderen dan zo den vremden.
[Supplem. 116b., Florar. 78b.]
15 Wie Ihernfalem gang 30 gennde gefleift ind verderft wart.
In dem 12. jair fo dede Adrianus der Feifer die lud van ber flatmuiren ind
ander gezimmer van ber flat Ierufalem..... gang mit ein afbredden...... ind
alfo wart erfult dat wort dat unje here Jeſus geiprochen hadde Luce 21: ‘fi ſullen a8 (Luf. 21,
gefangen Tube gevoirt werben in alle lande inb nation’*. ind dat was bat lefte
2» orloge dat die roemjchen keiſer up die Soeben daden.
[Aus Vincent. Spec. hist. XI, 90, die Jahreszahl aus Rudim. Mit Heinen
Zufäßen. Den Benustempel Habrians zu Serufalem erwähnt Leg. aur. Gräße
c. 68.)
Anno domini 128.
235 Wanne und wae fent Matern geflorven is, ind dat he wunderlic fin
begreffeniffe zoente.
I (Bild von Coln, aus deſſen Thoren eine Biſchofsleiche herausgetragen wird; BI. 61v.
gleichzeitig ſhwimmt auf dem Rhein in einem Nachen eine Biſchofsleiche.]
Do nu ſent Matern der billige man dat voulk in diſſen drien biß⸗
zo domen a8 Trier Agrippinen ind Tongren befeirt hadde van der heidenfchaf
zom billigen crijtengelouven durch vil mirafel ind wonderwerk ind over:
mit dat gotzwort bat he mit aller nerfticheit geprebiget hadde, in dem hei
in offenbairve irre groiſſe dwalunge van dem wege der felicheit, ind daebi
1. Die Chronik adoptiert den unrid« et proculdubio parentis affectum exuit,
tigen Zufag.Königshofens zu Ekkehard. qui parvulos suos importabili superiecta
Bol. Königeh. 349 Rote 1. mole extinguit.
2. Die bis anf Trajan befolgte Zäh- 4. Auch im Rudim. novie. fteht dieſe
fung wird verlaffen und die bei Eile, Stelle und zwar mit Eapitelbezeichnung,
Königshofen u. a. beliebte adoptiert. die im Spee. hist. fehlt.
3. Mißverſtändniß? Bgl. Florar.:
Florar.
798 (4)u.
Chron.
praes.
182.
Bl. 628,
332 VI. Koelhoffſche Chronik.
ſtantaftichlich weder die prieſter ind biſchoffe der heidenſchaft hadde bewiſt,
dat ir afgode duvele weren, ind vil kirchen in den landen vur die criſten
gemacht hadde, ſo wart he ein alt man umbtrint 100 jair of bi aventuren
mere, ind nam ſin wonunge zo Agrippinen, as he doch alzit plach zo doin
do be umbgink zo predigen, want die ſtat die bequemſte was in dem mid⸗
bel gelegen, dat trierſche bißdom und ouch dat tungerſche bißdom zo regie⸗
ren. ind zom leſten wart be krank ind ſtarf ein hillich man vol goider
iwerf anno nae Chriſtus geburt 128 under dem keiſer Aprianus ! in dem
13. jair fing keiſerdoms. ind alfo fo werden genommen bie jair dat be
bifchof 30 Agrippinen wart anno dni. 94. of wil men dat beginne nem: 1
men fing bijchoflichen ſtaits zo Agrippinen anno 97, fo i8 he geftorven
anno dni. 331 in dem 13. jair van Adrianus keiſerdom?. ich vinden
albeide meinunge in den boicheren.
Do nu ſent Matern gejtorven was ind uis vurrait boven erben ge-
halden wart, fo geſchiede grois huilen ind fchrien van allem voulk beibe ı;
geiftlich ind werltlich, dat fi iren geiftlichen vader verloren hadden.
ind dat gerucht quam gen Zrier3: fo janten fi van flunt an eirwirdige menner
van der ganzer fiat wegen zo Agrippinen, umb dat billige licham irs paſtoirs
ind biſchofs zo halen. ind a8 fi zo Agrippinen quamen, jo begerben fi, bat men im bat
ſelve hillige licham Tiefje voulgen. desgelichen quamen die van Tongren ind begerden %
ouch dat hillige licham, want be ir bifchof gemeft were. die van Agrippinen jachten:
want be ouch ir bifchof geweft were ind Die felve flat uiserloren hette dae
30 fterven, fo hofden fi, dat licham ſulde oud bi in begraven lig—
gen. ind alfo wart ein groiffe zweiunge under defen drin || fteden, wer bejen billigen
licham haven ſulde. ind as fi alſus ſtonden in biffer zweionge, fo erſchene im ein engel 2
in der geftalt eins alden eirwirdigen mans und vermaende die burger, bat fi afftelten
dis zweionge ind volgeden fime raede. ind ſprach: ilaiſt Dem billigen licham bes bi-
ſchoſs legen in ein ſchif ind ftoift Dat fchif van dem lande ind laift it gain wair it got
jent’. dat geſchach aljo a8 der engel gotS geraden hatte. nu hoirt doch Die wunderliche
werf godes. dat licham wart gelacht im ein ſchif, ind ſunder roider ind funder reim 50
gink dat ſchif den Rin up overmig die gotzkraft ein clein mile wechs, ind bo ginkit
weberump 30 lande, ind burch bes afſcheidens willen des billigen lichams wurden bie
burger van Eollen ind van Tungren alzo fere bedroeft. do nu bat billige licham
aldae 30 lande ſloich, ſo namen die van Trier dat licham des billigen bifchofs als van
got gefant mit groiffer dankberheit, und fin ingeweide bat namen fi wis ind 3
lieffen dat dae, ind dae wart ein kirch gemaicht und in der wart eimwir-
1. So die Gesta Trev. 148 und meh» bifferieren, jet aber troßbem das letztere
tere ältere Cölner Biſchofskataloge. An- Ereigniß beidemal ins 13. Jahr Ha
dere, auch die Chron. praesulum 182, brians.
haben 134. 3. Der neben ber Chron. praes. Col.
2. So Florar. 776 (2). Der Chroniſt benutzte Bericht des Florar. ift ex eroni-
bemerkt richtig, daß Die Angaben über cis Treverorum pontifieum entnommen.
Beginn des Eölner Bisthums und den Bgl. Gesta Trev. a. a. O.
Zod des h. Maternus um je drei Jahre
1499. 333
bichlich verwart dat ſelve ingeweide !. ind umb bem groiffen ruwen, ben die van
Agrippinen dreven umb bat billige licham bat van in geſcheiden was, fo wart‘ die firch
genoemt Ruwenkirch, mer nu heiſcht fi Rodenkirch, ind die verwandelunge des
namens is gefchiet uis unwiſſenheit des gemeinen volks, a8 besgelichen
s geichtet in wil anderen dingen. ind bie van Trier namen dat licham bes billigen
biſchofs mit groiffem love ind voirten dat zo Trier ind begroven bat bi die hillige
liham ber zweier billiger merteler jent Eucharius ind ſent Valerius.
Dienae envint men niet beichreven, wat bifchoffe zo Eollen vortan geweſt fint:
dairumb bliven die bifchoffe ungenoenpt bie 30 ber zit dat Theodoſius der zweite, ber
10 des feijers Archabius fon was und dat roemjche rich regierde, ind bat was umbtrint
na der geburt uns heren 400 ind 272. ind aljo waren tujchen fent Matern ind jent
Severin 300 ind 13 jair® dat ghein biſchof zo Agrippinen was. ind baevan 18
mancherlei meinunge gefchreven. einbeil jagen bat dat Dairumb were, want bie van
Agrippinen als ouch ander lande ind ftebe weberumb fin gevallen van den criften-
15 gelouwen 30 der afgoderie umb bie groiffe unminjchliche vervolgung der keiſer, die iven
moitwillen ſchentlich ind umnfprechlich dreven mit den billigen criftenminichen, a8 her⸗
nae gejchreven wirt. die anderen fagen bat die bifchoffe van Trier waren
ouch bifchoffe 30 Agrippinen ind zo Tungren a8 ſent Maternus gewejt
badve %. ind buerde 30 Agrippinen dat fi gheinen ſunderlingen biſchof enhabben, bis
% Eufrata bifchof zo Eollen wart, ind der was ein feter van ber lere die Arrius geldirt
hadde. wie der afgeſetzt wart ind wie he 30 Agrippinen biſchof wart ind
wie fent Severin an fin ftat geforen wart ind van den vurß punten wirt
wider ind breider daevan gefchreven hernaemails bi der zit als ſent Seve-
rin bifchof wart. mer die van Zungren fregen ee ein bifchof, a8 hernae
» gejchreven wirt. fo nu bie bifchoffe van Trier ouch bifchoffe of guber-
natoir geweit fin zo Agrippinen bi dem Rin als eindeil jagen, dat ouch
geleuflich is, want alzit 30 Agrippinen fin geweft ummer einbeil criften-
lude, wie grois ouch bie vervolgunge ber feifer ind der ungeleuviger was,
bie welche criften troift ind lere an ven trierichen bifchoffen gefoicht ind
so gehat haven. ind ber iS geweſt wail 15 ind van ben vind ich alſus ges
ſchreven: diſſe 15 Hillige man fin nae einander ein iglicher bi einre ſunderlicher zit
geweſt, ind niet allein in item biſchdom, bat is zo Trier, mer ouch buifjen in ander
vremden landen haven fi geplantzt dem criftengelouven ind overwunnen bie koninkrich
der tirannen durch ire gebulbige martilie die fi geleven haven umb got willen. mer
35 under welchem keiſer of under welchem pais Die vurß bijchoffe geleven haven, mit wat-
3, Rovenkrch' ſtatt Rodenkirch'. 4. eye' ſtatt ‘ad. 31. ygliwer.
1. Vgl. Acta SS, 14. Sept. IV, 393. ben chronologiſchen Widerfpruch bemerkt
2. Die Hff. ber Chron. praes. nennen ver Chronift ebenjowenig wie fein Ge⸗
bald Theobofins II. und das Jahr 427 währsmann.
(oder 417), bald Th. I. und 387 (oder 4. Dieje Erflärung fehlt in der Chron.
384, jo ver Drud bei Ederk 183). praesulum, findet fich aber in älteren
3. Den bei Bergleihung mit dem Bilchofskatalogen und hieraus Florar. 77b
Zobesjahr des h. Maternus fich ergeben- (2).
Florar.
796 (4).
334 VI. Koelhoffſche Chronik.
terlei pine of martilien fi gedoit fin ind wie lange die iren biſchoflichen ſtoil beieflen
haven, is niet offenbair, ind dat umb der gruwelicher ind unminſchlicher vervolgung
ber tirannen over die criftenminjchen. ind as men guetlich geleuft, fo fin fi alle 15
begraven zo Trier in jent Eucharius kirch 2c. ich Hain doch vonden in eim ande⸗
ven boich eins Toejtlichen ind fere vervaren hiftorienfchriver !, ver jetzt bat 5
31. 62». jairgezail bi eim iglichen ver vurß |] bifchoffen. wie nu die felven 15 bi:
ſchoffe mit namen ein icklicher geheiſchen have mit ſinre jairgezail ind
anderen mere punten hierzo dienende, wil ich nu niet fehriven, dan daevan
vindeſtu gejchreven hernae bi der zit dat Conftantius, des groiſſen Con⸗
Itantinus fon, keiſer was umbtrint anno dni. 341. 10
Wie Ihernfalem widderumb upgebnmwet wart ind Helia gemormpt.
[Bild einer im Bau begriffenen Stabt.]
Suppl. In dem jair uns beren 135 und in dem 17. jair des vurß keiſers? lies derſelve
1108. feifer die flat Iherufalem widderumb koeſtlich buwen ..... fo gunte he in bat fiin
ber flat wonen mochten. ind darzo verhenget he in, dat fi mochten machen '5
ein bedehuis boven dat graf ung heren. und' dat weirde wail vunf hun-
bert jair dat die criften darin wointen, bis 30 der zit dat ber valſch pro-
Martin. pheta Machomet quam. nae welchem valſchen propheten, a8 he boit was, ftont ein
458. anber up, ber gewan bie flat Helia of Iherufalem ind buwede ben tempel des heren
ber nu dae fteit. ind laiſſen vie Turken gheinen Soeben of criftenminfchen %
bairin gaen 2c. hievan fal mere gefchreven werden up fin zit a8 dat ger
Ichiet iS, mit ver genade goß, gunt ung got des levens.
Suppl. 30 benfelven ziden, a8 Euſebius fehrift, was ein Joede Cocebas genoempt
u ind bette der keiſer Adrianus eme burch fin volk niet wibberftant gebain?,
dat gange lant were wueft ind unbewonet bieven. %
D 62° Item die ftat Alerandria in Egypten ..... ind Anthoninus, der feifer nae eme
wart, lies im machen ein Toftlichen tempel vur ein graf. .
[Bauten und Tod des Hadrian nach Supplem. 116b.]
ib. 1168. Alexander ber eirft pais van dem namen ind ber 7. in ber ordenunge ber paifle
2... diſſe pais vurß wart zom leften gemartiliet under dem feifer Adrianus. %
ib. 117=. Quirinus der billige merteler wart ouch gemartiliet under dem keiſer als dan
beihreven i8 in finre legende®. ind is des felven billigen licham
30 Nuis.
ib, 116b, Sixtus der eirft pais van dem namen und im ber orbenung ber 8. ..... want
pur der zit bebe men bat ampt ber mifle furk und flecht a8 vurß5. ouch machte be 3
1. Wer damit gemeint ift, weiß id) 3. Nisi postea Hadrianus ... du-
nicht anzugeben. ebenfalls verfelbe, aus xXisset colonias. Suppl.
dem fpäter BI. 758 eine Reihe trierfcher 4. Bgl. Eölner Leg. aur. Bl. 272.
ne mit ungefährer Zeitangabe an« 5. Vorher ift davon feine Rebe gewe⸗
geflihrt wird. jen, der Eompilator überſetzt gebantenlos
2. Das Jahr nach Rudim. das ut dietum est des Suppl.
149. 335
4‘
mere ander ordenung ver kirchen die ich nu zer zit lais waren. zom leſten Mart.
wart be ouch entheuft under bem keiſer Adrianus. 16.
Anno dni. 140.
[Bild eines Kaifers.]
5 Antonius der milde wart inb was ber 13. feier van Rome ind quam an bat Suppl.
rich als men zalt anno dni, 140 ind regierbe dat rich 22 jair mit finen zweien ſonen: se.
der ein hieſch Aurelius, der ander Lucius. in der jairzail overkomen gemeinlich
alle boicher, dat he fi keiſer worden in dem jaire als vurß!. die jaire
eindeil vurſchrevener keiſer ind ouch der die naevolgen vinden ich biwilen
10 ſere ungelich, ſo wanne dat die angefangen haven zo regieren ind ouch wie
lange fi regiert haven. ind darumb, fo die boicher gemeinlich concor⸗
dieren bi dem feifer, jo mach men al ander gezale van ben vurß Feiferen,
bie men doch biwilen ungelich angefchreven vint, alſus verlengen ind kur⸗
ben, dat die gante ſumme van al ven jairen irs regiment noch hoegher
15 noch minre fom dan bat jairgezale uns heren 140. desgelichen mois ouch
bat jairzail der paiffen und bifchoffen 2c. die vur dem keiſer geweft fin,
niet hoegher of niderer fomen, bat men in noch || mere noch min zogeve, ar. 6ub.
mer dat die ouch concorvieren mit den jairen uns heren, bat doch fere
ſware of binae niet wail moeglich i8. want dat wir nu zer zit levenbe
» ſchriven van den alden gefchichten, dat moiffen wir nemen nis den boiche-
ren, anders is uns niet moegelich 30 wiſſen. nu jagen die boicher biwi⸗
len gant ungelich over ein, bat it vide fal feelen umb 10, 20, 30 2c. of
biwilen 100 jair: wer fal dat nu zer zit kunnen recht machen, fo bie
boicher ſo fere ungelich zofagen? Doch hain ich die jatrzail bes regiment
2 ber feifer mit groiſſem vlis ind arbeit fere concorbiert, jo bat bie jaire
bes regimen& ber keiſer ind der geburt uns heren in der ſumme gelich zo:
jagen bi8 up dat hurige jair anno 1499. Die gefchichte der Feifer und ver
foninge fin alwege vlislicher angezeichent worden dan van anderen geift-
lichen prelaten, want bie wunderliche dinge mit ftriven ind anderen din-
gen, as ſtede zo machen ind zo brechen, gedain haven, bat der geiftlicheit
nit bezimpt. ind in den eirjten ziven worden pais int bifchof mit anderen
minfchen geliche vervolget 30 Dem doede umb bes criſtengelouvens willen
ind aljo 30 Sprechen veracht, ind dairumb dat jairgezaile van in ſere un⸗
gelich wirt vonden, ind biwilen ouch niet gan clair gewis i8, under wat
3 feifer eindeil paife gelevet ind geleden haven, dan ber ein fchrift alfus,
15. ‘Her’ flat heren'.
1. Antoninus Pius regierte 138 —161.
336
VI. Koelboffiche Chronik.
ber ander aljo. ind darumb: of iemant vint einige jatrzail, bie ich ge-
ſatzt have, die niet gelich zolude, der will die vruntlich befferen ꝛc.
Der vurß keifer was Adrianus dochterman
ind umb ſulcher groiffer du⸗
gent ind goitheit woulben in die Homer feen nae fime doede in Die zaile ber goebe.
[Supplem. 118%. Agrippina 172 (Martin. Opp. 447). Eife 129. Bol. 8-5
fo verwiberbe be bie
nigsh. 350.)
Florar. Diffe Antonius auam in Galliam 30 ber flat Hoi!
Suppl ſtat ..... bit vurß is genomen nis der eronicken der bifchoffe van Tungren.
1188, Diffe vurf keiſer a8 he was alt worben 72, fo flarf he.
Königs- Bi des keiſers ziden was der groifje meifter Galienus ber arketer.
bof. 350. tem 30 ber jelver zit leefve ouch Ptolomeus ber flernenfeier.
Suppl. Telophorus der 9. pais..... und fagtein......
dri miffen halben in ber eriſtnacht
Bl. 648,
ib. 1188
und
Rudim
bat ein iglich priefter fulbe
bie derbe in dem bage?, want adtan
i8 uns erfhenen der bad unſer verloefung.
| Iginus ber 10. pais
ind up gein anderen dach.
wart ouch gemartiliet umb ben criftengelouven. 15
Pius der eirſte pais van dem namen ind ber 11. in der orbenung
nierde under anderen bingen, bat men den paiſchdach ſoulde halben up ben ſondach
ordi⸗
Celſus der 5. buſchof zo Trier? bi diſſen ziden der zweier paeſſe
Iginus ind Pius. N
Gite129. Hie began dat zo Rome zwen keifer waren of me. anno dni. 162.
(Bild eines Kaijers.]
‚Suppl, Marcus Antoninus ber mit fime zonamen ouch hieſch Verus, was ders4. keifer
@ife 129 nen biffe Marcus Antoninus Berus was Antonius Pius des vurß keiſers brober,
ind alfo haven die broder binae ein namen gehat, mer ander zonamen. %
ind was deſe Antoninus Verus ouch ein alzo fromme feifer wie fin brober,
vol boichden bei nam durch ſinre groifjer gueden wil zwene gefellen zo eme an
bat rich ber ein biefch Antonius, der ander Severus. in anderen boichen‘
werben bie zwene genoempt Lucius ind Auvelius zwein gebrotere, of als die
ander ſaghen, fin maege, und die waren Antonius des milden des vurß fei-
jers fone. it licht clein macht dairan wer fi geweit fin, dan dairin over-
1. Huy an ber Maas.
2. In hora tertiarum. Suppl.
3. Der angebliche vierte Biſchof Au-
ipicius, ſowie mehrere andere, Die ſich zu⸗
fammen in dem Verzeihni Bl. 75° fin-
den, find übergangen.
4. Marc Aurel, fein Mitregent Lu⸗
cins Verus, beide von Antoninus Pius
adoptiert, und fein Sohn Commodus
werben ſchon in den Borlagen unferer
Chronik aufs feltfamfte durcheinander⸗
geworfen, was fih aus der Aehnlichkeit
der vollftändigen Namen leicht erklärt.
Man vergleiche folgende Stellen. Rudim.
novic.: hie cam Lucio Anneo Anthonino
Severo fratre suo et post cum Lucio Au-
relio Anthonino Comodo filio suo impe-
ravit. Ebend.: Marcus Anthonius ...
L. A. A. S. propingquum suum gene-
rum Anthonini pii sibi in consortem
ascivit imperli. Suppl. chron. 1198: et
una cum Lucio eo modo (! Comodo!
Aurelio eius patre (!) imperare cepit.
Ebend. 118°: Antoninus cognomento
pius ... impersvit una cum Aurelio
L.ucioque filiis,
1499. 337
comen alfe hiftorienfchriver, dat be gejellen zo fich genomen hait bat rich
mit eme 30 regieren. zovorrens plach niet dan ein keiſer z0 fin ind an bem
ftonde dat regiment allein. doch werde dat niet lange bat zivene regierten
bat rich of dri, dan gemeinlich alzit einre allein: mer als noittorft dat
s hieſch, ſo nam, ber dan keiſer was, ein of zwen gejellen 30 fich, als in
verpolgunge ver hiftorien dat offentlich i8 zo ften, als bi Dioclefianus,
Conftantinus ind Decius ziven.
Item hier is ouch zo mirken mit vlis, dat dae orbeniert ind geſatzt
wart: fo were ein gekoren keiſer wart, ber hieſch Imperator ..... doch bleif der ge⸗Eike180.
10 foren ber overſte am ber keiſerlicher zale. ind is die underſcheit der worder af⸗
gegangen nu zerzit, mer den overſten gebieder der gekoren is, die noempt
men nu keiſer, ind den he zo ſich nimpt, die hieſcht men roemſche koninge.
ind diſſe vurſchreven underſcheit der zweier wort Imperator ind Ceſar,
daat is gebieder ind keiſer, dient alzo ſere die legende ver hilligen zo ver⸗
ss ftain, ſunderlinge ben genen bie leſen willen mit verſtant ind bekentnis.
I Diffe vurß feifer Antonius Berus ..... ind quam mit groiffen eren wibber BI. 64b.
30 Rome, ENER.
Als Antonius Verus ind Lucius zofamen regiert hatten 9 jair alias 11 jair, fo
ſtarf Lucius ..... ind brachten die lande under dat roemſche rich.
" [Supplem, 119%. Rudim. und Florar.]
Item der vurß keifer Antonius Verus was ein ftraf unverzuft man ..... und
wer fin bilde niet enhadde in fim huis, der lies ſich dunken, be wer ein vermaledit
mind.
| “ [Supplem. 119%. Rudim. Königsh. 351. Eife 129. Mit Heinen Erweite-
3 rungen.)
O felige zide, wanne die vurweſer ind die overften ir underfaiflen
fief Haven ind ir wailfart ind in dairzu behulplich fin! wat fal ich vil
fagen of fchriven van den prelaten beite geiftlich und werltlich bi unfen
ziden bie ouch criſten fint? ft moegen fich wail fchemmen, ind ſunder
zo zwivel dairvan verwis moeſſen boeren van unfem lieven heren Iheſu
Erifto in fime leften gericht, dat die heidenſche keiſer jo barmherkich ind
guebertieren geweſt fin 30 iren underſaiſſen, die niet 30 befweren mit un-
bilfichen jchegungen, ja ouch fo it in noit was, dae fi nu fo fpigfundich
ind cloik fin durch fich ind ir raede dem "gemeinen man afzoplucken ſweis
5 ind bloit, nu mit fehagunge, nu mit zolfen, nu mit mungen ind mit ander
bil ungeboirlichen maniren die widder got und recht fin. und niet allein
geichiet dat van furften ind heren, ſonder ouch in fteden, dae die ghene bie
van einre gemeinre burgerfchaf fin ind van der gemeinfchaf ver burger
uisgeforen fin als overften, vat gemein goit 30 beivaren ind 30 vermeren,
» dat die bimwi-|len einige wife vortbringen ind hanthalben, daedurch doch Bl. 65«,
Städtechroniten. XIII. 22
338 v1. Koelhoffſche Ehronit.
ber gemein burger mirklich ind offenbairlich befweirt wirt. bes hain ich
mich did verwonbert, wie dat moege beftain ind ein vortgank haven ıc.
Suppl. Zom leften wart diſſe vurß feifer a8 he was in Ungeren [fiech] ind flarf anno
1198 und oo
Giterzı. 181 jair.
Yan der veirder vervolgunge der crifenheit. 5
— Diſſe vurß keiſer ..... ſo lies he geſchehen durch ingeven ſinre raitzlude die
veirde vervolgung ber eriſtenerminſchen in Gallien. Severus den der keiſer
upgenomen hadde zo eim geſellen als vurß, der bedreif vil krieges ind die
veirde vervolgunge over bie criſtenheit, fo dat etzliche paiſſe ind criſten ge⸗
martelt worden bi ſinre zit. n
[Bild eines Papftes.]
Suppl. Anicetus der 12. pais..... he ftarf ein merteler.
une. 30 des pais ziden was der ſesde bufchof zo Trier ind was delir
genvempt.
ih, Soter der 13. pais ..... he ſtarf ein merteler. 1
Manjuetus der 7. bufchof 30 Trier bi ven jaren uns heren 169.
“Clemens der 8. bufchof zo Trier bi ven jaren uns heren 175.
ib, 119b. Eleuterius der 14. mis..... under den minjchen.
Engelant wart criſten.
ib, Bi des pais ziden was ein konink in Engelant ber hiefch Lucins ..... ind |
wurden gejagt vil bufchoffen ind ertzbuſchoffen.
Bl. 65b. | Up die ſelve zit nam ſere zo ber eriſtengelouve, ind ſunderlinge zo Rome de
u worden vil ebeler Romere, ire huisfraumwen mit iren finderen gebeuft.
— Diſſe vurß pais ſtaerf ein merteler. Supplementum ſpricht, bat he |
412,23. aher
Suppl. ghein merteler ftarf. %
19b,
Anno domini 181.
[Bin eines Kaifers.]
Comodus der 15. keifer zo Rome ...... ind wart zom leſten erworgt mit einer |
twelen, als be mas in dem tempel ber godinne die Veſta genoempt was !. ind was 32
jair alt. M
[Supplem. 119b, Rudim. Eile 131.)
s nel Unter dem feifer worden ouch vil minfchen geboebet umb ven crijten
1208. gelouven.
Moifes der 9. bufchof zo Trier.
3. *fiech’ fehlt. 34. bufchofe.
1. In domo Vestali. Supp!. In domo Vestiliani. Rudim.
9
1499.
339
Anno domini 194.
[Bild eines Kaifers.]
Helius der hartnedich wart ber 16. Teiler
dom haven.
(Eife 133. Supplem. 1203.)
Seneca ! fchrift, dat wanne alle funbe ind lafter in dem minjchen
vergain als he alt wirt, als bat offenbair i8, fo kumpt allein hervur bie
giricheit. alfo geſchae ouch dem keiſer. want als he an bat rich quam, fo wart Suppl.
be fo Tarich ind fo genauwe, dat niemank finre genieffen moichte.
nu 18
10 gein laſter of unbillicher dink an eim keifer, dan bat he girich und unmilt fi. ind alſus
quam it bat, gelich a8 bat gemein populus begerten an in dat he keiſer
wurde, alfo wart be herwidder verhajt umb finre dorpheit willen bat
niemang nae eme vraegde.
eigen pallais
15 maenbe lank. ein deil ander hiftorien fchriven alfus, dat ein uplouf gejchach
in des keiſers pallaiß tufchen zwein evelmannen, ter ein hieſch Julianus,
ber ander hieſch Silvius? ind was van Meilan: Julianus floich ten
anderen boit ind ver keiſer foulde fi feheiden ind bleif ouch dae boit.
ind Iulianus underwant fich des rich8 ind was dae an 7 maende.
Hie is zo mirken, dat ein deil hiftorienfchriver feßen den Julianus ind Die zale Florar.
der feifer ind fagen, bat be fi ber 20. feiferd. mer Hugo Floriacensis*
ſpricht, dat he niet enſulle gerechent werden in der zail ber feifer. ind bairumb fo wil
ih in ouch niet fegen in die zail der Feifer, als ouch vil ander hiftorienfchriver doin.
der vurß Julianus wart ouch erflagen van eim ber hieſch Severus.
Item ein deil croniden jchriven, Dat 30 ber zit Do Helius Bertinar boit geffagen Dal.
%
25
30
was, worden bri feifer upgeworpen
fi albeibe.
mer Severus behielde bat rich ind verwan
Anno dni. 195.
[Bild eines Kaifers.]
Severus ber 17. feifer van Rome
wich5 als he alt was 75 jair anno dni. 212.
[Eife 134. Rudim. Supplem. 120% (Beda, Hist. ecel. I, 5). Florar. 81a.]
30. XVII flatt 17°.
1. Bgl. Königsh. 613: ſant Bern-
bart iprichet: an alten Tüten nement alle
lünden abe usgenomen gritifeit, Die wehſ⸗
jet und nymet zu an alten lüten‘. Die
Verwechslung ift unzmeifelbaft.
2. Diefe Berfion vermag ih nicht
nadyumeifen. Rudim.: occiditur a Sal-
vio Juliano iurisperito Mediolanensi
regni avido.
3. Als ſolchen rechnet ihn Rudim.
4. Hugo Flor. Chron. ed. Rotten-
dorf 75 jagt nichts davon. Bei Hugo v.
Flavigny (Mon. Germ, SS. VIII, 296)
wird Julian gar nicht genannt.
5. Eboracum, Port.
22%
of dat ich unwillich dat keiſer⸗ B1. 65b
(faͤlſchl.
67.)
08,
ind alſus begaf fich dat he wart boit geflagen in fime iv. unv
Julianus nem an ſich bat keiſerdom ind was an bem rich ſeven Rudiw.
Eike 133,
le,
Rudim.
und
&ife133,
he ftarf in Engelant in der flat Ever- Bi,
340 VI. Koelhoffſche Chronil.
Die unnfte vervolgung der criſtenheit.
Suppl. Victor ber 15. paiß....... be wart ouch geboit umb ben criftengelouven.
ib. 1206, Zepberiung der 16. pais..... be firaf ein merteler.
[Bild eines Kaifers.]
BI. 666 Baſſianus der genoempt wart Anthonius Karacalla wart ber 18. keiler..... 5
—678, Dat be flarf. ind dat geſchach bi einre flat Die hieſch Ediſſa.
[Supplem. 120b. Rudim. @ife 135.)
Anno dni. 220.
[Bild eines Kaijere.]
Macrinus Opilins wart der 19. Teiler. ..... Heliogaballus genvempt. 1)
[Eike 136. Supplem. 121%. Rudim.]
Anaftafins der 11. bifchof zo Trier.
Anno dni. 221.
(Bild eines Kaifers.]
BL. 670 Marcus Aurelius Antoninus mit fime zonamen Heliogoballus ..... und wart I;
67°. genoempt die keiferinne van allem vonlf ind ginf 30 raide mit anderen fenaten.
[Supplem. 121r. Eile 136. Die Worte “Helios up die ſprache is zo buitice
jo vil a8 ein der billige dinge gift ind handelt, as nu bi uns flır die priefter, ind
aljus mocht he genoempt fin der jonnenpriefter' entfprechen der Stelle des Suppl.:
Helios enim Phenicum lingua Latine dicitur sacerdos.] 2
Mick bie ein unwe geſchicht dat ein wif talis qualls 30 Rome
mit 39 raede gink.
Do fi nu alfus ghen Rome waren fomen ..... zom leften wart he mit fine
moder erflagen in eime uplouf.
[Supplem. 121b. 121s, Florar. 5828. Rudim.] B
Andreas der 12. biſchof zo Trier.
Anno dni. 226.
[Bild eines Kaifers.]
Alerander der ouch genvempt 18 Aurelius Severus! ein jungelinf wart der 2].
kiler...... wart he erflagen als be alt was 26 jair anno dni. 237. * N)
[(Agrippina 18° nah Eile 137 und Königeh. 353.]
[Bild eines Papftes.]
Bl. 68°. | Ealirtus der eirfte pai® van dem namen ind der 17. in der orbenung ...--
Suppl.
1212 ind wart gemartelt under dem vurß keiſer.
Urbanns der eirfte pai® van dem namen ind der 18. in ber orbenung ... «+. ®
1. Diefer Beiname wohl aus Rudim. novie, entnommen.
ru
1499. 341
diſſe puis befeirbe Tiburcium ſent Eecilien bruitgam ind Balerianıım finen broeder!.
inb wart gemartelt under dem vurß feifer.
[Supplem. 12ib und Rudim.]
Anno dni. 238.
5 [Bild eines, Kaijers.]
Julianus Mariminus wart der 22. feifer..... ind wart erflagen mit fime
jone ber noch ein fint was, in ber flat von Aquilegien.
[Eile 138. Königsh. 353. KRudim.]
Die 6. vervolgung up bie criftennheit dede ber vurß keiſer. Eite138.
10 [Bild eines Bapftes.]
Poncianus der 19. pais..... wart gemartelt under dem vurß keiſer.
[Supplem. 1228 und Eile 138.]
Rufticus der 13. bifchof zo Trier anno 234,
Eiriacus, als bie hiſtorie van den 11 pufent jonferen ſchrift, hm"
15 was pais ein jair...... fo wirt be niet gerechent of gefatt in bie zaile ber paife.
Autor ver 14. bifchof 30 Trier anno 237.
Mauricius der 15. bifchof 30 Trier anno 239.
Antheros der 20. pais...... und wart ouch gemartelt. ib,
Anno dni. 241.
20 [Bild eines Kaifers.]
Eife 139
Gordianus der 23. keiſer ..... io beftalte herzoch Philips, dat he verreitlichen u. Rs
erfflagen wart. mer he wart hernaemails mit geliher mais bezailt. nigeb.
| Anno dni. 247. BL. 68,
[Bild eines Kaiſers.)
25 Philippus der 24. keifer...... ind des chat geſan Decius der naevolgende
feifer van ſent Laurencius, als in finre legende wider gefchreven is.
[Eike 139. Supplem. 1238. Königsh. 354.]
Anno dni. 254.
[Bild eines Kaijers.]
30 Decius der 25. keifer...... zom leſten wart he in eim ftride erflagen, ind fin
fone wart erbrentt bi der Donaume.
[Eile 140. Königsh. 355. Agrippina 19%. Budim.]
[Bild eines Bifchofs.)
Fabianus der 21. pais..... biffe pais wart gemartelt under Decius dem Oo’
35 feijer. 413,25.
17. XXV,
1. Gerade umgelehrt: Valerianus eius frater. Suppl.
Cecilie virginis sponsus et Tyburtius
342 VI. Koelhoffſche Chronik.
—53 Cornelius ber 22. paiß..... inb wart ouch gemartelt under dem Teifer Decio.
Caffianus ver 17. biſchof zo Trier anno dni. 255.
— | Anno dni. 257.
59.) j [Bid eines Kaifers.]
Gallus wart keijer mit Boluflanus fime fone..... fi kriegen widder ein an: 5
der, fo dat fi alle dri in dem jair nae der geburt uns heren 259 erflagen wurben.
[Eile 142. Supplem. 1236. Agrippina 19%. Emilianus van Meilan' ge-
nau nad Agrippina, während deren Vorlage (Königsh. 355) “von Mörenlant
fchreibt.]
Fe Die achte vervolguuge.
1248. Anno domini 259. 1
[Bild eines Kaifers.)
Balerianus der 27. keifer...... wart gefangen van dem lkonink van Perfien
Capur genvempt, und bi dem was he gefangen in Enechtlicher verworflicher dienſt⸗
berlicheit.
[@ite 143. Martin. Opp. 448, 18.] 1i
Fo Galienus Balerianuıs fon, der ouch Decius genoempt wart, regierde bat rich na
Hof. 356 fing vaders gefenfniffe 8 jair, ind im dem eirften jair as der vader gefangen ind ge
— venklich gehalden wart, jo regierde fin fon Galienus dat roemſche rich lovelich .....
ind ber herzoch beſtalte dat ber keiſer erflagen wart anno 274. ein deil boiche
ore⸗ ſchriven, dat nae Valerianus ind Galienus fin vil keiſer upgeworpen
Hist.vi1, worden ind dat in vil landen: einre hiefh Gemius!..... ein auber ind hieſch
22. Victorius ind in Gallien wurben im fin ougen nisgeſtochen? ind darzo geboit, item
Suppl. hair wart einre Decius genoempt ind hieſch ouch Galienus of der clein Decius3 ind
“ was doch niet Feier. ind under den is gemartelt fent Sixtus ind fent Laurencius.
—— 30 diſſen ziden was grois unfridde in ber werlt..... ind dae entflonde >
ein grois geſelſchaf van allerhande voll..... fi gewonnen vie flat Ravenna und
ADD. zerbrachen bie und vil ander cleinre fletghin. im ein beil biftorien vind id
onige vortan alſus: ſi belagen bie fiat Eollen ind martelben bie 11 buifent jonferen
31. 696. fo fi van Rome quamen..... und beroifven bie lande up ginfit || und diſſide
des meres lude mit den fteden beibe in beidenfchaf ind in criftenheit, ind nanten fid 3
marun. die groiffe geſelſchaf ain lant“. die anderen hiſtorien ſagen, dat die 11 duſent
Opp. jonferen niet up diſſe zit geleden haven: dan hernae als Marecianus leiſer mas
Ay bi den jairen ung beren 452, do haven die van Ungeren genant Huni, dovan Athile
pinatgr. konink was, bie 11 buifent jomferen vur Eoellen erflagen. hieruis machftu mir:
— 0——--
1. XII. 14. Hinter dienſtberlicheit' folgen vie Worte ‘as ver vader — gehalven wart‘, |
die wir, wenn fie überhaupt gelten follen, an ver einzig möglichen Stelle 3.17 f. folgen laffen. |
18. Rijch. VIIL. iair louelih. 29. diſſyde Iude mit den fleden des meres.
1. Ingenuus. Oros. 4. Mißverſtändniß! Königeh.: "men
2. Ultro creatus. Oros. Die Chro- nante bie felbe geſelleſchaft bie Hünen,
nit Tieft wohl cecatus. alfo Die geburen nennent eim grofle ge
3. Decius iunior. Suppl. jellefchaft underwilent Engenlenber.
1499. 343 |
fen: is dat aljo dat die vernoempte hiſtorie van den 11 dufent jonferen
ghein eindrechtliche ind fichere zit hait under welchem Feifer die gefchiet fi,
jo i8 it ghein wonder of van anderen gejchichten Die ouch vernoempt fin,
ghein fichere certein zit 30 geven is. dabi is ouch 30 mirken ind zo ber-
s ftain, dat die unficherheit der zit niet berouvet of verminvet die twairheit
ber geichichte. Agrip⸗
Nae diſſer herzucht bleif dat volk van der gefelfnf an allen enden und mad) Yin 19
ten Toninge ind furſten under fih. ind Die bleven bis an des groiffen Karla zit, ber nigebof,
zwank fi under dat rich, a8 hernae gefchreven wirt 30 finen ziden.
10 [Bild eines Papftes.) Martin.
Lucius der 23. pais ..... wart gemartelt under dem keifer Valerianus. ap:
Stephanns ber eirft pais van dem namen umb ber 24. in ber ordenung ..... Rudim.
be wart geboit umb den criftengelouven.
Marcus der 18. biſchof van Xrier anno dni. 260.
15 Sixtus II ber 25. pais ..... wart gemartelt under dem Feier Galienus ber
ouch Decius genvempt was.
[Rudim. und Königsh. 515.)
Dionyſtus der 26. [pais]..... zom Ieften wart he ouch geboit umb den criften- —
gelouven.
20 Navitus der 19. biſchof zo Trier ind der eirſt zo Tongren! nae ſent
Maternus was bi des vurß pais ziden.
Anno dni. 274.
[Bild eines Kaifers.
Claudius II der 28. feifer...... ein beil [chriven dat be an einre juchten
25 ftarf: Die anderen jagen, he wart erjlagen 2.
[Eife 144. Königsh. 357. Agrippina 19b.]
tem Duintillus fin broeder ..... die Romer hingen ein gulben jchilt an bat
raithuis 30 Rome 30 even des keiſers Claudii.
[Agrippina 196 (Königsh. 357).]
30 Anno dni. 275.
Aurelianus der 19.2 feifer. .... be was ber eirfte keiſer der ein Keiferliche krone DL. 696
droge up fime heuft. Te
[Der kurze Abfchnitt ift zufammengefetst aus Eile 146. Königsh. 357. Agrip-
pina 196. Martin. Opp. 449, 30. Fiorar. 84b, Bgl. auch Supplem. 125b.]
2. gheyn ind ennprechtliche ſichere. 18. pais' fehlt.
1. Unten Bi. 75° gilt Navitus ald meint, vgl. Königsh. 357.
zweiter Bilchof von Zongern, indem ber 3. Die Ordnungszahl ift hier und
h. Maternus als erfter gerechnet wird. bei den folgenden Kaifern um zehn zu
2. Vermuthlich ift Quintillus ge- niedrig.
344 VI. Koelhoffſche Chronik.
280.
[Bild eines Papftes.]
Felix primus, ein Homer geboren, wart ber 27. pais..... geboit umb den
eriften gelouven.
[Rudim. und Supplem. 125°.] 5
Di des pais ziden jo was Marcellus ver 20. bufchof 30 Triere in
der ander 30 Tungeren.
suppl- Euticianus wart ber 28. paiß..... wart gemartelt umb bes criftengelouven
willen.
Sa sent Columba wart gemartelt umb den criftengelouven under bem vurß u
D 125. keiſer.
281.
[Bild eines Kaifers.]
Tacitus der 20. keiſer ..... wart erflagen.
[Eile 147. Königsh. 358.) 15
281.
Florianus der 21. keiler ..... in dem felven jair.
(Königsh. 358. Supplem. 126b.]
282.
" [Bild eines Kaifers.]) n
Probus der 22. feifer..... erfloge 30 Eoellen zween heren genant Bonofus ind
Proculus van der Romer wegen.
[Eite 147. Agrippina 20% (Königsh. 358 u. Hugo Floriac. Chron. 84).]
288.
Bl. 708 Carus Narbonensis wart der 23. keiſer ..... Numerianus der ander jone wart 3
—ob. umb fin misdait geboit van Diocletianus dem naegefchreven keifer.
[Eife 148. Supplem. 127°. Agrippina 20% (Königsh. 358). Die Worte
Karinus fin fone wart biint, ind men voirte in zo eim borne’ genau nach Agrip-
pina, während Königsh. ‘uf einre reiteboren’ hat.]
Anno domini 200 ind 90. N)
[Bild eines Kaifers.]
Dioclecianus wart der 24. keifer ..... diſſe Marimianum fant he uis in
Gallien dat nu Branfrich heiſt, wibber ein buervolk genvempt Beganber, bie jagen
fi) widder Dat roemfche rich mit iren berzogen, ber ein hieſch Amandus, der ander
Omilins, ind Marimianus verwan ind verbreif die. ind ber keiſer Dioclecia- »
nus mit finen hulperen vie he zo fich genomen hadde, begonnen 30 ver-
volgen die criftenheit ind waren dairup uis, dat fi die chriften mit ein ver-
briven ind verdiligen woulden, ind dairumb deden fi vergaberen volk nid
6. buſchoſs.
1499. 345
allen landen: in dem felven heir waren nis orienten Die Thebei ..... zoleft wart
Dioclecianus vergeven ind Marimianus wart erhangen anno 312.
[Der Eingang des Abfchnittes aus Eike 149 ff. Königsh 359. Agrippina
202, Supplem. 1272. Rudim. Die Legende von ber thebäiſchen Legion aus Eike
5 150. Supplem. 129b, @öiner Leg. 'aurea Bl. 336. Der Schluß wieder aus
Agrippina 20° (Königsh. 359).]
[Bild eines Papftes.
Gaius wart der 19. pais ..... diffe wart ouch gedodet umb bes criftengelou- Rudim.
ben wil. |
10 || Item van fent Gereoin vinftu hernae meir gefchreven bi ſent He⸗ wı. 1=.
lenen ziden.
[Bild eines Papſtes. Martin
Marcellinus wart der 30. pais ..... und des nachtes bairnae fo nam ber jelve © Art Pi
Marcellus mit ein deil ſinre prieftere ind begroife bat licham. und Koͤ⸗
nigshof.
15 [Bild eines Papftes.) 516,
Marcellus wart der 31. pais ..... bis in finen boit.
[Supplem. 127b und Königsh. 517.]
Anno domini 310.
Eonftantius ind Galerins ..... deilten dat rich unber fi ..... Conftantius le
2» nam die lande diffit meirs als Hispanien, Gallien ind Britanien, ind baemit was he und
zovreden. Rudi.
Conſtantius a8 he ein here was geloren dem lande hie biffit, fo ſatzten ſich Die abet
Duitfchen widder dat ride..... ind erfloich der Duitſchen 70 duſent. Byl.Rör
Coftens bie ftat hait boin machen deje Eonftantius!. Ä nigeh.
3 (Bild einer Stadt, wie Bl. 286. Auch im Fascic. temp.)
Conftancius hadde Diocleciannus des vurß keiſers dochter? Theu
dora genvempt 30 eim wive ..... diſſe Conſtantius ſtarf in Engelant in der ſtat zo
Everwich.
(Königsh. 360. Agrippina 206. Eike 157.)
30 | I| Anno domini 312. Bl. T1b,
[Bild eines Kaifers zu Pferde, hinter ihm zwei Znapben, deren einer das Banner
des Reiches trägt.]
Conftantinus der grois wart keifer ..... regeirbe bat rich, als Orofins fchrift,
30 jair ind 10 maende, of als Beda ſchrift, 31 jaird...... ind aljus wart Conftanti-
35 nus ein keiſer over alle Die lande up diffit des meres.
[Rudim. Eike 157. Supplem. 131®. Florar. 86%. Leg. aurea Gräße c. 68.]
22. guffit.
1. Königsh. “und wart ime zu eren 3. Die Chronik kehrt die richtigen
.. gebuwen' ıc. Citate des Rudim. (vgl. Beda, De sex
2. Konigsh. ‘des keiſers Maximiani aetat. mundi und Oros. Hist. VII, c. 26)
fuͤeſdohler gerade um.
a zu
Dal.
Gife 175.
178.
Val.
— hie quam dat roemſche rich of keiferdom an die Grieken,
346
VI. Koelhoffſche Chronilk.
Conſtantinus der keiſer hadde ein ſwager ..... ſo quam dat rich allein up Con⸗
cu. . ſlantinus.
Wie deſe Conſtantinus mallaitſch ind uisſetzich wart ind davan ge—
reiniget, gedeuft ind den criſtengelouven an ſich nam, is al claerlich ge:
ſchreven in ſent Silveſters legende!.
5
Dae nu deſe keiſer den criftengelouven hadde an fich genemen, je
verhoechte he ven crijtengelouven groiffelich: he dede firchen machen uie
den tempelen ber afgode ind floich ſelfs hant mit an. he gaf ven diene:
ren ber firchen, dat is der pafſchaf, grois privilegien ind vriheiden. he
dere ouch vergaberen ein concilium van 328 bufchoven umb der ketzerie ı
willen bie der ketzer Arrius upbracht habe.
ind die billige kirche
—8 wart groiſſelich begavet ind privilegiert of gevriet durch Confantinus den groiffen
67.) keifer 30 Rome.
Eonftantinus ber keifer .....
pur? me dan 30 keiſer in irre gewalt me dan 300 jair bejeffen hadden.
nam fere z0 die billige Firche in einre furker zit.
ind gaf bie flat zo Rome deme pais z0 eigen bie !5
ind alfo
dairnae zoich he over mere
; in ein flat Bizantium genant ..... die firch Lateranensis 30 Rome, ind in ber wart
nigief be gebeuft3.
Mais.
be was ouch indechtich der groiffer wonderlicher victorien die
he gehat hadde durch dat zeichen des hilligen eruites, dairumb dede hen
bat foichen durch fin moder Helena. ind wie dat gejchiet fi, wirt al jait
genoich geprebiget up des hilligen cruig dach als it vonden wart.
[Eike 176. Königeh. 367. Vgl. Supplem. 1328.)
Sent Gereoins kirche ze Coellen hait doin machen die keiferinne Helena.
[Bild einer Kirche, ganz wie BI. 17a, dem Fascic. temp. entnommen.)
Do Helena des keiſers moder befeirt wart zo dem criftengelouven,
do wart fi ein ſunderlinge liefhaverin bes criftengelouvens, bat lof ind
ere in allen enden 30 verbreiden.
ind dat i8 clairlich 30 fien in der vin-
bung des hilligen cruit ind uprichtung ber firchen ind goßhufer, want fi
hait alzo vil ſchone collegien ind Firchen doin machen in vil landen. »
under ben hait fi ein doin machen zo Eoellen up bie plaße dae ber billige herzoch inb
1. Bol. Leg. aur. c. 12.
"2. Eile gerade umgekehrt: ‘men vint
och gejereven, bat be de ftat to Rome
deme paveje lete. dat newetich, wo dat
mochte fin, werte fin fone unbe mer ben
britich keifere hadden de ftat an bes rikes
gewalt mer den bre hundert jar wante
an bes foninges Pipines tiven’.
3. Suppl. nach Erwähnung ber La⸗
teranenfifchen Baſilica: basilicam quo-
que appenditiam in honorem beati Jo-
annis baptiste in balneo caloris sui (!},
in quo quidem loco bapticatus a lepra
meruit purificari, huic addidit.
1499. 347
ritter gotz Gereon mit finen gefellen inthenft wart, ind beifcht ſent Gereoins kirch, ind
plach 30 heiſchen ‘50 den gulden merteleren’, want a8 ich hain horen jagen fo
hatte ſent Helena beftalt, dat die Firch mit goulde gebeft was, dat welche
her⸗ naemails van den Hunen i8 afgenomen worben, als, mach gefchien, Bi. 722.
s bernae verrer uisgedruckt wirt. besgelichen 30 Xancten in dem cleiffchen
lant hait fi ouch geftift ein coftlich® collegium ꝛc. item hait bie eirwerbige
vrauwe bat bewift in vergaberung bes heiltoms ber liever merteler, ind unber andere
heiltom Doch ſunderlinge zoſamen bracht mit groiffer arbeit ven groiffen ſchatz der drier
billiger foninge, der wit van ein verjcheiben was. ind ben bracht fi zo Eonftantinopel,
10 die wilche bri billige licham zom leſten fin heim komen ber billiger ftat Coellen ꝛc.
[Die entlehnten Stellen aus Cölner Leg. aur. de S. Gereone und de tribus
magis, Bl. 337 und 447.]
Item ein deil biftorien ſchriven, dat defer allercriftlichfte Teifer Conftantinu® Florar.
ſoulde im leſten ouch gevallen fin in die arrigenſche Feßerie..... dat wirt inb is wair⸗
15 haftich vonden in Eonftantius fime one der nae im feier wart, der gants in ber felver
fetgerficher Tere verblint was. it fin doch ouch ein deil treflicher leirre van ber
opinien ind fehriven dat: bo Helena boit was, bat Conftancia bes groiſſen Con- "vr,
ftantinus juefler have iven broder dairzo bracht, bat be den Teger Arrius dede widder⸗ c- 15
fomen uis dem ellende ind vil gemeinjhaf mit im hadde, ind bairumb fi
20 geneicht have 30 finre valfcher Tere. ind dairumb 18 nochzerzit ein zweifchel-
lung der opinien under ven hiftorienfchriveren.
Diffe vurß keifer Conftantinus, als he hadde vil gueber werk gebain, fo ſtarf he Florar.
..... der derde Conſtans. 68.
_ [Bild eines Papftes.]
3 Eufebius wart der 30. paisl...... be ſtarf ein merteler. Könige-
* Meichiabes wart ber 30. paiß ..... umb die gerechticheit bes criſtengelouvens. 97-517.
[Königsh. 517 und Supplem. 131>.]
Silvefter wart ber 31. paiß ..... als ouch hude z0 vage gehalten wirt. 21 u
[Martin. Opp. 415 u. 451, mit Heinen Erweiterungen.) j
30 Di des pais ziden was 30 Trier ver 36. bifchof, Valentinus ge:
noempt. derſelve vermachte ind erfulte al dat ghene dat fin vurgenger
verſuimpt habden of dat die ungeleuvigen zerveftrutert hadden. bo mu diſſe Gesta
Balentinus doit was, fo fante fent Silvefter der pais van beebe Helene des keiſers 162.
moder, Agricius den prebicanten heruis 30 Trier ..... ind dat geſchiede umbtrint
35 330 jair.
Wanne ind durd wen der doim ind dat erkbufhdom zo Triere begonnen is.
item van fent Mathis licham.
Agricius der 27. Bifchof zo Trier allein ind niet 30 Tongren ...... ſent Mathis
liham begroif he zo ſent Eucharien.
40 [Gesta Trev. 152 u. Agrippina 222.]
Marcus alias Marcialis ein Nomer geboren, wart pais anno Uni. re
116,9.
1. Die Orbnungszahlen werben hier gänzlich verwirrt.
348 VI. Koelhoffſche Chronik.
337, in dem 26. jair bes keiſerdoms Gonftantini..... ind bi finen
ziven fo zoich Conftantinus der Feifer van Rome zo Bifantium as vurf.
Bl. 736, | Julius wart der 32. pais..... bi des pais ziden is gehalden wurden bat
concilium 30 Niceen ..... bie anderen fagen, bat fent Silvefter ber pais fi geiveft in
bem concilium. dat belt hart of bat beftain moege. dairup antwerben s
eindeil ind jagen, dat bi aventuren mach alſus gefchiet fin, dat bi fent
Silveſters zit i8 dat coneilium beroifen geweſt, al quam he niet ſelfs pair.
biffe pais wart gefent in ellende....... wibber zo Rome ind flarf dae.
(Martin. Opp. 416. Rudim. #ür den Anfang vgl. auch Ekkeh. Chron.
112, 64 und Königsh. 518.] 10
Up bat men be lichtlicher moeghe begriffen und verftain Dat gejlecht
bes groiffen Conſtantinus ind vurvolgung ‚ver Teifer ind pie hiftorien bie
van anderen perjonen mit beroirt werben, wil ich ſetzen ein figure, bair:
uis men riſch verfteen mach, als iemang wat daevan begeert.
[Stammbaum von Conftantius bie auf Gallus und Yulianus.] 15
Eonftancius der 31. keifer....... erſloich Dalmachium finen vemen. des worte
Bl. 748. fi) Julianus der Dalmachius | nenei was, dat he ouch erflagen wurbe, ind oloe,
want be wibber in gebain habbe, jo bat he eın monich wart, ind bi aventuren in
ber wuftenie zo Egipten, want fent Anthonius was z0 der zit mit finen
broeveren beroempt vur minfchen in groiffer hillicheit, ind was noch ghein ”
geiftlich orven van monchen 30 ber zit a8 nu fint. ind bairnae als im
bat leven 30 hart viel, zoich he durch vrembe lande und leirbe zouveren .....
bo Eonflaneius vernam..... dat be 30 ftont flarf.
[Agrippina 238. Königsh. 368. Eife 178. Martin. Opp. 416. Vincent.
Spec. XV, 13. Supplem. 135%. 136b.) pn)
Särbel Bi des keiſers ziden hait gelewet ein grois meifter in der kunſt grammatica, hieſch
Donatus, ind hait gemacht bat boichelgin dat die Finder in den ſchoilen plegen z0
feren, ind men noempt dat boich ouch “der Donait’ nae dem man ber it
gemacht hatt. he was ouch fent Jeronymus ſchoilmeiſter.
[Bild eines Papftes.] 30
a re Liberius der 33. pais ..... ind dae worden vil priefter, die niet mit halben
woulden, geboit ind ber Felix wart entheuft.
[Mart. Opp. 416,30. Supplem. 135b.)
Selig II ein Romer geboren was der 34. pais ..... ind a8 be pais geweſt mas
us, a. ein jair 7 maende, fo wart he entheuftzc. als hie vurf is, ind Liberius 5
vurß wart widderumb pais.
—8 Maximinus II nis Aquitanien geboren ..... wart ber 28. bifchof van Trier,
ind was umbtrint 345. biffe entfink ind hielt bi fi) zo Trier den groiffen eriſtlichen
we
37. XXXVIII.
1. Königsh. 368 irrig ‘brüder.
1499. 349
lerer Athanafins genoempt ind bifchof zo Alerandria ..... inb as be zo Trier mwa®.
jo machte he [dem] gelouven den men alle dage lift ind jinget in ber
prime Quicunque vult salvus esse 2. be vergaberbe ouch a8 ich vinden gefchreven —
ein eoneilium zo Agrippinen van vil biſchoffen, ind dae wart Eufrata der biſchof afge⸗
5 ſatzt umb fin ketzerie ind ſent Severin wart van geiſtlichen ind werltlichen eindrechtlich
gekoren ind ein biſchof zo Agrippinen gemacht. van dem vurß Maximinus
biſchof zo Trier vind ich alſus geſchreven in eime boiche genaut Flora-
rius temporum: wie lange he biſchof ſi geweſt zo Trier of in welchen jair nae 45:
der geburt uns heren he ſi komen an dat biſchdom, hain ich niet mogen vinden in der
10 trierſchen eronicken, dan allein ſo vil as ſent Iheronymus ſchrift in ſinre croniden, bat
be have gelevet in dem ſesden jair var Conſtancius keiſerdom, ind bat ſelve was, als
be jchrivet, anno dni. 345.
Paulinus bifchof zo Trier nae jent Maximinus bi den jaren uns heren 3581, Dal.
: : , . . Florar.
ind wart gefant in bat ellende Durch bevel des pais Liberius? vurß Der temp.
sein leßer was, ind dae wart he entheuft umb criftengelouvens willen anno 88b 9).
dni. 361.
Wat bifhoffe 30 Agrippinen bi dem Rin tufhen fent Matern ind fent Scverin fin
geweh, und of in der felver middeler zit Die vnrgeſchreven fat bi dem crifenge-
louven ſtanthaftich bieven fi of niet.
20 Van der zit dat ſent Maternus biſchof zo Trier, zo Agrippinen DEI
zo Tongeren flarf, vint men niet clairlich ind offenbairlich, wer bifchof 30 Collen (Chron,
dairnae geweft iS bis 30 ber zit dat ſent Severin bifchof wart, ind Dat is wonder?, 182.
jo doch die bifchoffe van Trier ind van Tongeren, bie in ber felver mid⸗
beler zit geweſt fin, angezeichent ind befchreven fint, Die welche zwae ſtede
25 durch groiffe unminfchliche vervolgunge van dem criftengelouven afgetre-
den fin, al fin doch alzit etliche goider criftenminjchen verborgen dae ge-
weft, Dat welche van Agrippinen niet wirt gevonden beſchreven, bat fi nae ber zit, bat chend.
fi entfink den criftengelouven van fent Mater, ie afgevallen fl. darup vind ich
ein deil rede, a8 ouch zovorens enmwenich beroirt 16, bi der zit als fent „Dal,
o Maternus geftorven was, anno dni. 128. einbeil antiworden bairup
ind fagen: als der hillige ſent Matern dat biſchdom zo Trier, zo Agrippinen, 30 Agrip—
Zongeren alle bri verforgede ind ir bifchof was, fo ouch Dat meifte deil ber bijchoffe 30 pinaztb.
Trier die nae geweft fin, haven ouch geregiert in der felver zit dat biſchdom van Ton-
gren a8 ſent Maternus, mer van jent Maternus ziden bis zo ſent Severin vint men
35 ghein bifchoffe van Agrippinen befchreven, al8 dan bejchreven fin van Trier || ind Bl. 758.
2. ‘ven? fehlt.
1. Florar. fest nach Jheronimus in 3. Agrippina 21a umgelehrt: ‘und
eronieis die Verbannung 357, den Tod is niet wunder na ergangen ziben ber
360. tirannen und verfolger der friften a8 vurß
2. Flor. nennt den Kaifer Conſtan⸗ ſint fi niet offenbare'.
cius.
Bol.
a1. 55».
Agrirp.
2b,
Florar.
798 (4).
Florar.
> 80b (h).
350
VI. Koelhoffſche Chronit.
Tongren. fo men tan niet clairlich vint, dat Agrippiuen ie van den criftengelouven
gewichen ft, halben etliche, bat die bifchoffe, Die Trier ind Tongren van ber billiger lir⸗
hen wegen in bewele gehat haven, Agrippinen ouch mit verforget und bewart haven.
ind wer bie geweit fin ind wie die gebeifchen haven mit namen, is hernae
geichreven.
5
Eucharius was ber eirft bifchof van Trier, Valerius der ander,
Maternus der derbe.
van diſſen drien is genoich vnrhin gefchteven,
wanne wae ind wie lange ſi biſchoffe geweſt ſin.
Die van Tongren hadden ghein naevolgende biſchof van ſent Maternus ziden
bis an den naegeſchreven biſchof Navitus genoempt, want fi vielen widder im un⸗d
geloumen.
Aufpicius ver 4. anno dni. 1321.
(Folgen 13 Biſchöfe von Celſus bis Kaffianue.
Marcus der 18. bi ven jaren uns heren 260.
Diffe 15 vurß billige manne fin biſchoffe geweft zo Trier, ind as eimdeiln
ſchrift fagen?, fin fi alle 15 gemartelt binnen 130 jaren3: want naebem a8 jent
Matern geftorven was, fo vielen Die van Trier, ummer bat groifte deil, widderumb
van dem criftengelounen umb ber groiffen verbolgunge ber feier.
Hiernae begonnen die van Zongren widderumb 30 haven bifchef mit
ben van Trier?.
Navitus ver 19. bifchof 30 Trier ind der ander 30 Tongeren bi den ®
jaren uns heren 273.
Ban diſſem Bischof vurß vind ich alfus gejchreven up eime anderen
ende.
diſſe hillige mann Navitus is worben ber ander bifchof van Tongeren ind ber
19. biſchof van Trier anno dni. 162 in dem 31. jare fins biſchdoms5 ind in dem eir-
ſten jare des keiſerdoms Marci Antonini, inb van biffem an fin geweft 7 biſchof nae 2
ein, ber iglicher is geweft biſchof zo Trier ind zo Tongren. und under ben iS Balen-
tinus der left geweft, ind bat belouft umbtrint 138 jair, ind dat was bi ber zit bat
1. Daß die 23 Namen von Aufpi-
eius bis Balentinus erft Ende des 11.
ober Anfang des 12. Jabhrh. eingeſchoben
worden find, um die Rüde zwiſchen den
angeblichen Apoftelihälern Eucharius
Balerius Maternue und dem hiſtoriſchen
Agrötins (Agritius) auszuflillen, ift jetzt
allgemein anerlannt. Vgl. beionders
Kraus, Die Älteren Biſchoſskataloge von
Trier im XXX VII. Heft der Jahrb. des
Bereins v. Altertbumsfreunden ©. 34 ff.,
Friedrich, Kirchengeſch. I, 95. Die glei-
hen Namen ohne Jahreszahlen finden
fi Gesta Trev. p. 148, nur Celſus ift
hier erft fpäter zugeſetzt. Unſere Chronik
entnahm ihre Angaben ohne Zweifel aus
dem BI. 62° erwähnten ‘boich eins koeſt⸗
lichen ind fere vervaren biftorienjchriver,
ber fetst dat jairgezail bi eim iglichen der
vurß bifchoffen’. Vgl. Die der For Des
Kataloge Bl. 84% beigefügte Note,
2. ®gl. auch Gest. Trev. 149.
3. Intra 30 annos.: Florar.
4. Die folgenden act Namen find
aus dem Katalog von Zongern in ben
trier’fchen übergegangen. Bgl. Kraus
a. a. D. 35, Friedrich 95. 100,
5. Soll beißen: im 31. Jahre, nad)
dem er Bilchof von Tongern gemorben
war, wurde er auch Biſchof von Trier.
Im Magn. chron. Belg. fehlen dieſe Worte.
Florar. citiert: secundum supputacio-
nem Mathei Palmerii Florentini
1499.
351
Silvefter was 5 jair pais geweft ind in dem 10. jair van Eonftantinus Magnus fci-
ſerdom.
[Holgen 7 Biſchöfe von Marcellus bis Valentinus.)
Differ Balentinus as he ſterven ſolde, Taichte be ſinen bifchefsftaf up den bogen Agripp.
5 alter 30 Tongren ind geboit bi dem banne, dat niemant ben ſulde an fi) nemmen,
be wurde dan van gobe gefant. fo Lach der flaf bis zo fent Servais ziden: ber intfint
dat biſchdom van got wegen. ind in der mibbeler zit hadden bie varı Tongren ghein
biihoffe bis || dat fent Servais quam umbtrint 11 jair.
Diſſe 24 1 biſchoffe vurß fin bifchof geweft zo Trier na fent Matern
ı bis up ſent Severin. is it nu fache bat ſich funde, dat Die bifchoffe van Trier ouch Agripx.
mit regiert hedden Agrippinen binnen middeler zit as ſent Matern vur gedain
hadde, ſo mocht men die vurß biſchoffe ouch nennen biſchof zo Agrippinen
as ſent Matern?. ind dat deden die die van der eirſter opinien weren,
ſagende dat Agrippinen, naedem als die ſtat den criſtengelouven intfangen
15 have, nie davan gevallen fi3.
Yan der ander opinien, dat Agrippinen widder afgevallen fi van den criften
gelonven up die heidenfchaf.
Die ander opinien i8, dat Agrippinen wibterumb gevallen fi in
ungelouwen mit anderen fteben, ind dat bi fuspanige reden. zom eirjten:
» jo die ftat Agrippinen a8 vurß van aller eirften van ben Romeren i8 an-
gefangen ind upgebumwet gemeft ind alle zit darnae unter dem roemſchen
rich geftanden hait bis 30 ber zit bat die Sranzofen in diſſe lande quamen
und die innaemen, — davan hernae gefchrenen wirt, — fo is fonber al
zwivel dat mail zo mirken, dat naedem a8 die roemſchen feifer ven criften-
2 gelouven begonnen 30 vervolgen ind fi ir amptlude in ten landen ind
ſteden haben, bat ft den bewolen ind geboden haven, ven criftengelouven
30 verbriven: want die Romer die beftalten, bat in allen landen, bie fi
under fich brachten, dat die lande moiften upnemen ix gobe ind die wife gr Im.
14, agende' flatt ſagende'.
1. Es find bloß 23 genannt.
‚ 2. Der Nachlaß der Agrippina, bie
ein Verzeichniß der trierichen Biſchöfe
bon Aufpieius bis Marimin vorausſchickt,
lautet einfach: “jo fint dat ire namen a8
vurjchreven’.
3. Agrippina 212: “doch (tro der
Lücke in der Biſchofsreihe) is de kirche van
Collen ſunder geiftliche prelaten niet ge-
weft in ber fwarer zit, want man nirgen
beſchreven wint, Dat Collen, fibber dat fi
criften wurden, van dem kriſtengelouven
avegewichen haven'. Die gleiche An⸗
ſchauung vertritt Hagen's Reimchronik V.
605 und die ſchon in den Laudes Colo-
niae (Böhmer, Fontes IV, 464) bemutste
- fohöne Sequenz Gaude felix Agrippina
(Gelenius, De admiranda magnitud. Co-
loniae 28). Die im folgenden ausge⸗
führte Anficht, Cöln habe das vom h.
Maternus gepflanzte Ehriftenthum tvie-
ber aufgegeben, findet ſich ſchon im ben
älteften Biſchofskatalogen des 12. Jahrh.
als mutbmaßlicher Erklärungsgrund für
die Lücke zwifchen Maternus und Seve-
rinus. Sie ging dann in bie fpäteren
Bisthumsgefchichten bis zur Chronica
praesulum ilber,
Dal.
Bl. 706,
Pal.
BI. 738,
Dal.
BI. 74b,
Bl. 768.
352 VI. Koelhoffſche Chronit.
ind manier van iren offerhanven, item ir Tpraeche als iS die latinſche
ſpraech die van in ein orfprunf hait. aljus iS offenbair, dat Agrippinen
niet iS bleven bi ben criftengelouven, wie ouch ander ſtede. zom anteren
mail: is dat jache dat Roma Trier ind Zongeren 2c. bie welche ſtede
haven gehat paiſe biſchoffe ind ander vil hilliger manne bie darup uis
waren dat ſi den criſtengelouven wolden vermeren ind ſtanthaftich halden,
fin widderumb gevallen van dem criſtengelouven in die heidenſchaf, die
boch ſteets vermaint ind verweckt worben van ven hilligen mennen batrint:
ghein, wat ſal men dan mogen halden of ſagen van der ſtedicheit ind
ſtanthafticheit der lande ind ſteden, die niemantz hadden der ft underwisde 1
ind leirde? mich dunkt: wer it ſache dat in 10 jairen ghein prebicait ind
underwifung des volks gefchiede, — ich jagen van dem volf dat nu criften-
gelouven hatt, — men ſulde fien, dat dat volf gang beeftlich und uncrift-
lich leven ſulde, dat doch nu, a8 men degelich prebiget ind leiret, nauwe
bi dem gelouven blivet. wer it nu fache dat die overften Feifer ind koninge 1;
mit anderen furften bat volf wolven van dem gelouven bringen ind zwin-
gen mit penen ind pinen, jae ouch bis in ven voit, ind hetten dan gheine
offenbairliche vermanunge bairintghein, wat meinft vu bat dairuis ſolde
werben? und aljus was up die zit mit Agrippinen ind anderen ſteden.
ein minjch, der die martilien lieſt of hoirt lefen, der mois fich davan int- ®
jegen, die men ben criften andere. zom dritten mail: fin die hillige mer-
tefer ſent Gereon mit finre geſelſchaf bi Agrippinen erflagen ind geboit
worden umb ben criftengelouven van ven roemſchen feiferen ind iren
amptluden, wie vil de me hedden fi die fteve, die in underiworfen waren,
verftoert ind vermort, weren bie niet geweſt underbain irem gebobe. zom ®
vierden mail: men leift van ſent Agricius vurß ind anderen bifchoffen
van Trier, dat fi diſſe lande widderumb gereiniget haven van der unvle-
bicheit der afgoderie 30 gelicher wis als Eucharius ver eirjt bifchof van
Trier. item bat bint niet, a8 fi jagen van ver eirjten opinien, bat men
nirgends vinde dat die ftat van Agrippinen widder zorugge fi gevallen. 30
darwidder mach men ouch fagen alſus: men vint ouch nirgens buifjen ir
ſelfs ſchrift dat fi fin bleven ftain. ummer men mad) mere alſus argueren:
fin die groiffen heuftſtede gewallen ind afgeprungen worden van ivem ge:
(ouven, vil me die cleinen fteve. item zom leften: men lieft dat, as jent
Severin bifchof wart, bat beide geiftlich und werltlich wolf in der fure >
geweſt fi, fo dan dat up bie zit gemwoenlich was umb ind umb, bat bat
gemein volf mit den geiftlichen prelaten ein bifchof ind ein overſten koeſen.
nu hait || men fchrifte daevan, dat die van Agrippinen haven gehat ein
bifchof vur fent Severin genoempt Eufrata, ind was ein feger van ber
1499. 353
arrianfcher lere!. uis diſſem vurß ervolgt fich, dat die van Agrippinen
iren conjent ind willen gegeben haven zo bifjem bufchof ind alſo ouch
geſtanden haven in dem ungelouven ver feßerlicher ind unrechter lere van
Arrius: want wert fache dat fi fich of iemans uis in dairwidder geleit
s hette, der were funder zwivel des lands verbreven ind verbant worden,
als gefchiet is vil billigen mennen van deſem lande, a8 jent Iheronimus ?
Ichrift van vem billigen man fent Paulinus, der bufchof zo Zrier was nae
fent Maximin, wie der vertreven wart umb bat be fich intghein bie Teße-
vie lachte. were nu iemans vernoempt geweſt zo Agrippinen der fich
1 bairintghein geſetzt hedde, eme were wibverfaren bat ven vurß bufchoven
overguam, ind were niet vergeſſen worden van dem vliffigen fchriver jent
Iheronimus a8 van den anderen.
Uis diffen vurß reden ind andere mere, die zo lank vielen zo ver:
zellen, ſchint it clatrlich, dat die van Agrippinen gevallen fin, naedem a8
15 fi eriftengelouven an fich genomen hatten, in die afgoderi der heidenfchaf
ind ouch dairzo in bie irrunge Des ungelouvens van Arrius fetzerlicher
lere. ind bat is nit 30 uneren ber billiger ftat nu Coellen genoempt ge-
ichreven : felich is der ſich beſſert. vallen i8 niet ſchand, fpricht men ge-
meinlich, mer bliven ligaen. ich envinven ghein ſtat hie ginfit mers, bie
2» niet fi widderumb afgevallen van dem criftengelouven in der zit der ver-
volgung, it fi die groiffe mit ven cleinen, Rome Trier of wie ft ouch hei-
ichen. int dairumb endarf niemans dem anderen verwiſſen.
Yan dem concilium dat in der Nat Agrippinen bi dem Rine gehalden is umbtrint
defe zit, als ein deil fchriven, dae Eufrata ein buſchof daefelfs, der ein ketzer was
2; van der arrianfcher lere, entfaßt wart, ind wie fent Severin an fin fat gekoren
ind gefaßt wart, 30 wat ziden ind wie dat geſchiet fi. ind daevan fin ouch
zwae opinien®.
Hievan is zo willen, dat in der zit dae die hillige kirche verloeft was
van der uiswendiger vervolgung der roemicher Teifer, jo ſtunde widder
zo up ein ander bedroefniſſe in ver Hilfiger firchen die fere forchlich was, als
van mancherlei ungelouven die men noempt Teßerie. it geſchiede bi den ziben
des groiffen Conftantinus as be keifer was, do was ein priefter bi Alexandrien in ber
1. Vgl. Chron. praes. 183 u. Agripe alten entſchied“, et Friedrich (Kir-
pina 22a, chengeſch. Deutichlande I, 272) „zu dem
2. Vgl. Hieron. Chron. bei Migne für Manche vielleicht überrafchenden Re
VID, 689. Der Ehronift folgt bier frei ſultat ver Echtheit der Alten”. Vgl. Fried⸗
bem Florar. 886 (9 (9). rich's jedenfalls fcharffinnige und ‚beach-
3. „Wenngleich nicht geläugnet wer- tenswerthe Unterfudung ©. 277 — 300.
den tann, daß fich Die neueſte Fe mehr Gegen die Echtheit &“ ſich ——
für die Unechtheit der Cölner Concilien- Hegel (oben Bd. I, ©. v) ausgeſprochen.
Städtechroniten. XIII. 23
354 VI. Koelhoffſche Chronik.
ſtat in Egipten, Arrius genoempt! ..... fo debe der keiſer vurß machen ein verga-
derunge van 318 bufchoven in ber flat Nicea genoempt anno 3342, ind Conſtantinus
was ſelfs mit in dem concilium, ind dae Disputiert men bil dage, ind zom leften jo
wart Arrius verwonnen ind wart verbreven inb in ellenbe gejant mit 6 anderen bie
mit im bielden, ind dae was he bis ber feifer Conftantinus geftorven maß. :
ind binnen ver zit fo bleve verfwegen int offenbair die irrunge des mans
Bl. 765. Arrius, mer hemelich hadde || he noch vil gunre van bufchoven ind van
anderen, bie heimlichen, a8 Teer plegen, ven boeſen ſamen feieven binnen
dem felven lande. ind dairumb fo was Eufrata binnen ber zit niet bu-
Ichof 30 Agrippinen, wan die fegerie ind irrung was noch niet uisgepres ıı
, biget, ind men moicht ouch dat niet doin, fo der keiſer Conftantinus mit
- dem concilium bat weberacht haben. mer bairnae al® Conſtantius des vurß
Fr 9. feijers fon an dat ri) quam anno 341, fo wart he verleit ind dede Arrius ... widder⸗
umb roifen ... ind eme intgingen fin ingeweide ind dairzo fin leven ꝛc. mer fin
valſche lere die bleve ind wart furglich in verre veripreit durch hulpe bes ı;
feifers Conftantius, ind der ſant nis in alle lande des Arrius naevolger,
ind prebichten den valſchen gelouven ind die ketzerie. ind is wail zo ge-
leuven, tat die felven discipel ind naevolger des fegers Arrius fin fomen
mit Teiferlichem geleive ind geheifch in bie lande ind ſteden, gelouven zo
prebigen, und ven van feiferlichen gebobe die lere upgonemmen. ind under »
ben valfchen propheten was einre Eufrata genvempt: ber quam mit
fulcher wife 30 Agrippinen, ind want die ftat vurziden was geftanben un-
der dem criftengelouven, ver up die zit fere verbunfelt was umb gebred
ber prebicanten ind umb der groifjer vervolgung bie geweſt waren, je
hadde ver jelve Eufrata lichtlich bat volf zo trecken an fin valſche lere dae %
he begonte z0 jagen van den criftengelouven, al leirde be den unredt.
FO nu vinden ich alſus gejchreven, bat fente Marimin fi buſchof geweſt z0 Trier
Aegid. anno domini 345 ...... ind be intfint Athanafiım ..... ind in dem naewolgende
ch. jair anno domini 346, dat wa8 in dem ſesden jair van Eonftantius regiment, fo fi 30
peaville Agrippinen ein concilium gehalden worden van jent Marimin dem bufchof 30 Trier 3
»2*. mit fent Servais dem bujchof van Zungeren 2c. ind baven afgeſetzt Eufratam ben
buſchof zo Agrippinen der ein ketzere was, ind jent Severin an fin ftat gefaßt.
Uis diſſen vurß punten vervolgde fich: i8 Conftantius Feifer worben
anno domini 341 ind in dem 6. jair ſins keiſerdoms Eufrata afgeſetzt
worben, jo were Eufrata bi aventuren dri of 4 jair bufchof geweſt 30 ®
Agrippinen.
Dat is die meinunge der eirker opinien.
Mich punkt, dat dat jairgezatl, jo wanne bat concilium vurß gehalben
1. Die Geſchichte des Arius if, mit und „upplem: 132b entlehnt.
manchen Erweiterungen, aus Rudim. . 330. Rudim.
1499. 355
i8 30 Agrippinen umb bat men affegen ſoulde ven bufchof Eufrata umb
ſinre valjcher lerunge willen, ind dat fent Severin fi bufchof wurden up
bie zit, niet wail overfome, angemirkt dat der datum ind dat jairgezail
ber bufchove die in dem concilium geweft fin, gerechent nae ven jaeren ver
s gebort uns beren, overval niet overfomen mit der zit dae dat concilium
beſchreven wirt, bat fi 30 der felver zit haven dae mogen fin, ind ouch
dairumb dat die ſelve bufchove under anderen feiferen nae Conſtantius
gelevet Haven. ich endorſte dat niet widderleggen, angefein min cleime
vervarenheit ind cleine befenteniffe ver gefchichte ind der hiftorien, al hette
1 ich ouch dat zom dickermail durch vliſſige vechenfchaf anders vonden dan
ich in den boichem befchreven vinde. mer als ich mirkte, bat int gemein
alzo vil hiſtorien fin, die fich bi dejen ziven begeven haven, binnen 200
jatren vur ind nae fere zwivelhaftich vonden werben, hain ich min mei-
nunge gefchreven as mich dunket bat in reden bejtain moege. ind bie un-
15 ficherheit i8 geſchiet umb bat die feifer die criften vervolgeden ind al ir
beiche, die ſi konden anfomen, verbranten, dardurch vil Dinge in vergeffen-
beit ind in zwinel fomen fin. item als bie vervolgunge geftilt was, jton-
den die ketzer up ind zogen ir valſch fchrift in Die goiden jchrift und ver-
ergerden vil goi⸗ der fehrift durch valfche meinunge ind opinien bie fi Bi. 77a.
» hadden, up dat fi uis ven, als verquantzis uis ambere geleirder lude
opinien, ir valſche irrung beſterkten ind beſtedichten, ind haven dairmit
gemacht dat manchs groiſſen billigen mans lere widderleit wirt ind ver-
boden, a8 bat offenbair i8 van dem groiffen hilligen, of men alfus fagen
ſal, ber Drigenes genvempt was. ber van vem lefen wil, ber nim vur
3 fih historiam ecclesiasticam!.
Nu wil ich jegen ind erzellen enwenich van ben hiftorien die wat
unftcherheit of zwivelhafticheit in fich haven ind gefchtet fir binnen 200
jaiven, fo vil a8 noit is unfer opinten ficher zo machen, dat doch gewert
hatt dat ketzer upſtonden van ver apoftolen zit bis hie here. |
zo Zom eirſten vie hiſtorie van den 11 duſent jonferen, vide Gobeli—
num 2. die hiſtorie van der vindung des hilligen cruitz.
Of Conſtantinus der groiſſe keiſer ſi ouch gevallen in die arrianſche
ketzerie in fin leſten dagen!.
21. opini.
1. ®gl. Euseb. Hist. eccl. VI, c. 19, 3. Die Legenda aurea de inventione
wo von den Vorwürfen des Porphyrius s. crucis (Gräße e. 68) ſagt ſelbſt, daß
gegen Origenes die Rede iſt. die von ihr adoptierte Erzählung von der
2. Bgl. die Bl. 882 aus Gobelin's gewöhnlichen Tradition abweiche.
Cosmodr. VI, c. 14 angeführte Stelle. 4. Vgl. oben ©. 347.
23 *
356 VI. Koelhoffiche Ehronit.
Of fent Silvefter fi geweft in dem concilium zo Nicene dat widder
Arrius gehalden wart!.
Ein deil ſchriven ouch, dat fent Silvefter have ingejegt die 7 hır-
furften ?.
Ind der hiftorien is alzo vil, als ouch ein deil geroirt werben im;
geiftlichen recht, die van cleinre werde fin ind nochtant alzo fere ver-
noempt fin in der billiger firchen, als Katherina?, Georgii, Margareta,
Chriftophorus zc.
Yan drien reden weder die eirhe opinien.
Zom eirften duntt mich, dat bierumb dat concilium 30 Agrippinen n
bi dem Rin, gehalden umb Eufratam afzofegen, niet moege gefchiet fin zo
biffer zit ale in dem 6. jair van Conſtantius keiſerdom, dat welche is
geweft in vem jatr uns beren 3455. want, as ouch vur geroirt is, bie
fegerie was kurtzlich vur dem keiſer upfomen ind moicht gein vortgant
—— haven in denſelven lande ginſit meirs ..... Zom anderen mail ſon
mach dat niet beſtain, dat dat concilium ſi geweſt up die zit, umb deſe
rede as hernae geſchreven ſteit. ind umb dat men bie rede die bais ver-
nemme, ſo wil ich die buſchove die in dem concilium ſullen geweſt ſin,
dairnae noemen.
[Breite Polemik gegen die Anſetzung des Colner Concils 345, auf Grund 9
ganz ollsemeiner Betrachtungen.)
Ich vinden dat fent Servais, der ein bufchof 30 Tongeren was, fi
geweft ein urjache wairumb dat concilium zo Agrippinen vergabert wart,
al8 zo entjeten den bufchof Eufrata. ind 18 bat furglich die meinung ber
felver worde: ſent Servais intfinge botfchaf ind bevel van got durch ein #
engel der 30 eme quam, dat he prebichbe ind verfunbichte dem polf in fime
buſchdom ind dairumbtrint allenthalven, dat got woulde die werlt ftraifen
ind plaegen mit Friege ind verdries umb der funden willen. fent Servais
was gehoirfam ind debe aljus, ind dat jo ftrenglich ind unververt, bat
Asgid. he verfpot inb verbreven wart van fime voll van Tungeren bis 30 Tricht. mer he »
vall. 32. enlies niet af, ſunder he prebichte ind fchreif in, dat der zorn gotz ſoulde
alzo jwairlich fi overvallen ſunder alle genate. ind bairuis wart Dat gante
lant beweget, ind quamen zofamen in die flat, die dae Trecas6 hieſch, vil buſchove ind
Bl. 788, hielden dae ein concilium. bie ver-||broigen Ind befloifjen entlichen, dat ſent Servais
1. gl. oben ©. 348. 58. 93. 100) verſchiedene Berichte neben-
2. SoHagen’s Reimchron. B.599ff. einander.
3. Bel. oben ©. 301. 5. Oben (©. 354) 346,
4. Bei ben brei leßtgenannten Heili- 6. Troyes.
gen ftellt Die Legenda aurea (Gräße c.
1499,
357
van irre aller wegen ſoulde zien fin gebede zo Rome ind bidden fent Peter ind fent
Pamwels, dat die got wur die criftenheit ind vur bie gemein werlt bidden woulden
durch irs werbienftz wille. bairup antwerbe fent Servais: he wer ein alt man,
doch waulde be bat gern an ſich nemmen. mer ee he die reife bebe, jo begerbe he bat
5 man ime finir ind biftant doin woulde, dat der bujchof Eufrata 30 Agrippinen up bem
Nine afgejatst ind van dan verdreven wurde, want der bufchof were ein offenbair ketzer
ind preitgebe ungelouven ind wibberfpreech Jeſum Criſtum gobes fon, dat he got niet
enwer noch unſer erloiſer.
bo dJeloifden eme alle Die dae waren zo helpen, bat men
Eufratam verftieg. ind fent Servais dede beroifen Die buſchove hernae genoempt, inb
10 intjaßten Eufratam, ind an fin ftat foren fi ſent Severin!. ind dit waren bie bu-
ihove Die mit fent Servais in dem concilium waren: Mariminus van Trier, Victor
von Wormps, Balentinus van Airl, Valerianus Antisiodorensis, Donacianus van
Cabulum?; Simplicius van Aftun?, Severinus van Sant, Amandus van Strais-
burch, Optacianus van Troisd, Juſtinianus van Rarady6, Jeſſis van Spier, Eulo-
15 gius van Arruir?, Servatius Tungerorum, Discolius van Reness uis Vrankrich,
Martinus Mogonciacensium ,
Victor Mediomatricorum, Desiderius Lingunice®,
Pancharius Insoncensium 10, Simon Arciclano !1, Vietorinus Parisiorum , Superioro
Nerovorum, 12, Marcurinus 13 Suessionum, Diopeto van Orliene, Euselius Rotho-
magensium 1,
Dit fin die buſchove die over ind an geweft fin als Eufrata afgefatzt
wart. wat nu iglicher geiprochen have, velt 30 lank zo verzellen. Jen
geluft zo lejen, wie dat concilium z0 Agrippinen gehalden wart ind mat ein iglicher —X
buſchof ſprach, is zo Bruilre 15 bi Coellen im cloiſter elair beſchreven, der mach it
dae geſinnen.
Nu vinden ich vil buſchove ind busdom dae genant, die up die zit
noch niet geweſt ſin, ind ſunderlinge wil ich dri of veir nennen die kundich
ſin hie zo lande. dae is genoempt Victor ein buſchof van Wormps, dat
der ſi daebi geweſt: nu vinden ich in dem gezail der buſchove van Wormps
gheinen der Victor have geheiſchen 16. desgelichen wirt dae genoempt
1. Die Acten bei Aegidius unterſchei⸗
den anweſende und brieflich zuſtimmende
Biſchöfe, in unſrer Chronik ſind beide
Verzeichniſſe durcheinander geworfen. Mit⸗
theilungen aus einer jetzt in der Burgun⸗
diſchen Bibl. zu Brüſſel befindlichen, im
11. Jahrh. geſchriebenen Hſ. der Acten
(allem Anſchein nach das von Aegidius
benutzte Exemplar) gibt Nolte in Der Tü⸗
binger Theolog. Duartalicrift 1869
S. 584 ff.
. Cabillonorum (Ehalons fur Saone!.
. Augustudunensium (Autun).
. Senonum (Sens).
. Tricassium (Troyes).
. Rauracorum (Bafel).
. Ambianensium (Amien®).
. Remorum.
520 ze
8
9. Lingonensi (Langres).
10. Pancratio Visocensium (Bejanson).
11. Santino Articlavorum vel Virdu-
nensium.
12. Nerviorum.
13. Mercuro. Nolte hat Mercurino.
14. Das gleiche Verzeichniß wie bei
Aegidius fteht in gleicher Reihenfolge
auch im Flor. temp. 88* mit dem Citat
ex cronicis pontifiecum Coloniensium,
2 Biſchöfe fehlen.
15. So Agr., wohl Verſchreibung ftatt
Bruwilre'. Der Verfaſſer der Agrippina
ſah alfo vermuthlich eine Hſ. der Acten
im Klofter Brammeiler.
—8 Vgl. Friedrich, Kirchengeſch. J,
6.
627.
” ‘
Bl.
786.
358
VI. Koelhoffſche Chronik.
Martinus ein buſchof van Meng: nu vinden ich in al der zale ver bu⸗
Ihove van Mentz niet dan ein!, ind der iS geweſt ver ander bufchof zo
Meng nae ſent Erescens dem eirften bufchof van Mens, der ſent Pau-
lus discipel was ind hait Meng befeirt, als dae gefchreven fteit. item dae
is genoempt Amandus ein bufchof van Straisburch, dat welche bufchbom s
ouch noch niet i8 geweſt ein beſunder bufchbom up die zit als ich meinen,
want konink Dagobert van Vrankrich, van dem bie firch iS upkomen,
quam lange hernae.
Iheſi of Jeſſis ein bufchof van Spier i8 ouch dae genoempt, bat mit
gelichen reden mach widderleit werben ?.
vurß fteden geweſt of buſchdome up vie zit, fo wer ſunder zwivel einve
van benjelven genoempt in den alden hiſtorien, ind it enkunde niet gefeilt
item: weren bufchove in ven
haven, it were einre van in allen ein merteler geftorven, als dat gemein:
lich in allen buſchdomen in allen landen 30 bewifen ftonde. want, als fent
jo was up die zit dat wort bat der apojtel fchrift ss
1. Tim. wair: der ben bufchoflichen ftait begert, ver begert ein goit werk, want bie
waren alwege up die zit vie eirften die getreckt worben vur bie richterjtoile
Gregorius ſchrift,
bey keiſer of ir amptlude zo ber kronen der martelie umb den criſten⸗
gelouven 3.
nu vint men in geinve hiftorien daevan.
16
| St ervint fich ouch niet mit der wairheit in einigen bewerten »
biftorien, dat die plage ind dat overwallen van den Hunen * fi geweſt zo
ber zit bi des keiſers Conſtantius ziden.
rien bie alfus jchriven van der zit bes conciliums ind mit ſulchen per⸗
ſonen, dat ſeil ſelfs am hals.
Item hait ſent Severin die capell gemacht, genoempt “die hemels⸗
ind dairumb bringen die hiſto⸗
porge’, naedem als ſent Servais, van Rome komende, dae gelegen 10083,
30 wilcher zit die Hunt in Italien waren : jo moiſſen bie bufchove albeibe
1. Die Mainzer Kataloge bei Jaffe,
Monum. Mogunt. (Bibl. rer. Germ. III)
2 nennen Marinus an zweiter, ber angeb-
liche Katalog des Meginfrid von Fulda
(Böhmer, Fontes II, 137) außerbem
Martinus an fechfter Stelle. Bol. Rett⸗
berg, Kirhengei. I, 132. Friedrich,
Kirden eſch. I, 312
ir die Controverſe über die Exi—
hen des Biſchofs Jeſſe, welche mit der
Trage der Echtheit der Cölner Concils-
acten enge zuſammenhängt, vgl. beion-
ders Remling, Geſch. der Bijchöfe zu
Speger I, 63. Friedrich, Kirchengeſch. I
3 Bol. S. Gregorii Regula pasto-
ralis I, c. 8 (Pariſ. Ausg. 1705. U, 9:
quamvis notandum, quod illo in tem-
pore hoc diecitur, quo, quisquis plebibus
praeerat, primus ad martyrii tormenta
ducebatur.
4. Der h. Servatius fol nämlich den
Einfall der Hunnen vorausgefagt ha-
ben, die oben ©. 356 nicht erwähnt find.
5. Die St. Servatiuslapelle lag in
ber Nähe von St. Cunibert. Die Sage
von ihrer Erbauung durch den h. Severin
finde ih erwähnt in den Miracula s. Se-
verini (Acta SS. Boll. 13. Mai, III, 227).
Bol. auch Die Verſe bei Gelenius, De ad-
miranda maguit. Col. 650.
kr
1499. 359
geweft fin hernae bi ver zit a8 die Huni in dem lande umbzogen ind Die
verberften, als anno 390 als hernae gejchrenen wirt. ind al weren bie zı. &op,
Hunt dikmail in den landen geweft, fo fin fi doch niet 30 deſer zit in beje
lande fomen, urkunt aller hiftorienjchriver.
5 ‚tem: hait ſent Severin gehoirt ven engelichen fanf als jent Mer—
‚ tin ſtarf!, jo moift he niet nu, mer hernae fin bufchof worden.
Uis diffen worden ervolgt fich zo dem anderen mail, dat dat con»
cilium up die zit vurbeftimpt niet fan fin geweft noch ſent Severin bu-
hof worden up vie zit: of ſal dat bi ver wairheit bliven, fo mois men
jagen, bat it up ein ander zit gefchiet fi.
Zom derden ind zom leften mach niet wail bejtain dat jatrgezael
birumb: want, a8 dae gefchreven is, jo i8 fent Severin bufchof van
Agrippinen gefatt worden up bie zit dat was als men zalt anno domini
347. nu vint fich dat offenbairlich uis allen coelfchen cronifen, beide HI.
1 van bufchoven ver jelver ftat ind ouch uis der ftat croniden?, tat jent May“
Severin fi bufchof worden zo Agrippinen nae ſent Matern wail 300 ind
14 jaere. bo nu fent Matern buſchof zo Agrippinen wart, dae zailt men
ungeveirlich anno domini 94 ind was dae buſchof 35 jair. nu machen Dat,
ummer bie 94 ind 35 ind dairzo 314 jair zofamen 443 jair. uis diffen
»o veroplgt fich dat clairlich ſunder alle widderrede, bat 30 ver zit ald anno
domini 346 fent Severin niet is bufchof worden noch Eufrata entſatzt
up die zit.
stem: wer jent Severin bufchof worden up bie zit ind were geftor-
ven, als ich vinten, anno dni. 4573, fo were he bufchof geweft 100 ind
35 11 jair. ind dat luut ouch der wairheit ungelich.
Item: it is gefchreven in ben geiftlichen vechten, bat were ein bu⸗3*
ſchof jal werben, ter ſoulde alt fin boven 30 jair, — ind bie ſelven vech- "vn.
ten worden ftrenglich gehalden up bie zit, — ind he hedde noch gelevet sl.
bis 30 der zit bat Theodoſius secundus feifer wa8 4, up welcher zit he pracs,
34. DLVII' ftatt ‘457°.
1, Dies erzählt nach ver Severinus: mehr ift Dies erft fpätere Kombination.
legende bie Chron. praes. 184 fowie Bgl. ber diefe Frage Friedrich, Kirchen:
Agrippina 222. Zuerft findet fich die Er- geſch. I, 272.
zählung bei Gregor von Tours. Doch 2. Damit ift wohl die Agrippina ge-
erlaubt ter Umftand, daß diefer den h. meint, welche BL. 5b die betreffende Stelle
Sexerin als beim Tode des h. Martin der Chron, praes. anführt, aber nur 313
von Tours (um 401) noch lebend er- Jahre rechnet, wie auch unten ©. 361
wähnt, nicht den Schluß, die Datierung geſchieht.
der Koncil8acten (346) fei unmöglich. 3. Diejes Jahr nennt Agripp. 238.
Denn die Acten ſelbſt jagen bon einer 4. Die verichiedenen Hſſ. der Chron.
unmittelbaren Nachfolge Severins nad praes. feßen das Pontificat des h. Seve⸗
der Abfegung des Euphrates nichts, wiel- rin bald unter Theodoſius I., bald unter
360 VI. Koelhoffſche Chronik.
dede bouwen die kirche van ſent Cornelius ind Ciprianus, mer nu gehei⸗
ſchen zo ſent Severin. ſo were hei alt worden 141 jair, dat ein unge—
woinlich alder is der minſchen nu zer zit levende.
Ein ander meinnnge ind opinio, wanne Eufrata buſchof zo Agrippinen, der ein
keßer was, afgefahkt fi ind wanne fent Severin fi bufhof worden. '
Ban biffer drier reven wegen vurß ind noch vil mere ander, die vil
30 lanf weren 30 verzellen, i8 min meinung, bat vil bequemlicher gefakt
werde, bat der ketzer Eufrata dae zerzit ein bufchof zo Agrippinen nu
Bl. 79°, Coellen genant fi intſatzt worben || bi ver zit of bald vairnae dat Mari:
5 muß ein Feifer alfo genoempt dat roemfche rich regierde, van dem bald
hernge gefacht wirt, ungeverlich anno 378. ind asdan fo vervolgen ſich
bie vurß hiſtorien ind gefchichte vebelicher van jairgezail und gefchichten
dan vurhin gefacht i8 30 Eonftancius ziden. .
Up dat men moge vernemmen bie wairafticheit der opinten, 18 kurtz
lich 30 wiſſen, dat ter pais Liberius genoempt viel ouch in die fegerie van 15
Arrius ungelouven wie vurß. ind der dede fent Baulinus den bifchof 30
Trier verbannen uis dem lande ind ſenden in bat ellende, dae be ouch
Eh ſtarf as vurß. ind nae ber zit a8 ber pais wolde ven van Trier fegen ein
bifchof van eim anderen gelouven dan ir Hillige bifchoffe Agrictus, Mari:
minus ind Paulinus mit Athanafius geleirt hadden, bie ft in groiffer m
eren ind wirbicheit gehalden hatten, des wart im geweigert. alfo bejtonbe
he, dat 30 Agrippinen bi dem Nine dae ghein bifchof was, wiewail it ein
bifchofliche ftat was. ind want die vurß ftat under dem roemfchen rich ind
under dem gebiebe des keiſers was ind der keiſer Conſtancius 30 der zit
was ouch ein ketzer, desgelichen Sultanus ver Teifer nae eme was ouch einfas
afgetrunnen criftenman, daemit hadde Eufrata der ketzer de bequemeren
zoganf, fich inzodringen dat he bifchof gemacht wurde. ind alfus wart be
bifchof. ind der meinungen nae fo hette Eufrata ver ketzer vil jair bifchef
zo Collen geweft umbtrint 20 jair of daebi. of men mach ouch alfus fagen,
dat ber keiſer Valens was gank befmigt ind verbrunfen in diſſer Tegerie »
van Arrius valſcher leir, ind dede vervolgung up bie criftenminfchen var
dem rechten criftengelouven ind fügte in allen landen bijchoffe Die van der
arrianfcher fegerie waren. und dairumb dat volf Gothi genvempt, van
zgl, ven ouch bald hernae wirt gejchreven werben, als bie begerden crüten zo
werden ind fchreven dem feifer Valens, dat be in fende biſchoffe ind prie s
fter die fi underwispen und leirden den criftengelouven, fo fante be in bi-
Theodofius IL, mit entiprechender Ber- oben S. 333 N. 2.
jchiedenheit der Sahreszahl. Vgl. oben
1499. 361
Ichoffe van der arrianfcher ketzerie, up dat fi ummer alzit mere geneigt
weren z0 dem gelouven ban zo dem anberen. want mit wat dranf ein —
vas eirſt gefult wirt, dairnae rucht it alzit. alſus ouch: wat ein minſch
zom eirſten geleirt wirt, daevan is he alzo ſwairlich zo bringen. do nu
s die Gothi alſus bekeirt waren, fo worden ſi verdreven van ven Hunen
uis irem lande, ind do zoigen ſi in Italien ind Duitſchlant durch ind
Welſchlant ind verdarften die lande jemerlich, as hernae verrer gefchre-
ven wirt. ind alſo, als ich meinen, ſo ſi nu zo Agrippinen komen ſin ind
haven gehoret dat eins aldae plach ein biſchof zo fin, jo haven ft dae ge-
jo ſatzt den biſchof Eufrata van dem gelouven as fi plaegen zo halten. ind
kurtz dairnae, umbtrint 3 of 4 jair, als fi nis dem lande waren, fo is
ver jelve Eufrata verdreven worden durch die andere bifchoffe ind ſent
Severin an fin ſtat gefekt.
Differ opinien nae dunkt mich, dat die hijtorien davan fprechende
ıs mere concorbiert ind vereiniget werden ind bat jatrgezail van ven ghenen,
bie 30 der zit geweft fint, verbrecht fich ouch bais, als bat ein iglicher
beritendiger minfch lichtlich mach mirken, als mit namen bie hiftorie van
jent Servais der zo ver zit a8 bie Hunen Italien durchzogen ind verheir-
ven dat lant: fo quam ſent Servais van Rome ind quam ungeleßt durch
» fi, a8 fin legende uiswifet.
Item dat jent Severin 30 Agrippinen, dae ſent Serpais des nach:
tes lach buifjen der ftatmuren, fach ein geloinde ſuil ind dae ein capell
dede machen genoempt porta celi die noch hude des dages genoempt is
jent Servais capel up fent Johans ftraiffen!, — item bat ſent Severin
» hoirt bat gefanf der engele do he fach dat die fele jent Mertins zo hemel
voir, — item dat jairgezail van fent Materns doit bis zo jent Severin,
dat 18 ungeverlich 313 jair als gemeinlich die croniden uiswiſen, — vint
fich vecht bi ven nur genanten ziven. anders: nimpt men die zit bi keiſer
Eonftancius dem anderen, fo kumpt die jairgezaile zo kurtz, a8 dat licht»
» lich ein iglicher vechen mach, || item besgelichen dat overvallen van ven Bi. zer.
Hunen ind anderen vil hiftorien. al biftorien ind gefchichten ſchicken fich
reblicher mais wail zofamen mit den jairgezailen nae Chriftus geburt ind
mit dem jairgezail ver keifer, fo wanne man nimpt, bat dat vurß con-
cilium ind die affegung des bifchofs Eufrata ꝛc. ind die infegung fent
35 Severin gejchiet fi bi ven keiſeren nae Conftancius ziden, ſonder allein
bat dae gefchreven is tat ſent Maximin geweft ft dabi in dem concilium
1. Vgl. oben S. 358. Bei Aegidius insigne iubar de coelo indulsit in tene-
(Chapeaville I, 40) heißt e8 bloß: idem bris Servatio,
‘deus) in una noctium in medio hostium
362 VI. Koelhoffſche Ehronit.
30 Agrippinen bae Eufrata intjagt wart. dairup jagen ich, bat umb ver
vurß reden willen bat niet wail fin mach. mer ich jage, bat dat felve con-
cilium fi gehalden zo Agrippinen bi der zit bes keiſers Marimus ge:
noempt, der fin foninklichen ftoil ind wonung zo Trier hadde, van dem
ouch bald hernae gefchreven wirt. und aljus i8 fomen bie irrung uis ein⸗
hellicheit der namen Mariminus und Marimus. ind fulche verfegung of
zwivelheit ber namen i8 niet allein in ben boichen der biftorien, mer ge
ſchiet ouch wail in der Hilfiger fchrift, als in dem ewangelto jchrift jent
Petth. Matheus van Zacharias ver geboet wart bi dem altair!, item van Ihe:
ed.27,9. vemias as jent Matheus fchrift in ver paffien ?: fi haven gegulven ein n
ader ꝛc. ind besgelichen up vil anderen plagen. und bifje rede overdrecht
ſich alzo jere wail z0 den gefchichten die zo der zit, als bie croniden jagen,
jullen ‘gejchiet fin. ind niemang ſal fich des verwunderen, of alſulche
zwivelhafticheit velt in ſulchen hiſtorien die clein zo achten ſin intgein die
antreffen pais ind keiſer ind die ſtat Rome ind Conſtantinopel, in wel⸗
chen geliche zweiſchelling van opinien wirt gevonden. ind daevan haven
wir ein geliche zwivelhafticheit in dem groiſſen ind eirſten concilien dat
Rudim. der keiſer Conſtantinus Magnus dede vergaderen zo Niceen. eindeil, as bie
eroniden van ben paiffen?, fehrift bat fent Silvefter ouch in dem concilium fi geweſt.
bie anderen fagen nein, mer Julius fin naevolger fi Da geweft. velt nu zwivel in“
eim gemeinen gangen concilium ber principailperfon half of die dae fin
geweſt of niet, fo i8 dat ghein wonder of bat gefchee in eime bisbom. ind
beögelichen i8 alzo vil van ben paiffen, dat van in villen ghein ficherlid
wiſſenheit i8, of fi unter dem of under dem feier geweft fin. vesgelichen
Rudim. van fent Niclais: eindeil fagen, he ft in dem concilium geweft, Die anderen &
jagen nein ꝛc. ind alfus uis al diſſen vurß worden ſlieſs ich, bat noch
ghein bifchof fi geweft nody worden zo Agrippinen bi vem Rin zo den
ziven bes keiſers Conftanctus IT, mer hernae 30 ver zit Valentis des fei-
ſers, a8 30 finre zit gefchreven wirt.
Au wil id vortan ſchriven van den keiferen ind iren geſchichten. 30
Anno dni. 364.
| [Bild eines Kaifers.]
AL. Tyb Julianus der 37. Leifer van Rome ...... do rief he: 'o Galilee, du hais ver:
— 308,
l. Des Zacharias, des Sohnes Ba⸗ 2. Der Evangelift bezieht fi auf
rachias, den ihr gemorbet habet zwiſchen eine Weisfagung des Jeremias, die 1a
dem Tempel und dem Altare'. Sohn des aber faft würtlih Zach. 11, 12 findet.
Barachias ift der Prophet Zacharias Schon die älteften Interpreten machten
Be 1, 1), während ber gleichnamige verſchiedene Erklärungsverſuche.
riefter 1. Baral. 24, 20 Sohn des 3. In libro pontificum. Rudim.
Jojada heißt.
1499. 363
wonnen'. ind meinte unfern heren Iefum der 30 Nazareth in Salileen ge-
woint hadde.
Königsh. 369. Vincent. Spec. hist. XV, 27. Florar. 898. Agrippina 23b
und Eile 183.]
5 Sent Mertin reide ! bi diſſem keiſer. Vince.
xv, 13.
Anno dni. 366.
[Bild eines Kaifers.)
Jovinianus der 38. keiſer ..... ind davan ftarf be.
[Eile 184. Königsh. 369. Florar. 89b,]
Anno dni. 367.
[Bild eines Kaifers.
Balentinianus ber 39. keifer ..... diſſer keifer ftarf an dem roden huich anno 378.
[Rönigsh. 369. Eife 185. Florar. 896. Agrippina 24a.]
Anno dni. 378.
[Bild eines Kaifers.]
Balens.der 40. keifer zo Rome ..... he geboit allen moenchen, dat is den
ghenen Die ein eirfam leven voiren woulden, bat fi dat Te: |wen liefen 31. sop.
ind wurben ruiter ind hulpen dat roemfche rich bejchirmen, want zo der zit,
als hernae gefchreven wirt, wart dat roemfche rich ſere gebrent ind ge-
» fliffen: nu van den Gothen, nu van den Hunen, nu van den Franzofen,
nu van den Wandalen ꝛc. ind ber des niet boin enwoulde, ben lies he mit fteden
lagen.
(Eike 189. Königsh. 370. Florar. 908.]
Di des keiſers zit entftonden vil vervolgung up Dat roemfche rich,
3 08 ouch nu geroirt is, und bie Huni verdreven Die Gothen nis irem lande und Gike100.
die Gothi vluwen vortan in ander lande ind verderfden die.
Yan den Hunen.
Hie is zo wifjen, dat umb des willen bat bie gebobe goß niet gehalben fon- Agripp.
ber fwairlichen onertreben wurben, verhenget got grois plaege over die lanbe. "
aljus gefchiede ouch: zo des keiſers ziden quam ein ververlich unbarm⸗
bergich volf ind hiefehen die Huni, die quamen uis den landen hinver
Polant und Ungarien und quamen her in Duitfchlant ind in Gallien ind
verberfpen ftede und lande, als Meng wart verbrant, Eoellen, Gulich, Tongren, eb. 300.
Metz ꝛc.
30 diſſer zit wurden ouch die Gothen criften, mer niet recht eriſten, want der ar,
35
feifer Valens, der in fenden ſulde priefter die fi underwisben ind leirden ben eriften: —
|. Militabat. Vinc,
364 VI. Koelhoffſche Chronik.
gelonven, ber beftalte in bie ghene bie naevolgden dem ketzer Arrius mit firre ketzerie,
und dairumb, wae die felven Gothi Hin quamen, fo ſatzden fi biſchoffe
van irem unrechten gelouven. ind aljus moicht dat gefchien, dat Eufrata
Es. der ketzer bifchof 30 Coellen wart, a8 vil daevan zovorens gefacht is.
—— zom leſten wart be van ben Gothen verbrant nae Criſtus geburt 381.
Anno dauil. 382.
[Bild eines Kaiſers.)]
Gracianus der 41. keiſer ..... mit fime broeder der Valentinianus hieſch
..... verdreif die Gothen ind Hnnen die ben ſelven landen vil ſchadens gebain
hadden. 1
[Eike 192. Königsh. 370. Florar. 91b. Supplem. 1398.)
21,08 Den furften Marimus genoempt den der keiſer Gracianus gefant hatte in Bri«
tanien, der nam aldae ein wif..... inb a8 ber keiſer doit was, fo wart Eugenius
overmitz Arbogaſtus hulpe zo eime feifer geloren hie ginfit meirs. mer Theodo⸗
fius vurß verwan in, als hernae gejchrenen fteit, overmiß ein van finen !:
greven, ind was genvempt Arbogajtus. van tem Marimus wirt hernae
gejchreven.
a1 vv des Gratian, Marimus, Balentinian nach Florar. 91b. Rudim. Ekkeh.
Herzoch Priamus. 9
[Bild eines gekrönten Reiters mit 2 en Knappen, beren einer ein Banner
trägt.
Bl. 81b. Yan dem eirken urfprunk der Sranzofen ind der Franken in overlant, mnd wit
die an den namen ind im die lande komen fin.
Asripp. Euſebius ſchrift in ſinre croniden, dat naedem dat Troja zerdeſtruiert wart, de? |
( Pw g. voir Priamus, Anthenor ind Eneas ..... in ein ander laut ..... Eneas quam in
dorf: * Italien ..... die anderen quamen...... bis 30 Ungeren, und buweden bae ein
) grois flat genant Stcambria : daevan wurden bie felven van Trojen genant Sicambri.
hier entufchen dat die van Trojen nae ber verftorung ver felver ftat ſich
verbeilten in bie lande wie vurß, verliefen fich vil jair bis zo ber zit bat» |
Gracianus keiſer wart, ungeverlich wail 1600 ind 60 jair. ind vatrum
binnen middeler zit haven die Trojanſchen vil foninge gehat, mer van
ben felven willen wir nu fwigen ind willen allein jagen van bem or:
fprunf der Franzofen van ber zit an dat Gracianus keiſer wart. dairnae
..... woulden die Alani, dat mu Ungeren heiſchen, dem keiſer gheinen zins gvn®
nn herumb machten ſich die van Sicambria np mit irem herzogen ind er
ſtreden die, a8 hernae geſchreven fteit.
[Bild eines Herzogs.) |
9. den dic felven.
1499. 365
Priamus der eirjte prince ind herzoch des voulls dat Stcambri
hieſch ind dairnae Franzoſen genvempt wart, zoich wis mit eime groiffen
voulk ind ſtreeden mit den Alanen, dat is mit den Ungeren, ind verbreven
fi: des wurben die Trojer van Sicambria 10 jair tribuitori ..... Franco Hectors
s fon, bes vader hiefh Priamus, ind ver felve Priamus was ein foninf 30
Trojen. und der meinung nae fo hedden fi den namen niet van nuwen
friegen, fonder van der zit an dat fi van Trojen verbreven wurben.
do nu die 10 jair umb waren, do hieſch in der keifer den gemoenlichen zin® ind tri⸗
bnit ..... imb fl oluen van Sicambria in Duitichlant ind enthielden fich Tange zit
» in Doringen mit Marcomirus Priamus fon und mit Simon! Anthenors fon: diſſe
zwen waren ire berzogen.
[Agrippina 246 (Aönigsh. 622 u. Sigeb. Chron. Mon. Germ. SS. VI, 300).
Ekkeh,. 115.]
Item hie i8 zo mirken: bat i8 niet upzonemmen bat ber Priamus
ıs vurß, der ver eirft heuftman of herzoch was ver Franzoſen, fi geweſt
Priamus Magnus der ein foninf zo Trojen was: mer it was ein anter
ban bes felven Priamus geflecht ver lange zit nae eme geboren wart, as
ouch vur geroirt iS. ind die Sicambri hatten ein grois genoichve ind Kr
behegelicheit bairinne dat ir herzoch, der fi voirde up die Alanos, Dat ver 300, 22.
» ein fulchen namen hatte ind van vem geſlecht was als ir eirfte konink ind
uigleider van Trojen.
1 Dat die Sranzofen begonden under ſich koninge 30 kiefen ind 30 feken. Bl. 820
Do nu die vurß Franzoſen fich ein zit lank in Turingen gehafven
hadden ind fere vermanichfeldiget waren, fo woulven fi unver in overften
5 ind regenten machen ind fegen. inb fi gingen zo raibe ind woulden niet bat
ir overften ind vurweſer foulden meer genoempt werben herzogen, mer
fi woulden bat men die ſoulde halden ind noemen als foninge ..... ind
machten under in Marcomirus jon, Pharamundus genant, zo eime foninge.....
ind zoigen do over Rin in die lantfchaf Die nu Frankenlant genoempt is dae Wirk-
0 burch ein heuftftat is, bis an Beierlant 2c. ind gewonnen bie ouch.
(Agrippina 25° nad) Königsh. 622 ff. und Ekkeh. 115.]
Item die jelven Trojaner die ſich hillichten ind vermengben mit den Duitſchen,
dat fin eigentlich Franken genant ..... bie Romer, bie Franken ind Franzoſen
fint gelich edel, want fi iren namen haint van ben edelen van Trojen die mit den
35 Duitfchen wordent vermijchet.
[Agrippina 25°. Königsh. 623. Schebel 160%.]
1. *‘Süinone!. Agr. ‘Mit — fon’ Ekkeh. 115, 62.
Zufag der Agripp. zu Königsh. Vgl.
Agrip⸗
pina 24b
u. 258,
Bl. 82b,
Agrip⸗
pinı26b.
ebend.
366 VI. Koelhoffſche Chronik.
tir hair Ach dat framzoiſche koninkrich afgedrent van der gewailt ind vun dem
gebiede des roemſchen keiferdoms. ind desgelihen is die Mat Agrippina bf dem
Kine duch die Scanzofen van der Roemer gehoirfamheit gezogen ind Coellen gemant.
Ban dem vurjchreven Priamus der Franzoſen herzoch vind ich ouch
aljus gefchreven: bi der zit der keiſere Gracianus ind Valentinianns was 5
ein mechtich man Priamud genvemptt, van dem geſlecht ber Trojaner. der quam in
Italien mit groiſſem volk ind lachte ſich wider Dat roemſche rich. mer he wart
bald erflagen van dem roemſchen beit; ind Marcomirus fin ſon mit finte vollk wien
zorud in Duitſchlant up den Rin ind quam mit den fin 30 Agrippinen ind vwerjachte?
die Romer uis Coelfen mit irem herzouch Egidius genvempt. alſus kreigen bie Fran- 1
fen Agrippinen in, dat noch zer zit Agrippina hieſch, ind bleif 30 Agrippinen wonen
mit den finen als uisgedreven vremde fude3, ind gaven ber ftat den namen Coellen:
ind van ber zit an jo wart Agrippina genoempt Colonia, bat i8 Eoellen, ind wart ein
herzoch van Coellen ind naemails konink van Branfrih*. ind alſus verloren bie Ro-
mer iren gewalt in buitfchen landen, ind die Franzofen gingen up an gewalt ind all;
ftebe des Rinftroems kriegen fi mit gemalt in. fi dreven bat volk hinderwart an bat
lant dat nn Branfrich genoempt is ind machten ffoffe ind veſtungen fo lange, bat
fi dat felve lant gantz inhadden, ind worten achternae fo mechtich , bat fl
foninge ind feifer of gebiever ver Romer worden, a8 hernae gefchreven
wirt, wanne dat roemfche rich an die Branzofen fomen i8 van ben”
Greiken.
Alhie begunt eirſt dat franzoiſche rich, dat ſich noch bis up diſſen
bach beſchirmpt || ind avehelt van dem roemſchen rich ind under die gemalt
ber roemſchen feijer ſidder der zit niet 30 bringen was.
Yan den wapen der hat Eoellen die fi maucherlei gehat hait, une veranderange *
der ghenre die daeſelfs heren geweh fin.
Hievan i8 ze wilfen, Dat ber Romer wapen dat fi voirten vur Chriſtus
gebort5, was ein fwark ſeorpion in eim willen velde, ind is wail zo ver:
moiden, bat alle ftebe, bie under irem gebiede geſtanden haven, desgelichen
gedain haven, als noch zer zit doin die ſtede des richs. ind Die Romer frei: #
gen bairnae die vier boichſtaven S. P.Q.R. ber boichftaven bedudunge vind
1. Die erften Säte find Ueberfekung ut coloni habitare ceperunt. -
eines Ranbcitates der Agrippina: Pria- 4. Agr. am Rande: Marcomirus
mus quidam nobilis de semine Troiano- filius predicti(!) fuit dux eorum. Phs-
rum, qui in Lumbardie partibus olim ramundus filius eius fuit postea re
venerant, rebellavit contra imperium, Francie. Colonia ante hec tempora di-
sed mox interfectus ab exercitn Roma- cebatur Agrippina. "
norum fuit :c. 5. Agr. ‘do Kollen under die Romer
2. Hier beginnt Benußung des deut quam'. Ebend. 58 weiße Fahne mit einem
ſchen Textes ber Agrippina, filr den wie- Scorpion, daneben: ‘30 ber zit bo unle
derum Ekkeh. 116 zu vergleichen ift. here Shefus geftulkjiget wart, ſoirten bit
3. Agr. am Rande: Et in Colonia NRoemer den jcorpion in irem banner.
1499. 367
ich im latinıbrierlei: die ein Senex populus querit Romam, die an-
ber Sapiens populus querit Romam, die berve Stultus populus
querit Romam !.
Folgen ‘Der Romer wapen vur Chriſtus gebort' (ſchwarzer Scorpion im
5 weißen Selbe) und ‘Der Romer wapen nae Chriftus gebort' (weißes Feld mit wei-
gem Scrägbalten, darin die Buchſtaben S.P. Q. R.), letzteres wie Agrippina 5°.]
Item ber feifer waepen is ein ſwartz arn mit zwen heufven ind ge-
beilten ſwantz of ſteertz, bat vie Teiferliche majeftait builjen der Romer
wapen voirt. alſo halben onch etzliche, Dat nae ber zit dat bie flat Agrippina bi u
dem Rin i8 fomen under die roemſchen gebieber, dat ſi als ander richsſtede
joulde gevoirt haven eim arn.
Do nu Eoellen quam under die Trojer die Franken genoentpt werden, wat wa⸗ Agrivr.
pen die ftat Coellen gevoirt have, vind ich niet: danne Priamus wapen waren zwen
leuwen gulden in eim blaen velde intghein ein ander ſpringende verfeirlich. ind bat
15 ſelve moegen die van Eoellen ouch gebruicht haven.
Item etliche halben, bat Priamus ind die Trojaner die Sicambri ge- —5—
noempt worden, dat lant dat nu Frankenlant genoempt is ind die ſtat Wirtzburch, BIRD.
— of die zo der zit gemweft is, — eir inkriegen ind bezwongen dan Agrippinen
ind dat lant dairumbtrint liggende, ind bat die felven Franken die bair ir wonunge .
2% naemen, ein ſulch wapen voirten als noch die ftat ind ftifte zo Wirgburch woeren, als
ein ſchilt wis ind roit, ind besgelichen deden ouch anber lande ind ſtede Die
ft begwungen. ind alfo meinen ich, bat dairumb ven vurß landen ir wapen, als
wig ind roit, bleven fi, mer in einre anderer geftalt.
[Folgt ‘Der Franken wapen': wiergetheilter Schild, 1. u. 4. Feld ausgezadt,
> im 2. u. 3. Felde ein Fähnchen. Daneben ‘Der Evelner wapen': wagerecht aus⸗
gezadter Schild.)
Alſus voirte Eoellen wapen 30 der zit. nu fin dairin geſatzt bie dri cronen, dem ebend.
drien billigen koningen 30 der eeren.
| Item: men wint gejchreven, als kurtz hievnur gefacht is, dat up diſſit a1. 838,
H Rins, dair Straisburch, Spier, Worms, Ment ind Eoellen liggen, bat die Fran⸗ ve By.
zofen dat lant inne gehat haven me dan 400 jair, ind bat dairumb ber vurß ſtede wae⸗
pen wis ind roit geſatzt fint, mer underſcheiden:
Straisburch ein wifjen ſchilt ind ein breide ball zwers dairdurch. ebend.
Spier ouch ein rode kirche in eime wiſſen felde.
3 Worms ein wiflen fluffel in einte roden velde.
Ment zwei rader wis in eim roden jchilde. fi hadden wur einen gangen toben
ſchilt: do kriegen fi einen bufchof?, ind was eins wagenmechers fon, der lies jegen
in den toben ſchilt zwei rader.
11. gewoirt.
1. Agt. 266: “dat ire bedubunge Romam. bat ire bed. was, bie alde of
was, dat wife (üpergeichrieben u dat wife ged wolf foidet Rome.
albe‘ volt ſoikt Roeme'. Hſ. B, 22b: 2. Willigis. Vgl. DI. 154.
‘Ss. P. Q. R. Stultus populus querit
Agripp.
(B) 22b,
Bl. 836.
Bl. sıa,
368 VI. Koelboffiche Chronik.
Eoellen ouch roit ind wis, ind nae der hant bri fronen zo ber eren der mwirbiger
billiger bri koninge bairinne!.
[$olgen die 5 Wappen.)
Item: wiewail die flat van Coellen edel ind hoichwirdichlich boven alle duitſche
ſtede gevriet is in den keiſerlichen rechten, alfo dat fi niemans eigen is nae uiswiſunge
ire privilegien ind beftebigung ber Teiferrechten, fo gebruicht ft Doch im iren ſachen ind
in der figelungen jent Peter als iren geiftlichen patroin, als die flat van Trier ouch
beit, want ire beider eirfte patroine? van fent Peter van Rome heruis geſant worden.
besgelihen Menge iren patroin jent Mertin. ind is bat van beginne vil hundert jair
alſo geweſt, ee einich buſchof z0 dem werltlichen wert vam riche beleint wurben. J
Die linee ind dat geſlechte der koninge van Yrankrid.
Nu wil ich Furglich in einre figure begrifen ind fegen ven ftam ind
dat geflecht ver foninge van Vrankrich van ver zit der keiſer Graciani
ind Balentiniani ..... bie herzoge ind die koninge die fi under in gehat
haven binnen mibbeler zit bat fi van Trojen vluwen bis up bie zit ders
vurß keiſer, is unficher ind unfundich: dairumb lais ich die varen.
I Dit is der Kam der koninge van Vrankrich.
[Folgt ein Stammbaum von Priamns bis auf Hildericus und Karl den Gro⸗
Gen, zum Theil nach Agripp. Hi. B Bl. 2%.)
| Iu diſſer vurß figuren haiſtu die Tonink van Vrankrich nae einan- %
ber in rechter orbinancien a8 fi geweft fin, blois. ſunder gefchicht bie fi
bebreven haven of z0 wat ziden bie gelevet Haven... .. ind bat dunkt
mich alzo bequeme fin, want bie vurß koninge vil groiffer ind mirklicher
dinghe bi der billiger Tirchen gebain haven, al8 dat zo finre zit wirt be
ſchreven werben, dat unbillich ind ftraeffich were, alſus ungemirkt laiſſen =
hinzogaen.
Item: it werden ouch vil buſchove van Coellen in ber ſelver croni⸗
fen 3 gemirkt bi ver vurß konink zit ind niet bi den keiſeren. dairumb is
it noit, dat men die alſus bejchrive. ind baemit fi genoich geſchreven van
dem beginne ind urjprunf der. foninge van Vrankrich. nu wil ich wi: 9
derumb vervolgen van den paiffen ind feiferen 2c.
Yan den paiffen dair tt var bleven is.
[Bild eines Papftes.]
Damaſus was ver 35. pais ..... biffe pais wibberreif ind verniette al dat bat
pais Liberius gemacht of geſatzt hadde. | 9
[Martin. Opp. 416,46 u. Supplem. 1373.)
1. ‘Ind darna dri fronen der ern 2. Agr. ‘irfte huſchof'.
darinnen'. Agr. 3. Gemeint iſt die Chron. praesn-
15
25
1499.
369
Die bufhove van Erier.
So ich van noit wegen die bufchove van Triere van eirft an bis her-
30 anno domini 360 have moiſſen fchriven ind noemen, als vil hiftorien
vurß dat geeifcht haven ind ber ein grois deil nu befchreven fint, wil ich
5 die anderen zale vortan bis nu zer zit anno 1499 flechtlich erzellen mit
wennich worden ind hernae niet me van ben fchriven in ſunderheit, want
alzo lichtlich mach gejcheen, dat dat ven hiftorienlefer mach dienen ind ver-
ftant geven andere hiftorien !.
|| Sent Baulinus, van dem i8 wur gefchreven.
Bonoſius wart bufchof dairnae bi den jairen uns heven 361.
Dritonius, bi des pais ziden Damafus genoempt, bi ven jaren un
heren 368 2.
Felix. bi des ziden wart gehalden ein concilium 30 Trier, ind in
dem concilio waren ſent Auguftinus, fent Iheronimus ind fent Mar⸗
tinu8 3,
Mauricius bi den jaeren uns heren 392,
»
Zeguncius bi den jaeren ung heren 402.
Auctor bi den jaeren uns heren 404.
Sent Severus bi ven jaeren uns beren 410.
Cyrillus bi den jaeren uns heven 420.
Jamnerius bi ven jaeren uns heren ....
Emerius bi den jaeren ung heren 434. bi des ziden was bat derbe
concilium 30 Epheſo.
Marcus bi ven jaeren 442%.
'
Bolufianus bi den jaeren uns heren 458. diſſer vernuwerde bat.
privilegium van Hilarius dem paiss.
%
21. Zahl fehlt,
lum, in der oft die Franlenkönige zur
Zeitbeftimmung des Pontificats der ein»
zelnen Biſchöfe genannt werben.
1. Der “Toeftliche biftorienfchriver’
(vgl. BI. 62a. 75%), aus dem der folgende
Katalog floß, ift mir unbefannt. Für Die
trier jche Bifchofsgefchichte ift der Verluſt
nicht zu bedauern, da der Katalog, ab-
gejehen von den ganz unbraudbaren
Zeitangaben, faft nicht? als ein mageres
und von den Ärgften Fehlern wimmeln:
bes Ercerpt aus den Gesta Trev. ift.
2. Bgl. Gesta Trev. 154. Das Jahr
368 fteht ibid. 152 bei Agritine.
3. Nach den Gesta Trev. 155 wird
Städtchhroniten. XII.
Felix gerade bei Gelegenheit ber Trierer
Berfammlung gegen bie Priscillianiften
in das bifehöfliche Amt eingeführt. Vom
h. Auguftinns, der natürlich nicht anwe⸗
jend mar, weiß ber ältefte Text der Gesta
nichts, wohl aber erfcheint er in den Zu:
lägen. Die Anweſenheit des 5. Hiero-
nymus in Trier, nicht aber bei der
Trierer Synode, erwähnen die Gesta
156
4. Inden Gesta 158 Emerus u, Marus.
5. Hie privilegium dudum a papa
Silvestro huie urbi per beatum Agricium
delegatum ... rescribi fecit. Gesta Tr.
158. Ueber das gefäljchte Diplom vgl.
24
Gesta
Trev.
158,
Bol.
ibid.
159.
Dal.
ibid..
161.
370 VI. Koelhoffiche Chronik.
Miletus bi den ziden a8 Simplicins pais was.
Modeſtus bi ven jaren.472.
Marimianus bi den jaren 486.
Fibicius bi den ziven als Anaſtaſius pais was.
Abrunculus bi den jaeren uns heren 504, Ä 5
Sent Ruftiens. den ftraeft ſent Goar ind he dede penitencie jenen
jair lauf bi ven jaren uns heren 515.
Aponoculus bi den jaeren 515 als Dederich van Bern? ein Tonint
ber Gothen was.
Nicecius wart buſchof ingebrungen durch ben vurß Dederich van u
Derne, ind Gallus der erwelt was wart ulögeftoiffen.
Magnerieus bi den jaeren uns heren 526.
Gangericus? bi den jaeren uns heren 538.
Sabandus 564.
Sent Severin bi den ziden als fent Gregorius pais mas, bi ben 15
jaeren ung beren 592.
Modowaldus bi den jaeren uns heren 6853.
Sent Bafinus, ind was ein broder des herzogen von Lothringen‘,
bi den jaeren uns heren 715. bi des ziden was ſent Vonifaciue der
eirſte ertzbuſchof zo Mentz. 2
Sent Lutwinns, ein neve Basini predecessoris sui, ber fufter
half, ind was ein herzoch in Gallia belgica. hujus Lutwini'filius
nomine Milo post eum invasit ecclesiam Trevericam adjutorio
Karolı Marcelli.
Clodolfus ein fon sancti Armoldi. Arnoldus was buſchof 30%
Meg 5.
Dal.
ibid.
162,
Hildolfus van dem geflecht Nerviorum, ind Pipinus macht in
bufchof. ind he nam ſent Mariminus corper uis ber capelle der 300
merteler ind jent Eucharii, ind begroif it dae it nu begraven ligget.
Fribbrich, Kirchengeſch. II, 175. Die 3. Numerianus fehlt.
Chronik wili wahrſcheinlich fagen, Bolu-
fian habe es durch den Papit Hilarius
erneuern laſſen.
1. Theodericus rex, den:Die Gesta
bei der Einfegung des Nieetlus nennen,
ift natürlich wicht Dietrich von Bern, ſon⸗
dern der Fraukenkönig Theoderich J.
2. Die Gesta 160 ſchreiben Gauge-
rieus, was wieder durch Berwechslung
flatt „des richtigen Gundericus : gejeßt
wurde. Vgl. Kraus in ben Jahrbuchern
XXXVIII, 41.
4. Dies ſteht nicht im ben Gesta,
wohl aber in ber ‘Vita sarıeti Bastni Acts
SS. Boll. Mart. I, 386.
5. Der ſehr problematiiche Bifche
Clodulf fehtt in den urſprünglichen Geste.
Die Zufäte 161 ſchreiben; Qoo (Laitwi-
no) defuncto Olodolfo Metensi episcopo,
saneti Arnolfi filio, ec&lesia Preberensis
regenda "eommittitur. Quam dum fege-
ret, Milo ıc.. : ' J
6. Gesta 162: Hic tonstrmxit'ecele-
stem in honorem saneti Jöhankis evan-
» Rome’,
15
20
1499.
Sent Weomadus, ein abt zo ſent Marimin, bi den jaeren uns heren
ind be erwarf vil pripilegie der kirchen van Trier van konink
753.
Pippin‘,
371
Ricoldus bi ber zit als Conſtantinus ein pais was.
Watzo bi den jaeren uns beren 769.
Hamularius bi ben jaeren uns beren 772 a8 Karolus Magnus keiſer
bie alt cronica van Karolus Magnus? noempt in Amalharius.
was,
| Sortunatus ind was ein carbinail 3.
Hoch bi den jairen 814.
D f {
ind 30 des zit gewonnen die Saraceni
Thiogardus bi der zit als Nicolats primus pais was.
Bertholdus ein abt, ind wart biſchof geſatzt van dem kalen Karo—
lus der ein keiſer was anno 8716.
Albero wart biſchof bi der zit des keiſers Lotharii”.
Rachabodus bi.den jairen 884. diſſe was mit dem pais Formofus
30 Regensburch 5.
Ruthkerus bi den jairen 914.
Rupertus 925.
Henrieus 949.
Theodericus ein proift 30 Meng 961.
Trebertus van Britanie, eins greven fon van dem geflecht uis
Engellant?. .
Ludolfus ein Saß bi den jairen 995 10,
Megingarbus was proift zo Meng ind wart bifchof gemacht van Tr. 17.
» leiſer Henrich.
14. Lotharij leuede.
gelistae, in quam corpus saneti Maxi-
mini de cella sancti Eucharii transtımit
cum aliis 300 martirum corporibus a
Rictiovaro passorum.
1. Gesta 163: Praeceptum regiae
auctoritatis ab eodem Pipino super cel-
lam Sancti Maximini et aliis rebns eecle-
siae Treberensis obtinuit,
2. Die Form Amalharing findet fich
in Einhardi Annal. 813, Mon. Germ.
58. 1,.200.
3. Gesta 163: Hamularius Fortu-
natus.cardinalis Romans.
4. Hetti. Das Jahr ift zichtig.
5. Oemeint af der Angriff der Ara-
ber uf Rom 84
6. Re: Geste Trev, 165, wo ſtatt
25. Henrich keyſer.
Karls des Kahlen irrig Karl von der Pro-
versce, Lothars IL. Bruder, genannt ifl.
Bertolf wurde fhon 869 Bifchof, auch Die
Ri. Jahreszahlen find größtentheils
falf
7. Doppelgänger des Erzbiichofs Al⸗
bero 1131 — 52, deſſen Pontificatsantritt
in die Zeit Lothar III. füllt. Oper ftedt
ber Gegenbifchof Waldo dahinter?
‘8. Bon diefer jeltfamen Nachricht
willen Die Gesta Tr. nichts.
9. Ekebertus.... . de Brittannia or-
tus patre Theoderico comite et matre
Hildegarda nomine divitiis et nobilitate
Anglorum primoribus. Gesta Tr. 169
Zufäße.
10. Schon 994.
24*
BI. 850.
Dal.
372 VI. Koelhoffſche Epronit.
Geste Sanctus! Boppo, berzoch Lupoldus fon van Ofterrich.
dam. Udo, greven Everhark fone ind Ide finre Huisfrauwen ‚Die Saflen- |
bufen? gebuwet baven. |
Tal. ib, Engelbertus ber vrembe unbelant: ber quam wanſchicht fi pilgri⸗
maeſe ind wart biſchof gekoren. 5
ib. 192. Bruno ein Frank, ind was ein fon greef Arnoltz, ind wert gel
zo Meng anno 11063.
ib. 198. Gotfridus van Ludick, ein dechen z0 Trier.
ib. 199. Meginherus. ber wart confirmiert van dem pais Honerins H. |
ib, 200. Albertus primicerius Metensis bi den jairen 11324, der hait no
vil bedreven.
u Hillinus ein dechen 30 Xrier anno 1152.
ienbach- Arnoldus, zo fent Anbreen zo Coellen ein proift 1169.
202.0. Johannes ein cantler 1190.
Theodericus ein fon des greven vam Roides 1212. 6
Arnoldus ein proiſt 1244 6,
Henricns van Pinftingen 12627.
Boemandus 1286.
Dietherus ein broder konink Adolf, geforen van bem pa, ftarf
1307. a
Baldewinus van Lutzelburch, ein brober feier Denriche septim
ftarf 13488.
Cono van Valkenſtein.
Wernherus van Koninkftein.
Dtto van Ziegenhain ?. Ä ee
Jacobus van Serid.. | .
Johan marfgraf von Baden.
BI. 85b. | Anno domini 387.
[Bilb eines Herzogs.] a
Marimus der 42. keiſer ..... inb daixumb Theodoſius, der ginfit meers ein
regent was van Gracianus wegen, ber quam herover in Italien ind zoich up in ind
erfloge den Marimum, als ouch vurß i8.
[Gesta Trev. 154 und Ekkeh. 131,67.)
2. fyne.
1. Das Sanctus if ein fühner Zu- 4. Albero, Abalbero, gewählt 1131.
fat. Poppo's Nachfolger Eberhard und 5. Vielmehr von Wied.
der kurz nach feiner Defignation ermor- 6. Schon 1242. ,
dete Cuno 1. find übergangen. 7. Schon 1260.
2. Coenobii quod dieitur Scaphuse 8. Erft 1354. Sein ehher Bor
constructoribus. mund II. ift übergangen.
3, Schon 1102. 9. Raban von Helmftäbt fehlt.
5 dem keifer Theobofius bem eirften auno dni. 3742.
10
15
20
25
30
35
1490. 373
Bild eines Biſchofs.
Severinus ber ander biſchof zo Collen. he hoif an zo regieren, als eindeil fa» Florar.
gen, anno dni. 346 bi den ziden bes keiſers Conſtancius II, mer bat mach niet
8= (8),
beftain als vurß 161. bie anderen fagen, bat be anhoif z0 regieren under Aarivn.
bie derden fchriven, dat he Chron.
prYaes.
ſi fomen am: dat biſchdom a8 Archadius ind Honorius Teifer waren umb» "18,
trint anno dni. 410.
tal. L.
Eufrates der vurß biſchof wirt niet geſetzt in die zail ber Bilchofen van Collen — ‚Hahn,
umb ſinre valſcher Teßerlicher lere.
385.
Sent Severin was geboren uis Aquitanien van Burdegal ind regierde bat biſch- Göfn.
dom mit groiſſem ernſte und bracht die dwalende ſchaif, die durch ſin vurfaren verleit 53* 355.
waren, in ben rechten wech bes criftengelounwens, ind reisde dairnae wederumb in
Aquitanien zo Burbigal. ind a8 he hadde befeifen ven ftoil 28 juir, bairnae
ftarf be anno dni. 4383.
It gefchiebe etzlige jair darnae, bat in dem coeljchen lande niet reghent dri jair ib. 356
lank, fo Dat groiffe droechde des landes was ind groiffe dure zit baevan entftonbe. Fair
ind do wart offenbairt ſent Euergislus fime naevolger in dem bifchoflichen ampt, dat praca.
bat dairumb were bat die flat van Collen iren bifchof niet bi fich hedde. ind bairumb
reisben Die burger van Eollen zo Burbegal ind begerden bes lihams irs
biſchofs mit vil ind groiſſen beden. ind alſo wart in gegeben Dat hillige
licham ſent Severins half, ind brachten dat zo Collen. ind dat wart intfangen mit
groiſſer vreuden ind wart gelacht in die kirch ſent Cornelius ind ſent Cyprianus, die
he hadde doin machen buiſſen der ſtat as he noch levebe. ind bald dairnae quam ein
regen ind dat gantze lant wart vruchtber.
| Item as ſent Severin zo Coellen was ind plach zo gain zo den billigen ſteden, BI. 86.
ſo begaf it ſich up ein ſondach as he alſus bedende wandert, ſo lies in got hoeren einen IE
up ber felver plaege, dae hei den vurß ſank hoirde, wart naemails gebu-
wet ein carthufercloifter van bifchof Walrave van Eoellen, a8 ouch her-
nae gejchreven wirt. Vide fol. 254.
Anno dni. 388.
el E Bilb eines Kaiſers.)
Theodoſius I ber 43. keiſer ..... ſtarf ſelichlichen zo Meilan anno 398. fin
licham wart gevoirt 30 Conſtantinopel zo ſinen ſrunden!.
[Eile 193. Agrippina 31° (Königsh. 371ff.). Rudim. Ekkeh. 132, 17.)
19. begenbe ve Igchams.
1 — oben S. 354 und 359. Aungabe, St. Severin ſei 410 Biſchof ge-
Agr. bat 374, aber Theobofins II. worden. Oben 5. 359 ift 457 als Todes⸗
leber die —* enen. gi der Chron. jahr angegeben.
praes. al. ab 4. So Agripp. Königsh. 373 “vor:
rin een ver Shromift alfo ver dem’.
355
Chr.
engelichen ſank, ind bie lieven engele voirten ſent Mertins jele zo hemmel x. ind prass,
374 VI. Roelboffihe Chronik.
Anno dni. 398.
Bild eines Kaiſers
Archadius der 4. feifer ind Honorius waren Theodoſius bes vurß keiſers ſone
..... biffe warent dugentrich wife menne. bi difſer keiſer ziden und ouch dair⸗
nae leide die ſtat Rome und dat gantze roemſche rich grois overvallen gin= 5
fit und diffit meirs van vergaderungen vremdes volfs, tat fich upbrach
ind wibberlachte intgein bat roemjche rich und wolden bat zerftseren, as
ouch hievur gefacht iS van ven Franzoſen bi feifer Gracianus ziden, pie
fich widderleiden dem roemjchen rich den tribuit zo geven. alſus oud) ſtont
ein volf up zo biffer zit, die hieſchen Gothi ind was heidenſch voll, ind wurden 10
vil duſent ber felver erflagen van ven Romeren ind verdreven die!. im
DI 86* dem anderen jair dairnae ? quamen fi wererumb und quamen zo Rome ind
zerbeftruierben bie flat... ..... alfo voiren fi over meire ind verberfden bie lande umb
ind umb, want bie ftede clein ind niet werhaft waren ind habben niet turne wachen
ind gezuich a8 nu 18. 15
[Rudim. Königsh. 374. Agrippina 31a.!
Konigs⸗ Archadius der vurß keiſer farf 30 Conſtautinopel anno Ani. 411 jair.
3a. Siricius der 40. paid anno 404 ind beſas den floil 8 jair,
[®gl. Martin. Opp. 417, 15.]
Anaftafius primus der 41. paid ,.... ind niet figen, .. 20
[Martin. Opp. 417,15.)
Rudim. . Sent Mertin flarf ..... biſchof geweft 26 jair.
[Bild eines Papftes.)
Innoceucius primus wart pai® anno dni. 406 ind was der 42. pais...... be
was pais 15 jair. | 3
[Martin. Opp. 417. Königsh. 521.]
Marcomirus ber ander berzoch der Smunzofen ..... ind koiſen Marcomirus fon
30 eime foninge, und der hieſch Pharamundus.
[Sigeb. 303, 17 u. Agrippina 25% (vgl. Königsh. 622).]
Anno dni. 412. zo
[Bild eines Kaifers.]
Honorius der 45. keifer...... be flarf 30 Rome ind lies ghein kint.
Königsh. 374. 382. Eile 197. Agrippina 32a.]
Sigeb. Bi des keiſers ziden fo quamen bie Wandali in Gallien ..... ind verbeirben
305, 55. die lande jemerlich. ss
30 ber zit quam ouch Attila ? der foninf der Gothen in Gallien ind
verderfde ver lande noch mere.
1. Bielleicht ift die bei Eike 196 er- 2. Anno secundo Honorii. Rudim.
zählte Niederlage des Radagais gemeint. 3. Wohl Betwechslung mit’ Alarichs
1499, 375.
[Bub eines Könige,
Pharamundus der eirfte konink van Frankrich was konink Ilja. ye
Zozimus, ein Greif geboren, wart ber 43. paiß...... he ſatzte och, dat men DI. ER
paiſchlertzen wien ſoulde.
5 [Martin, Opp. 418,3. Bgl. Königsh. 522.)
Bonifacius primus, ein Romer geboren, wart ber 44. pais ..... dat gewiet Br
were.
Anno di. 427.
[Bild eines Kaifers.]
10 Theobofius secundus des vurß Honorius broebers fon wart ber 46. feifer.....
pais Pelagius, ind ver ſatzte in dat feft fent Peters vinkel Dach.
(Königsh. 382. Eike 198, Sigeb, 308. Leg. aurea de S. Petro ad vinc.
Gräße c. 110.)
Yan Attila dem. konink der Gothen. 0 | Be
15 Bi des keiſers ziden ſo voiren die Gothi mit irem konink Attila widder gen de
Rome..... inb moicht im niet entrunnen fin‘. bie trierſche cronica ſchrift, Er.
dat Attila der tonint nis Italien voir ind zoich in Galllam, inb he ver- Gest. Tr.
iwuefte ind zerbrach allit wat he anquam, und Trier gewan he ouch und zer- ®
brach fi, ind zoich vortan 30 Agrippinen ind erfloich die 11 duiſent jonfe- al.
»ren. ind als men meint, fo wart he van dannen berjaget ind lies bie felve ſtat Sn
ungeichebiget. Cronica Martiniana fpricht anders: bat die 11 buifent jon- Bst.
feren fin geboit wurden bi der zit bo Poncius! pais was anno dni. 226, ind Opp.
ſchrift, bat ber konink Attila vurß nae ber zit a8 be van dem pais Leo ſchiebe, bat 1a.
be widder heim treckde gen Ungeren ind flarf dae zohant ein gehen doit. des vreuwet Könige:
25 fih der keiſer 30 Eonftantinopel ginfit meirs ind alle koninge, want fi van eme vil 9°
geſchediget waren.
Do konink Attila geſtarf, do kriegten fin ſone ind vil ander heren ..... alſus ebend.
is mannich koninkrich van deſen Gothen ind Ung eren? upgeflanben.
van dem volk Wandalt gendenpt.
30 Bi bil zit entflonde ouch ein ander voulk in Hispanien, ind hiefchen die Wan⸗ Fr
dali. . ind dat gantze lant Africken vergiftiget be mit ber felver ketzerien. s07 508.
Anno dni. 431.
Bild eines Könige.) .
Clodius der ander konink van Franfrid ..... biffe. viel in dat.Ignt van Loth⸗ Florar.
35 ringen ind nam bae ein ſlos in ind woinde bae ein kurtze zit * ind flarf,
U BR -OCCXKNII 1% 0 tee, a a a 16,
Zug nach Italien. Ober iſt an bie Hun- 2. Königsh. “und Hünen'. Agripp.
nenverwäflung Galliens 451 gedacht? 31b “und Hunen uiz Uingeren’.
1.. Poncianoıdieitur .euccassisse Cy- . d.: Thoringiam:imvadit. Florar.
xigcua papa 2c. Martin. . 4, Aliquamdiu. Florar..
376 VI. Koelhoffſche Chronik.
Martin. Seleftinus ein Romer geboren wart ber 45. pais ..... und bat Sant beleirde.
88. In ver zit wart jent Patroclus gemartelt!, des korper nae van
biſchof Bruin van Coelne zo Soiſt quam over manch jair.
ib. 418, Sirtus III ein Romer geboren wart ber 46. pais auno dni. 436 ind beſas den
18. floil 7 jair inb 19 dage. 5
[Bild eines Papftes.]
BI. 58a, I eo primus ber 47. pais wart ..... be keirde bie Hunen ind other ı uis Ita⸗
lien ind van Rome, dat ſi die lande niet verderften up die zit als ouch vurß is.
[Martin. Opp. 418 u. Supplem. 146®.]
Bild eines Biſchofs.) J
Euergislus van Tungeren geboren wart der 3. buſchof zo Coellen ind wart ge⸗
foren nae ſent Severin umbtrint anno dni. 400 ind 382. he was geboren van
eirfamen ind eirberen alderen nis der flat'van Tungeren als vurß ind wart fent Se:
verins biscipel ind dairnae fin Diacone. he was ein man van groiſſer billicyeit, want
be verbiende bat he mit fine meifter ſent Severin hoirde die engele fingen ein voroe- 15
lichen fan, a6 ft voirden die billige fele ſent Mertius 30 hemel. he befas ben br:
ſchoflichen oil 15 jair. be plach zo gain van einre Hilfiger flat 30 ber anderen.
ihb up ein zit a8 he was zo Tungeren, wart he overvallen van den fcharianten die des
nachtis up der firmiffen louſen, ind floigen ven guben man doit, hoffende zo winben
vil guides. mer ir hoffen bebroich fi. ind he wart.begraven zo Tungeren im unjer 20
vrauwen capell. mer dairnae anno 956 bracht buſchof Bruno, ber eirſte van bem
samen, fin billige licham 30 Coellen inb dede it begraven in eim koeſtlichen ſark
in ſent Ceeilien kirche, ind bat was Die deimkirche zo ber zit. Vide folio
115.
[Chron. praes. 184 und, Cöluer Leg. aur. BI. 356.] 1 %
Koͤnigs⸗ Marcianus der 47. keifer ..... regietde bat rich mit Valentinianus 7 jait
hof. 384. .. .. Diffe beide feifer worden mit verreberie doitgeflagen.
De historia undecim milium virginum scribitur in Cosmi-
dromio sie: |
Bl. 858 Sed quidam, nescio quibus fabulis isıtenti, dieunt Ciriacum nomine ..... 3%
EB. nee fuit cognita gens Hunorum in Germania vel in Italia. Vide folio 68.
(Kritik der Urſulalegende aus Gobelini Ceamodr. VI, 14.]
Yan den 11. dufent jonferen.
(Bild, die Töbtung der 11000 Jungfrauen darſtellend.)
an: I Bi des keiſers ziden 3 was ein Tönint ban den Hunen und hieſch Etzelaus of 3
Erd, ver fehreif fich ein Heren ind ein konink boven alle koninge ind was
22. eyne' ſtatt eim'.
1. Nah der Translatio s. Patrocli Jahrh. lebenden hiſtoriſchen Eberegiſilus.
(Mon. Germ. SS. IV, 280) Schon unter 33 Friedrich, Kirchengeſch. I, 274. B,
Kaiſer Aurelian.
2. Evergislus, den die Cölner Bi Eike iſt viel kürzer, hat auch von
ſchofsreihen als Nachfolger bes: h. Seve- ben 11000 Jungfrauen fein Wort, dech
rin in das fünfte Jahrhundert: teben, ‚a if der Inſammenhang anvertenubat.
offenbar, identiſch mit dem Ende des
1499, 377
ein angft ind ein zwinger binae over al ertrich ind ſchat ind verbarft die lude
mit fteben ind dorperen overal, fo wer fich niet van eme galt, ind baemit
wart be fere homodich. ind man woufde fagen, bat be ein ſwert hebbe bat vurzitz ge⸗
weft were eins wichelers, den men vnr ziden plach 30 halben vur einen afgot! over⸗
smitz fin zo uverie, ind dat ſwert was fange jair verborgen geweſt under ber erben.
dairup werlies fich Etel fere ind zwant Engelant Franlrich ind Burgondien. do Dal.
nu deſe Eonint Etzel vur Eoellen lach ind die flat gewinnen ind beftruieren woulde als Sale
andere ftede, fo quamen die 11 duſent jonferen van Rome ind ben Rin beraf varen ꝛc.
ind der konink meinte, it were ein ander voll van ben Romeren gelant up in?,
wind ftaft fi im Die were ind boibe alle bie ſchaire ber jonferen.
Meroveus der 3. konink van Vrankrich ..... regnierbe 10 jair. Far.
Hugosſchrift, dat Attila ber Hunen konink ..... zoich zom eirften in Gal⸗ Vinc.
lien, ind dae bebreve be mit den finen fo groifien homoit, dat he ghein dorp of flat ppev.
ungeſchediget lies. ind in ber vernolgung hait he die 11 duſent jon- xxı,
ts feren 30 Eoellen erflagen x. do nu biffe Attila quam vur ber flat Aureliar °- °°-
num ind belach die, fo quam ein heuftman ber Romer, Agecius genvempt, ind Me-
roveus ber konink van Vrankrich, ind floigen in van dan.
Hilarius van Sarbia wart ber 48. paiß..... diſſe jatte, Dat gein pais noch Martin.
buſchof enfoulde einen anderen nae eme feßen noch Tiefen der it bebielbe. 419,14.
20 Solinus der 4. bufchof zo Coellen. diſſer was in zit der geſelſchaf der 11 Dufent Agripp.
jonjeren als fi van Rome hervur zo Koellen zeigen. einbeil fagen, ber vurß buſchof 31b.
have ouch geheiſchen Aquilinuss. diſſe Solinus, als ein beil jchriven, hait
begonnen 30 regieren anno 463 ind hait den ftoil befejlen 48 jair.
Wie Coellen aver an die Stanzofen quam ind bi in bieif bis an den
25 | eirfleu Otto.
Hildericus der 4. konink van Vrankrich. *diſſe regnierbe over die Franzoſen 26 ch. 330
jair nae Metovens boit ind began anno 4508 bi ber zit bes keiſers Leo wurf.]* diſſe "BI. Ek-
Hildericus wan den Romeren ave vernae alle Nedergallien, dat i8 dat kant van der 116, 14).
Mofelen an, den Nin af ind vort weſtwart durch Brabant ind Vrankrich. he kreich "aan
30 Coellen inne: be verjagebe iren herzogen Egidius a8 vur geroirt i®, ind erſloich wil
Romer 30 boebe in Coellen ind im Dem lande, ind achter ver zit.enmoichten bie Romer
Eoellen nie inkriegen van den henden der Franzoſen, ind bie Franzofen behielten
Coellen bis 30 der zit do bat roemſche riche an Die Saffen quam, a8 nae volget under
bem eirften feifer Otten, ind bairumb, van bey zit an bat bie Franzoſen
5 diſſer Lande heren waren, fin intgemein alle bufchove van Coellen nis
Frankrich geweft ind ouch dae geftorven 7, a8 jent Severin, jent Evergis-
lus, fent Agilolphus, ſent Eunibertus.
t
1. Eile: das was Martis bed wich⸗ 4. Ut nullas pontifex suecessorem
godes'i on ' sibi constitueret. Mart.
2. Vur Ioninc Ezzel quam de mere 5. Agı. Aquilinus, etlichen ſchriven
bat ein michel her bar fomen were’: Hagen Soulinue'.
168. DE Bu ' 6. 459 Florar,
‚ ‚3. Bei Bincenz won Beawonis fehlt 7. Rach beit Legenden ifl Seoerinne
dieſes Citat. in Bordeaux. Evergislus in Tongern ge⸗
Martin.
Opp-
419,28.
BL. 890.
ib. 419,
17.
Suppl.
1498,
Martin.
Opp.
419,19.
378 VI. Koelhoffiche Chronik
Zo biffer zit was ouch Merlinus ein wairſeger in Engelaut, ind ber mad int
fangen van eim incuba ! ind einre cloiſterjoufrauwen.
U Artus ein konink van Engelant, ber zwank mit finre milbicheit ind gueben
Frankrich Flanveren Norwegen Denmark ind alle die ander lande die dabi lagen, bat
fi eme underbenich waren ind gern deinden ind waren gern bi eme. dairumb;
fchreif be: "ich bin Artus van Britannien’. he eirde unfer liever vrauwen,
die moder uns heren, mit groiffer eren ind lies wur ſich voiren ein gulben
ſchilt, ind mit bairin ftonde unfer Tiewer oranmwen bilde, up bat be alzit an fi gebechte
a8 an fin hulperin ind wurfprecherin. ind dae inne hadde he grois gloria,
want fi eme gaf alit victoria. he ftarf foninf van Engelant anno 542. ıı
be wart gemont in eime ftribe ind wart gevoirt up ein eilant bat men in verbunde,
ind he quam enwech Dat noch hude zo dage niemans weis, wae he bleven fi. be hatte
dat lant regiert binae 82 jair. he hadde in fime leven vil foninge under
fich gezwongen: dat moit die Romer ind fanten zo eme, umb in ind irme
eifer tribuit 30 fenden gelich a8 andere foninge veven. bat moit in fere 5;
ind antwerde in wreflichen ind facht, dat fi fich fnel van dan machten
ind fachten iven overſten: he woulte in felfs ein anttwort geven ind bringen
in ir lant kurtzlich, dat ſi ſich dairnae ftelten. be befant bald dairnae al fin
macht ind zoich in ir lant ind enboit in ftrit ind wart ver Romer viant
ind enboit in mit: ber tribuit were dat, dat fi fo mechtich quemen as fi ®
funden ind hoelten iven tribuit ven he in beichte zo ſenden, want he lege
in irem eigen lande ind were felfs dar fomen, umb bat be tribuit van in
woulde haven, of he woulde in ſelfs nemen. jo quam Lucius mit alle bet
Romer macht eme untgain zo jtrive, ind Artus ſloich Lucium boit ind
fant in fo blodich den Romeren ind untboit in: Britannien engene geinen >
anderen zins noch tribuit, mer woulden fi der me haven, bat fi in dat
liefen wilfen. he woulde alle jairs fi alfo bezalen of fi ſoulden eme tribuig
verzigen of felfs brengen in fin lanve 2.
Ban den Gothen bie Italien gan vermueften ind under fich brachten
18 vortan jo wiffen, bat naedem als Attila der konink der Gothen ala vurß nig Ita; 3
lien dan bede wegen des pais Leo wibberumb in Ungatien gezogen was ind geftorven,
fo wart fin rich gebellt ..... hier entufchen zoich der konink Ochaber? ..... mb
gewan Rome. ; .. .:inb alſus quam dem feifer zo Gonflantirtopel: ghein nu van
boren und geftorben, Agilolph wirb bei von San Marte [A. Schulz] Halle 1854'
Malmedy erfhlagen, Kunibert erjcheint IX, c. 15 ff. Nach dieſem ftirbt Artus
als Sohn des Herzogs von Lothringen. im Sabre 542 (vgl. XI, c. 2) nicht, ſon⸗
I. Incubo demone natus. Martin. bern zieht ſich auf eine Inſel zuräd und
2. Die nicht aus Suppl. und Martin. überläßt das Reich ſeinem Rachfolger, wie
entnommenen Elemente der Artusfage ja aut bie &hronit'jekbft, ven Martı Opp-
finden fich, faft genau übereinflimmend, folgend, unmittelbar nach Angabe dei
aber viel breiter, In ®otifeieds won Mon: Todesjahres zählt. °
mouth Historia regum Britanniae (hrög: 3. Königeb. Odacker', Obsacar.
- 149. ' 379
Rome noch nis Stalien ꝛc. hievan winftu mere bi des namolgenken keiſers
ziden Zeno genoempt.
(Königsh. 376. Eike 206.)
leo primus der 48. feifer ..... dede alle bilde ind zieraten verbernen ind ver-
5 foeren Die z0 Rome ind 30 Eonftantinopel waren, durch die arrianfche paffen
ind um irs gelouven wille, want he was ouch ein ketzer he ſtarf nae gotz
gebort anno dni. 477 jair.
(Eile 204. Königsh. 384.)
Yan dem beginne des volks die Lombarden gensempt fin.
10 1 In den ziven mas noch ein ander voll, dat woinde ouch in Pannonien, BI. ur.
bat i8 nu Ungaren gencempt. Ungaren is ein wueft wit foninkrich ind
liggen vil funverlinger lantſchaf datrin ind is alzovil wunderliches volks
dae uis komen ꝛc. dat vurß volf was umgereiſt vil lande ind konde nirgens vinden
ein gelegen behegelich plaetze, ind als it fomen was in Pannonien, fo enborften fi
15 ouch niet vortan reifen, ind befloigen alſo dae iven legger, bat fi alzit dae
woulden blivey twonen. bit vurß wolf hadde zo biffer zit ein konint Agimundus
genoempt ..... ind bat volf wart genoempt nae ber zit die Lombarder, Dat is bie
lude mit ben langen berten sc. wie die in Stalien komen fin int Lombardie
van in genoempt wart, vinſtu hernae.
20 "[Sigeb. 301. Königeh. 385! Supplem. 1952.) 5 u en
Simplicius van Zibertin wait ber 45. >. hai .. ... 13 air ein 'maent’ind
7 dage. ur
Simoneus was ber 6. buſchof 130 Eoellen, mer zo wat ziden of un⸗
der wilchem keiſer of koninge ind wie lange he fi buſchof geweſt, hape ich
25 irgend ‚vnben. beſchreven. 8 1
van der cruitzwochen vur pincien, wanne dwairumb ind van wein die k
ingefaßt.
Im ben ziben waren vil ertbeugngen ...... ind bat is upgenomen in der gan:
ker billiger. lirchen?. daevan haiſtu ouch hernae bi des keiſers Mauricius
zo ziden als Gregorius pais wart, ind is genoempt die cruitzweche.
311 be bung ber Krouzwoche durch Mamertus vos Vienne, frei.nach Bigab,
eu ' Anno domini 477.
[Bild eines Kaifers.]
Martin,
Opp.
419, 21.
35 Zeno ber 49. feier... ſatzte wil feijerrechte. he was ouch van ver Tee: —28
rie die Arrius geleirt hadde, ind dede den rechten criſten grois leit an.
l. Sein Borgänger Solinus web 2. Im oianes Gltlaram aecclesias,
oben S. 377 als nierter gerechnet. Big. m
380 VI. Koelhoffſche Chronik.
Bi. 90b.“ Bi des keiſers ziden was ein konink in Africa ind hieſch Humericus ind was
Knie van ber Teer gelouven vurß: der feloe winge wait 334 bufchove van bem rechten ge:
386. lounen.ind jante Die in-ellende iud ſlois zo ir baſchofliche ſtoile.
.. Yan Pederich van, Kerne.
Bl. 9ub Diffe vurß feifer macht ein verbunt mit ben Gothen ind macht Dederich van 5
—oie. Berne, des koninks ber Gothen fen, zo eim hofmeifter ind ein overften vichter fins
taeß!..... Diderich van Berne nam fin worung zo Ravennen und was a8 vurß 31
jair konink zo Rome ind in Italien ind was bid 30 Berne: daevan Freich he ven na-
men van Berne, wiewail he was is Ungeren ind van dem gejlechte der Gothen.
Königsh. 377 ff. Sigeb. 311. Eife 206. Rudim. Eingeſchoben ift der Satz 1
‘dat vur in Auguftus ind Julius ziben. — noit ind gewalt', fermex bie ſeltſame
Nachricht: ind als men meint, fo hait Diderich van Berne gekregen mit der dochter
(Audofleda, die Schweſter Chlodmwige) ) dat rich van Gallien ind Germanten’. Der
Memfridus des koninks fon van Vrankrich', dem Theodorich feine Tochter werkei-
rathet haben ſoll, iſt wohl aus dem in Rudim. genannten Thuringetlznis Herman⸗ 3
frid entſtanden. |
t
“ "van sotcius dem groißen meiſter ind ein van den ſenatoren to Rome tn der
ſeiver jit. .
Dairnae als Diderich van Berne reſtlichen zo Rome Int im nf
konink geweft was ein zit lank, und fin amptlude van den Gothen die ge ®
meinde verdruckten ind beſchatzten als dat gemeinlich plecht zo geſcheen,
Ba jo was zo Rome’ ein alzo geleirte man? in latiuſcher ind greilſcher ſpraeche ind was
Chron. ein van ben fenatoren und raigmennen als bat geboirlich was, Boecius genoempt,
et 54 x1, ber ‚moicht niet verbragen pan gerechtigpeit wegen, hat Die ungewonliche jnd ungebeir- |
liche ſchinerie van diſſen vremden ind uislendigen miuſchen ſo groflich geſchiede, ind 3
kkide ſich dairwidder mit lif ind guide, die armen ind unſchuldigen zo beſchudden m
zo beſchirmen. dairumb wart · he bebragen ind beckigen warn dan am pluden inte
Konigs⸗ghein Diderich van Berne dem koninge, *dat be heimliche dairnae flonde, bat‘ ber
Ho fonink moechte heimlich van Rome verdreven werben, |* ind bat Rome ind Stalien
wibberumb. in bes keiſers hant quemen im ire alde vriheit zc.. als Boecius jeljs s
davan schrift. in eim boich bat he gemacht. hait ind heiſcht de consala-
ebend. tione philosophie, as hernae geſchreven is. dalrumb lies in der / koninl te
hen ..... ſo wart Be fere bedrovet, dat he van der groiſſer eren ind der ſtait,
dae he in geweſt was, fo ſcheutlichen overmitz valſchẽe beclagung, ‚bie doch
dat gemeine voulk vur wair upnam, 'verſtoiſſen ind berouft was ind var 5
ſime lieven getruwen ind frommen wif ind van ſinen lieven kinderen
moiſt geſcheiden ſin. dairumb diewile Boecius in der gevenkniſſe was, ſo dichte
he und machte ein boih ..... ind ſchrift da inne, wie der werlt ere e und goit niet is
28 one dot der. "naeh |
2, Oonsulem ordndrfun fe fevit. "Sig, doch genaugr als anbere ähnliche Berichte,
2. Antonin. iſt bedeutent Tütger, ent: 3-2. Vind. ſpee. hist. XI, ' 15.
ſpricht aber der Faffung unferer Chronik
1439. 381
und vergenklich, ind wie men fi dairumb niet fal begeren noch bebravet werben fo men
bie verluiſt, noch vervreuwen jo men ſi hait of werfrieget ac.
Di des keiſers Juſtinus ziden haiftu meer van Diverich van Berne.
Hie wirt der konink Ind gauß Vrankrich crifen.
ie [Bild eines Königs. ]
Clodoveus bes vurß Hilbericus fon, wart ber 5. konink vau Vrankrich ea &. Me
inb got gaf eme geluck bat be die Duitſchen overwan. et
[Florar. 996, Agrippina 266. Eikkeh, 116,25. Königsh. 625.)
Hie meih Eoellen geven jarrlichen irtbnit dem konink van draukrith.
10 Ind als be die verwunnen babbe, bo ſatzte he ben Duitfchen up, Dat fi moiften Agrip⸗
jairlich den franzoiſchen koningen tribuit geven, war welchen tribuit biſchof Brun van vinas2b.
Coellen, as nae wirt geſchreven zo ſinre zit, Collen ind alle duitſch lande vriede ind
nam af alle beſwerunge der Franzoſen, as geſchreven is im ber cronica prumensis!.
ind dairnae bebe ber konink fih deufen mit al fime volk van jent Remigius. ind as ebd. 26.
iz ſent Remigius In ſulde deufen, fo was ghein eriſam do, ind uns her got fante ein
duve van dem bemel, die brachte ein vesgin mit crifam in irem ſnavel, und baemit
ſalvede fent Remeis den konink. ind ˖die ſelve / pulle is noch hude des Dagedıze, Remiens
in Frankrich, ind uis ber werben alle koninge van Fraukrich geſalyet, ind. van des Florar.
tonints heire wurden gebeuft 30 dufent man? ind fin ſueſteren ind dat gantze 9 (19).
2 lant van Kranfrich. ind der konink dede machen 30 Paris ein ſchone kirch in die ere
fent Peters ind fent Paulus, dae he ouch hernae begraven wart.
Diffe Clodovens vermeirde fere bie crone van Frankrich ind bracht groiſſe lant⸗ in. 1000.
ſchaf zo ſime koninkrich ind was der vernoempſte van den vurß koningen van
Frankrich, ind fin geſlecht beſas bie crone bis zo der zit bat men zailt
2 705 jair big zo deu ziden des derden Pipinus, as zo ſinre zit daevan ge⸗
ſchreven wir. diſſe Clodeveus hadde 4 jone’..... Hildericusꝰ bi Pariss. - 1b. ↄob.
[Bild einer Papftes] yo
Felit HIT ein Romer geboren wart ber 46. pais ..... der pais ſatzte, bat nie⸗ yartin.
mant elter.t od Sirhen wien enſoulde noch bat zo ber prieherihnaf ge⸗ Aa
30 hoirt, ‚anders dan biſchofſfe, ind dat umk gog willen. ind enthatzte gene
baizumb bat. fi mit van ſulchen punten genomen battent.
Remedius der 1, al zo Collen. zo wat in — he ſi
a.
‘ i
a „Ad
12. lande vrijheyde ind. J en
1. "Gemeint iſt Regino (Mon. Germ, 4 Hie etiam duos episcopos, quos
SS. I, 547), der aber nur von ben Ale- pro predi«ta causa (wegen ber Keftitution
mannen Inrieht,. . 2e8 Patriarchen Peter von Alexandria) in
2.. Ad tris ferme millia, Florar. Constantinopolim legatos direrit .....
3. Childebertus. Florar. dampnavit.. 24: 0
382 VI. Koelhoffſche Chronik.
Arme dal. 492.
[Bild eines Kaifere.)
Anaftafius der 49. keifer...... diſſer keiſer was ouch van der ketzerie die Arrins
geleirt hadde a8 fin vurfaren ein beil geweft waren, ind ouch ein beil bie
nae ime feifer wurben. bie billige kirche und bie bifchoffe, Die den rechten 5
criftengelouven hielten ind leirven, Die waren oevel dairane und leiden
yrois vervolgunge und bedroefnis als dat wail zo mirken iS: fo die Feier
ver jelver ketzeri anhingen, bie verjageden die bifchoffe van dem rechten
eriftengelouven ind ſloiſſen iv firchen 30. Croniea Martiniana ſchrift, bat
30 des Feifers ziden ein Tonint der Wandalen, Traſamundus gengempt, leis bie I
31. 928. ! criftlichen lirchen 30 ..... und zom Teften erſloich in der bonze;
Eike 207. Königeh, 386. Martin, Opp. 420. 455.]
[Bild eines Königs.)
Florar. Lotharius der 6. foninf van Vrankrich ..... ber vierbe Sigibertus . 30 Remis.
9.1058. [Bild eines Bapftes.] 5
— Gelaſius primms.. 10 jait.
ib.420,1. Anaftafins secundus ..... 7 iair 11 maende 22 dage.
Val. Symmachus wart ber 49. pais .... . zoleſt wart it geftalt an konink Diberih
a as van Berne vurß, ind der machte Symmachum pais ind Saurencium biſchof.
al. Hormisda var Campanien gebvren ..... was 10 jait 18 dage paig. a
artın, er ur . . —
420, 25.
Anno .dni. b”I9. Be Fre
(Bild eines Kaifers.] Ä
2. sa ZJuſtinus der alde!, ind der 50. keiſer ..... dairnae Totila. ber belach ouch
"Rome a8 hernae beſchreven wirt. Ä
[Eife 208. Martin. Opp. 455. Königsh. 379.) 0 5
Könige: Item wie Diderih van Berne ſtreit mit Ecken dem reifen im roferigarben? bi
Hof. 380. Wormß, !as men finget, daevan vrnt men ghein:wairheit indſint ger
dichte lieders.
| Bild eines Papſies.
Martin. Johannes primus . . wie deſer pais mart vr nelamt 89 Konfantingpel. van fo- ©
420,30. int Diberich, fteit bie var. |
Schr IV..... 3 jair 5 maende 15 Dage.
ib. 420, Bonifacius IT... ,. „mag. pais zwei jair ind 26 bage.
39. Johannes IT..... was pais 2 jair ind 5 dage.
Anno dni. 527. 35
[Bild eine Kaiſers.]
Suftinianus primus wart ber 51. keifer ..... Diffe feifer macht vil keiſerrechte
1. denior. Sigeb. 314,61. 3. Konigsh. do ſchribet lein meiſtet
2. Königsh. “und in dem rojengar- in fatine von. dovon habe ich e8 für id*
tem’, während unfere Chronik beide ae gene.
gen zufammenwirft. Be
1499. 383
bie he ſatzte in 12 boich, in welchen Agrippiua bi dem Rin, nu Collen ge:
noempt, boven all ſteide in Duitſchlant wirt gevriet van tribute in dem
boich genant Digestum novum 50. forma de censibus, paragrapho Panlis: in Ger- 1 8,82
mania inferiori Agrippinenses italiei juris sunt, ind al was diſſer fei- | jer befum- Er ID
3
5 mert in vergaberunge ber hoidher ...... . be ftarf anne 664. Bl. 938,
[Eike 210. Sönigsh. 387; Agrippina 33». Martin: Opp. 455.)
Anso dni. 527.
[Bild eines Abtes.
Benebictns der billige abt ..... he ftarf anno dni. 536. BE a
10 30 biffer zit was in Sreitenlant grois ſterfte: do wart unſer liever frauwen Scene
dach liechtmiſſe upgejagt. i —
Wild eines Königs.)
Chilperieus ber 7. konink var Franerich regnierde 24 jair! ..... dat be erila- Florar.
gen wart a8 he bes nach; van dem gejegd quam. 33
15 Yan dem beginne des herzoddoms van Brabant, ind oud van Karelus
Maguus flau.
[Bild eines Herzogs.)
Karlomannus ein durchluchtige prince ind van dem gebloede ber franzoi⸗ iv. 1100.
ſchen heren, levede bi des vurß koninks ziden. he was doch niet genoempt ein “
» herzoch van Brabant, mer der eirft furft van Brabant ind van Haspengaumwen?.
Brabant was 30 ber zit wider dan nu zer zit ind Tongren was die heuft-
itat van Brabant. deſe Karlomannus..... gewan be einen fon ber hieſch Pipi-
nus, ind was ber eirft Pipinus, und was furft und markgreve van Brabant, ind
ein bochter bie hieſch Amelberga ꝛc. Biffe Pipinus ..... hatte ..... zwae doechter:
25 die eine hieſch Begga, bie ander was die hillige jonf- frauwe ſent Gertruit. Br. 93b.
vervolgung hievan vinftu hernae bi des keiſers ziden Eraclius genoempt,
anno dni. 617.
[Bild eines Papftes.]
Silverins van Campanien geboren ..... 2 jair 5 maenbe ind 14 dage. At
30 Bigilius..... was pais 18 jair. | "ib.
Dat men Maria fal noemen ein moder godes und des minſchen
30 deſer zit bi keiſer Juſtinianus ziden ..... ind der pais Vigilius. Echehel
Anno dni. 665.
| | Bild eines ˖Kaiſers, J
35 Juſtinus secundus der 52, feifer ... .. ind overmitz fin unwiſſenheit und ged-
‚
t
1. 23 Florar. 2. Hasbania. Floraz.
5 384 VI. Koelhoffſche Ehronit.
heit quam dat roemſche rich van den leiſeren zo Conſtantinopel durch die Lom⸗
barder.
(Eike 213. Supplem. 1546. Rudim.]
Wie dat der furke Aarſes overmiß hulpe der Lombarder Rome ind dat kaninr-
rich van Italien nam den keiferen von Conſtantinopel 5
Könige: Do die Gothen nis Lombardien verjaget ind verbreven warent burd
—J Bellifarium, fo wichen fi widder in ir alde lant und machten ein
‚ keh.130, nuwen konink under in, und ber hieſch Totila ...... fus nam der Gothen rich cin
ende nae got geburt 570 jair.
BI. aan. | Do nu die Gothen alfus gang vertreven und verbilget waren,"
jo fante be die vurß Lombarder widderumb in ir lant ind gaf in, als he
verheifchen habbe, einen groiffen folt. bo nı dar lant van Stalien geriet wart
van den Gothen ind gewrediget, jo wart Narfes ein herzoch gemacht zo Rome ....-
ind dat foninkrich Italien i8 worben ein wonung ber Komberber. do fi nu Stalien
gehat hadden umbtrint 40 jair, fo wart Italien gank vri van dem feiler !:
van Conftantinopel ind van der Romer heuftman ind begonten felfs zo
gebieden ind zo regieren ind koninge 30 haven. ind alfo wart Italien afgene-
men bem keifer van Rome bis 30 Karolus ziden des groifien, a8 hernae gefchrewen ſteit.
[Ekkeh. 141. 143. Supplem. 154%. Martin. Opp. 456. Antonini Chron.
tit. XII, c. 6. Ziemlich) frei und breit.] )
Suppl. Dit vurjchrewen volk plach 30 dragen lange berte ind ir wiver plagen it
hair zo binden bi dem kinne, als hedden fi ouch berte gehat: ind van ker
langer berte wegen, die ſi plagen zo dragen, ſo wurden ſi genoempt die Langberte,
dat men nu heiſcht Lomberder. ind dat is nae dem latin als men ſaget
Longobardi: fo is ein gebrochen duitſch dairnae gemacht, Lombarkver.
fi hadden ouch an lange ind wit linen cleiber.
Der vurß keiſer Juftinus ..... hedde ouch fin dage ind fin leven im vreden
geendt, hedde he niet gewolget finre huisfraumen rait, dat he Narfes ſo lichtlich ind
ſchentlich hette opergegeven. ind it mode den keiſer achternae fo fere, dat fin
vrauwe Narfes verzornt hadde, fo dat he dairumb van zorne ftarf. »
do he voilte dat be fterven moift, fo nam be ein van finen furften, Tiberius genoempl,
ind nam in up vur finen fon ind machte dat be keiſer nae eme worbe. |
[Martin. Opp. 456,44. Rudim.]
BI. 940. [Bild eines Papftes.)
Martin | Johannes III! ein Romer geboren wart der 58. pais..... it fullen wer: &
ara 21, ven zeichen in ber ſonnen ind in ben maene.
I 30 biffer zit, al waren die Lombarder gebenft, nochtant jo baeden fi an bie al-
456, 31. gode ..... 30 ber felver zit fe deden fi fich ouch fcherren ind kurtzen die lange halt,
beide an dem heufte ind an dem barte.
32. machte yn.
I. Bapft Pelagius I. ift ausgelafien.
1499. 385
* Benebictus primus ..... 4 jair ind ein maent. Por
In der zit voiren die Lomberber durch Welſchlant ind ‚Italien in beben ib.
groiſſen ſchaden, als Narfes in erleuft hadde.
Anno domini 576.
5 [Bild eines Kaifers.]
Tiberius secundus der 53. feifer ...... be verwan such die van Perſien ind
bracht groiffen ſchatz uis dem lande mit elephanten.
[Anfang aus Königsh. 368, a aus Sigeb. 319, 6 und Supplem. 153b,
Die Erzählung von dem ee den ber aifer findet, beruht i im Wejentlichen, aber
10 breit und frei, auf Eile 216
Do nu deſer keiſer fo nam be zo ſich ant keiſerrich ein groiſſen mechtigen Radim.
furften ..... ind beval eme daebi, dat he rechtverdicheit ſoulde alzit verwaren ind vol⸗
leubrengen.
(Bild eines Papftes.]
15 t Pelagius IT, ein Romer geboren, wart der 60. pais ..... ind fterflicheit. ind Bl. H6«.
durch Die ftarf ouch der pais vurß in dem 8. jair Des naevolgenden keiſers.
[Martin. Opp. 421,45. Königsh. 528. Sigeb. 320, 17.)
Mauricius des vurß keiſers boichterman wart ver 54. keiſer ..... nut. dem ge-
mein guede. .
2 [Königsh. 389. Eile 217. Martin. Opp. 457, 26.]
Hie i8 30 mirken; dat defe-feifer mit den bie naevolgen bis up Karo-
lum Magnum ind ouch ei deil hie vurß wenich bedreven haven bie giufit
meirß, want der feifer macht was jere ſmail worden. bie Franzofen no-
men 30 ind nomen die lande mit milen tn ind woiljen fere an gewalt ind
» an goit. item desgelichen hadden die Gothen Italien under in, ind dairnae
bie Lomberder. ind dairumb: die naevolgende keiſer, wat fi mirklichs be-
dreven haven, bat is gefchtet in ven landen ginſit meirs.
Item keiſer Mauricius hadde ein ebelen Rripberfiggen furſten ..... der zoich Martin.
..... up die van Perſien ind verwan die. er 12.
30 Item zo ber zit wart Eosdroe konink van Berfin.... .. 38 jair. |. ‚Giger,
Item der vurß keiler....... zom leften ſo dede ber keiſer Dex billiger firchen ſcha⸗
den. dairumb beclaichve in paid Gregorius ind ſchreive eme vil goiber
pruntliche brief, up dat he in moechte van der girheit ind boisheit bren-
gen, mer der keiſer enwoulde fich niet dairaen feren up bie zit. inb ber kei—
35 fer ind Gregorius worden uneind ..... be vlo mit wive ind vunf! Tinderen im ein Bi. 95«
bevloſſen lant?, ind befant dat got ein wairhaftich rechtferdich richter was, "dat be in.
durch vil gueber lere ind heilfame ftraifunge van bem pais Gregorius
niet enwoulde geleuven. do Focas feifer wart, dae verwolgebe he in. ind zoich eme
nae, ind dae wart be erflagen mit fime wine ind vunf kinberen.
40 [Martin. Opp. 457,13. Königsh. 389. Eite 220.)
a
1. Duobus. Martin. "2: In quamdam insnläm. Martin.
Städtechronilen. XIII. 5
386 VI. Koelbeiiche Chronik.
[Bild eines Königs.)
'Florer. Lothaxius II der 8. loniut von Vrankrih ..... ein dochter Die hieſch Bltildis,
107% ind die kreich ein man ber was Ausbertust genoempt. ind van der dochter half die
beſtait wart, wirt ouch genomen die linee der maegſchaf des groiſſen Karolus van den
koningen van Vrankrich ind der hexgage van Vrabaut. 5
[Bild eines Papftes.)
Gregorius der eirfte, ein Homer geboren, wart ber 61. paid ...... be dede
waschen van fime erflichen eigenen goibe 6 cloiftes, ind dat ſevende begiftiget he
bas dan it vur was, ind wart ein moenich barinne ind zom leften ein aßt,
int was van ſent Benedictus orden ?. "
[Martin. Opp. 422,7. Königsh. 529. Supplem. 154b.]
In finre zit werben die Eugelſchen ind Saffen 30 dem criftengelou-
ven bekeirt, die vur van ven Gothen nis Britanien verbreven waren?.
Mn he was ber eirfte de ſchreif den vurſpruch, den nu alle paeffe nae eme fchriven in
+2,19. alfen bullen, als: Gregorius ein knecht ber knechten goß. van ber zit an bat
e.1.D. Gregorius is pais geweit, is gejagt in ben geiftlichen recht 31. dis. in
“ principio gl., dat men gheinen ſoulde ſubdiacken wien, he enverhies van
kuiſchlich 30 leven. ind bat geſetz wart auch beichrenen van Pelagius dem
pais4 der vur eme was, a8 ouch beroirt is daeſelfs im tert in dem beginne.
Yan der infehunge des cruiweden. N
Item as die lucht ind alle wafier ſus van dem feninne fo jere femint was ....-
31. 955 fo bat fent Öregprius unjen lieven heren got, Dat he die plaege afftellen meulde .....
—d6*. he ftarf anno domini 6065.
[Außer Martin. Opp. 422, 20 ift Königsh. 528 frei benußt.]
Martin. Sabinianus, ein Romer geboren, wart der 62. pais..... be enachte des niet: 3
BP ſo quam ein hant mit eime fwerde® inb ſloich im up bat heuft bat he beit
bleif.
Anno domlni 604.
[Bild eines Kaifers.]
Phoeas der 55. keiler ..... jo wart be erſlagen van Eraclius der ein lantvait 30
was in Africken.
(Eite 222. Rudim. Königsh. 390.)
1. Ansbertus. Flor. Opp. 457,16.
2. Suppl.: adhuc monachus ... sex 4. Bon PBelagius if an ber citierten
monssteria ex paternis facultatibus edi- Stelle nicht die Rebe. Es heißt bloß:
ficavit, domum insuper suam Rome re- ante triennium subdiaconi probibiti fur
ligioni dedicarit. rant ꝛc.
3. Wohl Mißverſtändniß: Gregerius 5 605. Königsh. 529:
misit in Anglism Augustinum mona- 6. Gregorius ipswm .... in capite
chum pro conversione Saxonum, qui de percussit. Martin.
novo Britanniam intraverant. Martin.
1499. 387
[Btfd eines Papftes.
Bonifacius MT..... faßste, dat men wis blenkende boicher fal up die altair Oo
legen. 422,30.
Bonifacius IV ...... fatzie ber ſelve pais im bat hochgezide aller billigen eine
5 bes jairs zo eren .e. wanne, wairumb ind van wem ber vurß tempel! is
gemacht worden, haiſtu hie vur beſchreven bi des keiſers Domicianus
ziden.
Martin. Opp. 422,32. Eingeſchoben find die Worte: ‘ind dairumb gemein-
lich alle concilia vur der zit worben gehalben up ginfit meire'.]
T | Anno domini 612. BL. 980.
[Bild eines Kaifers.)
Eratfiug ber 56. feifer...... want dairnae, ale he unfgain bie beiden ftriden
ſoulbe, fo floich der engel got vil duſent van fime heir doit. ind bat gefhad
umb ſins ungelouvens willen as naevolget.
15 ſCite 224. Rudim. Königeh. 391. Florar. 1090. Martin. Opp. 457. Beim
Krieg gegen die Araber ift Eile 227 ſtark erweitert.)
Differ feifer wart ouch verleit durch ein Patriarchen zo Conſtantinopel, Martin.
Sergius genoempt, ind wart ein feger van ber Jacobiten fect. Iacobiten..... ung) 12.
lagen dat he [Ihefus) geboren fi van einre jonferen ind zo hemmel geftegen,; mer he fi
» in geimerlei wis got geweſt ꝛc. ind dat geleufpe ber keiſer ouch, ind bairumb
wart he geplaget van got dat eme vil wibberiverbicheit overquam.
|| In dem 28. jair? vom Eraclius keiſerdom fo quamen bie Sara- St. 97.
cenen, dat heiſchen nu Turken, mit irem berzogen ind hieſch Ebier?,
ind gewonnen Dat rich van Syrien, Persarum ind Medorum, ind vil me
3 amver rich bis zo Konstantinopel z0. bie felve fat belagen ft ouch, mer
die wart erloift. item fi wunnen dat gang lant van Alien ind fatten dae
boven alle ir heren ver lande, vie fi hatten, einen foldain ind haven die
lande behalden Bis up diſſen hudigen dach und noch vil mere darzo ıc. a8
30 ſinre zit gemelt wirt werben.
io Deſer keiſer Eraclius was geleirt in ber aſtronomie .... ind ſtarf anno 642.
Martin. Opp- 458,5. Königeh. 393, Sonderbarer Zuſatz, Heraftius habe
die Tochter des Rdn nigs von Frankreich zur Frau gehabt.)
Anno domini 622.
Machomet der Turken eirfte ind overfte propheta ſtonde up bi biffen ziben. Martin.
s differ Machomet was ein quait walfch propheta ind hatt dem eriften- aaa.
gelouven geoiffen ſchaden gedain durch ſin nachvolger, want fi haven vil
koninkrich ind ander lande an ſich bracht ıc.
1. Das Pantheon Opp. 458, 5. 10.
2. Der Eingang ähnlich bei Martin. 3. Abu Bekr.
25 *
Florar,
1116.
ib. 107b.
Bl. 97b.
388 VI. Loelhoffche Chronik.
[Bild eines Konigs.)
Dagobertus ber 9. konink van Francrich ..... dede groiffe buwe am kirchen.
be machte fo vil cloiftere as fin litteren in dem a b, und begaefte bie
richelich nae ir noitturft!. ind bat eirfte cloifter, bat be dede machen,
noempt be Album castrum, bat i6 Wiffenburch?, ind ligget 7 milen:
von Straisburdh. dairnae ein herzoch van Saflen, Samuel genoempt,
ein abt daeſelfs, gaf die kofteliche krone dem felven cloifter.
Diffe Dagobertus hadde ..... ein fon der hieſch Sigebertuß ..... fo gaf ber
konink Dagobertus in 30 verwaren dem bilkigen man fent Eumibertus bem bi.
hof 30 Collen ind Pipino I dem herzogen van Brabant. ſd
Do Lotharius des vurß Dagobertus vader hatte konink geweſt 41 jair, ſo nam
be ven ſelven Dagobertum ..... ind ſatzte in 30 regieren Austrisiam, dat i® Loth—
rik nu zer zit, ind beval ben Pipinus van Landen dem herzogen in
Brabant ind Amulpbo..... up bie zit was fo grois gemwafjen ber Franzoſen mad
ind foinbeit. F
|| Die ftat Soift quam ant biſchdom van Eoellen 30 diſſer zit. want
als Dagobertus die Saffen verwunnen hadde, fo gaf he finem zucht⸗
meifter jent Cunibertus bifchof zo Collen die ftat Soiſt ale vur ein buit—
pennint?,
Yan der wirdichtit bi der krone van Srankrid Die genoempt is 2
die groifen des hniſs van Fraukrich'.
(Bild eines Herzogs.)
Pipinus vurß was Karlomannus fon ..... diffe Pipinus was, als vurß
i6, ein furfte ind der eirfte herzoch van Brabant, ein raitzman ind einre han ben
groiffen des huiſs van Frankrich, der dat wert droich wur der koninklicher majeftait. &
diſſe vurß herlicheit ind ampt hadde he bi drien foningen, a8 bi Lotharius
dem groiffen, bi Dagobertus ind bi Sigebertus, ind deſe dri Foninge
vurß verhoif he zo der foninklicher majeftait ind broich bat fmert des
richs. ind dat was ber wirbichfte ftait nae der Foninklicher wirdicheit
ber ghenre die ben groiften ind meiften bienft Des richs hadden, ind bair #
umb droegen be ind fin nalomelinge...... bat fmert ..... waehin ber konink gaen
woulde, fo lies he fich voiren up eim bangenben wagen*, ind baevur gingen ziwen
oiffen ind ein buffel nae der buiriſchen wile ind zogen ben wagen: alfus lie he
fich voiren zo fime pallais, desgelichen z0 dem gemeinen volld..... ind all ander
1. Die gleiche Erzählung bei Martin. 185 erwähnt, welche wohl die Urkunde
Opp. 462,2, aber von Karl dem Großen. Anno’ II. bei Lacomblet, Urkundenb. 1,
2. Weißenburg ift erft gegen Ende 142 wor fich hatte.
des fiebenten Jahrhunderts geftiftet, Die 4. Oarpento ibat, quod bobus lunctis
Urkunde Dagoberts I. eine Fälſchung. et bubulco rustico more agente trahebs-
Bol. Friedrich, Rirchengei UI, 389. tur. Florar.’1148. |
3, Kurz, ohne Angabe von Neben: 5. Ad publicum populi sui conven-
umftänden, wirb Die Erwerbung von tum. Flor.
Soeft durch Kunibert in der Chron. praes.
1499. 389
dinge ..... beſtalte der groiſſe des huife, als pleget zo doin der hofmei—
ſter bi den furſten diſſer lande ꝛc.
[Florar. 1106 (23). 1148. 1372.]
| Ind. alſus was Pipinus in dem hof bes koninks Dagobertus..... fo nam a1. N8e,
5 Pipinus zo eime hulper fent Euniberk bifchof 30 Coellen. ie
Diffe Pipinus primus ind fin geflecht, vie groiß waren bes huiſs **
von Vrankrich, plaegen 30 regieren ind zo befigen dat lant Austrasia of
Austria genoempt, dat i8 up duitſch Diftenrich of Oiſtvrankrich, dat is dat Agrip⸗
lant tufchen der Maiße und dem Kin, ind van der Mojelen van Meke nibberwart ” vinaser.
1 durch dat ſtift van Coellen bis in bie fee, und dat wart naemails Lothrich ge⸗
noempt nae Lotharius des groiſſen Karolus ſon!, a8 dan beſchreven wirt
zo ſinre zit. ind dat ſelve lant is gedeilt in zwei deil: dat deil bi Metz
ind dairumbtrint heiſcht nu Lothringen of Austria superior, dat ander
deil Brabantia of Austria inferior. noch i8 ein ander Defterich gele-
»s gen bi der Donaw: daevan fehriven wir nu nicht. uis dem vurß is 30
verftain die groiffe ind hoichgeboren evelheit des erkherzochbom van Bra-
bant und dat Pipinus is ein zierheit ind ein ere der Duitfchen.
Dagobertus hatte zwen fone a8 vurß: der ein ind ver eltſt hieſch Sigebertus
..... ind do Sigebertus mirkte, bat he ghein lint kriegen mochte, fo machte he und
20 buwede 12 cloifter in fime lande ꝛc. uis dem 18 wail zo mirken, dat fent Eu-
nibertus und Pipinus in wail geleirt Haven in dem wege ind geboberen
goß. Clodoveus ber anber foen bfeif bi dem vader und beſas bat riche nae eme,
als naevolget.
[Florar. 111b. 113% (26). Agrippina 33b, 366, Schlußſatz aus Ekkeh.
5 118, 18.}
Yippin III kKonink van Srankrid.
[Bild eines gefrönten Reiters; hinter ihm 2 berittene Knappen, deren einer
das Banner trägt.)
| Ein figure van dem gefledt ind Ham Pippin des eichen bis up dem derden BI. 986.
30 Pippin konink van Yrankrid und bis an Karolus Magnus.
[Stammbaum von “Karlomannus’ bi Karolus Magnue’.)
| Up dat die naevolgende fchriften, die van den vurß perfonen jagen, 31. 90.
moegen clairlich ind ſunder vil fwaricheit verftanden merben, fo wil ich
vie geflecht derfelden enwenich mere befchriven.
35 Rarlomannus was ein herlich prince ..... ein boechter hieſch Amelberga. Florar.
(23).
4. konneyks.
1. Bielmebr Ludwigs des Frommen.
390 VI. Koelhoffſche Chronik.
Der eirſte herzoch von Brabant.
F a Diffe Pipinus was ein hillih man ..... unb he flarf und is begraven zo Lau⸗
(23). ben, ind dairumb wirt be noch genoempt Pipinus von Landen.
ib. Amelberga Pipinus fufter Die nam ein greven van Hennegauwe, ind mit dem
batte fi ouch finder. mer umb ber kurtzde willen ind ouch ſo dient uns bat;
wenich 30 bejchriven ven ftam und herlompft bes groiſſen Karls, dairumb
junderlinge bie geflecht hie gefeigt werben: jo lais ich bat vallen. ven
daevan geluft verrer 30 lefen, der mach ſoichen dat in Florario tem-
porum.
Agrip⸗ Pipinus vurß durch ingevung ind rait ſent Amandus ſtichde dat cloiſter zo Ri- ıı
on vel! in welſch Brabant und jaßte fin boechter dairin, fent Gertrubt, vur ein abbatiffen,
1106 ind bie gaf ir veberliche erwe ouch 30 dem ſelven cloifter. ich vinben up einem
Yarip- anderen ende geſchreven, bat jent Gertrudt have gemacht inb fundiert bat
pina 37®. eloiſter zo Nivel.
Florar. Grimoalhus nae ſins vahbers Pipinus doit wart be herzoch van Brabant ...... 15
28. ind want Grimoalbus flarf junber erven, jo viel bat herzochdom up Beggam fin ſue⸗
fter, die Angeſiſus wif was.
Begga des eirſten Pipinns doechter wart beftait an ein man ind biefch Anger
us ...... gewan ein fon ind biefch Pipinus Grossus, der grove, ind was ber an-
ber Pipin. n
[Florar. 1148 (28). 1072, Agrippina 36b.]
FE N Pipinus gecundus ber genoempt j8 mit fime zongqmen “ber grone’ ..... Ham
1168 ein wif und was genoempt Plectrudis of Plietrudis: up duitſch heifcht fi
2. Blitarte. '
Ageipp. Blectrirbis was ein Toninginne3 van irs mans wegen Pipinus vurß, als ein- % \
deil fchriven. mer bat is niet: want Pipinus was ghein konink, mer
allein ein berzoch. mer it was nochtant ein wallgeborne edel wife frauwe.
Kar. diſſe Plectrubiß habde mit irem manne bri fone: ber ein hieſch Draga ..... ber anber
und hieſch Grimoaldus ..... diſſe Grimoaldus nam zo einre elichen frauwen des her⸗
zochs doechter uis Frieslant der Ratbodus genoempt was, und hadden ein fon zo⸗
ſamen ver hieſch Theobaldus. ind der derbe hieſch Silvinus ind is begravben zo
Thinace* in ſent Peters kirche, welch kirch hait bein machen Plectrudis fin mober.
ind al ir jone flurven vur ir.
1. Nivelles bei Brüffel. nift Edmund Dynther (ed. de Ram, Brn-
2. Diefe Form Agrippina 368. xellis 1854, t. I. pars II, 59) bat Oy-
3. Ugripp. citiert “in ber froniden maci, bagegen hie Vita s. Silvini epi-
van Treir’ und fügt eine lateinifche Stelle scopi (Acta SS. Boll. Febr. III, 31), den
am Rande bei, in der Plektrudis al re- man ohne Grund fpäter zu einem Sohn
gina Francie erfheint. In ben Gesta BPipin’s machte (vgl. ibid. 25), in Al-
Trev. ſteht diefelbe nicht. ciaco coenobio, nach der Angabe des Her:
4. Im Florar. könnte auch Chinace ausgebers Auchy les moines bei Hesdin
gelefen werben. Der brabantijche Chro⸗ im Artois.
149, 39
Yan ent Marien kirch bi dem Aaltzbuchel binnen Collen, van wem
nnd zo wat ziden die gemacht fi. .
Ein beil ſchriven, bat bat ſelve cloifter fi geweſt Pipinus bes herzogen ſſos, und Agripp.
naemails Plectrubis have ein Firch baevan gemadt!. und dat overkumpt mit
s dem bat vurß is, wanne ind van wem die ftat Sollen angehaven fi: dae
18 gefehreven, dat Marcus Agrippa dede die ftat Coellen buwen nae ge:
fichnis der ftat Rome, Ind buwede 30 Eollen ouch ein Kapitolium in der
geſtalt als zo Rome ein is 2c. ind naedem die Franzofen deſe lande und
Coellen under fich bracht hadden ind Pipinus, herzoch van Brabant,
10 fonink van Frankrich wurben was, hadde he fin wonung 30 Eoellen in
dem jelven Capitolium, und van der jelver burch hait fin huisfrauwe
Blittart genoempt nae der hant ein jonferencloifter gemacht int dat felve
rihlichen begavet ind mit ebelen jonferen befat. ind taevan Bait bie
ſelve kirch noch behafven den alden namen ind wirt geheifchen ſent Ma⸗
ıs rien in dem Capitolio'2, eindeil fchrifte ſchinen 30 luden, bat bat ſelve Florar.
monfter have boin buwen Blittart konink Pipinus fraumwe van grunt up. int dae⸗ 1108
van luit die naegefchreven ſchrift. ve
Yan fent Hoitbuch die ein nicht was der edeler frauwen SKlittart vurf.
Der ebel ſtreng ind fere beroempt Pipinus II vurß is verhaven mit vil loeve- Gölner
20 fihen namen: einbeil ſchriven dat be fi geweſt einre van dem groifien huis der krone Be 358.
van Frankrich, die andere dat be fi geweft ein herzoch, bie derden ſchriven bat he ein
tonint ſi geweſt, dat bi aventnren al wail mach geſchiet An nae louf ber zit. diſſe
Pipinus hadde ein ebel wife fraume Pilectudis genoempt, as vurß. biffe ebel
fraumwe, als fi etliche Finder gehat hadde mit irem elichen man Pipinus vurß, jo leefde
3 fi in groiffer oitmodicheit und kuiſcheit und volfoirte vortan die dage irs levens im
oefunge vil bogenthaftiger wert, bis bat fi ein alde fraume wart. bo nu Pipinus ir
man fi verlies und hink einre anderen an, Mbelheit of Alpais genoempt, van ber
oa hiernae mere geſchreven wirt, fo zoich bie vurß Plectrubis 39 Eollen
und brachte mit ir groiffen A unzellichen ſchatz, ind macht bae ein cloifter, dat ber jon- BI.
30 feren moenſter of cloifter genoempt was, in bie ere unfer liever vrauwen, ind bega- tvos.
vet Dat richlich mit wil goederen ind renten. ind in dem felven cloifter bleif fi weinen
mit ir nichten fent Noitburg ir fuftersbochter ind anderen edelen jonferen ıc.
ſent Noitburch ſtarf zo Coellen umbtrint die zit as men zalt anno domini
15. dae dat. 32. fen.
1. So ein lateiniſches Randeitat der hafte Gründungsgeſchichte Düntzer in
Agrippina. Im Tert iſt die Chronil von ven Jahrb. des Ber. der Alterthums⸗
Trier citiert. Auch wie Cölner Jahrb. ka XXXIX, 88 ff. Ihm gegenüber
9. C! DI. 72 erzählen ‘van ſent Blit- ält Friedrich, PAR 5— II, 310 an
hart, de ſent Barien firgen machde'. Bgfichkeit der Srünbung durch
2. Der urſprungliche Mame iſt Ma- Bipin * Plectrudis feſt.
ria alta. —* ber bie dutchaus jagen
392 VI. Koelhoffſche Chronik.
Oct. 31. 6201 ind reſt mır in ber carthnſer eloiſter bi Covelens, ind ir bach is up ben leſten
in ſent Remeis maent.
Uis diſſen vurß worden ſchint, dat dat moenſter vurß is van aller
eirſte an gemacht geweſt ein moenſter of ein cloiſter ind dat it ghein ſlos
geweſt fi. ind dat mach doch beideſamen zo goidem verſtant wair fin: s
it 18 zweierlei, castrum ind capitolium, dat is 30 jagen, it i8 ein uns
berfcheit in der gejteltenis tufchen eime raitzhuis ind van einre burch.
bat iS niet jere uiffer wege, bat men fage, dat it ghein burch fi geweſt
mer ein raithuis, ind dat doch konink Pipinus fin wonung dairin gehat
bave, alfo dat am dem felven vaithuis fi geboumet geweft ein’ huis dae id
men up hoven mochte, als men ouch 30 Coellen vurmails plach z0 hoven
up dem fale in dem hinvergehuife, als van etlichen koningen ind bujcho-
ven, die groifien ftait tae bedreven haven, gefchreven fteit. ind varı
ſusdanigen huis i8 niet fmair dat zo veranderen in geftelteniffe einte
firchen. ind demnae fo i8 lichtlich albeive rede in ber wairheit zo be 1
halden.
Item dairbi up der rechter ſiden is ein capelle ind heiſcht ſent Noit⸗
burch, ind is bi aventuren ſent Noitburchgen bedehuis geweſt?.
Ich halden, dat dat ſelve moenſter ſi gemacht worden bi der zit dat
ſent Agilolphus buſchof zo Collen was of kurtz dairvur, angemirkt bie zit, v
dat Pipinus secundus ind Karolus Martellus regiert haven, as hernae
geroirt wirt up ſin zit. |
Dat vurß moenfter i8 ouch hochlich nae der zit begiftiget worben
mit heildom van dem pais Leo, dat men jairlich8 dae wifet mit groiſſer
genabe ind aflais3. ind der vurß pais hatt perfoenlich ein altair mik in »
ber firchen gewihet, ind hadde ein fufter in dem felven moenfter.
Item Bi unferen ziden is bie vurß kirch groislich geziert worben, als
mit namen up ber rechter fiven bineven dem choir mit einve fere koeſt⸗
licher capelle, genant fent Salvatoirs capelle, dairin geftichtet is 30 den
ewigen dagen alle bage ein fingenve miſſe mit biscant, und desgelichen m
al aventz unſer liever vrauwen lof ouch mit fulchen ſank, ind Hait bie
alſus gejtichtet umbtrint anno domini 1465 * ein eirfame burger van
3. diffem. 6. ind is eyn.
1. Floruit autem virgo beata circa merlung ber Agripp. 41b weiht Leo II.
annos incarnacionis domini sexingen- bie Kirche 803 die Processi et Martiniani
tos (!) nonaginta vel paulo post. (2. Zuli) und ſchenkt ihr einen Theil des
2. Gelenius, De magnit. Col. 646 zu Mantun gefundenen h. Blutes. Dgl.
führt ihren Urjprung gar auf den h. Ma⸗-⸗ Gelenius, De magnit. Col. 327,
ternus zurück. 4. Das gleiche Jahr nennt Winheim,
3. Nach einer Inteinischen Randbe⸗ Sacrerinm Agrippinae 305. Die täg
1499. 393
Eoellen ind ein engelichverder, genoempt Johan Harbenrait!. item bes-
gelichen hait he doin bouwen ein puntlich ſuverlich wonunge bi ber
vurß capell ind die berentet vichelich 30 acht perfoin 30, fo van meiftere
fengeren fo van jungen, die jairlich8 ir Tifzucht ind cleivunge ſere riffelich
s intfain.
mini 1493 ein alzo Toeftlich capell ver wailgeboren ind hoichgeleirde here,
here Johan van Hirk, doctor in geiftlichen ind Feiferlichen rechten, vur⸗
mails ordinarius in jure canonico in decretalibus in ver fere be-
sp roempter ind billiger univerfitete ver billiger ftat Coellen ind ouch nae-
mails burgermeifter daeſelfs?. als ouch fin vader hait vurmails umbtrint.
anno dni. 1491 laiſſen Toeftlichen buwen ind vernueren bie ein five an
ber firchen der 11 duſent jonferen mit eim nuwen altair, gewelve, glais⸗
vinfteren ind ander zierait, mit namen bie rechte fite mit dem fchoppen
15 vur der felver kirch duerre. item 30 ver ſelver zit debe he ouch machen
dat gafthuis in dem preitgercloifter gelegen bi dem wege zo ven 11 dufent
ionferen intghein over der univerfiteit huis, genoempt Schole arti-
starum. .
1 Adelheidis of Alpais, des greven bochter van Arbenien ...:.. nam 30
20 der unee der vurß herzoch Pipinns ..... wie fent Lambert Bipinus dairumb
itraifte ind erflagen wart van Dodo der Alheitz broder was, wirt hernae
befchreven ..... ind is bie ſelve Abelheit vur begraben zo Orp bi Gelbonia in
Brabant, als Emondus ſchrift in finre croniden®.
Karolus Martellus, Pipins II ind Adelheitz fon, wart der 4. her-
5 30% van Brabant ind was Karolus Magnus anchher. be gewan ein
fon ind Hiefch Pipinus der clein of ber zwerch. niet dat he fo fere clein
were, mer 30 gelichen 30 fin vurbaren ind zo finen naefomelingen, fo was
be vil cleinre dan die felven: he wart doch groiſſer van macht ind ge-
walt dan ber einiger geweit was, want he wart konink von Vrankrich
08 hernae gejchreven fteit. van fine wive ind van finen finderen vinftu
ouch hernae zo ſinre zit.
[Bild eines Papftes.]
lihe Singmeffe wurde nad) Gelenius, bictuscapelle, von der fie Gelenius 617
De magn. Col. 649 am 6. Aug. 1466 ge und 618 trennt. _
ftiftet. 3. Gemeint ift Edmundi de Dyn-
1. Er erfcheint 1468 in bemBerzeih- ther Chronica nobilissimorum ducum
niß der Eölner Kaufleute, welche Sacto- Lotharingiae et Brabantiae ac regum
ren in London haben. Ennen, Geſchichte Francorum ed. de Ram (Bruxellis 1854)
II, 704. tom. I. pars II, 64.
2. Vgl. Ennen III, 994. Nach Win- 4. Florar. 1192 rechnet ihn ale 5.
heim, Sacrar. 306 ift e8 bie St. Bene- Herzog.
Item besgelichen up ber Iuerker fiven hait doin machen anno do-
Bol.
Martin,
Opp.
422, 46.
ib.
422,49.
ib.
423, 3
Vgl.
oben
S. 388.
Martin.
Opp.
423, 15.
Bl.
1018,
Martin.
Opp.
4233,18.
ib,
394 VI. Koelhoffſche Chronik.
Deusdedit, np dunitſche Botgaf! ..... 7 jait. biffe pais was ein
gotfortich hillich man mit almiſſen zo geven, gebebe 30 botm ind habdie
mebeliven der armen ind ver fiechen. it quam np ein zit ein fledhe lagerm
minſche bi Den pais ..... zerftont wart ber ſieche minſche rein ind gefumt.
Bonifacius V..... 5 jair 10 maenbe, b
[Bild eines Papftes.]
Honorius primus..... bi des pais ziden wart gemartelt ſent Anaftafins in
“ dem lanbe PBerfia?, ind bes billigen Liham bracht Eraclius ber keifer...... 30 Rome
in jemt Beters ind Pauwels moenſter ad aquas salivas?.
Item bi des pais ziden ſatzde Dagobertus der konink van Vrankrid ı
fin fon Sigebertus genant over bat Iant, dat Deftrich gemant is in
Gallia, dat is nu Lothringen ind Brabant, ind beval den als upmir-
teren jent Cuniberms bufchof van Coellen ind Pipinus IL dem groven
als vurß fteit.
Severinus ein Romer ..... ein jair 2 maende 4 dage. I
Bild eines Papſtes.
ll Johannes quartus..... be vergaberbe fent Anaſtaſius ind ſent Bincentind
beiltom ...... in ſent Sohans kirche.
Theodoxus primus..... 9 jair 10 maende ind 9 dage.
[Bd eines Biſchofs.] . v
Cunibertus wart der 7. buſchof van Coellen anno dni. 645 under dem keiſer
Eraclius ind fime ſone Conftantinus Ind Hi der zit des koninks van Vrankrich Da⸗
gobret geusempt ind fin ſons Sigibertus, ind tegierbe 40 jair. hei bracht bie flat
Seift an bat lift vau Coellen. he was ein ſon bes herzogen van Lotringen Crallo
genant. be was jo grois van namen in eirbairheit ind hillicheit, dat im Dagobertus 3
der konink van Vrankrich finen Jon Sigebertus gen Coellen fante, bat he ben bi im
halden ſoulde, doegende zo feren ind kunſt. daevan vinftn genoichfamlich befchrewen
in ſinre legende. be dede machen ein ſchoin kirchen in die ere ſent Clemens, ind was
genaut ſent Clemens lirche bis he in die ſelve kirche begraven wart: ind bact wart
der name verwandelt ind hieſch zo ſent Cunibertus als noch hude des dages. J
(Aus Chron. praes. 185 und Agrippina 346. gl. dazu Vita S. Cunib. kei
Surius, Vitae Sanctorum Nov. 12.] |
- Em_
Anno dni. 643.
[Bild eines Kailers.]
Conſtantinus III, Eraclius fon ..... Eraclius ind fin fon zofamen 30 jair. 5 |
[Martin. Opp. 458,20. Bgl. ob. Bl. 96b.] |
1. So bie Agrippina 34b. 4. Die Chron. praes, bat allgemein
2. Natus in Perside. Martin, tandem.
3. Salvias,. Martin.
1499. 3935
In eime anderen boich wind ich alfus geſchreven, bat Eraelius have -
vegient dat rich mit füne one Conſtantinus of Eonflaus 31 jair ..... mb die Grie-
ten machten Eonftantinum bes vurß Eonftantius fone z0 eim keifer ind was der 59.
kiler. dat eirfte vurß is gemeine.
5 (Agrippina 360 nach Königsh. 391. 393.)
Anno dni. 643.
Conſtantinus III of Eonftans, der 58. keifer, des vurß Conſtautinus fon ..... Bl. 101⸗
ind nam an ſich dat rich, als hernae geſchreven wirt. 101»,
[Königsh. 394 und Martin. Opp. 458, 20, der aber von Sonftantin, dem
10 Sohne des Heraffing, ſpricht.
tie wirt der tempel, Der mu zer zit zo Ihernſalen is, gemacht van eim ſurkeſchen
koninge, der zo Yespafianus ziden gang im gronde afgebrochen wart.
30 diſſer zit des vurß keiſers Habben Die Saracenen,. Die men euch noempt Martin.
Zurfen, ein konink der biefch Sumerus 1 ind was ber ander konink nae Ma⸗ 185740,
15 homet, ind hadden under fich bracht vil lande, als gant Strien ind dat .
juetſche lant. diſſer macht zo Iherufalem ..... ben tempel ..... dair Die Turken
un anbeben.
30 biffer zit fo.guam konink Dagobert? van Brankrich ind hadde an» ib.
derwerf up die Saſſen geftreven ind zoich in Lombarbien. do Grimoaldus
2 der herzoch van Lombardien fach konink Dagobrek macht, lies be al dink
ftain ind zoich im intghein ..... do keirde Grimoaldus widder umb ind vant ſi
alſus ſlaifen ind ſloich ſi al vurvois doit.
Dagobert der konink van Vrankrich ..... fies zwene ſone as ngevolget. Sigeb.
324, 29.
(Bild eines Königs,
25 Clodoveus III3, der 10. konink in Branfrih ..... wart unfinnich als be un-
bedite dat licham fent Dioniſtus.
[Florer. 1138, 111b. Agrippina 36b,]
[Bild eines Königs.]
|| Lotharius der 11. konink van Vrankrich ..... die Soninge hadden allein den Bl. 1020.
zo namen bat fi konink weren ind enbeben anders niet dan bat fi aiſſen, bruns "ram
ten ıc. als hievur befchreven is.
[Bild eines Königs.)
Theodricus wart der 12. konink“ ..... be wart Doch hernae, als Siderieus Bat,
ſtarf, widder konink ind gink uis dem cloifter.
35 Hildericus der zweier broder ...... began 30 regieren anno domini 668. wie ib,
be ftarf is hernae gefhreven.
1. Omar: 4. Flor. rechnet Hilderich als 12.,
2. Francorum exereitus. Martin. Dietrich als 13. König, wie auch uufer
3. Secundus. Flor. _ Chronift Bl. 1038 thut.
396 VI. Koelhoffſche Ehronit.
Florar. Angeſiſus bes eirſten Pipiuns eivem ....... . gewan mit ber Beggaj ein ſon ind
(28). hieſch Pipinus, ber. grove, ind was Pipinus secundus a6 ou hievur geſchre⸗
ven is.
ib, 1130 Di defer zit! flarf Pipinus primus, ind fin fon Grimoalbus wart upgeno-
28). men bat he wart ein verwarer des loninls ind des foninkrichs van Vrankrich. 5
[Bild eines Papftes.)
Martin. Martinus primus wart der 71. paiß . ... . . inb intfabte den patriarchen van
12, Pbo. Conftantinopel ...... dairdurch leiß ber teifer Conflans? deſen pais van Rome zo
| Eonftantinopel hoilen ind woulde it afgejtelt hain van eme. he ſacht: he
endede i8 niet, want he were ein offenbair ketzer ind alle die finre lere "
voulchden. dairumb bebe ber teifer deſen pais in ellenbe fenben, ind bae ftarf be.
uis diſſen worden i8 wail 30 mirken, bat bie paefe noch clein gewalt gehat
haven 30 differ zit im zitlichen ind Tiflichen bingen ind fin bem m eiler 30
Val. gebode geflanden.
Martin. Eugenius primus...... 6 jair ind 6 maenbe. M 15
423, 35. [Bild eines Papfles.]
DL. Bitilianus van Campanien der 73. pais ..... bie evangelia mit gulben
boichſtaven beſchreven.
— Bocaldus ber 9. buſchof zo Coellen was zo den ziden dat Sigibertus des vurß
Dagobertus fon regnierde in dem deil landes der erone van Vrankrich dat zo
Auſtraſia genoempt is, ind was der Sigibertus den Eunibertug i in bevel
enfangen hadde van Dagobret fime vaber.
[Bild eines. Kaifers.]
Eonflantinus ver IV..... 17 jair. |
(Königsh. 394 und Eike 232.) .. , 3
Diffe Eonftantinus was ein goit eriſtenman ..... he hadde ein fon ind hieſch |
Zuftinianus: der wart keifer nae eme als hernae fleit geſchreven—
[Königsh. 394. Martin. Opp. 459,1, vgl. 424,15.)
Martin. In dem eirften jair bes feifers, Gummaldus ber konink van Lombardien .....
159,3. ſtarf. "
ib. 458, Bi des keiſers ziden quamen die Saraceni in dat lant van Sieilien ..... ind
# groifjen rouf brachten fi van dan.
ib. 459, Item bi des keifers ziden quam ein voll genant Bulgari ..... mit ben felver
Bulgaren ind Turken, die bat billige Iant inhaddenz, hielt he ein ſtant⸗
aftigen vaften vreden. 35
Bl. 1026 Hilvericus konink van Vrankrich vurß hatte vurmails einen genant Bodilo
— 105 . . ‘ . . . 5 . 3
5 ..... der vurß Botilo...... vink den konink mit finre fwangerer huisfrauwen ind
5. des fonydrijchs van. 17. LXXIIII.
il. Unmittelbar vorher nennt bie 2. Constantinus. Martin.
Chronik Grimoald Vorgänger des ® Anfi- 3. Cum Arabibus, qui Damascum
gie! inhabitabant. Martin: :
1499. 397
Hie wart ein monich konink van Irankrid.
[Bild eines Königs.]
Diverich des vurß Hildericus und Lotharius broeber den die Franzofen ver» Florar.
ftoiffen hadden ..... began zo regnieren anno dni. 680. —
5 [Bild eines Papftes.]
Adeodatus ein Romer ..... 9 jair. sl:
Domus ein Romer ..... 5 jair 5 maende ind 10 dage. a,1.
Agatho van Sicilien...... ein concilium 30 Eonftantinopel zc. als vurß. igstot
30 differ zit quam die foninginne van Perfien, Ceſarea genoempt ..... und "58
10 alfo quam der konink van Perften mit 10 duſent mannen z0 Gonftantinopel ind wart
‚ gebeuft mit al dem voulf.
(Martin. Opp. 459,7. Schebel 155%.)
[Bild eines Papftes.]
Leo secundus ..... geboit, bat ein teflicher, der ein ertzbiſchof werben julde, Martin.
15 fulde niet geven der roemfcher firchen vur bat pallium of ander officien ind bevel. 150.
Benedietus secundus ..... ein jair 10 maende ind 15 bage. ib, u,
Johannes V..... ein jair inb 9 dage. ib.
I &ono...... wihede jent Kilianum zo eim biſchof 30 Wirtzburch. BL.103b
[Martin. Opp. 424 und Eile 233.)
20 [Bild eines Bischofs.)
Stephanus der 9. bifchof 30 Collen ind was bi des koninks ziden van Frankrich an
Diderich dem eirften. IS
Aldewinus ber 10. bifchof zo Collen ind was bi bes koninks ziden Diderich ib.
neift vurß. | |
25 Anno dni, 687.
[Bild eines Kaifers.]
Zuftinianus secundus..... ind Leoncius wart feifer nae eme, ind alſo be=
rouft be ben vurß keiſer der naſen, der zongen ind des richs.
[Cite 233. Martin. 459,14. Königsh. 395. Ekkeh. 155, 58.]
30 Diffe Juſtinianus wart bald hernae widderumb Teifer, als dat in
verbolgunge der keiſer wirt befchreven werden. bairumb Init mir dat
wunberlich, wie eme die zonge mit der nafen moicht fin afgefneven : wie
moecht he bie Dinge, die hernae gejchreven werben, beftelt Haven funber
ſpraeche? fulde he dat beftelt haven mit fchriven? bat hedde vil arbeit
35 gefoft. dairumb fchriven eindeil niet van der zongen!.
Codoveus IV? ...... regnierde 4 jair in Frankrich. Florar. 1172. Bl. 1040.
Hildericu83 wart der 15. konink ..... eindeil boich noemen ben Hilderich Den Florar.
anderen. 1188,
[Bild eines Biſchofs.)
40 Giſo der 11. biſchof van Eoellen was bi der zit des koninges van Frankrich Hil⸗ Chren.
186,
1. So Suppl. chron. 161b, Ekkeh. 2. Tereius. Flor.
155, 66 xc. 3. Hildebertus. Elor.
398 VI. Koelhoffſche Ehronif.
bebertus 1 des eirften Id Ehabovene des berbene. Be ligget degraben zo Eoellen zo fant
Severin.
Anno dni. 697.
Leoncius der ouch genant wirt Leo secundus ..... fo vin! he JTiberius] deſen
Leoncium ..... ind regierbe 7 jeir. i
[Eile 234. Königsh. 395.]
[Bild eines Mönige.)
53. Pipinus secundu ..... wart ber 4. herzech van Lothrich und Brabant,
ind was van des: laudes wegen ein overſt des huiſs von Frankrich. he
nam an ſich zo regieren in welſchen landen ind dat meifte deil des richs 1
van Frankrich ind was ein here over vil herem ind regiert bat ftremglichen
—2 wail 26 jair. he regierde Frankrich mit groiſſer wisheit ind die lande die eme zo
gehoirden. he was ein grois beſchirmer ber billiger kirchen, wedwen ind: weiſen be
ſchuert be. be hielde groiſſen vreden und gerechticheit, ſo dat alle nation, ber Greilen
ber Romer ind der Lombarder, zovlucht zo im hadden ind legaten zo im ſanten, be 15
gelichen die Ungeren Slaven ind heiden. fin geruchte van groiſſer wisheit ind gerech⸗
ticheit ginge durch alle die werlt: man bracht eme groiſſe gaven. he brachte under fich
Saſſen Frieſen Duitſchen Beieren Gaskonier und Britanien?. be halp dem pais ind
bezwank die ungehorſamen der hilliger kirchen.
Item be bezwank die Friefen ..... Grimoalbus der Pipinus fon was, ®
der nam des vurß herzogen van Frieslant boechter zo eim wine.
[Agrippina 36%. Vgl. Sigeb. 328.)
Br Item Pipinus vnrß gaf..... Mastriht up ber Maejen eime ebefen heren
2 3U. genant Willibrordus..... ind beldiede vie [riefen] zo bem criftengelouven.
BL.104b, I Pipinus vurß der ſatzte eimen herzogen 30 Arbenien ind hieſch Dodo ....-
jo beftalt Dodo mit finre parthien dat fent Lambert binnen Luitge ermort wart an
‚ dem efter. und be wart mit finen bufperen van got geplaeget a8 hernae gefchreven is
[Florar. ?24e. 1168 (28). Agtippina 378, Leg. aurea &äße c. 133.)
eh Blectrubis, des vueß Pipinns eliche hnisfraumwe, als ft alfits verlaiſſen was van
Yu 358. irm eeman, fo auf fi ſich zo Eooflen ind macht dae ein Toeftlick wonunge ind ein mun- 9
fter vur geiftliche perfonen als vurß. ind dae leefbe fi im alre hilliegeit ein moder
aller armer ellendiger ind bedroefder minjden.
[Bild eines Papftes.]
Martin. Sergius van Anhiechen ..... ſatzte, dat men Agnus dei driwerf finget in
3 der miflen. $
Yan den zwen billigen: Gwnlden, wie fi komen fin wonderlich zo Eorifen.
In ber zit quamen zwen engelfche priefler in Saſſen ..... ind ſturven umb
11. Frackrijchs. 32. bedroeffdeer. I4. inıriffen.
1. Hilderieo. Ohron. praes. Vgl. über dieſe pomphafte Schilderung
2. Die Agrippinag folgt rer ben Ann. Bormmell, Anfänge bes karoling. Hauſes
Mettenses (Mon. Germ; 88.7, 317. 320). 171,
1499, 3
dar billigen eriſtengelousen. welche zuwene Ewalden vurß lange daitnat biſchof Anno
ber ander zo Colne in ſent Cunibertus munfer brachte!.
Cõotner Leg. as. de duobus Ewaldis Bi. 334 unb Chron. puata. 1:93.)
In ver ziden wart fent Swicbertus, ber mit fine ckeide begraven
5 geweſt was, erhadven ind nae van eime bifchof van Eofne erhaven mia fime
grade ?, ind was jo vriſch als were he zeritunt begraven geweſt, 11 jair
nae ber zit bat bie billigen Ewalde vurß vunden wurden.
Item diffe vurß hillige man ind biſchof ſens Swiebert arwarf van Tonint Pip-
pin overmitz ſin huisfrauwe Blittart ein wonunge, dae he mit den ſinen got dienen
10 mochte, zo Keiſerswerde, dat gekegen is bi dem Rine, ind dae dede he machen ein mon⸗
ſter, in dem he mit ben ſinen got Dach ind nacht dienden. ind as he ſtarf, fo wart he
dairin begraven3 ind boet grois miradel und wirt mannich minjch gejunt
gemacht und erloift van finre quailen.
In ver zit ftarf ſent Reinolous *.
Anno dai. 700. Bl.1050.
[Bild eines Kaifers.]
Tiberius III jo vink he Leo dem beiſer ind ſneid eme ouch fin nafe af ind Königs:
ſante in in dat ellenbe. hof. 395.
[Bild eines Papſtes. 0
2 Leo II dairumb enfteit he in vil boichen niet vur ein pais gerechent.
[Martin. 424,43. Kbnigsh. 537.]
Bi defer zit wart gemartelt fent Lambert zo Luitge
biſchdom zo Luitge gelacht. a8 hernae gefchreven is.
[Martin. 425,1. Sigeb. 329, 27.]
dairdurch wart bat
25 Johannes Vi..... 3 fair. Far
Sobannes VIT..... fi einen jemerlichen boit ſturven. ib. u.
Sigeb,
328, 49.
Anno dni. 707.
(BiM eines Kaifers.]
Yuftinianus der vurß feier was noch in dem ellende 30 ver zit dat Tiberius Bl. 105.
30 vurß Dat rich befas aldae wart Juſtinianus vurß ind fin fone beide Doit ge-
flagen. ind alſo was bie zit dat Yuftinianus begunde 30 vegieren bis bat
be ftarf 25 jair.
[Agrippina 386, Eife 235. Königsh. 396. Rudim.]
[Bild eines Papfies.
1. 1074 Oct. 3 nad) ber Urkunde bei
Lacomblet I, 142.
2. Nach der Epist. S. Ludgeri ad
Rixfridum Traiect. episc. (Surius, Vitae
sanct. März 1) wurbe ber Leib des h.
Suibert: mitt: ba Pousificalgewänbern
durch den Bifchof Hildeger in einen neuen
Schrein gelegt.
3. Das Vorſtehende iſt entnommen
aus Märcellini Vita S. Swiberti, bei
Surius, Vitae Sanctorum zum 1. März.
4. Angeblich eins ber. vier Haimons⸗
finder und Mönch zu St. Bantaleon in
Cöln. Vgl. Colner Leg. sur de 8. Rey-
noldo Bl. 235
400 VI. Koelhoffſche Chronik.
Schedel Sifimus of als die andern ſagen Soſtmus... nochtant beſtalt he alle dinl
1070. wail binnen Rome.
ib. 160b. Eonftantinus primus .. ..... mer he Kaiſer Tiberius) kuſſede ouch fin voiſſe mit
Bes groiffer oitmobicheit-ind entfin? bat billige facrament van eme up ein ſondach.
Säeirl Item defe pais macht ein vergaberunge.... .... van ber bilde wegen ..... und
a8 be vernam, dat Philippieus der keiſer hadde die boin uisfragen in ber kirchen van
jent Sopbien, fo dede be in 30 ban.
Hanne dat bifhdom zo Lultge npkomen fi
saigeb. Hupertus ber billige marſchalk wart bifchof zo Luitge ..... ind fatzt den
» biſchoflichen ftoil van Tricht zo Luitge. J
Anno dni. 713.
[Bild eines Kaifers.]
1 105 Philippicus wart der 63. keifer .. ... be vlo in Sicilien, ind dae vink in Ana
ſtaſius ind flach im Die ougen nis ind ſties in van dem rich.
[Eile 237. Königsh. 396. Rudim. Martin. 459, 38.) | b
Anno domini 714.
[Bild eines Kaijers.]
Anaftaflus der ander wart der 64. keifer....... Theodofius ..... ber overwan
Anaſtaſium ind wank in dat he moift in ein cloifter gaen ind moift ein priefter
werben, up dat he naemails niet moecht dairnae ftain dat he widderumb“
feifer wurde.
(Bild eines Könige.)
Florar. , Dagobertus II wart der 16. konink van Vrankrich nae Hilderich? 2 ind regnierde
“4 jair.
Pipinus der grove ſtarſ anno domini 716 ber regiert hadde 34 jair lanks. 5
[Bild eines Herzogs.)
Karolus Martelus des vurß Pipinus baftartfon van Adelpeit
wart der 5. berzoch van Lotrich ind Brabant ..... ind alſus wart Karolus Martelut
vurß ein here in dem Sande Auftrafia, dat is tufchen’der Maſe ind dem Rin ind von
der Moſelen van Metze neberwart durch bat ftift van Coellen bis in Die fee. „
[Florar. 1198 (32). Agrippina 368.]
B1.106b, | Dairvan i8 ouch, befchreven in fent Noitburgen legende, bat ir
Fr vrunde mit ir moenen? Plectrubis, bi der fi 30 Eoellen was, fi woulden beflaben ...-
31.358, fo woulden fi beftaden ir nichte Noitburch an einen groiffen landesheren, up bat bat
rich an irem gejlechte bleve. *
See Ich winden ouch anders, dat ber vurß Karolus Marielus der vurß Blitart be⸗
14. vam dem rich.
1. Heretienm declaravit. patus sui 29. videlicet domini 714.
2. Hildeberti filius. Flor. . 4, Matertera..
3. Florar. 116% (29): anno prinei-
1499. 401
hulplich fi geweſt intghein ben konink Sigibertum! ..... Die verbreif he hinder fich
bis ghen Paris.
Karolus Martellus vurß plach fin wonunge 30 haven im ber flat Andegaven ?
..... be dede vil orloge up die Saracenen of Turken in Gaskonien. desgelichen
5 ginſit meirs bedreve be groiſſe dinge?. die Saracenen quamen ..... in Aquitanien,
ind Karolus vurß quam mit in zo ſtride ind erſloich dev meer dan 30 dufent* ind ver⸗
lois allein van fime volf 1500. ind dat gejchiede bi ven jaeren uns heren
700 ind 39.
[Martin. 460. 425. Für den Anfang vgl. Sigeb. 330, 31.]
10 Diffe Karolus Martellus ..... dede antaften ind nenımen ber kirchen goiber
nen Pipinus ind ber wart ein here in Frankrich ind in Deftenrich ind wart nae⸗
mails konink van Frankrich, als hernae beihreven wirt.
[Martin. 460. Fiorar. 119b (33).]
[Bild eines Bifchofs. ]
15 Anno der 12. bufchof van Eoellen was bi des koninks van Vrankrichs ziden Chron.
Dagobertus des anderen vurß. be liget begraven 30 Eoellen im fent Severins kirche. Arge
Pharamundus der 13. bufchof van Eoellen was bi Dagobertus ziden des vurß ib.
koninks van Vrankrich.
| Anno domini 717. Bl.1074.
20 [Bild eines Kaifers.]
Theobofius ber IIT wart der 65. feier ..... Leo quam ant ri ind twank
Theodofius den feifer mit fime fone dat fi moiften beide priefter werden, ind foirten
ein felich reftlich leven bis in irren doit.
[Agrippina 39b (Königsh. 397). Eite 239.)
25 Anno domini 718.
[Bild eines Kaifers.]
Leo der derbe wart der 66. keiler...... ind martelde vil der felver minfchen ind
doit ouch vil. ind dairumb plaget got oud fin lant ad naevolget.
[Königsh. 397. Eile 239. Martin. 460, 8.)
30 Bi differ zit quamen bie Turken ..... gen Conſtantinopel..... ind nomen
mit in wat in werden mochte.
[Agrippina 40° (Königsh. 397).
Stem in differ zit ftonde up ein groiffe gefelfchaf under ven beiden ..... fin fon
wart keiſer nae eme.
35 [(Agrippina 40% (Königsh. 398). Martin. 460.9, der aber Kaifer Leo nicht
“in Berfida’, jondern in perfdia fterben läßt.)
Sent Egibius der billige abt levede 30 deſer zit..... be ftarf umbtrint 700 jair.
[Leg. aur. Gräße e. 130.]
1. Sig. fpridht von dem Kriege zwi- bitandum concedit. Sigeb.
ichen dem Enkel der Plectrudis und König 3. Sarracenosque de transmarinis
Chilperich, jowie von des letteren Beſie⸗ partibus venientes Arelate omnino de-
gung durch Karl Martell. levit. Martin.
2. Karolus.. . . Andegavis obsidet 4, Trecenta milia. Martin.
eamque captaın vieto Ragnifredo ad ha-
Städtechronifen. XIII. 26
402 VI. Koelhoffſche Chronik. |
Bi, 107 In dem 4. jair des keifers ..... Luprandus der Lomberder koninf .....
Martin, Poirt fi [die Gebeine des h. Auguftinus] zo Pavi mit greiffer vreuden, dae ji nod
459,47. liggen.
In der zit was ſent Wolframmus ein buſchof van Senonen nis Vrankriche
..... ind ſtarf [König Ratbod von Friesland] des geen doitz des derden dages. 5
(Martin, 460, 2. Eife 240.)
[Bild eines Könige.)
Florar. Lotharius IV wart ber 17. konink van Branfih ..... Chilpericus wart ber
1209. 18. konink ..... ind flarf im dem 9. jair des vurß feifers Leo.
[Bild eines Papftes.] T)
Martin. Gregorius II..... dede den keiſer Leo vurß in den ban umb dat he die crutcifire
125,21... hadde doin verbernen 30 Conftantinopel.
Wanne ind durch wen Duitslant is bekeirt wurden 30 dem crifengelouven.
[Bifd eines Bifchofs.]
Sent Bonifacius der eirſte erbufchof 30 Meng ..... be wart gefant in Duitich- 5
lant dat be die leirt ind befeirt 30 dem criftengelouven, ind he prebichbe in Dol[ringen].
[Schevel 161b. 164b, Königsh. 399. Martin. 425, 27. Eike 238. Die an
geblih auf Mainz bezüglichen Citate aus dem ‘geiftlichen rechte” (das erfte derſelben
ift gar nicht aufzufinden und wohl nur ans dem dritten entftanden), find c. 18. c.
XXXII. q. 7 und c. 104 c. XI. q. 3. Bon Mainz ift nirgendwo die Rebe.) *
[Bild eines Papftes.]
BI.10Sa, | Sregorius IT... .. differ pais ſant zo fchif 30 Karolus Martellus fent
Peters ſluſſel ind debe in bibden, Dat he Rome verloefjen woulde van ben Lombarden.
als gefchach: want he quam mit wil volls ind floege ver Lombarder me
dan 3 duſent doit!. ind bracht vil landes an fich Karolus Martellus :
dairnae.
[Martin. 425. Supplem. 1636. Plorar. 121b (34).]
[Bild eines Biſchofs.)
Chron. Agilolphus der billige man was der 14. bufthof van Eoellen inb was zo ber zit
er des koninks van Vrankrichs Chilpericus of Hildericus genoempt vurß ind dae %
Karolus Martellus dat regiment hadde. ein beil ſchriven aljus, he have ge
levet bi der zit der foninge van Vrankriche Ragenfredus und Chilpericus? inb under
Karolus Martellus: mer Ragenfredus was ghein konink van Vrankrich,
dan be ſatzte fich mit Theobalous der Grimalts fon was, intghein Karo-
us Martellus 2c. als vurß 18, dairumb dat eirft iS clairlicher befchreven. 3
ib, Diffen Hilligen man Agilolphus durch vredens wille fante Karolus Martellus,
des groifien Karolus anchhere, mit vil volls up Die Saſſen?, die orloichten up bat
foninfriche, ind he wart dae jemerlich van in erffagen ind verbiente Die krone ber mer-
teler. ind be wart begraven in monasterio Malmandanensi in partibus Ardennie, ind
aldae geichagen vil miradel. mer darnae brachte bufchof Bruno primust fin
16. Hier ift die Zeile mit Do’ abgebrochen, das Blatt zu Ende und ein neuer Abfap beginnt.
1. Irriger Zuſatz. 3. Wohl Berwehetung mit Hilbeger.
2. Sub Hilderico. Chron. praes. 4. Irrig! Vgl. Bl. 1326.
1499. 403
licham van dan zo Koellen ind wart begraven binnen Eoellen 30 jent Marien bi ben
graeden of bi den trappen.
Wie fent Agilolphus erhaven wart, vinftu biernae folio hontert
ind 11.
5 [Wild eines Könige.)
Deberich II der 19. konink van Frankrich ..... regnierde 15 jair. Florar,
11 [Bild eines Biſchofs.) BL 108%.
Regefridus der 15. bufchof van Coellen was bi ben ziden des koninks van Agrivp.
Vrankrich Dederichs des anderen nu vurß ind bi ben ziden bes anderen Hilderich8 circa *
id annos dni. 728. ind als ſchrift Albericus!, fo hadde bat ertzbuſchdom van Coellen Florar.
niet dan ein suffraganeum, dat is den buſchof van Luitge. ber buſchof van Utricht (34).
wart ber ander, die ander dri als Monfter Minden ind Ofenbrug die quamen bernae
dairzo.
Anno 762.
1 [Bild eines Kaifers.]
| Conflantinus V..... bie beren van Vranken namen an ſich duitſch ind
welſch lant.
[Eile 241ff. Königsh. 399. Agrippina 408. Martin. 460, 14. Sigeb. 334, 1.)
In dem anderen jair des keiſers ſtarf Karolus Martellus vurß, ind
2» dat were umbtrint anno dni. 744, die ander ſchriven anno dni. 739
als vurß 182, ind lies dri jone nae eme: Karlomannus Pipinus ind
Grifo. daevan haiftu wur gefchreven. Karlomannus intfink.vur fin deil
Frankrich ind regnierde ein furke zit dae ind overgaf dat ind wart ein
monich a8 vurß, ind bat beil geviel ouch Pipinus fime broder der Karo-
3» 118 Magnus vader was, ind wart bald dairnae konink van Vrankrich,
ale kurtz hiernae wirt befchreven.
In dem 5. jair des vurß Leifers3 fo wart Karlomannus der Pipinus bro- "Martin.
der was, ein moenich ..... ind zoich in ein ander cloiſter ad montem Casginum, ind 199, 37.
dae voirt he ein billich leven.
30 h Hilbericus of Chil dericus, der 20. konink van Franfrih ..... hadde Bl. 100.
niet vam gantzen rich dan allein den naemen dat men in konink noempt, ind ſo vil —
dae he ind die ſin van leven moichten. (35).
=
Yan der veranderunge des franzoiſchen koninkrihs van dem eirſten gefledt an
Yipinus dem I ind fin nackomelinge.
35 [Bild eines Königs.)
Pipinus der derde ber wart genoempt mit fime zonamen ber zwerch of der clein
Pippin, niet 30 verjtain tat hei fo ſere elein were, mer umb dat want int-
ghein fin vader of fin ancheren zo rechenen, fo was he clein geacht. ind
1. ®gl. Mon. Germ. SS. XXI, 3. Anno principatus sui (nämlich
104,58. Karlmanns, quinto. Martin.
2. Richtig ift 741.
26 *
Bl.109b.
404 VI. Koelhoffſche Chronik.
al was he cleinre van perſon dan ſi waren, ſo wart he doch groiſſer van
macht ind wirdicheit, as dat hernae wirt genoichſamlich verzelt. diſſ
Pipinus IN was ein duitſch man ..... ind alſus wart he konink in Frankrich
und regnierde 18 jair. ind bat geſchiede anno dni. 752. do dat geſchiet was, de
lachte fich dairwibder Hifverih ind fin broeder Regefridus genoempt!, :
ind nanten fich noch heren ind overften zo fin, ind quam zo eim groifien
friege: mer ir macht was zo clein, wante bie gemeinde viel Pipinus zo,
ind ouch was be gewiet van pais Zacharias. ind bairumb beftevichte int
confirmierde in zom anderen mail ver pais Stephanus, as bernae gefchte:
ven is. n
[Florar. 1222 (36). Chron. praes. 186 (wo ftatt vanus gelefen werben muf
nanus). Agrippina 39%. Ekkeh. 159.) -
Wanne ind durch wen dat erkbisdom van Menk is vurgefaßt in wirdicheit den
anderen erkbisdomen. |
Hie i8 zo mirfen, as ich gelefen have, dat uis dem bat jent Boni: ı:
facins ertzbiſchof zo Meng falvede Pipinum den derden zo eim Toninge
over Frankrich, dat Pipinus ven ſelven bifchof ind alle fin naevoulger
wibberumb daemit begiftiget hait, tat he ind ein iglich nae eme ji der
ander ertbifchof nae dem pais?. ind bairumb, || wanne feisma i8 of
ghein pais, fo kroent ein bifchof van Mens ein roemſchen konink, as data |
zom dickermail gefchiet is?. des zo einre orkunde fin 30 Meng in dem
doim vil fteinen bilter der bifchoffe gehauwen int an die pilre der Firchen
gejat?. ind dat felve hatt ouch beſtediget Karolus Magnus, ind dat hait
ouch gehalden Otto III in der infegunge der kuerfurſten, dat in ver fure
eins roemfchen koninks fal hei bie eirjte ftimme haven ind Die overſte
wirbicheit in dem roemfchen rich, als ouch in ver gulden bulle Karoli des
IV doevan beroirt wirt. ind bat hait mich dick verwondert ee ich das
gelefen hadde, wie Menk boven Eoellen und Trier geſatzt wurbe, fo doch
die zwei ander ergbißbome umb ander vil fachen dat felve overtreben.
Zom anderen i8 ouch 30 mirken, bat alhie wirt geenbet ..... Dat geflecht von 3
Clodoveus..... ind intgemein aller vurß koninge van Frankrich, dat gheinre van
1. Offenbar ſchweben bie ſchon oben Grabmal Sifrid's III. gedacht fein, dei
(81. 106°. 106b) erzählten Kämpfe Karl den beiden Königen Heinrich Raspe und
Martell's gegen den neuftriihen Major» Wilhelm von Holland Kronen aufieht.
domus Reginfrieb vor, Werner, Dom von Mainz 317.
2. Schebel 1610: ideo archiepisco- 5. Nach der goldenen Bulle (bei
pus secundus post papam censetur. Dienichlager, Neue Erläuterung ber gol:
3. Eine Kaifertrönung bat der Erz: denen Bulle, Frankfurt u. Leipzig 1766)
bifhof von Mainz nie vorgenommen, c.4 befragt ber Erzbifchof von Mainz bie
und die Königströnung kam feit dem 11. übrigen Kurfürften, gibt aber feine eigene
Jahrh. dauernd an Cöln. Stimme zuleßt ab. Vgl. übrigens Bd.!,
4. In erfter Linie wird hier an das 204,
1499. 405
bem felven gebloibe konink wart, die gehat haven 21 konink ind des koninkrichs regi-
ment 296 jair, ind wirt gegeven Pipinus dem derden ber ein herzoch was
van Rothrid ind Brabant zo Collen ind 30 Trier ꝛc. ind finen naefome-
lingen, die dat in befes gehat haven bis umbtrint. dat men zailt anno
s dni. 926 jair, a8 dan ouch mit der gaben goß up bie zit vurder daevan
befehreven wirt.
[Florar. 1222 (36). Supplem. 164a,]
In dem 9. jair des vurß keiſers wart Hildericus der vurß Tontnk van Frankrich
ein moench ind gint in ein cloifter, und desgelichen dede fin huisfrauwe, bie gink ouch
10 in ein vraumwencloifter, ind dat gejhiede umbtrint anno dni. 757.
[Sigeb. 332,8. Martin. Opp. 460, 48.]
Hie 18 zo mirken, bat men gemeinlich fpricht, deſe konink Hildericus
fi van fime broever gelubt wurden intghein finen willen, umb dat bei
ghein Kifserven nae fich liefje ind Dat he ind fin naefomelinge ſins broe-
15 ders erfgenamen wurben ꝛc. mer bairvan hain ich noch niet ſichers gele-
fen, dan ich halven, it i8 gefprochen nae der gemeinre manier ber min«
hen: as wanne einre zo cloifter geit ind ein moench wirt, fo plecht men
30 fagen: dem is fin manheit uisgeworpen, of men fal it eme uiswerpen,
wie wail dat niet geſchiet. mer bat kumpt daebi zo, want alle moenche
» moiſſen kuiſchheit ind veinicheit geloven, ind alfo werben fi gerechent ind
gehalvden als gelubt manne. alfus i8 it ouch in ein fprechwort komen
van dem foninge, dat eme fi uisgeworpen wurden fin menlicheit. it wer
wail noit nu zer zit an vil moenchen bat fi gelubt weren, want vil goider
ber cloifter werben verzeret mit groiffen uneren.
25 Pipinus der derde vurß der groismechtige furſt ..... die Saſſen ſatz⸗
ben ſich mit eme ind verhieſſen eme zo dienen mit 300 perden, wat reife he begunne!.
hie entufchen flarf der pais Zacharias ind Stephanus II wart pais gemacht.
[Florar. 124%. Ekkeh. 159,62. Martin. Opp. 460, 50. Bgl. Eile 247.)
An dem 11. jair van Konftantinus Teiferbom fo Eriechbe der Lombarder konink
e.
30 Arftulphus genoempt up Die Romer ..... inb der pai® [Stephan] bracht Pipinus
mit fih in Stalien ..... ind do2 confirmierbe ind beftedichde ouch der felve pais Bl. —8
konink Pipin vurß an dat koninkrich ..... ind beſwoir die geflechte der onerften ge- —
noiffen des koninkrichs, dat fi nummer anderen konink enjulden fielen dan van Pipis
nus geſlecht, ind dat alle die ghene, Die van eim anderen vremden ftam ge-
» boren weren ind nae dem koninkrich ſtonden, fulben verbant fin. ind ab-
jolvierbe den konink Pipinus ind die Sranzofen van dem eide ben fi konink Hildericus
vurß gedain hatten. ind bo zoich Pipinus mit groiffer eren ind macht in
drankrich ind nam widderumb mit im den pais Stephanus umb ein
gangen vreden 30 machen. ind ber vurß pais wihede ſent Dionifius fir in
1. Eile: “dat fe eme alle jar gaven nigsweihe nad) Italien.
dre Junbert perde'. 3. Zu der Annahme einer zweimali-
2. Irrig verlegt der Chronift die Kd- gen Reife Stephans nach Frankreich kam
406 VI. Koelhoffſche Chronik.
Frankrich ind gaf dem munſter bat privilegium, bat it Der koninge heuſtkirche ſulde
fin ind bliven ind dairzo ſulve ſin ein ertzbiſchdom!.
[Sigeb. 332,18. Martin. Opp. 426,14. 461,3. Ekkeh. 159. 160. Eite 243.)
In dem eirften jeir fins ride, Dat was anno dni. 752, zoich
Pipinus mit groiffer macht in Italien ind bezwank den vurß konink ber Lombarker s
..... ind zwank in dat be dat verbont ind foine halden moift ind overgeven mat fent
Peter zogehoirt. ind die Lombarder gaven Pipinus alle jairs 300 perde zo
tribuit fin leefeage 2, ind der overjten van Bapien wurben gefopt 40 aldae
ind 40 wurben gejant 30 gifel konink Bippin, bie he mit woirt umb bem vreden zo
halden. J
[Sigeb. 332,27. Ekkeh. 160, 14.]
Florar. Item dairnae over etlich jair zoich konink Pipinus up die Saſſen ..... ind
au). bracht fi dairzo, bat fi im jairlichs moiſten tribuit geven.
Ytpinns farf
Bigeb. Anno 27 van Conſtantinus keiſerdom, bat was anno Ani. 7693, ſtarf Piptmut 1;
333, 18 ..... anno dni. 769.
Rudim. Do nu Pipinus konink van Frankrich doit was, jo lies he zwen fone ..... ie
« behielt Karolus Magnus dat koninkrich allein und regnierde als und als in Frankrich
46 jair al® hernae wirt befhreven werben, ind ftarf anno dni. 81.
[Sigeb. 333,48. Florar. 124b. 126b (40).] ° u
[Bild eines Papftes.)
Bl. 11020 Zacharias ein Greik geboren watt der 88. pais...... jo bfeif it daeſelfs x. |
—110b. [Martin. 425,48. Die ausführliche Erzählung Aber vie Gebeine des h. Bene
Diet ift bei Martin. weit kürzer gefaßt.)
Suppl. Item biffe pais gaf ein gebot den van Venedigen up Die pene des bans, batfi >
A pie knechte godes ind die pilgrim bie mit dem cruitze gezeichent weren und
woulden bat hillige lant foichen *, dat fi die niet verleufden den heiben, als vur⸗
mails plach geichien van den koufluden ber ſelver lande.
ib. em ..... be ſatzde over ſent Gregorins boich genant liber dialogorum nit
bem latin im greilſche ſpraeche. a
Anno dani. 753.
[Bild eines Papfles.)
|
Stephanus secundus ein Romer wart ber 89. pats..... ind van ſulcher ver⸗ |
— anderung des roemſchen keiſerdoms is geſchreven ih dem geiſtlichen recht in Deoretli
1,6.) Venerabilibus 3, 3 |
[Martin 426,13. 460,50. Ekkeh. 160, 23.)
16. DCCCLXIX.
ber Chroniſt wohl durch den Umſtand, den früher (S. 405) erwähnten Vertrag
daß dieſelbe bei Martin. Opp. an zwei mit den Sachſen.
Stellen erwähnt wird. 3. 768. Sigeb.
1. Eile: unde dat it de ere des pallii 4. Servos Christi baptismate signs-
hadde alfo en erzebifcop'. tos. Suppl.
2, Bermuthlich denkt ber Chronift an 5. Venerabilem. Martin.
1499, . 4.07
H [Bil eines Bifchofs.] ‘ Bl.uII-.
Hildeger der 16. biſchof in Coellen bi ber zit dat Pipinus der zwerch of der elein Chron.
ae,
Bipinus was konink wurden, Dat was umbtrint 754. diſſe Pipinus zoich over 7.
die Saffen intghein fi zo ftriden, ind mit eme zoich der vurß biſchof. ind als fi in
5 Saffen quamen, jo ſtieſſen Die Saffen ind koninks Pipinus heir zofamen an eim berch Agriv-
genant bes Wiberch: Pipinus wan bem Rrit ind ber bifchof vurß wart doit geflagen, Pina g8.
ind was bifchof geweft 30 Colne 26 fair. ind ver vurß ftrit geichach anno
dni. 755.
[Bild eines Bischofs.)
10 Bertelinus was der 17. bifchof var Eoellen ind wart biſchof anno do- ebend.
mini 721 ind befas ven ftoil 10 jair under dem egenanten Pipinus.
Wie fent Agilolphus, biſchof zo Coellen geweſt, gevonden erhaven nnd zo Coellen
bradt wart.
Di der zit wart vonden fent Agilolphus bifchof van Coelne zo Lo—
ıs thringen, want got woulde bat he erhaven ind geeirt fulde werben. diſſe
hilfige bifchof plach in finte leven die eebrecherie fere zo ftraifen. nu ge-
veile it, dat finre gewach wart untgain einen evelen heren, der ouch ein
eebrecher was, fo wie der bifchof van Coelne Agilolphus fere plege zo
ftraifen bie eebrecher ind davan zo prebigen, int ber felve plege ouch
20 vreden in den landen zo machen ind hette ein billich leven gevoirt in ſinre
zit. do antwerde ve edel here: “ja, was of i8 be batrumb ein hillich
man wur gobe, fo mois min haiffiche hie up minre hant flain und zer-
ftunt fingen ind fprechen’. ind it gefchach 30 der ftunt. alfo wurden die
cloden jelfs Iuden ind ver Hillige wart upgegraven ind erhaven ind bair-
5 nae 30 Coellen gevoirt!. mer wanne und durch wen, haiſtu hievur be-
ichreven fol. 108.
Yan den eirften jairen dat Karolus Magnus began zo regnieren, dat is wanne,
wak, wie ind wie lange he geregiert have.
Borvolgunge ber jair in den Conſtantinus V der vurß feifer regiert
zo hait, dae it pur bleven is, up dat debais ind orbentlicher moege verftan-
ben werben, zo wat ziden Karolus Magnus fi konink wurden van Frank—⸗
rich, und z0 wat ziven hernaemails keiſer van Rome ind wie lange he ver
ieflich8 vegiert have.
| ur dat eirfte iS 30 wiffen, dat bi des vurß keiſers ziven und Br.ılm.
1. Den Urſprung dieſer Legende ver zit’ ſich nur auf die Auffindung, nicht
lonnte ich nicht nachweiſen. Oben ©.402 auf die Translation beziehen können.
iſt erzählt, die Translation falle unter Ueörigens fällt diefelbe fpäter, vgl. Bl.
tuno I., fo daß die Eingangeworte ‘bi 132, a
408 VI. Koelhoffiche Chronik.
fins [os Leo genvempt haven Pipinus ind Karolus regniert 22 jair".
bi des keiſers ziden is Pipinus, ber vurmails was as ein vaut of als
ein hofmeiſter in des koninks hove van Frankrich, verhaven ind verhocht
wurden van ber jelver herlicheit varzo bat he foninf van Frankrich wart
ind ein overfte munber inb capitainger ver Romer anno domini 752:
Bol. Dt. [ind in dem 12. jair] Conſtantini, a8 baevan vurhin gefchteven i8. zo
des ſelven keiſers Conſtantinus ziden is ouch Karolus Magnus koninb
geweſt der Franzoſen, mer noch niet konink der Romer, ſonder bairna:
als nu wirt befchreven werben.
Fi ne In differ zit jchreif ſich Conſtantinus V.... noch ein heren van ben lander I!
Fe uig Fdiſſit ind ginfit meres .... bie furſten up eiffit meres waren do... ... unber koninl
Pipin ind fime fon Rarokus, als hernae geſchreven fteit.
Wanne die Enrken begonnen die criften 30 vervolgen.
Seevel Item 30 ber felver zit umbtrint 755 quamen bie Zurfen uis dem lande Sch
thia ..... ind dairdurch haven bie Saracenen laiſſen wonen die Turken in Aſia. 5
Karolus Magnus des vurß Pipinus koninks van Frankrichs ſone ..... 33 jait
ee be keiſer of gebieber der Romer wart.
[Eile 247. Florar. 1266 (41). Bgl. Bl. 1108.)
Wanne nnd wie dat koninkrih der Lombarder in Italien cin ende
genommen hait. "
8. I [Bild eines Kaiſers zu Pferde, dahinter drei berittene Knappen, beren einer bad
1128, Banner trägt, ähnlich wie BI. 98a.)
In dem 32. des vurß keiſers fo fante der pais Abrianus eirfame legaten z0 Ka:
rolus Magnus ..... ind Italien quam uis der Lombarder hant under bie Fran-
zoſen. 5
[Rudim. u. Sigeb. 334, 31.)
an In dem ander jair dairnae zoich Karolus in Saffen...... geboit he bat bie
kirchen in Gallien ſoulden upnemmen bie wife ind maniere der roemſcher Firchen.
[Rudim. u. Sigeb. 334, 21.)
In dem 34. jair des vurß keiſers Konftantinus des V..... nam be ein quait &
ende... ind in finre pinen rief be: ‘ich bin bem ewigen vuire gegeven, ba inne
ih ewelich mois ſterven'.
[Eile 246. Vgl. Ekkeh. 166, 3 und BI. 1086.)
Anno domini 777. |
[Bild eines Kaifers.] 35
Leo quartus des vurß Eonftantinus jon..... flarf an dem febres anno do-
mini 780.
[Königsh. 400. Rudim. Agrippina 408.)
6. "ind — jair? fehlt.
1. Krönung Pipin’s 752, Tod Conſtantin's V. 775.
1499. 409
In dem eirflen jair des Teifers Yaich Karolus Magnus in Saflen..... be
ſtifte dae vil buſchdom: Oſenbruck!, Halverftat, Bremen, Baberborn, Munfter,
Hamburch.
[Ekkeh. 166, 20 und Eike 249.)
5 [Bild eines Papftes.]
Paulus l..... 9 jeir. Min
Conftantinus II ein Romer geboren ..... wart varı ben leien pais geloren? '
..... ind wart van eim leien prieſter gewiets ..... ind wirt ouch in ber zail der
paiſſe niet geſatzt.
10 [Martin. 426. Supplem. 165b.]
StephanusIl..... zwei jair. 128,38
Adrianus l..... macht ein concilium 30 Rome van 153 bufchoven* ind ander —* 7.
vil epten ind prelaten, ind die beftebichten alle vurf punten konink Karle I ind fim st.
geſlecht. ind die dairwidder deden, verbant be, als geſchreven is 63. distin. 1138.
15 Adrianus II. lid. ind Karolus gaf der billiger kirchen alle dat die Lombarben van
der kirchen genommen hadden, als vurß.
Nicolphus der 18. buſchof van Eoellen wart bufchof bi den jaeren ung Chron.
praes,
heren ... ind beſas dat felve buſchdom under Karolus Magnus 22 jair. Piss.
Anno domini 781.
2 [Bild eines Kaifers.]
Conftantinus VI..... ind a8 Conftantinus boit was, jo debe Die ſelve Hyena
[Irene] deſſelven Eonftantinus fon.... ouch die ougen uisſtechen, up dat fi....
moechte unbeforgt heirſchen ind bat rich allein befiten.
[Martin. 461,15. Eile 253. Rudim. Königsh. 400.)
25 Hie is 30 mirken, dat bie hiftorienfchriver van den Feiferen tufchen
dem feifer Conftantinus V vurß ind Karolus Magnus gebeilt fin in
zwei beil: bie ein fchriven, bat ber feifer Conftantinus vurß ind fin mo⸗
der haven regiert dat rich bi ben 20 of 21 jaeren, zom eirften Eonftantinus Suprl-
mit finre moder beibe zofamen 10 jair, dairnae der fon allein 5 jair ind dairnae Die 166=.
30 mober allein 5 jair, ind zo der felver zit fi Karolus feifer worben s, ind in ar
dem jair dae Karolus upgenomen wart 30 eim feifer, fo wart bie 336, 37.
9, buſchoue. 18. Zahl fehlt.
1. Das bei Eile fehlende Osnabrück
iſt wohl aus Cronecken der Saffen (Leib-
niz, Script. Brunswic. III, 286) bei»
gefügt.
2. Constantinus II. ex laicis. Mar-
tin.
3. Hic ex laico subito factus pres-
biter.
4. 353 episcopi. Martin.
5. Was das li. bebeuten foll, weiß
ih nicht. Auch gehören Die Eingangs:
worte ber auf einen ganz andern Ges
genftand bezüglichen Decretale c. 2 D.
LXIll an.
6. Supp!. fpricht von einer Theilung
des Reichs zwiichen Karl und Irene.
Rudim. ſetzt Die Kaiferfrönung ing 21.
Jahr Eonftantin’8 und Irene's.
_ Sigeb.
336, 38,
337,22,
Dat.
unten.
Dol.
Königs
hof. 404.
Bl.
113b,
410 VI. Koelhoffſche Chronik.
feiferinne bernae afgefaßt van eime furften Nicephorus genoempt, ind ber
verſant fi in dat ellente dae ſi ouch ftarf. die anderen fchriven alfe, dat
ber feifer Conſtantinus vurß have regiert mit finre moder 5 jairt. dair⸗
nae hait in die mober afgeftoiffen, gevangen ind laiſſen die ougen uie-
ftechen a8 vurß, ind hait allein regiert ouch 5 jair, dat macht zofamen ;
10 jair. dairnae Have ber felve vurß furft Nicephorus genoempt mit
willen der Greiken bat wif gevangen ind in effende gefant due fi ftarf,
ind be wart feifer ind regierbe acht jair. ind nae im is Teifer worden fin bochterman
Michael genvempt ind hait regiert 3 [jair] als hernae gefchreven is, ind bi des
ziden ? fi Karolus Magnus Teifer van Rome worden a8 ouch davan gen
ſchreven wirt. die eirjte meinung dunket mich bequemer fin, kurtzlich
umb zweier veben willen. zom eirften, want als gemeinlich die hiftorien-
Ihriver jagen, fo ſante Conftantinus der VI 30 Karolus Magnus nur
ber zit bat he feifer was, fin ambaftaten ghen Paris umb hulpe, reddung
ind verloeffung des hilligen lands van ven Saracenen, ind bald bairnae ı;
a8 he joulte keiſer werben, fo quam ouch der patriarch van Iheruſalem
ſelfs perjoenlich 30 Karolus Magnus gen Paris umb hulpe 30 doin wib-
ber die Saracenen ind Turken als hernae gefchreven is. weren nu Nice
phorus ind Michael Feier geweft bi ver zit dat Karolus keiſer wart, wie
mochte dan Conftantinus 30 ber felver zit gefchreven haven umb hulpe %
in behelteniffe des hilligen lands, dat doch nirgens gevonden wirt. item
zom anberen: want a8 gejchreven i8, Die Romer nomen ouch urſach fid
30 teren van der gewalt ver Greifen ind 30 veranderen Dat roemſche rich,
want ghein wif woulten fi 30 eim keiſer haven, ind alfus namen fi bat
keiſerdom van der Grielen ind wenten dat in die puitfche nation in ber %
perfon Karolus Magnus overmig macht ind gewalt des pais Leo als nae
gefchreven is.
Hieruis i8 aver zo mirken, bat bat regiment van Conftantinus ind
finre mober gewert hait bis an Karolus Magnus zit dat be Teifer wart’.
tem zom berven mirkt men bequemmelicheit viffer meinung: want e
als die hiftorien jagen, fo begaefte Conftantinus ver feifer van Conftan-
tinopel konink Karl mit groiffen gaven des hillichdoms, dat welche Raro-
lus gen Aech gaf in dat moinfter unjer liever vrauwen, Die he van grunt
up nu gebumet hadde, bat welche moenfter gebumwet wart umbtrint 796,
9. Hair? fehlt.
1. Diefe Angabe habe ich nirgends griegifen Kaiſer ſchließt.
gefunden. 3. Conſtantin VI. wurde 797 ge⸗
2. Vielleicht iſt hier Königshofen ge- blendet, ſeine Mutter Irene 802 durch
meint, der mit Michael die Reihe der Rilephorus geſtürzt.
1499. 411
ind Karolus wart Teifer bi den jaren uns heren 802. fo i8 it clairlich
30 mirfen, bat fih bat vegiment Conftantinus des V ind finre moder ver-
treckt hait bis 30 ber zit dat Karolus Magnus keiſer wart. ind ich hal-
den, bat nae ver zit als Karolus van Conſtantinopel fomen was mit dem
5 heiltom, dat Hyrena have laiſſen vangen iren fon ind fing vegimeng ind
fing geficht berouft.
Item it ſchriven bie Hiftorien, dat Michael der feifer van Conftan- Del
tinopel have gefant Lodowich dem Teifer van Rome ind Tonink van Branf- Bı.ıır.
rich die boicher fent Dioniftus vur ein oruntliche ſchenk ꝛc. der ſelve
10 keiſer Lodowich was Karolus Magnus fon: wis dem iS clairlich 30 ver-
ſtain, dat der jelve keiſer nae ind vur of bi feifer Karls ziven geweſt i8.
Bi diffen ziden fant der vurß Sonftentinus keifer 30 Eonftantinopel zo Karolus as.
Magnus, ee he noch zo eim keiſer geforen was, fin ambafiaten, Dat die eme
foulden kunt doin, wie die Saracenen bat billige fant innemen ind dat be
15 doch dat jelve woulde beſchudden ind bringen uis der ungeleusiger bant
under ven criftengelouven. besgelichen quam zo Karolus gen Paris ber patri-
arch van Iheruſalem!, den die Saracenen ind ungelenpigen verjaget habben.
do Karolus die botjchaft untfangen hadde, fo bereit he ſich dairzo ind verfamelde ein
grois unzellich volf ind zoich ghen Nome, ind dae machte in der pais Adria⸗
20 nus 30 eim overjten capitanier der Romer als ouch fin vader geweſt
was, a8 gefchreven is im geiftlichen rechte 63 di. 1 In synodo2. ind
zoich woirtan 30 Sherufalem ind gewan dat hilfige lant den Turken af ind zoich vortan
30 Eonflantinopel 30 dem keifer Eonftantinus vurß ind wart van im dae int-
fangen mit groifjer wirbicheit, ind bracht vil Eoeftlichs heiltums mit eme
23 van Iheruſalem. -ind der keifer...... gaf eme ein ſtuck van ber crone uns heren
..... item dat ſweisdoich uns heren, dat der engel wisde den dri Marien as
unſe here Iheſus van dem doit erſtanden was. item dat hemde unſer liever
vrauwen. item ben arme Simeonis des hilligen prieſters up dem he unſen lie-
ven heren intfink als he in dem tempel geoffert wart. item die windelen
zo dae unſe here Iheſus in gebunden wart in ſinre kintheit. ind al dat
koeſtliche hillichdom voirte he mit ſich gen Aiche ind gaf dat in die kirche unſer liever
vrauwen die he hatte laiſſen machen. ind der pais Leo wiede die kirche ind
gaf grois aflais zo der kirchwiung ind ſatzte in die groiſſe vernoempte
pilgrimaedſe die alle 7 jair gen Aiche is, dae men dan zounet bat ſelve
35 groiſſe hillichdom.
8. hauen. 24. hyltums.
1. Legatis patriarche Jerosolimitani drianus) Carolo patriciafus dignitatem
receptis. Martin. concessit.
2. Vgl. c. 23. D. LXIII: qui (Ha-
Bl.
1144.
Koͤnigẽ⸗
hof. 406.
Bl.
1146.
412 VI. Koelhofſſche Chronik.
„Bild einer Stadt mit dem Reichswappen; vor dem Thore ſteht ein Kaifer,
über der Thormauer ein Mann, ber mit ausgebreiteten Armen ein Kleidungsſtück
hält. Aus Cronecken ver Saffen’ entnommen.]
Item als die vurß kirche 30 Aichen gewiet wart .... was ein groiffe vergade⸗
runge item vil werltlicher furſten ind beren, fo bat mit ſere groiſſer jo-
lenniteit ind eirwirdicheit bie kirche des groiſſen heiltoms is gewiet
wurden.
So wer die flat von Aich begonnen halt.
Hie i8 kurtzlich 30 mirken, bat die is angehaven van einem ber hait
geheifchen Granus! ind der was Feifer Nerons broder. ind ber beiber
mober hieſch Agrippina, als dat clairlich gezeichet i8 fol. 43. der felve
vurß Granus, a8 he in deſe Lande quame ind. der warmen waſſer vluſſe
dae vant, umb bequemheit ber plagen dede he dae machen ein ftat ind
noempde die Aquisgranum. ind up die meinunge fpricht feifer Lodo—
wich in eim brief ver vriheiden ver ftat van Aich.
Item der vernoempde poeta Franciscus Petrarcha fchrift in einre
epiftelen, dat Karolus Magnus bave doin machen dat raithuis ind die
firche daefelfs ind dat van einre wunderlicher fachen wille, als ouch Fran⸗
ciscus vurß fpricht ſchrivende alfus: “ich hain gehoirt zo Aichen van ber prie-
fterichaf ein fabelchin dat umb einen rink mit eime foftelichen geftein, ber dae
lach In eime puil, der wunderlich keiſer Karls gemoebe veranderde ee be bar geworpen
wart und ouch dairmae, ind dairumb bebe dair buwen bat raithuis und unſer liever
vrauwen munfter 30 Aichen’.
[Petrarc. epp. I, 3 (Fracassetti I, 41).]
| Eglige punten van Rarolus Magnus ziden.
Karolus Magnus wart geboren zo Ingelheim im Rinkauwe bi dem
Nine, ind bairumb is ber ſelve vlecke noch zer zit des richs?. ind bair
was ein alt pallais gebuwet ind dat hait konink Nopert paltgreve bi dem
Kine weberumb vermacht ind gebeffert. Karolus IV roemſche keifer ind
20. Eoftel.
1. Diefe Sage findet fi in dem an-
geblihen Privileg Karls des Großen,
das in eine Urkunde Friedrichs I. einge:
rückt ifl. Vgl. Henrici de Herv. chron.
ed. Potthast 46. Ueber den Namen Aquae
Grani vgl. Jahrb. des Ber. von Alter:
thumsfr. im Rheinl. XXXIII, 58. Die
Agrippina BI. 3b erzählt: “fo halben
etliche hiftorien, dat der feifer Nero...
zwen broeder habbe, der eine Agrippa ge«
nant, dat Kollen ven namen Agrippina
van ieme have, Der ander Granus, davan
Aiche den namen Aquis herbracht full
baven’.
2. Nach ver Berpfändung durd Wen:
zel Überwies König Nuprecht Ingelheim
nochmals dein Reich, doch fiel die Stadt
vo kurzer Zeit wieder an Pfalz zurüd.
24 Häuffer, Geſch. der rhein. Pfalz I,
5
1%
»
2
_ 1499. 413
konink van Behem, umb gebechtniffe des groiffen Karolus, bait he bae
geftichtet ein collegium van der regulier orven, ind bie inwoner desſelven
collegiums fullen fin uis Behemen!.
Yan dem nnderfheit der Saſſen ind WeRfeldinge.
5 Saſſenlant, als jchrift Henricus van Hervort, hatt fich vurmaile
geſtreckt van ber Elben bis up den Rin, als men dat mach nemmen uis
ber legende der Hilfiger Ewalden. diſſe vurß lantſchaf eilt ein waſſer
ind heifcht die Wefer: die lantfchaf van der Elbe bis an die Wefer hieſch
Diftvelt, want it was gelegen oiftwart, ind bie inwoner hieſchen Dift-
ıo veldinge of Saflen, die ander lantjchaf van der Wejer bis an den Rin
biefch Weſtvelt ind die inwoner hiefchen Weftfelding?, want bat veil
landes lach weitwart. desgelichen hait men ouch hude bes bages: ein
teil heifchen Diftfrieflen, ein deil Weftfrieffen. mer nu zer zit noempt
men flechtlich dat lant tufchen der Wefer ind der Elbe Saffeulant ind
15 dat voll Saffen, ind die gene, die wonen van der Wefer zo dem Rin
wart, die heifcht men Weftfeldinge.
Yan den vemeſcheffen in Wefphalen.
Stem mit defen vurß Saffen ind Weftfeldinge hielt Karolus Magnus vil
orloge ..... die ſachen zo richten die ſchentlich ind boiflich waren.
20 Aus Aeneae Sylvii Commentarii ce. 29 bei Freher-Struve, Seript. rer. Germ.
II, 126.]
Wanne ind durch wem die Sriefen fin vri wurden.
Karolus Magnus ..... 30 eime zeichen dat fi folben ori fin.
[Eron. der Safjen 294.)
95 | 1 [Bild eines Papftes.] Dt,
Leo III..... ind nam der pais bat keiſerdom van den Greifen ind gaf bat ber
duitſcher Nation.
[Martin. 427,8. Eife 257. Ekkeh.169, 25. Zum Theil fehr frei und breit.]
Eindeil boich halden, dat dem vurß pais Leo fin bie ougen zwei mail Florar.
39 uisgeftochen wurden ..... mer unſe lieve here got madht in alzit widderumb gefont. 3).
Item ich vinven ouch alfus gejchreven vatı dem vurß pais, dat be
1. Vgl. Pelzel, Karl IV. Bd. I, 388. sus orientem manentes Ostphalai, ver-
Bentardb, Die Reichspaläſte zu Tribut, sus oceidentem vero Westphali ... nun-
Ingelheim und Gelnhaufen (Frankfurt cupantur. Direct ift bie bloß an biefer
1857) 35. einen Stelle genannte Chronik Heinrichs
2. Henr. de Herv. ed. Potthast 30 Igmerlig benußt. Vgl. die Ein. oben
bat bloß: Saxones ultra Wiseram ver- ©, 236.
Agripp.
41
Bl.
1156.
414 VI. Koelhoffſche Chronik.
in dem decreto in dem geiftlichen recht ind ouch up ander enden wirt
niet gezailt under der ordenung ber paiffe umb des boefen inganks willen
30 dem paisdom !.
[Bild eines Biſchofs.]
Hildeboldus der 19. bbiſchof 30 Collen ind wart biſchof anno dni. 8175
ind wart aljus gekoren. nabem als Ricolphus ber vurß biſchof geftorven
was, fo viel ein zweionge in der fuir eins anderen biſchofs. dat vernam ber keiler
Karolus zo Aiche ind ſas up ind reit ghen Coellen2. do he bi Eoellen quam eins
morgens, hoerte be in einre capellen miffe luden, Die he vur hoeren woulde ind bair-
nae in Sollen riven. do be in bie capelle quam, Do hatte he ein hornfefler an im ıv
bangen als ein jeger, ind be offerde ein gulven up ben elter. bo Die mifje uis was, do
nam ber priefter Hildeboldus genoempt den gulden ind ſprach z0 bem keiſer: “orunt‘,
— want be einfeldich und vrom was ind ben feifer niet enlande, — ‘nempt den gul:
den wibber, men offert bie niet mit gulden’, und meinde, men hedde mit eme ge:
fhimpt. do || fprach keifer Karl zo dem priefter: “here, Balt den gulden, ich gaen in!
uch wail'. bo antwerbe ber priefter: “ich fein wail dat ir ein jeger fit: fo enhaint
min bebe- of gezibeboiche gheinen overzuch. bat eirfte rehe of anber wilt bat ir
vanget, daevan wilt mir bie huit ſenden zo minen boichen. des begeren ich und be-
halt uren gulden'. do der feifer Die einfeldige reede hoirte, wragede be van anderen
Daebi nae des priefters wejen ind vernam, dat der priefler ein man van guben leben ?
was 2c. ber leiſer reit 30 Collen in nae der miffe ind verhoirte Die zweifchillicheit in
des bifchofs fuir, ind fo fi fich bes:niet vereinigen moichten, ſprach be: “ich jal ud
einen bifchof geven’. und lies ben priefter vu Hildeboldus halen und gaf im ben zo |
eime biſchof. ind als he bifchof wurden was, jo regierde he 34 jair und levede jo |
lange, bat keifer Karolus fon Lodowicus keiſer wart, und den froente he zo eim keiſer. 3
differ Hildeboldus ftarf ein hillih man ind Ligget 30 Eollen 30 jent Gereon a8 men in
die firch geet bineven bem eirften elter zo der rechter hant, Daeboven Die vurf |
geſchicht gemaelt fteit?. im finre hiftorien mach men verrer ſoichen, der bacvan |
leſen wil. |
Wanne und van wem der alde doim 30 Collen gemacht is. 9
Hie iS zo willen, dat fent Eecitien Tirch vur was die principailfirche
in Collen. van ver Firchen haiſtu ouch wur gejchreven up dem 56. blabe.
dairnae als dat biſchdom van Eoellen van keiſer Karl begavet wart mit
eglichen anveren biſchdomen, fo hait bifchof Hilvebolt umb bequemheit |
ber plagen und ouch umb noit wegen bie heuftfirch ſins biſchdoms willen 3
25. 30 eym byfichoff.
1. Verwechſslung! Zu Grumde liegt
Martin. 424, 45, wo aber von Leo (III.)
bie Rebe ift, der 698 als Gegenpapft gegen
Sergius I. aufgeftellt wurde.
2. Ueber diefe Sage vgl Ennen,
Geſch. J, 188. Ein ähnliches Motiv Liegt
zu Grunde bei ver Sage von der Erhe-
bung Pilgrim's unten Bi. 155b.
3, Ueber den Sarg Hildebold's und
ein noch im vorigen Jahrhundert vorhan⸗
denes Farbenfenfter |. Bod, Rheinlands
Baudenkmale, 8. Lieferung.
mm. —— —— — — ——
1499. 415
groiffer machen, ind begonde zo machen ein anderen boim, ind den dede
volmachen fin naelomelinge, ind wart gewiet van her Hillebrecht biſchof
zo Eoellen in fent Peterd ere umbtrint anno domini 870 a8 ouch her-
nae gefchreven wirt 30 ber felver zit!.
5 Item dit vurß i8 nit 30 verftain van dem boim nu zer zit anno
dni. 1499 ver fere koeſtlich begonnen 18, daevan allein gemacht i8 der
foir ind up beiden ſiden die columne of die fuilen fin under bat dach bracht
bis an ven ein clodentorn, up dem Doch ouch noch zer zit ghein givel is.
mer dat i8 van dem boim 30 verftain der dae geftanden hait ee die bri
io billige Toninge zo Coellen fomen fint und i8 nu genvempt ver alde doim,
ban dem roch ein grois deil des overlaufs 18 gefein wurden van den alden
Inden bi minre zit, van dem doch van bage zo dage nae noitturft des
nuwen buwes wirt afgebrochen, van welchen alden doim is ouch bleven
ſtain ein ſuil vur der ein duer up der lurtſcher ſiden as men in dem doim
ı geit bi der ureclocken, an welchen gebuwe mach gemirkt werben bie grois—
heit und Toeftlicheit des numwen doims boven ben alden. desgelichen is
noch zer zit anno vurß verhanden der cruitzgank desfelvden alden doims.
wer aver ji geweſt der anhever des numen doims nu zer zit ind 30 wat
ziben be begonnen fi, i8 hernae gefchreven umbtrint anno dni. 12322.
20 noch is ein Firchelgin of capelchin binnen Collen bi jent Bauwels kirche,
ind bat i8 bie eltfte Firche binnen Coellen, des eirften biſchofs van Collen
jent Maternus firch, ind die mocht men noemen ‘ver eltfte doim's. vie
jelve capelle i8 ouch vernumwert ind verandert wurden umbtrint anno
dni. 1497.
25 Yan den keiferen up ginfit meirs 30 Conſtantinopel in Greikenlant, of dic fich
ouch keifer fhriven morgen ıc.
II Hie is zo wiffen, dat van der zit an, bat bat keiſerdom an bie BI.
Sranzofen is fommen ind an die Duitfchen, fo haven die Feifer van Rome
alzo clein macht of alzo wenich gehat in den lantſchaften ginfit meirs,
50 desgelichen die Teifer van Eonftantinopel haven gein gebiede gehat in
ven landen up biffit meirs. ind alfus bat keiſerdom, dat bi dem einen, Bar
ſwert verftanden wirt, dat ein is ind ein fin ſal, — nae den orten 406, 58.
1. Die Weihe der älteren Domlirche 3. Die Capelle der bb. Matthias und
durch Willibert fteht hiftorifch feft, weni: Victor führte in der That den Namen ad
ger verbürgt ift die Gründung durch Hil- antigquum summum. Bol. unten BI.
debold. Vgl. Ennen, Der Dom zu Köln 1222, Gelenius, De magnit. Coloniae
(1872) S.3 ff. 8b. I, Ein. S. x. 641. Die Titteratur Über biefe Frage ift
2. Erſt 1248, wie auch BI. 1986 rich bei Friedrich, Kirchengeich. II, 307 zujam-
tig angegeben wird. mengeftellt.
416 Vir. Koelhoffſche Chronik.
eu, 22 Chrifti: “it is genoich' mit zwen fwerben, bat geiftlich ein, dat werltlich
ouch ein, — is ouch gebeilt wurden in zwei deil nae dem gemeinen fügen,
wiewail niet dan ein keiſerdom is, want eigentlich ind ftrads ber wair⸗
heit nae jo is ber roemſche Feifer van der zit, bat Karolus Magnus
feifer wart, allein ver alleroverfte gebieder, ind ver Greifen Feifer, der zo 5
Conftantinopel plach finre Teiferlicher majeftait ftoil 30 haven, is under
dem roemſchen feifer van vechtS wegen, want it van den genommen is
wie vurß is, al fin fi alzit weberfpennich geweſt, wiewail it van ber zit
Eonjtantinus bes groiffen bi im geweft is ind dae geftanden hait 468
jair!. mer van dem keiſerdom van Eonftantinopel is leiver nu zer zit"
niet vil 30 disputiren, of it ein Teiferbom fi of niet, want der Turk und
bie ungeleuvigen haven bat under ir geiwalt bracht, a8 hernae zo finre
zit geſchreven wirt.
Anno dni. 801.
[Bild eines Kaijers.] 5
Nicephorus wart keifer..... Scaurarius fin fon quam ant tip ind regiert
ein jair.
[Königsh. 401. Sigeb. 336,37. 337,19.]
ae Michael regierbe 2 jair...... ind wart ein moend).
j ebend. Item wiewail dat feiferdom van den Greifen genommen was, fo foren fi doch 2
feifer alle zit under fih, bie allein ir gebiede hadden over ir lant. ind |
dairumb lais ich Die nu vortan underwegen.
Anno dni. 816.
[Bild eines Kaiſers.)
Lodowicus primus bes vurß Karolus fon wart nae eme keiler...... und bei 3
[Lothar] wart ouch als ein feifer upgenommen.
[AUgrippina 42b. Eile 264. Königsh. 408. Ekkeh. 171, 42. Bei ber An-
gabe, Ludwig habe Lothar “Italien ind Hispanien’ übergeben, ift Die richtige Notiz
ei Martin. 462, 13 mit der unrichtigen bei Königsb. verbunden.)
an. In dem 11. jair des keiſers Lodowichs jo Ties fih Karolus? der konink van 30
Bl. Den mark mit finre huisfrauwen ind mit finen finderen zo Ment beufen.
Schedel 30 den ziden was einre, genoempt Bernhart, ind was keiſer Karls des groiffen
(Suppl. neve ..... ind bo wart erfant ind urbel gegeven, bat men fulde konink Bernhart fin
168°). heuft afflagen, a8 ouch gejchiebe. ind Die bifchoffe vurß wurden afgefaßt in moiften
30 cloifter gain. 3
Ekkeh. Item diſſe Lobowih mit confent bes pais Stephans maichte he cin
11,4 vergaberunge van vil bifchoffen 30 Aich anno dni. 8163, ind dairnae aver eins anno
1. Die gleiche Zahl hat Sigeb. 336, 2. Herioldus. Sigeb.
31, der auch fonft an diefer Stelle benutzt 3. 817. Ekkeh.
zu fein ſcheint.
1499.
417
819. ind van den gefeken und ordenungen, bie fi Dae machten, is ge-
ſchreven im geiftlichem recht 19. dis. In memoria. 63. dis. Sacro-
rum. 16. q. 1 Quod juxta. item 23. q. ultima c. secundum.
[e. 3. D. XIX. c. 34. D. LXIII. c. 59. c.XVI,q.1. c.24. c. XXIII, q.8.]
5 Bi des keiſers ziden quamen die Iegaten bes keiſers van Eonftantinopel...... ren
ind brachten im ...... bie boicher ſent Dionyfius. i
Lodowich ber ander ..... bracht 14 herzogen van Behemerlant 30 den criften-
gelouven ind dairzo ir gefinde.
30 differ zit? gefchiebe, bat jent Marcus corper bracht wart zo Venebien ..... Shehel
10 ind der fenait ind der rait beffois, bat fi wolden in irme banner vwoiren fent Marx "
bilde, a8 fi ouch noch zer zit doin. Agrip⸗
Do Lodowicus keiſer —9 geweſt hatte 302 jair, fo overgaf be ſime ſone To: er FR
tharius Dat rich ind die kroin ind flarf ..... 840 ind wirt zo Ment3 begraven. nigsbof
I [Wild eines Papftes.] | a1
15 Stephanus IV..... inb zoich dairnae widderumb ghen Rome.
[Supplem. 168b. Martin. 427, 25.)
Paſchalis I..... verhoif und vergaberbe alzo vil ander hillichdom.
[Martin. 427. Sigeb. 337,66.)
Eugenius secundus .....
20 martelden in.
(Martin. 427,34. Sigeb. 338, 15.]
ben vingen bie leien z0 Rome ind blenden ind
Balentinus primus ..... ſtarf des gehen boiß.
[Königsh. 540 und Martin.)
[Bild eines Papflies.]
5 , Gregeriusl..... late ..... dat men ouch dat feft ind hochzit aller hilli- Kader
gen julde vieren ....
dni. 690%,
als vurmails der pais Bonifacius IV ingefatt habbe anno
Bi des pais ziden i® geſchiet ein alzo grois uproir under den criften ..... ind ib.
zom leften die Saraceni die wurden verdreven.
30 30 diſſer zit wart dat gebeinte fent Bits .... bracht ... 30 Eorbed5 in Saffen.
ib.
462, 27.
[Bild eines Bifchofs.] Re
Hagebaldus der 22. bifchof van Collen wart bifhof umbtrint 851 jair Agripr.
und regierde under bem wurgeroirten keiſer Lodewich 12 jair.
boider ſchriven, bat he regiert have 22 jair®.
7. bergogen voyf6 van,
‚1. Suppl. chron. 1683 feßt die Trans-
lation des h. Marcus durch venetianifche
Kaufleute ins Jahr 810, enthält aber faft
nichts von der ausführlichen Erzählung
Schedel's, deren Quelle mir unbelannt ift.
2. Hier folgt die Chronik der Angabe
ber Agrippina, während oben BI. 116°
nad Königsh. richtiger 25 Jahre ange:
Städtechroniten. XII.
ein deil ander
Chron.
praes.
nommen werben.
3. Agripp. ‘zu Met’. -
4. Bonifaz IV. lebt Anfang des 7.
Sahrhunderte.
5. In Corbeiam (Corvey). Martin.
6. Die Hff. variieren, Der Drud der
Chron. praes. 188 bat ebenfalls irrig
duodecim.
21
418 v1. Koelhoffſche Chronik
Item hie is zo wiſſen, dat des vurß biſchofs name ſere mannichfel⸗
dich wurt genoempt: ein deil boicher haven Holdebaldus, die anderen
Hagebaldus, vie derden Haltebaldus, die vierden Achebaldus, die vunften
Hatebaldus. welche name in deſer mannichfeldicheit is anzonemen,
mach ein icklich ſelfs underſoichen.
Sigeb. Item fent Sebaftians liham wart bracht van Rome in Frankrich 30 Sweſſion
in ſent Mebarbus kirch. .
Anno domini 841.
[Bild eines Kaifers.)
Lotharius der eirfle..... bo foinden fi fi$ mit einander und deilten bie fande 10
under id. und wie bie beilung is geſchiet, wilih nu ſchriven.
[Supplem. 1696. Königsh. 410. Mit Heinen Erweiterungen.)
Scheel Deſe vurß foine geſchiede .... overmitz ein buſchoſ van Ravennen!, dem ſin
1708. volt, dat mit im komen was, ouch al afgeflagen wart.
Lothringen boven und Kothrid, beueden in Brabant die lantfdafle, 5
wie, van wen ind wanne fi den namen kriegen haven.
al. I Diffe dri broedere deilten under ſich dat keiſerdom und bat franzoiſche
koninkrich .... dairzo kreich keiſer Lotharius Rome ind alle Italien ind Lombardien.
ind alfo hait nu zer zit bat herzochdom van Lothringen bi Me ven na
men behalden, mer niet die gantze lantjchaf. desgelichen in Brabant »
die herlicheit bi Landen, dae Pipinus begraven licht, wirt genoempt Lot⸗
rich, dat ouch geweſt is van Xotharius deil ind noch zer zit bie herzoge
van Brabant den namen in iren titel jchriven?, mer bie lantjchaf dae⸗
van 18 fere verminrit durch ander herlicheit als. nu gejchreven is. diſſen
feifer Lotharius vurß dem wart Coellen 30 fime deil, ind was Coellen ein grois er, 25
bat Lotharius ir herzoch ind ir here was.
[Agrippina 44b; Sigeb. 339,41. Fiorar. 1372. Mit Heinen Einſchaltungen.
Item daevan vinftu ouch wat gefchreven vur in dem 98. blade.
Nae der veilung? fo regierde Lotharius dat rich allein 10 jair...... ind
regierden Der vader ind ber fon dat rich gofamen 5 jair. v
[Königsh. 410. Sigeb. 339, 37.)
Dat ein keiſer van Rome verziede np dat keiferdom ind gink in ein cloifer.
Do nu diffe vurß feifer Lotharius bat rich vegiert hadde 15 jair, fo deilte he fin
lantfhaf ..... Karofus ein here in Provincia. daevan wirt hernacge
ſchreven. *
(Agrippina 43%. Königsh. 411. Eile 270.)
1. datich des. 4. manicheflvicheit.
1. Georgius. Schebel. Brabant’. Lacombiet IV, 593.
2. Bgl. 3.3. Url. von 1497: Phi⸗ 3. Königeg. rechnet vom Tode Lud⸗
lips eertöhertoge van Oiftrih, berioge wigs des Frommen ab.
van Bourgoingnen, van Lothringen, von
1499. 419
Bi des keiſers Lotharins ziden vr... .. . bie Saraceni, dat fin die Zur- 102.42.
fen, bie beiden ind vil ander vremde volk wis anderen landen, die ir ancher | ‚ck;
Karolus Magnus bezwungen hatte 30 gehoirfamhett, dat warp fi widder
up intgein dieſe vurk Foninge ind keifer ind quamen in Vrankrich! ind ander
5 (ande ind ſchedichten die mit mirflichen groiflen ſchaden mit ifer ind brant.
besgelichen dede dat voll nis Normandien....... . ber ſoldain .... zoich in Italien 891; o6-
ind gen Rome x. al® vurß is bi dis pais Gregorius ziden des IV.
Diffe vurß feifer Lotharius fagte etzlich ftatuten ind gefege, die Leo -%
pais ter IV ouch upgenomen hait, als gejchreven is 10. dis. de ca-
10 pitulis.
Bi deſſelven keiſers ziden wart fent Helena gebeinke...... bracht van Rome —
. in dat buſchdom van Remen in ein cloijter anno Lotharii 9. '
Wanne ind wie upkomen fi, dat men eim nuwen pais fin namen verwandelt.
[Bild eines Bapites.)
15. Sergius II..... kroende Lotharius den vurß keiſer ind ſin ſon zo eime
roemſchen koninge.
[Martin. 428,1. Sigeb. 339,37. Königsh. 541.)
Lo IV..... jo wart bifje Leo geloren zo eime pais eindrechtlich mit einre
ftimme van allen Romeren als geſchreven is im geiftllihen rechte 23 q.8.
20 Igitur et 2.c. sequen.?..... jo machte he noch ein gebet of collect ind ſprach
die: ‘deus cujus dextera beatum Petrum in fluctibus ne mergeretur' x. bie col—
lecten bie in duitſcher ſpraeche 30 ſetzen is niet noit.
[Martin. 428. Sigeb. 339, 55.)
Yan dem dat ein iglich huis in Engelaut dem pais ein ſilveren pennink gift
235 jairlihs vur ein tribnit.
1 Diffe pais was [ein] alzo goit eriſteuman ..... ind dat hait gemwert bis up At
diſſen buidigen dach. diſſe pais Leo flarf ein hillich man. Marin.
Wie ein wif pais wart zo Rome ind wirt gemeinlich genoempt pais Iutte.
[Bild eines Weibes mit der Tiera, ein Kind auf den Arme.]
30 Johannes VII ber 107. pais..... jo is biffe pais Johan of pais Intte
niet gefaßt in ber zale ber paifle.
[Ziemlich frei und breit nach Martin. 428, 27 und Schebel 169%.
Bi deſen jiden wart gemacht der fan, den men finft up den palmdach: “Gloria
26. ‘ein? fehlt.
1. Das fagt Martin. von den Nor: 2. c. 7. c. XXIII. q. 8 bezieht fich
monnen. Bei den Saracenen beißt es auf den Angriff der Saracenen auf Rom.
nur: quomodo Romanum imperinm in- Das zweite Eitat ift mir unverftänblich.
vadant contendunt.
27*
But.
1106,
Königs
bof. 412
Martin.
463,6.
ib.
Könige:
hof. 412
9 i
Agr pp
44
(Sigeb.
340, 37
Chron.
praes.
188.
Gesta
Trev,
164,
*Sigeb,
341,36.
420 VI. Koelhoffſche Chronit.
laus et honor tibi sit :c. van eim bufchof Thebolfus genoempt ..... bat he in wib-
derumb fant in fin buſchdom mit groiſſer eren.
[Vincent. Spec. hist. XXV,35. Florar. 134% (55).]
I Benebictus IIT...... ſatzte, dat Die geiftliche perfonen in eirbaren langen clei⸗
deren folen gain. 5
[Martin. 429,1. Königsh. 543.)
Anno dni. 856.
[Bild eines Kaifers.]
Lodowich der ander, der ouch genant was Ruder! ..... hadde ein
firit mit den Romeren. 10
[Königsh. 411. Florar. 1396 (66).)
Yan den heiden Hormender genoempt.
30 biffer zit quamen die beiden van Normanbien ...... fie erflogen beit her:
"zogen van Aquitanien.
30 diſſer zit zoigen die Denen, dat voll uis Denmarken, in Engelant 15
ind verwueſten dat ind floigen den fonint Edmondus genoempt ben Top af?.
30 diſſer zit 30 Bririen in Italien fo regenet, als men faget, dri dage ind dri
nacht idel bloit aneinander, ind quam ouch dairnae ein groiß fterven.
30 biffer zit wart bie flat van Ment 3 jatr jemerlich durch einen fichtichlichen
boeſen geift gequelet...... ind dat voll vlo uis der flat. 2
Diſſe vurß keiſer Lodowich IT of Luder hatte ein broder der hieſch Lotharius
ind was ein herzoch van Lothringens. der hadde ein eewif ind hieſch Ti—
burch, ind die verſties he van eme ind nam ein ander, Waldrait geheiſchen, ind die
was vurhin fin concubina geweſt, ind nam fi dae zo ber ee. diſſe Waldrait hatte ein
brober der hieſch Guntherus ind was bufchof zo Eoellen 30 der felver zit. diſſe Gun: %
ther buſchof 30 Eoelne ind dairzo der bufchof van Trier, Theoganbus genvempt, die
verhengden bewillichten ind beſtedichten diſſen hillich van Lotharius ind Walbrait:
dairumb dede der pais Nicolaus den ſelven Lotharius herzoch van Loth—
ringen in ben ban* ind bie zwene buſchove vurß dede he entbieden, bat fi zo
Rome quemen anno 865 ind nam van in alle ftait der eirwirbicheit ind intjaßte fi van 30
irem bufchoflichen ampt.*| inb bo der pais Nicolaus geftorven was ind Abrianus
pais worben, jo quam Lotharius der herzoch ghen Rome 30 dem pais Abrianus ind
intſchuldichde ſich ind intfint dat hillige facrament van eme, ind in ber wibberfart flarf
Lotharius zo Blacentien, ind men vermoit fich, he hette bat billige facrament unwir-
dichlichen intfangen |*. Theogandus ber bufchof van Trier verfoicht drimail an den 3
pais Nicolaus ind begerde van eme, bat be in wibberumb woulde ſetzen in ben bu⸗
Ichoflichen ftait, mer it wart eme alzit geweigert. de Adrianus pais was worben, ſo
31. bufchoffliche.
1. So heißt Yubwigs Bruder Lothar 3. Rex Lotharingiae. Sigeb. 340,61.
bei Eile 270. 4. Bol. Königsh. 543.
2. Capitali sentencia condempnat.
1499, 421
gefan he an dem genabe, inb eme wart gegunt, bat be in fent Gregorius moinfter fin
wonunge neme. imb als dit gefchiet was, jo offenbairbe fich bemfelven Gregorius
ind geboit eme bat he ſoulde uisgain. daevan i8 gejchreven in ben geiftlichen rechten Chron.
praes.
11. q. 3. Theugaldum. bievan vinftu me gefchreven fo wanne geſchre⸗ 10.cC.
sven wirt van Gunther buſchof van Coellen. XxI.q 3.)
Diſſe vurß keiſer Lodowich ſtarf in Italien. Martin,
1 [Bild eines Papftes.] Bl 120s,
Nicolaus l..... feifer Lodowich hait overmitz fin biweſen gefterfet ind geveſti⸗ Martin.
get fin orbinung! ind ſatzung die he gemacht hait. 12,6.
10 Diffe pais ..... ſatzt af 2 buſchoven, ein van Eoellen ind ein van Trier Bal.©.
als vurß. 120.
Adrianus ll ..... 5jair. zo dem quamen herzoch Lotharius ind Theogan- a.
dus bufchof zo Trier als vurß is. vgi.
[Bild eines Biſchofs.) S. 420.
15 Gunther wart buſchof 30 Eoellen anno domini 854 ind was ber 21. bufchof. he Thron.
raes.
was bi des keiſers Lodowichs ziden des zweiden. diſſer buſchof vurß wart entſatzt van Piss.
pais Nicolaus ind ouch der bufchof van Trier nu vurß Theoganbus genvempt, as
geſchreven i® im geiftlichen recht Il. q. 3. c. Theogandum ind 2. q. 1. c. Scelus, (c 10. c.
diffe bufchof a8 vurß hatte ein fufter Wailbrait genoempt: die nam Lotharius ber her- x 45
20 zoch van Lothringen, keiſer Lodowichs broder, zo einre concubine of boillen, inb doe - 1.
be die ein zit lank hadde gehat bi finre huisfraumen, fo verftie be fin eefiche huis— 1
frauwe Tiburch ind nam Waldraiden 30 einen celichen wine, ind dat geſchach overmitz
buſchof Gunther der dat aljus beftalte. ind als dat vurr den pais Nicolaus quam, fo
verbante be diſſen bufchof ind fatst in af ind verboit im Dat bufchofliche ampt. Dairnae Agrirv.
2» quam buſchof Gunther zo Rome ind hofte genade zo erlangen an dem pais, ind bat (car. 1.)
wart im geweigert. do reise he widder heim int flift van Coellen ſonder abfolucie ind
moichte gein genabe kriegen. ind als he alfus bannich widderumb fomen was, fo ver-
achte he ben jelven ban, ind bi Zancten in dem lande van Eleve hielde he in bem
banne miſſe. fo. fleit gefchreven dat im die billige engel dat misgewant wisbeben mit
30 anderen gewiden cleiberen, albe 2c. ind be wart van den engelen wur dem elter geboit.
Anno domini 878.
[Bild eines Kaijere. |
Florar,
Karolus der anter of der lale ... .. 2 jair. an
Diſſe Karl, al hadde he ein zit lank regiert, fo quam be ghen Rome * 1206,
35 ..... alſo dat be keifer gemacht wart ...... dat verdrois den broder ..... ind Spigt
kriegte lange zit mit eme. doch zom leſten jo quam it zer ſoine.
Hie is zo mirken, dat diſſe dri koninge ind keiſer, ad Lotharius, Lodowich der Eife273.
ander? fin fon ind deſe Karl der kale waren alle dri ſwairlichen an dem rich .....
die jwacheit werde bis an ven eirften feifer Henri van Saffen : der erweirde ſich ber
40 Ungerer ind erhoif dat rich eirlichen, ind ouch fin fone Dtto.
Dauch was noch niet gegeven of geſatzt die ordenung zo halden in der *
hof. 404.
24. buſchoffs' ſtatt "bufchof?. 26. Do he reysde.
1. Cuius ordinacionem, 2. Luder unde fin fone Luder.
422 VI. Koelhoffſche Chronik.
kieſſung eins roemſchen koninks overmitz die 7 kurfurſten, noch ouch watt
gehalden die inſetzunge eins roemſchen koninks zo kieſen zo Aich, als zo
ver zit beffelven Otto int ſinre naekoemelinge ꝛc.
Wie Coellen Aich Enitge 2c ind diſſe ganke lautſchaf verderft ind verwoik
wurden duch die Mormander. 5
Do keiſer Lodowich der ander, ben men ouch noempt Luder, geflorven was ind
diſſe Karl der kale keifer worden was umbtrint als men jchreif anno dni. 800 ind 831,
jo was ein heidenſch wolf genoempt Die Rormanber ..... ind geſchach Bi den ziben
dat Willebertus buſchof z0 Eoellen was.
[Agrippina 45% (Sigeb. 342 und Reginon. Chron. Mon. Germ. SS. 1, 592). ih
Gesta Trev. 166.]
Yan den Ungaren.
B1.121R. 1 Bi differ zit fo quam ein woulf nis Sicilien? und floich neder in Pannonien
163 39, und verbreif die Qunen? und is bae bleven bis up biffen hudigen bach und is genant
bie Ungeren. ind alſus verweckte got aver eßlige geifelen over fin voulk umb 1:
rer funden wille, al& die Normander over Frankrich ind bie lande dair⸗
umbtrint int die Ungeren over Duitſchlant, ſo dan dat in vurvolgung
der hiſtorien wirt geroirt.
Agrip⸗
pina i Yan dem beginne der graefſchaf van Vlanderen.
Martin. Die lantſchaf van Blanderen bie hoirt vurmails 30 der frone van Vranfrid %
nn. ind wart regiert van ben forestariis des konints van Frankrich. inb4 under bem
helm. de eirften Lodwigen dem milden was einre ein gubernafor ber vurß lantſchaf ind was
herehen genoempt Aubacer ..... bie lantſchaf Blanderen zo ewigen dagen. diſſe vurß keit
Marti. Karl der kale macht ind vernuwerde wil lirchen in Frantrid ..... der ander tonint
um in Frantrich. 5
—8 [Bild eines Papftes.]
"Martin. Johannes VIII ein Romer geboren wart ber 104. pais ..... zom leflen
429,26. leit he vil moitwillens van ben Remeren ..... umb dat be niet hielt mit Karl dem
kalen fonder mit Lodowich bi dem be ein jair lank was.
ib. Martinus secundus ein Romer geboren ..... 1 jair 5 maenbe. 3
Der eirke graef in Holant anno dni. 882.
Diderich van dem ftam der foninge van Frankrich, der eirfle greve van Hollant
Seelant ind greve zo Frieslant ..... ftarf anno dni. 912 pridie nonas Octobris®.
[Florar. 1412 (69). Cronica de Hollant bei Matthaeus, Analecta veteris aevi
(ed. II. von 1738) V, 527.) 35
1. Agripp. bat 890. Vgl. Sigeb. chen rector parochialis ecclegie Nyell
‚2. Duyflie de nobili principatu Gelrie et
2. Gens Ungarorum a Scicia egressa. eius origine, ed. Sloet van de Beele,
3. Eiectis inde Avaribus. Hagae com. 1870.
4. Hier beginnt die Benutzung ber 5. 901 pridie kalendas oct. Cronics.
gelbrifchen Chronik: Wilhelmus de Ber-
149. | 423
Adrianus 1Il..... ſatzde, Dat ber Teiler 1 niet unberwinben fal, ein pais of
ein bifchof 30 kieſen of 30 jeßen.
(Martin. 429,37. Königseb. 544.)
1 [Bild eines Papfles.] Bl.121b.
5 Stephanus V. . niet bat jent Germain bie genabe ber gefuntpeit 30 erwer⸗ Martin.
ven us niet vurhin gebat hedde, want he eirbe finen gaft!.
Anno dni. 885.
(Bild eines Kaifers.)
Karolus 111 der genvempt wart der jonger of der cleine wart ber 75. Florar.
10 keiſer und quam an bat rich anno dni. 885? ind regierbe 12 jair. 73)
Diffe Karl der junge hadde cin broederd und was genoempt Lodowich Balbus ib, ‚und
..... ind (Karls des Diden Gemahlin Richardis] dede nae irme doide vil zeichen 30 , Br. in
Antell * in dem cloifter gelegen in dem ftifte zo Straigburch. — 1228,
[Florar. 1438 (73) n Martin. 463, 33. Königsh. 414. Mit Heinen Zufätzen
5 und Mißverftänpniffen.)
[Bild cines 5 Bapfies.)
Formoſus ein Romer geboren wart ber 115. pai® anno dni. 889 anno
10. Arnulphi imperatoris und wa® 6 [jair] pais. diſſe Formoſus was vur ber zit ein
biſchof zo Portuenfi6 und wart fins biſchdoms verwiftd in ziden des paid Johannes
zw vurß Durch fchoulde, des he niet verantwerben enlunde bo der [pais]
noch leifde, fo dat diß Formoſus) fin biſchdom bo verſweren moift ee he nis pais
Johannes banne quame, ind wart van pais Johannes gantz afgeſetzt ind untwiet ind
wart begradiert 30 dem ftaide ver leien ..... a8 Formoſus doit was, fatte der marf-
greve vurß Sergium 30 eim pais intgain Bonifacium ber doch geloren was.
» ind Bonifucius bleif pais als hernae gejchreven wirt. ind Sergius wart
doch ouch naemails puis. |
[Martin. 429,46. Eile 278. Zu Eingang ift auch Sigeb. 344, 33 und Kö—
nigsh. 544 benukt.]
Der alt deim zo Collen wirt gewihet.
30 [Bild eines Bifchofs.
MWillibrecht der 22. bifchof van Eollen wart bifchof geforen van ber pafheit ind Marien.
van ben burgeren bi den jairen uns heren 870 under dem derden Karl dem jongen Chron.
ind bo Lotharius konink was z0 Frankrich. zo der zit waren die burger mit in des Finn
13. Autell. 18. Hair’ fehlt. 20. vais' fehlt. 21. Formoſue' fehlt.
1. Martin. erzählt etwas anders: ber mit bem gleichnamigen Better.
leprosus inter sanctos ... positus ex Andelo' (Andlau) Königsh.
parte Martini curatur tantum, et alia 5: Martin. mehrfach Anbergs episco-
nocte reversus ex alia parte ab eodem patum Portuensem dereliquit, et post
curatur, non propter inpotenciam Ger- cum revocatus redire nollet, anathema-
mani, sed quia höspitem honoravit. tizatus est. sed post ad papam in Gal-
2. Karolus iunior sive grossus cepit liam veniens, usque ad laicalem statum
anno domini 879. Flor. etc.
3. Die Chronik verwechfelt den Bru⸗
l. S.
—**
B1.122b
Sigeb.
343, 57.
M arun:
‚4
—2
424 VI. Koelhoffiche Chronik.
Bischofs kuir, ind dat geſchiede ouch van eindeil biſchoffen naevolgende, as ſent Here:
bert ꝛc. be beſas den ſtoil 20 jair. diſſe Willibrecht wihede ben doim 30 Collen, ſem
Peters lirch, ind ligget dae begraven, anno dni. 889. dat is niet upzonem⸗
men van bem doim ber nu begonnen is ind an dem men noch degelichs
buwet, mer van dem alven der nu binae gang afgebrochen i8 behalven
ben cruitzgank. item bie is zo willen a8 ouch vurß, bat vur ber zit ee bat
felve monjter gebuwet wart, was die heuftkirch ind der doim fent Cecilien
ficch. item besgelichen is ein capel binnen Collen bi fent Paulus kirch
bie vurmails buiffen der ftatmuiren ſtonde ind is gewiet in fent Mathis
ind in fent Victors ere, und van eirfte an gebuwet [van] fent Matern ı
vur fin bedehuis. ind dairumb is it noch geheifchen der alde || doim, as
bi aventuren ouch geweft ind gehalven is ee anver firchen in Collen ge-
macht wurben.
Anno dni. 888.
[Bild eines Kaifers.] 5
Arnolt of Arnulphus der 76. keifer ..... be befas Duitjchlant ind Weljchlant.
(Königsh. 415. Eile 277. Ekkeh. 173,54. Bgl. auch oben UI. 122=.]
Bi differ zit umbtrint 891, do die Normander Paris niet gewinnen moichten,
jo zoigen fi in Burgumdien und ander vil ſtede und verbranten ind verberften bie
Sande jemerlih ind woulden die lande anterwerf jchegen ſchedigen ind zo %
ungelouven brengen, a8 fi vurzit gevain hatten. bo bat ver feifer hoirbe, bat
° die Normander ind Denen gan Gallien bis gen Meng ind bis gen Strais:
burch 30 verbervet hadden, fo verfamelde be ind der berzoch van Burgundien
Richardus genoempt ein grois menchte van volt ind overzoich bie ſelven ind ſloich
ber felven fo vil boit, bat ir macht gant gejwechet wart, bie gewert hadde umbtrint 5
40 jair.
Diffe keifer zom leften fo wart be frank ind im wois vil vuil vleiid
..... daevan wart be fo luiſich bat in die Inife zo doit aiſſen.
Bi des keiſers ziden was ſere ein bois volk in Ungeren ..... zom leſten zoigen
die Duitſchen zoſamen ind erſloigen die Ungeren. zo
(Agrippina 456 (Königsh. 415). Eile 277.]
Bi diſſen ziden ſo wart dat keiſerdom van Rome gedeilt ind quam
van Karolus Magnus geſlecht an ander die van ſime bloit niet komen
waren, want in Italien nam an ſich dat keiſerdom einre ind hieſch Be—
rengarius, as dan bald hernae geſchreven wirt. desgelichen die kroine
van Frankrich quam ouch van in up andere, want als Karolomannus,
Lodowichs Balbus ſon, geſtorven was ind nae eme Karolus der junge,
ſo levede noch Karolus, Lodowichs Balbus eekint van dem vurß is!, und
10. van' fehlt.
1. Karl der Einfältige.
1499. 425
up ben ſoulde bie kroin van Frankrich komen fin: fo namen bie Fran-
zojen einen anderen zo eime foninge und was Odo genoempt ind was
ein greve van Paris.
Hie is zo mirken die groiffe geckheit ver werltlicher minfchen, die fich
s ind ir naekomelinge verfein willen mit zitlichen goiberen ind hoffen in zo
machen alhie up ber erden ewige memorie ind ein ewigen namen.
Under allen feiferen was Octavianus der allervernoempfte feifer
ber ie || geweft iS: nochtant bleif dat roemfche rich niet lange an fine ge- Bi. 122⸗.
jlechte. desgelichen Conftantinus Magnus, as tat claerlich uis den vur⸗
10 ſchriften zo mirken i8. item besgelichen ouch van Karolus Magnus: hatte
ter niet fin geflecht wit ind breit beflagen ind waren van groiſſer gewalt
ind moegentheit, bat fi feifer van Rome ind fonint van Frankrich waren?
nochtant i8 dat ſelve alzo furge zit bi in bleven, als bat uis den fchriften
hie vur ind nae bald zo fein is. item hie i8 30 fein, bat niet allein in
ı5 tem weltlichen ftait vermesliche dinge geſchein ind geſchiet ſin, ſunder
ouch in dem geiſtlichen ſtait, in dem alzo nuwe ind ſpotliche dinge ſich
begeven haven, as hernae volget.
[Bild eines Königs.
Odo wart konink gekoren in Vrankrich vur Karl koninks Lodowichs Balbus ſon
20..... ind alſus wart dat koninkrich der Franzoſen ein zit lank geſpalden
ind genommen van dem geſlecht ind nakomelingen van Pipinus ind Karo-
us Magnus ſtam umbtrint 10 jair.
[Sigeb. 343, 52. 344,5. Eite 281.)
j [Bild eines Bapftes.]
35 Bonifacius van Tutcia...... 15 dage ind wart wibber entjaßt. bie andere —
ſchriven, dat he ein jair pais were. Königs:
Stephanus VI ...... biefch Formofus gefinde nis Rome wichen! in B4.
letencleiberen ind debe in mallich zwen vinger afflain an ber rechter hant ind dede fi in 130,7.
bie Tiber werpen ind Formoſus die hant afflain, umb bat he finen eit niet ge-
30 halden enhatte, ind bebe ven licham begraven.
Hermanund primus, der milde genvempt mit fime zonamen, wart der 23. bi- Agrirn.
ſchof van Collen. durch die kuir ber pafheit ind des ſtiftvolls van Collen wart be (ohron.
geloren anno dni. 890 ind befas den ftoil 35 jair under ben keiferen Arnulphus praes.
Lodowich ind Conrait. der gaf den zeinden van Bacharach der kirchen 18
3 fent Andreis in Colne ind licht in dem doim begraven.
Lodowicus III des vurß keiſers Arnulphus fon wart der 77. keiſer) ..... bie
33, Die Säge "ind befas — jair’ und "under den — Gonrait’ fiehn in umgefehrter Reiben
folge 36. keiſer' fehlt.
1. Komiſches Mißverſtändniß: cor- manus ipsius in Tyberim iactari prece-
pus Formosi ... laicali (veste) induit, pit.
et duobus digitis dextre ipsius abscisis
426 VI. Koelhoffſche Ehronit.
Ungeren voiren bo geweltlichen durch Swaven ind Franken ind bramten roifben ind
vingen allet bat in even quam, bat anber boden fl vurvois
[Martin. 463, 52. Eile 283. Bgl. auch oben BL. 122b.]
Bl.1236. Bi des ziden as vurß wart bat rich gedeilt in zwei beil ..... bis zo ber zit
bat Otto der grois keifer wart, der an beiben enden regierbe. ind dairumb dieſe 7;
naevolgende werben niet gerechent under ver zail der feifere. Lodowich re⸗
gierbe in Duitichlant ind Berengarius in Italien, ind dat quam alfus 30. Die Romer
ind gant Italien hadden vil owervals ind laft van den Saracenen ind van den
Ungaren ind var anderem volf!, ind a8 die Romer hulp und biftant begerben
van ben Franzofen, fo wurben fi werlaifien. ind dat was ghein wonder, want n
fi hadden fich verfrieget lange zit her dat fi ir eigen lant niet verwaren
moichten. ouch beyan bat verbrieffen die duitſchen vurften, dat fi vertan
julden nemmen van dem felven huis keiſer, die welche aflieſſen of niet en-
moichten befchirmen vie Billige Firche int wurden gan ſlap in ber beichir-
mung ber underſaiſſen des richs, alfo dat dat rich ein zit lank ſonder kei: ;
fer ftonde. ind alfus begonben etliche furften in Italien dat rich an fich zo nemmen
..... dairnae ſtarf keifer Lodowich ind hadde ghein fon. ind alſus vergingen die red):
ten erfgenanten van Karolus Magnus bloit.
(Königsh. 416. Martin. 463, 49. 461,2. Ludwig das Kind und Ludwig von
Burgund werden zufammengeworfen.] )
[Bild eines Könige.)
Beringer ..... was ein cloit ftritbar man. diſſe Beringer ind ander tie
nae eme regiert haven in Italien zo diſſer zit bis up Otto ben eirſten
werden ouch niet gerechent in der keiſer zaile.
[Rudim. Martin. 464,4. Für ben Schluß vgl. Königsh. 418. 1 5
Florar, Karl IV der Simpel gogenoempt ..... bernae wart ber fon [Ludwig IV] le
33 nink van Frankrich.
Cron. de Diderich der ander intfint Die graeffchaf van Hollant ..... ftarf anno dni. 988
Holl.
528. jJair? pridie nonas Maji. beje greve Diverich wart beleint mit der graefſchaf
BD. van Hollant zo Rimmagen var feifer Otto vem III als hernae gefchreven »
jteit, anno 985.
Martin. Romanng ein Romer ..... beſtedichde dat widderumb, dat Formoſus gebain
430, 11. hadde 3.
ib. u. Theodorus II ..... beftedichte ouch winder Stephanum, dat Formoſus gebain
Borg. hatte. e
Martin. Johannes IX ein Romer geboren ...... 2 jair.
Braun. (| [Bild eines Papfles.]
Benedictus IV ......
Leo V .....
1. Königsh. ſpricht von ben Longo⸗ 3. Reconciliavit ordinatos, was aber
barden. bei Martin. nur von Theodorvẽ erzählt
2. 984 Cron, wird.
1499. 427
Eriftoforus .....
Sergius II ..... ind als geſchreven fteit, jo daben ind bewisben bie bilde in
ber firchen dem felven boden licham [bes Papftes Formofue] eirwirdicheit.
[Martin. 430. Königs. 545. Die Worte ‘ind wibberrief Formoſus punten
5 ind werk’ bei Sergius find Mißverfänpniß flatt ordinatos deordinavit.]
Die eirſte erwelung des keifers van einre verfamelunge der furſten, mer niet durch
die kurfurſten die naemails gefakt fin wurden.
Dae Lodowich der vurß keifer doit was, fo quamen zoſamen bie mechtichften fur⸗
fen ..... vur biffer zit werbroich ein Teifer bi fime leven, wilche nae eme roemſche
10 keiſer ſin ſoulde, up dat nae fime boit gein kure gefchege.
Königsh. 417. Eike 286. Otto der Erlauchte von Sachſen wird Schwager
Ludwigs des Kindes genannt; der Chronift denkt an Ludwig den Jüngeren, den
Gatten der ſächſiſchen Liutgard.]
Conrait, des eirften Eonrait fon van Franken vurß, wart keifer geloren ..... 21. dam
15 ind beval fime broder Everhart, dat be eme [Heinrich von Sacıfen].des richs froin
brechte ind dat den furften allen jeichte.
(Königsh. 417. Agrippina A6b (Königsh. 418 und Martin. 464,6). Eile
287 ff., wo die Ungarnſchlacht ‘bi dem In’ (nicht “by Domyn’) flattfindet.]
30 diſſer zit was bat rich nict eins: wer bas moicht ban der ander, der dede me, Agrips
zu ind was noch niet gefat as vurß die ordenung zo kieſen ein roemſche Bee.
konink, tat hernae gefchach, als zo finre zit gefchreven wirt. ind bat i8 ka
offenbair, want bi gheins der vnrß keiſer of koninge kieſſung wirt beroirt
van den 7 furfurften als nu fint, die vie felden geforen ſoulden haven.
Beringer der ander ..... regierbe in Italien 7 0f 8 jair. Budim.
25 [Bild eines Bapftes.] |
Anaſtaſius II ..... Martin,
Lande ..... 0, 30.
Johannes X ..... 13 jair 2 maende 3 dage.
Diſſem pais half markgraef Albrecht! intghein Die Saracenen ind Turken, ib. 130,
30 die in dem lande bi Rome laegen, ind ftreden intghein die beiden ind woulden tat j
lant gern widder gewunnen haven bat fi der Firchen afgewunnen babven, -
mer der Romer wart vil erjlagen.
Item dairnae wart friech tufchen ben Romeren ind dem marlgreven ..... bie
Romer namen up ein 'greven &wibo genoempt: ber zoich mit in ind erflogen ben
35 Marcgreven inb erworchden ben pais.
{Königsh. 546. Martin. 430, 41.)
Johannes XI ein Romer geboren ...... wirt he niet gefaßt im bie zaile ib. 430,
der paefle. 99.
Stem Leo VII2 ..... 5 maende alias 3 jair 20 wedhen?.
{1 l Stephanus VII® ..... 2 jair 3 maende 12 dage. | Bl.i250.
L. Albericus. Mart. Obreht' Kö: dem nächften Papſt Leo.
nigsh. 546. 4. So ftatt Stephan VII. Ueber:
. 2. So flatt Leo VI. haupt ift die Reihenfolge bier ganz ver:
3. So Königeh. 537, aber erſt bei wirrt.
Martin.
431,1.
Bal.
aitehhs
eb. 290 u.
Sigeb.
347,28.
ib.
346, 50.
Agrips
pina 46»,
eb, 47®,
Bl.125b,
428 VI. Koelhoffiche Ehronit.
Leo VII.....
(Bild eines Könige.
Henrich der eirfte, herzochs Dttonis fon van Saffen. als Conrait vurß beit
was, jo wart be van ben landefurften geforen zo eim voemfchen koninge,
inb he weigerbe ſich do underwiſten in die furften, dat konink Contait s
boit were ind in bie crone gejent hette umb in damit 30 froenen, fo nam
be an ſich bat rich nae kieſſung der furſten vurf men nant in ben vo⸗
geler, want bo he eirft geforen wart van ben furſten ind in foichten, bat fi in zo
eime foninge erweilven, fo wart he gewonben mit eim garnnetze dae he mit finen
finberen vogelbe. he was ein from gotforchtige furft ind habbe ein alzo eirber 1
wif Mettoult! of Mechtilt genoempt, var dem koninkrich der Briefen?. mit der hadde
be dri foene ind zwae doechter: bie ein hieſch Geberta ind wart konink Lodo⸗
wichs van Vrankrich huisfrauwe, quiLudowicusfiliusKaroli IV [fuit] qui
fuit filius Lodowiei Balbi, die ander biefh Hadewich inb wart ein huis—
frauwe Hugonis der ein grave was z0 Paris, albeide beftait in Vrankrich.
[Eile 289. 299. Martin. 464, 11. Agrippina 47b (Eile 299). Ekkeh. 173,
63. Cron. der Saffen 304.]
Diffe Henrich hadde vil ftride intghein Die Ungaren
laut van dem jelven overval.
In den ziden was in Burgundien ein konink genant Rudolf
Rodolf vurß weder ein deil van Swavenlants.
In dem derden jeir..... hadde konink Karl der IV van Vrankrich ein groiſſen
ftrit intghein Robert ind difjer loninfHenrich Dede im bulpet, ind
Robert wart erjlagen ind 30 eim zeichen eins ewigen verbunt ante fonint Karl
dem vurß Henrich jent Divnifius hant van Paris.
30 differ zit5 was ein herzoch in Lothringen, welche Lothringen anginge boven
Mes, nu Lothringen genvempt, ind dat lant ave bis Im die fee, fo wat tufchen ber
Majen ind dem Rin lach, dat was Lotharius rich, ein broderbeilunge van Vrankriche
als vurk, in dem rich da Coellen in ligget mit Trier Andernach Bunne Ach Nuis
Cleve Zancten Bert Burih6 Nimmegen ꝛec. ind alle ander ftede. diſſe vurß %
berzoch von Lothringen hieſch Gisbert: der hadde vide kriege mit den Saffen ind ouch
mit den Weftfelingen over Rin. zo einre zit vil it dat ein cloik capitanier " koninks
Henrichs van Saſſen in bat lant over Rin quam ind hatte clein verkelin in fime beit,
ind auam dae ein grois fchar van verfen bi ein waren im eder: fo lies be bie cleine
verlen reisen dat fi kriſchen ind beftonden zo rennen, ind bie groiffe ſchar der verfen 55
volgeden in nae, ind be brachte ven rouf dairvan ind quam up finre flog ein. bair
zoigen biffe lantſchaf vur ind it was im fommer. do fi beftonben 30 flormen, hadde
.or.0e
1
ind vriede Duitid:
ind gaf a
2
13. fuit' fehlt.
1. Metta' Eron. der Saflen 304.
st Irriger Zuſatz der Agrippina zu
ile.
3. Eike: unde gaf... dudeſch burge
unde lant (burgentlant, burgundenlannd)
x.
4. Cum auxilio Lothariensium.,
5. Agr. 478 citiert am Rande “in ber
croniden van Saſſen'. Eine in den mei-
fien Punkten übereinflimmende Erzäh—
lung fteht bei Widuk. Res gestae Saxon.
Il, c. 23 (Mon. Germ. SS. III, 444).
6. Rheinberg und Büderich bei Xan-
ten.
1499. 429
be beftalt vil bien ind bienlorve, ind im ſtorme worpen fi Die bien mit ben korven int
beir, die nae an ber muiren ind zwenger des jlo8 lagen. fo wart dem fligeren ind
fiurmeren 30 voiſſe ind zo perbe fo grois beanrtigunge van dem ftechen der bien, Dat
fi dairumb allen fturme ind gewere laiffen moiften: die henzfte ind perbe worden alle
5 unfinnich van dem bienftechen, fo bat in der capitanier boven lach ind fin ſlos behielt.
der ſtucker dede be wil.
Item dairnae z0ich he aver over Rin nae eime rouf ind enkunde niet over Rin Agripp.
daemit komen ind wart gejaget ind quam zo Xancten over Kin.
Wie dat herzochdom van Lothringen van den Franzoſen an dat romeſche rich komen
10 is ind nae der hant des ein deil an dat bufhdom vau Goclen. item wie oud
Coellen die billige Rat is komen van den Sranzofen an die Saſſen, ind 30
wat ziden ıc.
Dairnae kurtzlich zoich konint Henrich van Saffen mit fime heir over Rin wid⸗ ebend.
der den herzoch Gisbert ind gewan al dat lothringer lant: be verbrante ind verherbe
15 dat mit ein ind bradht it under fin gemalt. alſo quam Eoellen van den Franzofen 30
den Saflen nae der verwandelunge des roemjchen richs bat ouch dae an die Saffen
quam. %
In der zit zoich der feloe konink Senrich 30 Bunne up dem Rin ..... aljo dat Eike281.
Lothringen dem roemfchen rich van ber zit vortan bleve. dat wart mit eiden inb
20 brie ven befiegelt overmig die furften, beide der bufchove ind leien, 30 ewigen
dagen, ind Vrankrich ſoulde behalder Eonint Karl.
tem dairnae quamen bie Ungaren ouch in Duitjchlant ........ ein meirre des Bl. 125b
richs ind vader der ande over alle. 1208.
[Ungarntrieg Heinrichs mit geringen Zufägen und Abweichungen nad Eile
5 293 ff. Bgl. tarüber Waig, Jahrbücher des deutſchen Reiche unter Heinrich I.
neue Bearb. 251.]
Diffe vurß Henrich, die Normander ind die Denen, bie afgevallen waren Sigeb.
van dem criftengeloupen, twange he, wibber an fich 30 nemmen ben felven
gelouven.
3 Item ber konink van Slaven wart griften bi finre zit!. al.
Spitigneus der herzoch van Behemen wart criften ..... doit im dem eirften Martin.
iair des eirften Otto. Be 1.
| Defe konink bouwede die ftat Goislar ind dat cloifter Delmedburg ind Muuch⸗ zn.
bufen 2.
35 Mettelt fin huisfrauwe ..... dede bouwen ..... Die abdie zo Pollenen 3. ebend.
Do diſſe Henrich Die lande, die umb in ber laegen, bezwongen hadde .... ſin
huisfrauwe levede noch ind dede vil goide werke.
[Königsh. 419. Eike 299. Rudim.)
Beringer der III began zo regieren in Italien ..... Rodulf ..... Hugo Rudim.'
40 ..... Lotharius ..... regierde 2 jair of anderhalfs. '
Beringer ver IV ...... bi defem nam ein enbe bat regiment bes keiſerdoms in ib.
Italien under ben Lombarden, bae Dtto der eirſte feifer wart in Italien
1. Sigeb. fpridt nur von einem den fen’ (Wendhaufen an der Bobe).
Staven auferlegten Tribut. 3. Polede' (Pöhlde).
2. Quedelingeborch unde Wenethu⸗
430 v1. Koelhoffſche Ehronit.
ind in Duitſchlant. ind dat ſelve regiment hadde geftanden umbtrint
28 jair.
[Bild eines Königs.)
Flora. Robulf ..... ein konink in Vrankrich ind regierbe 2 jair, ind ftarf in dem
jair als Otto der eirft feifer wart !, ind wart frank in fime eirften jair 5
30 Antifioboren ? in Vrankrich ind wart begraven 30 Senonen 3 im fent
Columben kirch.
Steffan der VII
Martinus MI
Agapitus II
[Martin. 431. Königeh. 547.]
A I In den ziden wurden vil Saracenen ind beiden erflagen. die van Ceci:
lien hadden gewunnen intgain ir viande; bes quamen die van Africa
ind wunnen Cecilien Kalabrien ind Pulle ind buweden eim jchoin burch up Galeba⸗
Harn num ben Romeren zowibber*. bair intghein was ein meichtich man genant Alberi: |;
, e)
8 jatr. 0
»gl. 430, 8 ..... ind halp ben Romeren treflichen, fo dat fi eme geloefden ..... Dat fi finen
35. fon Johannes wolden pais ließen nae Agapitug dem pais>.
ib. u. Johannes ÄH ..... dairtuſchen quam ber leiſer 30 Rome, ind be ind bie pal:
ee beit entfaßben in durch fin uneirlich Ieven und machten Leo 30 eim pais.
[Bild eines Bifchofs.) #
Wiefridns of Wifrit wart der 24. biſchof zo Coellen umbtrintanno dni.
924 ind beja® ven floil 25 jair under lonink Henrich dem eirften.
[Agrippina 47b (Chron. praes. 189).)
Otte primus keifer 30 Rome.
[Bild eines Kaifers zu Pferde, hinter ihm brei berittene Knappen, deren einer %5
ein Banner trägt, ganz wie Bl. 1122, nur im Fahnenwappen zwei Löwen flatt ber brei
Lilien.)
BI.127b, : Der Ram ind nrfprunk der berzogen van Saſſen.
(Folgt ein Stammbaum von Deberich bis auf Otto III.)
1.1288, || Anno dni. 940. a0
aggt. Otto der eirſt ..... was ein ſunderlicher biſtender der roemſcheu Firchen®.
he vegierde dat rich mit groiffer wisheit. he verwan fin viant fo ſtark⸗
1. König Rubolf ftarb 936, alfo in
dem Sabre, in welchem Otto König wurde.
2. Aurerre.
3. Sens.
4. Eile: ‘in ben filven tiden worben
geflagen Sarraceni, de van Affrica had⸗
den gewunnen Sieiliam, Calabriam unbe
Bulle, unde hadden och buwet dene berg
Galerianum uppe Rome’.
5. Alberich J., der Sarazenenfieger,
und fein gleichnamiger Sohn, der Bater
Johanns XII., find bier zufammengewor:
fen. '
6. Diefe wenigen Zeilen find zujam-
mengeſetzt aus Rudim. Supplem. 175%.
Königsh. 419. Ekkeh. 183, 38. Martin.
464,44. 465,11. Der letzte Sat aus
Agrippina 47b. Kür den et des Ab⸗
ſchnitts ſcheint feine beſtimmte Vorlage
benutzt Au fein, ver Chroniſt fat das ſpä⸗
ter ausführlich Erzählte kurz zufammen.
1499, 431
lich, als funderlich die Behemen ind die Ungeren. be ftilde mechtichlich
die foninge van Vrankrich ind van Lumbardien, bat fi niet me fither
gedenken borften nae roemfchen keiſerdom. be vinge ritterlich Beren—
garium, der bat riche der Qumbarber an fich zoige, ind bracht in gefenklich
» 30 Bavenberch, dae be ftarf ind begraven licht. und hait zom leften grois-
lich mit even ind gotlichen tingen verhoeget die hillige kirche, want he
reisde zom dickermail nis Sajfen gen Rome, up bat be die billige Tirche
in einen goiden ftant ind ftait ftelte.
In fime eirften jaire fatte fich intghein keiſer Otto der herzoch vom Behem Bee Frhr
10 ind [Otto] verheirde dat gant lant ind gewan it zoleft mit groiſſer arbeit, un un
bleven wail 12 furften boit deffelven landes. Eike 301,
Item in dem jelven jair began he ouch 30 machen bat biſchdom zo Magdeburch Rudim.
nis einre koninklicher abdie van fent Benebictus orben!.
In dem 10. jair dede he bumen dat munfter 30 Geſele in Weſtſalen ..... bo i
15 wurden die Denen friften ind ber priefter ir ertzbiſchof ?. ei tstt.
In dem 15. jaird wart Bruno, feifer8 Otto broeber, biſchof 30 Coellen. sa ss.
In dem 19. jair wart fant Patroclus Hillihdom van Zrecafinen 4 bracht durch Rudim.
biſchof Bruin gen Soift in die flat des herzochdoms van Auger.
In dem 20. jair guamen bie Ungaren den alben wech wibber in Duitich- Br. 129°
20 lant ..... diſſe edel ind fromme keiſer leirte und zempte die Ungeren up -iꝛ⸗e.
die zit, dat ſi fither niet meir endorſten ſich legen intghein dat keiſerdom.
alſus wart Duitſchlant anderwerf van den Ungeren gevriet van keiſer Otto, als fin va⸗
ber ouch vur gedain hatte, ind be wart beroifen in allen landen ein merer des riche.
[Mit Heinen Erweiterungen aus Eile 301. 306 ff. Nur das Eingangsdatum
3» aus Sigeb. 349, 60.)
Item in dem felven jair wart ouch beftanden jo buwen bat cloifter ent Pantha⸗ „aigeb.
leons binnen Coellen van bifchof Bruno erbbiichof daeſelfs. 319, 04.
30 der zit quam konink Otto botjchaf van pais Johannes ..... item be vinge
Beringer ..... ind fant in aljus gefangen mit der Toninginnen Wille genvempt
30 und finem fon Adelbert® gen Bavenberch, und dae ftorven fi in der gefent-
niß, und he nam deſſelven Beringers” doechter zo eim wif und voirt die mit
eme zo Rome.
[Eile 300 ff. Martin. 465, 7. Königsh. 419. Rudim.]
39 ber felver zit, bat is in fime 23. jair of, als die anderen
35 fagen, in fime 26. jair fines koninkrichs, zoich be vortan gen Rome... .. . jo reisde
be mit finre buisfraumwen wibberumb in Saflen 30 Meidburch.
[Martin. 465,9. 431,13. Für ben Eingang vgl. Sigeb. 350, 31.)
In der ſelven ziden fante keiſer Otto fin ſone Otto den jungen ind lies den mit Eite310.
tabe ber furflen 30 Aiche zo eim roemſchen konink wihen, bo he 7 jair alt was.
1. Fecit abbaciam .... quam in ar- . ‘De alben viande'.
chiepiscopatum mutavit. 3 Irriger Zuſatz
2. Ere biſcop' Eile. .. 77. Köonigsh. “des küniges von Buw
3. Nach Sig. im 16. Jahr. gundien'.
4. Troyes.
Eike309.
Martin.
465, 1s
aitesı.
va
Bruno-
432 VI. Koelhoffiche Chronik.
Item keiſer Otto hatte noch einen ſon, genant Wilhelm: ber wart bifchof jo
Mentz.
Senedichus V der 136. pais.
Item furg dairnae fo verftieffen Die Romer ben pais Leo ..... item der leiſer
Otto beval dem vurß bifchof Bruno fime broeber alle fin macht, ind macht in mumber 5
up diffit dem gebirch, zo doin ind zo gebieben ind macht 30 Haven gelich ee felfs int-
nis alte- gein alle die ſich weder bat rich fechten, ind funderlingen intgaim ben fo:
ET 10.
’
ei.
cn,
431, 21.
465, 17.
Bol.
Vita
Brun,
alt.c.10.
ib, c.1}.
ya nint van Brantrid.
ind be reisbe ower tat gebirchte gen Rome wart ac. || ind as
ber vurß keiſer zo Rome quam, jo befacht he die flat Route... ., ind ben paid Beue⸗
dietus bracht he mit fich in Duitſchlant gen Meideburch, ind dae lepede he ein 1
jair ind ftarf, ind wart 30 Meideburch begraven!. einveil ſchriven, dat
he zo Hamburch begraven ligge.
Item as biſchof Bruno van Coelne nu gemumbert was, mit ſinen
neven und anderen broederen bie lantſchaf in vreden zo halden, fo ver-
warde he die lande widen und ſiden vur rouf ind brande ind machte vre:
den in dem lande wae he kunde ind moicht, ind widderſtonde ouch men⸗
lichen den vianden. |
Bilchof Bruin was 30 Baris i in Frankrich, al& die 30 bewaren. ind up ein
zit hadde he fich gereit, miſſe zo lefen, und was an dem elter: fo drongen im bie von
Baris dan af ind flalten einen anderen van iren wegen der bie miſſe dede?. dat
krode biſchof Bruin, ind loit die heren ind furſten alle zo dem eſſen ind
wolde in die punten mit me gebrechs goitlichen vurlegen ind ire meinunge
ind antwert dairup weder hoiren. as bie overſten ind pafſchaf aldae dat
vernamen, deden fi verbieden up lif und goit, dat niemant, eme of ben
ſinen ghein houltz noch koillen verkoufen leinen of geven enſoulde, up. bat »
fin ſpiſe niet gair enmurde und bat, die furſten dairdurch eme zoweder
weren. als des biſchofs geſinde des gewair worden, deden ſi upgelden
alle die nuſſe und houltzen ſchottelen wie vil man kriegen kunde, und
daebi wart die ſpiſe gar. do lacht he in ſin gebrech vur ind ſacht, dat ſi
ſich wail dairup untſunnen ind bedeichten: he woulde van dem dage over %
ein jair ſelfs weder dair fin, lies in got leven, und deicht dae ungedrou⸗
gen miſſe an dem elter zo doin, ind nas finre begerben- mit ben ſinen
1. Iſt wohl aus der Angabe bes pellit et exturbat; eivitatem flammis
Martinus, Otto jei zu Magbeburg be-
graben, entftanben.
. Alium „... episeopum altario
astare reperit. Die folgende hübſche Er-
zählung findet ſich im ber vita altera
nicht. Nach ihr verläßt ber Erzbiſchof
Paris, sumptus et necessaria parat; ca-
stra militum ordinat; reversusque Ten
gem cum suis omnibus expugnat, pro-
absumit et vastat, et victor regreditur.
Dagegen begegiret ber Schwank vom
Kochen -auf Fehlen ; in einer langem Reihe
von Berfionen, jo in Donauwörth, in
der Normandie, breimal im Oefterreid
(Wattenbach, Geidichtöquelen, A, 1),
zweimal in Minfer Ficker, Die Mär
fter. Chroniken 181. 290). Bꝙl. Monatb
jchr. für rheiniſch⸗weſtf Geſch. T, 76:
1499. 433
vroelich 30 fin, als be ouch dede: want he quam mit jo groiffer macht,
dat he Paris die ftat mit macht wan ind brach die brugge ind alle fun»
bament und zerate der overſten huife af ind dede bie 30 Coelne voiren,
ind lies der ſchuldigen vil richten ind hielt miffe vroelichen ind geboit al-
s dae overal. ind wat aldae gewonnen wart, deilde he milvichlichen under
die veifigen. ind desgelichen zwank be alle fine viande, eme getrume ind
gehoirſam 30 fin, bis fin broeber ver keiſer ſelfs zo lande komen was.
Wie Lothringen dat herzochdom, ind durch wen, an dat biſchdom van Coellen is
komen, ind 30 wat ziden ein bifhof van Cotllen is beleint wurden mit dem
10 werltlichen fwert.
In der zit zoich hergoch Gifelbrecht ! van Lothringen in Duitſchlant umd vita Br.
dreif vil brang ind roufs, in bem ftift van Colne bejunber vil, und plun- at. .i2.
derde vil ſchatz und heiltoms ind voirt dat mit ſich zo Lothringen.
dit wart biſchof Bruin vurß kunt gedain: der brach up mit eindeil ſins heirs intgein
15 herzech Giſelbrecht ind gewan Lothringen ind plunderde die ſtat ind vinge
ben herzogen mit allen ſim rouve ind voirt dat allet mit ſich ind hielt in in gefentniffe
bis 30 der zokumpft keiſers Otto ſins broeders ind an fin gereichte, Dat ber ein urbel
over in gewe. do keifer Otto zo lande fomen was, fo dede he einen groiffen hof beroi«
fen, und he befprach ſich mit den furften dairup, ind mit bewilligung ind gelichem rait
20 aller furften wart uisgeſprochen, bat bat berzochbom bes verwonnen herzochs ſulde fin
bes bifchof8 van Eollen ind alre finre naevolger. ind as fi ſich biſchoffe fchrewen, fo
jolden fi ouch fich vortan || hergogen noemen ind mit dem ſwerde urbelen vechten inb 81.129b,
friden, die vurhin plaigen 30 gebruichen ein ftaf mit einre krucken?. fo entſatzde
ber vurß keiſer Gifelbert ven herzogen van Lothringen ind beleinde bifchof
3 Bruin daemit, ewelichen fin herzochdom zo fin ind dem bifchof 30 dienen,
jo dat der bifchof fich ſchreif “ergbifchof 30 Eoelne ind herzoch z0 Lothrin-
gen’, dat vur nieme gewreifcht enwas, dat ein bifchof mit dem ſwerde
dede richten. want vur ber zit hadden bie bifchoffe niet dat werltlich
ſwert, mer allein geiftlich gericht. vur der zit hadde bie ftat Eollen dat
zo werltlich [wert vam rich?. van dem bifchof vinftu me, a8 hernae van
eme gefchreven wirt.
Item do feifer Otto, die Romer bezwongen hadde und den pais Leo
widderumb ingejatt, fo zoich he vortan in dat Sant van Calabren ..... ind be Eife313,
zwanf die lande ind overwan die Greilen.
35 Dairnae voir he wibderumb in Duitichlant...... fin huisfrauwe Adelheit ftifte
bat cloifter 30 Selfe, dae fi ouch liflich begraven licht, ind ftarf anno dni. 999.
‚ 1. Der in ber Vita fehlende, unrich⸗ culo.
tige Name ift wohl aus der Erzählung 3. Natürlich ein arger Anachronis-
©. 428 herübergenommen. muß,
2. Qui antea unico utebantur ba-
Städtechronifen. XII. 328
4934 VI. Koelhoffiche Ehronit.
Eile 313. Sigeb. 351,1. Königeh. 421. Martin, 465,21, - Jrrig iſt die
aus keiner biefer Vorlagen entlehnte Angabe, Otto fei in Magdeburg geftorben.)
Eife314. Dit is der groiffe keifer Otto van Saſſen ..... be want ouch eirſt ſilver ind
goulterde in bem lande van Saffen, dat noch tert.
Bl. Item bi feifers Otten ziden ..... is Saffenlant alzo groislich ge⸗
Cron
d.Saffen ziert ind bebuwet wurden mit cloiſteren ind biſchdomen ..... ind dae—
van vinſtu geſchreven lang ind breit in der cronicken van Saſſen.
Ageip: Diffe keifer Otto ber grois ſoulde 30 paifchen wur fime ende ein herenhof halden
Pi mit finen furften ind beren ..... Henrich van Kempten ..... alſus hielde he ven
igebof. feifer under, bis bat der Feifer im dat leven verficherbe. id
hen Dejer keifer Otto der grois vur und fin fon Otte nae fin geroeik heren ber flat
Collen, jo dat Eollen alzit under dem riche und niet under ber gewalt ber geiftlichen
geftanden hait, dem roemſchen rich a8 ander richſtede deinde und jo groislich, des ſi
91.1308. groiſſe vriheit irre menlicheit halven van dem hilligen riche erworven ind behalden
haven. doch als ich meinen, jo waren noch niet die ſtede des richs in buit- 1»
ſchen landen unterfcheiden mit den graeden der herlicheit noch begavet
mit privilegien a8 van des richs wegen, ad nu. ouch waren bie andere
herlicheiven ind furftenbomen des adels, a8 fin vil herzochdom ind binae
al graefichaften mit anderen minren berlicheiden, niet alſus wermend-
feldiget bi differ zit al8 hernae nae ver infegunge des ſelven ‚Feiferlichen %
corpus upfomen ind gefaßt fint, want in gheinen kroniken wil daevan
beichreven is in den vurgangen ziden, als in den naevolgenden neren
geroiret wirt. dan als offenbair wirt dem ber bie hiftorien ber vurß leiſer
ind foninf lieſt, fo haven die lantjchaften niet bau allem ven keiſer of ten
konink vur iren overſten heren befant, wiewail Die felve lande moichten >
ſunder midvelperfoin niet geregiert ind beſchirmpt werben, als bat ouch
uis den biftorien koninks Karls des groiflen ind ouch nis des groiſſen
feifers Otto offenbairlich 30 vernemmen is: dae wirt nirgends: gedacht
einiges graids des adels, dan allein bat ir kinder fin worden naebolger
ind befiger ir berlicheiden ind irre fantfchaften. wiewail dat doch mor-
gelich is, dat naedem als ſich Karolus Magnus ind ander. foninge ind
beren ſich gewivet haven an mancherhande nation, tat bie felven kindere
ind der felven naelomelinge up ind never zo berlicheiden komen fin ind
alfo van lankheit ver ziden ind vergeslicheit of unachtſamheit in einen
nideren ftait der herlicheit gefatt fin, int funverlinge fo vie vente dem ®
abel ind der gebort niet naevolgich was. mer naederhant jo dat corpus
bes richs ingeſatzt iS, fo hait ein iglicher furft na gelegenheit ſinre ſachen
angenomen ind verhochet etzliche perſoin zo finte nottoirft ind ſime be
hulpe. alſus ouch mit den ſteden: bie ſint niet alwege verhaven geweſt
mit den herlichen namen des roemſchen richs als dan fi hernae in dei w
149. - - 435
hilligen richs corpus genant werben, mer dat is wail wair bat vil ſtede
van iren anheveren gevriet ind geeirt fin worden, bat fi den Roemeren
ind roemſchen Terferen jaerlichen tribuit zu leveren niet als die anderen
verplicht waren.
5 Yan der veranderonge des roemſchen richs am die dnitſche nation, ind bi welchen
enecriſer die geſchiet fi.
Etliche willent ſagen, bat dat roemſche riche bi diſſem keiſer Otto allereirſt gantz an Agriv⸗
die Duitſchen komen fi..... ind alſo were dat riche allereirſt bi dem vurß keiſer Otto pinasoo.
an bie Duitſchen komen.
10. Diffe meinung ind opinien is nit upgonemmen ..... warnt dat rich quam bi ebenv.
des groiffen Karls ziden van ben Greifen zo den Duitſchen, als geſchreven is in e. * x.
ven geiftlichen vechte Extra de elec. c. Venerabilem. |
Ouch ſo wurden die rechten geboren koninge van Vrankrich ave—
geſatzt zo der ſelver zit van dem koninkrich, ind wart dairzo gekoren ind
15 genomen Pipinus ind fin geflechte als vurß. und wiewail die foninge van Agripe
Vrankrich dat roemſche rich beſaiſſen, nochtant ſo was it doch bi den Duitſchen, want vinabor.
bie koninge van Vrankrich 30 ber ſelver zit waren ‚dan duitſchen geflecht ind hadden
allermeift Tande in buitichen landen.
I Men moecdht ouch jagen, up dat dat gemein jagen van werben fi, BL.ıson.
20 dat dat keiſerdom fi gekomen van ven Greifen an die Franzofen: al was
Karolus Magnus ein duitſch man ind ouch Pipinus, fo i8 doch die heir-
licheit ver keiſerlicher mafeftait niet an Karolus fomen a8 van der Duit-
fcher, wege, mer as Yan der Ftanzoſen wegen :.... men lieft van
geinen Beringarius, der angenomen fi van den Womeren als vur ein Fei-
25 fer ind bes | jtebiget von.dem pais!, ſunder welche ghein roemfche feifer wr. 131°
‚werben mach. mebiit is: wail gefchiet,, dat 30 der git, dae ein zweidracht NE
ein twiſt wası in: dem Feiferdom, bat ſich eliche Andbrungen ind underwun⸗
ben ſich des keiſerdems mer: darumb niet waren vur rechte keiſer allent⸗
halven gehalden.3
30 Mreite Ausführung he a: Bebantens, af, Bet der > Mbfeking Childerich8 Das
‚hangön ſche 4d. h. fränkische) Königthum und feit Karl dem Großen das Kaiſerthum
pas ber Miniteen densfehen Stammes erbfiehen. ſei. ß ſerth
PLudowitns des wur Karls IV of Simpefen fon wart konink var Vrankrich Florar.
ui, biſſe Ledowlch habhbe zwen ſoene: der ein hieſch Lotharins- ind wart konink van (2).
35 Brankrich, van Hem baldehie hernae fteit, derander hieſch Karslus ind wart 156.
ber, 12. hexzoch van Brahant anno 959, pan dem gud bald hernae ge—
ſchrepen ſteit.
Lotharius vi2 bes our, Lodowiche fon, — buſchofs Bruins van Coellen Florar,
(86).
14
1. Serigt Berengar 1 eihielt von 2. Quintus.
Johann X. bie Kaiferfrone. u
28 *
436 v1. Koelhoffiche Ehronit.
Bigeb, fufter was fin moder 1, — ber wart konink van Vrankrich ..... bis im dat berbe
jair bat Otto III regierbe. ind alfo waren die koninge van Vrankrich ind die
koninge van Rome, die van Saſſen, nae maege ind vrunde. deſe Lotharius
vurß hadde ein ſone Lodowich ..... ind regnierde niet dan ein jair, ind ſtarf ſun⸗
der erven, als hernae geſchreven ſteit, umbtrint anno o domini 9 Hundert s
83 bi feifers Dtto III ziven.
Florar. Karolus des vurß Lotharius brober wart ber 12. heroch van Brabant ind Lo⸗
60. thrick .... van dem Karolus ..... jteit hernae gefchreven umbtrint
Be anno 983,
eb. 152, Item wie mit Otto des vurß Karolus ſon begraven wart helm ind 0
ſchilt, want be ftarf funder erven, i8 ouch geſchreven bgiende.
Fer Leo VIII wart der 137. pais ..... dairumb fatte be, dat man deinen pais
aan „. keiffen ſoulde buiſſen den feifer of finen willen, Ind bat ein keiſer bufchobe ind
dof. 540. prelaten feßen moechte 08 vurzig. 52. dis. c. In syriodo töfigtegalis
ix. 08 ouch pais Adrianus dem groiffen Karl gegeven hubbe. "" ' 15
Könige: Item der pais gaf dem teifer widder Italien Lombarbien ib me aliber
Hof. 549. (ande, bie die vurß Feifer ber firhen gegeven hatten, mit ber eardinail ind Kom
wille. vorne
B1.131b, q [Bild eines Papftes.]
Martin. ° Sohannes XII ..... ind [Otto] zoich 30 Rome ind vink der gemer il ind a
431,26. ,,,,. ein deil kant be im elende.
Bild eines chf.) 1
Chron. Bruno 1 der 25. bufchof van Coellen wart Bufhof ano dbmiini #5 4% ind
—“ beſas den ſtoil 12 jair. he was des vurß teifers Otto bes gtoiffen broder ind Intfinf
dat vurß buſchdom zo ven ziden bae fin broder Otto I baf xoemſche rich 35
vegierde in bem 15. jair 3 fins regimens, e.he.feifer gelroent was... ind
was wonderlich, Dat eim ſulche hoichgeboren "herzoch ind ves: leifors bro⸗
der ein ſulche arm Bufchboin an ſich nam: want die kirche ind Her ftift
van Coellen hadte hoch ghein zitlich richdom noch zitliche of werltliche
heirlicheit. die hutfurften enwaren 30 ver zit hoch niet gefaßt!’ Vo hebu⸗ m
Yıta Br. fchof worden was; do vride he Die burß fat Coelne Yah ber gettat# "hi eln Ter-
fer van alg over fi plach zo haben, bat fl dairnac geinen keiſer of tbentfthen
koningen tribute me geven ſoulden, ind dairup gafhe lir einige gebeiitbidunge ind
vriheitd ein® roemſchen keiſers van miicht fing bröbere. ein deilſchriwen,
—8 dat buſchof Bruno have gebrit ble ſtat Coellen van dem tribirik, dert Clobboens konink 3
LTR dan Vrankrich ingeſabi hadde over die Duitſchen als vurß i— is anno 194. ,
Da 2 u Ba BE LE 2
1. Ex Gerberga a aororo Ottonis, — 5. Ac libertati perpeti am donans
2. Bielmehr 98; } gloriae henediefianem. primus im ipsa
3. Vgl. oben BI. 128% inseruit.
4, A iugo ancillari excussit. ae Ba 1 Ba Be 7 Euer
1499. 437
"wie die ‚Heinen brugge mit den bogen over Kin 30 Coellen ind dat flos
99 Mnitfhe ginſit Rins afgebroden wurden.
Die fiat von Coellen hadde ein ſuverlich koeſtlich fteinen brugge
mit, bogen 6 ober den Rin zo Duitich, as van der Salbgafien hin over
s Kin gen Duitſch, dae men noch zer zit ſien mach linzeichen, wae f
geſtanden hait, an den fteinen ind gebrochenen ftuden vie dae Liggen‘.
vie hrugge, a8 ich meinen, hadde laiſſen machen Pipinus der zwerch,
Karls des groiſſen vader, of bi aventuren Karolus Magnus, als ſi
ſtreden up die Saſſen. ein deil ſchriven, dat Karolus Magnus dede ma— 335 Fr
10 den zwae Bruggen 30 Coellen vver Kin. ein deil fchriven ouch, dat Iulius der Atripp.
eiyfte Feifer van Home, ber Gallien ind Duitfchlant 2 under die roemfche
gemalt, brgchte⸗ baif;ein, hrugge ‚bein machen 30 Goellen oper ben Kin. mer bat
mach niet. mail beſtain, han Julius ber vurß keiſer jchrift ſelfs in fime
boich, dat he van den ſtriden beſchreven halt, genoempt Commentaria
15 Cesaris3, bat he have. poin machen ein houfgen brugge, mer doch niet
bi Coellen, ſunder an eim anderen ende, meer umbtrint der lantſchaf
van Gelren, ind dede ouch die widderumb afbrechen as ſin volk dairover
komen was. Vita
Diſſe wurß feinen brugge debe ver vurß Bruno buſchof 30 Coellen afbrechen im an,
20 Igrunbe als van feiferlihergewalt, als in fin.brober gefagt hadde, BL.132«.
ind Dat umb der groiffer boverie wil mit morben ind vurkouf die dairup ge-
ſcheiden:: want als Die lantlude woinhaftich geinſit Rins zo Coellen zo mart quamen
of, ouch ander lude umb ir geſcheft uiszorichten, ſo die des dages unmoiſſich waren mit
gelben i i nd, verfonfen | ind bes nachtes, fo fi ir dink beftalt hadden, wibberumb 30 huis
25 wart en woulden, fo wurden up ber felver bruden fi berouft irs lifs, irs goiß ind -
irs levens hi worden exiiiort ink: in den Rin geworpen, ind dan enwuſte niemantz,
wae die hude waren hinlomen. ind alſus quam manich man umb fin lif. besgeli- Chron.
chen hehe, he mit he, borch in;h, der ſtat zo Duitſch ginſit Rins gegen Eoel- Pia“
len PPęxA. dir bape. he quch afhrechen, die ſich widder in geſatzt hadde ind bi
zn aveutuxe dairpis der meiſte ſchade. geſchach up der bruggen, as ouch nu
zer zit pan ein deil ſloſſeren geſchicht. die welche, die die wandeler bewaren
jonfpen, ‚Üin.pie. eirften, bie de ſelven fchebigen.
Mer doch wart. pie, muir und, bie ſtat Vuliſch wederumb gemacht,
map, dig ſie heit noch sing verloren. ir muiren, als hernae geſchreven
ss wirt, „, bpögelichen. hat ſlog ven wedexumh Beat, want in fent Here-
ae re Ir 341 Ira loan:
1. Ueber die noch oorhanbenen Reſte VI,29. eher 6 bie Sage der Brliden Cã⸗
der Sonfantinifcpen Rheinbrüde vgl. far’ ſ. befonders v. Cohauſen, Cäſar's
Ennen Sa, ee Nheinbrüden Leipzig 1867), dem fich
"2: War. Fngrere ‚Euch anb deſe Sei, Die Germanen des Rheins
lande'. S. 5ff. anflieft.
3. Vgl. Caes. Bell. Gall. IV, 17.
438 VI. Roelhofficde Chronit.
bertus legende! fteit geſchreven, bat be van dem ſlos eim eloifter beve
machen. item desglichen is gefchreven, dat bufchof Conrait van Hoefteten
bebe dat ſſlos zo Duitſch afbrechen ꝛc.
He ſatzte 12 verren, ewich des vairs zo warden ind die lude ober zo
voiren, ind bat eiklich verre ſinre ſoen zwei, die eltſten, nae ſime vobe
erven ſoulde ind moecht?. J
Item van ben fteinen, bie van der bruggen ind van ber burch quamen, beit
be machen dat cloifter 30 fent Panthaleon buiffen Coellen 30 der zit, bat wilche ein
groiffen widen begrif hait mit ver wingardenmuiren ind eim koeſtlich
grois wert is, als men noch hude 30 dage fien mach. |
ebd. Item diſſe vurß buſchof zoich in Vrankrich intghein ven konink van
Frankrich as van des richs wegen, ind gewan Paris. ind brach bat loninclich
pallais af, ind dat loeſtliche marmoren paviment in dem pallais nam be mit ſich ind
bracht dat zo Coellen zo ſent Panthaleoin und lies dat ſelve paviment leghen
in dat choir vur dat hoghe altair, bat noch hude zn dage dae licht. us
Item als buſchof Bruno vurß doit was, ſo wart he begrapen nae
ſiner begerde in den cruitzgank des cloifters zo ſent Panthaleon binnen
Coellen bineven ber duerre bes inganks der kirchen in dem ecke, als dat
gehauwen ſteinen bilde in der want.bat wiſet, uis dem verſtain wirt bie
groiſſe oitmodicheit des hilligen mans. mer naemails is dat ſelve licham m
verhaven ind gelacht eirwirdichlichen in bie kirche under ben hagen aftaiı,
mer. beneben in bie cruft 3 mit einer bernendex Lampen, dae dat in hagher
wirbicheit bewart wirt.nan ben hilligen vederen besjelven, cloiſters.
In der vurß firchen iS bat hillichdom des. billigen. mertelexs ent
Quintinus. | ee
Item noch iS dae bat licham bes hilligen mertelers ſent Albinus.
Colner ind bat jelve Hillige licham hait dair bracht bie durchluchtichſte keiſerinne, Theopha—
Les.aur. nium genoempt?, ein keiſersdoichter van Eonftantinopel ind Ottonis des anderen,
keiſers van Rome, huisfrauwe: bie brachte Dat hillige licham van Home. der vurß
billige mas surhin genoempt Albartus. als nu die keiſerinne vnrß mit des vurß HIN 3
gen licham 30 Mentz quam, fo wart fi hochwirdichlich intfangen, ind warnt zu Mend
Agripp.
50b,
1. Ueber die Kloſtergründung des h.
Heribert auf den Zrümmern der Deuter
Burg vgl. Vita s. Herib. Mon. Germ.
SS. IV, 746. Die Zerfidrung zu Erzbifchof
Conrad's Zeit wird BU 1992 erzählt,
unmittelbar vorher ift rihtig angegeben,
Conrad habe dieſe neue Burg jelbft gebaut.
2. Die Fährgerechtigkeit zwiſchen
Ein und Deut bildete im 15. Jahrh.
ein erzbifchöfliches Xeben. 1428 Nov. 20
ſetzte Dietrich 13 Erbfähren, denen im
Sterbefalle ſtets die beiden älteſten Söhne
- folgen ſollen. Auch Hermann, son Hef⸗
jen ‚betätigte dieſe Anorduung. ‚Stebt:
ar Arch xii, 33; eine © nung
ber Deutzer Erbfähren von 1480 iſt ge⸗
druckt bei p. Mexing, Geſch. der Burgen
in den Rheinlanden XII, 117.
3. Vgl. Gelenius, De magu Ool. 310.
4. Romam delatum est, donec Otto
III. regnavit cum matre sua, Hec au-
tem ꝛc. DBgl: bie Mrfunde des Abtee
Theodorich Aber die ſpätere Erhebung ber
Reliquien’ bei @elanius, De magnit. 368.
1499. 439
ouch ein Hillige merteler was, Albanus genoempt, ja verwandelde ber buſchof in dem
namen, des billigen, ten bie feiferinge bracht, bat a in ein i ind nant in Albinus, up
dat men in den billigen underſcheit haven mochte als van in gefprachen wurde. diſſe
vurß Teiferinne hadde ein ſunderlinge behegelicheit ind andacht zo dem
5 vurß munter 30 ſent Panthaleon, dat fi ouch groislichen begavet hait
ind zom leften dae uiserforen ir begrefnis, aldae wartende ben dach des
beren, ind ligget begraven in der capelle bineven dem choir up der rech-
ter ſiden in eim verhaven fteinen ſark.
|| Ouch bineven ven ſelven graf Ligget begraven greve Frederich van Bl.1320.
10 Moers, bufchofs Dederichs van Eoellen broter, ind der vurß greve was
ein ſunderlicher ind der eirſte anhever ind beweger find brobers des
buſchofs vnrß, dat dat felve elorfter reformiert ſoulde werden!, want bie
moenche desſelven cloiſters, als vuch in vil anderen cloifteren besfelven
orbens ind intgemem binae alle orden, waren gedallen van ver volkom—
15 menheit der voisftappen iv vurveder, alfo dat niet alfein gefrenfet ind
vermintet was die hillichelt ber moenich desſelven cloifters, funder ouch
befchediget ind beſweirt mit groiffen fchulven, alfo verre dat men bat dach
boven den cellen niet gank envant 2c., bat welche 30 bergen genomen hait
ber vurß greve ind gearbeit niit groiffen vlis umb bie veformacion, ind
20 dairumb bat ſelve cloifter begavet mit eim hove. doch geſchiede bie ſelve
reformacion niet fo gentzlich ind volfomelich bi finen ziven, want bat vil
ſwairheit nam, als offenbair is ven ghenen die cloifter van verloufen
moenchen veforimeren willen. mer nu zer zit anno domini 1499, mit
funderlinger biſtand ind hulpe des durchluchtigen heren heven Herman IV
25 er&bufchove z0 Eoellen, is it gefagt ind bracht up den wech ver eirfter
volkomenheit ind wirt nu zer zit daeſelfs volmacht go ampt mit groiffer
vuiricheit van geiftlichen ind andechtigen vederen ind moenchen.
. . tem ber yurß billige buſchof Bruno dede niet allein nu Kirchen bumen, mer Chron.
ouch vervallen ind buwellige lirchen bebe he widderumb machen ind werbefferen. he" 18.
30 dede ouch ein beil vergroifieren ind vermeren. ouch dede be groiſſen vlis in verga- Levoldi
berung des hillichdoms, a8 mit namen fo brachte he bat licham bes billigen bufchof Catal,
van Coellen :ind mertelers fens Euergislus, ber fent Severins diaden ge:
wet was ind vermort van den ketzeren 30 Tungeren daevan he geboren
1008; 30 Eoellen ind gaf bat ber kirchen fent Cecilien, dae it noch is in grotffer
35 wirbicheit. . he was vurhin begraven 30 Zongeren in unfer liever vrau-
wen kirch.
t. And) der Abtstatalog bei Würdt- mation im Jahre 1446. Weber bie Grä-
wein, Nova’ Bubs, dipl. 37,17 lennt ber Friedrich's und Theophano’s vgl.
jeine Bemähungen um Die Klofterrefot« Gelenius, De magnit, Col. 874,
Levolli
440 VI. Koelboffiche Chronik.
em dat overfte deil van fent Peters Raf mit me heilioms, bat vnr in der
” Hufen ziden im goidem gelonven uis ber ftat gevoirt was gen Mebt, ind
do be herzoch van Lothringen was, fo Kracht he bat felve hiltom wederumb mit
ber ketten, bae Tent Peter mit gevangen was geweſt, ind gaf bat der doimlitch, zo ber
zit in fent Beters ere gewiet. N
Item he bracht bat licham des hilligen mertelers ſent Patroclus ind gaf bat ber
tirchen van Soift. item he bracht ben licham bes billigen mertelers ſent Eliphius ind
gaf den der firchen 30 dem groiffen fent Mertin. item fent Gregorius van Spoleten
bradht de van Rome, item ſent Agilotyhus bracht he van Malman—⸗
dario 2, a id
Augrlpp.
Sie,
Bl. 1340
(133 i
Ban
fpru
—* —X
ebdðb.
Wanne ind bare wen die buſchove van Garlen belegen han unbe
binnen dcr fat Eoellen.
Hie is zo mirken, dat bi buſchofs Bruins tiden ind fins broders teifere Otto
des eirſten bat keiſerdom is komen an ben ſtam of an bat huis van Safien .: ... bie
Duitſchen haven dat rich befeffen umbtrint 520 jair, an zo rechenen van keiſer Otte 15
dem eirften bis up diſſe zit anno domini 14993.
1 Ban got geburt 30 Eonftantinus dem groiffen waren 343 jair®, var gob
geburt zo Karolus Magnus 814, van gotz geburt zo Otto dem eirſten 974 jair, ind
ban bem an bi nu zer zit anno dni, 1499 haven bie Duitichen gene
ber Romer gebieber ind koninge, |
Die Saffen behielden Coellen niet lang ind gaven daemit dat erden. van
Weftfalen over. dairnae begunden bie bifchoffe in Coellen gemalt ber jurisbictiem j0
baven ind ander berlicheit van pais ind keiferen. bie hiſtorie van Bruno heit inne bie
ſach, daixdurch Bruno die lande bezwanif und fo mechtichlich under ſich
brachte vil lantſchaf ind ſtede: want ſin broeder keiſer Otto lange, jn Italien *
zo doin hadde, bat lant dem rich ber, Duitſchen zo underwerpen, jo wart Bruno ſin
broeder ein vurweſer der lande up diſſit des welſchen gebirges gemacht, ind dae ſpaerde
he niet ane.
[Bild eines Biſchofs.) ' en Bu
Volmar wart der 26. biſchof van n Coellen anno dni. 967° under bem vurß eit · 9
ſten Otto ind regierde A jair.
[Agrippina 510 (Chron. praes. 190).) a Eu Zn
vet. f ı
Dat ‚elgiker und abdie z0 Gladbach, wer it gefift hanre
Gero wart ber 27. biſchof var Collen anno dni. 972 under dem vurgerpir·
ten eirſten keiſer Otto ind ſime ſone Otto, ind was 7 jair biſchof, he was ein goit ®
Le Ba
1. A Treverensibus persecutionis Van Otien dem ierſten an zu den
tempore Metensibus commissum. Duiticen, dat nu bi 500 jair geflanden
2. Derfelbe Irrthum wie oben S. hait up Fig jait mna ale dit geſchreven
: 402, gl. 407, Die Ueberführung ber fe- watt a. Ani. 1472 fair’. un
ligttien vorn Malmebynmech Coln ſllt erſt 4. 344
unter Anno. Triumphus 8. Bemkoll, 2.0.4. ara 3 Dae re Ik iR
Mon. Germ. SS. 21,438. 965.
1499. 441
ſanſtmoedich hillich man. be dede machen bat cloifter 30 Gladbach in ber mo-
len! in ſent Vitus ere, ind is koeſtlich geziert mit heiltom, as men bat
zount des ſondages nae andach ſent Barbaren ?. diſſe biſchof licht begraven
in dem doim zo Coelne. men ſchrift, dat be im heuft krank were und in krankheit
5 fonder voilen of finliche zeichen als wur doit lady ind van bem nacvolgenden biſchof be-
graven wart ind doch niet gant boit were.
(Agrippina 51b (Chron. praes. 190).]
Anno dni. 975.
[Bild eines Kaifers.]
10 Dtto secundus, genant ber rode Ötto..... zoich mit eime groiffen voulk Bi. 131«
ghen Reme inb wart be inb fin ſrauwe dae gelroint. u
[Eile 315. 318 (kürzer). Konigsh. 422. Sigeb. 352, 38.]
In den ſelven ziden voir Lotharius of Luder konink van Frankrich up finen Eike315.
neven feifer Otto den anberen ind woulde dat lant van Rothringen weder zo ſich win-
15 nen, bat biſchof Bruin a8 vurß hatte gewonnen und bacmit be-
Teint was. und verherbe ind brante die lantſchaf bis an Aiche.
Hie quam Lothringen widder au dat roeuſche rich.
In der zit als konink Otto 30 Rome geweiſt was ind 30 feifer wur-
ben mit finre Huisfraumen des keiſers doechter van Greifen, ind widder
2» guamen in Duitfchlant ?, fo zoich he bald dairnae mit eim groiffen heir int⸗Eike316.
fr
ghein konink Lotharius ..... und verſwoiren dat lant van Lothringen zo ewigen
Dagen.
In dem jair ung heren 982 quamen bie Agareni ind bat heidenſche voulk in bat
Iant van Kalabrien ..... und [Otto] ftarf dairnae anno dni. 984 jairt.
25 [Königsh. 422. Cile 316. Vgl. and) Martin.’ 465, 28 unb Sigeb. 352, 40.]
[Bild eines Papites.)
Benedictus VI.....
Donus II .....
Bonifacius VIL..... dairumb erſlogen bes eardinails yrunde ben pais.
30 [Martin. 431,32. Königsh. 550.)
| [Bild eines Papſtes. ] Bl.1380.
Benedictus VIT...... lies die mißdedigen entheufden mit des vurß keiſers
gunſt.
[Martin. 431, 40 und Königsh. 550.)
„* diſſer ‚zit was zo Remen in Vrankrich ein biſchof Rudolf genoempt......
dar Dreh: im Mühlgau. Naolencium cember.
fines im Chron; Gladbac. (Mon. Germ. 3. Die Anknüpfung if fall), ba he
SS. IV, 76). Dtto auf ſeinem einzigen Zuge nach It a⸗
2. Die Feſt der h. Barbara jullt auf lien farb,
den 4., aljo die Octave auf den 11. De- . 983 Königep.
Chron, ,
pr, 190 u.
Catal. I,
Agripp.
51b. 528,
Bl. 1356.
Oct. 24.
442 VI. Koelhofffſche Chronik.
ind quam. [rrbert} dairnae durch hulp des duvels, dat he pais wart, ind wart ge⸗
noempt Silveſter secundus, van,bem nae geſchreven wirt.
[Martin. 431,41. 432, 27.)
' [Bild eines Biſchofs.)]
Warinus wart dev 28. biſchof van Eollen anno dni. 980 und beſas den 5
ftoil 9 jair under Otto U. van biffen Warinus ſchrift men, als ouch vurgeroirt
is, dat he beruchtiget mas, dat he finen vurvaren Geronem, Des capellain dat
be was, levendich begraven hette, want der ſelve bifchof mas juchtich ind hadde ein
krankheit an dem heufbe, dat he under ziden Yady dach ind nacht ſonder gefickt und
Spraeche as ein doit minfche, a8 in bie krenkde overquam. nu plach deſe Wa: 10
rinns fere heimlich zo fin dem vurß bifchof Gero, fo Dat be fteik in des
hove und fameren was. alfo quam Gero vürß fin ſuchde, dat“he Inch
pur doit als eme dicke geſchier was. vo beat Hiffe Warinud, dat men ben
Bischof Gerd zer'ftont ee zit begroif, up bat he biſchof mochte werden, as Feſchach.
dat beroumete in dairnae ind zoich zo Home bi den pais ind bichbe eme, wie he finen 15
getrumen heren binnen’ finte krenkden hedde boin begraben: det ruwede in und were
im leit. der pais beſat eme:. bat eirſte he widder z0 lande queme, jo ſoulde he boin
buwen ein cloifter ind bat pan dem ſinen begueden, of ein renoveren bat buvellich ind
vervallen were. alſo quam he widder 30 Eoellen unb befferde dat monffer zo dem
groiffen jent Mertin 30 Coellen, bat alt und vervallen was, und begaefbe bat ridh- 20
lichen, ind ftiefbe, bat im dem cloifter 30 ewigen Dagen amders ‚niet dan moenich uis
Schotlant ſin ſulden van ſent Benedictus orden. inb wart be, als ein-
beit ſchriven, naemails ſelfs ein moenich zo dem groiſſen ſent Mertin, dae he
ſtarf ind ouch begraven figget!.
‚ Item biffe Warinus af ein mandait umb der vurß ſachen willen,
dat men nae der ſelver zit nummer biſchof zo Coelne begraven enſoulde,
he enhedde eirſt 3 dage zo dem minſten doit geweſt?. dairumb men ſi
noch doit gebeirt i in ſent Peters monfte, 30 Coelne ſetzet, as gewoinlichen
vort gehalden wirt. .
|} Item. biffe: Warinus wihede ein altair up der rechter ſiden des
choirs in die ere ſent Bartholomens anno dui. 989, 9. Kal. No-
vembris3. =
Uis dem dat vurß is, iS 30 mirte, dat dat cloifter ; 30 dem m groife
Is;
*
un
‚btoıe NR
18. buwelich. y
.. rt
1. Die Agrippina folgt vi, dem 3. Davon iſt 70 nichts betannt
Chron. S. Martini (Mon. Germ. SS. II, ' doch nennt ein Protofoll von 1791 (Kes-
215). Ueber die mannigfaden Band, sel; Antiquitates monasterii 8. Martini
lungen diefer Sage (im Catal. I wird fie
von Warin und Energererzählt) vgl. Mo⸗
neteieit Kür ebeinifa weht Geſch 1,77.
: Wohl ine beige Wyite:
—* Monalsſch a. a.
242 ) Reliquien des 5. Bartholomäus im
Hochaltar von St. — Nach Chron.
S. Martini a. a! DO fs Barin ſchon
985 Sept. 21. Bglı Bb.-1, G.ar.
18 0° 0 443
ſent Mertin binnen Collen is alder van dat cleifter 30 ſent Panthaleon,
want wart it renoviert ind gebeffert, fo moift it auch alt ind buvelich fin.
of men mocht ouch fagen, dat it niet alder fi, mit ſulchem verftant, dat
bae fi geweft ein clein Firche ‘of ein elein vergaberunge van geiftlichen
s perfotn 1, ind bat felne have he gewibert ind gebefjert ind beguevet vur
vif geiftliche perjoin, a8 ouch gefchtet is desgelichen Bi unfern given bin⸗
nen Coellen zo jent Aper, dat vurmails ein clein capelchin was van einre
vesgaberung geiftlicher perfoin, mer. nu ein ſchoin cloifter gemacht. ie
van geiftlichen jonferen van jent Bernark orden ꝛc. . ind dat halt ich vur
v0 dat wairaftichſt, want it is alſus geſchreven in der eroniden van den
biſchoffen han Coellen, dat Warinus beſſerde dat cenobium ſent Mertins
ind: gafdat den. ſwartzen moenchen van ſent Benedictus orden. gaf he dat
gebuwede cloiſter den moenchen, dat is ein zeichen, bat fi. dat niet in beſes
gehat Haven. ouch hain ich niet daevan certeinlich underwiſt moegen
15 werben bean einigem anderen anheber desſelven monſters van den geiſt⸗
lichen vederen dairin wonende, dan van dem vurß biſchof Warinus ind
van einem abt desſelven cloiſters, der dat gewei des torns hait doin
machen.
Item al is dat alſus beſtebicht geweſt, dat niet dan allein monnich
20 uis Schotlant dae inne fin ſullen: dat is nu zer zit gantz afgeftalt ind
dae woenen allein duitſche moenich ind ghein Schotten, als ouch geſchiet
in ſent Tonis cloiſter binnen Coellen, dat geſtift is, als ich hain hoeren
ſagen, ‚allein dat broeder uis Pickardien bewoenen ſullen: mer dat is
ouch veranbett,
25 ‚ ‚Stem ber vurß biſchof Warinus deilde ſent Peters ſtaf ind af dem biſchof pan
Trier, Egibertus genoempt, Dat underſte deil van jent Peiers ſtaf, da e ſent Ma—
ternus vurß vurzitz mit upgeweckt was van dem dode, ind dat' dvverſte
deil bleif 46 Coellen? ind dat Dede Warinus dem biſchof van Trier, want he eme be-
hulplich geweſt was bi dem bat be miet-afgejet-wart?. : . ; u:
30 [Agrippina 520 (Chron. praes. 190).] pn
DIE 1 LE WS us LU EC Pau Zee FE EoT et.e KT et ter en N
Anno dni. 984.
[Bild eines Kaifers.] ebene!
Otto T..... a8 Otto der keiſer ever Die unbeftuirheit Ka habbe, zoich he
ei fr Saffeh ind vbirle etzliche Romer mit ſich. |
35: „reife 317. ‚Rudim. Martin, 466, 2. Königsh. SSL.) ' . on
er Ba 1 Wi Inh
1. Die Stiftung der Abtei fällt jeden⸗ 2: mb der. fensenciebeäntefehene”.
tits ned) in 8. Jahrh. Vagl. Ennen I; nit Ölterahämehe dieſen Racht icht iſt mir
nicht bekannt. 5 nur.iement og
444 VI. Koelhoffſche Ehronit.
Bl. 1368 1 30 differ zit was ter eirſt biſchef aa Prage in, Behemerlaut, gemartelt parken
at. in Polant, ber ein hillich man was, Adelbertus genoempt ..... ind [Oktp] nam
mit ſich Dat vurß heiltom ind gaf dat in die fh dae ſent Barthofomens ruflet,
{Supplem. 1762. Martin. 466, 11.}
Item daimae begien ber paisT z0 machen zo Ronte ein grois koeſtliche pallais 5
..... be [Otto] ſtarf zo Rome ind wart bracht In Duliſchlant und wart dae begra⸗
ven eirlichen bi finen vurvaderen.
[Martin. 466, 14. Eile 322.] ‚r
24. Item diſſe Otto vur ſime doit dede he die furſten beroifen ind ſatzt
137. in die manier, ein roemſchen konink ind keiſer zo kieſen overmitzudie 7 10
kuerfurſten re., ab hernae genoichſamlich wirt geſchteven werden.
edetel Item up dat dat Teiferbom, bat nu an die buitjche nacion fomen was as
vurß, ein wollomelicher vaſticheit ind beftant haven moichte weder die Mander⸗
m, berlicheit ind veranderunge per dinge deſer werlt, as konink Salomon bat
2ff. bezuiget, ſo is dat roemſche rich geſatzt up ein ſundament und gruntveſtigunge van 15
4 pifren2, ind dat van mancherlei kunne ber getruwen geleder, dat die
ſullen dat helpen dragen ind bewaren intghein all anſtoiſſe ind overval⸗
‚lung, ind np dat dat vurß keiferdom niet afgedrungen werde ver duitſcher
Schedel nacion, die in macht van volk ind ſtarkheit overtrit alle ander. ind bit
I hait onch beſtediget ind bekreftiget pais Gregorius V, as in ben geiſtlichen recht ge⸗ 9
ſchreven ſteit, dat allein den Duitſchen is geboerlich ind zogelaiſſen, ein roemſchen lo⸗
nink und keiſer zo liefen. ind bat is gehalden wurden van der ſelver zit bis mu, ‚bat
ber ſelve gekoren furſt ſulle ehelichen ind gehalden werden rs ein konink kud ein ge⸗
bieder ver Romer. ind as keiſer Otto vurß mit ven furſtern van duitſchen
landen / geſatzt habbe die groenung: der geleder des voemſcheir richs "mil 5
iren ampten, zoich be zo Rome and erlangte van dem pais Wretoriug
vurß, der ein duitſch man was ind geboren mis Saſſen, Dein feiſer maich⸗
lich, dat he dat beſtedichte, dat dat ſelve, als vurß 18, file‘ tzehatven wer⸗
den ſtracklich ind unzerftoerlich. mer die Nomer, quamen njſet ghern
batran 3, bat, einte van uiglendiger ‚nacign, inp nunge. van ſtaun, als fin
ſagen, fülbe ir here ind gebieber fin. doch, endoxſten fi. fi, nigf, bajvwibr
ber Tegen of van univerben machen | dat geſetze van der kieſunge, ind, bairap
zwank he ft mit gemalt, bat ft it volgen, myiſten, ind, Rairumb, ‚Hasen fi
die jeloen fin orbenühge und geicke.. inD. want he, in, ‚onen, (ap. mit ges.
walt uiid ſi enlunden im niet angewinnen, per, mit ‚aenapenpen maynen.s
fere wait geruft was ind verwart, bairumb foichten. fi ein anderen wech,
daemit fi ouch ‚beruchtiget fin, ind achten ome laege wie ſi eme moich⸗
ten vergeven, ind mit behendicheit, des die Walen meiſter Kin, Rank eme
i 1, er
4: Imiperdtor. Martin. ° ' Bl. 1385, ,
2 Schebel fährt‘ Fort: scilicet qua- 3. Das Folgende | anz Shui, a
tuor duces, quatuor marchiones x. Vgl. nicht ſo breit, bei. [182
san. 445
vergeven. ind affo, ben fi niet moichten boeben mit gewalt ind macht, dem
vergaven fi.
Item van ber einicheit des roemſchen rih® ... . . van ben ziven
ftaeden der, Billiger kirchen zc. yinftu hernae wfärien fant ind. breit
5 196b, item 197° ind ®, -item 41082.
1 Dat corpus of liham des billigen roemſchen rids mit finen, gelederen. Fi
1 (fofgt'bas Wappen des Reiche mit dem Motto: Sicut aguila provgcans ad. 137%.
‚ volandam pnllos suos et super eos volitans, expandit alas suds. Deüteronomii V: Mof.
xxx. m Mr Hi. B BI. 485, wo end auf den Blügeln bes Depeahlen mi
10 nur 32, flatt 4° Birken gene find.)
pr vln der iiſthungt der 7 kutfut fen, die ein roenſchen konink biefen,, J J 3
' ſwalruuib wanne ind bi’nehthes Reifers ziden die sröiniert fin. —
ſctelcheadler mit einem Crucifix als detzſchild und ber üeberſchrſt Impe-
‚domimi-Xignitute ;1effuio, oura, 'potestate, vbbedientia, teverentia. Nach
Agxjypina Si... Borlegehl, 2ꝛ...
,„‚Pele hri Otten wunfihrenem, als auch binae.alle Auer van Julias jiben' bis Hier Agriv⸗
ber, Haven bat rich in erbes wis befeffen mit her lantheren wiße,.:fo nu bieffe- see Pte M*
Otto gein fone enhabbe noch Macerven, y vorchte he, dat nae ſime dede vil —*
ind‘ trlege upftunden mb dat’ rich, alſo it ouch ‚geicheen were, hedde he it niet mit
wisheit verhoit in zibe, want ber heven fere vil was, bie under dem rich gefeffen waren,
die des richs wail ſulden ‚begert haven, inb alfe ſulde ein ickliche fat finen
hexen,ao, ein keiſer willen Hiefen.",: want ein ieder. vdlt ſin lantheron ine dam ehr
aypepen, zo ergn,gengiget is. ind up dat ſich dan ghein zweidracht enſtunde
umb dat rich zo regnieren, dairumb beſante bar-fekfer Otto ILL vurß alle ſurſten
25 van gangepn.buitfehen laude ind ander lantſchaf dairumbtrint, ind doch ſunber⸗
linge die mechtichien fuxſten uud heren geiſtlich ind werentlich die under dem rich tod»
rent, bat waren die heren van Branfen, Beieren ind Saſſen. bi den Vranken fat men
verfläin die heren Bi dem Nine inb in ben fanden. bairumb, als in Stwaven ıc., ‚inb
niet Btänteld. "io deninae ſo were dat herzochdom van Branfen bilticher .
geſatzt in der zäll der 4 hogher herzochbome dan dat herzochdom van
Swaven, als geſchreven ſteit in dem naevolgenden blade, angeſien dat
ghein herzoch van Swaben is noch fin mach, as beſloſſen is van dem
jeiſer AA et" eörtiiffichen dage zo Wormd. daevan’ vinftu end) alhte:
ven‘ # ver cronicen dan Swaven?. ind nae der vurß beſendunge wart.
Dr Be
R "3 und einen leiſer — moegen fünften bel ym zu —A * das zu
ef ewigen zeiten nimerwmer fgin reg. Bo
2. Gemäint'if wohl die Chronit des Sana en fein jolt, noch genemnt werben
Thomas Lirer von Rankweil ietzte Aus- ain hergog, und folt dasſelb ampt ver-
gabe von Wegelin, Lindau vl e.27: ſehen ‚werden und gehefje ſim ai lant.
“in berjelben zeit het bet ränijche tunig vogtei'. Di
(Heintich 1.) ain gejehäfft beräfft und bie
"446 VI. Koelhoffſche Chronik.
—8 ein grois vergadderung van vil furſten. do nu'die furſten Ind: heren al bi
dem keiſer waren, do ſprach keiſer Otto III zo in: ‘Tieven furſten ind heren. fo man
nu einen roemſchen konink koir ſunder vurrait, ſo ſint ir vil, Die ſich ſelver of
Bl. 1382. ir vrunde willent vurderen an bat [| ri: dae moicht grois zweidracht van komen. bat
30 verhueden, fo doint fo wail, diewil ich noch bi leven bin, ind kieſſet niffer 5
uch etliche furften, Die van umer aller wegen uu Ind hiernae moegen einen konink un⸗
ber uch erwelen, ter uch nae 30 eime keiſer nutzlichen ind gelegen fi, ind ie
min ber is, ie minre kriech wibber fi gevallen mad, ind fo die eimbreihtlicher
under fich fin in der kieſſung, ſo min. kriechs ind unvredens ben landen
ind uch daevan kumpt. ind ich‘, fprach ver vurß feifer Otto, “raeben ouch, 10
bat ir die felven furften kieſet uis den ghenen, bie im vich geſeſſen fin ind bie
van dem rich beveel ind ampt haben*, want bie afrebeft wiſſent des richs gelegen-
Beil‘. fi vrageden, wer bie heren weren. he ſacht: 'dat fint die heren
in Diritſchlande a8 Franken, Beieren ind Saffen’; "ale wart wiitlvil veden
bes leiſers ind rait ber furften upgeſat ind gefloffen, dat! der Kıtfarften ſonlben jenen 15
ſin, ind die jenen kurfurſten ſoulden einen voenichen.Tomint eindrechtlichen of mit
bem meilten part Tiefen, imo under ven ſoulden ſin 3 as geiſtliche In
ind 4 werltlicher.
oh Non Naberes“potestatem adversum me 'allam, nis‘ tibi Axtum esset desaper.
Joannes cancellarius Jesu Christi. ' - 20
Alle overſchaf ind herſchapie is van gode!
[Drei Wapyhen in Einem Rahmen: 1) Die Leiden dinſtrumente Chriſti. 2) Die
Schlüſſel mit der Tiara, zur Seite des Wappens ein Cardinalshut und eine Biſchofs—
mie. 3 Der Reichsabier, fints davon Die Mappen der geiſtrichen, recht ber
Re wein hen Rurfärhten.] na
[4
BI.138b, \ wer die ſeven knefachen fin in ſunderheit int irren namen im augen
of bevel, die fi dem rich plichfich fin.
‚Heink.
Mariy- Der dri geiftfice kentzler des richs fin bie: dev eirſſe is ein hertzbuſchof van Mentz,
os ber is bes richs owerfter kantzler in Germania, Dat is tujchen Ungarenlande inb dem #
nigéhof. Ri
ago Kine.
a" Coeleuꝰ
ebd. Der andet i is der buſchof van Coellen, der is des eich she webia up sun
des gebirchs van Lombardien in Italien. dat is in Veiſchlante
Trier. |
ebd. Be beide is ein buſchof van Trier, der 18 overſte lentzler in Gatia tat is up 3
diffit des Vombarbiefchen gebirchs in buitjchen fanden.
Miz des riche ambachtlniden . ter, Cbln an Dritter Stelle. 1.
2 Agrippina nennt Trier an zwei⸗
4490. .
447
Dis ander 4 luafurſten ſint werltlich furften :
Paltzgreve bi dem Bine.
Der eirfte der paltzgreve up dem Nine, ber i8 des richs overſte broiffes ind ſpis—
dreger.
Serzoh van Saſſen.
Der ander iS ber. herzoch van Safjenlande, der i® des richs oerfe mnuonſqhait
ind ſwextdreger.
Markgtave van Krandenburch.
rt
Der derbe is ein martgreve van Brandenburqh bes richs tamerer.
Herzach van Behem.
Der yeirbe i8 ein herzoch van Behem ind iS bes richs jchenf: Tat fefve her⸗
zochdom wart naemails exhaven in ein koninkrich, als hernage geſchreven
wirt anno doamini 1200.
'Defe ſeven fint des richs overſte amptlude ind baint in zit jo ghein Teiler
15 i6 of ſo dicke ind manichwerf dem rich des noit i6, einen wemſchen leiſer zo
erwelen.
[re ı
Item. up die zit mart dat corpus .of der Uchnam des. heilgen rosmfchen xiche mit:
finen onerfien gelederen quch in ordenunge gefakt, as hie nacvolget?!.
Stem 4 berzogen, ind werben genovempt bie 4 hoghen herzod- Marine,
dom: Saſſen?, Beieren, Swaven?, Lothringen.
Item 4 marfgraven: Miffen, Brandenburch, Mernhern, Nidderbaden.
‚4 Item 4 lantgreven: Doeringen, Heflen, Lichtenbuscht, Eilfais.
Stem 4 burchgreven: Meidburch, Norenberch, Rened, Stromburd 5.
Stem 4 flecht greven: Kleve, nu ein herzochdom, Swartzburch, Zilie6,
235 Sophoie, nn ein. herzochdom.
Item 4 vriberen of | empervrien: Limberch, Thuſis, Weſterburch, Alden⸗
walden”.
Stem 4 ritter: Andeloe, Meldingen, Strued, Vrauweuberch 8.
tem 4 ſtede: Angsburch, Aich, Meß, Lubeck.
Item 4 dorper: Bamberch, Ulme, Hagenauwe, Sletſtat.
1. Das folgende Verzeichniß der Qua⸗
ternionen bes deutſchen Reiches findet ſich
faft genau auch bei Schedel 183, Doc)
folgt bie Chronik meiſt der Agrippina,
welche, wie Schebel, Die Schrift Des Petrus
de Andlo, De imperio Romano I, ce. 16
(ed. Faeher, Argentor. 1612, p. 73) aus⸗
ſchreibt. Vgl. auch Ficker, Reichsflrften-
fand ©. 215 und den Aufſatz Die Qua-
ternionen ber deutſchen Reichsverfaſſung
bei Seofins, Kleine Schriften 111,197.
2. Brunswich'.
3. Difterih‘. Schebel hat Schwa-
ben, Braunichmeig, Pfalz, Lothringen.
4. Schebel richtiger Leuchtenbers.
5. Stromberg im Regierungsbezirk
Miünfter.
6. ‘Zile oder Gorz (Cilly und Görz).
7. Limburg ig. Schwaben, Tufis im
Hinterrheinthal, Weſterburg im Weſter⸗
ain Hier entſprechen die Namen bei
Schedel genauer. Agr. ſchreibt /Strund⸗
eck, Broynberg, Moldingen’.
Agr.b3d,
ebd.
ebd.
ebd.
ebd.
ebd.
ebd.
Bl.1380.
Agripp.
(B) 4Tb.
Agripp.
(B) 47b,
Bl.
139b,
448 VI. Koelhoffſche Ehronit.
Item 4 boumenne of geburen: Coellen, Regensburch, Conſtentz, Saltzburch.
Item van den fteven in Italien ind Lombarbien, als Rome, Bene:
bien, Florentz, Meilan ind vil ander ftebe, die under dem gebobe ind ver-
bode der keifer geweit fin van Detavianus, van Conftantinus ind van
Karolus Magnus ziven, ind ouch under dem gebote der duitfcher Feifere, 5
als under Otto dem eirften, Otto dem anderen, Otto bem derden ıc.,
item under Freberich dem eirften 2c., bie mit gewalt die vurß ſtede under
ir gehoirfamheit gebracht Haven ind noch zer zit eime roemfche geforen
foninge gehoirſamheit doin moiffen ind foullen, in wat wirdicheit die ge-
jagt fin ind wairin ind wairmit fi eim voemfchen keiſer plichtich fin, mad) »
ein igelich, ver des entlichen befcheit wiffen wil, anmirken ind nemmen
nis den gejchichten ber vur⸗ ind naegefchreven feiferen, die van dem pais
30 Rome 30 eime roemfchen keiſer ind gebieder gefroent ind gewiet fin.
1 Dit fin die richtede, die zogehoeren dem roemſchen riche in Duitfdlant 1.
Ach im lant van Guilche. Antwerpen in Brabant. Augsburd in 15
Swaven. Bafel am Nine. Berne in Swigen. Bernheim? Biberach in
Swaven. Bopparden am Nine. Boichornd. Campen bi ver fee. Eoellen
am Nine. Kolmar im Eiljas. Coftang in Swaven. Deventer im ftift
van Utricht. Dortmunde in Weftfalen. Dinfelspoel in Swaven. Dueren
im guilcher lant. Eger wur den Behemerwalt. Erffort in Doeringen. %
Eslingen in Swaven. Frankfort up dem Mein. Frankfort an der Aber.
Sridberh in der Wederauwe. Friburch“ im Brisgaw. Geilhuſen in ber
Wederauwe. Bingen in Swavend. Gottingen in Saffen. Groeningen
in Srieslant. Gemunde in Swaven®, Gosler in Saffen. Hagenauwe im
Eilfais. Halle in Swaven?. Halle in Doringen 8. Helpron in Swaven 3
am Neder. Homburchꝰ. Heidesfelt 1, Ionen !!, Ingelheim boven im
Rinkauwe. Ingelheim never im Ninkaumwe 2. Kaufpuren. Keifersberch 13.
Reifersluteren im Weftrich +. Kempten in Swaven. Kuire in Switen.
1. Das folgende Verzeichniß fleht in
anberer Ordnung in Hſ. B der Agrippina
Treisförmig um einen auch in unjerer
Chronik (BL. 137b) nachgebildeten Dop-
pelabler. &8 fehlen in der Agr. Goslar,
5. Südlich von Nördlingen.
‚6. Gmünd im wärtembergifchen Iart-
kreis.
7. Schwäbiſch⸗Hall im Jartkreis.
8. Agr. nennt ‘Halle in Saffen’ und
Meß, Nördlingen, Dagegen nennt fte
allein ‘Soift, Sutphen, vbernen' (wohl
Oberebenheim im Elſaß).
2. Mainbernheim bei Würzburg?
3. Buchhorn am Bodeniee.
4. Agr. fest. Freiburg zwifchen Lu⸗
zern und Bern, meint aljo wohl Fr. i.d.
Schweiz.
nod ein drittes ‘Halle'.
9. Hamborch'.
10. Heidingsfeld bei Würzburg ?
11. Sony.
. y
12. Ober⸗ und Nieder⸗ Ingelheim.
Agrippina hat einfach Ingelnheim'.
13. Kaiſersberg im Elſaß.
14. Weſtrich heißt noch heute die Ge⸗
1406, 449
Landauwe bi Spier. Lindauwe in Swaven. Lubeck an der ſee in Saflen.
Lucerne in Switzen. Lunenburch in Saſſen. Meidbnrch in Saſſen. Mem⸗
mingen in Swaven. Metz in Lothringen. Mens am Rin. Muilhuſen in
Doeringen. Muilhufen im Sondaw!, Northuſen in Doeringen. Roerem:
ber. Muimmegen in Gelrelant. Noerlingen in Swaven. Odernheim
bi vem Rine?. . Oppenheim am Nine; ‚Bollenvory*. Boppiugen tin Swa⸗
ven, Ravyesburch 5. Megensburd in Beieren. Motenburch an der Tuber.
Roſem of Roßpeim6. Koitwil in Swanen. Ruitlingen in Swapen. "Sant
Galle in Switzen, Sceifhufen in Switzen. Sleiſtat im Eilſas. Solen⸗
to tern in Switze. Straisburch im Eilfas. - Spire.am Rine. Swinfart? in
Sranfen. || Trier upder Moſel. Aberlingen 8 in Swaven. Ulm in Swa⸗ pr.110s.
vet. Wangen in Swaven“. Werbe 19 an der Dounuwe. Weſel am Rinet!:
Wefel im laude,nay. Clevo. Wesfialer!? in Beffen. - Wile!} in Swavben.
Wimpfen up dem Weder. Winsheim 1 in Franken. Wiſſenburch 15. Worms
sam Rin. Zuxch in Switzen, . Ze Eee
Wairumb und wie richſtede uphomen fin, ind warmit die felven boven andere.
Rede gevriet fint.
Do bie feiferliche mejejtait ſach 16 ind „anmirkt, dat die werlt mit
untruwen ind girheit verfult is ind bat mallich fin eigen. nutz zo vil ſu⸗
ꝛochet ind aqlzo wenich dem gemeinen goede getrumwelicy: furderlich ſint, Dat
ouch zo beſorgen ſtonde in des hilligen roemſchen richs ſachen, dairdurch
dat rich gebrochen ind gedeilt wurde, ind dat dem keiſer wenich hulpe, dat
rich zo hanthalden ind zo vermeren, gedain wurde, dat leider nu:bi uufer
zit dairzo komen is, ja dan, bat konink Mapimilianus up dem keoninklichen
3 dach zo Worms, gehalden anno domini: 1495, var ben furſten in
heren des richs hait laiſſen vurgeven, wie dat roemſche wich nu zer zit ein
grois laft fi ind clein bat daevan nafl.rc., — dit, overmig ingevung bed
billigen geijtes vuxrzokomen hait bie vurß keiſerliche majeſtait in den lan⸗
den des richs ebliche ſtede in ſunderheit zogeeigent dem rich, die dem rich
geud der balriſchen Bfalg zwiſchen Land⸗ 9. Zwiſchen Lindau und gempeen.
ſtuhl und Pirmaſens. 10. Donauwörth.
1.Suanbgau. 11. Oberweſel.
2.Ahſo Oberkthehm bei. Oppenpeim, 12. Weblar. n
nit D. bei Kreuznach. 13. Weil, mweftlich von Stuttgart
Pfullendorf im babifchen Seelteis. . 14. Windsheim, füplich von Banıberg.
opfingen im: Jartlreis. 15. Weißenburg, jüblich v. Nurnberg.
5. Favensburg im würtemb. Do— 16. Nur die erſten Worte ſtimmen mit
naukreis Agrippina 972 überein. Letzrere ſchreibt
6. Koßheim i im Eljſaß. aus: Das Heine Kaiſerrecht, herausg.
7. Schweinfurt. von Endemann, Caffel 1846.
8. Heberlingen. au Bodenſee.
Städtedhronifen. XIII. 29
450 v1. Koelhoffſche Chronik.
allernutzſte weren, van welcher ſtede inwoner die ſich vermoide, getruwen
ind ſtantaftigen biſtant zo haven, ind wolde, dat men die des richs ſtede
heiſchen ſulde, ind dairumb woulde ouch mit vriheiden ind herlichheiden
begaven und verhoegen boven ander ſtede, dat ſi daedurch dat rich helpen
behalden ind zo beſchirmen getruwer ind williger funden wurden. 5
Rn * Item zom eirſten gaf der keiſer den vurgeſchreven ſteden die vriheit und allen die
—8 ıv, dairin gehoirten ind des richs genade begerten ind bi dem rich bliven woulden, bat fi
e.1). uiswendich desſelven vlecken, der zo bes richs ſtede wurde gemacht, dat fi || nieman
1906, ſullent antwerden mit geinrelei ſachen ..... ouch hait in der keiſer die genade ge-
dain, dat fi moegen des richs lehen befiten zo lehenrechte, gelichs des richs dienſt- 10
manne, diewile fi des richs burger fint.
[Bild von Cöln mit der Ueberſchrift Enellen.)
ae | Yan vriheit der hilliger Kat Coellen in dem licham of corpus des billigen roemfchen
pin son, ridjs, zo mirken wie Coellen ein gelit an dem corpus fit, ind ouch intgemein wie
die geleder desſelven lihams eins dem anderen behulplich ind niet ſchedelich fin fal. 15
(Reichsadler mıt dem Wappen von Cöln als Herzſchild, nach Agrippina Hſ. B
Borlegebl. 33.)
ebend. Coellen is ein bouman, zo latin colonus genant, bes hilligen roemſchen richs,
ein van den anderen vier ſteden as in der vurß figuren Saltzburch Regensburch ind
Coſtentz. ſi is mit anderen des hilligen roemſchen richs geleder mit ein gelit, nae 20
ierem grade van ben overſten, als vocales fint in der zale der boichſtaven a bc ꝛc.,
ind niet confonant, want bie vocales fint me und lit mee an in ban an den an:
beren confonanten.
ebend. Coellen is eindeil des lichams als in der figuren vurß geruert is. ſi hait ouch
ſent Peter den furſten der apoftolen zo eim patroin und heuftman, der ouch ein overfter 25
ftathelder van gode gefatt is over bie criftenheit, daevan 30 einre ieder zit ein biſchof
der firden van Coellen des naevolger und flathelvder i8, die jelven, die im bevelen
und var macht des pai® 30 regieren gebain fint, 30 verjorgen, a8 bat criftliche gerech⸗
ticheit vordert und heifcht.
eben. Ir geiftliche vader und biſchof hait ouch mit anderen furften einen roemſchen 3
konink 30 kieſen und den 30 froenen, den bie roemjche kirche vur einen feifer Haven und
halben mois, dat Eoellen in fonderheit vur anderen fteben min van grade groiß zo
achten is, wan ft an || wirdicheit den anderen bowen geit. aljo geboert ſich ouch wail,
dat ein ieflich konink, furfte, wrien ind greven, wort heren ind ftede ind andere,
die do an dem liham des hilligen roemfchen rich8 deil haven ind geordents
fin in dem lihnam des billigen richs, wail upmirten, in wat grabe ind
ftait fi van goß wegen georbent fin, it fi van naevolgender of angeborner wir-
dicheit of Durch geſetz der wirbige bewerten fuer, ein ieber fin ort ind graebe nae in-
ſetzunge ber billiger canones, keiſerlicher ftatuten und aldem lovelichem herfomen in
RI.
141b,
27. ftathelver be is.
1. Bon "ind ouch' an Zufag zur Agrippina.
1499, 451
gerechticheit bewair, noch nibderre noch hoeger 30 treden, daebi anderen geleberen ind
underjaiften des billigen richs ir bloit und kraft niet ſugen noch mit unrecht an fich
bringen fullen, als ouch widder inſetzunge der nature ind aller beſchreven rechte were,
dat der buime, der an der hant mere van freiten i8 dan ander vingere, ben anderen
5 bingeren, 30 ben be georbent i8 als ein bulpe, ir bloit und kraft affoege of zoege, bae-
durch fi durre ind an der hant welf ind verburven wurben, bem bDuimen niet allein,
junder dem ganten licham zo ſchaden. dat billige roemjche rich geiſtlichs ind werent⸗ Agripp.
lichs ſtaetz mit allen ſeligen criften is ein licham, daevan unſe here Jeſus dat heuft is:
den licham wil got geſuntlich und fridlich in goeder temperancien gehalden haven,
10 ind wer dairwidder ise, ben vreden gegen ſinem evenminſchen ſtoert ſonder redeliche
ſache, ind ſich gebruicht unordelicher gewalt over ſinen neeſten, zo dem wil got ſagen:
‘fo wat ir dem minſten van den minen gedain hait, dat hait ir mir gedain', ind daebi (Matth.
fagende troefilich 30 ſinen gelederen: ‘To wer uch roert, der roert mich’. ein ieder wart
up dat dae eme bevolen is, want fal got ein rechter rebelicher richter fin ind ein belo-
15 ner goider ind boefer dait, fo is it van noit, van eim ieberen minfchen, in wat ftait
be fi, redenunge zo entfaen. der van deſem liham me leſen wil der hil-
liger firden, mach be an vil enden vinden. ouch fait fent Paulus var (Gphei.
dem liham der kirchen, beſonder Origenes de corpore ecclesie, ind 1,23)
meifter Henrich van Heffen!. Nicolaus de Lyra super Ezechielem vergift ouch niet
20 des richs.
Sarsins IV in der gulden bulle van des richs ſachen.
Aoch me van der geweldiger ind unbilicher overvallung eins geledes des vurß
corpus intghein dat ander.
Karolus der IV hait hof gebalden mit den furfurften z0 Metze mit groiffer Agrinn.
» majeftait in biwefen des koninks van Frankrich? anno dni. 1400 ind 56 jairs (Auren
ind hait gefaßt ind up den criſtdach doin offenbaren bat gejee, ind heifcht “vie 24)
gulden bulle’, ind dairin is ein puntgin, dienende up dit propositum,
ind fpricht alfo: “To we rmit einigem furften oder anderen vouff overtrede die facra-
mentliche vereinigunge ober ber billiger Dinge befeßunget...... den willen wir ſtreng⸗
30 lien flraifen mit dem ſwert als einen ber unfer overfchaft ind majeftait geletiget
hait'. be wil in ber bullen, bat die gantzheit ind wat 30 fime lichame gehoert, unge-
legiget blive, niet einich gelit avezoſniden of 30 deilen, noch under geinre geftalt ent-
ledet ſullen werben.
li Srebericus der dritte, roemſche keiſer, hait geſatzt, dat niemant den anderen — all
3 angriffen noch ſchedigen fulle, be have in dan vur mit gelichen billihen lantleufigen berholt.
rechten erforbert, ind of im fulche rechte villichte 30 lank wurden, jo enfal be doch niet Agripn-
36. 30 lank wurke.
1. Gemeint ift wohl Heinrichs von rung): assistentibus ... Karolo regis
Sangenftein Consilium pacis, bei v. d. Franciae primogenito.
Hardt, Magnum Constantiense concilium 3. So ftatt 1356. Die Agripp. bat
(Franeof 1697) II, 1—60. 1406.
2. Weberfchrift de e. 24 der goldenen 4. Siquis... scelestam faccionem
Bulle (bei Olenſchlager, Neue Erläute- aut faccionis ipsius inierit sacramentum.
29 *
Agripp.
578,
ebenv.
5
‘
eb.10,11.
Bol.
452 Vi. Koelhoffſche Chronik.
angriffen noch finen widderdeil beichebigen, he have dan allet dat wur vollichlichen
gantz gebain ind wolbracht dat jelve dat feier Karolus bulle inhelt im 4. capitel van
den wibberfagen 1.
Hie uis men clair verftain mad, wie billichen eßlige navolgere Die flat Coellen
ind andere geleber des billigen richs gebrongen haven mit unrecht, varı irre vriheit 5
ind aldem herkomen mit liften ind boejer gewalt underftonden zo bringen, uub doch
zoleft Eoellen laiffen moiften in finre vriheit nae dem willen goß ind in ber ordenuug
bes billigen richs ꝛc.
Yan der verborgener ind fonderliher hochwirdicheit des namens den Eoellen hait
under den gelederen des lihams van dem roemſchen rich. 10
Wiewail Coellen in der ordenung des billigen vich8 ein varı den 4 boumennen
genant wirt, fo 18 it doch niet der minfte graet noch ein jchentlich unwirdich name,
ummer, a8 nae gejchrewen wirt, jere boichwirdich und herlich. in der hiftorien jent
Mertins? fleit gefchreven, bat unſe lieve here Ihefus up ertrich quam ale ein bou-
man den Maria Magdalena im garden fach, gelich einen bouman of eime gerdener, 15
dae fi in nae fime billigen doit foichte 30 falven, want int der prophecien flonde, dat
be als ein bouman komen fulde up ertrich und als ein wechferbich man fich neigen zo
‚ bliven. item in dem billigen ewangelio i8 offenbairlich gefchreven: ‘min
vader 18 ein bouman’. item up eim anderen ende: ‘ich bin ein jchaefe-
hirt' 2c. ind hierumb, fo fich uns here ind got ſelfs mit deſem namen %
noempt, fo fal den niemang verummwirdigen, ſonder den mit allem ernfte
ind begerlicheit willen hbaven, nadem als intgemein alle Finder ind maege
van eime gejlecht ven namen irs vaders behalten und haven willen ind
des geeirt fin, wie he ouch luut. ind dairumb halven ich, dat uis fonver:
(inger vurfichticheit got alfus gevoeget Hait, dat Eollen in ordenung ber >
glever des lichams des roemjchen richs der namen behalven fi: want ad
got die hilfige ftat Coellen geeirt hait boven alle ander ftede des richs mit
hillicheit, als mit fonderlichem mannichfelvigen heiltom ind fteebigen
ewigen goßdienft und vil andere hoichwirbige geſchenke ind cleinotien,
fo hait he ouch fi willen begaven mit eim gotformigen namen. ind umb so
„dat clairlicher zo verftain, is kurtzlich zo mirken, tat, als vurß is dae
geſacht is van dem anfank ind beginne diſſer hilliger ſtat Coellen, dat ſi
umbtrint die zit do Maria gotz moder geboren wart, begonnen is ind
dairumb vil gelicher dinge bi deſen zwein, gelich begonnen bi einre zit,
geſchiet ſin, daevan up dem ſelven ende kurtzlich eindeil beſchreven ſin, — *
alſus ouch hait got mit dem namen deſe hillige ſtat vurß willen eren:
1. Vgl. Aurea bulla ce. 17 (nicht 4) 2. "Sant Marthen’. Worauf das
de diffidacionibus. Landfriebe Friedrichs Citat geht, weiß ich nicht anzugeben, In
III. zu Regensburg 1471, Neue Samm- der Leg. aur. findet ſich nichts derartiges.
lung der Reichsabſchiede (Frankfurt 1747) Zu Grunde liegt die Stelle Joh. 20, 15.
244, -
I,
1499. 453
want 30 gelicher wis als bie gotheit, tat alleroverſte, ind die minfcheit,
bat allerunderfte und verworfenfte, fich vereiniget haven in eins minfchen
perjoin Jeſus genoempt, fo ouch is gefchiet in der noemung deſer billiger
jtat, a8 men fpricht “ver billige bouman des rich®’. dat overite dat bat
roemſche vich hait, is dat it hillich i8 und euch alſus genoempt wirt nae
ber gotheit: jo || ouch Eoellen hait ven namen dat fi hillich genoempt wirt BL,
nae der gotheit uns heren Ihefu, want alfus gefchreven is: “fit Hillich UM.
want ich Hilfich bin’ ꝛc. item zom anderen: nae der minfcheit Ihefu die °
van der erden gemacht i8, heijcht vie ſelve ftat Colonia. colonus heijcht
10 up duitſch ein buman ind agricola heifcht ein aderman, van den namen
ouch vurbin beroirt is. buman ind aderman fin, a8 mich dunkt, einre
moder fint. ind aſſo was it noit ind moiſt Eoellen den namen der ne=
derfte wirdicheit des richs haven van rechter geboirlicher bequemheit ind
gelicheit 30 Marien fon, der got ind minfch hiefch. ſoulde die mit dem
regulierden vechten namen genoempt werden, der is “hillich bouman of
aderman’. mirk doch an, billige ftat van Coellen, din fchoenen ind wun-
berlichen namen, dat bin name der wirdicheit int heirlicheit, a8 der nuem
Iheſus, iS der bequemjte ind hoichwirbichite boven alle ander namen.
ind alfus: daevan, dae du unwirdich ind clein geacht ſouldes fin, a8 van
dem namen der underſten wirbicheit, des verfriechftu die hoichfte wirbicheit
mit dem heuft des richs, dat du voirs bie krone boven allen ſteden fchoin.
Item: bilficheit foicht niet hoicheit vefer werlt, mer clein oitmoidige
dinge, ind wer niet clein dinge foicht ind fich dairzo clein acht, ver is niet
hillich. ind dairumb was it noit: fulftu hillige ſtat hillich genoempt wer-
s ven, bat bu die neberfte ind cleinfte zitliche wirbicheit behiel8 im corpus
des roemſchen richs, want cleinheit ind Hillicheit Die gehoeren zofamen,
hillicheit gefelliget ind vereiniget fich niet mit hoicheit. fulftu gehat haven
einen hogeren graede ver herlicheit ind wirdicheit des corpus des roem-
ichen richs, fo moiftu entboren haven den namen hillich, want grois
weltliche herlicheit of heirſchapie ind hilficheit voegen ind ſchicken fich niet
zojamen. mirk doch aver, du Hilfiger bouman, bat bin name van gotlicher
ourfichticheit ind wisheit dir aljus bequemfich betirmpt ind gehalden is
van dem ber up ertrich fomen 18 al& ein arm bouman, ind dattu ein bou-
man gelich unfem beren Ihefu genoempt bis ind van noit wegen alfo
35 fin moift, fulftu reicht berlich ind eirwirdichlich genvempt werben. ind
or
vn
[3,1
2
N
©
3
6. BI. 1414 wird eingenommen vom Reichsadler, ftatt ver Krone mit einem Grucifir darüber,
als Herzfchiln den colonus, auf jedem Blügel das cölniiche Wappen; Ueberfchrift: Coellen
des billigen roemfchen rijch8 gebuyr, buman, buhere'. Nach Agripp. Hf. B, Vorlegebl. 4«.
17. weirvicheit ind hirlicheit.
Bl.
142b,
454 VI. Roelboffiche Chronik.
alfus: dat ghene dat dir niet geven i8 van zitlichem vergenklichem Lof ind
wirbdicheit, dat is Dir verfult ind overpult mit geiftlichen billigen Dingen.
och wie mit wat groiffer upmirkunge foulven deſe punten befunnen ind
overdacht werben van ven bie ven fchaß z0 verwaren haven! niet ſunder
vil mirklicher fachen hait got fo vil Loftlicher Hilligen ber zo diſſem bou: ;
man gejchikt.
Item: hie iS zo mirken, a8 vurgeroirt i8, wairumb unſe lieve here
Iheſus finen hemelſchen vader noempt ein aderman. ind bat is niet fun-
ber rede: want gelich als van dem edelen aderman alle ftaebe, geiftliche
ind ouch werltlich, gevoit ind geſpiſet werben, jo doet ouch got der vader, vo
ber allit dat levende is in hemel und in erde, fpifet, ind zo fulchen ampt
hatt he uiserkoren in junderheit ven billigen bouman Coellen. wie die
bat geiftliche broit des worbes goß uisbeile, is wur gefaget ind ouch her:
nae: van dem liflichen broit, al8 van Lifzucht, wie vie lande die dairumb⸗
trint liggen ind ouch ander lande, uis ire geſpiſet ind geholfen werben, ı:
dat i8 fo clair am dach, dat men ghein fchrift daevan endair machen.
Yan etlichen funderlingen vriheiden, lof ind wirdicheiden der billiger Rat Coellen,
hilih buman of akerman nae des richs ordennng genoempt
| Want nu der lauf ver zit van der infegung des corpus vam
roemſchen rich in finen gleveren beroirende ind zounen is die herlicheit »
ind wirdicheit der felver geleder im rich ind der felver under fich, jo ich
nu wat intgemein gefacht have van dem hoichwirdigen namen der billiger
jtat Eoellen, ven ir dat hilfige rich zogeeigent hait, dunkt mich nu hie be
queme ind geboirlich, dat ich ouch wat ſchrive in funderheit, mit wat nu
licheiden vriheiden ind wirdicheiden ver felve billige buman belenet ind 3
begiftiget fi, wil ich hie der billiger ftat van Coellen 30 eren, van der
ouch dis boich finen namen gezogen bait, verzellen etliche funverlinge
priheiden herlicheiven ind wirbicheiden mit den fi geeirt ind geziert is,
baemit fi anderen beroempten ind vernoempten ſteden zogelicht of ouch bo-
vengefetzt mach werden, ind dat in orbenung van der zit bat ft angefan- »
gen is bis nu zer zit.
30 dem eirften fo ſetze ich die eirfte vriheit ind wirdicheit, bat beje
billige ftat angehaven 18 durch Marcus Agrippa den eidem bes groifien ſere
“ vernoempten Feifers Octavianus, der bie felve, fin ind des richs ftat, fun-
der zwivel groeslichen ind mannichfeldichlichen nae furftlicher art belenet »
ind begiftiget hait, al$ anver vil naevolgender feijer gedain baven. ind
dat is Coellen ein grois wirdicheit, dat ir anhever fp groismechtige ind
bugenthaftige furft geweft is, naedem als gemeinlichen die naekomende in-
1499. 455
woner ind befiter einiger plaegen, in geiftlichem of werltlichem ftaebe,
anziehen ind willen des bevoempt fin int vurgezogen, jo wanne ber eirjte
anhever ver wonunge vejjelven plaete grois is geweſt van adel of ampt,
of ouch zom anderen is he geweſt eins ſunderlinges bugenthaftigen levens,
5 of zom derden i8 ber felve vleck gemacht vur langen ziden of bi einre gue-
ver zit. al deffe punten vinftu bi ver ftat van Coellen. Marcus Agrippa,
der Octavianus keiſers dochter hadde, is gein clein flecht man geweſt van
geburt, van adelichem ind ritterlichem ftait, van jebicheit ind van dugent⸗
haftigen leven, fo in ber vurß Feifer, der ganter werlt here, vur ein eivem
10 upnam. ind dairumb, fo der urfprunf ver billiger ftat Coellen hoe furit:
lich geweſt is ind mit den alleroverjten ber werlt, moegen bie naelomende
inwoner ber Stat fich des bervemen ind tairin glorieren, fal men anders
in fulchen dingen glovieren, nae wife minfchlicher gebrechlicheit. doch
mach dat nae ein goeden veritant wail ind heilfamlich gejcheen 2c. ind al
15 18 deſe burchluchtichite furfte Marcus Agrippa ein heitenfch mar geweft,
bevlecdt mit ver afgoderie vurmails, jo i8 Doch alzo ſere zo vermoeden ind
guetlich 30 geleuven, dat ver feifer Octavianus vie offenbarung, die im
Sibilla wift als vurß, im als eim funverlichen heimlichen vrunde vie ver- ar din
funbiget ind mit gezount have, ind alſo albeive afgeworpen haven bie
20 irrung van den vil goben 2c.
stem: al is be ein beide geweit, jo mach men doch fich finenthalven
beroumen, niet in dem als ein beide, mer in dem als he begavet is geweſt
van vil ſeden ind dogeden, die ouch den ungeleuvigen van gode vwerleent
werden, als daevan [die] ſchrift vol 18. desgelichen hoert men degelich
25 nis dem alden teftament, dat bi eme ſundigen man doch ein goit exemtpel
ind gelichenis verjtanven wirt ꝛc.
Item: jo i8 ouch Coellen der zit half, men mirk an die lankheit van
jaeren of guebicheit der zit, ein wirdige vlede. men vint wennich of bi
anenturen ghein alvere ftat in Duitfchlant, van der geſchichten wir in be-
30 ſunderheit fehriven, van Coellen, vurmails Agrippina genoempt, uisge-
ſloſſen die alde ftat Trier, die welche iren rume ind lof van ir altheit
haven wil. item van guebicheit, jae me van gnebicheit der zit, is ummer
Eoellen jere grois 30 verheven ind zo eeren, want 30 dev zit do got fin
genade ind barmbergicheit begonde 30 zounen of 30 bewijen dem minjch-
35 lichen gejlechte, To is ouch der billige bouman, bie ſtat Coellen, angehaven.
in ber zit dae unſe lieve vraumwe, bie moder ind foninginne der bavm- N},
herkicheit, Maria, in ver zit dae fent Johan baptifta ver allerhillichite
fon von vrauwen wart geboren, in der zit do alle die werlt frivven hatte,
24. vie' fehlt.
456 VI. Koelhoffſche Chronik.
in der zit der zokompſt uns heren, in der zit dae der wairaftige almechtige
ind ewige got ſoulde geert werden, ind niet bi der zit der verduiſterden
ind verblinten afgoderie is die hillige ſtat van Coellen angehaven van
dem vurß durchluchtichſten furſten ind heren Marcus Agrippa. uis al
deſen uisgeleſen ind mirklichen punten, der zit half ind der dinge die zo
der ſelver zit geſchiet of geweſt ſin, is diſſer hilliger ſtat van gode gegeven
ein zeichen einre ewiger gedechtniſſe, dat ſi ſi ein ſtat des waren vredens,
den die burger under ein, zo gode ind irem neeſten haven ind halden
ſullen. ind alſus Coellen billich ein ſtat des vredens genant ſal werden
naedem als geſchreven is: “in pace factus est locus ejus's, ind men 1
ſpricht: dae vrebe iS, dae is got’. ind dairumb nae der zit bait eme got
daeſelfs bereit ein ſchatzkamer, dae he vil liever billigen, fine vrunbe,
in fenden woulde, a8 dan ſchimber is an dem gebeinge der liever billigen,
die hochwirdich vur gobe bie in pulver raften. ver ſchatz ber felver liever
billigen wil in groiſſem vreden eindracht ind gerechticheit der burger ge-
halden fin, tat dan aljus gehalven wirt, fo wir uns halben pri van ber
fnechtlicheit der ſunden.
Item: naebem unfe lieve vrauwe ind Eoellen zo einre zit befant fin
worten in irrem beginne, jo is billich Maria ein patrone diſſer wirdiger
ftat: want Sibilla wifte Octavianum Mariam in der fonnen, wild »
Detavians dochter was ein huisfrauwe Marcus Agrippa, dem bat gefichte
ouch offenbairt i8 durch Octavianum fin fwegerheren,, dat he bat mit
gefien hait of up dat minft van eme gehoirt hait, welche Marcus Agrippa
i8 gewejt ver anhever viffer billiger ftat. wat eren ind dankberheit gefchiet
ft Marien ver gebeneviver goßgebererin uis der ftat van Eoellen, wirt 2:
beroirt in dem lejten van biffen vriheiden ind wirbicheiben.
Zom andern mail fal Coellen billih vri fin ind bliven, mant 100
jair nae der geburt Ehrifti wart Trajanus keiſer, dem die Romer fine
„ Feiferticgen wapen her zo Eoellen fanten ind hie intfeink. daevan jchrift
- Bincentius, dat der felve feifer bracht mit fich naemails Roemer heruis 30
* zo Coellen, ind die noempt men noch hude zo dage die 18 alden geſlechte.
SKY, ind alfo wart Eoellen mit vrien burgeren bejatt.
Zom berden i8 Coellen ori genant in ven feijerrechtboichen ind be-
1.8. di. ſchreven a8 in dem boich Digestum novum genoempt, 50. forma. d. cü.
as, Paulus. welche rechte van ber zit bis up befe zit in Fraft van ber Billiger 35
firchen vri ind bewert funder widderroifen behalden worben 18.
Zom veirden vint fich, dat alle bufchove die van anbeginne fent
I)
1. Wörtlich konnte ich dieſe Stelle nicht nachweiſen. Vgl. jedoch Agg. 2, 10.
1499. 457
Materns Hillich geweit fin ind dat ftift van Eoellen durch ben ftoil van
Rome in bevelle gehat haven, fich nie winter der ftat vriheit gelacht, zit-
lich regiment noch eigendom gefoicht haven, daebi haint heipen behalven
ind fi gebefjert zo live ind felen, as dat clair beichreven is in den Hifto-
5 rien [van] der billigen leven. junderlinge sanctus Bruno erloift die hil- Del.
(ige ftat Coellen van eglichen befwerungen, die fi vur eme des rich half
gehat hatten, ad van eim tribuit. fent Herebert, a8 fin legende inhelt, Yal >!
quam int ftift, bufchof zo Eoellen 30 fin, niet 30 zitlichem vegiment, funver
jelen zo winnen.
10 Zom vunften, dat fi got ori wil haven, mach men durch ein funder-
lich grois mirafel mirken, dat bi ſent Annonis zit gefchach, va he Coellen Vpl BI.
30 unrecht owerviel ind verfnelde ind gewan it 30 finre gewalt burch einen
uplouf, ver niet urſprunk hadde van ber jtat burger, junder van gemalt TI;
finre dienre ſunder fin wiffen, ind Coellen umbtrint 8 vage inne hadde,
15 ind durch einen billigen engel verfundiget wart, bat he nae ven burgeren
jante, fich mit in vereinichbe, die ſluſſel widdergaf ind fin unrecht befante.
dae wifte got die burger, dat be der here were, in tes gewalt Eoellen
ftunde, ouch dairumb dat fi erfenten, mit wat doegentlichen leven be fine
ſtat van ſunden vri behalden wille haven.
20 Zom 6. i8 clair 30 mirken van vriheit der ftat in vem lichnam of
corpus bes billigen voemfchen richs mit anderen koningen herzogen gre-
ven marfgreven lantgreven vrien ritteren jteden dorperen ind boumenne,
baevan ein idlich an ber zail 4 hait, bairup bat billige roemſche rich ges
funbert i8, dae Eoellen ein gelit des corpus is, a8 mit namen ein boum- „Tel
25 here des billigen richs, ein mit anderen drin ſteden, Salkburch Regens-
burch ind Cofteng, mit anderen furjten vocalis is ind niet consonans,
ind nae irem graede ein deil des lichnams des hilligen richs bisher gehal-
ten is. ind als gefchreven is in legibus ind den gejegen ver feiferrechten, RT
fo wirt ftrenglichen verboden, dat men die gelidver des hilligen richs vri
3o ind ungelegt ſal halven in dem lichnam, funverlinge niet 30 entleven of
30 frenfen, up die pine des ſwerdes, als crimen lese majestatis.
Item: want fi ein heuft viler groiffer ftede min wirdich gefat is, die
pie overſchaft ind heuft irs rechten, fo des noit iS, bie halen ind ſoiken
moiffen, welcher ſtede Eslingen in Swaven ein is ꝛc. ind vil ander,
5 dairuis is ever clairlich 30 verftain wriheit diſſer ftat, die anderen vrien
ind richjteven ein heuft geſat ist.
30m 7. fo bait got Coellen verfein mit fime ftathelver, ein heuft
5. van' fehlt. 21. Roemſche.
1. Cöln als Oberhof.
458 VI. Koelhoffſche Ehronif.
ber criften firchen, fent Peter der ir patroin ind overfte is, ver ft as fin
lieve finder durch ſent Materne, ven hei van Rome in viffe lande fante,
eirjt criſten machte. ind van der wirbicheit ind 30 eime zeichen, bat fi
vromme criften bliven ind fterven woulvde, Eriftus gelouven nummer
avezoftain, hait fi heidenfche fiegel ind gelouven laiffen varen ind ent:
Peter in irme fiegel! eins ftantaftigen gelouvens angenommen ind behal-
den, as ein junderliche getruwe doichter unfer moder ber billiger kirchen,
a8 ouch unfe geiftliche vader der pais ind der ftoil van Rome fi noempt
ind befchrivet. ind dairumb fe moegen hoffen die inwoner der vurß hilli—
ger ftat betrumelichen, dat fi under dem ſchirme irs heuftsheren am ı
jungften dage ftain fullen als vromme criften, getruwe ind geleuflich kin—
dere des billigen roemſchen richs.
Zom 8. vint fich, dat nie criftenfeifer fi ſpalden woulde of afgejchei-
ven hait van ver feiferlicher ordenungen bes richs ind unbiflich, funder
ir misdienen, van bem billigen lichnam durch unrechte gewalt afgefcheiven 1;
ſoulde werben, bat ouch got nie hait willen gehengen, a8 tat mennid-
feldichlichen hernae mit herlichen verwinnungen wirt bewift werben. ind
bat wer fo ungeboerlich, a8 der einen vinger van ber hant fniven
woulte. item: bat ı8 ouch hie uis offenbair, dat die roemſche feifer, bie
30 Aich gefroent fin, haven ver hilliger ftat Coellen ive vriheit beftebiget ©
Val. Bl. his zo Differ zit, ind nu bit jair anno dni. 1494 beſtediget, a8 ich dae⸗
340b, .
van fchrive, der groismechtige here here Marimilian roemſche foning, in
ber vurß ftat up dem dumhof in biwefen ver bufchoven van Mentz Coellen
ind Trier ıc.
Ind dairup fint ouch fchrifte, wie ein ftat Eoellen den keiſer intfan-
al. ine gen julle, || wie fi im hulden jal ind be in widder, umb ire vriheit 30 be-
145.) ftebigen 2.
Zom 9. durch die bewerunge ind confirmacie ire privilegien van
allen keiferen, van Otto secundus biß 30 konink Marimilian, und waren
143, ouch i8 fi ſunder groiſſe privilegie van Trajano bis 30 dem zweben
Dtto niet bleven. der feier da entufchen fint under 70 niet: wat daevan
is, hain ich niet clair befcheit. der vait ber hilliger ftat Eoellen hait dat
in finre heimlicheit.
3om 10. anno dni. 1000 regnierde keiſer Otto primus: dem
1. ©. die Siegelabbildungen im 1. 3. Gleich darauf heit eg, Otto fat
und 2. Band von Lacomblet's Urkunden- der 13. vor Friedrich, was zu Friedrich II.
buch für die Geſch. des Nieberrheins. paßt. Die Angabe, Otto fei Der 14. vor
2. Empfangs- und Huldigungs⸗Ord- Marimilian, beruht alfo wohl auf einer
nungen finden fich mehrfach in den Cöl- Verwechslung zwifchen Friedrich IT. u. III.
ner Statutenbüchern. Vgl. Bl. 3416.
1499. 459
polchde nae im roemfchen rich ver roide Otto, ver in funberheit gulven
bullen der ftat gegeven hait, dat fi in alle vem rich vri fullen fin, van
wen furften beſchirmpt int geleide fullen haven ! zc. deſer Otto was der
5
1
1
2
2
3
3
o
rt
=
[>11
=
a
13. feifer wur dem feifer Frederich.
Item dat fi van allen uiswendigen jurisbictien gefriet fin, hait in
gegeven Karolus IV in bulla, mirklichen, intgemein ind noch me in fun-
berheit 2.
‚tem desgelichen in funverheit i8 die hillige ftat gefriet van ver be»
jwarniffe roitwilfcher ind weſtfeilſcher reichten 3.
Item i8 Eoellen groislich gevriet in Engellant van vil foningen.
3om 11. fo is dat wail vur ein funderlinge altherfomen wirdicheit
ind ſunderlinge van gode anzofchriven, dat Eoellen nie afgetreben i8 vam
roemſchen rich, wild) rich fich doch ducke van eime beil der werlt 30 dem
anderen verwandelt hait, a8 van den Romeren zo ben Franzoſen, van
den Franzofen 30 den Saffen ind Duitfchen. ind wie criftlich ind gotlich
bat fi fich in einre icklicher veranderunge gehat ind gehalden haven as
bromme criften, is baemit 30 bewifen, want fi under einre ieflicher
mutacien einen billigen bufchof ind patroin gehat haven, a8 under ben
Romeren einen Romer fent Matern, under ven Franzofen fent Severin,
under ven Safjen fent Bruno ber ein fon van Saffen was, feifers Otten
broder bes eirjten. ind do bat rich in die ordenunge der kurfurſten gejat
ind gemacht wart bi vem britten Otto, Freigen fi den eirften Furfurjten
ſent Herebert zo eim bufchoft. alſo fint fi noch ftanthaftich ind haven
nie widbergeftrevet dem hilligen roemſchen rich. och wie ein hillid) alt-
berfomen wirbicheit ber ftat Coellen, dairumb fi billich Hilfich ind fri ge-
nant fal werben! ouch hait Coellen bi eim icflichen deil der veranderunge
groiffen biftant gedain nae irem vermoegen, a8 zo fent Materns ziven
ben Romeren mit irem heren Marcus Agrippa intghein die Burgondier
ind ander mere volf 30 bezwingen, dairumb ouch Jonverlingen Agrippina
gemacht wart. bi ten Sranzofen deden fi hulp Pipinus ind Karolus
Magnus intghein die Friefen ind Saffen ꝛc. bi den Duitjchen, als keiſer
Otto dat roemſche rich regierde, deden fi groiffen biftant ind hulpe dem
rich mit irm buſchof Bruno intgein die Franzoſen ind die ſtat Baris ıc.
30 dem 12. i8 zo mirfen, wat fi umb ber vriheit willen geleden
haven van der zit dat dat rich 24 jair ledich ftonde ſunder rechten feifer, "2,n,
1. Bgl. Hagen's Reimchronik 671. 3. Alfo vom Reichshofgericht und von
Bd. J, 41. der Fehme.
2. Urk. 1355 Dec. 8 in Lacomblet's 4. Vgl. unten BI. 1548,
Urfundenb. III, 453.
Bl.1440.
Agripp.
688,
§. 7— 1 1 0
Inst.
11, 1.
Agripp.
668,
460 VI. Koelhoffſche Chronik.
ind durch uneinicheit bie fi unver ſich hadden, ind dairumb got verhengte
julche plaege, dat fi gebrudt wurben. ind got fuegeve wunberlich, bat
julche ungefal in 30 goide quam ind 30 groiffem nutze, a8 mit des keiſers
cangler Bhillippus ertzbuſchof zo Coelne, ver fi zwank ind macht bie muire
mit den porgen die nu zer zit umb Coellen geit, bie in fich ſluiſt wil col- ;
legia ind cloifter die vurmails buiffen Coellen ſtunden, ind tie felve
muire is nae vil jaeren vaſt me gebeffert worden van ven burgeren. ver
vurß buſchof Philippus zoich mit ten Weftfelingen mit groiffer macht
pur Coellen ind hatte finen willen bairour anno dni. 12131. nu mad
men mirfen: hadden die burgere vur vil noit in der alder ftatmuiren ir ın
priheit zo behalden, jo hadden fi noch vil me umb der ander muir wilfe
bie nae gemacht wart, a8 mit anderen bufchoven die nae quamen. und
al die wile ft geweltfich befoicht wurden ind fi under fich uneins ind par-
tilich waren, || jo geſchach die underdruckunge mit unrechter gemalt in zit
fo dat keiſerdom ledich mas bi 24 jaere, mer dairumb ir vriheit niet ver= 15
foren, want fi mit unrecht fo gedruckt waren. ouch wart in ir vriheit mit
vecht der roemjcher gemalt niet avegejprochen, wiewail bie muire ber
buſchof hadde doin machen, fonder dat fuegde ind verhengebe got, ind was
noit, up dat fine lieve hilligen die vur ber ftat laegen, mit den bie in der
ftat Inegen, beforget wurden. desgelichen i8 die hilfige ftat vurmails ouch zo
mere overvallen wurden ind [hait] vil anſtoeſſe gehat, als van den Hunen,
var ben riefen ind van den Normanderen, mer dairumb ir vriheit niet over:
gaben.
It i8 gefchreven in den feiferrechten die Iuftinianus ver Feifer geſetzt
hait, im zweiten boich, ut habetur in glo. in verbo nullius hoc. d. 25
usque ad d. C. Singulorum, dat nieman fagen mach inbefunber, bie
muire porge of turn iS min of die gehoeren befunder iemank 30, dan
muiren turne ind porgen ftain alleine gode zo ind dem gemeinen goide, dairan ein
icklich gelich deil nae fime graede bi gebruichen mach. dem ban got wil,
bem verleint he vie gebruchunge des regimeng fo lange it eme behaget. *
nu hait got ſidder goß geburt gegunnet den burgeren, uisgejcheiden enwe⸗
nich zit, die gebruchung ber porken, die he, als vur ziven, na der hant van
den burgeren gefloffen ind bewart woulde haven. ind up dat fi die wir-
bicheit bes amptz, fnecht zo fin finre lieven billigen, debas ind vliffiger
beivaren foulvden in zokomenden ziden, ouch gerechticheit ind doegende 30 3
21. hait fehlt.
1. Diefe Angaben find total ver- die Stabtmauer “mit hulpe der burger
wirrt. Die Chronik verwechfelt offenbar van Eoellen’ (BI. 1778) erbaut, mit Kö⸗
Erzbifchof Philipp von Heinsberg, der nig Philipp (vgl. BI. 1816).
1499, 461
oeven ind undoegent zo fchuwen, dairdurch men fulche hoghe wirdicheit
verluiſt, woulde got bat in dat fuir foulde werden dairumb zo ftriven,
widder zo fomen an ven verloren fchat des keiferlichen dienſtz, dae fi
durch funde int uneinicheit van waren gebreven, fo a8 dan hernae in
» vervolgunge ver gejchichte lang ind breit wirt befchreven werben van bu-
ſchof Philippus mit anderen bufchoven finen naevolgeren bis under Engel-
brecht van Vulfenburch, dae die van Eoellen ritterlichen ir vriheit be-
ſchirmden ind bie muiren ind turne mit den porgen in ir gewalt Freigen.
30 dem 13. mail hait Soellen des gheinen verdrach mogen haven
10 durch die naefomente bufchove, den leit was dat verluft der muiren, bie
doch nug was der ftat ind ouch ven geiftlichen cloifteren tie vur der ftat
laegen, ind fi ouch ſchuldich waren iren jtift niet zo ergeren ſunder zo
befjeren, a8 fi des exempel hadden van billigen bufchoven die vur ven
ftoil beſeſſen hadden. int want alle victorie van dem hemel is, jo moiften
15 die van Koellen ir ſluſſel int felt voeren ind mit bufchof Sivart van Baurt.
Weſterburch ſtriden, dem ſi zo Woringen, up die zit ein ſtetgin, mer nu
ein dorp, tuſchen Coellen ind Nuis, den ſtrit afwunnen ind ir ſluſſel
widder heim voirten. der vurß buſchof wart gefangen mit den ſinen ꝛc.
mirk wie ritterlich haint fi victorie van hemel intfangen ind mit weren-
20 der hant ire vriheit ind wirdicheit behalden.
Zom 14. mail. dairnae quam ein buſchof genant Wikbolt, der wart Bat. Bl.
ouch ein viant der ſtat, ind ein greve van Naſſauwe, Adolf genoempt!,
roemſch konink, half der ſtat ind ſi behielte victorie. vort mit buſchof
Henrich van Virnenburch, den ſi vur den Bruel zoigen ind belachten ein Bat Bl.
25 virdeil jairs ind gedebinget wart. desgelichen ander vil floes, umb ire
priheit ind privilegien zo behalden, haint ft ritterfichen gewonnen ind ave⸗
gebrochen, als Woringen Buckelmunde Ruiſſenborch. Dat dorp Vrechem ver- Marin.
brant im grunt af van der jtat van Coellen anno dni. 1200 ind 40
of taebi, die burch 30 Vrechem anno dni. 1320, die burdy zo Lechenich anno dni. ebenv.
30 1309, Bolmerftein anno dni. 1325, den Vorſt, Vernich?, ind vil andere friege
mit den anderen bujchoven Frederich ind Dederich van Moers, as dae-
van ind anderen vurgeroirten bufchoven wirt up fin zit lenger bejchre-
‚ven, fo dat Die ere der hilligen ſtat mit ter vriheit van dem himmel ge- BU
geven ind mit dem ſwerde behalven is.
35 Zom 15. mail fchinet dairuis clair, dat got die billige ftat Coellen
32. "wirt up — beſchreven' doppelt.
1. Verwechslung Adolfs von Naffau ten Orte und Schlöſſer wird ſpäter ge-
mit König Albrecht. nauer erzählt, vgl. Bl. 2942. 2868. 2u1a,
2. Die Erobirung der hier genanu- 2496. 2476, 250b. 3242, 314b,
Vgl. Bl.
3400
Jun. 24.
462 VI. Koelhoffſche Chronik.
wil vri haven van allem laſter ind fi gewirdiget in dem teil boven Ihe:
ruſalem Rome Conſtantinopel Trier Mentz ind andere groiſſe ſtede dae
vil hilligen raſten: aver ſi haint mit zo dem dode der hilligen gehulpen,
ain alleine Coellen, die got van ſulcher dait beſchirmt hait dat ſi gein
bloitvergieſſer fin. aver ire vriheit zo beſchirmen, gode ind den hilligen:
iren plaen zo bewaren, hait in got kraft verleint vam himmel. fi enfint
ouch niet mit dem werentlichen ſwerde beleint, einich gewalt van bes kei—
ſers wegen over dat bloit der minſchen zo haven, daevan ſi got reine und
vri wil haven.
Zom 16. mail mach men ſchinberlichen mirken, dat got Coellen niet 1
unvri, ſonder vri van allen ſunden of knechtlicheit haven wil. zom eirſten
angeſein dat got ſo vil ſinre koninklicher furſtlicher hilligen her gefueget
hait ind ander vil hilligen des alden ind nuwen teſtamentz as ein ſchatz⸗
kamer des hoichſten keiſers van himmel ind ertrich, in des hant leven und
doit ſteit. zom anderen mail durch fo groiſſe koninkliche ſachen bie in n
Coellen geſcheit und ergangen ſint durch Trajanum Pipinum Karolum
Ropertum roemſche koninge ind ander vil me, as dan in der ind anderen
cronicken beſchreven is. zom derden bat bie heren ver ſtat fint die hillige
dri koninge, der furſt ſent Gereon, der moere furſt Gregorius, Ethereus
konink van Engellant! mit ſent Urſulen koninginnen von Britanien, ſent »
Albin ind ander hilligen in Collen, mit den Machabeen mertelern des
alden teſtamentz.
Item ſo is aldae ein alzo ſchoin plaetze ritterlichen ind furſtlichen
ſtait zo halden, as ungeverlich in duitſcher nation vonden mach werden,
it fi mit ſtechen, mit brechen, mit tornei zo halden, mit bangen ind fprin-
gen 2c. dairumb intgemein, umb der groifjen gefchiclicheit ind bequemheit
willen, ritter greven furjten konink ind feifer, al8 die wat ftait halden
willen, daehin iven dach legen ind bejcheiden, als nır zer zit ver konink
Marimilianus mit finre huisfrauwen anno dui. 1494 umb jent Johans
miſſe mitjomer groiſſen ftait ind pompe mit anderen furjten alhie bebrift. so
3om 17. dat dit vurß wair und fonder allen zwivel clair fi, bat
niemang ber jtat van Coellen here fi van get und fine hilligen, und bie fi
regieren der billigen knecht fin, daevan fi fcharpe rechenung genen moiffen,
hain wir van Collen des ein grois miradel, daebi alle overften der criften-
heit geleirt werben, Coellen ungeletzt bi finre gantzheit wirbicheit ind vri⸗ 35
heit 30 laiffen. desgelichen ſonder underlaiffe an die oiren der ftatregen-
18. Groniclen.
1. Seine Gebeine wurden angeblid ben. Bgl. Lacomblet, Archiv für bie
im 12. Jahrhundert bei Eöln ausgegra- Geſch. des Niederrhein V, 294.
1499. 463
ten Hoppent die billigen, fagenve vie wort Chriſti: vigilate'! wacht ind eutz 21,
fit cloit umb dat 30 bewaren, vat uns got gehilliget ind hie 30 raften ger
priet hait. ind jo ir uren vlis dairzo doet, fo willen wir uch ſonder hulpe
niet laifjen, a8 wir gebain haven zo vil ziden ind fonderlinge an der Uilve-
s porgen. mirkt wie vil zeichen gefehagen van victorie ven burgeren! noch Dat Dt.
moichten fi frieges niet erlaiffen fin, up dat fi de vliffiger den lieven hil-
ligen dat ir verwarden mit der gerechticheit. dat miradel gefchach do bi-
Ihof Engelbreht van Valkenburch Coellen belachte anno dni. 12691;
bo lach der greve van, Cleve in der nacht in fime pauluine und wachende jach mit fein- Sagen
10 den ougen, bat die alrefchoinfte jonfrauwe umb ber flat muiren ginf mit 11 dufent
jonferen bie iv volchden, und fi hadde ein groiffe ferke in der hant und ein iefliche‘
jonfer hadde ein kertze in ver hant, fo Dat alle dat lant clair ind licht daevan wart,
ind gingen vur alle porken ind gefeinben die flat mit eime cruite, und ſcharden fich
an 4 porken? dae fi bieven ftain, und he fach die porken upgain ind mit ſcharen,
15 ieklich mit 10 hondert, ingain 2c. der greve erſchrak ind floge fin hende zofamen. it
dagede im vroe. do quam zo eme ein ritter, genant her || Stephan van Salen3, dem BI.146b.
ſachte he bit gefichte. aljo gingen fi bae der biſchof van Eoellen lad) ind vonden bi
eme den bifchof van Ment, und fachten in dat gefichte: dae brach dat heir up zc.
ind Albertus Magnus bifchof van Regensburch foinde ven Friech , a8 30
2» den ziven bes biſchofs Engelbrechts van Valkenburch wirt lank und breit
geſchreven werben.
Zom 18. is die wirdicheit ind hillicheit der vurk jtat zo nemmen
us den ſunderlingen ind heilfamen dingen die dairuis entjprungen fin,
ber ich van vilen zwei ſchriven wil, die alzo bequemlich overkomen mit der
25 moder go& Marien. zom eirjten: as Maria vie gebenediede moder gotz
nie gefundiget hait, fonder ftantaftich bleven is in ir vollenkomenheit,
alſo ouch hait Coellen vortbracht einen erberen und hilligen jungelin?
Bruno genoempt, ein coeljch fint geboren: der hait eirſt begonnen ben Bat, Bi.
allervernoempften ftrengften und hillichſten orden, der genoempt is der
z0 Carthuſer orten, der der hilliger kirchen ein grois ſchatz ind roſe is, der
welche noch nie gefallen is van ſinre volkomenheit ind van ſinre regulen,
as ander orden gedain haven. ander ſtede, uis den geboren is ein anhever
eins ordens, willen des geeirt und beroempt fin: jo is demnae der ftat
Eoellen ummer wail zozofchriven ind zo rechenen vur ein ere, bat fi vort-
35 bracht hait den anhever des hoechften ordens van geiftlichen Iuden. zom BALD.
anteren fo i8 30 Eoellen vernumwert, of bais zo jagen, angefangen ver-
meirt ind hoechlich begavet die eirwirdige heilfame ind billige vri broder-
1. Das Jahr ifti Irrig ftatt 1265. Bol. 3. Sulin’ Hagen 3944.
zu Hagen Beilagen I, 6 4. Bon einer Sühne ift an bieler
2. Entftanden aus Wierporze', Ha- Stelle bei Hagen durchaus keine Rede.
gen 3931.
464 VI. Koelhoffſche Chronik.
ſchaf des roſenkrantz unſer liever vrauwen. wie nutzberlich bie fi allen
ſunderen ind ſunderſchen, wie hoechlich die begavet ſi mit genade ind
aflais, wie ſo unzelliche dienſtberlicheit ind eirwirdicheit der gebenedieder
moder dae mis entſtee, mach ich niet begriffen noch geſchriven, dat bevel
ich eim ieklichen andechtigen hertzen zo der moder godes dat zo betrachten, 5
dat doch niet behoift vil vermanes dairzo, ſo it ein gantz werltruchtich
dink is ind allenthalven daevan geprediget ind geleirt wirt ꝛc. ind al was
bie manier desſelven gebebes ind dienſt der moder goß vurziden ouch ge-
weſt, dat was doch niet mit fulcher heilfamer broberlicher gemeinfchaf ind
‚nugberlicheit ind mit fo groiffer overvlodicheit der genaben ind aflais, u
as nu gevonden ind ingejagt is van dem geiftlichen ind innigen vederen
predigerordens zo Collen 2c. ind daevan fi genoich gefaget mu zer zit, bis
30 der zit dae die infegung ber ſelver broberfchaf gefchiet i8.
Zom 19. i8 dat ein groiffe und hoiche wirdicheit, dat in der billiger
ſtat Coellen gewoint ind geleret haven die groijten Lichter ver Hilfiger ">
firchen, ver leire jonterlich ind intgemein nu in allen univerfiteten int
hohen jchoilen uisgeſait ind vermannichfelviget wirt, as fin Albertus
Magnus bijchof zo Regensburch, under tem felven ſent Thomas van
Aquinen geleivet hait zo Eoellen, van dem Albertus Magnus prophe:
tierde, dat fün lere ſulde noch over die ganke werlt verbreit werben !. *
item desgelichen Johannes Scotus, der genvempt iS der fubtil doctor,
i8 ouch ze Eollen geweſt int hait dae jtubiert. van den wilchen vurß
9:0." groiffen doctoren zwene 30 Coellen begraven fin: der ein zo den prebigeren
Tel DI. in dem choir, as Albertus Magnus. Iohannes Scotus der ander lit zo
den minrebroederen im choir under ver cloden. %
stem zom lejten intgemein, 30 befliefjen van vil Dingen enwenich,
up dat ich niemant biemit verdroeslich werde, jo is zo mirken: dat wat
men lovelichs ind eirlichs van anderen ſteden des rich8 fehriven of jagen
mac, ja ouch van anderen beroempten fteden die niet fin van dem cor-
pus des billigen roemjchen rich, dat mit ftuden ind fonverheit ven jel:
ven gegeven is, dat vindeſtu al bi ein vergadert in ver hilliger ftat van
Coellen, it fi in geiftlichen of in werltlichen Dingen.
Bl. 1468 I [Bild: ein Erucifig, von dem radienförmig die nachbejchriebenen Namen ber
rt ötnifigen Kirchen ausgehn Ueberſchrift:
Sancta Colonia diceris hinc quia sangume tincta 5
Sanctorum, meritis quorum stas undique cincta.
Unterſchrift: Collen ein croin
Doven allen fteden fchoin. ]
1. Ueber diefe Weisfagung vgl. Sig- 1857) ©. 41.
hart, Albertus Magnus (Regensburg
5
15
1499.
465
30 dem eirjten is binnen ber Hilfiger ftat Coellen ein aſſo ver-
noempte univerfiteit, ind fonberlinge in der hilliger ſchrift, as men irgen
binben mach, nae niswiſunge bes gemeinen fpruchs a8 vurf.
item fo is
aldae ein ertzbiſchofliche kirch in fent Beters ere gewiet!.
Seven ftifte: 30 jent Gereon, zo fent Severin, zo ſent Cunibertus,
30 fent Andreen, 30 ben apoftolen, 30 jent Marien greven ?, 30 fent Joris 3.
19 kirſpelskirchen: 30 dem Kleinen ſent Mertin ?, 30 ſent Columben,
30 jent Laurencius>, 30 jent Brigiven'®, 30 ſent Peter, 30 fent Euniber-
tus, — ouch ein ftift, — 30 den apoftolen, — ouch ein ftift, — zo fent
10 Severin, — ouch ein ftift, — zo jent Johan bi fent Katherin?, 30 fent
Jacob 8, || ze jent Marien zo Liskirchen, zo fent Alban, 30 fent Mauris
eins, zo fent Johan bi dem doim?, im Pefch of im nuwen doim nu zer
zit 10, 30 fent &upust1, 30 fent Paulus 12, 30 ſent Marien aflais !3, 30 fent
Eriftoferus 14,
13 manscloifter: der buitjcher heren orden genant zo jent Kathe—
rin?5, fent Iohans orden der heren van Rodis genant zo fent Johan
Cordulen !6, fent Antonius beren 17, 30 fent Banthaleon van fent Bene-
dictus orben, 30 dem groiffen fent Mertin van fent Benebictus orden,
zo den Garthujern 18,
regulares canonici genant 30 unſers heren
2 licham 19, 30 ben cruitzbroederen 20, 30 ben prebigeren 21, 30 den minre-
broeveren, 30 den Auguftineren 22, 30 ven carmeliten of 30 unfer liever
vrauwen broevere 23, 30 den priejteren zo Widenbach 2*.
ür das Folgende verweiſe ich im
Allgem Omen auf die werthvollen Mitthei-
Iungen bei Gelenius, De magnitud. Co-
loniae.
2. S. Maria ad gradus, von Anno II.
geftiftet, fand in unmittelbarer Nähe des
Doms, jet abgebrochen.
3. St. Georg.
4. Der noch erhaltene Thurm dient
als Glockenthurm der benachbarten Kirche
S. Maria in capitolio.
5. Stand auf dem Laurenzplag, in
der Nähe des Rathhauſes.
6. Stand dicht bei der St. Martins:
fire.
Pfarrlirhe St. Johann Baptift an
der Severinsftraße.
8. Lay dicht bei St. Georg.
9. St. Johann Evangelift, lag an
der oäbeite bes Domchors.
S. Maria in pasculo, war an die
SRorbjeite des Doms angebaut.
11. Lag an der Tranfgaffe, dem Dom
gegenüber.
Städiechroniten. XIII.
12. Lag bei St. Andreas, an ber fog.
Pauluswache.
13. Heute fleht nur noch Die mit der
ehemaligen Pfarrkirche verbundene Ablap-
capelle.
14. Tag dicht bei St. Gereon, an der
Ehriftophitraße.
15. Lag bei St. Johann an der Sc-
verinftraße
16. Ehemals an ber Ede der Johan⸗
nis⸗ und Machabäerſtraße.
17. Erhalten iſt die (proteftantifche)
Kirche au der Schilvergaffe.
18. Das heutige Dilitärfagareth.
; 1 An der Stelle des heutigen Arreſt⸗
auſes.
20. Lag an der Kreuzgaſſe, in der Nähe
des Neumarkts.
21. Jetzt Artillerie» (Dominicaner-)
Gaferne.
22. Lag am Caſino⸗ Auguſtiner⸗) Platz.
23. Das heutige Friedrich-Wilhelms⸗
Gymnaſium.
24. Dicht bei St. Pantaleon.
30
Bl.
1466.
DI.
1478.
466 VI, Koelhoffſche Chronit.
14 jonferencloiftere: 30 den 11 tufent jonferen !, 30 jent Cecilien?,
zo jent Marien in Capitolio, 30 fert Marimin ,- zo ſent Agathen?, zo
den Machabeen of zo Maviren>, 30 fent Brauricius®, zo ſent Marien
garden, 30 fent Marien 30 Seyns, 30 fent Gertenit?, 30 ſent Claren !®,
zo ſent Aper !1, 30 ſent Agacins up jent Marcellus freais 12, zo den willen 5
vrauwen 13,
Zwae manscapellen: 30 ſent Marien ad olivas dat men noempt
Marie zo ven oliven !4, 30 ver Xongen 16.
10 cluſen of capellen dair beflofen fuefteren wonen: 30 Betlehem
up fent Gereons ftrais, 30 fent Ignacius, zo jent Niclais bi ven Augu⸗ vo
jtineren, 30 ſent Johan bi fent Katherin, zo ſent Reinhart, zo fent Boni⸗
facius, zo ſent Michel bi ſent Cecilien, zom Hollender in der Remers⸗
gaſſen, zo ſent Vincencius up ter burchmuiren, zo Bethleem up dem
Egelſtein. |
| 30 capellen mit altaren niet offenbair: 30 dem alden beim, zo 53
ſent Mareellus, 30 fent Servais, zo allen hilligen, 30 fent Mathis bi ver
Bach, zo ſent Ioban up der Breiverftraiften, 30 fent Stephan, zo fent
Thomas, 30 fent Quintin, 30 dem hilligen geift, zo fent Niclais bi fent
Marien, 30 fent Herebert bi fent Paulus, jent Noitburgen capeli bt fent
Marien Matgbuchel, fent Egidius capelle, ſent Iheronymus capefle, ſent »
Michel up der Marportzen, fent Michel bi ſent Severin, ſent Michel in
ber Marktmansgafien, ſent Michel bi ſent Cecilien, z0 fent Sergius in ver
Ringaſſen, zo Iherufalem up dem plate, z0 fent Agneten up vem Numen- Ä
mart, zo ſent Agneten bt Franfentorn, 30 fent Alexius bi den 11 bufent
jonferen, 30 ſent Salvatoirs capelle bi ſent Marien Maltzbuchel, fent 2
Zambertus capelle bi ver Baffenporten, des billigen cruig capelle bi fent
9, VIIV flatt ‘10°.
s
1. Heute St. Urſulapfarrkirche.
2. Jetzige Hospitallirche.
3. Auguſtinerinnen au ber Marimi-
nenftraße.
4. Benebictinerinsen. Die ehemali-
gen Kloſtergebäude ‘an St. Agatha‘. kürz⸗
lich abgebrochen.
5. Benedictinerinnen, wohnten an
der Machabäerftraße.
6. Benebictinerinnen, wohnten an
der Stelle des heutigen Alerianerkiofters
neben ber St. Mauritiuspfarrkicche.
7. Eiftercienjerinnen. Das Klofter
lag an ver Mariengartengaffe, in ber
Nähe des heutigen Muſeums.
8. Nonnen vom Brigittenorben, an
der heutigen Seyengafle.
9. Dominicanerinnen am Neumarkt.
10. Franciseanerinnen am Römer
tm.
11. Ciſtereienſerinnen an ber Ecke ber
St. Apern- und Shrenfiraße.
12. Das jpätere Jeſnitencolleg. Gele-
nius, De magnit, 508.
13. Auguftinerinnen, anf der Ede ber
Blanbach uud bes Perlengrabens.
14. Bel. Bl. 1953 Rote.
15. Celliten ober Alexianer iu ber Lun⸗
gengafie. Bgl. Gelenius, De magnitud.
534. Für das Folgende vgl. Gelenius,
die betreffeuben Abſchnitte bei v. Mering
und Reichert, Die Biſchöfe und Erzbiſchöfe
von Cöln. (Ein 1844) und befonbers
Ennen, Geſch. der Stadt Eöln HE
149. 467
Elaren, 30 jent Marien Magpalenen, 30 ſent Margreben, zo jent Agacius
up jent Dearcellen ftraifie.
Wat Hilfiger ftat ind plaete dat fi, angemerkt ven ſteden gotzdienſt
in den vurß goßhuferen mit ungellicher gracie und aflats, ind wat billiger
s minfchen dae fin, bedenk bi fich ſelfs ein tefficher.
8 ſpitail vur arme alde lude: 30 allen hilligen as vurß, zo fent
Herbert bi fent Paulus a8 vurß, zo dem groiffen fent Mertin, 30 jent
Gereon centurio, 30 fent Marien bi dem Maltzbuchel, 30 ſent Pantha-
leon, 30 fent Agneten, 30 dem billigen geiſt.
10 Zwen fpitail vur krank lude: bi den 11 dufent ionferen, bi fent
Katherin.
Zwen ſpitail vur arme pilgerim: up dem Katzenbuich, up der
Breiderſtraiſſen zo ſent Johan.
Boven die vurß ſpitalen, die vlislich ind mit aller nerſticheit ind
is willicheit verwart werben, werden geſpifet vil afgainder ind zokomender
unzellich armer lude van allen landen, die welche alzoſamen, niemant
nisgeſloiſſen, intfait bie hillige ſtat, zo gelichniſſe der moder ber barm-
hertzicheit, die beideſamen zo einre zit as zwae ſueſteren fin geboren wur-
den. wat armer priefter nis allen landen ind ander geiſtlich perſon dae
20 fich behelpen under den burgeren, dat i8 wonder 30 jagen ind zo hoiren.
1 In fent Columben kirfpei.
VUp der burchmuiren.
Ein vergaderunge van fent Auguftinus orben zom Lemgin.
In der Mariengarvengafjen.
25 Ein convent van jent Franciscus. ein convent 30 dem Stern. ein
convent 30 ber Lilien. ein convent zom Lemgin. bie clufe up fent Mar-
garden cloifter.
Di fent Margarpen.
Sent Hupertz convent. Loifs convent. ein eonvent bi Wilhelmusputz.
zo In der Engergaſſen.
Ein einunge, Reinches convent.
In der Remersgaſſen.
Ein convent zom Hirtz.
Bi den minrebroederen.
35 Ein convent 30 fent Peter. ein eonvent zom Hanen. ein convent bi
dem putze, dat Menker convent. ein convent 30 der Harderfnuiſt.
14. dae' ſtatt ‘die.
30 *
BI.
147b.
468 VI. Koelhoffſche Ehronit.
Dur den minrebroberen.
Ein convent 30 LXechenich.
Up der Breiberftraiijen.
Ein vergaberung zom Lemgin van fent Franciscus orben. ein ver-
gaderung zom Ejel van fent Franciscus orden. ein convent bi dem hilli- >
ghen cruitz. biſchofs convent.
In der Clockergaſſen.
Ein convent zo dem Spiegel.
Up der bruggen bi ſent Columben.
Des Bunten convent. J
Up der Herzochſtraiſſen.
Ein convent zom Kneiart. ein convent zom Spiegel.
In der Stritgaſſen.
Ein vergaderunge van ſent Franciscus orden zo Waſſenburch in ſent
Marien tempel. ein convent dairbi. 1
In fent Lanrencius kirfpel.
Ein convent in der groiffer Butengaſſen.
In fent Peters kirfpel.
Ein convent zom Irgank bi den cruigbroeberen. ein einunge im der
Zonisgaffen van ſent Auguftinus orven. ein convent zom Hanen up jent %
Cecilien ftrais. ein convent zom hoghen durpel bi der Wolfuchen. ein
convent 30 Romerich hinder fent Thonis. ein convent zom Engel bi der
Wolfuchen. ein convent zom Nirk in ber Hoisgaffen.
In dem kirfpel 30 den apofelen.-
Ein convent hinder fent Cecilien wingart zom Lemgin. %
In fent Albains kirfpel.
Ein convent in der Cronengaſſen zo dem Lemgin. ein convent ur
der Santkulen.
In dem kleinen fent Mertin.
Ein convent vur dem cleinen fent Mertin. N)
In fent Iacobs kirfpel.
Sent Joris convent bi der drenk. fent Jacobs convent in der But
gaſſen.
1499. 469
In fent Manricins kirfpel.
Sent Mauricius convent in der Butgaffen.
In fent Ieverins kirfpel.
Ein einunge van jent Auguftinus orven in der Achterftraifien.
5 Bo fent Marien aflais.
Ein convent up dem Hundsruk. ein convent bi dem puße. ein con-
vent, Remuntz convent. ein vergaberunge in ver Stolchgaffen im Mom-
mersloch van ſent Auguftinus orden. ein vergaberunge 30 fent Ignacius
van jent Franciscus orden. ein convent, Spies convent. ein convent,
io der Kriechshof. ein convent Lißkirche of her Coſtins convent. in ber
Engergafje bi ven preitgeren, des Hanen convent.
Up fent Marcellus jtrais.
Die groiffe einunge zom Einhorn van fent Anguftinus orben.
In fent Panins kirfpet.
15 Up fent Marcellus ftrais.
Ein vergaderunge zo Monheim van || jent Auguftinns 3. regel uis
dem orden ſent Marien necht. ein convent dairbi.
In der Smierſtraiſſen.
Ein einunge in der Zell. ein einunge im Liesloch. ein convent,
20 Holtzwilers convent.
Under 16 huſeren.
Ein vergaderunge zo Nazareth van ſent Auguftinus orven. ein
convent zom Keſſel.
Up fent Gereans ftraiffe.
2 Ein convent zom Lemgin.
[Wiederholung des Zitelbildes, aber ohne Ueber: und Unterfchrift.]
| Item: jo al dat under dem himmel corporlich inthalden wirt,
dem influß fevenre planeten iS underivorpen, ouch alle bugentliche leven
30 gode ind fime neeften up 7 dugenden fteit, 4 angelougent ind 3 gotliche
zo dugent, ouch alle geiftliche leven begreifen i8 in 7 gaven des Hilligen
geiftz, ind bat billige voemfche rich up 7 Eurfurften gefaßt ind geordent
i8, der werlt intgemein ind des minfchen alver inbejunder in 7 gebeilt i8,
alfo hait got jeven hilfiger bufchove der ftat Coellen zogefoeget, der geinre
geweſt iS, hei enhave niet ir vriheit geminret [under gemeirt als getrume
35 geiftliche vebere, nae inhalt irre biftorien, dairuis allit 30 nemmen is,
bat got Coellen gebenebit hait.
Dt.
1488,
Bl.
148b.
Bl. Bl.
21er,
470 VI. Roelhofffäje Chronik.
7 bufchoven: fent Maternus, fent Severinus, ſent Herebertus, fent-
Evergislus, fent Anno, ſent Agilolphus, ſent Eunibertus!.
7 planeten: Saturnus, Iupiter, Mars, Sol, Venus, Mercurius,
Luna.
7 boechben: Fides, Spes, Charitas, Sapientia, Fortitndo, Tem: s
perantia, Juſticia.
7 gaven des hilgen geiftes: Sapientia, Intellectus, Concilium, For:
titudo, Timor, Scientia, Pietas. |
7 furfurften: Meng, Coellen, Trier, Beheim, Beieren, Saffen,
Brandenburch.
7 alder: Adam, Noe, Abraham, Moiſes, David, nativitas Christi,
judicium generale.
10
In zitliden Dingen. |
tem: in zitlichen Dingen zo der narung i8 bat fo ein bequeme vlecke
al8 be ungeverlich irgend vonden mach werten, dae der gemein burger ıs
uis anval mancherlei landsvolks Tichtlich fin ware verfliffen mach ind
ouch desgelichen gelven z0 finre noittorft, dat van allen landen dair kumpt.
item fo i8 ouch der burgerliche laſt afjo bequeme ervacht int gefaßt, dat
bat gheine funderlinge befwairniffe bibringet.
Item van dem dat Rome geftanden hadde 244 jair, ſatzten fi in ftat 2
irs koninks zwen raigheren ein jair zo regieren, up bat fi van lankheit
ver zit fich niet in hoffart erhoeven, ind of einre irve, dat in der ander in
ben vechten wech richten ind wiſen moechte, ind was pur got geburt 460
jair?. alfo fint 30 Coellen ziwene burgermeifter.
Item fo hait got Eoellen verfien, dat it liget under einre ſueſſer int *
goiber conftellacien des hemels influffe, mail getempert, niet zo heiſſe noch
30 Kalt, in gueber gemeiffichver Iucht, dat wail fchinet an allen wruchten
forns ind wins dat herumbtrint weit, ouch an ven dieren ind an ven
minfchen die gemeinlichen van goibem weſen fint, nae ber natuer influß
30 Iprechen, ind intgemein me geneiget fint 30 vreben ind boechben dan zo z0
unfreden ind 30 undoechden. die melfe alle niet clein gaeven van gobe
biffer Hilfiger ftat gegeven fint ind ven inwoneren billich mit groijjem
love, gode z0 danken, 30 hergen gain ſulde.
Alfus vil fi gefacht van den vriheiden ind wirbicheiven ber billiger
ftat Coellen. nu wil ich weberferen zo dem gefchichten ber roemſcher keiſer 3
ind der bufchoven van Eoellen, dae ich it vurhin gelaiffen Hain.
7. hilgen geifte. 9. 7 kurite. i
1. Der h. Engelbert fehlt. 2. Bl. 21% richtiger 511.
1499. 471
Yan ordenunge des ſtiftz van Coellen.
So nu die heilge kirch in dem roemſche rich ir ordenung intgemein hait, aljo
hait ein ieder kurfurſte in fime lande ind rich ouch fin orbenunge van marſchalken
broiffeffen ind vogten.
5 1 [Wappen des Stiftes Ein mit den Wappen feiner Suffraganeen und Amt:
leute, Zeichnung und Namen meift nach Agripp. Hſ. B BI. 412; barumter:).
Buſchof nam Luitge, van Utricht, van Blinden, van Monſter, van Diffenbrugge.
bat flift van Coellen hait under iem 5 bufchove, fuffraganien, a8 vurß. dri gre-
ven: van Beirnenburdh ſchenk, van Alfter marſchalk, van Nuwenar vait.
ı Aritter: van Drachenfels burchgreve, van Hemerich kemmerlink, van Oden⸗
kirch, van Orsbach.
1 Yan den keiſeren zo Confantinopel, wie fi an dat ſelve keiſerdom plargen
zo komen. |
Item: daevan is Furklich zo wilfen, dat die maniere ind ein orbe-
1 nunge ein roemſchen Feifer 30 Fiefen, i8 upfomen ind gevonden als dat
roemſche rich zo den Duitfchen komen was, ind inbefunver bi des vurß
keiſers ziden Otto bes derden, ind men plach ghein keiſer zo kieſſen mit
julcher wife, mit fulchen furften, up fulchen fteven als nu zogeit, noch bi
ben Romeren noch bi ven Franzoſen noch bi ven Duitfchen, dan nae des
20 vurß Feifers Otto des ILL [ziven], mer vur ver zit plaegen bie furften van
ben vernoempften landen, a8 van Beieren Saffen Franfen Lothringen
ind Swaven vergaberunge 30 halden zo Aich umb den roemſchen konink
30 intfain, den desfelven vurvaren beftimpt hadde, dat Doch gemeinlich was
ind gefchach nae der linien des gebloets, als dat offenbairlich zo ſchauwen
25 18 in der ordenunge ber Teifer. ind bie wife bleif ouch bi den Greifen nue
ber zit bat dat roemſche rich veranvert wart an die Franzoſen ind an Ka-
rolus Magnus. dat keiſerdom bi den Greifen wart niet mit ver fur of
fiefunge beſeſſen, mer nae vorvolgunge der geburte, bat der ſone volgede
dem vader nae im rich ind der broder dem brober ind aſſo vortan. ind
30 der felve feifer van Greifen wart allein gekroent mit einre gulden croin
ind ouch gefalvet al8 ander criftliche foninge van dem patriarchen van
Conftantinopel in der kirchen 30 Conftantinopel die genvempt is ‘zo ber
eiviger wisheit' 1, a8 ouch Die roemſchen feifer gefroent werben mit einre
gultener croin allein vur der ordenung ber kieſung vurß. mer dat felve
s5 feifervom i8 leider vergangen ind verloren van ber crijtenheit ind fomen
Agripp.
Sie,
Bl.
14960.
Bl.
149b.
under bie beijtliche Turken, a8 hernae gejchreven wirt bi keiſer Frederichs 21. BI.
ziden des derden.
20. ziden' fehlt.
1. Die Sophientirche.
BI.1508.
472 VI. Koelhoffſche Chronik.
Yan den koningen der ganger crißenheit, welche gekroent ind gefalvet werden
of niet.
Hie i8 zo willen, dat einveil foninge in ver criftenheit werben ge⸗
froent ind einbeil werben niet gefroent. die ſelven die gefroent werben,
bie werben ouch gejalvet, ind vie jelven haven nu bat privilegium van 5
alder her, dat gheinre fulle pair konink gekroent werben ſunder privile-
gium ind ordenung finre vurfaren.
Die 4 hoich koninkrid.
Der roemſche Toninf, der konink van Iherufalem, der konink van
Frankrich, der fonink van Engelant wirt gefroent ind gefalvet!. 10
Der Eoninf van Sicilien,
Der konink van Schotlant wirt gefalvet ind gefroent.
| Der konink van Hispanien?
Der konink van Ungeren
Der foninf van Polant 15
Der konink van Behemen
Der konink van Caftel
Der konink van Legionis
Der konink van Portugal
Der konink van Arragonen 20
Der foninf van Novarre
Der konink van Novargien
Der konink Daramıo 3
Der Eoninf van Armenien
Der konink Sorbie * 2
Der Toninf van Cyprien
Der konink van Sarbinie
Der konink Catholicus
Der konink van Croacien
Der konink Minirande 3
Der konink Ulconie
Der konink Coleonsis 6
1. Das Bild des Reichsadlers in der pt das Ber eihuiß bei Königsh. 404.
Agrippina Hſ. B BI. 488 führt zwifhen Bon den 11 übrigen find mir einige un:
ben Köpfen eine, auf den Flügeln je zwei verkänblich.
Kronen mit der Aufſchrift: der keiler, ürſtenthum Tarent?
Frankrich, Secilien, Schotlant, Enge⸗ L erbien.
t. 5. Ultonia, Ulſter.
2. 13 der folgenden 24 Namen ent: 6. Katalonien ? Toledo ?
14%.
Der konink Maurie !
Der koninf van Denmark
Der konink van Sveden
Der foninf van Norwegen.
s noch gefroent.
10
15
473
biffe foninge werben noch gefalvet
Dit fin die koningen in den crifenrihen ind niet meir.
Der konink van Iherufalem, der konink van Gecilien, der konink
van Arragonen, ver Toninf van Sarbinien, der konink van Ungaren,
die fin lehenman der roemſcher Firchen.
|Yorvolgunge van den roemfchen keiferen, van den koningen van Vrankrich
ind van den bufchoffen van Coellen 2c., dae ichs vnrhin gelaiffen hain.
Wie keifer Otto III vurß dede fin wif levendich verbernen. item
wie ein grevinne ein wuirich fern droich wur Die unfchult irs mans ind
daedurch Otto der Feifer vurß richtlich verwonnen wart, bat men in
foulde entheuft haven.
Differ keiſer Otto vurß hadde ein geil unkuiſch wif2, die gefan einen Agrivo.
mechtigen greven am leifpen ind boiljchaf, dat he ir dicke weigerde, umb
bat he ein eirbair birve eefrauwe hatte. Dit werde ein wil. bo bie fei-
ferinne fach, dat ir wil niet mit dem greven wolgain enmoicht, warp fi ir
20 groiß ungenaebe untgain in ind clachve dem Teifer over ben greven, fo
tat be die feiferinne boven iren willen hette willen noitzuchtigen of ver-
frechtigen: dairumb woulde fi, dat men ir richde van eme. be wart ge-
warnt van etlichen, dat he des keiſers hof ein wile ſchuwede, want be
were intgain in befacht mit jwairlichen fachen. ver greve bleif ein wile
25 daeheime. fo vraegede in fin huisfrauwe ind fprach: “lieve here, wat
bebuit it, bat ir niet 30 uns heren des keiſers hove enfit ind fus truir-
lichen bie heime licht? des bin ich ungewain. bes bericht mich, lieve
bere, umb got ind aller vruntſchaf ind truwen wil bie ich uch ie bewift
6. Criſtenriich.
1. Murcia?
2. Die folgende breite Erzählung ent-
lehnt einige Säte ber Agrippina, welche
die aus Gotfrid von Viterbo und Martin.
minorita entnommene kurze Berfion bei
Königsh. 422 abichreibt. Da feine we-
fentlihen neuen Elemente binzutreten,
baben wir e8 wohl nur mit einer Ampli⸗
fication zu thun. Zuſammenhang mit
anderen Berichten (3.8. Antonin, chron.
tit, XVI, c.4, Heinrich von Herford ed.
Potthaſt 93, Eron. der Saflen 316) habe
ih nicht entdeden können. Weber bie
Sage vgl. Wilmans, Jahrb. des deutſchen
Reichs unter Otto III. ©. 245.
Agripy.
52b,
eben.
Bl.151.
474 VI. Koelhoffiche Ehronif.
hain of doin mach’. ter greve ſprach: hertzelief ind geiruwe wii, ich clage
it unsme lieven heren gode ind dir, bat ich Loichemaftich belogen bin int-
ghein unjen beren ten feifer van ter keiſerinnen, dat ich fi ze undoigent
begert have ine ir zogemoit, tes ich doch nie euhain willen doin. wie⸗
wail mich des did van ir angefunnen is, jo hain ich8 doch zo allen zäben ;
weteracht turch uns heren goß gebot ind vorte minre jelen int truwen
wil die ich dir zogefacht, geloift ind uoch gehalven Hain. ind were oud)
ſach, tat min here ber feifer zo einchen ziden mir bairumb einche gewalt
aindete, dat moichſtu wur mich verantwerten ind dat geloindige ifer wur
mid) ori dragen, want ich ver puncten ind ſachen vur gebe ind ven luden 1
unfchulvich bin, ind bidden dich, lief wif, tat tu bit bebalg vun mir wur
wair, want ich daebi fterven wil’. it geveile tairnae kurtz, dat dem keiſer
betucdht an dem greven ind meinte, fing wifs ber Teijerinne wort weren
iwair, ind fant haiftich nae dem vurß greren, bat he unverzogen zo eme
queme. ten greven ainte die fach int daicht fich mit ber wairheit 30 ver: ı;
antwerben, ind woulte 30 dem keiſer riven, als be dede, ind |prach: hertze⸗
lieve getrumwe vrauwe, gedenk ter wairheit, bie ich dir gefacht Hain: bat
i8 anders niet ind dairup wil ich fterven. enmach ich mich niet mit reicht
verantwerben, jo ſoike du it mit reicht ind do bi mir durch bie wairheit
mit reicht, a8 unfer ein dem anderen van recht wegen ſchuldich is zo 20
boin bis in ven doit'. vie reife was der vrauwen leit ind gefainden fich
ind maffich troift den anderen fo he beft moicht, ind mallich geloifde deme
anderen getruwe 30 bliven ind 30 bewifen fo lange ir eintch leiſde.
Der greve quam vur den Feifer ind veil eme zo voifje ind boit fin
grueſſe. der feifer enwoulde fine niet fein, mer dede in funber fin verant- 25
werden grifen ind zer ftunt fin heuft afjlain ind begraven. bes greven
gefinde quamen heim ind brachten ver vrauwen bie leider mere vurß. fi
freich heimlich irs mans heuft nis dem grave nae fich.
So nu der grave ein zit boit was geweſt, Do verfunbichte ber Feifer ein Dach, up bem
be woulde 30 gericht figen ind woulde weduwen ind weifen verhoeren ind ouch ge=||richt 3
ind recht laifſen wedervaren. up dem bach quam ouch des greven wif vurß nnd ginf
vur ben keiſer up fin pallais dae he bi allen finen heren und furften zo
gericht ſas, und hatte irs mans heuft heimlichen mit ir ind vragebe ben keiſer ſelfs
eins rechten: fo wat ver verburt hedde, ver eime man fin leven unver-
ſchoult fonder richtlich urdel ind des mans verantwerben in eime gehig 3
fin leven dede nemmen ind neme fonver vichtlich urbel of kuntſchaft, ind
geſunne des ein gerichtliche antwwert van eme als eime overften vichter
des reichten neift gove. ber keiſer fprach: der fulche fachen ind punten
dede of wiſſe lies doin, ber hedde fin Heuft verburt ind bie und ben fulde
1499. . 475
man boeben. bo ſprach bie ſelve vrauwe: “ir furften ind heren alhie ge-
meinlich overal. ich naegelaifien wedewe mins feligen eemans ftain alhie
pur uch ind clagen gode unsme heren in fime himmeljchen troin ind uch
allefamen over keiſer Dtten alhie fitende, Dat he mime felligen manne
s vurgenant fin beuft hait af toin ſlain und fins levens berouft jonder
ichoult, unverantwert, ſonder recht, unveriwonnens urdels of Funtichaft
ber zicht, die be 30 eme bait. ind want be mins eemand verantiverden
niet inhait willen hoexen noch fin unſchoult inhait willen intfangen van
eme do he noch leifve, fo ftain ich hie als fin recht eewif ind naegelaiſſen
ı0 wedewe ind bieden mich vur minen jelligen man ein geloint ifern ver in
30 dragen, want he nie mit der feiferinnen 30 fchaffen enhait willen haven
durch go wort, ſins heren houldunge ind umb reichter truwen ind echt-
ſchaft, als he ind ich in unjem leven zoſamen ftoinven, ind gefinnen batrumb
gericht ind recht: of ich dat geloinde ifer dragen, a8 mir dat recht zowiſt
15 ban recht zo dragen, of ich eit asdan genoich gedain have vur mins feligen
mans unſchoult, gelich of he bat ſelfs gebain hette, dat he ouch jelfs in
jime leven geboden hait zo boin, des men van eme niet nemmen noch 30
richtlicher verantwerden komen noch zolaiffen enwoulbe. dat i8 ein. item
30 dem anderen mail jo hoffen ich nae lude des feifers urdel, dat men bem
2 feifer dat leven nemmen fole ind den ghenen bie den boitflach ind confent
beden, bat minem man jin leven fonver recht als vurß genomen wart, of
man fole teme vechten afbrechen, bat eins keiſers urdel ind furftliche vol⸗
gunge achter deſer zit van unwerde fin, ind gefinnen bairumb gericht ur»
dels inb recht, umb die unfchoult van mir 30 nemmen ind umb beffe-
2 runge ber felen mins feligen mans ind mir dairumb zo dein, ind hoff,
bot men mir des van reicht niet weigeren enjolle”.
Item dat veile dem feiler hart zo hoeren vur den furften ind ge-
meinden, ind ftalt dat urvel an einen alden grilen furften, der fich vlis⸗
lichen dairup beriet. der fprach und wit vur ein recht: wolde Die wedewe
ein gewoinlich geloint iferen in ir bloiffe hant nemen ind dat bae in hal-
ben unverwandelt ain emant anders hulpe of lejchunge fo lange bis eme
fin reichte geloit verginge, fo foulde men ver frauwen unfchoult intfangen
ind ir asdan veicht vort laiffen weberfaren. bie vrauwe loifve dat urdel
ouch und verurfunte it mit. dat ifer wart geloint gemacht up einen an-
35 deren dach dair mannich minjch zofach, ind die frauwe nam it vri in ir
hant bis it verlafch. die frauwe ftalt 30 urdel vur ven furften, naedeme
fi deme urdel der unfchoult genoich dede, of fi iet me mit dem ifern boin
joulde van reicht, dat men ir bat wift, up dat ir gericht wurde van dem
30. !off’ für “aim.
476 v1. Koclheffiche Chronik.
teifer, als hievur gewift ind vie furften wisgefprochen Betten. item tie
Agrip- furften wiften, der keifer fulve ir 30 befferungen ftain. do erſchrak der Feifer
FR und ergaf fich in der frauwen genabe. bie furflen baeden bie grevinnen umb ein
zit pages daetuſchen he ir befferunge ſoulde doin nae goitdunken irre ind
irre vrunde, bat was 10 vage. tat geichach. als ver dach umb was, ;
die furften baeten ever umb 8 tage, a8 gejchach. daetuſchen ervoir ver
keifer an ſime wive, tat fi it dem greven, as vurß is, angejunnen hatte,
ind umb bat be is niet doin enwoulde, umb fonverliche betruwen, bie ver
Teifer 30 dem greven hatte, dachte dat wif Die [oegen over in, up bat be fi
26 entahein ven keiſer niet enbeclafte. ind do he die wairheit jo erwant ’ int u
bie truwicheit des greven overtachte, ließ he bie Feiferinne levendich ver-
Agrirp. bernen, ind loiſt fin felfs lif warn ber webewen mit 4 fchonen ſloſſen ind veſten, bie
he ir gaf zo eigen, bie ouch heifchen nae dem zale ber felven ziden bie Zeinde ind die
Echte.
[Bild einer Kirche, wie BI. 172, ans Fascic. temp. entnommen.) 15
Sent Diertins ftift of collegium 30 Worms dede der vurß Teifer
Dtto machen und begoivet dat groislich mit venten 2.
Yan dem eirſten beginne intgemein der mannichfeldiger herlicheiden
in dem adelichen fait.
Hie i8 zo mirken, dat vur ter zit Ottonis bes derden in buitfchen 2
landen und ouch in eindeil anderen landen niet fin geweſt fo vil under:
fcheit der edelinge und ver herlicheiten as nu zer zit fin van herzoch—
bomen, van paltzgraven, van marlgraven, van lantgraven, van burdh-
graven, van vriberen zc., behalven deſe nageichreven herzochdomen und
berlicheiden, a8 DBeieren, Saffen, Franken, Swaven, Lothringen of»
Lothrich ind Doringen. anders vinſtu wenich, ind fin gemeinlich al up-
fomen nae ver infeßunge des corpus des hilligen roemſchen rich8. in ven
hiftorien ind fchriften vur deſen ziven vinftu alzo wenich und bi aventuir
niet gejchreven van ven felven, mer nae der zit, al$ dat keiſerdom is fomen
in bie duitſche nation, fo haven die jelven Feifer verfein und begavet mit »
bil ind mancherlei ampt ir bienftman, ind dairumb intgemein haven ge-
nomen die vurß herlicheiven ir beginne 30 deſen ziben, ind van ber einbeil
wirt ouch geroirt in vorvolgunge der hiftorien. beögelichen is van ben
richfteden, die ouch 30 deſen ziden upfomen fin.
1. Die Schlußworte find Direct aus Burchard gegründet. Vgl. Arnold, Ber:
Königsh. 423 entnommen. faſſungsgeſch. der deutſchen Freiſtädte
2. Das Martinsſtift wurde erſt An- I, 58.
fang des 11. Jahrh. durch Biſchof
1499. 477
Yan der herkomf der greven van Gelre.
[Bild eine® Herzogs.)
Mengofus greve van Gelre ind van Zutphen.,....be dede buwen ein
foeftlich jonfraumencloifter 30 Bilich genoempt ..... ind be mit finre buisfrauwen
5 ind mit finen zweien boechteren gingen in bat cloifter, ind is van ſent Benebictus
orben, ind Dae wurden fi alle begraven!. van den greven van Gelre, bie nae deſem
Mengofus geweft fin bis 30 der zit Dat greve Gerlach was?, vint men niet
beichreven.
Anno domini 985 was feifer Otto III 30 Nimmagen...... up bie zit nam
10 greve Arnulphus der derbe greve van Hollant keiſers Otto doechter ind hieſch Lut-
gart?d, und wart die bruloft dae gehalden koeſtlich ind eirlich. vide
infra anno 988.
H [Bild eines Königs.)
Lodowich des vurß Lotharius ſone ind ber leſte konink in Vrankrich van Karolus
15 Magnus geſlecht ..... ind alſo vergink Karolus Magnus geſlecht gantz, dat ghein
konink in Vrankrich daevan wart anno dni. 987. ind as men lieſt, fo wart dat
jelve geflecht van got verworpen, want bie felden naefomelinge bie wa—
ven me verjtoerer der billigen kirchen dan uprichter der felven, ind waren
gantz fchentlich aftreden van ver erberheit ind vechtferdicheit irre vur-
20 faren. doch bleif dat ſelve geflecht heirfchenve in Brabant, van ven it ouch
hadde fin oirſprunk. und al wart it ein zit lank achterrugge gefakt, fo
quam tt doch widderumb an dat felve geflecht a8 hernae gejchreven fteit.
Karolus herzoch van Brabant, des vurß Lodowichs veme..... jo underwan
ſich des koninkrichs van Frankrich Hugo fin neve..... Karolus vurß bielte
25 ein groiſſen ſtrit intghein den Hugo vurß ind die heren uis Frankrich vie
intghein in waren. herzoch Hugo wederſtonde eme ſere mechtichlich, mer
doch int leſt moiſt he die vlucht nemmen und eme wart vil volks erſlagen
ind gefangen, und Karolus vurß herzoch van Brabant wan ven ſtrit“
und zoich weberumb mit eime groifjen rouf5..... bo nu Karolus gefangen was,
30 jo lies fi Hugo vurß ſalven zo eime konink van Frankrich, ind desfelven jairs
flarf herzoch Karolus van Brabant in ber gefenkniffe. be hadde regiert Brabant 29
jair und flarf || anno dni. 9886. ver felve herzoch Karl habbe ein fon der hiejch Otto,
ind ein doechter biejch Gerberga.
[Ziemlich frei nach Florar. 166%. 162b (89), VBgl. auch oben Bl. 135°.)
1. Nach Wilhelm von Verden geben rem Luitgardam Arnulphus :c.
zwei feiner vier Töchter zu Köln ins Klo» - 4. Diefer Zuſatz ift wohl nur eine
fter, Die eine, Adelheid, wird Später Ach Wiederholung des ummittelbar vorher
tiffin zu Bilih, ersäßlten glüdlichen Ausfalls aus Laon.
2. Bei Wilhelm wird vor Gerlach Multa cum preda revertitur hat
noch Otto I. genannt. Vgl. auch DI. pio bei Gelegenheit eines Zuges gegen
1584. Rheims.
3. Theophana imperatrix filia Theo- 6. 991 Flor.
phani Grecorum imperatoris, cuius soro-
Wil-
helw. de
Berchen
20 ff.
ib, 23,
Bl. 1520.
Florar.
j02
Bl I 52b,
478 VI. Koelhoffſche Chronik.
Bilb eines Konigs.
Hugo ber zogenoempt was Copes of Capucins, van dem geſlecht ver
" Saffen geboren ..... was des groiffen Hugo fon ind bifchof Bruins van
Coellen fuefter fon, Hedwich genoempt. be was zom eirften ein greve van
Baris, ein marſchalk der kroen van Frankrich und ein herzoch der Fran- 5
zofen nae fins vaders doit. he began zo regieren anno dni. 988....- ſent
Walericus verhies im bat koninkrich van Frankrich, dat he bat ind fin
naclomen fulden behalden in sempiternam generationem, bie anderen
ſchriven ‘usque in septimam generationem’.
Lodowicus ker lefte was van dem gejfecht Ermegart, die ein boechter 10
was Karls des fimpelen?, ind bis zo dem hatte geduert bat geflecht van
Karolus Magnus ind Pipinus find vaders. ind alfus durch tefen leſten
Lodowich i8 dat koninkrich ver Franzoſen widderumb fomen van Rarolus
Magnus gejlecht, ind Durch verbienft ver liever zweier billigen wart ver:
haven zo der koninflicher Froin Hugo vurß. 15
Ropert ... wart konink von Franfrih ..... jo machte he dat refponforium:
‘O constantia martyrum’.
Dtto des vurß Karls fone underwan fich des herzochdoms van Bra-
bant nae fing vaders boit umbtrint 988 ind vegierve bat vurk herzoch⸗
dom 14 jair ind ftarf fonver erven 10023. deſe Otto, as be an. fime %
doitbedde lach, fo overgaf he uis vrien willen dem roemſchen rich bat ber-
zochbom van Lothrich, ind dat herzochtom van Brabant gaf he Gotfrit
bem greven van Ardennen, ind wart beleint van dem feifer, ind enterft
ſinre fuefter fone. ind aljo Gerbergis, des vurß herzoch Ottonis fuefter,
in dem boide irs broders verloir fi iren vader, iren broder, ir lant und 3
die croin van Branfrich, ind ir man wart in eime jtride erjlagen*. fie
ouch in dem 155. blade.
Arnulphus greve van Holfant ....... .
[Florar 1673 (95).]
| Diderich TIT des vurß Arnulphus fon... ..
regiert 5 Jair.
Bl. 1538
(rätfeht.
156).
be zoich ouch up die Sa- ®
13. San? flatt van’,
wird, fondern früheſtens 1012. Bol.
Gieſebrecht, Kaiſerzeit (3. Aufl.) II, 604.
2. Ludwig V. iſt Urenlel Karl des Niederlothringen kam an ven Arbenner
Einfättigen dem Manneflamnte nad). grafen Gotfrieb I. Ebend. 119. Eine
3. Otte wurde 992 Herzog von Nie enau entiprepenbe Borlage dieſes Ab-
derlothringen. Sein Tod fällt nicht —* habe ich nicht gefunden.
1. Flor. nennt ihn Schweſterſohn
Otto's J., deſſen Bruder Bruno war.
1005, wie gewöhnlich nach Sigebert
(Mon. Germ. SS. VI, 354) angenommen
4. Zambert E.’ Graf von Löwen, ber
1015 bei Fleurns fiel.
1499, 479
racen ind Turken ind bewisde fich vitterlich *. vairmae flarf he anno dni.
1039? sexto Kal. Januarii. Der. 27.
[Florar. 167b (97).]
[Bild eines Papftes.]
5 Sohannes XIV..... Johannes XV..... deſem pais wart weergeven, bat
be ftarf.
[Martin. 432,4. Köonigsh. 551.)
Diffe zwen paiffe vurß werben van eindeil wur ein pais gerechent
in der zail, want fi in eime jair pais waren?.
10 Johannes XVI..... flarf in vreden und wart 30 Rome begraben.
[Martin. und Königsh. 551.].
Gregorius V..... wibebe den Otto III 30 eim keiſer.
[Martin. 432, 13. 466, 6. Konigsb. 551. Eile 321. Statt ‘eis legait vau
Conftantinopel PBlacencius ‚genoempt’ fteht bei Martin.: Placertinum (Piacenza)
15 episcopum de legacione Constantinopolitana redeuntem. Statt ‘he lies ir (der
Romer) vit foppen, be vink Erescencins ind lacht in alſo hart bis in finen doit':
Cresceneium eaptum truncavit capite.]
Johannes XVII..... regterbe dat patsbom niet dan 10 maende. 28.
Silveſter IT..... be zoich in Hispaniam in ein flat Hiepafis genoempt, dat
20 be dair ſtudie⸗ ren woulde, ind gaf fich 30 der kunſt, die dae leret prophetie- 81.153».
ven und wairfagen uis tem gefanf ver vogel. item he leirte in der ſwar⸗
ger kunſt, und dairzo in allen natuevlichen kunſten leerde be fo fere, bat he
al andere overtraf in uuft..... Roberten, ber maemails ein frommte hillich to»
nint wart. diſſe Robert! macht den felven Gilbert bifchof zo Remen, ind
25 dae machte he alzo kunſtliche urewerk und orgelen. ind umb einbeif ſon—
derlicher ſachen willen wart he afgeſetzt van dem ſelven biſchdom. do
zoich he gen Rome und wart ein ertzbiſchof zo Rapenne und zo leſte pais.....
etzlich lude ſagent und wenent, bat fin graf ſweis as ein pais ſterven ſolle: des euſal
men gheinen gelouven hains.
30 [Martin.432,22. Königsh. 322. Eike 322. Mit einigen Mißverftänpniffen.]
Sohannes der XVIIT..... 6 maende ind 21 dage. Martin.
Sohannes der XIX ..... 6 jair 5 maende und 21 dage®, ib.
[Bild eines Bifchofs.]
Euergerns der 2%. biſchof zu Collen, und quam an bat bifhbom anno dni. Chron.
35 983 under dem derden feier Otto ind befas bat biſchdom 15 jair, und ligget begra- re
ven in ſent Peters monfter van Coellen.
27. ‘hen’ Ratt ‘he.
1. Flor. bat bloß den Beinamen Jhe- wurde Gerbert ſchon unter Hugo.
rosolimita. Wante it IE maniges Wies ſede,
2. 1039 Bat Fior. 1772 (114) für den bat * nat wirt’. Eile.
Regierungsantritt Dierridre IV. 6. Annis quinque. ebenfalls benkt
3. Bat. Königsh. 554 Note 1. bie Chronik noch an die Regierungsdauer
4. Irrig! Erzbifhof von Rheims des vorhergehenden Fapfes
Agrips
480) VI. Koelhoffſche Ehronit.
Herebertus ber billige man wart 30 Collen der 30. bifchof anno Ani. 999 bi
vina SFR peiferg Otto IT even! *]ind flarf in feifer Henrich ziden bes anderen und beſas den
(Vita
8. Her.
*Chron.
praes.
Agrip⸗
pina57b
ftoif 21 jair.|* do der vurß bifchof Euergerus geftorven und begraven was, niet lange
dairnae was ein vergaberunge umb einen anderen bijchof 30 tiefen, Die pafichaf mit
der gemeinte, inb wurben ber fuir unein® under fi. merkt bat bie burger ouch mit 5
in ber kuir bes bifchofs waren. ben ghenen, ben bie burger verworpen, ben foren bie
"geiftlichen, Wengelinus genant. ber ſelve Wentelinus fprach zo in allen: “ich enbe-
geren niet bifchof 30 fin und wil ouch in deſen fachen niemant beniben. ich wil ud
"einen anderen nennen ber des amp und ſtaits wirbich is, Der zo gobe und der werlt
boechlich is, der zo Chriſto innich iS ind dem roemſchen keiſer unſerem heren wert, 10
31.1548." ind dat is ber eirwerdige man Herebertus’. fo balde he die worde uis hadde, wart
Aaripp
ein gemein roif van alle dem volf,. beide geiſtlich ind werltlich, dat it in allen wail
behagede. ind aljo wart ber ein flimme ind ein wil bie vur uneins waren nae wun-
derlicher wife in ein man ber niet gegenwerbich was im lande. bo mu bie botichaf
defer gefchicht overmig die Iegaten van der pafichaf ind van dem treffichften der flat 15
Coellen our keifer Otto vurß quam zo Benevente in Italien, dae der keifer up bie zit
was, do wart ber leiſer groifjelichen eroreuwet ind bebankte fich ſere deſer eindrecht⸗
licher kieſung, want bat he begerde ind in bat befte dochte, hadden fi volbradhte. wat
jneffer worbe ind andedhtiger reben fent Herbert debe wur dem keiſer, fo im bit vur:
gehalden wart, fin genuechlich zo hoeren, bat welche dan clair in finre legende is ber 20
ſchreven.
Sib und 30 Benevente in welſchen landen up ginfit Florens wart eme Die wirbicheit des
»$a.(Vita
S. Her.
bufchoflichen ftaig gegeven up den 11. dach bes braemaent?, dat is up fent Barnabas
122%, dach, ind van danne zoge he gen Rome ind intfink fin palltum van dem paiffe, ind
14).
Juni 11
Der. 24.
Narivp
bSe,
Chron.
praes.
191,
zoich van dan gen Coellen zo fime ftoil ind quam bair up kerſtavent. ind als be zo 2
Coellen quam, jo lies be im bat pallium vurbragen, ind be dede linen cleider an over
fih ind volgebe dem pallium barvois nae mit groiffer oitmodicheit bis in bie flat
Eoellen, wiewail zo ber zit winterlelde was, ind viel fwairlich ſulchen wirdigen man
van weilbegen bagen alfus 30 gain barvoeſſich in ber winterlelde. he hadde
ein upmirken, 30 wat roif he geheifchen was, ind bat he niet 30 dem riche ber luide of 30
bes volks, ſunder 30 bem dienfte ber billigen got diseipulen was geroifen.
Item: fo nu fent Herbert in bienfte ind raede was des keiſers
Dtten, iS wail 30 proeven, dat he mit im raede is geweſt in ber in—
ſetzunge der furfurften, der hei kurtz dairnae felve ein wart ind ber eirfte
im bufcheom van Coellen. men vint ouch in finre legenven niet, bat he ®
fich des zitlichen regiment in Coellen tet zo regieren underwonden have,
dan allein jelen zo winnen. .
Wanne ind van wem die abdie of dat cloifter 30 Duiiſche gemaidt fi.
Item deſe vurß hillige bufchof ſent Herebert dede machen dat munſter ind bie
31. was be. 32. *ind? flatt im.
1. Die Agripp. folgt nicht der älter deſſen Zuſätze in ber Pertz'ſchen Ausgabe
ren, von Lantbert verfaßten Vita Heri- dem Text Lantberts beigegeben find.
berti (Mon. Germ. SS. IV), fonbeyn ber 2. 7. Idus Julii (Bar. Junii) Vita
Ueberarbeitung bes Rupert von Deug, S. Herib.
1499. 481
abdie 30 Duitfche in ere ber mober gobes ind begoebe bat ſelve richliche. inb daeſel⸗
ven wart he begraven nae fime boibe.
Die kirche 30 den apoftolen binnen der flat Coellen.
Item: der felve fent Herbert began ouch zo machen bat collegium buiffen Ohron.
san bie flatmuire vom Eoellen, bat genoempt is 30 ben apoftolen, dat van Pigs”
bem naevolgenben bufchof, Peregrinus genoempt, volmacht wart ind nae ber zit
begreifen in die nuwe ftatmuire, die 30 der zit noch niet gemacht was !.
Yan dem eirſten gekoren koninge van Rome ind van den eirſten kurfurflen,
ind wie die geheifhen haven.
10 In dem jair uns beren 1000 ind Ljair..... quamen die kurfurften zofamen Könige:
zo Frankfort ..... diſſer keiſer Henrich was der eirſte, der van den ſeven kurfurſten
erweilt wart: Popo der eirſte kurfurſte van Meintz, ſent Herebertus der
eirſte kurfurſt van Coellen, Erkenbaldus der eirſte kurfurſt van Trier?.
1 Yan dem buſchof van Menk zo den ziden. en
15 30 den ziden was ein bufchof 30 Mentz ind hieſch Willigifus...... . . ind van Scheel
der zit an hait ein buſchof van Ment ind ein ftat van Mentz gevoirt in irme bannier
ind wimpele zwei raberd. ind bat was ber eirft van den bufchoven van
Mentz ver ein kurfurſt was. .
Item he dede machen die mefjen vueren zo Ment an unfer liever
2 vrauwen kirchen, als dae in die dueren gegraven is: Willigisus archi-
episcopus ex metalli specie has effecerat valvas primus®.
| Anno domini 1001.
[Bild eines Kaifers.)
Henricus der ander roemſche keifer ..... ber 4. duitſch keiſer. die nuwe ind
3 eirſten kurfurſten ſaegen ane, dat dat keiſerdom durch die Saſſen an bie
buitfche nation fomen was ind ein rebeliche lange zit bi den geftanden:
dairumb enwoulden fi Dat niet jo fnellich van dem felven ftam ind huiſe nemmen,
ind foren ben feifer Henrich, der vam ſtam ber Saffen was..... van dem eirften
Henrich, der allein konink was, bis zo diſſem 100 und 5 jair.
30 (Königsh. 426. Supplem. 179b. Rudim. Florar. 1712 (103).]
Differ keiſer Henrich was herzoch Henrichs fon van Beieren, der welche her:
zoch Henrich was ein broder Ottonis des eirften5. Feifer Henrich hadde
1. Ganz richtig. dau 1761) verbundenen Kaiſerchronik bis
2. Erkenbald wurde 1011 zu Mainz, 1462 (vgl. darüber Königsh. 190 N. 4).
Foppo 1017 zu Trier Erzbiſchof. Bol. 4. Diefe Broncethiiren befinden ſich
BI. 155. jetzt am Dom. Werner, Dom zu Mainz
3. Aehnlich fteht dieſe Sage jhon in 328,
der mit Thomas Lirer (ed. Wegelin, Lin: 5. Richtiger Neffe. °
Städtechroniten. XL. 31
bof. 126.
482 VI. Koelhoffſche Ehronit.
ein broder! ind hieſch Dederich ind wart buſchof zo Metz, ind ein ſuſter
ind hieſch Giſela. he hadde ein edel vromme ind hillige vrauwe ind was Ku⸗
nigundis genoempt, ein dochter Sifridt eins paltzgreven bi Rin, ind leveden bi ein
in eim jonferlichen ſtait bis in den doit c. anno dni. 1007 hielte keiſer Hen-
rich ein grois concilium 30 Frankfort a8 van des buſchdoms wegen 30 5
Babenberch, dat he dae began zo machen ?, ind ſtiſde albae...... ein cloiſter
in jent Benedictus ind fent Steffans ere.
[Cron. der Saffen 318. Eile 327.)
Dae be was konink geweft 12 jair, do voir be over berch gen Rome ..... ind
dairumb hieſch men in ‘der binfenbe konink Henrih’ ind wart alſus ewed ı
bradt.
[Königsh. 426. 428. Supplem. 1796. Eife 326.)
Die zwei koninkrid van Ungarien ind van Polant ind dairzo Buifenlant
wurden criſten 39 der zit des keifers.
Dı. 1515 Item keiſer Henrich hadde ein fuefter ind hieſch Giſela ..... alſo wurden bie 15
zwei koninkrich criften. item dairzo dat lant Auiffen wart ouch befeirt zo
bent criftengelouven.
[Eile 326. Königsh. 426. Sigeb. 354, 61.)
re Differ keiſer Henrich ind fin huisfrauwe Cunigundis fin albeide billigen min-
430. Then geweſt ..... Kunigund levede noch 15 jair nae eme. a
Yan eime concilium, dat 30 Nimmegen gehalden wert anno domini 1018.
Wilh, de In dem 4. jair des keiſerdoms keifer Henrichs, up den 17. bach bes mer:
Berepen tzens, was zo Nimmegen ein grois vergaderung ..... ind dae wart geſloſſen ind
geſatzt, dat men bat hillige facrament ſoulde legen zo ber lurtzſcher hant ind den I
jegen 30 der rechter hant des priefters up dem altair.
Hie quam dat herzohdom van Kothrich ind van Brabant van Karolus Magnus
gefledht an die greven van Ardenuen.
Vgl. Bl.
I. Als vurß i8 anno dni. 988, a8 Dtto herzoch Karls fon gejtorven
1679 was, do wart begraven mit dem jelven Otto fehilt ind helm. he hadde doch
1966 ein fuefter Gerberga genvempt ..... tufchen ber zit warden die finder van Gerberga 3)
Mrs) bie greven van Bruxell ind van Loeven genoempt.
Florar. Gotfrit greve van Ardennen quam an bat herzochdom van Lothrich als Otto
IT, vurß doit was.
ib. f. Der ander herzoc) was Gezelo, der derbe mas Gotfrit II, der 4. was Got
frit III, der 5. was Gotfrit mit dem bovelt, ver 6. was Gotfrit van
1. Richtiger Schwager. 3. xvır. kal. April.
2. Vgl. Ekkeh. 192, 29: sextoque 4. Godefridus III. dietus gibboans.
regni sui anno sapienti eonsilio episco- Florar. 186% (132).
Patum Babenberg constituit.
1499. 483
Boulion der durchluchtige ind allerftritbarlichfte furft. van dem fie hernae
anno dni. 1083.
Hie iS zo mirken, bat binnen der zit dat bat vurß herzochdom van _Bgt.
Lothrich an die greven van Ardennen fomen was ind under ir gewalt m,
s ftunde, fo wart Gerberga, des vurß herzoch Ottonis fuefter, geheifchen (10«.
ein grevinne van Loeven ind van Bruxell, ind desgelich ir naefomelinge 150).
bis 30 ber zit dat herzoch Gotfrivus mit dem bart dat lant vurß an fich
brachte: bo wurden bie naefomelinge der vurß vrauwen Gerbert, die was
van Karolus Magnus ftam, widderumb upgenomen ind genoempt herzoge
ıo van Lothrich ind van Brabant.
Gerbergis un ..... babbe ein man genoempt Sambert ..... 30 leſte wart m u.
be in eime ftrit erflagen anno 1015 ind was greve geweft van Loeven 26 jair!.
Item: bie graeffchaf van Loeven ind Bruxell hielden fin naelomelinge as Hen- !b- m.
rich der alde ind Lambert :c. 02.
114).
15 | Ein ververlich exempel van den dankeren. BL.155b.
Item: bit i8 gefchiet bi des keiſers ziven in Saffenlant up den kerſtavent in eim Vine-
borp, dae ein firche is gewiet in die ere des billigen mertelers fent Magnus. Dae mas hist.
ein priefter ind was Ropertus genoempt, ber bielde miffe. nu waren bae etzliche un- TA) ı
zuchtige ind verlaiffen minfchen ind die dantzden up bem kirchhof, ind ber priefter Dede Schedel
% in verbieben bat fi uphoirben, inb dat woulden fi niet boin. do plaegebe fi got, bat 187».
fi ein gank jair affo dantten. ind do dat jair umb was, fo quam ber hillige man
ſent Herbert bufhof van Eoellen, ind der overmitz fin billige gebede werlosbe bie. ind
als fi upgehoirten 30 banken, fo laegen ir ein deil dri dage ind fliefen, ein deil ſturven
geelich of haeſtlich ind ein beit beflerben fich alfo dat fi billige Iude wurben ind deden
25 mirakel 2.
Sergius IV ein Romer geboren ..... Benedictus VOII ..... wiede
ouch den doem zo Bavenberch.
[Martin. 432,49. Rönigsh. 553.)
[Bild eines Biſchofs.)
3 Pelegrinus of Beilgerum wart ber 31. buſchof 30 Coellen anno dni. Ohren.
10173 under feifer Henrich ind ftarf under feifer Konrait naegejchreven. 192.
be beſas dat buſchdom 15 jair. diſſe ſelve bufchof volmachte dat munfter 30 den apofto>
len, bat beftanden was 30 machen van fent Herbert, ind begoede bat mit pro-
ven. albae leit beffelne Pilgerum begraven. be flarf anno domini 1036. vine.
35 Diffe vurß bufchof quam an dat buſchdom van Eoellen aljus!. rar
xxVI,
c, 12.
1. Annis decem. 4. Die folgende Erzählung ift breiter
2. Diefe und die unten folgende Sage als bie bes Vine. und weicht mehrfach in
iiber die Erhebung Erzbiſchof Pilgrim’8 Nebenumftänden ab. Uebrigens wird
entnimmt Bincenz v. Beauvais aus Wil- dort meber ber Kaifer noch ber Biſchof ge-
helm's von Malmesbury Gesta regum nannt, die Hebertragung auf Pilgrim ift
Anglorum II, 174.175 (ed. Hardy, Lon- wiũturlich Dal. euatel r. für rbei-
don 1840. I, 285). niſch⸗weſtf. Geſch. I,
3. Erſt 1021.
31*
484 VI. Koelboffiche Chronik.
it is geſchiet, dat bi den ziden dae ſent Herbert geſtorven was, dat ſent Henrich leiſer
zo Coellen was, ind van gotz ſchickung ſo voegde got, dat diſſe Peilgerinus in biweſen
des vurß keiſers ſin gezide ſprach. nu was Pelegrinus ein plump grof ungeſtalt ind
heslich mau van lif ind was prieſter, al was he ſuſt nae dem geiſt ind ſinre ſelen nae
ein alzo wiſſe geiſtlich ind hillich man. dae nu diſſen prieſter keiſer Henrich auſach der 5
fin gezide ſprach, fo Dachte der keiſer vurß im ſich felfs: “wie ein eiſtlich ungeſtalt paff
is dat'. ind als der keiſer dat dachte, ſo lais der vurß prieſter gelich zo der ſelver zit
Vß den vers in dem ſelter: seitote quoniam Dominus ipse est Deus, dat is: ‘ir ſult
*wiſſen; want unfe here is got’. ind bat wort nam ber priefter 30 hertzen ind bebradite
bat innichlich, ind alfus uis eim verweckden hertzen ſprach he den feloen [vers] uis mit 10
einre bogere flimme dan dat eirſte deil vurhin ind fpradh alſus: ipse fecit nos et non
ipsi nos, dat is: ‘ber felve here ind got hait uns gemaicht ind wir haven uns niet
gemaicht', ind bat lude gelich gevoeglich up des keiſers gedachte, as hedde he im baemit
willen antwerben. ind ber billige keiſer wart in fich ſelfs geftraift ind emtfin? defe rede
vau dem priefter, als hedde he ein prophet geweft, ind hielt in wur ein billigen man ı:
als he ouch was, ind maicht in zo eim bufchof 30 Eoclien widder fin willen.
BL.156®, I [Bild eines Kaifers.]
Anno domini 1026.
Conrait, der ander roemſche foninf van dem namen ind ber eirfte
feifer van dem namen. a
Ich vinden hie zweierlei meinung, dat der vurß Conrait fi keiſer
RR wurden. ein beil jchriven alfus: do keifer Henrich geftorven was, fo wurden bie
(Rö=_ kurfurften uneins, fo bat dat rich zwei jair flunde fonber feifer. zo left foren fi Con⸗
en rait ber ein herzoch was in Franken. die ander fehriven alſus: do keiſer Hen-
Rudim. rich mirkte ind proefve dat he fterven ſulde, jo beftalte he mit rait der ander %
novic.
over furſten, dat Conrait herzoch van Franken ſoulde keiſer nae eme fin x.
a, ind demnae fo wurde anders ind anders genommen bat beginne van
ſime vegiment. ind doch dat gemein beil fchrift bat umbtrint anno 10251,
ind bat overfumpt mit der ander meinung.
Diffe vurß Eonrait wart ber 82. feifer...... ind macht vil keiſerlicher rechte bie 30
noit ind nut waren, als dan in werltlihen rechten befhreven fteit.
[Eile 330. Supplem. 1806. Agrippina 59%. Sigeb. 356,2. Königsh. 429.)
Item : difje konink plach vurzit fere up dat rich ind finen broder Henrich vurf
30 kriegen, alfo dat in keiſer Henrich? vurß verbreif nis Duitichlant in Ungaren .....
jo reich be fin lant weder, mer dat he Noirrenburch dem rich laiſſen moeft. 3
[Eile 331. Mit Heinen Erweiterungen.)
10. 'ver®’ fehlt. 16. Hier folgen im Drud zwei Zeilen, ven Schluß des Blatıes bildend
und unvollendet im Sinne, die fhon die legten Zeilen des vorigen Blattes bilveten und vort
richtig weiter geführt find: “Item Feifer Henrich — der felve konink geloven bat’.
1. So Eile 330. toge Hinric, Des koning Konrabes broder,
2. Mißverſtändniß! Eike: ‘de her- de mas fere weber eme' xc.
1499.
485
Wanne ind van wem dat buſchdom van Spire angehanen fi.
Differ teifer Conrait vinge an dat buſchdom van Spire, ind bat volmadhte fin —
naekomen.
he vermeirde ind macht groiſſer die ſtat Nemetum, alſus was?
genoempt der felve vlek vurbin, ind nante bie nuwe ftat Spire.
ind ale
5 he geftorven was, jo wart be begraben i in den jelven doim in ver konink
choir.
Wie vil roemſcher keiſer ind koninge ind wie die geheiſchen fin die 30 Spier
in der koninge choir begraven liggen.
I Here Mathis buſchof zo Spier!, bi den jaeren uns beren 1470, 30 Bl. 186b.
jo der eren bes heilgen roemjchen richs ind zo Lof finre bufchoflichen kirchen, dae die ver-
noempfte begrefnis i8 ber roemfcher feifer ind roemfcher foninge mit iren huisfrauwen
ind kinderen van buitfcher nation, hait laiſſen zeichen in ein tafıl, die in dem ſelve
koninkschoir hankt, wie vil loninge ind keiſer ind mit iren namen in dem ſelven
choir begraven ſin?.
Conrait der ander roemſche koenink ind der eirſte keiſer van den namen, herzoch
van Frankenlant, hatte ein huisfrauwe Giſela genoempt, die was geboren van dem
gebloede ber koninge van Vrankrichs. diſſer keiſer Conrait als vurß hait die kirche zo
Nemeten, dat is nu Spire, die vur alden ziden gebuwet was in die ere ſent Stephans
des hilligen pais ind mertelers, gantz afgebrochen ind doin machen loeſtlich die kirche
u die men nu ſiet, ind be lachte den eirſten ſtein van ber ſelven Kirchen up ſent Marga—
reten avent ber billiger jonferen anno domini 1030 ind dede die wien in ber ere unjer
liever vrauwen bi ber zit dat Reginbaldus bufchof 30 Spire was.
ind flarf der vurß
keifer Conrait in Trajecto inferiori anno domini 1038 %.
Henricus der derbe roemſche koenink ind der ander keifer va Rome, ber genoempt
25 was der milde of ber ſwartz, des vurß keiſers Conraitz fon ind Gifele finre huisfraumen
fon, hadde des koninks dochter uis Engelant Agnes genvempt.
der flarf anno dni.
1056 tereio Nonas Octobris5 ind i8 dae begraven.
Henrich der 1V roemfche konink ind der derde roemſche keiſer, des vurß Henrichs
fon, hadde cin huisfraumwe Berta genvempt.
be ftarf anno dni. 1106 VII Idus Au-
30 gusti in dem torne, ben fin fon gevangen hadde ind hielt bis in fin doits, ind i8 dae⸗
jelfs begraven.
21. MCcc.
1. Die Gedächtnißtafel Des Biſchofs
Mathias (1464 — 78) ift nicht mehr vor-
handen. Gedruckt ift diefelbe bei Leh⸗
mann, Chronica der freyer Reichs Stadt
Speier (Ausg. von 1698) ©. 648. Einige
Barianten bietet eine Abfchrift in einer
Münchener Hſ. Cod. Latin. fol. n. 88.
15. Sahrh. (Nach freundlicher Mitthei-
lung von Prof. Hegel.)
2. Hanc tabulam fleri ordinavimus,
in qua nomina in hoc choro regum hu-
matorum . . . conscribi et annotari fe-
cimus, quorum anime et omnium Christi
fidelium in pace misericorditer requie-
scant. Lehmann.
3. De antiquo sanguine regni Fran-
ciae ortam.
4. Obiit idem Conradus secundus
Nonas Julii anno 1039. Hſ. Bei Leh⸗
mann dagegen fteht richtig: secundo no-
nas iunii.
5. Bei Lehmann folgt: praesidente
episcopo Conrado. idem Heinricus cru-
cem pretiosam in summo altari conditam
(reconditam Hſ.) huic ecelesie largiter
donavit.
6. Et a filio suo successore in impe-
rio incarceratus et in vinculis mortuus
Rudigero episcopo praesidente.
Suli 12,
Det. 5.
Aug. 7.
486 VI. Koelhofſſche Chronik.
Henrich der V roemfche konink inb der 4. roemfche leifer, des vurß Henrich® fon,
flarf anno dni. 1125 decimo Kalendas Maji! ind is dae begraven, ind flarf ſunder
finder. biffe zwen Henrich vurß haven iren gehauwen bilde flain zo Spire vur ber
lirchdueren.
Philips ein herzoch in Swaven, roemſche koninf, ſtarf anno dni 12092. 5
Rudolf roemfche konink, ein grave van Habsburch, flarf anno dni. 1291 ind is
dae begraven.
Adolf roemſche konink, van dem geflecht der graven van Nafſauws, flarf anno
Juli 2. domini 1298 sexto Nonas Julii. he wart erflagen burch herzoch Albrecht van Oſtenrich.
Albert roemfche konink, herzoch van Deftrich, des vurß Rodolfs jone, flarf anno 10
domini 1308 quarto Kalendas Septembris® ind is bae begraven.
tem: diſſe feiferinnen ind foninginnen Gifela Bertha Agnes, die liggen be:
graven bi den vurß feiferen ind koningen. Beatrix liggit unden in der cruft.
Aſſo Tiggen acht roemſche koninge ind keifere Dae begraven mit iven vrauwen 5.
Differ keifer Conrait ..... des anderen bages verſchede be over tafelen ind ı5
"wart 30 Spier begraven ae vurß i8.
[Eile 333. Rudim. Sigeb. 357, 36.]
Henrich Des vurß Ropert fon wart konink van Branfriih .. . . . bi den jairen
uns heren 1031.
[Florar. 175%. Sigeb. 356, 39.) 20
[Bild eines Papfles.]
beje pais wiede konink Eonrait ven anderen 30
BL. 1566
—157a
Martin. Johannes XX .....
433,84. . y:
Königs: eim Teifer.
hof. 553, . . .
[Bild eines Bifchofs.]
Chron. Hermannus II, den men zonoempt den ebelen, wart ber 32. bifchof 30 Eoellen 25
Pa anno dni. 1036 in tes vurß keiſers ind bes derden keiſer Henrichs ziden, und
bejas dat biſchdom 20 jair. he lies die kirch zo fent Severin, die van altheit
verviel, bejjeren und vernumeren ind vermeirde bie ouch 6, he Tigget be-
graven in fent Peters monfter in dem boim.
Yan dem doim 30 Worms. 30
Di des pais ziven anno dni. 1025 ftarf bifchof Burkart van
Worms ber vernumwert hadde die boimfirch 30 Worms. item he dede ouch
1. So Lehmann und Hf. ftatt Junii.
Todestag Mai 23.
2. Electus in discordia contra du-
cem Brunswickensem hic sepultus,
Rudolphi regis (!) oceisus. Der richtige
Todestag ift 1308 Mai 1.
5. Bei Lehmann folgt noch: et Con-
radus et tres Henrici praefati non modo
Bamberge oceisus obiit anno dominicae
inearnacionis 1208 XI. kal. Julii, prae-
sidente Johanne episcopo sepulto in mo-
nasterio Sunsheim.
3. Lehmann und Hf. fügen bei: tem-
pore Friderici de Bolanden episcopi Spi-
rensis.
4. Lehmann und Hi. fügen bei: a
fratre patris (muß beißen filio fratris) sui
ecclesiam aedificando sed magnis et su-
perabundantissimis privilegiis clenodiis
muneribus et donis honoraverunt. ani-
mabus eorum propitietur altissimus
(Deus Hſ.).
6. Nach einer Urk. Hernann's (An⸗
nalen des hift. Ver. AX VI, 350) begann
bie Reftauration bes Severinsftiftes ſchon
unter Pilgrim.
1499. 487
machen baefelft ſent Pauwels ftift. item fent Andreas ftifte daeſelfs
bracht be ouch binnen die muir !.
Item zo biffer zit was ein alzo verfaren ind geleirt man in ber funft Muſica suppl.
..... der ſelve Gwido vant ein alzo lichte maniere die ſelve kunſt zo leren, und ſatzde —
s bie 6 ſtimme, ut re mi fa sol la, np 6 litteren, do durch verwandelung 356, %.
einre ſtimme in die ander aller fanf gefungen wirt, a8 dat geleirt wirt in
ber hant Gama ut, A re B mic. dat be alfus vande ind ſatzde, as
ban bie finder in der ſchoilen dairinne van iren meifteren geleirt werten.
[Bild eines Kaifers.]
10 Anno dni. 1040.
Henrich der derde roemfche konink ..... batte vil frege ind orloge up die Unge-
ven ind Behemen ind bracht die bei⸗de koninkrich under bat roemfche rich. ind dat B1.157b.
geſchach durch ufſatz und goit vait, ben der proift 30 Goslar, Anno genoempt, gaf dem
konink Henrich, welcher Anno ugemails biſchof wart zo Eoellen.
15 [Schevel 1898. 1978. Königsh. Supplem. 1816. Eike 337. Der Schluß aus
Chron. praes. 193. Irrig wird Heinrichs Gemahlin Agnes (von Poitiers) Tochter
des engliichen Königs genannt. Gemeint ift die erſte rau, Kunigunde, die Loch
ter Kanut’3.]
39 diſſer zit wart 30 Rome vonden ein reſe in eime grave begraven ..... men Agrip-
20 vant am bem deckel fins graefs mit boichflaven gefchreven: “hie licht Pallas Evanders Fe
fon, ben des ritters Turnus haut hatt geboit mit der lance'. nigchof.
Stem bo diſſer feifer Henrich vurß krank wart ..... fins lichams quam eindeil j
zo Goslar ind ein deil zo Spire bi fin vurfaren.
[Agrippina 59%. Königsh. 432. Chron. praes. 193. Eife 345.]
25 Hie is 30 mirken, bat ein junf fnave wirt zo eime voemjche foninf
ind feifer gekoren, dat welche, of it nu gefchiede, alzo fere nuwe zo fien
ind 30 hoeren were ind niet funder upfpraech gefchiebe.
Die keiferinne Agnefe verwarde do dat rich ..... ind gefchach ein grois bloit⸗
vergieffunge in ber Tirchen under den vurß bieneren.
30 [Eile 345. Schebel 1928. 189e.]
[Bild eines Königs.]
Philips konink van Vrankrich ..... PHifips und fin wif ſich ſcheiden und Hase
deben penitencie ind befjerunge. 439)
Benedietus IX var Tufchan wart der 154. pais ..... inb zwank Die Romer Bi. 1576
35 dairzo, bat fi dem Feifer ſweren moiften, achter ver zit gheinen pais me 30 fiefen dan —158*
mit bes feifers wille,
(Königsh. 554. Schedel 1856. Eile 337. Gregor VI wird als ‘ritter’ (“Dir-
ter’ bei Königsh.) bezeichnet, Suidger von Bamberg (Clemens II) Ludwig genannt.)
Gregorius VI ein Romer geboren vurß wart ber 155. paiß ..... bo bewisde
4 in der pais..... dat paife ind bifehoffe mit gewapender hant jelfs veichten und ftriven
1. Dieje Angaben finden fih, mit Germ. SS. IV, 837, 840), worauß fie
Ausnahme bes richtigen Sterbejahrs, in unſere Chronik fchwerlich Direct entnom:
ber Vita Burchardi c. 11, 9, 16 (Mon. men bat,
488 VI. Koelhoffſche Chronit.
moegen in etlichen noitſachen der klirchen, umb dem rechten biſtant zo doin x.
ind alſo wart he in die kirche begraven.
(Königsh. 555. Mit Heinen Erweiterungen.)
Bros Silvefter IT ..... Elemens II ..... Damafus I ..... ftarf des geen
voitz. deſe dri vurß paife werden niet gerechent van einbeil in ver zaile:
ber paifje!.
Leo IXx ..... deſe pais erhoif ſent Wolfgank zo Regensburch ind vant ſent
Dionyſius heiltom.
(Königeh.556. Martin. 433, 47. Eite 342. Mit mehreren Mißverſtändniſſen.
FERN Bictor II..... 2 jair 1 maent. ’
BI. 155r Otto ber eirfte van bem namen ind ander greve van Gelre ..... flarf he anno
Bernd dni. 1117 quinto Kal. Aprilis? bi feifer Henrichs ziden bes vierden. hievur anno
2, dni. 984 bi keiſer Dtto ziden des derden Haiftu van tem beginne ind
März. eiriten greven van Gelre.
[Bild eines Bijchofs.] 15
Yan fent Anne biſchof 30 Coellen.
Chron, Anno der ander ind ber 33. bifchof van Collen, under keifer Henrich dem berben
re ind ouch under den vierdben, umbtrint anno dni. 1056. be bejas den ftoil 20
Agrips jair. diſſe Anno was ein proift geweft 30 Goslair ind was geboren van Daffele. do
Dina on be noch in minre ftait was, ein proift zo Goslair, do halp he keiſer Henrich, der ein %
praes.) grois heir voirt weber die Ungeren die dem rich ungehoirfam waren : Tift men bat be
der menlichfte in dem ftrit was. dairumb be fo menlich cloif und vrommte was, wart
be 30 bem biſchdom van Eoellen durch Feifer Henrich den derden gefordert. fo nu difler
feifer Henrich geftorven was ind fin fon ein zofomende roemjche konink, der kom 5 jair
alt was ind bi Agneten der keiferinne finre mober ind durch Die overften ind beften 25
des richs gezogen wart, fo nam he mit macht den fone van der mober und Damit bat
ſpeer unſers heren und ander cleinoit, ind voirt die mit ſich zo Coellen inb nam ben
fone in fin verwarunge.
Chron. He dede machen 5 gefticht: zwei van castoinchen binnen Collen ind 3 van
pr. 198. moinchen buiffen Eoelne: dat eirſte ſent Marien greben binnen der alder muren %
ber flat Eoelne, Dat ander fent Joris buiffen der alder flatmuren van Coelne. item
bat eirfte van ben moenichseloiſtern buiſſen Coellen up ſent Henrichs berch bes
paltzgreven, — alſus plach it zo heiſchen, mer nu is it Siberch genant, —
ind in fent Michels ind ſent Manricius ind irre geſelſchaft ere gewiet,
dat ander zo Graeſſchaft in Weftfalen, dat derbe 30 Saelevelt bi Weinfchlant?. *
18. dem floil.
1. Wie der Chroniſt dazu kommt, maſus II. al® invasores.
weiß ich nicht auzugeben. Vielleicht denkt 2. 1107, XV. kalendas Aprilis. Be
er an die drei Päpfte Benedict IX, Gre- zieht fich bei Berchen auf ben nad Ger⸗
gor VI. und Sylvefter III. Doch bezeich: lach geſetzten Otto U.
net auch Martin. Clemens 1I. uud Da- 3. In Thuringia,
119. 489
Item be begaefve ouch mannich gefticht und cloijter in bem ſtift 30
Coelne binnen 20 jairen.
Item deſe bifchof Anno bracht 30 Colne die billigen zwen Ewalden: die zierbe a
be und fatte bie in die kirch zo fent Cunibertus nu alfo genant. ouch bracht he 30 Chron.
pracs.
s Colne bie billigen moirre!. 193).
In finen ziden wart grois kriech tuſchen fime broeder Wentzel biſchof van Meid- | Vita“
burch ind Buckonem dem biſchof van Halverftat weder ben onint und bie Saffen: 20.
ben quam be 30 hulpen in irre noit, a8 he van maichlicher gunft 30 reichte
folde doin?. umb deſer vurgeſprochener zweionge wart has ind nit intujchen eme
10 ind dem roemjchen rich van Dage 30 dage.
Item: bier enbinnen dat he aljus ſtonde in zweidracht mit dem koninge, fo be⸗ ip. 21.
flonde ouch zweionge zo waiſſen tufchen eme ind den burgeren vaıı Eoellen, al habden
fi in vurhin Tief gehat und vermoichten in wail, alſo bat fl in gerne erflagen hedden,
of fi hebden gemoicht. doch verbreven fi in van Koellen, ind dat geſchach alfus.
15 Yan einre groiffeer nprorunge ind uplonf tnfhen bifhof Anno ind den burgeren
van der fiat Coellen.
Sent Anno hielt fin paifchen zo Collen up ein zit und dede dat billige aınpt up ib.
ben paiſchdach und hatte mit ime biſchsf Mirmegart van Berbin?, waut be
was befjelven ſunderliche heimliche frunt. im den paifch billigen dagen wicbe bifchof
2 Auno die kirche zo fent Joris Die he hatte doin machen, und hatte bi eme wil bifchoffe.
do nu Die kirch gewiet was, || gink der bifchof mit anderen heren ind voulf 30 bem B1.159«.
fail Dae fi effen fonlven. biſchof Anno fulde nederwart waren, afle hieſch
men dat gefinde an ben Rin gain umb cin [hif zo befein ind 30 bereiden. dat beden
bes biſchoſs Dienre und Tiefen an den Rin ind bejain bie ſchif ind foichten eine uis
25 dat dairzo even queme. under alleı ven fehiffen vonden fi ein bequeme ſchif vur bie
heren, bat hort zo eim richen geweldigen burger, ind dat was geladen mit goide
dat he enwech voiren woulte na dem hogezive. do gingen des biſchofs Dienre
zo dem ſchif ind gebeden den fchiffnechten die bat ſchif zo verwaren hadden, dat fi dat
goit bald wederumb uisloiden, ir here ſulde in dem jelven ſchif afvaren. bie Inecht,
30 die bat ſchif 30 verwaren angenommen hadden, die weigerben fih des. bo dreumeben
in des bifchofs diene: wolden fi dat ſchif niet ledich machen, jo woulden fi dat mit
gewalt dein, und beſtonden dat ſchif zo rumen und 30 ledigen van dem goide bat
dae inne was. bie jchiffnecht, den dat ſchif van irme heren bewolen was, gehengbens
vil noede, doch zwongen fi des biſchofs gefinde, dat fi uis dem ſſchif]j wichen moiften
35 ind beſtonden vollichlichen bat ſchif 30 ledigen zo des bijchofs behove. die ſchifknechte
leifen mit groiffer haift in die ftat ind claichtent dem burger irme broitbheren, fo wie
34. ſchif' fehlt.
1. ®gl. Vita Ann. II, c. 17 (Mon. 2. Contra hos cum regi .. . opem
Germ. SS. XI, 491). Für die folgenden nen satis impigre ferret, naturae pro-
Abſchnitte ift die vi (nicht ber ihr mei-_ fecto legibus et carnali affectione inhi-
ſtens zu Grunde liegende Lambert von bitus etc.
Hersfeld) benußt, aber breit unb mit 3. Episcopus Mimigardevurdensis
manchen Miferftänpniffen. (Münfter).
490 VI. Koelhoffſche Chronik.
des bifchofe gefinde fin have nis dem ſchif up bat lant drogen buiffen iven willen. as
ber burger Dat vernam, fo befan be ſich wat be dairzo doin folbe. ber jelve burger
hatte einen fon und was ein junf ſtark gejelle und was ein mobich foen man, Tief:
zalich van alre mallich, van den overften ind van den cleinften, und was van groiffen
prunden inb maegen: der nam fin gefinde ind vil ander junger finre gefellen, Die fin 5
goide gonre ind vrunde waren, ind quam haeftlich an den Rin geloufen z0 des bifchof6
gefinke ind verſpraechen bie ind drewen bie nis irme fchif ind loden ir gott
weder mit gewalt in. dairzo quam ber vait van ber fiat Coelue inb woulde Des
biſchofs geſinde helpen: ven verjpraechen ind werjageben fi ouch ſchentlich. alſus quam
bie mere ind Die zweionge in bie flat, dat der burger fin uaberen ind vrunde asıreif, 10
dat der gemein vil mit ben vrunden in dat harnaſch quamen. aljo baden ouch bes
biſchofs goide vrunde, alfo Dat aldae binae ein groifje jlacht was wurden. dat quam
vur den bifchof, wie die flat mit einre gruwelicher uproir ind uplouf erweckt were,
und fant bair fin vrunde fnellichen umb dat zornich voulk z0 vreben zo ftellen, ind
enboit: were dae eit gefcheit, bat men bat lies beftain bis he 30 gericht feis, he woulde 15
die jungen geſellen zuchtigen ind ftraifen nae dem as fi verdient hedven !. alfus wart
die zweionge ein kurtze wile upgehalden. ind want ber jonger lude hitzich bloit eme we⸗
ber fin nature kome beftoppen kan ind ir zorn i8 niet bald noch Lichtlichen neberzolegen,
ind alfo liefen bie jungelinge? in ver flat umb ind claigten it der gemeine, van hart-
geibe ind van wreitgeide, van unrecht und van gemalt bie in ber bifchof plege 30 doin, 20
ber dick ungeborliche Dinge gebode ind unverſchult den burgeren bat ir neme ind man⸗
chen eirfamen man umb ein ffecht wort alzo geverlich were3, ind woulde in dat aver
boin unverfchult mit fie gericht a8 he z0 gericht ſeiſſe, ind keirden it 30 Dem
bsiften dat be mit goide meinte neberzolegen. und alfus verwedben fi die ge-
meinte entgein ben bijchof. ind bat habben fi lichtlich zo doin, want bie lude fint >
balvder beweicht 30 dem boefen dan zo dem goiden. ouch faiffen vil von
ber gemein up eim winkouf ind hulpen mit des burgers vurß koufluden
brinfen, ind die ander up ber gaffelen ind einbeil ander in winhuſen und
gelaichen und hatten vur ein tafelreve, wie bat des biſchofs gefinbe dat
goit uisgedragen beiten, ind ver bifchof dreuwede in bairzo mit dem rech- 30
ten 30 pinigen. aljus in zorue und in has wurben ji alle verwedt intghein
ben biſchof ind wurden fich verbragen, wie ji dem biſchof wibberftant boin
moichten, dat fi overhant gewonnen t. alfus quam in vur, wie bat bie van
Worms iren bifchof mit gewapender hant nis irre flat verbreven heiten, die doch nir-
gen nae fo mechtich weren van voulk, van richdom, als ei flat van Coellen, Die ond 35
B1.15Yb. mere geoffet ind vervaren weren im dem ruterjpiel H dan bie van Worms, mund ver
pfiden fich, bat fi ouch niet alfo deden. ind ſpraechen: wairumb enboin wir niet oud
alfo und verbengen dat alfus lange dem bifchoffe, dat he uns alfus dring nae fime wil-
1. Irarumque plenus minabatur se 4. Die Vita gibt nach Lambert nur
prosima sessione sediciosos iuvenes eine allgemeine Schilderung von dem
poena coherciturum. Treiben ber Colner Wirthshauspolitiler,
2. Sed ferox animis et elatus primo welcher bie Chronik einige Züge für bie
successu iuvenis etc. angebliche Berathung vor dem Aufſtande
3. Qui totiens honestissimos cives entlehnt.
procacissimis verbis incesseret.
1499. 491
fen, gelich als weren wir niet jo foene und als weren wir wiver wurben? wir fin doch
wail mechtich, 30 feren Dat mit gewopenber hant'. alfus verbrogen fi fich algemeine
mit einander, dat fi den bifchof ouch uiffer der flat verbriven woulden als bie van
Worms gebain babden.
5 Wie bifhof Anno verdrenen wart nis Eoclen van den burgeren.
Des godesdages in den paiſch billigen dagen was it fent Joris dach, und durch
boegezide deſſelven mertefers ſank der bifchof Anuo ſelfs aldae die miffe ind prebiget
ouch dem voulke Dat wort goß, ind facht, Dat Die flat Coelne in des duvels gewalt
gegeven were und bat fi leit overgain foulde, it enwere dan fache, dat fi got trumelichen
10 beden ind anreifen, dat in got den zorn wergebe ind fi fich beſſerden 2c. ind fachte
daebi, wie der goide fent Joris vur fi gebeben hette.
Up den ſelven dach umb vesperzit, a8 die ſonne fich nederde und ber ebel win
van Eilfaiffen in den Iuden warm begonte 30 werben ind manchen drunken minfchen
dede fin willen jagen, — want bie drunkenſchaſt is ein jpije des zorus!, — zohantz
15 ſamelden ſich Die gemeinde mit den burgeren mit eim drunken henfbe, die zoſamen
hatten geſworen nae dem upfats ind verbuntenis, ind wapenden ſich und baden bie
porgen van der flat all umbjegen ind verwaren. ind zohantz quamen fi loufen van
allen enden der flat mit gewapender hant 30 des biſchofs hof dae ber biſchof Anno
inne was ind der biſchof van Monfter bi im ind foulde mit im zo nacht efjen.
»0 do falten fich des bifchof8 Iude z0 ver were ind wurden mit ſturmen in
fteinen geweirt van ver porken vie fi geweltlichen up woulden jlain:
eindeil van ber gemein bleven doit die erſlagen wurden, einbeil wurden
gewent, eindeil wurden gewurpen, ind wer moicht ver entvloe?. ind als
ft alſus gebreven wurten up dat eirft, jo was dae ein.ritter 3 mit ber
25 gemeinden ind der bracht fi weberumb alle dairzo, dat fi eme volgeben, ind reife alle
grimmelichen, dat men Die porke upfloege ind upbrechen fulde. do quamen fü fere
gruwelichen zogelonfen mit heimen und heimaren, mit gefehuffe, mit ſwerden, mit
kulven, vecht a8 in ber duvel in were, ind braechen bie floffe af, ind mit groiffen boe⸗
men boifen fi Die doeren nis ind quamen aljus in des bifchofs hof. do nu des biſchofs
30 lude fain, bat fi fi niet me enthalden moichten, jo vlo ver biſchof under finen luden,
bedeckt our dem gefchuße, ſnellichen in ſent Peters munfter. bo fi nır in des bifchofs
bof fomen waren, fo burchliefen fi alfe winkel nis und lieſſen ghein unbejoicht:
wat dem bifchoffe zobehoirte, dat brachen ft af, a8 den fale den bijchof
Reinolt, der die pri billige Toninge zo Eoellen bracht, dede wedermachen.
35 item: ft vielen ouch in des biſchofs Hof ind braechen alle ſſos up ind namen fin goit,
fin filveren vas, fin cleinoit ind gewait und beilten die felve cleineber
under fich. eindeil liefen im die winkeller ind namen der win alfo vele als fi woul⸗
den: den anderen floegen fi die boden nis ind Lieffen fi vlieſſen, ind bie keller wurben
jo vol wine, bat fi binae ir eindeil erbrunfen waren. eindeil brachen och up bie
1. Cum igni oleum, iracundiae ac- .vium coniurata manus, von einem Wi⸗
cessisset ebrietas. derftande ber Bilchöflichen ift Feine Rede.
2. In der Vita liegt bie Sache gerabe 3. In der Vita der Teufel in Helm
umgefehrt: Subject diefer Sätze iſt ei- und Panzer.
Vita
Ann,
11, 21.
ib,
492 VI. Koelhoffſche Chrenif.
capelle des bijchof8 ind beroufben die und namen die cleinoit: die gewide vas und
die lelche namen fi in ir hende. die gewait, die bifchofliche gemant, ſin niffel, fin
”gegheire und fin beddunge, bie zoriffen fit. item fi vonden ouch einen liggen
31.1608.
binber dem elter in eime winkel: den erfloigen fi ind waren zomail vroe inb wainben,
bat it der bifchof |] felfs were geweft. do fi veruamen, dat he i8 niet enwas funber dat 5
be in ben boim geweichen was in fent Peters kirche, up dat be ſich dae verhalden ind
beſchermen woulde, umb ber gewiber fat wille ind ouch want fi ſtark van muiren
was, fo vergaberben fi fich ind beladhten ben boim bo zer zit ind woulden dem buſchoſ
baven of woulden den boim mit ein undergraven, ind braichten gereitichaf dairzo,
of woulden den bifchof mit der firchen verbernen. do rieden etliche dem bufchof, bie 10
bi eme enbinnen waren, bat be heimlichen fich ewech mechte, up bat he dat leven be-
hielte, want it up in gebain were, ind ver win were noch niet in ben Iu-
ben verlofchen, bis fi nuchteren wurten, — ouch mirkten fi wail, dat it niet
allein were van drunlenſchaf, mer ouch van has ind zorn, — up dat Die kirche unver:
brant bleve ind be ven lif behielte: it were beffer gevlouwen, dan ovelis
doit bleven. imd rieden ee, dat he fich vercleibe ind underftonde zo vlien van ber
firchen inb bedroech alſus bie gheue die in belaicht hedden vur ber kirchen. der goite
bujchof Anno dede alſo: fi bleven liggen wur ber firchen Die ganke nadıt.
do it nu quam umb die mibbernacht, fo wart it fo buifter dat eim daevur gruwelen
moichte ind niemang einen ftid fien moichte noch iemans erkennen of gelich iemans %
eime vurqueme. nu was ein clein enge gank van der kirchen up den burmeter 2, van
den durmeter up bat privait?, wau bem private in ein clein buisgen, zer muiren
nisgeboumwet, an der flatmuiren hangende mit cime buirlin. dat ſelve huisgin zo
machen daehin, hatte kurtzlich erworven einre vau bufchof Auno, dat be bat gehengen
wouldet, ind als got woulde, fo quam it dem bufchof alzo bequeme nu zer zit, ind %
ber felve burger balp dem bufchof nis: Durch den engen gank quam be enwech ind
buiffen die flat durch bat feloe buirlin an dem nugeboumwen huisgin. besyelich der
bufchof Mirmigarbus van Deunfter? ind etliche ander quamen ouch is
durch den felven wech. ind freih van finen bienren, bie buifen ver ftat
waren, 4 perbe wur fich ind die mit eme enwech quamen, ind be reibe enwech in ber 30
duifter nacht mit bufhof Mirmigart ee man fi befente, ind quam zo Nuiffe mit
ben finen. bie burgere ind die gemeinte ber ftat Coelne groven ind ſturmden bat meifte
bat fi moichten ind reifen alle: mois uns got beipen! were he under ber erben ind
verwanbelbe ſich in dat cleinfte wurmgin, be enmoichte uns niet intgain’. bie ande
ren bie bae enbinnen waren, vertredten ein zitlank, dat fi boften ind meinen, he were 35
ein goiben ftreich weges van Eoellen, dae he ficher were. ind dairuge die in bem doim
waren, bie baben ind vleden ind fachten, he were in entfloumwen bat fi iS niet enwiften.
bat fi in foichten:: vunden fi in, bat fi mit eme deden wat fi woulten, ind lieſſen bie
firche ind fi mit vreden. 30 leſte wart der doim upgebain ind Tieffen in foichen nae al
irme willen al die nacht bis des morgens, inb mat fi foichten, fi envonden finre neit. 40
1. Diripiunt, piscopo ... ut rupto muro civitatis par-
2. Dormitorium. vulum sibi p»sticium facere sineretur.
3. Atrium. 5. Oben S. 489 ‘Mirmegart van
4. Isque (canonicus quidam) ante Verbin’ flatt Mimigardevurdensis.
paucos dies... .. impetraverat ab archie-
1499. 493
inb fi fpraedden, bat fi in vergeves foichten : he were zom eirften bo der uplouf entſtan⸗
ben were, als it noch bach was, fo were he 30 ber flat uiskomen ind were nu ein verren
wech var Eoellen. ind fi begerben ind vermaenden fi, bat fi fich dairzo ruften: be
joulde die nacht wolf vergaberen ind des anderen dages komen die fat 30 belegen.
5 des engeloichten fi niet ind foichten in vlislichen oneral ind meinten ummer,
he were baue. ind zom leſten, dae fi in niet konden vinden, fo grumelde in, ver bu-
Ichof foulde des morgens mit gewalt fi overvallen: jo beilten fi fich ind gink alremal-
lich 30 muiren ind 30 gewere gewapent als he befcheiden mas. alſus fcheiden fi van
danne. ind dae fi alfus gingen, fo vingen fi einen man van dem gemeinen voulk ind
10 hingen den 30 der flatporken uis, dem bujchof zo ſmaecheit, al hadde der arme man
den doit des hanges niet verjchult. fi hiewen einem anderen goiden mau fin bein af.
fi ftieffen ein wif oven van der muiren never, bat al ir geleder brachen, ind doden fi,
ind jachten, bat fi dat dairumb ir gebain hedden, waut fi were ein wairfegerfie ind fi
gink mit zoverie umb. fi verbranten dem bufchof fin hof ind wonunge 30 leite.
15 fi hatten ouch willen, die abdiſſe van fent Cecilien ouch z0 doeden ind || foichten fi, ind Bı.160b.
were bie niet gevlouwen geweft, fi moifte ouch fchentlich geftorven fin, wan fi was bes
buſchofs maich. ind fi hadden millen och ander ververlicher Dinge 30 bebriven, hebbe
got der here durch fin barmhertzicheit niet gelurket bie dage irre raeferie ind unfin-
nicheit.
20 Stem: bairboven fanten fi geringe ein boden 30 dem roemſchen koninge ind vita IT,
gaven im zo verftain, wat fi al gebain hetten eme 30 leif, — want bujchof Anno ind 21.
fin broder waren dem koninge zoweder, — ind bat he bald her 30 Eoellen queme ind
wreich fich ind vurqueme den bufchof, want dat were nu wail gelegen fo fi den bufchof
uisgedreven hedden, ind bat were ouch der ftat heil ind fin grois nutzberlicheit. deſe
25 taferie duerde wail dri dage lank.
Ban der uneinicheit buſchofs Annonis ind des keiſers vinftu hernae
folio 163.
Mie bufhof Auno die flat Eoellen belad ind kreich die 30 finem willen.
Deſe mere wurden kunt over alle lant, fo wie die van Coellen irren buſchof iv.
30 leſterlichen uiffer ftat mit gemalt gebreven hebden. dat jamerbe mallich Die bat hoirte,
dat it dem goiden heren alſo ergangen was, naebem be fo vil goitz bebe. he preitgebe
ſelfe, he laifde ind troifte Die fiechen ind armen wae be moichte nae den 6 werfen
- der Hilfiger barmbergicheit nacht ind dach, alfo dat die Inde arm ind rich,
edel ind unedel ſich 30 houf voichden van fteden ind borpen ind die gante
35 lantichaf up 4 of 5 milen umb Eoellen, ind ſpraechen: “die jmaicheit enis niet dem
buſchof unsme heren allein gefcheit, dan uns allen’, ind fi woulden liever ſterven ind
wer in angenemer zo fterven, dan bat ein julche groifie ſmaeheit, zo iren ziden gejchiet,
ungewrochen ſulde bliven. ind wapende ſich wat fi) wapenen moicht, junk ind alt
alle gemeinlichen, wat ein ftaf dragen moichte, ind alfus, ee man zogejady, fo hadden
40 fich vil duſeut minſchen vergadert, Die al zofamen zogen 30 dem bufchof ind baeben ben
buſchof, ind alfo zo fagen, fi rungen in mit gewalt dairzo, dae he wat vertreden woulde,
dat be van ſtuut wrechen woulde deje [maicheit ind zouwede ſich riſch, die flat wider:
13. ſy eyn were 27. flio. 37. dat fy eyn.
Vita
a. a. O.
Bl.1612.
494 VI. Koelhoffſche Chronik.
umb zo overlomen: fi weren bereit zo leven ind zo ſterven mit im. ind wer it ſache,
dat die Coelner im niet entfain woulden vur ir heren of beſſerunge dairvur doin nae
ſime willen wur die ſmaiheit, fo woulden fi die ſtat mit ben burgeren verbernen, of fi
mwoulden die muire umbgraven ind in alfus over bie boben licham inleiden up finen
bufchoflichen ftoil. alfus woulben bie goide lemerchin vur iren herden ind bie Einber 5
vur iren waber flerven, bis der Coellener fmaicheit ind homoit geftraift were
of gebeſſert wurde.
Des veirden dages naebem bat be uis der flat was verbrewen, fo quam bufjdef
Auno mit dem jelven groiffen bere vur Coellen ind belach die flat. dae bie van Coel⸗
len faegen, dat fi der groiffer mennichte des grimmigen volks niet moichten wibber- 10
ftant doin, bat fi Die muire der flat bewaren of beſetzen moichten of dat fi mit in ein
firit eilten, do begonte alte eirfte der zorn der groiffer volheit zo fliffen ind wurden
verveirt ind fanten boden an den bufchof ind deden genaede joichen ind gefunnen vre⸗
dens: fi gaven fich ſchuldich ind weren bereit 30 Tiden wat dat recht geve. ouch int-
boden fi mit: fo wat eme zobrochen verbrant of gefchebiget were van ver 15
gemeinen der ftat, bat woulden ind foulden bie overften ber ftat meer
boin bouwen ind eme befferen. do dede der bufchof als ein vil goit man:
dae fi genaide an eme foichten, dae enverfachte he in niet ind nam fi zo genaiden,
ind reibe mit alle den volk in die ftat dae be uis verbrewen geweft was 1,
ind dede miffe zo ſent Joris. doe bie miſſe gefongen was, do verbeen he alle Die ghene 20
die dae an waren dae he nis ber ftat verbreven wart, bie eme ind ber firchen gemalt
ind jmaicheit gebain hadden mit ber hant rabe ind hulpe intgain die pefliche vriheit,
jo lange bis fi ſich befenten ind befferunge dairvur dede inb irre boiſſe dairvur unt-
feingen. zohant quamen irre vil in einre procelfien, || baruoefje ind mit wullen gecleit
up ir vleiſch, zo eme ind baden umb genabe ind im boiffe zo jeen daemit fi gebefferen 235
funden. ind ber bufchof Anno moichte hart ind naume vur ber menichte Des volks,
dat mit im fomen was, gevrien ind verficheren, bat fi vrebelich 30 eme quamen bie
alfulche genade begerven, ind wurden fere zornich dairumb, dat be fo lLichtlich geneigt
were 30 barmberticheit ind fo bald genade dede, ſprechende: he verfoinde ind fterfte
fi Dairin, dat fi np ein ander zit groiffer boverie bedreven, fo be bat alfus ungeftraft 30
lieſs hingheen. der buſchof heiſch fi des anderen dages weder fomen zo eme im fent
Peters munſter, dair woulde he ouch komen. ind be gink intgain bie nacht 30 fent
Gereon buiffen Die flat, dae monde be des nacht fin: want he worte fich wur der ge-
meinen, bat die ftat mocht verraben werden ind asdan moecht men die ummbefturicheit
der mennichte Des volls niet geftillen, ind bi aventuren fulden fwairlicher beginnen 30 35
raejen dan vurbin, der ein umb ſich 30 wrechen, ber ander up dat he moechte wat
rouven? ꝛc. do dede der bufhof Durch fin amptlude fagen dem gemeinen huis-
manne, dat fi beim zogen: be hedde iven olis getrirheit ind biſtant wail bewonben,
ind dede in fere danken bat fi fo willichlichen hedden gedeint irem buſchof, ind ſoulden
ben hoffen ind zoverlais van eme alzit weder, fo lank he levet, wartende fin. 40
1. Irriger Zufaß! Die Chronik fagt dita civitate vis concitatae multitudinis
©. 488 ganz rihtig, St. Georg habe inhiberi non posset, sed partim iniuria
vor der Stadt gelegen. partim praedae cupidine accensi acer-
2, Der Sinn der Vorlage ift voll- bius saevirent in populum, obnixe rogat
fländig verdreht: veritusque, quod tra- provinciales etc,
1499. 495
bie burger heiſch man ouch heimwartz gain in goider hoeffenunge, bat fi
genade an dem bufchof ſoulden hain. bie reiffigen ind ruſtichſten van ber ritter-
ſchaf hielte He bi fih, ind der fante be eindeil untgain die nacht in die flat, umb 30
pernemmen, of einich unrait van der gemeinde upftoinde, umb ven bufchof dairvur
530 warnen, ind of einich verreberie in der ftat were, bat fi dat behoiten,
ind he woulde des anderen dages naelomen. des nacht vergaberben fich 600 of me
richer fouflude ind rumden uis der flat ind zogen 30 dem koninge ind baden hulpe
van im intgain den buſchof. do der bufchof des anderen vages in die tat
quam in ſent Peters munfter ind dat vernam, dat fi geroumpt waren,
10 fo warbe he irre bri dage a8 he fi beicheiden hadde, ind ir gein quam zer befferungen.
die rutter ind ritterfchaf bie mit dem buſchof dae inne waren, die verdrois Dat van ben
burgeren: ſunder rait ind ain heiſchen, a8 vil jagen, wapenden ſich die rutter ind
braichen der Burger huiſere up ind liefen bairinne ind namen ir goit, ind wat in 30
gemoit quam, dat floigen fi boit, ind vingen ir vil ind hielden Die gevangen, ind
15 daden in wil me lei an dan fi dem bufchof hatten gebain. ind des vurgeſprochen bur⸗
gers fon ber alre eirft was ein fach befer zweiunge ind ber Die gemeinde brachte an befe
jweiunge, der wart gevangen mit vil anderen burgerskinderen!: ven wor-
den ir ougen nisgeſtochen, ir wart auch eindeil mit roden geflagen ind uis der flat ge-
dreven ind ein deil a8 gecken beſchoren. als der bufchof die groiffe wraiche
» vernam, — bie buiſſen fin wift geſchach, als ein deil halden, — z0ich he
jelfs 30 den burgeren ind ver gemeinven ind boit finre partien vrede ind
nam bie burgere bie noch waren zo genaeden ind lies ft ime hulden ind
ſweren, wortan getruwe ind hoult 30 fin ind zo bliven. bat deden fi gern
ind veilen eme 30 vois. item: fi fwoirren dem bufchof, dat fi eme helpen ſoul⸗
25 den weber bie gene bie uis ber flat geruimpt waren, bis bat fi wirbichlichen dem bu⸗
ſchof gebefferben.
Stem: bald dairnae zoich bufchof Anno zo Siberch up den berch, Vita IT,
ind alfus in fime afweſen begaven fich mancherlei rede van den gefchihe
ten die fich begeven hadden: ein deil heiften mit dem bufchof ind fachten, hei
30 hebbe recht gebain, "bie ander waren bebroeft, den ir vrunde verjaicht waren of vers
mort, ind meinten, bat were ein unzimliche ind ein unrechtferdige ftraf-
fung. ind alfo entjtunde greiffe partilicheit in der ftat Coelne. ind als
be 30 Siburch quam, want be finre vrunde vil dae varı leien ind van paffen: ben ver⸗
zailde he mit fehrienden ougen die fmaicheit Die eme dae geichiet was. Die moinche Die
35 dae 30 Siburch waren in dem cloifter bat bufchof Anno felve al-|pae hadde laiffen Br.isıp.
machen, als fi ſain in lomen, fo jongen fi mit [uber flimme: Te nostra vocabant su-
spiria, te larga requirebant lamenta ıc., ‘du bis fomen des wir mit ſuchden inb mit
jamerheiben gewart hain' ꝛe. bat hoirt man verre, want ir fingen bat was jo
froelich alfo of got ſelber dae were ?,
1. Et pauei alii Juminibus sunt or- canmebantur dulcedine quam sacrißcio la-
bati. crimarum oblectatum veraeiter ibi Chri-
2. Audiebantur haec in excelsis, et stum afluisse.
ntique credendum est tam eorum quae
Agripp.
Gub,
Vita
Ann.
II, 5,
ib. II,
25.
496 VI. Koelhoffſche Chronik.
Wie bufhof Anno den ſcheffen zo Coellen lies die ougen nischen.
tem: 30 der jelver zit!, bald dairnae, hadden die ſcheffen gewift ein urbel
einre armer vrauwen bat niet upredht was. bae bie felve weduwe niet moicht
fomen 30 iren rechten, gink fi zo Siberch 30 dem bufchof ind clagede eme
van der ungerechticheit der fcheffen. bo gebode he ven fcheffen allen, dat fi z05
Siberch z0 eme quemen ind irre gerichtsboichere mit ſich daehin brechten.
dat geſchiede alſus. do fi nu bair quamen, fo oraegebe he fi, wairumb bat fi dat
urdel aljus gewift betten. dae enkunden fie niet wail bairup geantwerben. bo lies be
den ſcheffen allen irre ougen uisftechen :- funder dae was ein der jcheffen, ber mas des
buſchofs junderlich heimlich Diener ind was fine gevader, dem lies he ein ouge, 10
ber leide Die ander jcheffen weder heim zo Eoellen. wort, in wat huiſen bie ſelve jchef:
fen woenden, bair moiften fi boin machen boven irre dueren an ben gevel ein fteinen
heuft ain ougen zo einre ewiger gebechteniffe, a8 noch anno dni. 1499 der ftei-
nen heufder ein fteit bi fent Marien?.
Hie i8 30 mirlen: al was dat fcheffengericht 30 der zit unver bufchof Anno, mer 15
nu wirt dat werltlich wert in Eoellen beleint van dem feifer, bat vur ind nae van
ben van Arenburch an bie buſchove van Eoellen komen i8, ind is im verpant?.
Wie bufchof Anno durch ein golich offenbarunge vermaint wart, dat he ſich weder-
umb mit ganger wairaftiger vruntſchaf verfoint mit der flat van Coellen.
Dairnae, als he ein wile aldae geweift was, quam ber bujchof weder zo Eoellen ?0
van Siberdh. do beftoinde in die gicht an dem rechten wois, bat eme mit arkebien niet
30 helpen enwas. bairnae fach be ein vurzeichen finre wechfart in einre fulcher
vifion. im duchte up ein zit, wie be queme in ein alzo ſchoin huis van aller zierheit
binnen ind buiffen blinfende, ind bairinne ftoinden vil buſchove ind heirlicher pre-
laten geftoils, als fi zo eime gerichte weren gejat, bie alle bis up einen bejat waren, %
inb die ghene bie up den ftoifen faiffen, dat waren Die naegejchreven eirliche manne:
Herebert bujchof van Coellen, Bardo bufchof zo Ment, Popo ind Everhart bujchove
30 Trier, Arnolt bufchof zo Wurms ind ander vil mee bujchove uis Gallien Die he alle
wail fante, ein beil die he gefien hadde als fi noch leweden, die anderen kante he want
be hatte van in boeren fagen of be hadde van in gelefen. deſe waren alle gegeirt in 30
bujchoflicher wait ind ir gegeir was wis als der fnee, ind in duchte bat be gelich ven
gecleit were in wiſſen Eoeftlichen cleideren, ain bat be einen flinfende ind unreinen
fleden vur an ber hurft fins cleit hadde, welche vlede of dunkelheit bei ſchine des
22. wechwart.
I. Für die Schöffenfage ift ſowohl
Eunen I, 339, wo die Örundlofigfeit der
die Agrippina 60° als Hſ. C? der Cölner ir
Sage überzeugend nachgewiefen ift. Einen
Jahrbücher verwerthet.
2. Statt dieſes Zuſatzes bat eine |pä-
tere Ausg. des Chron. univ. des Nauffe-
rus (ed. Colon. 1579 S. 771), übrigens
wörtlich übereinſtimmend: Horum capi-
tum supererant Coloniae adhuc, cum
haec scriberemus, reliquie, praesertim
in antiquo rerum venalium foro. In der
Originalausgabe fehlt dieſe Stelle. Vgl.
weiteren Beitrag zur Erklärung der Sage
habe ich gegeben Monatsſchr. für rheis
nijch = weftfäl. Geſch. I, 83.
3. Erzbiſchof Sifrid erwarb 1279 von
Johann von Arberg bie Cölner Burg-
graffchaft durch Kauf. Lacomblet II, 426.
Ueber die Stellung der Burggrafen zu
Kaifer und Erzbiichof vgl. Ennen I, 551.
or
1
o
vn
or
2
ta
w
3
©
35
4
o
1499. 497
gantzen cleit owermit bie umreinicheit miflalte, ind bairumb be ſchamroit wart ind
woulde dat bebeden mit finre hant, up bat Fat geficht ver ghenre die in anfain fi
niet bebroefbe, of dat it die gene niet enmirkten, die in anfegen. be fach ouch dae flain
under ben anderen einen ftoil der koeſtlich geziert was: den wainde he mit vreuben
ind mit blitfchaf zo beſitzen, ind als he up den fiten woulde, bo ftoint up bufchof Ar-
nolt van Wurms ind werboit im dat goitlichen mit einre febiger reden ind ſprach:
‘defe eirliche gefelfchaf deſer buſchove Die enwillens niet, dattu bi in ſitzes in irem rait,
want din cleit ein unrein wleden hait'. ind a8 he al weinende ind bedroefd mock
woulde van dan gain, dae geink eme na ber felve || bufchof ind ſprach: vader, bis nie
goit moig. den vleden ber an dinem cleit i8, ben doe nis, du enmach® anders niet
rein noch wirdich werben den ftoil der up Dich wart 30 befiten in ber goider veder ge-
ſelſchaf, want du falt nae wenich dagen entfain nae dinre begerbe die jelve wonunge
ind geſelſchaf der billiger vader Die dur hais gefein. daenae wiſſe Dich zu richten’. des
morgen® ſacht be it eime ſime goiben vrunde, wat be gefein hebpe in fime flaife. ‘ben
vleden den du hais an dime wiffen cleide jo donkel, enis anders niet, als ich meinen,
Dan die gedechteniffe der ſmaheit der burgere Die dich in dem vergangen jair nis Eoellen
verbreven. bat ſelve is ouch harder ind vaſter gefeflen in dim hertzen Dam recht i8, ind
bait bie clairheit van anderen doegenden dinre billiger wandelung mit einre ſwaerer
dunkerheit overbecdht ind verbuiftert‘. der billige bufchof Anno was verwonnen over⸗
mit dat gezuichenis finre confciencien, bat be niet geleufelen enkonde dat he geboirt
hadde, ind befante oitmodelich fin ſchult. ind be ſante van ftunt au boten uis
umb ind umb ind lies alle die burger van Eoellen die he umb wraich finre
jmaiheit verbant hadde ind uis der ftat verbreven, wederumb zo ſich roifen,
inb als fi weberlomen waren, *ſo quam ber billige bufchof Anno ſelfs 30 Coellen |* Fnc
25 ind gaf in al ir goit ind alle ir erve vruntlichen weder ind verzege alles zorns
ind abjolocerde fi van dem banne bae he fi in hadde. ind in der nechften zolomenter
paislicher zit *| Dede be ein jermoin mit vil goider vermanunge 30 vreden ind einicheit, "Agriv.
ind vermainte alle burger intgemein oitmobelichen 30 freben. ind Dairover 30 eim (Chron.
banbe ber gotlicher liefden, hielbe he mit groiffer folemniteit ein miffe, bairinne he bie 1.
overfte ind gemein burger berichte mit dem billigen facrament. |* aljus wart neber-
gelacht die fwaire umbftuiricheit, ind [die] viantfchaf Die der duvel gemaicht habbe ind
dae Die gante flat van Coellen mit geflagen was, wart zo vreben geftalt. aljus verſoinde
be den vader mit bem fone ind den fon mit dem vaber ind den buſchof mit dem
volt van der ftat. aljus wart ver bufchof gewriet van der bitterheit bes hertzens
intgbein bie flat, bat volk wart gevriet van der vorchte ind foirchfelpicheit ind die ftat
wart georiet van ber einſamheit. ind der vurß hillige bufchof Anno gaf ven
burgeren vil vriheit ! ind zoich bairnae in Lumbardien mit vem keifer.
ind zom leften wart he franf, ind als he *| 9 wechen|* ſus an der gicht frank geweiſt Chr. pr.
was ind 20 jair dat buſchdom regiert hadde, flarf he in Lumbardien? anno dni. "Yıla
10643 ind wart dae begraven. dairnae 30 den ziden Friderici primi, 08 111,5.
31. “wie fehlt. 40. MCCCCLXIMI.
‘Und bewifte in vil werle der mil- der pestis podagrien der Chron. praes.
bicheii Agr. entſtanden ſein?
2. Sohte “Sumbarbien’ etma gar aus 3. 1075 Chron. praes.
Städtechroniten. XIII. 33
Bl.1620.
498 VI. Koelhoffiche Chronilk.
Philippus van Heinsberch bufchof van Eoellen was, wart des vurß jent An-
nonis licham overmig zwene legaten, a8 Johaunes carbinail ind buſchof Peter van
Lunen bracht zo Siburch in dat cloifter!, dat he, a8 vurß iS, eirft hait
boin machen, dae he manche zeichen overmitz bie genabe gotz dede an lamen ind
blinden, ind hadde gelegen aldae in ven landen 108 jair. 5
Anno domini 1057.
[Bild eines Kaifers.]
Henrich Der IV roemſche fonint . .... fo Dat niemant durch fulcher heren kreich
30 fime reichten fomen enkunde.
[Schebel 192%. Chron. praes. 193. Eike 345. Königsh. 432.) in
1 Item: lonink Henri nam ein wif nis Lombartien, genvempt Berta, ind
jatte ſich neder baemit in Saffen ind kreige ein fon mit ir, ouch Henrich ge:
noempt, — ind ver felve fone wart hernae zo eim roemfche foninf er:
welt intghein fin vader ..... he ſprach ovel up die furften ind bebe in ſwech⸗
lichen biftant? .... ... zoich konink Henrich up die Saffen unverwarnt: dae wart ein 1
grois ftrit.
[Eile 348. Ekkeh. 199, 37.]
tem: bie Saffen wurfen fich fere 3 intghein konink Henrich, dae he gei-
nen vreden halden noch nae der vurften rade doin enwoulde..... inb
toren herzoch Rodolf, konink Henrich ſwager, 30 eim roemſchen koninge bi?
Mentze intghein konink Henrich, ind geſchagen vil ſtride ind kreich tuſchen
in beiven 4.
[Eife 348. Ekkeh. 202, 39.].
Diffe vurß heren wurbens eins ind jchreven dem pais Alexander
over konink Henrich, ind der pais loit in zo Rome eins, anderwerf ind *
derdewerf: he enachtes niet. ind durch ſulche upfegige boisheit ind ber
gelich wart he weber die paefje beclaicht ind gebannen bis zo fime verant-
werdend. he enwoulde ouch niet verzien up ben fchaß, die bufchof zo
fegen ind 30 beleinen bie prelaten und noch vrien irven leinen, wiewail
it deme jungen keiſer vur eins geloift hadde. doch achternae oitmodichte
€
11. nan' fatt nam’. 29. 30. Wird wohl zu lejen fein: noch orien irre leinen, wiewail it
der junge keiſer vur eins geloift hadde.
1. Die Chronik läßt fi) durch Das 3. ‘De Saffen worven gestlife we
translatum est der Chron. praes. verfüh- der’ 2c. Eile.
ren. Anno war fohon gleich nach feinem 4. Die Mahl Rubolfs zu Ford:
Tode in Siegburg begraben worden, beim aus Ekkeh. ift in durchaus un-
1183 fand nur die feierliche Erhebung richtiger Weife mit der Nachricht Gile’s
feiner Gebeine flatt. Vgl. Transl. s. won der Verſchwörung gegen Heinrich ver:
Ann. c.7 (Mon. Germ. SS. XI, 517). bunden.
2. ‘He ſprac uppe de vorften honlife 5. Eine Duelle diefer gänzlich ver-
unde belt fe kranclike'. Eike. wirrten Angaben habe ich nicht gefunden.
149. 499
be fich ind bat buſchof Anno van Eoellen ind den bufchof van Saltzburch!, bat Gite350,
fi 30 Rome zoegen ind eme des richs ſchatz vergaderden ind eme breichten. mer
nein: ber pais ®orins, der pais nae Alerander wart, hadde ben ſchatz
in verboben. fin amptman lach gevangen. ind ber pais ſant eme me ban-
5 brieve 2 mit den vurß zwein buſchoven ind enboit eme: dat Debe be dairumb, dat he
bie buſchdom ind prelaturen verfoichte ind bie vrie lehen eigen luden ver⸗
leinde weder vecht. Dit was allit van ber firrflen rait, want be was einbeil wail
ſchuldich.
Zo diſſer zit was ein groiſſe ungeſtummige uneincheit under paffen ind leien.
10 it wart ein pais gekoren intghein ven anderen, als hernae geſchreven wirt.
ber pais loit den keifer zo Rome umb jachen die he licht ſchuldich was .....
ind umb ſulcher ſachen willen vergink dat rich fere, want men enacht niet up ben lei⸗
jer tonint noch paiffe.
[Königeh. 433. Eile 354. Anfangs ziemlich frei.]
5 Anno domini 1099.
Wanne dat koninkrid) 30 Iherufalem of dat hillige lant is weder van den Sara-
cenen ind Turken an die criften mit groiffer macht gewunnen wurden.
| Bi des feifers ziden was ein merevart ..... ind bejatten Jeruſalem ind alle B.163«.
ſtede mit criftenluden, die dat vil jair befaefien ind inne hadden.
2 [Königsh. 432. Martin. 468, 30.)
Deſer feier Henrich vurß wart find rich& berouft van fime fone ind
ftarf ellendich bi Zutge ind wart begraven in fent Lambertz monfter. mer
dairnae quam ein legait dair ind dede in uisgraven, want he in vem ban
geitorven was, ind wart begraven in ein alve capelle, die nu gewiet is
» in fent Cornelius ere, ind lach alone wail 5 jair, bis fin fon an dem
pais erwarf ein abjolucie, ind dae wart he van dan gevoirt 30 Spire und
dae begraven bi ven anderen keiſeren °.
[Bild eines Herzogs.)
Godefridus var Bullion, ein durchluchtich man ind ein van ben drin ftrit-
zo barlichiten furften under den criften, herzoch van Ardenien ind van Lothrich,
der beftonde die groiſs reife zo trecken in bat billige lant..... ſprechende: “ich wil
nummer dragen ein gulden kroin, dae unſe here Jeſus Chriſtus gotz ſon hait gedragen
ein dornen kroin'.
[Florar. 1896 (141) ff. Martin. 468,29. Supplem. 186°. Mit Heinen Aen⸗
35 derungen und Zufäßen.]
Bavenderge. Die Nachricht iſt Hin die Leiche ſchon einige Wochen nach
wierer an ganz ungehöriger Stelle ein- dem Tode gebracht wurde, erſt nach ber
geſchob en. Aufhebung des Bannes im Dom, Bgl.
Sine breve'. Gieſebrecht, Kaiſerzeit IIT, 760.
Zuerſt in der St. Afracapelle, wo⸗
32*
500 VI. Koelhoffſche Thronit.
Item: dem felven berzoch Gotfrit zer eren, want be ein herzoch van
VLothrich was, wirt die herlicheit van Bullion hude zo vage ein herzoch:
dom genoempt, a8 dat in dem titel der bifchoffe van Luitge offenbairlich
geſchreven wirt!.
Florer. Henrich greve van Limburd wart herzoch van Lothrih..... ind want he5
ss. dat vurß herzochdom in bejes kreige, wurben die greven van Limburch
herzogen genvempt. ind feifer Henri) IV beleinbe in baemit.
Hie quam dat herzochdom van Lothrid) wederumb an Karolus Magnus geſlecht.
ib. Stem: defe Henrich ..... wart berouft des herzochboms van Lothrich, ind
Bu.1er. keifer Henrich V gaf dat greven Got, frit mit dem bart van Loeven. ind alje !
155*, quam dat herzochdom van Lothrich, dat durch Gerbergam verloren was,
nae dem fevenden herzogen weverumb an ir geflecht, al was manichfel-
bige veranderunge dairtufchen fomen.
Florar. Gotfridus mit dem bart...... be hadde ouch zwae doechter .... die ander
— hieſch Ida und wart vertruwet eim greven van Cleve. 1*.
[Bild eines Herzogs.)
Wilh, Gerlacus greve van Gelre ..... als it ſchint, ſo was he ein broeder Wilhel⸗
7 355 mus van Gelre ber biſchof was zo Utricht ..... diſſe greve Gerlach? mit dem bifchef
ſime broeder und mit in der herzoch van Brabant, ir neve der moder half, anno 1061
— alibi dicitur 71 — hadden ein groiſſe victorie weder greven Robert van ?
Vlanderen ..... ind alſo undergaf ſich dat gantze lant van Hollant under biichof
Wilhelm, as ouch hernae geſchreven wirt.
Hie fonde Hollant under eim biſchoffe van Utricht.
BL. 163b Wilhelmus der 21. biſchof van Utriht ... .. fo nam bifchof Conrait von
18. richt, naevolge bifhof Wilhelms, dat ſlos zo Yſelmunde in ind fterkde dat mit °
provande ind mit voulf ind wonlde den jungen junler van Hollant
vurß verdriven.
[Florar. 1806, 184b. 187b (123. 130. 136). Wilb. de Berchen 29.)
Deberih V greve van Hollant ..... hadde dat lant regiert 15 jair.
[Florar. 184b (130). Cron. de Hollant 531.] J
Florar. Florencius II des vurß Dederichs ſon ..... ſtarf he Nonas Mareii3,
(149). [Bild eines Papftes.]
StephanusIX ..... be ſtarf binnen ber zit e dan bat concilium gehalben wart.
[Martin. 434, 4 und Schebel 191b,)
1. Bgl. 3.8. Url. von 1519 Lacom⸗ bloß: huius Gerlaci temporibus videtur
blet IV, 636. fuisse Wilhelmus de Gelria. Den Zug
2. Bon einer Betheiligung Gerlachs gegen Flandern ſetzt fie 1063, Leo (12
weiß W. v. Berchen nichts. Die Ham- Bucher niederl. Geſchichten I, 22) 1071.
burger Hſ. Bl. 2038 nennt den Biſchof . Sexto nonas mareii.
nicht al8 Bruder Gerlachs, fondern fagt |
1499. 901
BenebitusX..... des hatte he confciencie ind overgaf it.
[Königsh. 559.)
Nicolaus IL... .. Fern
Alerander II..... 30 left macht konink Henrich Alerander zo eim pais ind int- ib.
5 faßde den anderen! (Cadalus von Parma]. in finen ziven wart gejat, bat men
alle ergbifchoffe ind epte ind irre gelich up ven elter heven ind ſunder—
lichen kreſamen fal boven ander perfoin.
| [Bild eines PBapftes.] Bl.1610.
Gregorius VII..... ind ſatzte den keiſer af. Särbel
10 Yan dem orden der Regulierer.
Zu ber zit des vurß pais Gregorius und keiſer Henrichs IV began tive: Rudim.
derumb der orden..... ind wart ingefaßt Durch ſent Auguftin.
Bictor IIT..... Urbanus Il..... Bascalis 1l..... 18 jaic 8 maende ind 131.38.
8 dage.
15 [Bild eines Bifchofe.]
Hildolfus wart der 34. bifchof 30 Coelne anno dni. 10772, ver was vur Levoldi
feifer Henrichs III capellain, ind befas den ftoil 15 jair, ind licht 30 Coelne in fent
Peters monfter begraven.
Segewinus wart der 35. bifchof zo Eoelne anno 10953 under keiſer Henrich ib.
20 IV ind was domdechen vurhin 30 Coellen, ind beſas den ftoil 10 jair,
[Bild eines Mönches.]
30 deſer zit wart begonnen der Carthuſer orden ..... und voirten ein flrad D ion
boisfertich leven c. wie ftrenge ir leven fi, vinftu bejchreven in irre regel.
ind is der aller vernoempfte und vorderfte van allen orden ver billiger
» kirchen umb finre ftrengheit willen.
[Supplem. 185%, Vita S. Brun. Carthus. (Acta 8S. Boll. Oct. III, 703). Fitr
ben Eingang vgl. noch Rudim. und Agrippina 61b.)
[Bild einer im Bau begriffenen Stadt.
Lubek bie richſtat wart gebumet umbtrint Diefe zit anno dni. 1142%.
3 Cron. der Safien 342.)
Anno dni. 1098.
In dem jair vurß verbrant bie kirch zo den apoftelen binnen Coellen up fent Sa
Abains dach, die nu geſtanden hadde umbtrint 60 jair ind mere®. D 126.
1. Alexander ad rogatum Henrici nächſtvorſtehende Jahreszahl.
imperatoris descendit in Lonbardiam. 5. Oben S.481 ift erzählt, ver Bau abe
Mart. unter Heribert begonnen. Ueber dag Jahr
2. Schon 1076. des Brandes (mohl 1192) vgl. oben S. 18
3. Schon 1079. Note l.
4. 1142 ift in Eron. ber Saffen bie
BL.165$.
Martin,
468, 5.
Schedel
1826
Sigeb.
372, 33.
502 VI. Koelhoffſche Chronik.
| Yan dem muistorn zo Bingen im Kin.
Bi diſſer zit was ein grois mechtich man, ind a8 he was up ein zit in einre gafteric,
fo wart he umbgeven mit fo vil muifen die umb in ind an in liefen, bat men fi niet van
eıne gebriven noch gejlagen moichte. ind zom leſten wart he up bat waſſer geboirt, ind
dede Dae ein torn buwen ind woinde bairup, up bat he fich Der muiſt er- 5
weirbe: mer dat halp allit niet, fi quamen nochtant zo eme. ind als ein deil jagen
ind fehriven, fo i8 dat wibderfaren dem bufchof van Mentz, Hatto genoempt, ind die
muiſe vraiffen in. ind der vurß torn fteit 30 Bingen mi in dem Rin
ind heifcht noch Hude 30 dage ‘ver muistorn’. ind bie plage verhengebe
got over in: want up ein zit was ein groiffe dure zit, fo lies be beroifen ein groiſſe 10
menichte van armen luden, als woulde he ein grois fpen geven, ind a8 Die quamen,
fo dede he die vergaberen in ein ſchuire ind Lies die ſchuiren anftoiffen ind verbrant
alle die armen lude, ind vechet die armen lude gelich muijen in ben jchuiren
die dat forn effen, ind moicht bi anenturen fulche wort gefprochen haven,
fo plaegete in got a8 vurß. ind wae bie muife finen namen an ben wenben of 15
an ben tapiten gejchreven vonden, fo kratzden fi dat uis. ein deil [hriven, bat
der Hatto fi bufchof geweſt nae buſchof Wilhelm, der feifers Otto fon was des eirften!.
Anno domini 1106.
[Bild eines Kaifers.]
Henrich der V roemfche konint ind der veirde keiſer van bem namen?
iwart ber 85. feifer van Julius ind der 8. duitſche Feifer anno domini 1106 ind re
gierde 19 jair, alias 20.
[Eife 379. Supplem. 1873.)
Differ feifer, nae vil vageleiftung die gehalven worden up vil enden
van einre zweidracht tufchen ver pafichaf ind dem rich als van dem, of
ver feifer hedde zo feen paiffe ind bufchove ind die zo confirmeren ind des⸗
gelichen van anderen prelaturen, — overquam he ind vereinichte he ſich
mit dem pais van defer uneinicheit, die lange geftanden hadde ind vil
treflich8 ſchaden zobracht in ver criftenbeit, ver leiſer nae ind fin vader
vur namen vur ſich ind zogen an..... bat hebben verhengt ind zogelaiffen over bie °°
43 paifje?. Die pafſchafs ſprach weberumb: dat were unbillih ..... ind ber
6. ſo' ftatt fir. 10. gotz' ſtatt ‘got. want he up. 22. jai' ftatt air.
1. Gemäß A. Kaufmann, Quellen- bis 1462 (vgl. oben S. 481 Note 3) bei
angaben zu Simrock's Rheinſagen 99 Otto J., ganz kurz beim Jahre 1001 in
(Nachträge Annalen bes hift. Ber. XIX, Cronecken der Saſſen, mit Hatto’8 Na:
48) fände ſich Die Uebertragung ber in men bei Schebel. Andere Nachweifungen
zahlloſen Verſionen (vgl. die Straßbur- hat neuerdings Will gegeben in ber Mo-
er Berfion bei Königsh. 645) wieder- natsjchr. f. rhein.⸗weſtf. Geſch. I, 208.
ehrenden Sage auf Hatto von Mainz 2. Sub sexaginta tribus apostolicis.
zuerft bei Trithemius. In Mainz localis Sig.
firt, doc ohne Nennung des Bifchofs, 3. Papae. Sig.
findet fie ſich ſchon in ber Kaiſerchronik
1499. 503
pais enmoechte ouch dat jelve niet overgeven funder ein gemein con⸗
cilium!. diſſe zweidracht wart geftilt ind geflicht durch ven vurß feifer
Henrich V ind Paschaleın den pais, ind wart tat alfo vunden, bat bie
leiten ind weltlichen moegen prefentieren ind die pafjchaf ind geiftlicheit
5 ſoulde inveftieren. ind dairup wart ein hof beroifen 30 Worms ..... alfo ver: Eite397.
zege leifer Henrich up ven ſchatz? der busdom ..... ind gaf des brief ind fiegele: bie
las man wur den cardenalen bime Rine im velde umb des volle wil.
Item: ber pais fant eme brief ind fiegele, dat die kur ber bufchof ori foulde ebd.
fin ...... ind alfo wart grois vreude ind vrede.
10 I Differ keifer ving finen vaber...... ind bat licham mit falt beſpreuget ind BL.166=.
gen Spire gevoirt ind dae begraven bi ſime vaber.
[Agrippina 638 (Königsh. 435). Siged. Contin. 380, 8.]
Diffe Henrich was ber leſte Feier van dem ſtam ber heren uis Fran⸗
fenlant, die welche Haven ingehat nae ein bat keiſerdom van Conrait bem
15 anderen an 30 rechenen bis up deſen Henrich ven V 100 ind 3 fair.
[Bild eines Königs.)
Lobowih van Vrankrich ..... und ber Ludwigs Sohn Philipp] brach fin
hals ind flarf anno domini 1131.
[Florar. 1986, Mit gahlveichen Keinen Abweichungen.
20 Yurvolgung van den greven van Gelre.
[Bild eines Herzoge.]
Gherhart der eirfte van dem namen ind der derdes greve zo Selte..... bi wilh.
bes greven ziden lachte fich ſtrenglich greve Deberich van Hollant intghein greven Her {ker un,
man van Kuil, als hernae gejchreven fteit anno domini 1128.
3 [Bud eines Papftes.]
Gelaſius I1..... Bl
Calixtus 11.....
Honorius I .... . entſatte ben patriarchen van Venedige ind van Aquilien
umb ire unbait.
30 [Martin. 435, 37. Eife 393, Königsh. 562. Supplem. 188b.]
[Bild eines Bifchofs.]
Hermannus III, den men noempt ben richen, wart ber 36. buſchof zo Eoellen Chron.
anno domini 11024. ber bejas finen ftoil bi des vurß keifer Henrichs ziden 10 Prior"
iair ind 5 maende. fin richbome beftabe he ſere ind vil zo der ere goß: he Dede
3, dem' ſtatt den'.
1. Vgl. Sigeb. 372, 37: censebant Ausgabe nicht benutzte Hamburger Hſ.
papae synodali iudicio ıc. Hist. 316 Bl. 204% nad biefem noch
2. ‘Des fattes’ Eile. beinrich I. ein.
3. W. v. B. ſchiebt zwifchen Gerlach 4. Schon 1089.
und Gerhard noch Otto U., die in ber
504 VI. Koelhoffſche Chronik.
machen vie Eofteliche caffe van goult ind van buerbaren jteinen, dairinne
fent Severin nu zer zit ligget. vurmails lach ſent Severins corper in
einre houfgen caſſen. ind in der vurß gulvener cafjen ftain gejchreven
30 einer ewiger memorien die nagefchreven vers:
Presul presentis Hermannus tertius urbis, 5
res patronorum Cupiens augere suorum,
ossa Severini, capse prius indita vili,
splendidiore domo gemmis inclusit et auro,
quem pro peccatis juvet hujus gratia patris,
compensans votum simul hoc laudabile donum !. "
Diffe bufchof Herman hadde ein fuefter ind was Richza gencempt
ind was feifers Lotharius II naegefchreven huisfrauwe. bie vurß kei—
ferinne gaf der kirchen van Coellen den zeende zo Untel 30 der beluichtung
ber vurß Firchen, ind fi licht begraven 30 ſent Marien greven hinder dem
boim in tem verhaven grave wur dem koir under ven cloden 2. 15 |
Catel. I. Item: buſchof Herman flarf ouch ind wart zo Siburch begraven in bat ca-
pitelhuis.
Wanne die doimkirche zo Worms gewit wart.
Jun. 13, Anno dni. 1118 Idus Junii wart gewiet die veimfirche zo Worms
in biweſen bufchofs Bruins van Trier, bufchofs Everhart van Eifteten, »
bufchofs Albuins van Mersburch, bufchof Hertwige van Miffen ind
buſchofs Buggo van Worms},
Deberich VI der 9. greve van Hollant ..... orlochde fere up Frieslant int
belacht die jtat Utricht ſere hartelich! ..... fo ftarf he anno dni. 1163.
[Florar. 2022 (165). Cron. de Hollant 533.) 3
B1.167«. 1 So wanne ind wairumb dat cloiſter Marienwerd gemadt is.
Florar, Diffe vurß greve Dederich ..... Monasterium insule beate Marie ordinis Pre-
(1es), monstratensium, ind wurden moench bair bracht van Laudunen.
Anno dni. 1125.
[Bild eines Kaifers.] m
Lotharius ..... quam ant rich anno dni. 11255.
[Eile 399. Florar. 2038.)
1. Die Inſchrift des nicht mehr er- das Calendar der Domcuftodie, Duellen
baltenen Schreines auch bei Gelenius, De zur Geſch. der St. Cöln LI, 573.
magnit. Col. 273, wo aber decoravit ftatt 3. Die Einweihung fällt 1110 VII.
inclusit ſteht. idus Junii, Bifhof von Worms war Ar-
2. Bgl. Gelenius 313. Der Chroniſt mold II., die Übrigen Namen find richtig.
verwechſelt Richeza, Schwefter Erzbiſchff Schannat, Hist. episc. Wormat. I, 62.
Hermann's II., Königin von Polen, mit 4. Bgl. v. Kampen, Geſch. der Nie:
der gleichnamigen Gemahlin Kaifer Lo: derl. I, 111.
thar's. Den Unkeler Holzzehnten erwähnt 5. Jahreszahl aus Rudim. nov.
1499.
Nae keiſer Henrich boit bes vunften wart zwiſt umb Die kure .....
biſchof van Meilan kroinde den anderen gekoren konink Conrait, ind
dairumb entſatzte pais Honorius den ſelven biſchof ind dede konink Conrait in
den ban, mer biſchof Bruno van Trier der verſoinde die zwen. ind
s hierumb wart ber vurß Conrait dem biſchof van Trier vruntlich ind
heimlich. iffe Conradus wart keiſer nae deſem Luber.
[Eike 399. 408. Gesta Trev. 199. Chron. praes. 196. Herzoch Henrich van
Almaingen’ ift Doppelgänger des “herzoch Frederich van Swaven’.]
tem: konink Luder...... gewan ouch Nuremberch.
10 [Eife 400. Martin. 469, 27.)
In der zit ftarf pais Honorius. fo wurden zwen ander pai® geloren, Inno⸗ Br, 1978
cencins ind Petrus ..... ind Petrus wart 30 ban gebain ind flarf dairin. — 167%.
[Eife 402. Martin. 436,8. Königsh. 564. Supplem. 189b.]
Diffe Innocencius ind keiſer Luder gaven zofamen bo ber geiftlicheit Königs:
15 groiffe vriheit inb beſtedichten Die, dat men fi an ghein werltlich gericht bringen 9° 86.
noch gebieden enſal noch enmach noch ir zobehoere !, ind mer dairweder bebe,
ven fal niemant madıt haven zo abfoloiren dan allein ein pais zo Rome. deſe pais
beftebichte die kirche van Coelne mit vil beſonder vriheit ind confirmierde
ire vur bullen ind vriheit.
20 Dairnae zoigen konink Luder ind der pais zoſamen over den herzogen zo Pulle,
und der vink den pais und die ſine? weder des keiſers macht: ſolde he ind die
ſine uis, dat coſte ſi groiſſen ſchatz. mer doch wart greve Rutger verdreven
.... ind as ber ſelve verdreven was, fo quamen fi weder zo Rome?,
ind dae wart koniuk Lotharius zo eim keiſer ind fin huisfrauwe, Reitza ge-
2, noempt, zo einre keiſerinne gewiet in ber Kirchen zo Lateranen anno 11314.
[Königsh. 564: Martin. 436, 17. 469, 28.]
As nu der vurß grewe Nutger ... . verbrewen was, fo wart bat feloe herzochdom Florar.
gegeven eim anderen... . fi beleinten bat zofamen ind hielden albeibe dat wimpel in 201".
ver hant.
30 Item: as feifer Luder 30 lande quam, fo quam eme clage over greve Gike 403.
Herman van Wintzburch..... ind brach Wintzburch.
tem: bairnae anno 11365 quam pais Innocencius in Duitichlant 30 ebb.
Luitge ..... up bie ſelve zit woulde keiſer Luder den ſchatzs van ben biſchoffen
weder vorderen ..... in keiſer Henrichs des vunften ziden. fo bleif dat ain
ss ende”,
Wer einen pfaffen flüge ober fre-
belihe hant an in leite.
2. Bei Königsh. wird der Papſt zuerſt
gefangen und zieht dann erſt mit Lothar
gegen Roger.
3. Richtiger ſetzt Martin. die Krö-
nung vor den apuliſchen Feldzug.
4. Vielmehr 1133.
vo. Schon 1131.
bier gänzlich verwirrt.
6. ‘Den jat van den bifcopdomen'.
71. ‘Des ne mochte he nicht vollen:
bringen.
Die Zeitfolge ift
506 VI. Koelhoffſche Chrenik.
Yan ſent Bernardus orden anno dni. 1098 of 1127.
[Bild eines Abtes.)
Beruardus der billige abt ..... den geluſt zo leſen van ſime hilligen
leven ind van ſinen miraculen, der mach dat ſoichen in ſinre legenden.
Vine. Spec. hist. XXVII, 22. 24. Leg. aur. Grüße c. 120 zu Enbe.] 5
E here 30 diſſer zit geichieben ouch wil wunberlicher Dinge an dem hemel..... item
“ ein fwair kalt winter ind groiffe dure zit dairnae.
Bi.isse. hie huldede der konink van Denmark mit den finen dem roemfchen keifer
‚ind entfink dat koninkridh van eme 30 Ichen.
Eife 105. In der zit dede der fonink var Denmark groiffen overlaft allen den Duitſchen 1v
..... ſulche ere wan deſe keiſer dem rich.
Item: dairnae anno 1137 voir ber keiſer weder in Lombardien..... ind
hielt redelich vreden.
[Eite 405. 407. Florar. 2042. Das Magn. Chron. Belg. 169 kürzt bie aus
Dtto von Freiſing eutnommene Erzählung bes Florar. ab.) 15
wilh. de Henri des vurß greven Gerhartz jon wart greve van Gcre..... gaf bie
ercnen
32. 35, plaetze, bat gemacht wart bat cloifter van ben Regulierern, gemoempt 30 Beth:
leem bi Doettinten!. be ftarf bi den jairen uns heren 1162,
Wie der Kin nis der maifen fere clein was.
Anno dni. 1130 of dairumbtrint was fo ein heiffer jummer, bat it gelid %ı
ſchein a8 gink wuir nis der erden Durch Die vi im ber erben, ind was fange ſonder
rein, ind bat ertrich wart fo durre, dat alle borne wier und vlieffende waſſer werfeigen
binae. der Rin wart fo clein, dat men over Rin reit an allen enden ind moidt
bairover waben. inb bie vruchte in dem velde verborbe ind berbarf gank overal, ind
dat felfpe bracht groiffe bure zit bi, dat vil Iude hungers urven. 5
[Florar. 2043 (169). Königsh. 437. Cöln. Jahrb. D 126.]
[Bild eines Papftes.]
BI. 168. Innocencius secundus ..... ind ber roemſch konink Ruder vurß bracht in weder:
168°. mb 30 Rome as vurß is.
[Martin. 436,4. Vinc. Spec. hist. XX VIII, 6.) N)
[Bild eines Bifchofs.)
Chron, Frederich I wart der 37. bifchof zo Eoellen anno dni. 1112 ind he wart
pr. 196. bifchof gemacht me van gunft des keiſers dan rechter fur des capittels. ind bat quam
dairvan, want bie feijere hatten do noch ven pais bifchof ind alle prelatu-
ven 30 confirmieren, want bis zo ber felver zit gaven bie feier dem biſchof ben ſiaf &
und ben rint und moicht geinve bat paistom of ein biſchdom 2c. befigen as
7. wine ſtatt winter’.
1. Deutichem an der alten Yſſel.
1499. 507
einre geforen was, jonber confent inb confirmacte bes keiſers, a8 men bat
clairlich mach fien bi ven paifen hievur gejchreven, as ouch Karolus
Magnus gegeven wart ind Otten tem eirften. mer nu i8 bat anders
wurten ind i8 tat roemfche rich fere under die voeſſe fomen, jo dat die
s ghene, die vurmails plaegen andere 3030laiffen und zo confirmiren, die
moiffen nu warden bie confirmacie van eime anderen, ind werben mit
den voeſſen gefroent zo eime zeichen der groiffer underwerpunge. daevan
haiftu ouch wat gefchreven fol. 165.
Diffe Bifchof envorte niemant, dair he reicht 30 habbe!. he woir wit catal. ı.
ı0 durch Die lante int deinde gerne 30 den rechten, wer in bat. be freit ouch
menlichen mit wenich Iuden wur Andernach untgein grois voulk uis Swaven ind
Beieren und bebielt dat welt eirlichen. be regierde bat bisbom ftrenglich ind eirlich
umbtrint 30 jair bi keifer Henrichs des IV, bi feifer Henrichs des V ziden ind ouch bi
ein beil jairen van keiſers Luders zit, ind den wiede ind ſalvede he zo eim roemfchen
15 foninge ind fin huisfrauwe Neita z0 einre leiferinnen. be verhoif ſent Gereoin
mit finre geſelſchaft. ind zom feften flarf he up dem ſlos Wollenberch, dat be
hadde doin buwen, ind wart eirlichen begraben 30 Siberch in dat capittelhuis.
He hede buwen ind machen die ftat Andernach up dem Nine ?, bat non- ib. um
nencloifter up dem Werde gelegen im Rin boven Bonna?, dat ſlos Ro- 190.
» lantzecke dair gheinover, dat jlos Wolkenberch boven Bonne, dat moenchscloiſter
up ſent Appollinarisberch bi Remagen!.
[Bild eines Biſchofs.
Bruin II der 38. bifchof van Collen wart biſchof anno dni. 1132 ind be- ib.
ſas den ftoil 6 jair. diſſe Bruin was proift zo ſent Gereoin ind wart me ingeftoiffen
3; van gunft keiſer Luders, dem be 30 hove volchde, dan van fur, want Dat ca-
pittel 30 Colne hadden eindrechtlichen gekoren heren Godert proift zo Xanten. biffer
Bruin vurß hadde ven namen van dem biſchdom, mer he dede wenich Bı.ısu-.
urbers dairan. he voulgde dem feifer fteit in Italien ind zo Apulien, und
be ftarf in dem lande in den pinzft billigen dagen in biweſen bes keiſers ind wart be-
30 graven in einre flat, Bare genoempt. diſſe Bruin was ein fone grave Adolfs
van Altenne des ILS.
Hugo biſchof zo Eoelne was doimdechen zo Coelne ind wart geforen in catal. ı.
dem jair a8 bifchof Bruin ftarf, ouch van gunfte desſelven feifers Luder,
ind wart confecriert van pais Honorius ind flarf kurtz dairnae ind wart bi bifchof
1. Vir magne constantie, adeo ut
nec imperatori timeret resistere.
2. Der Reichshof Andernach iſt erft
unter Rainald an das Cölner Stift ge-
lommen.
3. Rolandswerth,
werth.
heute Nonnen⸗
4. Bol. Görz, Mittelrhein. Regeſten
1628. 1699.
5. Nach der envöhnlichen Zählung
Adolfs II. von Berg. Die Trennung
in bie Linien ven Altena und Berg trat
erft ſpäter ein.
508 v1. Koelhoffſche Chronik.
Bruin vurß gelacht ee bie botſchaf quam, dat be geforen were. ind umb
bes willen wirt be ouch niet gefett of gerechet in ver zale ber bifchoffe
van Goellen !.
Anno domini 1138.
[Bild eines Kaifers.] 5
Conrait III van Stoufen ..... die Saſſen ind die beierſche heren Toren
berzoh Henrich van Beiern und van Saſſen, herzoch Frederichs broeber 2.
(Königsh. 438. Eile 408.]
Eifesos. Diffe konint Conrait zoih is jime derden jair vur Nuremberh und
Winsburch, dae herzoch Henrich dat rih a8 vurß is hadde bebalden, ind wan !o
Dat rich? ain herzoch Henrichs dank van Beieren mit unzelichem ſchatz.
Ann, As konink Konrait Winsburch belacht hadde, fo ergaven fi fih...... und jprad)
Col ein koninklich wort: ‘dat ein mail gefprodhen ind zogefacdht i8, dat fal unverwanbelt
759. bliven'. |
Bi des konint ziden levede ſent Bernhart ind ber preitgebe bat cruit ..... allo ı5
zergink Die mervart.
[Königsh. 565. Eike 414.)
Deie konink Eonrait reisbe driwerf over mere in dat billige lant....... intfint
niet Die keiſerliche kroin van dem pais.
[Eike 414—19. Königsh. 439. Martin. 469, 45.] »
Bl. 1696. | Johan van den Biden.
Martin. Item bi des keifers ziden flarf ein alt ruiterman ..... anno dni. 1139.
[Bild eines Herzog$.]
Florar. Gotfridus der ander wart herzoch van Lothrich und Brabant anno 1140. hei
182). hadde ein huisfraume, geheiichen Zuitgart van Saltzburch, feifer Srederihal
juefter, ind dairumb beftedichte eme keifer Frederich alle privilegia ind vechte bie
van fime vaber an in fomen waren®...... be lies ein jungen fon ...... ind hieſch
ouch Gotfridus, ind daevan untftonde vil ungeluds in Brabant und wurden
vil goiter afgezogen dem lande, die noch niet weberumb fin fomen 30 dem
vurß lande. he flarf anno 1144 ind hadde die purf herzochdom regiert 4 jair. 30
Sent Hildegardis zo Bingen.
Vinc. Sent Hildegart ..... ſchreve ouch vil zokunftiger dinge zo der pafſchaf zo Coel⸗
avi, len van ber zolomenber tribulacien ber felver pafihaf, ind licht begraven in dem
1. In einem Theil der Cölner Kata⸗ bezüglich.
loge fehlt bei ihm die Ordnungsnummer. 4. Ganz verwirrt! Adeo ab impera-
2. ‘De Swaven unbe be Beieren fo- tore Conrardo IH. diligitur, ut eum pa-
ren bes bertogen Breberiles broder Kon- terni honoris successorem faceret et ei
rade; de bertoge Hinric van Beieren unde Luytgardem sororem coniugis sue in
van Saffen de hadde bat rike'. Eile. uxorem largiretur, que erat Alia dueis
3. Eike it’, wohl auf Nurenberg' de Salzenbach (Sulzbad)).
1499,
cloifter, genant up fent Robert berch, bi Bingen up dem Rin.
309
ich vin⸗
ben ouch alſus gefchreven ! van der vernoempden jonferen fent Hilvegart,
dat fent Hildegart geboren fi bi den ziden des pais Eugenins bes III und keiſer Hen-
rih8 des IV, do Buggo bifchof 30 Worms was und Henricus bilchof zo
5 Menk anno dni. 11002, ind levede 82 jair ind is begraven up fent Robert berch
15. Kal. Octobris bi feifer Frederichs ziden des eirften.
begraven fent Robert mit finre moder Bertha, ind Witbertus ein confefjoir, welche
berch in zobehoirte van rechts erfgezails wegen 3.
Yan Tundalus dem ritter.
30 differ zit anno dni. 1149 levede ouch ein grois edelmann.....
daevan is
ein boichelgin gemacht, genoempt Tundalus boich.
[Bild eines Könige.)
Lodowich van Frankrich. ...
regierde nae ſime vader 40 jair?.
15 pus, ind ber wart konink nae eme.
[Florar. 2073.
1 Sobdert of Gotfrt IL... .....
began 30 regieren anno dni. 1133 ind
he hadde. ....
ein ſon ind hieſch Philip⸗
Bgl. oben BL. 168b.]
herzoch van Lothrich ind Brabant .....
ind dae is ouch Sept.17.
Vine.
Spe
Riüin.
Bl.1708,
Florar.
be hadde ouch ein doichter ind bie hieſch Imagina ind die was ein mober des 2174
ſtams van Perweis,
do die eirſte vrauwe ftarf, nam he® ein ander, Ma—
» riam konink Philips dochter van Vrankrich, ind mit der gewan he ein
boichter ind die truwede naemails ein greve van Cleve.
beje herzoch Got:
frid, als he dit herzochdom vurß regiert hadde 40 jair?, fo ſtarf he anno
domini 1186.
[Bild eines Bapftee.]
Eeleftinus II.....
Lucius II..... Eugenius II
ınd in dem
jelven jair nam an ſich die reiſe in dat hillige lant konink Conrait
als vurß ꝛc.
[Martin. 436, 21.
Bei Eugen auch Königsh. 565 und Schedel 200b.].
[Bild eines Biſchofs.)
Arnoldus, ber eirfte van dem namen, wart der-40. buſchof van Coelleus ind
1. Das. Folgende nad der Vita S.
Hildeg. A. SS. Boll. Sept. V, 679 ff.
2. Diejes Jahr erwähnt eine andere
Vita (vgl. Acta SS. 631). Das richtige
Jahr 1098 fällt weber unter Eugen III.
(1145—53) noch unter Heinrich I. (1142
—53), die jedoch beide in ber gedrudten
Vita 680 und 682 genannt werden, noch
unter Buggo II. von Worms (1120—
4
3. Collis.... quem ille (Rupertus)
olim patrimonii iure possederat. Vita
681.
4. Florar. 2072 rechnet 43 Jahre von
1137 ab.
5. Florar. 211b (183): secundam
duxit uxorem Ymaniam, filiam comitis
l.ossensis, de qua genuit Wilhelmum de
Paerwijs,
6. Nicht Gotfrieb III., fonbern fein
Sohn Heinrich I. Deſſen Tochter Elija-
beth oder Iſabella heirathete- Dietrich VI.
von Cleve.
7. Länger: 1142— 1186.
8. Die Zählung ift durchaus incon-
fequent: Oben ©. 507 ift Bruno 11. ale
(183).
Cat, I.
38. bezeichnet und ausdrücklich bemerkt,
Hugo werde nicht gerechnet.
Bl.
1720.
ehr. pr.
Saften
* lien mit dem keiſer.
pina62«,
Ann,
max,
767.
512: VI. Koelhoffſche Chronik.
gebirchtz ind wae he is zo doin hatte, me gevurdert ind zo eim ertz⸗ buſchoſ⸗
fen confirmiert ind beſtediget van dem roemſchen konink, ind her Gerhart vurß, den dat
capitel gekoren hadde, bleif unbeſtediget. do nu der vurß Frederich Die confirmacie ewech
hadde van dem koninge, fo treckde be zo Rome mit ſinen vrunden zo dem pais Adria⸗
nus ind ber confirmierde in ouch. be quam zo Coellen ind bracht fin pallium ind 5
wart genomen vur ein bufchof. 30 ber felver zit gewiel it, dat keifer Freberich in Lom-
bardien zoich np die van Meilan ind bufchof Freberich vurß mit anderen buitfchen
furften ind heren zoigen mit bem feifer mit groiffer macht. bufchof Frederich wart
krank in ver felver reife as he ein zit lank bi dem feifer geweft hadde, ind
ftarf dae im lande in Stalien bi ber ftat Ticinum, Die men ouch noempt Padua!, ind ın
fin lichnam wart van dan bracht heruis in Duitfchlant.ind den Rin heraf
bis 30 dem Aldenberge in bat cloifter in unfer liever vraumwen munfter, ind dae wart
be eirlichen begraven, ind be hadde buſchof geweft naume zwei jair. item: bufdof
Frederich vurß, a8 be in dat buſchdom komen was, fo kreich he etlige viande bie dem
buſchdom fchaden deden: dairumb zoich he uis mit ſinre ritterfchaf ind mit !5
fime volk ind belachte bat ſlos Ranbenroibe. be gewan it ind dede bat afwerpen
ind fleifen gelich der erben.
[Bild eines Biſchofs.)
Reinoldus, *|ein rugreve geboren van Daffele|* in Saſſen, wart geforen
198,
„Son. anno dni. 1163 eindrechtlich van dem capitel van Coellen. be was vur %
proift 30 Hildesheim ind was cancellarius keiſer Frederichs des eirften ind was in Sta
be was ein wis vurſichtich man in werltleufigen fachen ind
ouch in rittermaiffigen gefcheften ind in allen fachen, dair he zo gejchidt
ind geforen was, die feiferliche majeftait of des richs fachen antreffende:
tie beftalt ind richte he uis [ovelichen ind eirlichen, ind besgelichen dede %
he ouch bi anderen furften ind heren.
ind umb finre groiffer wisheit int
vervarenheit willen, als bujchof Frederich van Coellen vurß doit was,
quam be zo Coellen mit der keiſerlicher majeſtait brieven? ind wart eit-
drechtlichen gekoren van dem capitel vam doim, van der ritterſchaf ind
van dem gantzen lande. ind want keiſer Frederich vurß wail bekante ind %
ervaren hadde fin vurſichticheit ind cloikheit mit koſtligen anſlegen, air:
umb begerde he van buſchof Reinolt, dat he mit eme wederumb over
berch trecken woulde in Italien, as he gedain hadde ee he buſchof was.
do deſe bede des keiſers vur buſchof Reinolt quame, beſtalt he die ſachen
des buſchdoms in allen dingen zo goiden punten, ind he ſatzte den doim⸗*
proiſt vur ſinen ſtathelder, der was einre van Hinsberch ind hieſch Phi⸗
(ippus 3 ind wart buſchof nae eme, ind dairnae reisde buſchof Reinolt wederumb
27. buſchoffs.
1. Papia. Catal.
2. Von den kaiſerl. Empfehlungsbrie⸗
fen Ipriot cin Zufug der Annal. max. 771.
3. Daß Bhilipp, der Übrigens nicht
Dompropft, fonbern Domdechant war,
als Rainalds Stellvertreter zurüdblieb,
fonnte der Chronift aus der Erzählung
der Chron. pr. 198 entnehmen.
1499. 513
mit bem keifer over bat gebirchs, ind ver keiſer fante in mit Conrait palggreven vur
eme in Stalien 1 ind be quamı nae. inb bufchof Reinalt hadde fich ſere menlich in bes Chr, gr
feifers fachen, bat be dem feifer alle Italien underwarp ind dat koninkrich van Neapels,
ind ber keiſer befate gantz Lombardien mit vil capitanien ind heuftluben,
5 ind under alle den was bufchof Reinolt mit fine volf ein van ven tref-
lichjten, die fich fere getrumelichen bi dem rich ind dem keiſer hielven.
be quam 30 ftride mit den Romeren vur der ftat Tusculana genoempt, ind dae bleven
der Romere boit mere dan 9000, ind 5000 wurben gevangen, ind ber vouf bleif den
ritteren ind knechten, alfo dat van 40 dufent Romeren naume 2 duſent weber gen
10 Rome gefont heim quamen. ind dairnae wurben die Romer dem feifer gehorfam.
Item: wie bufchof Reinolt bracht die billigen dri koninge 30 Coellen
ind van anderen dingen vinitu hernae gefchreven.
I [Bild eines Papftes. ] BI.1726
Anaſtaſins IV ..... Adrianıs IV ..... Alexander IT ..... uciug II — 17°*-
15 ..... Urbanus MI ..... Gregorius IX (fies VHT)..... Clemens II .....
Celeſtinus IH ..... was pais 6 jair.
[Schedel 2006—205b.]
Anno dni. 1164.
Wie keifer Frederic 1 die flat van Meilan Arenglid) belach, gewan ind zerbrad
2 nis dem grumde.
Keifer Frederich vurß, naebem a8 he die van Meilan ind andere ſtede in Lom⸗Bl. 173.
barbien ind in Italien under fin gehorfambeit bracht babde ..... ind bezwant bie Tb,
jelven die dae gewonet hadden, bat fi moiften ir wonunge nemen ind halben vil nie
len van der ftat.
3 [Cosmodrom. VI, c. 60 (Annal. Col. max. 769). ron. der Saffen 349.
Zu Ende ift aud) Supplem. 1932 und Sigeb. Auctar. Affligem. 405, 18 benußt.
Mit Heinen Aenderungen und Zufjägen.]
Wanne ind dnrd wen die billige 3 koninge fin 30 Goellen komen.
[Bild von Coln.]
30 | Do keiſer Frederich die ftat van Meilan ſus ſwairlich belacht Br
hadde, fo waren doch eglige ſonderlinge burgere, als der burgermeifter
ber ein urfach geweift was der weberjpennicheit ver ftat intghein ven fei-
fer, ind den wolde he ummer doit haven ind laiffen henken, ind were bi
aventuren vil ee z0 der foine fomen, were dit vurß niet geweift. ind
35 dairumb wolde he niet afzien, he wolve finen willen haven. nu lach an ber en
muiren ein nonnencloifter ind in dem cloifter waren bie corper ver billigen dri fo- 349.
ninge, die dair fomen waren nis Perfia zo Conftantinopel, ind van dan hadde fi —
BL. 447.
21. ander andere. 23. *wijlen? ftatt "milen’.
1. Die Milfion des Pfalzgrafen Otto des lebteren Erhebung auf den Cölner
(nicht Konrad) und Rainalds fällt vor Stuhl.
Städtechronifen. XII. 33
514 VI. Koelhoffſche Chronik.
bracht ein biſchof van Meilan ind was Euſtorgius geheiſchen, der was uis Greilen
lant geboren, und was vurmails geweiſt ein biſchof in Greikenlant,
ind der keiſer van Conſtautinopel was fin ſonderlinge grois vrunt. ind als he biſchof
zo Meilan was wurden, begerde he van dem keiſer van Conſtautinopel, dat he eme
Cron. d. und ſinre kirchen die lieven dri hillige licham geven woulde, ind ber keiſer gewerde in 5
Saßen finre bede. ind fi waren geweſt zo Meilan bis up deſe zit umbtrint 171 jair!.
eb. 350. In diſſem cloifter was ein ebdiffe, Die mas des burgermeifters jufter, den der
feier wolbe laiffen henken. die nonne bedachte bo einen cloiken rait ind lieſſe dem bi-
hof van Eoellen dat verkundigen an der muiren ind fachte dem, wie bat die burgere
des anderen bages dem keiſer woulden bie flat geven, ind den burgermeifter, ven der 10
feijer woulde laiſſen henken, Dat were ir broeder: woulde be den afbidden dem Feiler,
fo woulde fi im geven die billigen bri koninge. bifchof Reinolt wa® [ber] goider
Leg.aur. meren vroe und antwerde “jae’. ouch hadde he dem keiſer angelegen, bat be eme
"dat ſelve cleinoit ind hillichdom der billiger dri koninge wolde geven ind finre kirchen,
angefien dat hei mit finre lantfchaf und mit der ftat van Coellen fere treffelich ind mit 1:
fwaren koſt over dat gebircht8 gebient hedden, ind ber keiſer hadde ſich ouch redelicher
Er B- mais dairzo ergeven. ind die ebbiffen mit dem bijchof Reinolt overdrogen fich under
350, ein, wie fi bat woulden 30 wege bringen, ind fi gaf eme die billige dri foninge. des
morgens beben bie van Meilan irre portzen up ind woulden dem keiſer huldigen: bo
bat der biſchof van Eoellen ven keiſer, Dat he eme woulde geven wat bie nonne up irem *
baffe droge. ber feifer dachte dairup niet ind ſacht im jae' 30. ind bo die burger
quamen uis der flat ind vielen dem feifer 30 vois ind desgelichen die paffchaf, jo quam
die ebdiſſe ind droich iren broeder den burgermeifter up dem balfe. do der keiſer bat
fach, bo ſprach he: ‘dat hain ich niet vergeven'. ber bijchof antwerde ind fprach, bat
be eme hielde wat hei eme gelowet hedde. ber feifer was bes zonreden. ind aſſo *
freich bifchof Reinolt die Hilfigen pri foninge ind fante die 30 Collen heim—
lich ind bebentlich mit fime gefinde, ind fante mit me hiltoms die licham
fent Felix, fent Nabor ind fent Gregerius van Spoleten, dat die van
Meilan niet Teren enmoichten noch her Conrait paltzgreve des keiſers
broeder. nochtant waren fi gewarnt wurden, bat ver Teifer bifchof Rei: 5
nolt van Coellen bie Hillige dri foninge mit me heiltums zogeſacht hette
und leveren wolde, ain ji meinten, bat bat heiltom noch dae were: mer
nein, bifchof Reinolt hatte fi ander umbwege doin voiren, mit verfeßten
hufiferen an ber perde voiffe in bat lant zo riden?. ind alfus quamen fi
enwech uis dem lande ind quamen in Coellen des nechften dages nae fent >
Iuli 29, Marien Magvalenen bad? anno dni. 1168, ind do wurden bie Billigen
3( 447, dri licham intfangen mit groiffen vrenden ind mit groiffem lof beibe van ber paſſchaf
ind van ben burgeren, ind wurden niet ingefurt durch bie zogemuirde porge
12. 'der? fehlt.
1. ‘671 jare. 1654) zujammengeftellten Berfionen nicht?
2. Bon diefer Lift ſprechen nach Ficker, Entſprechendes auffinden.
Reinald von Daffel ©. 129 auch italinie — 3. Den gleichen Tag, aber andere
jche Berichte. Doc konnte ich in den bei Jahre (richtig 1164) nennen bie Kölner
Crombach , Hist. trium regum (Colon. Jahrb. B und D,
1499. 58
boven bi Belen, a8 men gemeinlich ſacht, want die felve muir ind bie
jelve portze was noch niet gemacht, mer Philips van Hinsberch, bifchof
30 Eoellen, dede die machen, als hernae gefchreven fteit!. mer bat felve
zeichen der portzen mach bi aventuren dairumb dae gemacht fin, want bat
5 billige hiltom dae zo lande voire ind van ban van ber geiftlicheit ind van
ben burgeren is bracht wurden in ben alden boim, der mu zer zit binae
gan is afgebrochen. ind van ver zit || an hait die billige fat van Eoelleu fere zo⸗
genommen im eren ind in zitlichen goiveren, beide in dem geiftlichen ftait in
in bem werltlichen ſtaede, a8 dat offenbarlich zo mirken i® in den wo—
io nungen unb huſeren binnen Coellen, die vurmails alzo jlecht waren ge-
buwen, ver noch einteil in Coellen fin: mer die hufer van dem nuwen
buwe fin jere coftlich ind groislich die overtreffende 2c. ind desgelichen is
ouch mit anderen bingen.
Item: as nu der marfgreve vernam, bat dat hiltom vurß uis bem
5 lande was gevoirt, fo vergaderve he ein grois heir alle wile ver Toninf
und bujchof Reinoldus van Coellen noch bi einander waren, ind woulde
bat ftift van Coelne ind eindeil des richs mit rouf ind brande verhert
hain. dairvur wart bifchof Neinolt gewarnt ind fehreif finen vrunden
manfchaf ind maegen, dat fi mit der vitterfchaft ind lantſchaft dat hulpen
20 feren unt fin lant hulpen beſchudden: des woulde he widder umb fi ver-
dienen, want he umb des rich noitfache niet zo lande fin enmoicht up
bie zit, welcher beven int fchrift ft niet enverjachten. ind bie jelven fchre-
ven ouch vort iren vrunden umb biftant, die in quamen, fo dat dat ftift
van Coelne ein grois heit 30 dienſt Freich heimlich bi ein. dae quamen her- Agripp.
25 zoch Freberih van Swaven ind Lobowich Tantgreve in Doringen ind marfgreve? (Chron.
Freberich herzoch in Swaven, Contait fin fone: biffe vurß furften zoigen in bat ſtift Pr 199
van Coellen ind namen under fich rait, wie fi bat ftift van Coellen verherden moech⸗
ten, und woulden den berch, dae nu Rined up liget, verbolwerken, ſich dairup 30 ent-
halden. bit wart durch ficher botſchaft biſchof Reinolt gewar in Italien, ind boit her-
30 nis Philips dem doimdechen, der nae eme biſchof wart, ind anderen vrunden bes flifg,
dat fi up ftont ben berch Rined in julden nemmen ind den fterfen mit bolwerken, dat
aljo geſchach. bo bie vurß furften jagen, dat in ir upfat feelde, fo beriefen fi einen
ftrit up dem binstach im der cruitzwechen. do zoich Philip8 der doimdechen und ander
prefaten van Eoellen mit jo vil reifiges gezuich8 und voisgengeren im bat welt 30 An⸗
35 dernach in anſchin ber groiffer heren ind furften, Der me was dan 25 buifent ftritber
B1.174b.
l.eg.aur.
1. Nach v. Mering, Die Peterskirche 2. Ludwich palsgrave, der lantgrave
und Cäcilienkirche in Cöln (Cöln 1834) von Doringhen‘, Chron. praes. : Conra-
©. 31 wurde das auf bie Einbringung dus palatinus, Ludovicus Turingie lant-
der bh. drei Könige bezügliche Denkmal gravius et Fredericus dux Alamanie Con-
Über dem zugemanerten Thore zwifhen radi olim tereii flius. “Die Chron. pr.
dem Bayenthurm und dem Nächelsgaſſen- beruht hier meiften® auf Annal. max. 778,
tbore’ 1819 befeitigt.
® 33*
516 VI. Koelhoffſche Chronik.
man!, ind lagen dae bes ſtrides zo warden 12 bage, fo dat fi niemantz beſtriden wolde
und niet koin waren, die Coelſchen anzogaen. alſo macht der dechen vurß ein ſlos
und veſtigunge up dem berch boven Kitzingen?, nu genant Rineck, zo einre veſti—
gunge des ſtiftz ind zoigen die getruwen des ſtiftz weder heim.
Kr Item: bifchof Reinalt ftarf in Italien up unfer liever vrauwen avent Assumptio- 5
‚ (Chr. pr nis umbtrint anno domini 11653 und wart begraven in Xombarbien.
Ang. 14. mer naemails wart fin gebeins zo Eoellen bracht ind licht in bem doim begraven in
unfer liever vrauwen choir.
Ku u. Item: keiſer Frederich vurß, umb ben getrumwen bienft den eme bifchof Reinalt
00 mit den getwuwen bes ſtiftz gedain hadde, begaefbe he in ind bie kirche van Eoellen 1
foftelih mit liggenden goiberen ind privilegien. ind under anderen gaf he eme Des
rich8 hof zo Andernach ind Edenhagen ind ander me, des die Firche van Coellen noch
gebruicht.
Agrip⸗ Item hait biſchof Reinalt bracht zo Coellen die juedſchen hilligen nis
vinasne. dem alden teſtament bie men noempt die Machabeen, mit der moder, in 15
die kirche 30 Machabeen, dat 30 der zit ein capelle was.
eb. 62b Stem: be erhoif zo Bonne die hillige lichamen fent Caſſius, ent Florencius
oo und irre gefellen, bie 600 inb 73 jair5 under der erben gelegen hadden, nochtant in
irme verjchen bloide waren, ind wurben bie vurß billigen licham eirlich in caffen bi
ein bracht. AM
Catal. 1. tem: deſe bifchof dede ouch mit groiflem koſte den faile weder machen
der nu zer zit i8 anno dni. 1499, den bie burgere vur in bifchof8 Anno-
nis ziden zerbrochen hadden, ind machte ven wil Toeftlicher van der ander
geweſt was.
He II Item: he machte zwen torne, 30 iglicher fiden ein, an dem boime der 30 %
ber zit was, den jent Herebert hadde doin anfangen int ven Peregrinus,
bijchof nae eme, volmachte, a8 vurß i8 anno 10016. mer bernamails is
per jelve doim gan afgebrochen und groislich vermeirt durch bifchof Eon-
rait van Hoefteden, a8 hernae beſchreven wirt.
ebend. Item: be begaefde dat hogezit ber hilliger dri koninge ind gaf dairzo 10 mark, 30
up dat it heirlich begangen wurde. item desgelichen gaf he 10 mark den armen Tuben
30 geven up ben mendeldach: mer it waren zo ber zit ander ſummen van gelt
mark genvempt dan nu.
eben. Item: be fatte ouch Die octaven van unfer liever vrauwen hemelfart.
Klorar. Florencius III, der 10. greve van Hollant ..... ftarf anne dni. 1190 Kal. &
(203). Augusti zo Anthiochia ind is begraven in jent ‘Peters kirche bi keifer Frederichs graf.
Wilh. de Gerhart II greve van Gelre ..... wart begraven in bem collegium 30 Waffen»
ey burch dat he hadde boin machen.
1. Et computati fuerunt (nämlich 4. Diefe Nachricht gibt ein Zuſatz der
das Heer Philipps) plus quam 125000 Hamburg. Hſ. der Chron. praes. zu Phi⸗
bellatorum. Chron. praes. lipp von Heinsberg.
2. Boven Bryſche' (Breiſig). Hſ. B 5. 773 Agripp.
BI. 548 ſchreibt ‘boven Kyſch'. 6. Oben Bl. 155b ift richtig von ber
3. Das richtige Jahr ift 1167. Apoſtelnkirche Die Rede.
1499. 517
(Bild eines Biſchofs.)
Philips, van Hinsber geboren, wart geforen bifchof var Coellen anno Caesarii
11811 under keifer Frederic dem eirften und naemails under fime foene Henrich, atal.
und wart der 43. biſchof und beſas ſinen ſtoil 24 jair. diſſe Philippus was vur ein
5 boimbechen zo Coellen ind was ein heirsſtark man zo allen dingen ind wart keiſer
Frederichs cantler, der an wisheit ind an geruchte fime wurfaren bifchof Reinolt niet Agripp.
ungelich was. as bijchof Reinalt geftorven was, begerbe keiſer Frederich vlislich den Chr hr.
vurß Philippus z0 eime cantler2, und fchreif der Teifer fere fruntlidy ind gunſtlich zo 200).
Henrich van Alpen, Henri van Bolmerftiin ind Gerhart van Eppendorp ber zo
10 der zit wait mas 30 Coellen, ind 30 den owerften ind lehenheren ver firchen van Eoellen,
dat fi eme dairzo furberlichen fin woulden, dat ber bifchof fin cantler murbe3, welche
anejchrifte des brief noch in Coellen wur ein gebechtniffe behalben wirt. deſe bebe bes
feifers wart volbracht, alfo dat kurtzlichen dairnae biſchof Philips keiſer Frederichs jon
Henrich den VI mit willen ſins vaders 30 Aich ſalvede zo eime roemſchen foninge.
15 Dan berzod henrich Kenwe van Brunswich, herzod 30 Zaffen ind zo Beieren.
| Henrich van goß.genaben herzoch zo Saffen und 30 Beieren ..... be was ein Bl. 1756.
herzoch van Beieren van fwert halven, ind ber pille halven was he ein herzoch van in
Saſſen. 343.
Die flat van Lubeck wart wederumb gebuwet ..... firchen ind hujere. eb. 346.
20 Item: diſſe herzoch Henrich Leuwe, as vurß i8, reisde mit Feifer aur.er.
Frederich in Kombardien z0 Rome ind ouch vur Meilan do he tat belach, rn
ind he zoich ungetruwelich af, a8 vur geroirt 18. do der feifer Frederich
Meilan gewonnen hadde ind in die tat quame *, fo wart eme zo wiffen gebain, Gron. r.
wairumb fin oeme herzoch Henrich ter leuwe was van im gezogen ..... bo deſe vurf Saiten
25 herzoch Henrich Leumwe weberumb komen was nis Kombarbien in Saffenlant, bebreif
hei vil moitwillens, ind was alfo vermefjen fagende: fin herzochdom were fo wit, dat Agripp.
it ſich bis 30 der flat van Duitjche intghein Coellen ftredve, ind men moichte van fime 686.
lande mit eme armborft in ben Rin jchieffen, — als dat clairlichen beroirt wirt in dem
brieve, den biſchof Philips ſchreif zo greve Otten van Gelre, der noch verhanden i83.
30 Anno 1182 famelbe feifer Frederich ein grois vonit ind zoich up herzogen Hen- Gron. d.
rich vurß ..... ind herzoch Henrich quam dairnae wederumb in dat lant. Sl"
Wie keiſer Frederich ſtarf, vinſtu hernae folio 185. ind ouch vinſtu
wat van herzoch Henrich Leuwe, as he weder zo lande quame.
Yan der flat Duitſch up ginſit Rins, dat nu ein dorp is, ind wairumb dat it fo
35 genoempt is.
Item: bie i8 zo mirfen, dat in dem brieve vurgenvempt wirt bat
32, foilo’ ftatt 'folio?.
1. Schon 1167. chiepiscopum promovendo. Chron. pr.
2. Affectans Philippum cancellarium 4. Die Anfnüpfung ift unrichtig.
ad dignitatem Coloniensis pontificii pro- 5. Die gleiche Angabe bei Wilhelm
movere. Chron. pr. von Berdhen 42.
3. Pro Philippo cancellario in ar-
rälret.
al, N
ron. d.
Safien
350.
Chr. pr.
Aaripp.
518 VI. Koelhoffſche Chronik.
dorp intghein Coellen over, Duitſch genoempt, ein ſtat genant ind zo der
„zit geweft iS, as noch zer zit an den alden umbgeiworpen muiren zo mer:
"fen is, bie liggen an tem Nine ind in dem || velve, welche zerftoerunge
gedain hait ein ftat van Coellen, a8 gejchreven wirt anno 1376.
Item: noch is zo wiffen, bat ein beil ſunder gruntlich ind ficherlich ;
fenniffe uis fchriften of fonder eigen vervarenheit, mer allein uis dem
ſelfs erbachten finne of van flechten hoerenfagen des ungeleirven volfs
vermeslich fprechen, dat bat felve vurß dorp fi geweſt vur vil hundert
jaeren ein groiffer ftat ban Coellen, ind van Duitſch fi Coellen gemacht
wurden, ind Duitſchlant have fich dae geendt ind up diſſit Ring fi geiweft 10
welfche fpraeche. it is ein wiferunge ind ein vifimetent, ind der is unzellich
vil. Duitfch die ftat of dat dorp hait niet den namen van ver buitfcher
Ipraeche, al ludet dairnae, mer it hatt den namen Duitſch van dem latinfchen
wort Tuicium, a8 it noch zer zit genoempt wirt: bat heifcht niet
duitſch', mer it heifcht mere ein beſchirmunge' of vurvechtung' a tuor, 3
eris, ere, — a8 die latinfchen wail verftain Funnen. mer die plumpen
leien, die gang finlich fin, funder gebruchung des veritands ind ein bilve
des doides, a8 Catho fpricht !, die willen ven latinjchen wort naejnegen
ind machen dat niet daukt. ich halt wail, bat Duitjch fi geweſt a8 ein
vurſtat der ftat Coellen ind als ein beſchirm ind ein vurhuedung, mer a
niet dat it fi geweſt ein groiſſe vernoempde ftat. dat fi fagben, dat buitich
Ipraeche dae geendt have, dairin ſprechen fi uunwiſſende, wair fi laifjen
ſich dunten: jo dat wort Tuicium an eim tu angeit, dat wort 'Tuicium
fi as vil a8 duitſch. mer fi dwaelen, want bie plaege is niet genoempt
daevan bat fich duitfch ſpraeche dae geenvet have, mer van ber reben %
wegen a8 vurß.
Wanne ind wie die zwei herzochdome van Wehfalen ind van Enger fin komen
an dat fliht van Coellen.
Anno dni. 1180 Loide keifer Frederich finen vemen berzoch Henrich ben leumen
ind beroufve in al fins lands ind finre lehen ind belenet ander herren damit, inb bat 30
geſchiede mit confent ind approbierunge der ander furften, ind fin herzochdom wart
67b(Chr. gedeilt in zwei beil: ein beil gaf der keiſer Bernhart herzogen van Saffen finen neven,
praes.).
eb. 68®,
ind mit bem anderen beil beleinde be buſchof Philips van Eoellen. fo nu ber vurß
bufchof ein ftrenge man was, volgede be dem nae, ind zoich in Saflen mit ben vurß
lansheren ind mit 3 duſent ritteren, uisgeſcheiden andere reifigen der ein grois zale 35
was, ind lach dem Henrich Leuwe 3 jair im lande zo fchedigen mit kriege, ind zo leſte
verjagede be in ind bebielt bat lant mit weiraftiger hant eme ind finre firdhen van
‘
1. Schluß der an der Spitee von Ca- 6.35) ftehenden Verſe: Nam sine doctri-
ton. Dist. Ill (ed. Hauthal, Berol. 1869 na vita est quasi mortis imago.
1499. 519
Eoellen ind finen naewolgeren. ein deil ander fchriven, bat bufchof Philips
treckte dem vurß herzogen in fin lant: want a8 he bufchof confirmiert was,
gevacht he tes ſchadens, ven ver lantgreve Lodowich ind herzoch Frederic
van Swaven ind ber herzoch van Saffen, Henrich Leuwe!, ind marf:
s greve Conrait, des keiſers brover, deſem jtift gern vurzig gebain hedden,
al8 fin vurvar niet binnen lank enwas, as vurß is, ind wart der viant
ind wolde des ſtiftz coft ind fchaden van in upgericht hain, ind voir mit
geweltlichen her in dat lant van Saffen over herzoch Henrich ind ver-
wuſte eme dat gange lant ind verbreif in uis dem lande ind wan dat her-
10 zochdom in Weftfolen ind gaf it deſem ftift 30 Coelne. alfo hadde he vo
zwei herzochbeme, a8 van Weftfalen ind van Enger. Enger licht in Weft-
falen bi Hervort ind was dat heuftflos bes gantzen lands van Saffen,
und herzoch Widelin buwede ein doim zo Engere und is dae begraven. konink Henrich SH bi
ber vogeler veranderbe den boim ind ouch Otto I. Saflen
15 Deſe vurß belenunge buichof Philips mit der vurß lantichaf is gefchiet 30 Geil⸗ Chr. pr.
huſen dae keifer Frederich ein hof hielde, ind beleinde in mit den vurß landen mit fei- —
ſerlichen banneren as dairzo gehoert. ind bi der aveſetzunge herzoch Henrichs Leuwe —
vurß zo Geilhuſen waren mit ind bi her Wichman buſchof zo Meidborch, Gotfrit ber: Din 6BD.
zch van Brabant, Otto greve van Gelre, Philippus greve van Flanderen, || Deberich 8
20 greve van Cleve, Wilhelm greve zo Guilche, Gerhart here zo Are, Dederich greve
van Hoeſteden, Henrich greve van Seine, vait ſent Peters der kirchen van Coellen,
Engelbrecht greve van dem Berge?, ind vil ander greven ind heren van Duitſch⸗
lant, die alle mit irem gezuge ſin lant hulpen winnen.
Anno domini 1180.
235 Wanne ind wer die grois nuwe muir umb die Aat Eoellen hait doin machen.
Do buſchof Philips, als vurß is, Feifer Frederichs fone gefalvet hadde zo eime Asriv⸗
roemſchen koninge zo Aichen, fo was ber ſelve gekoren koniuk noch ſere junk, ind ber Pira67»-
vurß buſchof was ein weidelich liberail ind wiſe furſt. ſo nu der keiſer ein merevart
doin woulde mit eme groiſſen heir ind woulde Iheruſalem ind dat hillige lant van
30 den beiden intſetzen, fo beval he dat rich ſime ſone ind deſem bufchofd, ind alſo kreich
buſchof Philips dat rich in inb was als ein vurmunder ind bejchirmer bes richs ind
des vich® ſtede, als Coellen ind andere ſtede. ind alfo was he gehalden an des keiſers
ftat. jo nu bie flat van Coellen ein vrie richftat is ind deſe buſchof niet allein kentze⸗
ler, funder ein vurmunder des jungen keiſers was mit voller gewalt in des richs
35 fachen ind ein merer deſſelven richs, fo mirkte der vurſichtige bufchof an mit groiffen
1. Bgl. oben ©. 515, wo freilich een, ausgenommen Wichmann von
gerabe von Heinrich dem Cüwen gar nicht beburg, nennt Wild. v. Berchen 42
die Rede ift. Die Werthloſigkeit dieſer u —— am Zug Philipps nach
Verſion braucht wohl kaum hervorgehoben
zu werden. En Vetanntlich war Heinrich VI., als
2. Nur ein Theil dieſer Zeugen er- ſein Vater den Kreuzzug antrat, iangſi
ſcheint in der Urkunde 1180 Apr. 13 bei erwachſen.
Lacomblet, Urkundenb. I, 332. Genau
Agripp.
68®,
520 VI. Koelhoffſche Ehronif.
vlis, Dat dat roemfche rich ind bat biffe lande van den Franzoſen, van ben Hunen,
van den Gothen, van ben Normanden, van den Friefien ind van vilan:
deren vremden volk zom dickermail overvallen verhert ind vermuft waren wur:
den as vurß, desgelichen ouch noch geichiet was ind gefchien mochte, als
noch kurt hievur gefchreven i8 van den furften ind heren, vie fich in bat;
coelſche ſtichte woulden gelegert haven in afwejen bufchofs Reinoltz, ven
widderſtant dede ind ji affeirte bufchof Philips. ind mas 30 bejorgen,
bat umb bat foeftliche hiltom, a8 bie licham ber billiger dri Eoninge bie
nu 30 Coellen fommen waren, doch mit afgunfticheit etlicher furften as
vurß, die fie fiever felfs gehat hepven, in zokomenden ziven moichte die 10
ſtat ind bie firch van Eoellen in noit ind anftoeffe fomen. dairumb deſer
ind ander vil me fachen was it geburlich ind billich, dat he zom aller eir-
jten forge droege vur dat ghene, dairzo be in fonverheit geforen was,
als was bie fire van Coellen, die vil eirlicher ftift ind cloeftere buiffen ver flat-
muiren van Coellen liggen hatte, den ouch beſchirmunge noit was, as fent Seve⸗ 15
rin, ſent Banthalcoin, ſent Joris, fent Mauricius, der apoftolen Firdh,
fent Gereoin, ver 11 dufent jonferen kirch, die firch van ven billigen Ma—
chabeen, jent Eunibertus, ſent Servais capelle 2c., welche kirchen alle buiſſen
der muiren ber ftat van Eoellen laegen, — want be rich ind moegende was, as int
eirfte van bes roemichen rich® wegen bes mummer he was. ind zom an- 2
ren: dat offerhande, dat degelichs geviel 30 ben dri billigen Foningen, was
ſo overſwenklich grois, als ich hain hoeren faghen ven geiftlichen vader
BI.
1770,
broder Werner Carthufer zo Coellen, bat it ghein mais noch zail hadde:
| van allen landen quam grois mechtich goit, dat bie coeljche Firch des
gebefjert i8 30 ten ewigen dagen, dairumb ouch bufchof Eonrait van %
Hoeſteden, ver ein beginner was des numwen doims, — dairan man noch
Vgl.Bl.
9db.
Agrivp.
688
Agripp.
Got.
Jahrb.
buwet anno domini 1499 ind noch niet geendet is, — vermas ſich, als
ich hain horen ſagen, dat ſin ſchatz unuisſoeslich were, ind dairumb den
groiſſen koeſtlichen buwe der doimkirchen anfink ꝛc. wart buſchof Philips
raitz, dat mit hulpe Der burger van Coellen die graven ind muiren uiswendich umb 30
bie cloiftere ind ftift gemacht wurden ind die vurſtede vur der alder ftat mit
iren gerichten alle in ein begrif quemen. ind dat geſchiede alſus: die alde
muire, vie Marcus Agrippa, ver eirfte anhever der ftat Agrippina, gemacht
hadde, wart afgebrochen, daevan doch noch lieichen ind ſtucker hude zo
dage fin ind gefien werben, ind wart begonnen ind ouch [oeflich ind her: 5
lich geendt dat groiffe fere Foeftlich werf der numwen muiren die nu umb
bie vurß ftat geet, ind geſchach anno dni. 1180, ind beftonde buſchof Philips die
muire umb Coellen 30 machen in dem ſelven jair a8 bie billigen bri foninge 30 Eoellen
bracht wurben, of fere bald dairnae.
J. dat’ nur einmal.
1499. 521
Hie 18 vlislichen zo mirken ind z0 wiſſen: al hait bujchof Philips
van Coelne ein beginner geweſt ind zohulper, dat die vurß muire umb bie
ftat Coellen gemacht wart, dat gefchach niet bairumb, fo he buſchof was ind
dat dairumb die ftat fin of finre nalomen bufchof fin fulde, — want men bwint niet,
s bat be of fin vurfaren Eoellen ie gewonnen haven of vur Der zit der buſchof geweſt ft,
as bi ſent Maternus ziden irs eirften bufchofs of bi ber zit bes keiſers
Trajanus of des Feifers Juſtinianus 2c., ind den ftift van Eoellen underwor:
. pen geweſt fi, als Nuis Bonua Lins Andernach zc. ind ander des ftifts ftebe ind dor⸗
per, ind alſo deme hilligen vi), van deme fi gevriet i8, awegenonen were: want bie
so billigen bufchoven haint Coellen in geiftlichen ind werltlichen fachen gefurbert, ind
Bruno primus, des eirften keiſers Otte broder, hait fi varı allen tribuit gevrit,
jo fi doch im Feiferrechten wur finer zit van bem billigen rich gevriet waren, as ge-
ſchreven i8 in ven feiferlichen vechten in digesto novo, lege forma,
de censibus, paragrapho Paulus!. foulde bit nu dairumb, dat Philips
15 buſchof Die muire furberde zo machen, zo nut ind ewiger erffchaf der pafichaf gefchiet
fin, dat doch ungeleuvelich is, jo wer bat valſch ind gelogen, dat men van eme ſchrift,
dat be fi geweſt ein vurmwefer, des billigen roemichen rich8 kantzelere, doin ind laiſſen,
wiſe, mechtich ind gan getrume dem ridye, ind fo getrume, bat be in fachen bes
roemſchen richs, 30 der zit al be fin ende nam ind ſter ven julde, was he in
20 Italien z0 Neapels ind ftarf ouch dae, ind fin gebeins wart van Tanne 30 Coellen
gefoirt. foulde he un dem hilgen rich ave hain gezogen Eoellen des richs gevriede ftat,
eme ind finen naelomen bairan gefordert, jo were be ein iyranne geweift, Dat Doch van
eme 30 jagen nie gehoirt is noch zo geleuwen were, want fin werk ind fing vurfaren
Reinaldus geven gezuich, dat fi gruntfrom lude geweft fint, iv Tif ind fele wur geift-
2; lichen ind werutlichen ftaet gefatzt Haven, merer ind niet zerftoerer gemeins goi waren.
Item vint fi ouch, dat der keiſer Frederich der eirfte ind buſchof Philips umb
des rich8 of umb Des ftifts willen van Eoellen nie uneins wurden fint, want der keifer
den overften des ftifg van Coellen, dem vaide ind anderen fchreif, in zo wurberen, bat
der bufchof fin canteler wurde, a8 geſchach ind wurgeroirt 182. hieruis is wail 30
zo mirken: Do Dat rich ind des Feifers fone defem bufchof bevolhen was, dat he van des
eifers wegen Koellen ind andere ſteden des rich8 vurweſer was, in flat des feijers van
des billigen richs gelt ind goide befjerde mit hulpe dev burgere, a8 getrumen des hil-
ligen richs ꝛc. umb biffer muiren wille haven bie burger van ber eirwerbiger flat
Eorlen niet weich ungemachs of ungeluchs gehat, als hernae in vervolgunge
35 ind beſchrivunge der geſchichte der bufchove van ben ftift van Coel⸗len
ind der ftat Coellen wit ind breit wirt hernae verzelt werben. aver vie
evele burgere van Coellen haven dairumb, fo fi geweldiget wurben, up ir
recht ind vriheit, van alg hergebracht, niet verziegen. got Lies fi ducke fein,
bat he der ghene is, in bes hant alle dink flaint. jo nu die underdruckunge ber
so vrier ftat Coellen up dat hoechfte gefomen was ind iv macht mit befer
1. Vgl. ©. 456. Erzbifhof Philipp in fehr gejpanntem
2. Vgl. oben 8.517. Belanntid Verhältniß.
ftand Friedrich vor feinem Kreuzzug zu
Agripp.
684
Agripp.
68b.
ebend.
Bl.
1776.
Agripp.
68b.
522 VI. Koelhoffſche Chronik.
muiren up dat uiſſerſte gezwungen, do wart der ſpruch der hilliger ſchrift
Balm. an ben burgeren offenbair: patientia pauperum in fine non per-
ibit: bie gebult der armen verbrudten minfchen fal intleft niet bergain.
ind got halp in, want alle victorie van gobe is, a8 nae gefchreven is, bat
Marion. ft durch Die genade godes widder gevriet wurden. ind fi haint ir vriheit mit s
ber genaben got beſchirmpt ind mit bem fwerbe behalven, aver mit fere greiffer
noit, bat ſunder ſache got niet engehengede: want wat wil foft, tat is
wert ind wil mit vlis gehalden ind bewart fin, — ouch dat den burgeren
bie vurgangen tribulacie, die fi gehat habten as van ber muiren wegen,
eine ewige gebechiniffe fulce fin, ſich alfo vri 30 bewaren van undvechten, ıı
up dat fi niet widder durch ſunde unfri wurden ind alfo wirdich bfeven,
gode vam hinmele fine gewirbichte ſchatzlamer zo bewaren: deſe hillige
ftat Coellen. .
Item: diſſe vurß bufchof Philips gaf nis umb liggende gueder ber lirchen van
Coellen, die he bezailde, 40 duſent ind 7 hundert mark filvers. 15
[Agripp. 688 (Chron. praes. 201).]
wilb, de Otto 11! wart greve van Gelre ... dom leſten ftarf be ........ anno domini
37.47. 42052, ind hadde regiert Die graefichaf 25 jair?.
53.
Anno dni. 1172.
[Bild eines Raifers.) u
Rudim. Henrich ber VI, des vurß Freberiche fone, al8 fin vader verbrunfen was
ind der broder gejtorven, Toren vie heren Henrich VI, want be dat rich
bi des feifers ſins vaders zit ouch bi 22 jatr mit regiert hadde, ind nu
nae ouch 8 jair. ind wart der 90. van Augufto. mit dem zoich gen Rome Phi-
lippus bujchof van Coelne, der in zo Aichen gefalvet hadde zo eme roemjchen Toninge. %
Bl. 1776 Diſſen Henrich ſchreif pais Clemens III in Duitſchlant, dat he gen Rome queme
nn ind verbreve alle fin weberpart. be nam bie burch Cassienensis in mit der
ftat Geraum ind 160 cafteille bi Rome in ber berlicheit.
[Mus Antonini Florent. Chron. tit. XIX, c.6. Schlußfat aus Anal. Col.
max. 801. Statt ‘mit finen brin furften’ ift zu leſen “fufteren‘. Die “flat Ge"
raum iſt Civitas S. Germani (San Germano).]
In der zit zoich bufchof Philips van Coelne mit dem vurß Henrich ind half eme
bie lande winnen ind ſtarf nae in bem fande, und fin gebeing wart bracht van ban
als buſchof Reinolg, und begraven zo Ecellen in ſent Jacobs capellc.
item: bat meifte deil finre heren verloir feifer Henrich ouch in dem lande van ber qua⸗ 3:
ber lucht. ber keifer wart ouch frank ind moift van danne. be feinge duch ben to
nint van Karentend ind den konink Epirotarum 6 ind voirte Die mit eme gevangen
1. Tereius. Berchen. 5. ‘von Tarente' Königsh.
2. 1202 Berchen. 6. ‘Spiretarum’ Königöh Bgl. ebd.
3. 32 Bercen. Note 1.
4. In domo S. Petri.
1499. 523
in Duitichlant... ... . ind flarf nae goß gebort 1197 jair inb wart 30 Spier be»
graven.
[Annal. Col. max. 801. Agrippina 698 und Königsh. 442. Antonin,
XIX, 6.)
5 [Bild eines Biſchofs.)
Bruno III der 44. buſchof zo Coellen wart geforen nae buſchof Phi— Agripr.
Tips doit ind beſas den ſtoil 3 jair under dem vurß Henrich dem feesden. diſſer (chron.
Bruin was ein Doimproift 30 Eoellen. in Defer kuir wart Lotharins ein canonich van u.
Bonne durch die edelen ind werentlichen! geforen z0 eime bufhof. mer want
10 Bruin edeler was dan Luder, fo wart be in bat bufchbom geftoiffen. be was
vurß buſchofs? Frederichs Des zweiden broder, mer be was niet alle ori van finen
anchens deſe Bruin was ein alt goit man, ind als be dri jair dat buſchdom be-
feffen hadde, fo gaf he willichen Dat over ind faßte dat in keiſer Henrichs bende* ind
wart ein moenich zo dem alden Berge, dae he ouch flarf ind begraven liget.
15 | Wanne, wae ind wie is upkomen der duitſchen heren orden. 2
[Bild eines Deutichordengritters. ]
30 dejen ziden ind in dem eirften jair des vurß Teiler Henrichs quam up der Rudim.
duitfcher heren orden ..... die ingeſatzt ſin zo dienen den kranlen, as ouch ander
geiftliche moenche den namen haven, dat fi ſich nirgens mit bekummeren
20 foullen dan mit eime dinge, dat i8: der felen jelicheit 30 juchen. mer men
jaget gemeinlich: quicquid agit mundus, monachus vult esse se-
cundus. ber vurß orden begunte alfus ..... ind dairumb is der orden genoempt
‘der broder vam bofpitail des duitſchen huis'.
[Bild eines Herzogs.
25 Henrich 1 wart herzoch van Lothrich ind van Brabant anno 11865. .... be Bl. 1786
hatte ouch doechter: bie ein hieſch Maria ind die wart keiſers Ottens wif ind grevin „U“
van Gelres, bie ander hieſch Adelheit ind die wart beflait an ein greven van 2087, 227«
..... diſſe herzoch zoich ouch in bat hillige lant up bie Turfen...... doch be— 3.
dreif he niet treflichs dae, want be zoich wederumb zo lande. dair—
30 nae as he weder zo lande komen was, quam he mit buſchof Hugo van
Luitge zo kriege ..... wart geſatzt ind upgenommen, dat zo den ewigen dagen
ſulde men alle wechen in der groiſſen kirchen van Luitge memorien daevan halden zo
einre dankberheit.
Item: diſſe herzoch Henrich voirte des koninges ſueſter van Engelant ſere koeſt-
8. ‘Ind’ ſtatt ‘im. 22. begunten' ſtatt begunte'. 25. CCLVXXVI. 26. 'wijffe’
ſtatt wif'.
1. In der Chron. pr. beziehen ſich 4. Chron. praes. hat einfach episco-
Die Worte per manus nobilium et per patui resignavit.
impressionem manus laicorum gerade 5. 1185 Flor. Richtig 1186.
umgelehrt auf die Erhebung Bruno's. 6. Secundam videlicet Sophiam ſrich-
2. Agripp. hat irrig ‘leifer. tig Margaretha) duxit comes Gelrie.
3. Dies ift ein mir unverflänblicher 7. Comes Alvernie, Wilhelm von
Zuſatz ber Agr. Auvergne.
524 VI. Koelhoffſche Epronit.
lich 30 dem leiſer. und he hadde fich 30 vil gebrochen und bewilet up bes
feifer8 bruloft, ind dairumb up ber weterfart, as he 30 Eoellen quam, wart
be frank und flarf anno dni. 1235, ind wart van dan geboirt 30 Loeven ind be:
graven in jent Peters kirche. be hadde regiert dat herzochdem vurß 49 jair.
[Ann. Col. max. 844. Filorar. 227b (222).) 5
Florar. Dederich VII, der 11. grewe van Hollant ..... hei belachte die ftat van
025 Utricht ſtrenglich ringsumb, desgelichen des herzogen Busch. he regierte
226). dat lant 14 jair ind ſtarf zo Dordrecht anno 12041.
Anno dni. 1194.
" [Bild eines Bifchofe.] 1)
Agrier. Adolf der eirſt van Altenae des vurß biſchof Bruintz broeder? wart ber 45. bi:
Ichron. ſchof van Coellen. he befas finen ftoil under dem 6. feifer Henrich und bem zweiden
—* Philippo und Otto dem IV keiſer 12 jair. be was vur doimproiſt zo Coellen.
Wat vortan deſe biſchof bedreven have und wie hei afgeſatzt wart,
vinſtu hernae geſchreven. 15
Anno dni. 1198.
Yan konink Philippus von Swaven ind van konink Otto van Saſſen.
In dem vurß jair ..... verdrogen ſich die kuerfurſten in ber Eurer niet: ein
deil..... foiren berzoch Otto van Saffın zo eim Tonint..... biſchof Con:
rait van Meuntzs ind Die ander fuerfurften foren berzoch Philips des vurß keiſer 20
Henrichs broeder, ind alfo wart bat feifertom gebeilt in zwei deil, int ſtonde
ein grois friech up ind duerde die uneinicheit der zweier geforen konink
11 jair lan, ind fo fange Friechden die zwen umb bat rich, und ein ieder
ſchreif fich Foninf ind wolte dat rich Haven. item vie ftat van Aiche hielt
mit foninf Philips, ind dairumb fchidte he 100 ritter ind knechte gen Aich zer hul: &
pen intghein konink Otten, dat fi Dem jelven niet ſulden laiſſen bie croeuunge.
Königsh. 442. Chron. praes. 202.]
Könige Item bifchof Adolf van Coellen ind herzoch Otto, ven be geforen
her. 1 .
" Habbe, mit der ftat van Eoellen vergaberben ein grois voulk ind zoigen gen Aid).
Martin. i is 18 jai
37 rn Innocencius III..... was pais 18 jair. #
Bl. 1 [Bild eines Kaifers.]
1796,
Philips 11 berzoch van Swaven ..... dairnae belachte he ouch die flat Strais⸗
burd ein lange zit, umb bat fi in niet wur einen konink wolben halden, mer be ge
wan an bem leger niet vil.
[Chron. praes. 202. Florar. 232b (231). Königsh. 443.) 3
1. Flor. rechnet 13 Jahre von 1191 ab. damals noch nicht vom Kreuzzug zurüd-
2. Broederſon' Agr. gelehrt.
3. Der Zuſatz iſt irrig: Konrad war
1499. 929
Wanne dat lant van Kehem ein koninkrich gemadıt is.
Dairnae zoich konink Philips gen Ment ..... herzoch Walrave van Limburch
kreich ein ſlos van dem rich, genant Beierſtein!. des gelichen wart biſchof Adolf
van Coellen ouch ſin part, as nae geſchreven ſteit.
5 [Rönigsh. 443. Annal. Col. max. 806.]
, Item: he machte ouch Dakerden herzoch? van Behem 30 eime konint.....
eindeil boicher haven, dat tat herzochdom van Behem fi verhoecht in ein
foninfrich durch keiſer Frederich ven eirften, as vurß is. folio 171.
affo zeich konink Philips. .... over biſchof Adolf 30 Coelne, want be mit fonint
10 Otto hielte, ind ſchedichte jemerlichen dat vurß ftift mit rouf ind brande, a8 Remagen
Bonna ind vil ander Dorper ind cloefter. do konink Philips aljus overhant nam int-
ghein konink Otto und dat ftift van Eoellen ſere verbarft wart ind bifchof Ailf in niet
feirde nis fime lande, Iles ſich dunken konink Otto, dat biſchof Adolf niet jo vil dede
intghein konink Philips als he wail boin moechte. mer bat was vremde, bat he bat
15 vur fih nam, want konink Otto halp eme niet und fante eme ouch ghein hulpe: To
moicht he ouch allein mit finve ritterfchaft niet weberftant doin konink Philips. ind
dairumb varı gewalt der kriege ind groiffer macht konink Philips of, a8 eindeil ver-
moeben, durch geloefte ind gave konink Philips, fo wart bifchof Adolf underwift ind
dairzo bracht, dat be konink Dtto lies varen ind hielt fi an konink Philips: des
20 moift der jelve konink Philips eme geven burgen ind dairzo ein eit boin, im zo laiffen
bi finre gerechticheit 2c. alſo zoich konink Philips mit biſchof Alf ind finen anderen
furften gen Aich, ind dae wiede und kroende he konink Philips ouch zo eime roem-
ſchen koninge up der brier Hilfiger foninge avent. ind konink Philips nam fere
overhant, want he, a8 vurß is, was grois van partien ind ein fere Friech-
2» ber man ind was den, die eme hulpen, befentlich ind hulplich. inb dat
machte ein groiffen unwillen ind has tufchen konink Otto ind bifchof Adolf. Tonint
Philips z0ich 30 lande ind hielt 30 Spire groifien hof.
[Agrippina 69b (Königeh. 443). Annal. Col. max. 807. Chron. praes. 202 ]
Item: dat brady wis ind quam vur den pais, ind bifchof Ailf wart beclaget bi Chron.
praes.
30 dem pais Innocencins durch konink Otten, dat be eme afgeftanden were und 203.
Philippum ouch zo eime koninge zo Aichen gewiet hedde. der pais Ce-
leftinug 3 beftebiget die || fuer van Otten und Philips fuer wart afgejtalt, B1-ıso«.
als in dem geiftlichen rechte in dem vecretale gefchreven is, Illa extra
de elec. c. Venerabilem. vairumb fies in pais Innocencius doin laden per⸗
35 foinlich gen Rome z0 fomen, mer he quam niet dair: dairumb bebe in der pais 30
banne. ben jelven ban vwerachte bijchof Adolf: dairumb wart he afgefatt ind berouft
bes bifchoflichen flaits, ind der pais jante biſchof Sifrit van Ment ind den biſchof van
Samerih 30 Coelne, dair he einen dach hadde doin beſcheiden tuſchen
1. Berinstein. Citat ift wohl ans der Chron. praes. ab-
2. Ochdaker ben herzogen’. Agr. gefchrieben, wo es in etwas anderem Zus
3. Nicht Cöleftin, fondern Innocenz ſammenhang fteht.
III. gl. c.34. X. deelect, (1,6). Das
526 VI. Koelhoffſche Ehronit.
dem foninf Otto ind bifchof Ailf zo Coelne, zo verhoeren bie fache ind
uiszorichten. deſe legaten quamen zo Coelne in ben doim: dair was konink Dito
ind erzailt fin rede, Ind bifchof Ailf enmoicht Die niet mit recht nederlegen noch verant-
werden. ind dairumb bat he dairvur 30 banne was ind des pais niet enachte, jo wart
be vur al dem voulk afgejatzt ind degrabiert ind bes bisdoms berouft, ind dat deben 5
Die zwen biſchof vurß, die van dem pais bairzo beftalt waren. ind ben doimberen
wart bevolen, bat fi einen anderen bijchof foeren, of der pais fulde in einen ſenden,
als fi daden. bo was be dairan geweft 12 jair. doch wart eme jairlich gegeven van
dee ftifg goider 400 mark wur fine upenthaldung.
Wanne ind wie dat keiferdom van Sartarien is upkomen. iu
Hie is zo mirken: naedem bat dat roemſche rich ſus irre ind ledich
jtonde und der verbannen feifer Frederich noch vil ſtede ind heren under
fich babve untgein den pais, ind fich niemant bae bes richs Froeben en-
wolde, fo dat in Duitjchlande ind anderswae quaelichen 30 mwanbelen
was ind gefchach vil boisheit und moitwillens ind was ghein befchirm ı;
noch hulpe zo foichen mit gerechticheit an den overjten ind vurweſeren, —
30 ben felven ziven fo quamen die Zartaren, ein verveirlich ind uns
minfchlich voulk, int brachen in in der criften lant, int ven zoich 30 ge:
moete ein grois voulk van criften bie gezeichent waren mit dem zeichen
des hilligen eruig: mer die enfchufen niet und verloren den ftrit, ind ge %
Ichach fo grois ftrit al8 men ie gehoirt hadde!. dairnae deilten fich die
jelven Zartaren in zwae fchare: die ein treckde in Ungarien, in Polant
Samanien ? Ruifchlant Garſchoingen YBulgeren, ind dae wurben erjla
gen bes koninks broeder van Ungeren ind ber herzoch ui Sleſien?, ind
furglich alle lande paebi wurden verberft ind verhert: fi verbranten junf %
und alt 30 pulvere und aiffen minfchenvleifch, aljo dat die lande wurden
wuift ind lebich. ind zoigen bie vurß Tartaren mit macht bis an bat
Duitichlant an Defterih?. dae vergaderde ter herzoch van Ofterich al
fin volk ind 30 eme al fin naberen ind wurpen al die brucken af dae bie
Tartaren moiften over zien. do quamen bie Zartaren an ein ftrenge *
waſſer bair fi over moiften. inb do die brud af was ind fi niet dairover
enmoichten, 30 leften zwongen fi ire perde mit macht in dat waffer int
wolten over ſwemmen: aldae verdrank ver Tartaren heuftman, Raico
2. GCoolne' ftatt Coelne. 20. verlorn.
1. Vielleicht Schlacht an der Kalla derzog Heinrich von Schleſien fiel.
1224? . Bis nach Oeſterreich drangen bie
2. Jedenfalls find bie Kämpfe mit Donzolen 1242 vor. Einen Beleg für
den Kumanen gemeint. die Erzählung ber Chronik babe ich nid
3. Hier kann wohl nurandie Schlacht gefnnden.
bei Kiegnit gedacht werden (1241), in der
1499. 327
genoempt, mit den beiten ind Evenften heven die he bi eme hadde. aſſo
weirben ſich die eriften intgein fi, vat ver gemein houf weder keirde ind
enborften niet weder fomen in Almaingen.
Gerhart III greve van Gelre..... anno 12051. he hadde zwae huis- Wilh. de
5 fraumwen: die eirfte hiefch Mathildis 2 ind mas des herzogen dochter van Bra— 53. 57.
bant und mit ter hadde he ghein kint, die ander hiefch Nicharvis des | a
greben boechter van Naſſauwe, ind mit bey gewan he zwen ſoene Richar⸗
dis fine huisfrauwe, als ir man doit was, woulde fi ouch vortan got dem
heren dienen, ind owergaf die werlt ind gink in dat ſelve cloifter [Roermonde) ind wart
10 abdiſſe gekoren, und levede niet dan ein jair nae irme manne inb wart bes
graven bi irme manne up fent Matheus dach. | Diai 5.
Adan ein doichter greven Dederichs van Hollant ...
greven van Loen. ... jo bald als der vader boit was, fo auam der vurß greve 30
Dordrecht .... ind do die bruloft gebalden war, fo wart dat licham gevoirt gen
15 Egmont ind wart dae begraven bi fin vurfaren in ſent Steffens capelle. der vurß
greve van Loen mit ver werumen Adelheit Freige tie gante graeffchaf
van Hollant ind behielt vie mit goiden vreden jo lange als fin huisfrauwe
Adan leveve. dairnae over egliche jair jo jtarf Adan zo Texalia!. dae
underwan ſich des landes van Hollant ir oeme Wilhelmus .... ind moichte nauwe
20 overmiß vil ftride den vurß greven van Loen nis dem lande van Hollant verbriven,
a8 doch geſchiede. |
Wilhelm der eirfte und der 12. greve van Hollant ..... hei zoich ouch in ie,
dat hillige lant ind veve manchen rit up bie Zurfen int beiden...
ind ftarf anno dni. 12226,
. nam 30 eime man Den Florar.
23zub,
231%
(226).
235 - Anno dni. 1205.
[Bild eines Bifchofs.)
Bruno IV wart bijchof geforen nae afjegung des vurß Adolfs overmitz biſchof! Aar. 70b
Sifrit vau Mentz ind zweu ander biſchof nis Engelant, die van des pais wegen dairzo or pr.
geſatzt waren, und was der 46. biſchof zo Coelne. diſſe Bruin was geboren van
30 Sengenbach? und was geweiſt doimproiſt zo Coellen.
Do nu biſchof Adolf alſus afgeſatzt was, ſo zoich he gen Spire, dae der konink eb
mit finen furften hof hielde, ind clagede eme clegelich die ſmacheit fine afſetzung ua
1. 1202 Berchen.
4. Flor. 237°: Guilelmus comes.
2. Berchen kennt richtig nur eine Ge-
neptem suam Adan... custodiendam
mahlin, Margaretha von Brabant, wäh-
rend Richardis von Naffau S. 37 als
Gattin Dtto’8 IH. (T.), alfo als Ger:
hards au —*
ch Wilh. v. Berchen 61 wird
Rargaretbe quinta die mensis maii
begraben. Die translatio b. Matthaei
fällt Mai 5.
trandmisit ad Texaliam.
5. Er nahm an der Belagerung von
Damictte 1218 Theil, ſ. van Kampen,
Geſchichte der Niederlande 1, 114.
s. 1223 Flor.
Hengenbach' Agr. Im folgen:
ben Anfhnitt richtig Bruin van Sem,
528
VI. Koelhoffſche Chronik.
B.181°. und wie fich || Bruin van Sein des bifchofpems anneme. konink Philips
Ann.
Col.
max,
821.
DI.
181b
Echedel
2078,
Chr. pr.
204
hatte mitliden mit eme ind erbarmt fich over in ind woulde bat wrechen.
Wie dat biſchdom van Coellen durch konink Philips jamerlih verdarft wart ind dat
flos Lantkrone up der Air dede bnwen, und wink bifdhef Bruin vurß und gewan
vort die fat Unis ıc. 5
Koninf Philips verfamelde ein grois mechtich volf, ind die beren,
die mit eme zo Spire waren fomen, quamen eme 30 bienft, int zoich ven
Rin af in dat coljch bisbom1, umb fich 30 wrechen an bifchof Bruin vurß.
ind quam heraf bis gen Sinzich, dae nam he fin lezer ein zit lanf. int
up bat he bat ftift van Eoellen bezwingen moichte, fo dede he buwen bat !
ichone ſſos Lantzkrone genvempt up ver Air mit hulpen des geſtichs Tuben
boven Collen, die he vurmails bezwungen hadde?. 30 ber zit was grois
buir zit: alfo lief vil volls zo umb die Foft ind wart gerinflich gebuwet
bat vurß ſſos. ind van dem ſlos bedreve he grois gewalt in dem vurß
ftift. be zeich vortan bis gen Bonna, ind bo ruſte he fich umb die flat ®
Soellen ouch 30 zwingen, und be zoich dair ind belach Eoellen. ind a8 he ſach,
bat be niet dae beſchicken enmoichte, fo zoich he warn dan ind zoich vur Nuis ind gewan
die ftat ind gaf fi bifchof Ailf vurß wur finen ſchaden, dat he umb finen willen ent-
ſatzt was. ind zoich van dan im dat bisdom ind woulde dat noch bas verterven, a8
he ouch dede. he gewan vil weiten und dede groiffen ſchaden im lande. 2
Yan eime firide tuſchen konink Philips van Swaven und konink Otten
van Saffen bi Eoellen.
[(Schlacdhtenbild.]
| Item: binnen der felver zit dat konink Philips alfus im lante
lach, — he hadde z0 hulpe konink Philips van Frankrich, — fo vergaderde konint ©
Dtto, der ouch geforen was, ind biſchof Bruin vurß ein mechtich voulk, ind der
konink van Engelant halp im, ind woulden Toninf Philips uis dem Lande verdriven,
ind quamen zofamen bie vurß zwen koninge ind Die zwen bifchof mallich mit fime
voulk in dem coelfchen lande bi Waſſenberch ind wurden zofamen ftriden: konink Otte
ind bifchof Bruin mit den irren wurden veltoluchtich, ind konink Philippus behielt bat 3"
velt. doch moichte bifhof Bruin niet daevan komen ind wart gefangen van fonint
1. 1205 Sept. Winkelmann, Phi—
fipp von Schwaben 370.
2. Die Annal. max. 821 erwähnen
die Erbauung von Landskron zu 1206,
nad) der Schlacht von Waffenberg. Chron.
praes. gedenkt des Baues, ohne beftinimte
Zeitangabe, unter Berufung auf bie
theilweife verlorene Chronica imperato-
rum (vgl. Bd. I, Einl. Lxxıu). Die
deutſche Kaijerchronik (vgl. ebd. ıxxıv)
erzählt im Anjchluß an die Belagerung
von Neuß: 'ind alfo voir bi ouch ben
weich weberumb op, ben bi dar was fe:
men, ind lachte fich bi Reimagen ind
bi Sintge mit deme ber neber ind ver:
bude einen berh op ber Air de Gim—
menich genant is, ind bi buide barop ein
feire ftarte burch die Lantzkrone genant
wart’. Diefer Faſſung ſteht die der Koelb.
Chron. am nächften.
1499. 529
Philips, ind lachte in gefenklich ind hielt in ein gant jair im gefenkniſſe. der pais
bede konink Philips dairumb in den bam!. oud fante be zwen carbi-
nale heruis in Almanien umb vreben ind eindrechticheit zo machen tufchen dem zwen
foningen, mer fi enfunden des niet vinden. doch overgaf konink Philips
5 biihof Bruin ind fante in gen Rome. '
Wie konink Philips die fat von Eoellen kreid zo fime willen.
Hie is zo mirken, dat die croniden niet gelich overfomen, jo wie fo-
nint Philips fich mit ver ftat van Coellen gehalven have in der vurß reifen.
einbeil fchriven: want bie ftat van Eoellen uphielt fonint Otto ind was
io eme behulplich, do alle heren ind ſtede im afgevallen waren intghein fo:
nin? Philips, fo zoich hei ouch gen Coellen ind belach die ftat ind gewan fi, ind be Auripp-
zwank die flat? ind den bifchof dairzo, dat fi eme moiften 30 genaben fomen. deſe
fonin? Philips hadde dat ftift van Eoellen fere under fich bracht, a8 Bonne
Nuis ind andere ftede, ind dairzo bat nuwe ſlos Lantfroin gebuwet:
15 dairumb wail zo vermoiden i8, dat bie ftat van Collen dairdurch be-
mungen wart. ein ander cronica heit, dat konink Philippus Nuis gewan ind eb.
Soellen belachte, aver do be hoirte, Dat Die Brabender der ftat zo Eoellen 30 hulpe
quamen, bo feirde he van danne?.
Item: konink Philip hadde ouch vil lantzheren ind richſtede in Saſſen die mit En >
20 eme hielden ..... ... ind bat lant verbarft fich ouch ſelfs overmitz partiliheit. 354.
Anno dni. 1209.
So wie konink Philips van eme palzgreven erflagen wart.
Do konink Philips konink Otten alſus vluchtich gemacht hadde as
vurß und dat coelſche lant ouch nae ſime willen bezwungen hadde, ſo zoich
25 he..... gen Babenberch, ind aldae wart he heimlich ind jemerlich ermort.....
do dat vernam fin huisfrauwe.... fo ſtarf fi van groiſſem ruwen ind leit.
[Florar. 2332 (231). Chron. praes. 204.]
tem: der koninf van Behem ind konink Philips neifte maege overzogen dejen Florar.
paltgreven vurß ind gewunnen eme fine floffe ind lantfchaf mit ein af ind verbreven 2338.
30 in, fo dat be z0 dem koninge van Apulien zoich ind enthielve fich dae.
doch wart he weber in gegoulven overmitz prunde 4,
Stem: do fonint Philips alfus was doit bleven, jo quam bijchof Bruin mit Cntal,
1. Dies war Schon mehrere Jahre vor ſtift ſchaden foegebe und Kollen riet be-
der Schlacht bei Waſſenberg geicheben. lachte, junder den bufchof zwank, bat ber
2. Cöln unterwarf fi Philipp nicht am fine hulde quam'.
in Folge der vergebliden Belagerung 4. Den Urſprung dieſer feltiamen
1205, ſondern erft im folgenvpen Jahre. Nachricht kenne ich nicht. Otto von Wit-
Bol. Langerfeldt, Otto IV. S.86. Win⸗ telsbady wurde befanntlih durch den
telmanı, Bhil. v. Schwaben 396. Marihall Heinrih von Kalentin er:
3. Agr. fügt bei: “etliche Hiftorie hal- ſchlagen.
den, dat hei zu Bunne queme und dem
Städtechronifen. XIII. 34
530 VI. Koelhoffiche Ehronit.
des pais brieven weder 30 Eoelne ind wart berficden intfangen, inb flarf kurtz dairnae
und wart in dem boim begraven.
Bl.i820. B [Bild eines Papftes, dreimal.]
Suppl. Honorius III der 185. pais wart pais geloren anno dni. 12141.....
oe· He was pais 10 jair. s
Gregorius IX... .. be flarf anno 1240 ind was pais 14 jair.
(Schedel 2086. Todesjahr (richtig 1241) nach Königsh. 571.]
Schere Eeleftinns IV..... was pai® 18 bage.
ib. Doe pais Celeſtinus geftorwen was, flonbe dat paisbom ledich 21 maende.....
dat 30 bejorgen mas, dat be bie flat van Rome julde ouch gewiunen ind beftruiren. 10
ur N Wanne ind durch wen is npkomen unfer liever vraumen broder orden.
[Bild eines Mönches.
Suppl. 30 deſer zit is der orden Carmelitarum ..... upgeweckt ind verhaven ......
ind fin vil eirfamer ind billiger moeniche dairin geweſt.
Wanne, wae ind durch wen is upkomen der mintebroder orden. 15
[Bild eines Mönches.]
Eaml 30 biffer sit hait ouch begonnen der minrebroder orden ..... in dem vurß
orden ſin vil eirlicher geiſtelicher ind hilliger manne geweſt.
Item: der ſelve orden hait nae der zit vil upſprechere ind anvechter
gehat van mannicherhanden ſachen wegen vie vurgehalden wurden, mer »
he is alzit beſchermpt ind beſtediget wurden van vil naevolgenden paiſſen.
hie 1 Wanne, wae ind duch wen is upkomen der prediger orden.
Bild eines Mördhes.]
Schebel Sent Dominicus ..... al8 he begerbe van pais Inmocentius III, dat be ben orden
Zone; beſtedigen woulde, hieft ſich der pais fwairlich in ber ſach, want Die regel bucht in 2
zo fwair fin umb der nuwicheit van leven desſelven ordens, bat fi fulden
in fulcher armoit leven ꝛc. 2 ..... diſſen orden haven verhoecht ind verziert vil foeft-
liche geleirde ind hillige manne ..... ind ſunderlinge under den anderen Albertus
Magnus ind ſent Thomas van Aquinen, Die beide 30 Coellen geweſt fin,
als hernae gefhreven wirt. 20
Leg. Aldertus Magnus?, geboren nis Swavenlant nis einre flat Lauwingen ge
c. — noempt, gelegen bi der Donaumwe,gink in der prediger orden zo Padua, ind als be
eis zitlank geweft hadde in dem orden ind fere zogenomen in der lerunge ind im ber
billicgeit, wart be gefant van den overften desſelven ordens 30 Eoellen. nu mas vur
4. CLXXV.
1. Erfi 1216. 3. Das Bolgenbe ift entnommen au®
2. Cum (Innocentius) pro novitate Rudolf's von Nymwegen Legenda Al-
rei se difficilem exhiberet. berti Magni, Colu 1490.
1499. ' 531
ber felver zit, niet lange dairvur, anno 1221, bat etzlige brobere van prebigerorden
gefant waren van Paris her zo Coellen, ind bie hadden 30 einre wonunge ein fpitail
ind ein capelle van jent Marien Magdalenen. 30 der felver zit was ber Engelbrecht
van der Mark! bufchof zo Coellen, ind der intfinge deſe vurß brodere jere gutebertier-
5 ih. do nu Albertus vurß zo Coellen was, fo begonde be dae 30 lejen die Hillige Ana
Schrift finen broderen inb anderen werltlichen fFudenten, ind fent ca,
Thomas von Aquinen, ein brober des vurß orbens, wart gefant 30 Coellen 30 Alber- e I 6
tus Magnus, dat be dae ftudierde ꝛe. dairnae wart Albertus Magnus gefant van
finen overften 30 Paris, ind Do wart he Doctor in der billiger ſchrift ind quam bairnae
1v weberumb 30 @oellen. ind umb ſinre groiffer kunſt wille wart he genoempt der groiffe
Albertus. ind der pais Urbanus IV machte in bufchof 30 Regensburch, inb dat over: ib. I,
gaf he achternae ind quam wederumb 30 Eoellen, ind do wart he intfangen mit groiffer “.
eren van allermallidh. ind bald dairnae anmirkte he, dat der choir van der kirchen
bes billigen eruitzes, dae die broder van dem prebigerorben mwoinben, fere enge ind
15 nauwe was: darumb mit gunft ind hulpe ber overften der flat van Eoellen? dede
bei afwerpen den felven alden choir zo grumde ind dede meifterlich buwen dem choir
der nu zerzit is. ind zom leften wart he begraven in dem felven choir wur dem hoi= ib, u,
c.1,
ghen altair.
$tem: anno dni. 1483 in dem hartmaende, des anderen dages nae ſent Paulus ib.e.9.
20 dad) des einſedels3, was zo Evellen ber generailmeifter des predigerordens, ind do
wart upgebain fin graf im biweſen des rectoir® ind andere eirfamer manne van ber
univerfiteit van Eoellen, ind dae lach be noch im bufchoflichen cleideren ind hadde an
fime hals bangen ein cruige, in dem was ein ftud des billigen eruitzes mit eim Agnus
dei ind mit ente penning, durchſlagen mit dem nagel uns heren.
3 N Yan der cruigbroder orden, wanne, wie ind durch wen der wederumb.
is vernuwert ind befediget wurden.
[Bild eines Mörches.]
Der eruitzbroder orben wart uperwedt ind beftediget van pais Innocentius III
.... daevan is verrer ind wiber gefchreven in ver legende van tes
zo billigen eruitzes verhevunge. deſe manier, bat cruig in den henven zo
dragen, 18 niet gewoenlich in buitjchen landen, mer in welfchen landen,
a8 zo Venedige zc.
[Nicht Die Legende de exaltatione, fondern de inventione sancte erucis (Gräße
e. 68) ift benußt. Der größere Theil des Abfchnitts ift aus Supplem. 1992 ent-
5 nommen.)
12. werberumb.
1. So die Legende. Gemeintift Engel- ‘ben anderen bach vur' auf den zweitwor:
bert Der Heilige von Berg. hergehenden, Bl. 3282 und 3296 ‘den
2. De maiorum suorum assensu po- anderen dad nae’ auf den nächftfolgen-
pulique Coloniensis accrescente favore. den, dagegen Bl. 324b ‘des anderen Da:
3. Die Legende fügt bei: tertio idus ges nae' auf deu zweitfoigenden Tag.
ianuarii, aljo Ian. 11. BI. 2712 paßt
34*
San. 11.
Bl.
183b,
BI. 183b
— 1848,
Könige
hof. 444.
Cat. Il.
Agr. 71h
(Chr. pr.
206).
532 . VI. Koelhoffſche Chronif.
Anno dni. 1209.
[Bild eines Kaifers.]
Dtto 1V van Saflen ..... zoich durch Italien gen Rome bi paid Innocen:
tius III ind wart herlichen Ind eirlichen van eme intfangen ind feifer van eme gewiet
ind gecroent. . 5
[Florar. 237b (238). Eike 453. Antonin. Chron. XIX, 2.]
tem: a8 die von Apulien vernomen, dat feifer Henrich ver VI
vurß geftorven was anno 1198, vielen fi ind die van Calabrien ind
Sicilien an den jongen fon Freverich, keiſer Henrichs fon. as nu keiſer
Dito van pais Innocenting gewiet ind gecroent was, furk dairnae ftreit 1
he mit den Romeren ind zoich weber des pais willen gen Neapel® ..... darnae
over 4 jair ſtarf Otto, der afgeſatzt was, als ein ellendich man.
[Bild eines Biſchofs.)
Deberich der eirfle van dem Berge, der 47. bufchof zo Eoellen, wart zo eim
buſchof geforen, ind was dairan umbtrint 6 jair!. be was vur proift zo den Apoftelen. 15
ipp. do he eirſt buſchof wart, was he dem lande nute, dairnae verkeirde be ſich, als man
Ipricht:
als den luden weift dat goit,
jo verwandelt in ouch der moit.
fo dede dis. ind as van eme gefchreven is, fo was he vur ber bufchofskur fere geiſt- %
lich ind andechtich 30 gode ind 30 unfer liever vrauwen. bo be bufchof wart, ſatzte be
zolle ind grois bejcherunge ind ſchetzunge, die he mit gewalt uis ber gemeinde zoich,
Dat be umb der ind ander vil tyrannie beclaget wart. item: be veil zo mit keiſer Otten
vurß, den ber pais verbannen hadde mit allen finen zohelderen. mer buſchof Dederich
vurß achte des weinich ind halp dem Otto bat rich verderven, inb lied
besgelich fime ftift ouch geſchein, fo dat Die ande ind lude binnen finre zit zo groiflen
ſchaden quamen, alfo lange bat der pais fin legaten 30 Eoellen fante up ein goiben
mendeldach, als be felfs ſtonde ind jainde deu heilge oilich in dem doim inb ven kreſem,
alſo dat im die legaten zerſtunt des buſchdomps entzatten ind verbanten in nis ber
ftat. dat dede bufchof Siffert van Maint, der Dat bevel vauı Dem pais hadde ind van 30
eme 30 Eoellen mit eime anderen gejchidt was. as he ſus verbreven wart, zoich
be 30 Rome ind was dae dri jair umb genabe ind abfolucie ind kreich geinen troift 30
dem bufchdom, dan die doimheren moiften van flunt an einen anderen kieſen. deſem
bufchof Deberich a8 fime vurvader bufchof Adolf, der ouch verbannen ind afgejaht
wart, gaf men ouchvan des buſchdomps vente jaerlich8 4 hundert mark wur fin upent- 3
haldunge, ind he verzeich offenbairlich des buſchdomps.
v
Wanne ind van wem dat ſlos Godesberch boven Bunna gebuwet fi.
tem: der ſelve buſchof veink einen Ioeden ind brach dem fo groiffen jchaß af,
dat he Godesberch taemit fies buwen um trint anno 1209, da vur fent Michaels
37. gebumet ſyn.
I. Alle Borlagen haben 5 Jahre.
1499. 533
capelle plach zo ftain, alſo dat men den dairnae niet jo gemeinlichen geeren
enfunte a8 men vur dede. ouch was gein bufchof vur eme fo koene, der dairup
ein veftunge endorſt ſetzen.
1 [Bild eines Btichofs.] Bl.184b.
5 Engelbertus primus vam Berge wart geloren an bes vurß afgejatten bufchofs Chr. pr.
fat ind was der 48. bufchof und beſas den ſtoil umbtrint anno 1215. fin vader was Agı. —59—
ein greve van den Berge, ſin moder was ein grevendochter van Gelre. he beſas ſinen
ſtoil 10 jair under Otten dem veirden ind Frederich dem anderen. deſer Engelbrecht
was ein ſchoin man van angeſicht ind lank van lif ind was ſere vernoempt under
iv allen furſten vur ein eirberen ind fromen heren. dairumb, as Frederich der
ander keiſer wart ind hoirt dat goide gerucht van eme, ſo beval he eme des richs ſachen
up diſſit des welſchen gebirges as einem beſchirmer durch gantz Duitſchlant. he beval
ouch dem vurß buſchof finen ſon Henrich, der junk zo eime roemſchen konink gekoren
wart bi fins vaders leven.
15 Wie buſchof Engelbredt vurß jemerlid ermort wart van eime greven van Ifen-
burch, ind dat der felne greve 30 Coellen geradert wart.
It is ouch 30 der zit geſchiet, dat Frederich van Iſenburch der greve, bes vurß Agr. 72«
buſchofs maech, die Firhe van Effen fere beſweerde ind beleftichte, dairumb buſchof Zoe) um
Engelbrecht mandait ind geboit kreich van pais Honorius ind keifer Freberich, dat be Ann.
20 den greven van Iſenburch maende, dat he aflies van fulcher moitwilliger verbrudung 339.
ind fchebelicheit. ber vurß greve achte des niet ind wart mere zornich ind greif einen
unwillen up den vurß bufchof ind wart up in bie he eme geveile. dairnae quam it up
ein zit, dat bufchof Engelbrecht quam riden in dem wege bi dem borpe genoempt
Swelme dae be ein firch wien fult, funber einige jorge van dem greven vurß. fo
25 hadde he vernomen, wie buſchof Engelbrecht dair im lande were ind wart up in, ind
do he eme ind den finen geveil, fo ruckden fl ire fwerber over den bufchof, ind alle fin
gefinne vloe van eme bis up einen cleinen Tnecht, der bleif bi eme, ind ber vurß greve
van Iſenburch wunte ben vurß bufchof bis up den boit, ind he mit den finen jloigen eme
28 wonden!. anno dni. 1225 wart erflagen her Engelbrecht greve vam
Berge ind ertzbuſchof van Eoellen up den 12. dach in aller hilfigen maent 2,
bes aventz dae it begonve dunkel 30 werben. ind des neeften jaires dairnae
anno domini 1226 up den 13. dach in aller billigen maent? wart ber Nov. 13.
morber greve Freberich van Iſenburch in Coellen bracht und bald dairnae
gericht als hernae gejchreven: mille ducentis atque vigintiquinque
3; sub annis mense Novembri cadunt dux comes enseque rota.
Do der greve den mort gebain hadde, jo wart be vluchtich ind wifte niet, wae Agr. 72=
he ſich behalden foulde, want he nirgens ficher mas. bat ſlos Iſenburch, dat des gre- A
31. neeften fair.
ws
=
1. 38 plagis. Ann. max. als Erzbifchof auch die Titel eines Her-
2. Schon Nov. 7. 3098 von Weftfalen und NRipuarien ),
3. Gemäß Ann. max. 810 ſchon rotaauf comes zu beziehen. Friedrich von
Nov. 11. Sienburg wurde aber erft November 1226
4. Ense ift auf dux (Engelbert führte hingerichtet.
534 VI. Koelboffiche Chronik
ven was, wart gewonnen ind zerbrochen van des vurß buſchofs naevolger, Dat firder
ber zit nie vermacdht wart, dat men up dejen dach noch an ben zerbrochen muiren fien
mach, 30 wracch des wirdigen bufchoflichen bloig. got, dem alle wraeche zobehoert inb
voegen lan einre ieberen ſachen fin behoere, ſchickte bat: fo bat jair der bait umb was,
jo wart der greve vurß, up den anderen bach naedem as bat jair umb was, in Eoellen 5
gevangen bracht ind up dem derben dach bairnae wart he 30 dem doide georbelt ind zo
fent Severins porken nisgevort up den hovel ber bi der firaiffen fleit. dae wart he
np ein rat gejagt ind wurden eme bein ind arme ind alle fin gefeber zerbrochen int
ſtarf eins ellendigen doitz. ind der vrome bufchof ligget 30 Coellen in dem boim be⸗
graven. van der wraech ind clage des jemerlichen doides des vurß buſchofs i
Bl.isb⸗. vur allen furjten ind heren vinftu || ouch hernae gefchreven fol. 187. bit
vurß ſal fin Iſenberch ind niet Iſenburch!.
30 deſen ziden braechen bie ungeleuvigen ſere in dat billige lant,
dat die criſten ein zit lank in beſes gehat hadden, int keiſer Frederich ber
eirſte hadde groiſſe dinge dairumb gedain, den ungeleuvigen und ven
Turken wederſtant zo doin ind dat zo behalden, as he ouch dede: he zoich
in dat hillige lant mit groiſſer macht mit dem koninge van Frankrich,
mit dem koninge van Engelant und mit anderen vil duitſchen furſten as
vurß fol. 172, ind gewan dat ſelve lant intghein ven ſoldain und ver⸗
Anto- reif bie ungeleuvigen ind nam bie lande vurvois in, ind was ber folbain ?
chron. fere verfuft ind was nie jo ſere beenrtiget, dat be julbe fins Tank verbreven erben,
GERIK, als zo defer zit. ind was ein grois vermoiben ind hoffen aller criften:
minjchen, tat bat gante lant der ungelenviger ſulde fomen fin unver int
| in ven criftengelouven durch ven geludhaftigen feifer. mer leider, dat wae
ib. u. bald gefchiet ind umbgekeirt: der vurß keifer a8 be in ven landen was, fe ge ® |
Fr fchiede in ber fummerzit, bat be ſich wonlde enwenich baden ind varı dem fwcis
wachen in eime ftrengen waſſer in dem felven lande, want it was jere ein heiß web:
der, ind trat in bat ſelve waffer bat eme niet kundich was, ind woide zo verre in
bat ftrenge waſſer, und wart ftruchelen bat hei viel ind erdrank dae, int ge—
fchiebe ber ceriftenheit alzo groiſſe ſchade durch des mans doit. ber durchluchtige furfl *
was ein groisbedih man, groismoibich mild ind fireng ind dairzo wailfprechende.
be vermeirde dat rich fo vil a8 ie einige Feifer nae Karolus Magnus gebain hait. be
wart begraven up ginfit meirs. van des gejlecht was Feifer Frederich II van
dem hernae gefchreven fteit, ind Der bedreif ouch vil groiffer dinge bi des
richs ſachen. 5
Anno dni. 1212.
[Bild eines Kaifers.)
Freberich der ander, foninf van Sicilien und herzoch van Swaven.....
be funde vil ſpraeche: latiniſch duitſch greifih lombardſch ind turkiche ſpraeche.
9. lijget' ſtatt ligget'.
1. Iſenberg — je iſt in ber That Die Heilige 256. Der Chroniſt ſcheint einer
richtigere Schreibweile — la ag wahrigein- Berwechslung mit Iſenburg im Wefter
Lich bei Efjen, vgl. Yicder, Engelbert der wald am Sainbache vorbeugen zu wollen.
. 1499. 535
[Florar. 2388 (240). Rudim. Antonin. XIX, 6.]
He nam imt eirfle des koninks boechter van Arragonien ..... bi dejen keiſer
Frederich ind finen foenen endet fich dat geilechte der berzogen van Swaven. Bl. 1856.
deſe vurß keiſer Frederich was keiſer Henrichs foene vurß. fin mober
s hieſch Conftancia as vurß fol. 178, ind wart geboren in biweſen vil
vrauwen a8 ouch vurß. he bebreve groiffe dinge in dem koninkrich van
Neapels.
[Cron. der Saffen 359. Antonin. XIX, 6. Supplem. 202b.]
Item: Frederich ..... dat gantze lant viel konink Frederich zo ..... do ſach
10 Otto, bat eme Frederich zo ſtark was: do vlo he ind weich zo Collen bie mit eme
hielden, ind hofte in dae zo hinderen, dat he 30 Aichen niet gekroent moicht
werben. konink Frederich mirkte, dat Philips konink van Frankrich eme wail moichte
alzo behulplich fin... .... bo verbunden fich bie zwen koninge 30 ewigen bagen.
[Antonin. XIX, 6. Königsh. 445.]
15 Dairnae zoich konink Freberich 30 Coellen ind verbreif den afgefaß-
ten konink Otten van Coellen ver fich dae plach zo enthalden, ind zoich
vortan gen Aich und wart air gefroent van biſchof Engelbredt!..... ind
die heren huldent eme alle.
[annal. Col. max. 828. Königsh. 445.]
20 tem: do defer konink Frederich ower berch woulde, jo hatte hei
einen jungen foene genant Henrich, ind a8 he hoirde dat goide gerucht var bi- Her. —
ſchof Engelbrecht, ſo beval he eme des richs ſachen up ginſit des welſchen gebirchs ind
ſinen fon Henrich. a8 eim beſchirmer des gantzen duitſchen lantz.
Deſſe Henricus, keiſer Frederichs ſoene, wart mit conſent der kuerfurſten ind
25 wailbehagen ſins vaders zo Aichen gekoren zo eime roemſchen koninge in duitſchen
landen, wiewail he noch ein kint was, ind dae gewiet van biſchof Engelbrecht. deſen
konink Henrich zoich biſchof Engelbrecht up as ſinen ſoene ind eirde in as ſin heren,
bisſolange dat der junge ſich ſelfs des richs annam. zo deſer zit was
durch Dat gantze roemſche rich jo grois vrede, dat men meinte, bie alde zit des leiſers
30 Octabiani were weber lomen.
Anno dni. 1220.
"tem: konink Freberih ..... zoich vortan in Sicilien, ind bae buwede be
vil koeſtlicher jloeffe ind anders in allen fteben desſelven lands.
Anno dni. 1225.
35 In dem vurß jair nam konink Henrich, keiſer Frederich® fon, des herzogen Lu- 81. ‚185%
u
ebend.
Anton.
Chron.
XIX, 6.
poldus doechter van Oeſterrich ..... die hochzit was zo Nuremberh ..... dair gie.
wart ein grois gedrenge ind wurden gedrungen wail 56 man doit, under den waren
1. A Syfrido legato apostolice sedis, die Ergebung Cölne an Friedrich, vgl.
Colonie archiepiscopo non existente. Langerfeldt a. a. O. 19.
Die Krönung fällt einige Tage früher als
\
536 VI. Koelhoffſche Chronik.
23 ritter, fonder die die in ven berbergen flurven ind ouch auderswae lange zit bair:
nae varı dem felven gebrange. -vide folio 184 ind ouch folio 187.
Anno dni. 1227.
Eron. d. In diſſem jair do ftarf paltzgreve Henrich, ein here zo Bruinswi ..... ind
Saflen in bem felven jair of enwenid 30 bevorens wart greve Frederich van Altenae 5
of van Iſenberch geraitbrecht 30 Eoellen, ber den bifchof van Eoellen hadde vermort.
ver bijchof hiejch greve Engelbert vam Berge, as vur ind nae gejchreven
ſteit.
ebend. Herzoch Otto zo Saſſen und ber zo Lunenburch ..... he gaf der ſtat van
Bruinswich groiſſe privilegia ind vriheit ind gerechticheit ind bleve ir here ind al fin ſo
geftechte.
Anno dni. 1230.
In dem jair vurß overquamen greve ‘Deverich van Cleve und fin
fon Deverich mit her Herman van Molenark as van ver gerechticheit 30
dem flos Thonenberch!, ind wurden brieve dairover gegeven ind gemacht, 15
in den ber Herman vurß befent, bat he vie gerechticheit 30 dem ſlos
Thonenberch ind die hoede des torns daeſelfs have zo lehenſchaf van dem
greven van Cleve, ind dairumb verbeifcht ind geloift he fich der vurß
herichaf van Eleve man zo fin.
Anno dni. 1231. %
ebend. In dem jair vurß wart herzoch Lodowich van Beieren ..... doit geſtechen mit
eime metze var eime manne ..... niemant kunde wiſſen, wer der man was.
— 30 deſer zit is untſtanden ein grois kriech in Denmark..... zo der ſelver zit
c.64. wart biſchof Otto van Utricht vur Covort erſlagen wail mit 400 mannen van den
Frieſen. %
Bl.1860. || Wanne ind durd wen is afgefpliffen dat herzochdom van Saſſen van der herſchaft
van Bruinswid und van Lunenburd. wanne ind durch wen dat herzoddom van
Saſſen ind kuerfurfiendom is komen an die greven van Anhalt und Lovenburd.
(Bild des Kaifers auf dem Throne, rechts und links eine knieende Figur mit
dem Banner von Braunſchweig und Sadjien.] 30
Anno dni. 1238.
Selen In diſſem jair was keiſer Frederich zo Menge ..... bat verlois diſſe herzoch Oto.
—8 | Otto I112 wart der 9. greve van Gelre ..... ein doichter Irmgart ge-
Wilh. de noempt, und die nam naemails greve Dederich van Cleve zo eim wive.
Berchen
61.
Yan dem privileginm, dat die van Kimmagen mit irme eigen goit an den chf 5
ſchen zoellen up dem Bin und np der Aaeſen varen zoluri up ind af.
wall de Naederhant hait ſich begeven ein zwibracht tufchen greven Otto van Gelre und
75. 1. Tomberg in der Eifel. Daß Her- von 1253 (Racomblet, Urkundenb. II,
mann von Molenark Die Burg von Cleve 210) hervor.
zu Lehen trug, geht aus einer Urkunde 2. Quartus. Berchen.
1499. 537
..... zom leſten koren beide parthie zo
ind Goswin van Vorne! ind dat geſchiede in den
ind wart begraven in dem vurß eloiſter zo Grevendale, dat he
greven Dederich van Cleve ſim ſwaeger
deidingsmannen .....
jairen 12712 .....
hadde doin machen.
5 Florencius IV der 13. greve van Hollant hadde mit ir ein fon lorar
Wilhelm genoempt, ind ein doechter die hieſch Richardis?. Difje greve, von «av.
bede biſchofs Dtto van Utricht fine broeders ind veftigung der firchen
van Utricht, macht ein dam van Amerong bis gen Schoinhoven? mit
groifjer foft 30 einre ewiger gedechtniſſe ſins lofs ..... wart he erſlagen
10 in Crabaten varı dem greven van Claremonte in thyrofnio6 XIV. Kal. Angusti. Jul. 19,
| Wanne ind durch wen die richttat van Himmagen im Gelrelande is verfat Bl.1876.
wurden dem greven van Gelre.
Dtto III greve van Gelre vurß, der eiwarf an konink Wilhelm van Hollaut wilb. de
dat he ſulde befiten die bBurdh van Nimmagen in aller manieren 4.
15 als die greven van Cleve van alden ziven lange jair bejeflen hadden van
wegen bes roemſchen richs. bes fo leende grewe Otto dem konink Wilhelm dairup
21 dufent mark puirs fins koninksſilver? ind do dit geſchiede, dat die
burch von Nimmagen mit der ftat ind mit al ir zobehoir quam an bat
lant van Gelre, fchreif men 12488, item: konink Robolf van Habsburch .....
20 ein greve van Gelre jal bie vurkuer dairaf haven.
In der croniden der heren van Cleve vinde ich ouch, dat konink Ru- Schüren
dolf vurf van Habsburch have verleint greven Dederichen van Kleve dat flos ind die
flat van Nimmagen, item Duisburch, item Deventer. mer bat is intghein bat
vurß ind i8 ouch nu zerzit af van einbeil der vurnoemppder ftebe.
25 Bild eines Bifchofs.)
Henricus van Molenark, proift zo Bonna, wart mumber ind nae bifchof cat. Il.
van bem capittel zom beim gemacht over bat ftift van Collen und was der 49. biſchof. Sort.
be moift dem capittel vurß jmeren, bes vurß bifchofs Engelbrechts doit helpen 30
wrechen, as ouch geſchach. deſe bifchof Henrich wart in dem vurß jair 30 Coelne var
30 bifchoffen epten und prelaten herlich gewiet ind fo eirlich a8 ie biichof, ind was dae an
12 jair. be wrach den doit fin® vurfaren Engelbrechts ind belacht dat ſſos des van agree.
.0.0 0 02 00 7 NWS Yu ISSUE —— WB WDR ARBEIT DT II 1 ne
0 0.0.0
97. LIX. 207).
1. Die Beele ſche Ausgabe des Wilh. 5. In Corbrata. Flor. (Corbie).
de Berchen ſchreibt Voorne, die Ham- 6. Tyrocinium. Flor.
burg. Hf. Bl. 210% Boerne, Letzteres ifl 7. Pro 16000 marcarum puri et le-
richtig, vgl. Leo, Niederl. Geſch. I, S12.
& 2. Wohl Drudfehler: anno 66. Ber:
en.
3. Davon ift nichts befannt, wohl
aber hieß fo eine Schwefter Florenz‘ IV.
4. Amerongen und Schoonhoven am
Led. Vgl. Wagenaar, Vaderl. historie II,
360.
galis argenti. Die Chronik las offenbar
regalis.
8. 1248 Suni 15, Mieris, Groot
charterboek I, 249. Wilhelm nennt das
Jahr nicht, Doch fteht bei ihm kurz vorher
— allerdings irrig, bei der Wahl Wil-
heime von Holland — die Jahreszahl
48.
538 VI. Koelhoffſche Chronik.
Iſenberch: he wan it ind brach it gantz af ind ſleiſt it gelich. he gewan ouch Nu⸗
wenburch! ind brach it af in ven grunt, ind wat fi dairup kregen, alle
geboit ind geraitbraicht, ind die moder van Nuwenburch wart lantrumich
mit alle ven die fchulpich ind hantdedich waren. he ſchickte 30 Rome, bat ber
pais ein carbinale of legaten ſelden wolbe, ber 30 ban dede alle die ghene die an bem 5
boit ſins vurfaren fehuldich weren, a8 ouch geſchach. he zoich zo Nurenberch, dae
ein vergaberunge ber furften ind beren was, und erwarf dae, bat alle Die ghene, bie
des doitz ſchuldich waren, in bie Teiferliche acht quamen, und wifte allen furften bie
bloidige cleider find vurß erflochen vurfaren Engelbrechtz. deſe boit mobe Teifer
Frederich und konink Henrich finen fone, und geboden ven furiten bie 1
boisheit 30 ftraifen. ind do zer ftont dede konink Henrich den van Ijen-
berch verwiſen vur ben furften.
Wie keifer Frederich fin fon konink Henrich gefangen hielt.
Keifer Frederich zeich wibderumb durch Lombardien ind Italien in bat
foninfricy van Neapels, dairover be ouch ein foninf was? ..... is
Bl. 1870 fo lacht fich ſin ſoene konink Henrich vurß ..... ar weder ſinen vader ..... ind
— 1888. geboit den furſten, dat fi ſinen anderen ſon Conrait koren an Henrieus ſtat.
ſAbnigsh. 445. Martin. 431,37. Chron. praes. 206. Antonin. XIX, 6.]
Anton. Keiſer Freberich vurß, al was he int eirft mit der lirchen ..... pais Gregorius
XIX, 6. abſolvierde den keiſer van dem ban, up bat he Die reis am ſich neme, ind ber keiſer ge⸗ 2
lovet dem nagolomen, mer bes geſchach niet.
Königs: Do nu feifer (reberich van dem pais gewiet ind gecroent was ind ein gewel⸗
re dich keiſer wart, dede he a8 fin vurfaren ind vergas de eig... .. he belach
Benebigen lange ind dreif wunder dae ind fmachte fi ?.
ebenv. Item: bie zweibracht des keiſers ind des pais Duerbe fo lange, dat bri paiſſe na 25
einanber intghein feifer Sreberich waren. Do Honorius pais geſtorven was“,
fo quam ein ander, hieſch Innocentius ber veirde ..... die furfurften foren einen
anderen an fin flat, lantgreven Henrich van Doringen, a8 bernae gejchreven
wirt. doch bleif be ein geweldich feifer fo lange as he levede, ind ſionde
dat rich nae eme wail 20 jair ledich. ”
Könige: tem: keiſer Frederich hadde ein fon, genant Conrait, ven be gemadht Habbe 30
hof. 146. eime roemſchen koninge: der lachte fich ouch weder die paiffe ind bie bri?
foninge die weter in gekoren wurden, die hernae genoempt erben, bi
nae find vaders boit.
1. Gemeint ift jedenfalls Nienbrüd rung einnahm) vorliegen ?
:Novus pons), deſſeu Zerflörung die An- 4. Belanntlich folgten auf Honorin
nal. —F 839 erwähnen. 111. Gregor IX. und Cbdleſtin IV., dann
.Gen welfchen landen’ Königeb. erft Innocenz.
5 Sollte vielleicht eine Berwechtlung 5. Bei der Doppelwabl 1257 war
zwiichen Venetia und Faventia (Faenza, Konrad bereits todt.
das Friedrich 1211 ach langer Belage-
1499. 539
I [Bild eines Parſtes 36
Innocentius IV..... was pais 11 jair. item he ſatzte ouch, dat men ſulde Es
halben die octawe van unfer liever vrauwen nativitatis.
[Bild eines Papftes.]
5 Alerander IV ..... was pais 7 jair. Suppl.
N Keifer Brederih ..... jo fchreif be wil brief umb ind umb zo den furften Bl. 189,
intghein den pais ind bie cardinale, ind van den wil ich Die meinonge van eime kurt» Gosmo- vı
lich hier feßen. ind der begint alſus: ‘collegerunt pontifices et Pharisei concilium 1 c. 64.'
..... wirt genslich uisraeden ind zerbrechen die bein? der hoverdigen'.
10 Stem deſe keiſer Frederich hait gegeven den geiftlichen perionen in dem roem- ebenr.
fchen rich grois privilegien ..... Die dat feten, fullen irre gerechticheit ind ampts
berouft fin.
Wie keifer Frederich ſtarf.
Zom leften zoich Teiler Frederic) weberumb in Lombardien ..... zom leften Bl.1806.
15 debe pais Innocentins keiſer Frederich in den ban ..... ind gaf ben furfurften die Gerne
gewalt, ein anderen numen konink 30 kiefen wen fi wolden, als geichreven fleit in
. geiſtlichen rechte libro sexto de Judiciis. ind dem geſchiede alſo. vie kurfurſten 5
"toren dri nae ein ander, die niet lang regierden, ind bat rich ſtonde ein Lı1,1M).
lange zit ledich. ind feifer Frederich, fo lank he levede, bleve be Feifer, ind
26 die lande waren eme gunftich. hievan wirt ouch hernae gejchreven. bar-
nae zoich keiſer Frederich in dat koninkrich van Neapels, ind dae ftarf he
jo heimlich, Dat niemans -wail. ficherlich wifte of he doit were of niet, ind
i8 noch. hudes dages in ein deil plagen ein fage, dat he noch leve, als im
Weftrich 3 umbtrint Keiſersluteren ind ouch up anderen enden. beögelichen
25 18 ouch geſchiet bi unſeren ziden mit herzoch Karl van Burgondien ind
von Brabant x. ‚ide. folip 327 ind anno 1477. it gejchiebe vil web-
dunge, dat woil,40 jair dairnae gewet wart under dem volf up ein groiſſe
ſumme geltz, he levede noch ind ſoulde noch komen mit eime groiſſen volk,
jin. viande zo-keren“. item nae der hant quam ein gebure ind ſprach,
30 he were feifer Frederich, int hielt groiffen ftait, ind die ſtede ind bat volf
ein beil heink eme an. mer it voir zom leiten a8 hernae geichreven is bi
feifer Rodolfs ziven. vide folio 237.
Antoninus ergbufchof zo Florentz ſchrift in ſinre croniden alfus, bat Anton.
XIX,
9. wart' flatt "wirt. 23. hudes des dages. «6.
1. Die Chronik Überfett mit Aus: 2. Cornua. Cosmodr.
laffungen. Das unzweifelhaft gegen Gre⸗ 3. Bgl. oben S. 448 N. 14.
ger IX., nicht gegen Iunocenz IV. ge⸗ 4. Sepultus tam occulte, quod multi
richtete Manifeft fteht bei Huillard-Br6- per annos 40 vadiabant cum vivere,
holles, Hist. dipl. Friderici V, 309, der venturum in proximo in manu robusta.
geneigt ift, e8 als curialem quamdam de- Johannes Vitoduranus ed. Wyss (Archiv
elamationem zu betrachten. Vgl. Schirr- für ſchweiz. Geſch. XI, 10).
macher, Friberich der Zweite III, 60. 287.
540 VI. Koelhoffſche Chronil.
. naebem as keiſer Frederich vurß krank wart, fo was bi eme fin baſtartzſone Manfre⸗
Bl.1y08.
Scheel
2136.
2106,
ib. 211®.
ib,
31.190.
Cosmo-
dr. VI,
c. 65.
Schedel
2128,
dus geheifhen ..... bi dem graf wurden gefchreven bifje naevolgende verſſe:
Si probitas, sensus, virtutum gratia, census,
Nobilitas orti possent resistere morti,
Non foret extinctus Fredericus qui jacet intus. )
Diffe vurß keiſer Frederich hait ein ſunderlich boich gemacht in den feiferlichen rechten
van den lehengueberen.
Dat keifer Frederich I halt fundiert die nniverfiteit 30 Weapels.
Item be hait ingejat die univerfiteit of bie hogeichoil zo Neapdle ..... ind
teifer Frederich loift jere in den privilegienbrieven bie felve plate. lo
II [Bild eines Königs.) '
Lodowich konink van Vrankrich ..... fi gewonnen bie flat! in dem meien
anno dni. 1218.
Elifabet, ein doichter des Loninls van Ungarien ..... pais Gregorius IX
ſatzte ſi in die zale der hilligen. 15
Item zo deſen ziden wart gemacht bat boich in Dem geiftlichen rechten ......
overmit ein broder van ber prediger orden, geheiſchen Raimunbus.
Liflant ..... wart gewonnen mit gewalt ..... ind wart nu zer zit befaßt
mit criften Inden.
[Aeneae Sylvii Comment. e. 21 (Sreher-Struve II, 116). Vgl. Cosmodrom. 20
VI, 64
1 Yan einre ſchedelicher ind ſnoeder partilideit in Italien ind in Lombardien,
as fin die Giwelinge ind die Gelf.
Conradus of Eonradinus, as die Malen fprechen, was Teifer Frederichs IL fon,
berzoch van Swaven, int wart geloren zo eime voemfchen koninge ind %
was erve nae fime vader des Eoninfrichs van Iherufalem int des konink—
richs van Sicilien. ind a8 fin vader doit was, fo (ach grois ind treffelic
belant an dem vurß durchluchtigen furften umb vil lantfchaften ind bie
van mannicher hande |praeche, die eme van fin® vaders ind des richs we-
gen angeftorven waren, ind dairumb bi jinen ziden, a8 ein beil fchriven, z
i8 upgefomen ein alzo verberfliche partilicheit in Welſchlant, in Italien
ind Zombardien, dairdurch die vurß lande zom dickermail alzo treffichen
ſchaden geleven haven vurmails, ind ouch vortan 30 beforgen is bat bie
widderumb uperweckt wurde, wer it fache dat ein roemfche konink geforen
wurde, der des richs vrommen ind vurberung ernftlich ſuechen woulte.
van dem beginne der vurß partilicheit fchriven anders ind anders bie
hiftorienfchriver. ein deil fchriven, dat bi keiſer Frederichs ziden des anderen
14. ‘ven? ftatt des'. 29. der? flatt des'.
it. Obsidio inchoate. Die Chronif durch Ludwig den Heiligen mit ber frü:
verbindet bie Eroberung von Damiette heren Belagerung von 1218.
1499. 541
have fich erhaven befe zweifchellicheit ........ mit zeichen ber vinger ind des mondes
hadden fi bedudungen unber fich.
Ezel ind Alberinus, defe zwen gebrodere waren anhever der vurß partilicheit ! Gare
..... zom leften wart be [Ezelino] || gemont in eime ftride ind daevan ftarf he. he Bl. 1914.
5 hadde under finre gewalt vil flede in Kombardien umbtrint 34 jair.
' [Bild eines Königs.)
Conrabus IV, feier Freberichs fone van Swaven, as ouch geroirt wirt Feel
folio 199, was geforen roemſche konink ind verwart dat rich in Duitjch-
lant, ind a8 der pais keiſer Freberich finen vader afgeſatzt hadde und ein
10 anderen an fin flat geforen, zoich ber vurß konink Conrait weder den ..... he lies
ein fone, der hieſch Conradinus ind ber was fere junf, ind dem lies be dat koninkrich
van Neapels ind fatde im mumber over dat Iant.
Hie wart begraven dat herzoddom van Swaven mit ſchilt ind heim.
Conradinus ..... nae des Conradus of Conradinus doit vergink dat herzoch- eb. 216=.
15 dom van Swaven mit ſchilt ind helm mit ivem ebelen zeichen ind waepen, ind
was bat keiſerdom van Rome geweft bi den herzogen van Swaven boven 100 jair?:
|| Hie is 30 wiffen, dat die historia van dem vurß Conradinus her-ar.ısıe.
zogen van Swaven, ber 30 eime roemfchen foninge geforen was ind was
ein erve ber foninfriche van Jeruſalem ind van Sieilten, i8 mirflich ind
20 i8 under den hiftorienfchriveren vil van eme gefchreven. dairumb fo wil
ich van vil, die mir vurkomen, enwenich verzellen.
Dit i8 die hiftorie van den Friegen ind van der neberlage ind van
dem boit Conradini vurß, ind wat fi geweſt ver orfprunf des kriechs mit
Karolus dem eirjten konink van Sieilien.
25 Dit is ein fendbrief, dairin ſich beeiaget Conradinus van gewalt der kirchen
ind andere 3.
Eonradus of Conradinus der ander, varı got genaben 30 Sherufalem ind BL. 191%
Sieilien fonint ind herzoch van Swaven allen des billigen richs furften ..... und 19.
Dat || he dem geharneſchdem zorn finre unwirdicheit intghein uns, ben he wur fich ge- DB.
os , 193«,
30 nommen bait, will overmig uch den harneſch afleggen’.
tem deſe konink Conradinus of Conrabus, foninf Conradus foene,
was ein weibelich jungelinf ind der lefte herzoch van Swaven und ein
erve des vurß konink Conradus. be zoich in Italien mit groiffer macht,
1. Ceteris prestantiores erant. laſſungen. Sie fcheint den ſendbrief'
2. Cumque imperium Romanum du- aus ber mir unbelannten ‘hiftorie van
ces Suevie usque per annum 1250 glo- ven kriegen’ 2c. zur entnehmen, aus wel:
riose rexerunt. her jedenfalls die fonft nicht nachweis-
3. Die Protestatio Conradins an Die bare Nachricht Über Eonradins Niederlage
deutſchen Fürften ift häufig gebrudt, zu: und Tod (BI. 1938), vielleicht auch Die
fetst bei Dönniges, Acta Heinriei VII. darauf folgenden Auszüge aus Petrus de
11, 246. Die Chronif üÜberjett mit Aus- Pretio ftammen.
542 Vv1..Koelbofffche Ehronit.
a8 be vurgenommen habbe, a8 nu vurß is. he zoich in dat koninkrich van
Neapels up konink Karl, der ein Franzois was ind dair geſatzt van den
paifen a8 vurß. he quam 30 ftrive mit eme und hielt mit eme zwen ſtride,
ind in dem anderen wart he verwonnen, niet verre van einre platen bie
genvempt was Telliacozzi 1. a8 fi up einander ftiejfen, in vem eirften an: 5
gank fo drungen die Duitfchen menlich ine ftrenglich up die Walen fe
bat fi moiften wichen, ind in dem ſtride hielt Conradinus overhant. mer
umb verſumeniſſe finre ritterfchaf ind fins voulls quam it zom leften tat
fi. den jtrit verloren, int dat geſchiede overmit giricheit ind begerlicheit
ber finre, die 30 girich waren up den rouf ind up bie bute die fi Friegen 10
moichten: bo die Duitfchen fich bekummerden mit dem rouf und fich be-
ſtonden 30 deilen, ein ieklich vat fin z0 verivaren, jo quamen bie Fran⸗
zofen wederumb ind opervielen fi zom anderen mail. Conradinus ber
nam die vlucht, wart be wenich voulcs bi im hadde, ind dat quam aljus
30: up dem avent quam Karolus mit den jinen ver vil was intghein 15
Conradinus beir, ind overviel haeftlich die ghene bie zovorens fi verbreven
hadden ind hadden fich geladen ind beſwert mit dem rouf ind vermoiben
ſich niet einigen laft meir 30 baven van iren vianden, ind drungen bie
Franzoiſen baeftelich up fi, fo dat Conradinus vouff, dat ſere wenich was.
bie vlncht nam, ind naemen die vlucht durch broich ind welde, ind dat heir 20
wart gank zerftreuwet. ind alſus quam Conradinus mit enwenich voulfs
daevan ind quam bis zo eime jlo8 dat genoentpt was Aftur 2, niet verre
van dem mere, ind do wart he verraden ind gelevert durch ein deil verre⸗
ver dem vurß konink Karolus ind wart levendich vur in bracht mit vil
goider manne 30 Neapels, ind dem lies hei dae fin heuft afflagen und >
anderen vil ritteren ind heren die he bi fich habte, ind daemit woulde he
afftellen allen hoffen ind troift ven Swaven 30 ven felven landen. do
peje vurß entheufpunge Conrabinus und der finre gefchiet iS, dae id nu
gebuwet ein eloijter Carmelitarum van unfer liever vrauwen broeber
orven, ind dat hait doin machen Conradinus vurß moder zo troiſt der fele 3
irs bermelichen ſoensꝰ. ind alfus nam ein ende tat hoeghe hnis der her:
zogen van Swaven, van dem fo vil feifer int Toninf die fere vernoempt
ind groisbebige man geweft fin.
stem ben fehentlichen und jemerlichen boit des vurß Conradinus
beclacht ein bijtorienfchriver alzo bermenklich ind fpricht alfus?: och wie ®
1. Zagliacorzo. - Sohn Karls von Anjou, errichtet. Bol.
2. Afura, jüdlich von Belletri. Schirrmacher, Die lebten Hobenftaufen
3. Dieje auch fonft begeguende Nach⸗ 388. 586.
richt iſt irrig, Die Capelle der Earmeliter 4. M. Petri de Pretio, vieeeaneella-
auf Eonradind Grab wurbe von Karl II., rii Conradi IV. regis Romanerum et Si-
1499. 543
bejchrielich inb bermelidh i8 bat ..... och du bloitvergieſſer bie plichtich bis duiſent
boide ..... naebem a8 du hais boerren uistreden unbillich dat fwert in dat heuft
bes allewirbichften minjchen, welchem du ..... van rechter ſchult des gelouvens ind
getruheit verbunden bis' ꝛc.
5 [Bild eines Könige.)
Manfrebus, keifer Frederichs IT foene ..... ind Conradinus bleif jemerlich
beit als vurf.
Yan den koningen van Srankrid.
Philippus des vurß Lodowichs fon. vide folio 169. ber hadde
so ein wif ind hiefh Margareta', ind mit der gewan be ein fon biefch
Lodowich. |
Lodowich des vurß Philippus jone vegnierve 3 jair. be hadde ein
huisfrauwe bie hieſch Alienora ind was eim bochter des koninks Alphon-
ſus van Hispanien ?. he habe || mit ir vil ſoene: ver ein hieſch Lodowich
ıs ind wart foninf van Franfrich, der ander Karolus, der wart greve 30
"Brovincien? ind dairnae konink van Sicilien als bie kurtzlich daevan
geroirt i8. ver derde hiejch Alpbonfus, der 4. Robertus.
Sent Lodowich wart konink van Frankrich nae fime vader. be
hadde ein huisfrauwe genoempt Margareta. he hadde vil fone ind
20 doechter. wat be hait bebreven, is gejchreven bie ind dae, vide
folio 190.
Philippus konink Lodowichs fon wart konink nae fime vader. he
hadde ein huisfrauwe, Johanna genoempt?. he vegierve 15 jair.
Philippus der ſchoine, des vurß Phifippus ſone. he hadde ein huisfrauwe
25 Johanna, ein dochter van Burgendiend ..... umb etliche fachen willen
dede be ven Jueden ir goit nemmen ind verbrewe die des lands.
Lodowich des vurß Philips fon ..... 2 jair.
Philippus greve van Volois, konink Karls fone vurß, wart konink
von Frankrich ®.
13, ver? ſtatt des'. 21. CCXC.
ciliae, adhortatio ad Henricum illu- 1. Die erſte Gemahlin if Iſabella
strem landgravium Thuringiae ed. J.H. ober @lifabeth von Flandern, Margaretha
Schminckius. Lugduni Bat. 1745. 4. beißt ihre Mutter.
Neuerdings gebrudt bei Del Re, Cronisti 2. Blanca von Eaftilien.
e scrittori Napoletani. Napoli 1845. 11. 3. Bon Provence und Anjon.
Untere Chronik überſetzt nur einen klei⸗ 4. Iſabella von Aragonien und Maria
nen Theil (S.8—12 der alten Ausgabe) von Brabant.
mit ſtarken Auslaffungen. Ueber die Per⸗ 3. Bielmehr von Navarra. Offenbar
fon des Berfafiers en. Lorenz, Dentih- Verwechslung mit Philipp V.
lands Geichichtsquellen im Mittelalter 6. Better und Nachfolger Karls IV.,
©. 138.118. 150 und Schirrmacher, Die regiert 1328—50.
leßten Hohenftaufen ©. 551.
BI. 1938
— 1035,
Suppl.
202b,
2048,
Bl.
1948,
Suppl.
206®.
ib, 213%,
n44 VI. Koelhoffſche Ehronit.
Philippus der lange, konink Lodowichs broder vurß, hadde ein wif,
Johanna genoempt, ein dochter van Burgondien.
Karolus IV, konink Philips fone tes fchoinen ind broder konink
Lodowichs, wart konink van Frankrich. he nam zo eime wine feifer Hen-
rich8 doichter ! van Lutzelburch. nae des Karolus doit wart ein groiffer 5
friech umb die croin van Frankrich tufchen konink Edwart van Engelart
ind eime anderen 2.
Lodowich Eutin wart fonint3. he hadde ein wif uis Burgonbien *.
Johannes, konink Philips fon, wart konink nae fime vader. fin
wif was Elizabeth 5, des koninks dochter van Behemen ®. 10
Rarolus ver V, bes vurß konink Johans fone, hadde ein wif, Jo—
hanna genoempt, des herzogen vochter van Burbon”.
Karolus VI nam zo eim wif Iſabelam, herzoch Rodowiche 8 dochter
van Beieren van Ingelſtat.
Karolus VII nam zo eime wif Mariam des herzogen bochter van 15
Lothringen und van Bar?.
Yobowicus nam 30 eime wif konink Jacobs dochter 1% van Schot-
lant, ind vie ftarf: fo nam be des berzogen dochter van Soffoi!!.
Karolus VIII wart fonint, ind dev truwede konink Marimilianus
boichter 1? van Rome. und bairnae nam he die doichter van Britanien !3 20
bie foninf Maximilianus vertrumwet was. vide folio 338.
Wie keifer Frederich II den orden der duitſcher heren begavet hait mit landen
np diſſit meirs.
Keifer Frederich II, angemirkt dat die broder des fpitails unfer
liever vrauwen der Duitichen zo Iherufalem, want fi allewegen fere ge: %&
trume ind ftrenge vechter geweſt fin wur ben criftengelouven in ven. lan-
den np ginfit meirs, do fi overvallen wurben van den ungeleuvigen, want
ji ghein groiffe hulpe Tregen van den criften up diſſit meirs, fo waren fi
niet me ficher in ven felven lanten, fo hait be in gegeven vil plagen int
11. vijff? ſtatt wif'.
1. Maria. 8. Stephan II.
2. Philipp VI., der erſte Valois. 9. Vielmehr Ludwig II., Titular⸗
—3. Ein Doppelgänger Ludwigs X. könig von Neapel aus dem jüngeren
Ueber feinen Beinamen Hutin ſ. Schmidt, Haufe Anjon.
Geſchichte von Frankreich I, 733 Note. 10. Margaretha.
4. Margaretha. 11. Charlotte.
5. Jutta oder Bona. 12. Margaretha.
6. Johann. 13. Anna von Bretagne.
T, Beter I.
2
er
=
a
—
1499. 545
lande in Sicilien in dem koninkrich, item in Italien. item be gaf in Lif—
lant, Pruiſſenlant, Estoniam ind Curoviam ! ind ander vil lantichaf
nordenwart bair noch ungeleuvigen waren int heiven die afgode anbaeden.
ind der meifter desfelven ordens ind brodere gaven ſich in die lande ind
beftreven die, ind overmiß lange ind vil orloge brachten fi die lande un—
ber fich ind befeirden die 30 dem criftengelouven.
Van der tempelerheren orden.
[Bild eines Templers.]
Der orben der tempelerheren i8 begonnen, as Bincencius ſchrift anno 1020 2 Schepel
of a8 bie anderen jchriven, anno dni. 1128 ind bairumb wart
dairnae der gank orben zerftoert up ein Dach, als hernae gefchrewen wirt.
| Diffe orden ver tempeler was ouch in duitſchen landen, a8 30 81.195.
Coellen ind zo Aichen ind anderswae. mer nae ver hant als pais Ele-
mens ind der konink van Srankrich den felven orden underjtonden 30 ver-
billigen, als ji ouch deden als hernae geichreven fteit, do verginf be umb
ind umb, want do die overften ind die heufder verberft ind verftoiffen
wurden die jere mechtich ind rich waren, fo moiften ouch van noitwegen
undergain bie cleinen convent ind cloifter des vurß ordens bie minre van
macht waren, want fi hadden ghein befehirmer. dat cloifter van dem
vurß orden was up der plagen dae nu wonen die broder 30 den oliven,
ind die wurden ouch verbreven overmitz geheijch ind gebiede des pais, ind
wart der felve plate gegeven einre ander vergaberunge, Die ouch nae ber
hant is verandert ind is gegeven ven broteren die nu zer zit dae wonen
1. Efthland und Kurlaud. Friedrich
11. beftätigte 1226 dem Orden bie Schen⸗
fung des Kulmer Landes durch Herzog
Konrad von Mafovien, ſowie alle noch
zu erwerbenden Gebiete. Voigt, Ge-
Ichichte Preußens II, 165.
2. Der folgende Abſchnitt enthält ein
ſeltſames Mißverftändnif. Schedel (der
bier Vincent. Spec. hist. XX VII, 29 aus-
ſchreibt) erzählt unmittelbar nacheinander
die Gründung des Templer- und bes
Johanniterordens. Da er letsteren als
ordo templaris militie bezeichnet, warf
unjer Chronift beide Berichte durcheinan⸗
der. So beziehen ſich die erften Säte
bis ‘paternofter' auf die Johanniter mit
Ausnahme der Worte “ind flonde umb-
trint 200 jair', das Folgende auf Die
Templer. Das Jahr 1020 nennt Sche-
dei. Vince. XXVI1, 28 fett die Stiftung
Städtechroniten. XII.
des Prämonftratenferordens ins Jahr
1120, dann heißt e8 c. 29: hoc etiam
in tempore incepit ordo militie tem-
plaris.
. 3. ®gl. Supplem. 1888, wo bie zu⸗
nächft vorhergehende Jahreszahl 1118 iſt.
Bier ift wirklich von den Templern die
ede.
4. Die Templer wohnten in der Nähe
des Neumarkts, gegenüber der Einmün⸗
dung der Oliven⸗ in die Streitzeuggaſſe.
Nach der Aufhebung wurbe der Platz der
Margarethenbruberiaft ‚ bald darauf
den Brüdern vom dritten Orden des b.
Franziskus, 1589 endlich ven Franzisfa-
nern von der ftrieten Obſervanz iülber-
geben. Gelenius, De magn. Col. 519.
Ennen II, 999. Heute dienen die Ge⸗
bäude als Caſerne und Broviantmagazin.
35
546 VI. Koelhoffſche Chronik.
van der derder regel van ſent Frauciscus orden, den ouch van der ſtat
van Coellen zogelaiſſen ind gegeven is, dat ſi moegen weven ind mit einre
ſichere zail van weveftoilen !: want die ſelve zail van weveſtoilen dae von⸗
den wart in der veranderungen der broder, ſo woulde ein ſtat van Coellen
bie goiden brodere, die nae ter hant dairin quamen, niet berouven ber
vriheit irre vurfaren. ind bi aventuren, weren meir dair geweſt ind
hedde men meir dair vonden, ſo hedden die naekomelinge die behalden
als ir vurfaren.
So wie der orden vnrß wart verſtoert ind verdiliget up ein dad
durch pais Clemens. id
Diſſer orden was ſere mechtich in den landen up ginſit meirs, mer
als die ungeleuvigen die lande gewonnen wederumb ind die ſtede deſtruier⸗
den, ſo wurden ſi ſere verdreven uis dem ſelven lande ind wichen do in
deſe lande up diſſit meirs ind quamen in Hispanien, in Frankrich, in
Portigal, in Italien ind anderswae. ind it geſchiede bald dairnae, bat n
Sad! bie felven bie in Frankrich waren, die wurden durch pais Klemens ind den konink
Bl.
195b.
van Franfrich verordelt ..... jo jpraechen fi, fi woulden ſterven as goit criften.
ein deil jchriven, bat ver pais ind ver konink van Franfrich albeide fere
geltgirich waren ind deſer orden was rich, ind dairumb wurden fi ouch
gejoicht. dit gefchiede umbtrint anno dni. 13072. die urfach wairumb %
der pais ind der konink vurß die vervolchden, was, as einre fchrift, ter
has den fi hadden 30 feifer Frederich II, want he hadde gemacht ein be
ſtant 10 jatr lank mit dem ſoldain, ind die broder des vurß ordens ind
ein ftat, Acconen genvempt, machten, dat dat beftant gebrochen wart’.
ind dairumb wart bat billige lant verloren, ind i8 van der zit an nie ghein »
volkomelich merefart geweſt, al is it dick beftanten geweſt.
Ind as einre ſchrift, jo is dat die meifte urſach, dat bie ſelve konink⸗
ri) van Ihe- ruſalem ind van Sicilien fin komen an tie Franzoſen, bat
gejchiet is durch die paiſſe van Rome die dat fehiden ind ordinieren nae
irme willen. die furjten van Vrankrich, als was greve Karl van Ande w
gaven, ver des koninks broder was van Vrankrich 30 der zit, dem pais
1. So enthält Liber registr. 1, 166 Tadel. Die wächftvorhergehende Zahred:
eine Rathsverordnung 1400 Juli 16 ‘de
. elephantinis, van den olvonden', welche
die Anzahl der Webftühle beſchranit. Eine
andere im Statutenbuch von 1407,
Bl. 45.
2. Antonin. Ohron. tit. XIX, c. 1
$. 3 nennt Habſucht als Motiv Philipps
und richtet auch gegen Clemens ſcharfen
zahl ift bier 13
3. Der yehmäbrige Baffenftillftand,
den Friedrich im Februar 1229 mit dem
Sultan Kamel abſchloß, if vollſtändig,
ſelbſt nah Kamel’d Tode, ausgehalten
worden. Vgl. Schirrmacher, Kaiſer Fri⸗
derich III, 189.
1499. | 547
Clemens gaf dat koninkrich van Neapels, was niet van den mannen durch
pie gefchien ſoulde heil ind ſelicheit in Israhel, a8 fin die herzogen van
Swaven, bie die jelven koninkrich van Iherufalem ind van Sicilien ernit-
licher angreifen. ind umb ver vurß fachen willen fin ouch ander vil
5 foninfrich van ber criftenbeit genomen durch die ungeleunigen ind fin nu
under den Zurfen, as bat keiſerdom van Greifen, Bulgarorum, Bosne
ind die koninkrich datrumbtrint liggenbe.
Wanne ind duch wen is verhanen wurden fent Gereoin. van der wiſſer moind
orden, genoempt Premonstratenses, wanne ind durd wen der npkomen fi.
10 Anno domini 1120 began der orden van den wiſſen moenden, bie ge- Yine.
nant fin Premonstratenses, ind hait der orden den namen vwarı der plagen, Pre- xxviI,
monstratum genoempt, in bem busbom van Laudunen, of men mach ouch fagen, *
dat der orden vurß hait den namen bovan, dat ver eirfte beginner fin
wonunge genomen hait die ime van gode vurgewiſt was!, as bat bie la-
15 tinſchen clairlich verftain. ind ver eirfte anhever desſelven ordens was ouch ges rohr
boren van Koellen, Robertus genvempt, als Martinus in finre croniden
Ichrift. ind dat is ouch ein funderlich ere ind lof der billiger ftat Coellen,
Dat nis irme vleden ind van iven burgeren fin nisgeſproſſen zwen hilligen
orden in der billiger firchen, al8 der nu genoempt orden ind ber Earthufer
20 orden vurß, vide folio 164. item Vincentins in dem boich genoempt
ber fpiegel ver hiftorien fehrift in dem 27. boich in dem 28. capittel,
dat Der hillige man Northbertus geheijchen, geboren nis Lothringen, have begunnen
den vurß orden ..... he krege ein platze van pais Calixtus ind van buſchof Bar⸗
tholomeus van Laudunen? ind die hieſch Premonstratio..... dairnae geſchiede,
25 Dat Der buſchof van Meidburch ſtarf ind keiſer Luder ſatzde in dae ein buſchof .....
ind be was buſchof 8 jair ind ſtarf ſelichlich in dem heren.
| Yan eime groiffen Aride ind flat tufchen dem konink van Ungarien Bl.1960
ind dem konink van Kehem.
\Schlachtenbild.)
30 Bi dejen ziden geſchiede ein grois kriech tufchen dem konink van Ungarien, Ba- Eron. t.
Ian gebeifchen, ind dem foninge van Behem ind ber hieſch Odacker ..... ber konink zafen
van Behemen jagebe den lingaren nae bis in Ungarien. do zom leften wart ber krie the
gejoint overmit ein bilich der tujchen im gefchtede. vide folio 238. Bu
Hiena volgen etzlige mirklich punten van dem keiferdom ind van dem billigen
35 roemfchen rich, dat ein ind boven al fin fal.
I| Die keiferlihe ind gebiedende gemalt ind die foninklihe mogentheit ie B1.1060.
niet allein uplomen durch die nature dem gemeinen nuß 30 goibe, mer ouch Durch Shen:
1. Bielleicht nach Rudim. novic.: in dunensi episcopo specialiter commenda-
premonstrato loco. tus. Vinc,
2. A papa Calixto Bartholomeo Lau-
35 *
BL. 1974
—197b.
Ngripp.
658,
BI.1958,
Agripp.
66®.
548 VI. Koelhoffſche Chronik.
unſen heren Iheſum Criſtum gods ſone .... diſſe einicheit ind gehorſamheit
is nu zer zit ſere zerreiſſen, als ouch hernae geroirt wirt.
| Yan ordenung ind urſprunk der regierunge.
Tullius! ſpricht in dem boich van ben ampten: it is gewis bat vurziden bie zit
geweft is, dat Dat gemein voulk ſonder konink ind regenten of vurweſer leefben ..... ind 5
bae behielt der pais vollomen gehorſamheit over alle geleupige criften in geiftlichen
ſachen, ind der feifer behielt alle gericht ind gerechticheit in werentlichen jachen, up bat
fi beide mit liefven und eren ein dem anderen 30 hulpe komen moichten. ir her was
in got?.
Wilche Tiefde ind eindracht der billiger kirchen, a8 vurß ind ouch naevoulget, ı
Dice gebrochen is int gemein und in fonderheit. die ſachen, wairumb, fint deie.....
men vint niet, ſidder Collen criften wurben i8, dat fi van Eriftus gelonven gevallen fi,
alfo 30 verftain, dat einighe vervolghunge van den burgeren ver ftat of
uis der tat gefchiet fi up die criften, al hait die vurß jtat ind bie inwo—
ner in der zit der groiffer vervolgung, die die roemfchen einveil gedain
haven, fich geleven under ven heidenſchen und uncriftlichen vegenten.
ind hieruis ervolget fich dat 3: wiewail vil hilligen unbe merteler in pulver 30
Coellen raften, bie dae gemartelt of dair van gode gefueget fin, bat nochtant Die bur-
ger nie gheinen billigen 30 dem doit bracht haven. ouch vint fih dat in wernt-
lihen ſachen, dat fi alle zit nae veranderungen bes rich under dem rich als ein 20
riche gevriede flat eirlichen fich gehalvden ind geftanven hait. dairumb Coellen voirt
dat waepen der hocdhfter eren, dat vam himel is gebracht®: der drier gulden crone in
eim fchilde wis inb reit, Durch Die reinicheit der 11 duſent meide ind ander merteler
bie ir bloit dae vergoſſen haven. uis dem alle wail 30 proeven i8, dat || got den vleden
boich geabelt und gewirdiget hait, dae fent Peter ein patroin is, der ein heuft ber 25
ganteer criftenheit gehalben wirt, ind baitzo feven gaven des hilligen geiftes in den
ſeven lieven billigen bifchoffen, die ir geiftliche webere geweft fint und van gode ir un-
berftant, Die an gode macht haven, mit gode fi 30 verſoinen. aver wanne Coellen ber
wirdicheit vergift, fo welt Die zornige hant godes over fi, als dat vur wail van ben
rich. ercleirt fteit, dairunder Eoellen ouch niet wenich geleben hait. wer moichte ie ge: 30
leuft Haven die unmacht5 ber groiffer furften ind heren, Die van iren eigen fteben ind
buiferen verjaeget fint wurden, der einre nae dem anderen overwonnen ind genluen
is und niet foene enwaren, in ire eigen pallafe flofje ftede und burge 30 fomen, al®
vur etlicher maiffen ercleirt i8, den Romeren vur, den Franzoſen nae ind dairnae den
Saffen ꝛc. die funde, als vurß, is Die jache, want fo die boefe koenheit wois im gelnde 3:
—
⸗
gr
1. Der folgende Abfchnitt ift, abziig- Gesta Trev. 156.
lich der Worte “ind dairnae — gebruchen 2. Agr. ‘was ein in gode'.
die gerechticheit’, Die aus Fascic. temp. 3. Zu dieſem Zuſatz war ber Ehre
466 überjegt find, mit ganz Heinen Zu- nift durch die BL. 85b geäußerte Anfict
fägen entnommen aus Agrippina 64%. vom Ridfall Cölns ing Heidenthum gu
Uebrigens findet fidh auch der Eingang zwungen.
(zu Grunde liegt Cie. Offc. II, 12) wört- 4. Agr. ‘gebrudt'.
lich im Faseic. wieder. Für die Erzäh— 5. Agr. ‘die macht'.
lung vom h. Martinus benutt Agrippina
1
2
2
3
3
&r
o
ur
=
ur
=
or
1499. 549
mit feligem zogank ber gunften, meinten fi al vurnemmen in 30 doin zimlich fin. alfo
verheven fich Die bergen der hoemoidigen, ind danave fi got allermeift lof dank ind ere
van ſagen julden, Daevan werben fi howerdich ind vergeffen der voirten goß: fi willen
niet befennen bat dat gemein goit allein goß is, ſtede porken ind muiren, dairumb bie
geweldigen gotz biente fint deme gemeinen goit ind dem gemeinen voulk, fi 30 ver-
loeſen van ven quaden, fi 30 bewaren vur zokomenden ungelud, 48 die
feiferrechte ind bie hilfige fchrift an vil enden inbalden mit clarem under⸗
fcheide, desgelichen ver natuerlicher meifter Areftotiles genoichfamlich
befchrivet. imd uis allen vurgenanten fehriften wirt gemirkt ind verflanden, dat
die macht ind gemalt aller overften und regenten Die fi haven is van boven, ale
Chriftus unſer beer zo Bilato fprah, als ouch fent Paulus ſchrift zo den
Romeren in dem 13. capitel, ind ir gewalt fich niet wurder firedet, dan fo vil R
fi mit rechte moegen: dat i8 ir macht ind ein hair niet me. want bat recht i8 die
maeſſe dae alle dink mit gemeffen fullen werden. ind dairumb, wanne bie geivel-
bigen bie maiſſe hinverjegen, niet mit ber maiffen ire macht ind gewalt
mefjen und fich der misbruichen, jo wibberfteit got irre boffardie ind
nimpt in die gewalt und gift fi anderen regenten, dat men bie vernom-
men hait ind in den croniden vint: fo wanne bat overtreben wart, hait men
dicke gefien ind erfaren, ind 30 ziden niet fonber bloitvergieflunge, den geden regieren
over den wiſen, den jungen over den alden, den unedelen over den ebelen, die tyran-
nen over die armen ..... herumb enis ghein befler policie noch regierunge, dan
dae die overften me foichen goß ere und gemein goit und irs eigen nut vergeſſen ind
bie underſaiſfen me van liefde den gehorfam fint dan van vruchten ind zo beiden fiben
wisheit gebruicht wirt, dat allein die minne goß beit, Die alle Dinge vereiniget ind 30-
famen bindet 30 ire volkomenheit. ind die minne wirt ingegoffen ven uis—
verforen, die in alle dinf gemein macht. wae aver minne 30 goibe ind
liefde zo fime neiften niet enis, dae regniert uneinicheit ind die rich wer-
den verftoert, a8 unje here Jeſus fait: alle rich in fich gebeilt werben
verſtoert 2c. item wat Coellen nu nae befer zit der billiger biſchoffe geleden have
ind in wat noit die burgere fomen fint ind wie fi got enthalden hait ind 30 ziden ouch
hait laiſſen fien, bat be der here i8 und in finre hant alle creatuer flaint, wirt ſich nae
erfolgen in den naelomenben bifchoffen, Die der ftat van Eoellen in dem billigen rich
Luk. 11,
17.
naerre || greifen dan in zoftonde, als fich dat bewerlichen mit gewiffen zeichen van gode 81.198».
erfunden hait. got wil fin genabe dairzo geven, dat Die burger fo in der voirten gods
even, dat fi wirdich bliven des vegiment, bat fi mit der genaden got ind mit dem
ſwerde ind weiraftiger hant bis her behalden haven als getruwe gelidber des billigen
roemſchen richs.
[Bild eines Biſchofs.)
Conrait, van Hoeſteden geboren, wart geforen bifchof zo Coellen anno dni.
4012371 ind was ter 50. eribifchof van Eoellen ind beſas den ftoil 331/, jair?. etliche
36. wairafftiger.
1. Frühjahr 1238 bis 1261 Sept. 28. 2. Agr. 231/92. Chronica praes. 207
irrig 331/2.
Agripp.
768 u.
766.
Hagen
3.655.
@ölner
Jahrb.
D 126.
550 VI. Koelhoffſche Chronik.
hiſtorien halden, dat he regierde 23 jair ind 3 maende. he was biſchof bi den ziden
Frederichs des anderen, do bat roemſche rich jo lange in nneinicheit ſtoinde als vurß
is. be was ein ſtritber man. fin vader hieſch greve Lotharius van Hoeſteden, fin
moder hieſch Mechtilt. diſſe vurß biſchof Conrait was ſere grois van gehoere
in des richs ſachen und bi dem pais, as hernae zo mirken is: he erwarf s
und hebielde van deme paiſſe, dat men gheinen roemſchen konink kroinen noch confir-
mieren ſulde dan zo Aiche van eim biſchof van Coellen ind dan vort zo Rome, as van
alder herkomen was !. * ind bat is ouch ein ſonderlinge ere ver Hat van Collen, bat
ir biſchof, der bi aventuren nie Rome geſach, ſalvet ind gift die eirſte croine dem
ghenen, den die vrien ind edel Romere mueſſen vur iren konink ind heren bekennen 1
upnemmen ind eren.|* diſſe biſchof Conrait halp intſetzen keiſer Frederich II ind finen
ſone Conrait van Stoufe mit hulp pais Innocentius. ind als der keiſer entſatzt
was, ſo kore he als ein principail kuerfurſt und beſtediger eins roemſchen
koninks dri roemſche koninge nae ein, as hernae bas wirt beroirt werden.
Wanne ind van wemme der unwe doim 30 Coellen, der noch zer zit niet volmacht ı5
is, begonnen wart,
In den jairen uns heren 1248, want bifchof Conrait fere uis ber
maiſſen rich was van goulve filver ind evelgefteine, alfo dat be fin jchag
meinte unverzeirlich und unuisſoeslich, dairumb began be groiffe Foftlige
dinge an buwen ind an Teufen?. he dede beginnen ben groiffen Foftlichen 2
und ewigen buwe, den doim, ber nu zer zit anno dni. 1499 noch vege:
lichs gebuwet wirt, inb ver vurß bifchof lachte dem eirflen flein up unſer liever
vrauwen avent Assumptionis® in dem vurß jair. ind daevan iS gefchreven in
dem doim boven ber einre doerre, dair die jaire Des regimentz der bifchoffe
bi den ſtocken gezeichent werben 4, ind ludet alfus >: 2
Anno milleno bis centeno quater decimo dabis octo,
Dum colit assumptam clerus populusque Mariam,
Presul Conradus ex Hoesteden generosus
Ampliat hoc templum lapidem locat ipseque primum.
Anno milleno ter centeno vigenaque jungo, 3
Tunc novus iste chorus cepit jubilare canorus®.
6. "ghe.nne’ ftaıt °gheinen?
1. Vgl. Levold von Northof bei Sei- ligen Erzbiichofe.
berg, Quellen d. weftf. Geſch. I, 16. 5. Richtiger ſteht die jetzt verſchwun⸗
2. Diefe Motivierung des Dombaues dene Inſchrift bei Gelenius, De magı.
ift unzutreffend: thatfächlic ging ber Col. 232, der mehrmals ftatt der aus
Plan vom Domcapitel aus. Ennen, geſchriebenen Zahlwörter die Zabhlzeichen
Geſch. III, 962. jetzt, jo im erften Vers bis C quater X,
3. Ueber den Tag ber Grundftein- im fünften ter ©. Erſt hierdurch erhal
legung vgl. Coln. Jahrb. S. 180.5. ten wir Hexameter.
4. Noch heute bezeichnen bie an der 6. Bei Gelenius und Winheim, Sa-
Domfchatlammer aufgehängten Stäbe crarium Agrippinae p. 24 sonorus.
die Zahl der Regierungsjahre des jemwei-
1499. 551
Item dat gotzhuis fent Clement dere he weberumb machen bat ver-
vallen was und in vurziden gemacht van fent Eunibertus, ind wart ge-
noempt van ver felver zit an a8 ouch nu zerzit jent Cunibertus kirch!.
Item be gaf die burch ind dat lant van Hoefteben an bat Rift van Eoellen. Agr. 7b
item bie burch van Albenae. item eme was zogefallen van ſime veberlichen erve bie (Zu;,P"
burch 30 Are? mit fime zobehoere und dat ſlos Nurberh3 mit vil zogehoers: bat gaf
bei ouch ber lirchen van Eoellen. item he galt Waldenburch“. item be galt dat ſlos
Wede |] mit fime zogehoere ind gaf dit allit zom ftift van Coellen.
Item die flat van Coellen halp eme machen eim coftlich burch ind vefle 30 Sagen
10 Duitſch ginſit Rins, dat die flat van Coellen vil ftoinde, dairdurch he ein gante sr
graefichaf van dem Berge zwank. mer Des vergas ber vurß bifhof bald
ind quam 30 kriege mit der flat, als hernae wirt beſchreven werben, ind bracht Eoellen Maxim.
in grois noit.
In den jairen uns heren 1242, du brachen Die burger van Eoellen bie burch Gätner
15 30 Duitſch af mit willen biſchof Conraitz vurß. Japrb
Item he friegebe ein lange zit mit grewe Wilhelm van Guilche, ind bifchof Con⸗ Ar. 766
rait wart gefangen ind lach 9 maende im flo8 zo Nideden. be quam nis ind foer 30 er
eim roemjchen konink, als bald hernae gefchreven fteit, Henrich lantgreve van Heflen,
genant Ruspe, ind was fent Elizabeths fone.
20 [Bild eines Königs.)
Henrich lantgreve van Duiringen ind van Heflen, ſent Elifabets
fon, wart gekoren zo eim voemjchen konink bi den jairen uns heren
12445 ind gejchach die Ever alſus: pais Innocencius ..... diſſe vurß nu
gekoren konink lantgreve Henrich levede ein kurtze zit nae der kieſung, alſo dat ghein
25 funderlinge mirklich geſchichte bi ſinen ziden geſchiet is dan bie vurß overwin—
nunge.
ſagippine 72b (Königsh. 446). Schluß und Heine Einſchaltung nach Chron.
praes, 20
N
Bl.
1998,
Wie Coellen mit dem vurß bifhoff Conrait van Hockeden Ind finem narvolger Agripp.
30 Engelbrecht in fo groife noit quam as fi ie geweſt is, ind die fahen wairumb, .
willen wir vollichlichen mirken ind int befle verflain.
Coellen die billige flat hait die hoichwirbicheit, Dat ir geiftliche vader der bifchof ebd. (Ha⸗
einen roemſchen keiſer mit 30 kiefen hait, den be van Coellen gen Aiche voert ind se
our anderen geiftlichen tuerfurften geburt zo kroenen ind 30 wien, ind wan bat
geſchiet is, *ſo Schrift he fich wortan ‘der Romer konink' ind mad lien die lehen Die *Hagen
man vam riche pleget 30 intfain.|* ind als he alfus gemwiet 18, fo fompt ber vl.
fonint widderumb 30 Coellen, fo be fine eirfte wirdicheit untfangen hait, ind beftedicht
3
ot
I. Die Vollendung von St. Euni- 2. Aldenae und Are find identifch:
bert unter Conrads Pontiflcat EEinwei⸗ Attenabr | im Ahrthal.
hung 1247) erwähnen bie Cöln. Jahrb. D 3. Nürburg in der Eifel.
S. 126. ab die Kirche früher Clemens- 4. Lag im iunlicgen Theile der heu⸗
firche hieß, jagt Chron. pr. 185, jedoch tigen Provinz Weftfalen
war ber Name längft vor Contado Zeit 5. 1246 Mai 22.
geändert.
552 VI. Koelhoffſche Ehronit.
der ftat Eoellen ire vriheit, die fi danne van keiſeren ind foningen van alt ber love-
lichen ind ftantaftich bracht Haven: zom eirften bat fi im roemjchen riche ori ficher
geleide haven fullen vur allen bie im rich fin, ind wer fi leipiget und in bin:
derfich is an lif goit ind eren, dat der im ungenade bes richs of keifers fin ſulle.
ind dairbi: wer ber flat Coellen ire vriheit underftonde zo brechen of 30 frenten, 5
Bi.199b, dat ſoulde van dem riche gewrochen werben, als Die privilegia dat clair inbal-!|ben,
* Hagen
Ya.
Agr. 778
(Hagen
704),
ind ſonderlingen keiſer Otten des roiden, mit einem gulden flegel befreftiget ind ver:
fiegelt. *] der felve keiſer Otto hait ouch ein bifchof van Eoellen beleint 30 den ewigen
dagen mit dem herzochdom dat gelegen i8 tufchen der Maeſen ind dem Rin, bat fi
ouch hude 30 vage behalben.|* diſſer wriheit ind loveliche alt herfomen gebruichbe bie 1
ftat Eoellen veftlichen ind friblichen bis 30 der zit bat Feifer Freberich der ander ar dem
ride avename ind bat roemfche rich aen ſtuire ftonde, als vur geroirt is, bi ind nae
dem des richs macht ginge under ind verdarf. want 30 der felver zit moulden
die furften ind lantzheren van niemang bezwungen fin, ind ein ieder woulde fin
unbderfaiffen druden ind zwingen nae fime willen. dat underſtonde ouch zo 15
boin der vurß bifchof Conrait van Hoefteden mit der flat van Coellen, a8 ouch nu
zer zit gefchicht up vil enden, dae des richs ſtede ſcheutlich beſchetzt ind
gezivongen werben. be was ir geiftliche beer ind vader, ber fi bilfich Bi iren vri—
beiden und privilegien, bi iren rechten ind eren ſulde behalden haven ind vur
aller unrechter gewalt-fi bejhirmen: fo underſtonde he fi 30 underbruden ind zu bes 20
jweren ind under fin gewalt ind gebiet 30 brengen.
Kt geſchiede umbtrint anno dni. 1240, dat der vurß bijchof, naedem ala
be geforen was zo eim ergbifchof zo Eoellen, ee he entfangen hadde fin gerechticheit,
als fin pallium van dem pais ind fin lehen van dem feifer, a8 fich dat geboert, wolde
be ein nuwe munte jlain, bat doch dem richen ind den armen ind ber ganten gemeinde 25
fwer ind ſere fhebelih was, als ouch leider gefhiht zo unſeren ziden
van geiſtlichen ind werntlichen heren. dairintghein lacht ſich ein flat van
Eoellen ind woulden eme bes niet gebengen ind zolaiffen, ind gingen zofamen ben
biſchof anzoſprechen. ind einre van den burgermeifteren dede bat wort van
der gemeinde wegen und fprach alfus: “here, ir wolt uns zobrechen unfe pri» 50
beiden, die an uns van aldes ber fin fomen ind van allen uren vurfaren fin
gehalden gemweft. niet nempt it, here, quaelich up. ir havet wail gehoert: as ein
biſchof van Coellen wirt gekoren, fo mach he niet nae finen willen an ſich nemmen jo
ſlechts die gerechticheit desſelven biſchdoms, mer up bat minfte fint dri umbftenbige
gelegenbeit dairzo noit’. 35
So wanne ein bifhof van Coelne mad mungen und recht befiken.
Zom eirften: fo wanne ein bifchof 30 Eoellen wirt geloren, jo geburt ſich pur
dat eirfte beftebigunge finre regalia an dem keiſer, fine lehenſchaf in werntlichen ſachen
"Hagen dae zo intfangen, dat fwert, *ind daemit werde des richs man.|* ind dam wirt be
vam riche befeint mit zollen munten ind gerichte, ind dairover frieget he brief ind ©
fiegel, ind asdan mach be fine eirfte muntze flain. zom anderen fo geburt fich vort,
dat be perfoenlih of dur ein anderen gen Rome vare und fine
geiftliche gemalt an dem pais gefinne ind van bem fin pallium intfange: wanne be
"Hagen dat jelve krieget *ind zo Coellen brenget, * fo mach he Die andere muntze flain. zem
149. 999
berben : as ein biſchof van Eoellen mit dem geloren roemſchen konink tredet
over dat welfche gebirge umb bie Froenung van dem pais zo intfangen, of
als ein bifchof van Coellen, jo waune dat riche wirt angefochten durch einigen anftois
ind widderwerdicheit, zucht over dat welfche gebirge mit .eime heir dem rich zo hulpe,
5 — *wanne he widder fompt,|* jo mach be Die derbe mung flain ind fuft niet. "sagen
Differ ordenunge vergas ind hinderſatzte bifchof Conrait ind woulde munge Marion
ftaiı fo der vurgenanten ſachen ghein dae was. dairintghein lachten fich die ’’”
mungheren, die binnen Coellen genoempt waren die huisgenoiffen, bie
die muntze ind ben wechfel hadden, ind brachten bat an bie heren ver ftat,
io wie der bijchof underftonde in ire vriheit 30 Frenfen, und dairumb wart
gefant der burgermeifter mit anderen heren zom bifchof a8 vurß.
1 Wie buſchof Eonrait der Rat intfaide ind van der flat Duitſch Coellen mit Bl.20be.
14 heirfhiffen kriegen woulde. ’
Doe die flat van Coellen dem buſchof fin munte niet woulden zolaiffen, jo wart ” r. 77»
15 der buſchof ſere zormich ind zoich in groiſſem unmillen nis Coellen ind voir upwart gen
gen Andernach ind intfaide der flat van Coellen mit einen veidbrief, ind be Sagen
foichte hulpe van allen lantzheren Die be moicht upbewegen. ind dede bereiden 14 heir-
ſchif, ind a8 Die gemacht waren, quam he den Rin af mit den 14 beirfchiffen ind
mit vil dufent mannen edel ind unmedel bis zo Duitſch, ind dae nam he
20 ind die fin den leger ind voiren bi Duitich up ind neber mit ben heirſchiffen. die
ftat van Evellen was in Der were fo menlich intghein in, dat ſi Ageipr.
niet konden geichaffen |* ind gingen uis ven ſchiffen zo Duitſch upt lant. zom leſten 77°.
meint der bufchof Die ftat van Coellen zo zwingen mit fteinwerpen ind bebe mit einre
bliden van Duitſch in Coellen werpen, ind der ftein viel up bat huis genant Roden⸗
25 berch ind moicht vunf fchiverftein Durchfallen up dem felven huis, anders dede be
gein ſchaden der ftat, ind bleif Eoellen in gelicher eren des legers half.
Dat bufhof Conrait dede mahen ein fhif mit kreifhem vnire, die coelſchen ſchif
mit 30 fchedigen.
Do der bufchof jach, dat he ren van Eoellen niet moicht angewinnen mit den Hagen
30 vurß anflegen, fo verbrois in fere bat he ſoulde upbrechen ind niet dae bebriven, ind 151.
ſprach 30 finen fchußen: ‘wir haben des groifje Lafter ind ſchande, bat zo Eoellen bi
dem over fo vil ſchif ftain ind der gheins krigen of boin ſenken. ir wart mit den heir-
ſchiffen up ind never, mer ir bebrift niet ind friegen niet dairvan dan ſchande'.
hie is 30 mirken, dat zo der zit noch ghein buſſen geweſt fin, want hedden
35 fi die gehat, fi hedden vaemit in die fchiffe gefchoffen ind ouch in die ftat.
Do antiwerde einre van den felven ſchutzen: geuedige here, bed ir gern Die ſchif
zerftoert ind zobrochen, wilt ir uch dat laiſſen koſten, ich weis goeden rait dat niet eins
fal dae bliven’. der bufchof was julcher reden vroe ind geloefve eme groiffe
gaven, wae he dat bejtellen moechte, ind lies eme boin fo wat he gejan ind be-
40 huefte dairzo. der vurß ſchutz lies zobereiden ein groiffe winfchalde ind in bat ſelve
ſchif ftellen ein berchorete van pech vuir ſwegel ind affo bi ein baden, ind bat noenıpt
554 VI. Koelboffiche Chronik.
men kreiſch vuir, ind daemit meinte be bie fchiffe vur Eoellen alle verbernen ind aflo
verſenken ind verbrenfen. dae nu dat ſchif bereit was, jo woulde ver meifter 30 werte
gain ind nam zo ſich hulpe ind voirten Dat ſchif mit dem freifchen vuir mit behenbicheit
an bie fchiffe die vur Coellen laegen, fo nae bat it Die ſelven ſchif roirde: bat ſchif mit
*Agr.77b dem vurß vuir wart intfenkt, *|ind do it beflonbe 30 bernen, do verbrant it fich ſelfs;
ven ind dede gein ſchaden overal an den anderen fehiffen.|* ind als dat fchif verbrant
was, bat freichiche vuir vlois den Rin af albernende, dat mannich duſent man ſach,
ind vlois fo lange dat it 30 grumbe gink. mench minfch denkt: ſus fal it gain, — ind
got der here fueget it Doch anders.
In wie die vurß vede gefsint wart, ind gefdiede im der vaflen. 10
Agr. 770 Do buſchofs Eonrait anflege niet woulden geraben, fo hadde he ein ritter bi
aogen fih ind biefh here Herman van Bitinchoven. der ſprach zo dem buſchof vurf:
Hagen “here, ir Licht hie mit eime groiffen koften ind verzeirt dat ure vergebes. bie van Eoel-
795. len haint iren ſpot dairmit: fi fin under fich eindrechtich ind haven fpife ind provanbe
noch 10 jair lank genoich. here, laiſt uns ein foine ind ein vreden treffen ind fetst ure 15
gemoit in raſt. it is mu in den billigen 40 dagen ind nu fal man afftellen allen has
ind nit, up dat wir got behegelich moegen werben. ghenebiger here, bebenfet ind over-
laeget, bat die flat var Eoellen vil bienfte ind wailbait urer genaben gebain inb be-
FE weſen hait, *ind Il funberlinge dae der greve van Berge mit uch in unfreben florde, |*
—— dae halp uch die flat van Coellen, beide arm ind rich, machen zo Duitſch ein ſtark 20
* r.u8 burch mit 15 turnen *der gelich niet vil geſein was,* ind hait koſt over die vunfzich
degen duſent mark, ind bie burch wart gemaicht undanks des vurß greven, ind uis ber be⸗
zwungt ir al die graefſchaf. ind dairnae, als ir mit dem greven widderumb
eins wurdt, fo moiften fi Die felve burch widderumb gelben ind afbrechen mit ivem
groiffen ſchaden'. bi anenturen dat deden fi dairumb, dat nis der burch die %;
ſtat van Coellen niet gefriecht wurde. zom anderen verzelbe he eme anber
meir dienfte die fi eme bewift hadde, ind fprach: “here, hait ouch wur ougen, bat bie
Agripp. ftat van Eoellen uch truwelich halp weber den herzogen van Brabant‘. *desgelichen
78%. zom berben mail:|* “Taift fi, here, genieffei, des fi uch mit groiffen truwen bigeflain
baven widder dat geſlecht van Limburch, die int ftift van Coellen gezogen waren ind 50
wurben verbreven ind verwonnen mit groiffer eren. here, fo lange as Eoellen ein
brechtich is, fo fit iv des ficher, dat Coellen niet i8 jo flechtlich 30 gewinnen, ind bair-
umb feit anders zo wie ir it beginnen woult'. ber bufchof antworde bierup ind
ſprach: “here Herman van Wittenkoven, dunkt uch dat men moege die ſach upnemmen
ind ein foine gerachen? ich lais it gefchein bat wir uns verfoinen mit ber flat’. ber 35
Herman vurß antworbe hierup: “here, ir hait alle ure ere van Eoellen : ir wert ge-
beifchen here van Coelne ind niet here van Duitjch, iv endorft uch der foinen niet
ſchamen'. mit defen worden ergaf ſich der buſchof dairzo, dat ein foine geroifen wart,
ind die viantichaf tufchen dem buſchof ind der ftat var Coellen wart afgeftaft. ind bie
foine wart niögeroifen up einen guden mendeldach ind ber bufchof quam mweberumb !"
in Coelne.
1. Die Vermuthung ift ohne Zweifel richtig. Vgl. zu Hagen ®. 813.
2
2
3
. 1499. 555
Wie bufhofs Conraitz vrunde vnr Ind he nae die gemachte foine brachen.
Do die joine gemacht was, fo hatte buſchof Eonrait in overlant etliche wrunde. Hagen
nu begaf it fih, bat eins ritters fon, genoempt her Henrich dev rode!, zoich uis —
Coellen upwart ind ben vingen bes buſchofs vrunde in der geftalt als of fi der ſoinen 78«.
5 niet enwiften tufchen dem bufchof ind der flat Eoellen. do defe mere van dem gewangen
a
©
I
=
or
man zo Eoellen quamen wur den ritter ind fin orunde, — die waren ein van den
15 alden gefledhten ind waren genoempt Die vanme Cleingedank, — jo wurden
ft fere zornich up den buſchof ind Drogen has up in. dairnae over ein kurtze zit quam
it, dat bufchof Conrait 30 gerichte ſas up dem fale: dae erfaegen her Henrichs des
roden vurß maege, dat ein bae vur dem fale gink des maech her Henrichs fon gevangen
hadde, ind woulden fich au eme erfoveren, ind der felve was ouch Des bufchofs maech,
ind ilten eme fere nae. bo be vernam durch warnung, dat umb in 30 boin was,
bat fi in woulden fahen, fo nam be die vlucht ind mit hulpe quam be nauwe in den
doim. bo der bufchof boirte Dat rumoir up dem fale, dae vraegebe be, wat ba wer.
men antworde eme weder: “here, men wilt uren neven vain of anter zo doide ſlain'.
* do wuſte der buſchof bald up ind ſprach: * “laift uns rifch van binnen gain. bat *Agripp.
is mir zo nae getaft’. ind biefch eme brengen fin pert ind ſas bairup ind van flunt 18».
an 30 der porken ui® mit den finen ind reit gen Bonne mit eime zornige moide.
30 der felver zit bald dairnae begaf it fich, dat her Bruin vanme Eoefe foulde ein bach
balden 30 Bonne umb erve ind erfzale, ind he getrumebe dem buſchof niet fere wail
ind dairumb gefan he an dem bufchof vur fich ind fin vrunde ori ſtrack geleide. der
buſchof intbode ind fchrewe eme, bat be ind die fine vrielichen funder alle forge zo
Bonne quemen ind fin fach ver erfichaf half nisbroege. her Bruin varıng Eoefe bat
jinen Dad 30 leiften alle die vrunde die he hadde, ind || faeffen up zofamen np B1.2uie.
ir perbe ind reden 30 Bonne. dae fi 30 Bonne kommen waren ind badden irre her-
berge beffagen, do ließ der bujchof beften mer fi weren, ind gelich bald Dairnae quamen
des buſchofs vrunde ind namen fi al gevangen bie dair waren fomen ind voirten fi
van ſtunt an nis Bonne ind brachten fi up zwei ſlos al8 up Godesberch ind up Are
ind lachten fi 30 torne. dae deſe mere 30 Coellen quamen, des erſchrak die gante flat
ind verdrois fi fere, * want ir burger mit fo groiffer untrumwen gevangen waren, fo Agripp.
bat die vede ind friech tufchen den buſchof ind in weberumb angint,|* ind beflonden 1b.
ever fich 30 waren vur dem bufchof.
Dat buſchof Conrait anderwerf Eoellen beladte bi Rodenkirchen.
Der bufchof vergaberde vil volks als woulde he unberftain Coellen zo winnen, Hagen
ind zoich heraf van Bonne biß zo Rodenkirchen ind dae nam he ven leger """
mit den finen. van den felven bujhofsmannen quamen 400 gerant pur fent Se-
verins porke. Die burger mit iren ſouldeneren ruften ſich bald zo ind fagten an fi ind
mangelden mit in: bie Coelner behielden eirlichen Dat velt ind des buſchofs vrunde
namen bie olucht ind rieden widder zo Rodenkirchen in des bufchofs heir ind lieſſen ein
so ritter hinder in den Die Coelner gevangen mit fich in Eoellen voirten.
33. Diefe Ueberfchrift fteht mitten im Tert mit gewöhnlichen Typen.
1. ‘Herman beren Heinrichs fon des Hoden’. Hagen 857.
556 VI. Koelhoffſche Chrouik.
Wie buſchof Conrait dede vbeſlieſſen alle Araiffen zo waſſer ind zo lamde, dat den
Colneren niet zo enqueme, ind wie die van Cotllen dat keirden.
agagen Do bujchof Eonrait fach ind mirkte, dat he zo vergeifs zo Rodenkirchen lach, joe
Agripp. beftalt be dat alle ftraiffen zo lande ind zo Rin befagt wurden, daedurch der flat van
86. Coellen win ind korn ind andere prowande plach zogevoirt werben, ind woulde nie: 5
mant in Coellen laiffen varen ind meinte fi alfus 30 bezwingen. zo ber
jelver zit hadde die flat van Coellen ein ritter, ind ber lach bi in in irem ſolde ind
was ir heuftman ind ein ſunderlich gunre ind vrunt ber flat ind was ein alzo koen
ind cloit man, ind was genoempt her Deberich van Valkenburch. ber ſprach: “ir
beren van Eoellen, it foulde uch ind mir groiffe ſchande fin ind verwiſſen werben in ı
"Agripp. allen landen, dat wir uns alle ftraiffen mit 400 man ſoulden Iaiffen beflieffen. dair⸗
9. mb beftelt mir hulpe ein zale ruftiger man van uren burgeren: wir willen it mit
in anenturen ind der flat die lantſtraiſſen offenen. |* ber bufchof meint gang:
enhedde he niet dan 4 bundert man inb heddent wir bufent!, fo wonlde be uns be
fain ind den fiege uns afgerwinnen’. die burgere fpraechen alle: dorft irs wagen, 15
wir willen uch Toenlich wolgen ind willen dairan waegen if ind Icven, Dat wir bie
ftraiffen widderumb georien.' her Dederich vurß ſprach: “Tieve vrunde, laiſt uns den
einen bi den anderen getrumelich bliven, fo willen wir zofamen groi® ere bejagen‘.
a [de wart gebolget ind men lute zo flurme. die burgere mit ivem heuftman zeigen
uis|* 30 perde imd 30 vois bis zo eim dorp Vrechen genoempt ind branten bat 20
gantz kail, fi lieffen noch huis noch ſchuire ind zoigen wortan bis fl irre wiande wurden
gewair, ind der lach 30 Vrechen up ver bach. die bach was upgefwellet ind was fo
bief, als fi beduchte, dat men niet wail dairover moichte komen. bo beftalten ber flat
lude fnellichen ſchuppen ind fpaben int deden grawen ind flechen, dat die bach clein
ind Durchgengich wart. do dit aljus beftelt was, foe ſprach ber Deberich vurß ind 25
hadde bi fich finen broder her Winant ind her Herman van Meinfcheit: “lieve vrunde,
ftelt uch Toenlich in Die were ind halt uch unverzaichlich. wir willen hude mit ud)
fterven of wir willen grois lof ind ere mit ber hulpen gobes erwerben’. dairup ant-
worbe ber Johan vanme Lebarbe, ein junk foene man: ‘ere noch goit enmoeſſe eme
Marge nummer gejcheien der hude 30 Dage van dem anderen vluit || of wichet!! ind mit 90
(9. 993). dem felven nam be finen henxſt in fin fporen ind floige fin gelei under ind rant up
die viande |* fo menlich, dat eme fin gelei brach, ind ber gene, up ben be rant, durch⸗
ſtach in ind reit in neber, ind alfo eirft ganges im anrennen wart be er-
ſtochen ind wart doitwunt wibber 30 Eoellen bracht. ind na dem ginf it eirft am ein
firiden: fi reiden up ein fere ftrenglich ind hiewen ind flaechen fih als dat bat 3
rutterfpiel eifchet. der bufchof vermaint fin voll. be hadde einen reinen bia-
mant in eime ringe an ber hant: ben lies be fein fir lude zo eime menlichen zeichen,
"Agr.79b dat he mit in den pris des ftrig behalden ſoulde, *| fo it ouch im beginne jchein, want
a die van Eoellen wurden wibder hinder fih gedrongen up den graven.|* mer werlid,
ber entfloe gein. des buſchofs Diamant half des bufchofs luden niet wil: Die burger 4"
uis Coellen hielden ſich getrumelichen bi ein ind weirben fich ritterlich zo vois ind ouch
zo perde, zo gelicher wis als hedden ſi dat ſpiel ir leven lank gedreven. al ir hertze
dacht allein, dat fi liever aldae woulden ſterven dan mit ſchanden ind unere nis dem
1. Ain hedde bei neit dan vunf hun- gen 955.
dert man unde hedt ir veir duſent'. Ha:
a
1
=
15
20
2
a
30
3
an
40
1499. 557
velde fcheiden of vlien. here Deberich van Valkenburch, der ftat beuftman, in al.
befem vurftride hielde be fich alfwigenbe, gant muberftille, ind dede gein hulpe ven
Coelneren, big ein van dem ritterem zo eme fpradh: “here, wat is ure wille, bat ir foe
ftille halt? ir krieget elein ere daevan, of die viande overhant nemen, Dat ir fo unge-
trnwelich den Coefneren bett biſtendich gemweft'. *durch deſe ermanunge freich der Agripp.
vurß heuftman ein hertze* ind bewisde fin ritterliche gemoite. da gink it al eirſt
an ein ſcharmutzelen: wat eme vurquam, bat ſloich he neder, ind eme volgeden
koenlich ind unverſchreckt nae die burger van Coellen. albeide partien bloiden
as die ſwin, niet de min weirden fi ſich menlich. * dae geſchach ein grois bloitver⸗ Agripp.
gieſſen ind ein lankwerende ſtrit, dat vil ſich ſelfs laifden mit irs ſelfs bloide. her Her⸗ 3.
man Rode der kreige ein doitwunde, desgelichen her Daniel Joede.* Die vuesgenger
der ftat van Eoellen waren goit ind richten a8 heren: fi gingen haumen ind ferven
die helme ind weirben fich als leuwen, *|ind wat fich niet woulde gefangen geven, Agripp.
dat floigen fi neber, wat in vurquame,* beide 708 ind den man. die ſich weirrungen 36
vermaiſſen, als waren des buſchofs lude, Die begunden des ſtritz neder zo liggen ind
wurden gevangen ind moiſten geloven inzohalden, woulden ſi behalden ir
leven, ind waren under den gevangen over die 30 ritter. deſe eirliche victorie is
geſchiet ind hait gewonnen die hillige ſtat van Coellen intghein buſchof
Conrait van Hoeſteden bi Vrechem, eime dorp gelegen bi Coellen.
Do der buſchof ſach ein deil van ſime volk nedergeſlagen beide ros ind man ind Hagen
die anderen wurden gejaget achter dem velde, die derde wurden binnen Coellen ge⸗ 107.
venklich gewoirt, jo nam be fin henxſt ind vloe ind weich bald van den velbe up ein
five. *lin der vlucht des bufchofs wurden 4 fuene helde geherkt Die Doch al den dach Agripp.
gefireden hatten, als her Mathis Overftolg, her Daniel Joede, her Peter vun dem —8
Lebart ind her Simon Roisgin: die jageden dem buſchof up dem ruck nae ind den
anderen bie mit eme vloin, ind verreden ſich uis groiſſem ernft bis 30 Vrechem up die
valbrugge, ind dae fi meinten wederumb zo feren, jo wurden fi gevangen |* van des
buſchofs Tuben die gevluwen waren ind alfo gewenklich gevoirt 30 Vrechem up dat huis.
*| ir harneſch wart in nisgeſchut ind wurben in ein kelre gelacht mit den ungebunden *Agripn.
mwunben,|* bat in jere jmertlich was. bald dairnae quam der bufhof ouch up bat or
vurß huis, ind it wart eme rifch anbracht, wie ber Coelner 4 gevangen iweren ind
upgeſatzt, ind men nante fi eme. ber bujchof ſprach: ‘die minen mogens fich wail
ſchamen, bat Die ghene, die nie bi dem rutterfpiel geweſt fin, a8 funderlingen Daniel
Juede, fi) durchgebrochen haven undanks ir alre ind widderumb up ir viant gereben.
bierumb’, ſprach bufchof Courait, “Daniel, al biftw gevangen, nochtan geven ich bir
des ſtrits pris. mir’, ſprach der bufchof vortan, “fin afgevangen 30 ritter, doch hof
ich mich widderumb 30 erfoweren an uch vieren ind die vurß ritter 30 quitten’ !.
| Die Coelner, als fi dat velt behalden hadden, zoigen fi mit vreuden widder⸗ A j
umb heimwart in Eoellen ind vwoirten mit fich Die 30 ritter die fi gevangen hadden 132.
* ind ander vil reifige8 gezuges ind ouch voisgenger. |* do ber vurß reifige gezuich Agripp.
mit fulcher heirlicher ind eirlicher victorien 30 huis quam, nie wroeliche: volk haiſtu ee
gefien dan was die gemeinde binnen Coellen ind Die gange ftat, dat fi den firit mit
3. Coelner.
Driſſich ritter fint mir gevangen gen 1120. Vgl. die ſprachliche Anmert.
ave unbe ih bin bas an uch have'. Ha⸗
558 VI. Koelhoffſche Chronik.
Agr. soa. eren gewunnen hadden: fi loifven ind dankten gobe van der verivinnunge der in
bie verleint hadde ind der fi gehalven hadde in ver broderlicher getruwe⸗
licheit ind einprechticheit.
Nota.
Hagen Mae fi) ſtatvolk getruweliche ;
1132. beit famen, Dat wirt erer riche,
ind wae it fich van ein leeſt ſcheiden,
it rouwet nae rich ind arm beiben.
Agr. Diffe vurß mirkliche ind alde regel hait ſich wair erfunden im allen leben up
ron, erben, ber nie ghein in untruwen ind zweidrechticheit befanden is, ind her: !v
weber in einprechticheit haven fi gefeirt groiffe gewalt ind widderſtanden
iren vianden, dat wail erfchenen i8 funterlinge in ber billiger ſtat van
Coellen, der mirken wil die vur ind nae geſchreven geſchichte.
[Bild eines Königs.)
Wilhelm greve van Hollant vurß wart geforen z0 eim roemſchen 15
foninge umbtrint anno dni. 1249 als he 14 jair! Hollant Selant ind
Agr. 73. Frieslant regiert hadde, ind gejchach die Tur alſus: bo der geforen konint
an, Deitrich fantgreve geftorven was ind keiſer Frederic vurß ind fin foene
leveden noch, fo warf der pais fere dat ein ander konink gekoren wurde, ind vant
geinen under ben furften der fich des richs woulde aunemmen wider Teiler Frederich 20
ind finen fon Conrait umb verdrieſs ind kreichs wil. zo lefte quam ber ber:
zoch Henrich II van Brabant ind boit dem pais ind ben furfurften, dat fi finte
juefter fone greve Wilhelm van Hollant keiſen woulden, aljo ouch geſchach: he wart
geforen van den kurfurſten zo eime fonint. ind as he geforen was, belachte be
die ftat van Aich 2, want fi niet woulde confentieren ind volburt geven 30 3
finre kieſſunge ind zolaiffen dat he dae gecroent wurde, dan dae lewebe
noch feifer Frederich dem fi gefworen hadden. do belachte ver felve gefo-
ren konink die vurß ftat ind dat mit alfulcher manier: die waſſer, bie
durch Aich vlieffen, dede he uphalven ind bejliefjen, jo bat ein grois ver-
gaderung der waſſer dae wart, ind als he die verftoppten wafjer wederumb 3
updede, fo wart dat geweſſer fere grois, ind in dem felven geruijch gewan
he die vurß ftat. ind als die ftat alfus gewonnen was, fo wart he dae
gecroent van bufchof Conrait?, ind quam van dan zo Eoellen ind dae
wart he eirlichen intfangen ind gehulvet, ind vesgelichen deden ander bil
ſtede. konink Wilhelm wart erflagen nae finre foir binnen brin jaeren. ®
8. Ind' ſtatt ir. 15. ‘geboren? ftatt ‘geforen?.
1. ©raf von Holland wurde Wilhelm gufammengeftelt | in Lacomblet's Archiv,
1234, die Königswahl fällt in den Octo- Neue ir
ber 1 — —* erhielt Wilhelm
Die Eroberung von Aden wird nur "bie Weihe von Conrad, die Krone
in ziemlich übereinſtimmender Weiſe von von den beiden anweſenden Garbinäfen
zahlreichen Ouellen berichtet. Sie find Vgl. ebend. 233.
on
1499. 559
ind a8 be Dat roemfche rich regiert hadde 7 jair ind fohidte ſich 30 reifen "ri.
gen Rome .. ||... fo wart be erflagen bi Hagewonb ! anno 1255 quinto kalendas Fe- 8. 33.
bruarii, als he regiert hadde die graefſchaf van Hollant 21 jair ind dat roemſche rich 7 1256
jaer, ind wart begraven in Selant zo Middelburd in eime cloifter. dan. 20.
Diffe vurß konink Wilhelm hadde ein fuefter Richardis genoempt, die bebe ib: —
buwen ein ſchoin cloifter Koninkseamp? genoempt 30 der eren gotz ind zo einre ewiger
memorien vur irs broders ſele.
Florentius V, des vurß konink Wilhem fone ..... wart ouch naemails erfla-
gen anno domini 1296 ind hadde regiert fin lande binae 40 jairs.
10
15
20
2:
a‘
30
=
[37]
[Florar. 2558 (275) ff. Die IJahreszahlen meiftens tırig.)
Yan einre nederlagen die die Coelner hadden zo Duitfh van dem greven
van Berge.
Dide kumpt rain nae ſunnenſchin, Hagen
alfo beit dicke nae vreuden pin. 1136.
Do nu defe victorie gejchiet was, wergaberbe fich zofamen Die gemeine van Hagen
Coellen mit vil hunderben ind voiren over Rin gen Duitſch ind woulden houlk in 90«
balen4, ind beftonden bat funder vurrait niß eigener vermeffenheit in eim bommen —
finne ind funber bevel der heren van Eoellen. dit vernam grave Adolf van dem Berge
ber 30 ber zit ein mithulper was bes buſchofs van Coellen: der fatt mit 4 hundert
perben an ft. do hoif fidh ein nume flriden, ind in dem jelven anrennen ind beginne
der mangelung verloir der greve van Berge 4 goider man. als bat vur ben vurß
greven quam, fo quam be nochs mit 4 hundert perden ind he behielt den ftege ind
bat velt up die gemeine der flat Eoellen ind bleven ir wail 50 doit, want dat waren
blois arın burger, bie ander blumen widder zom Rin z0 ind ir ſchiffe ind quamen 30
Coellen wibber in.
Wie die hat van Eoellen verbrante Duitfch ginft Rins.
Do nn bie gemeine deſe vurß jchame vnn Der nederlaige mit fich heim brachte, Hagen
wiewail fi dat beſtanden hadde ain rait der heren van der ftat, jo enmoichten boch die 1158.
vurß heren dein ungelimp ber flat niet verbragen, erbarmden fich ind beftalten ein
medhtigen gezuich ind voiren zer flunt over Rin ind hoilden ir doiden mit gewalt ind
verbranten Duitich. do der vurß greve fach, dat Die gange flat van Eoellen ber neber-
laege verbrois ind mit groiffer gewalt lie® ir doiden hoilen, fo reit he mit den finen
30 Bainsbure ind endorft fi niet mit ſtride beftain als he vurhin gebain hadde, ind
eme gruwelde fere, fin lant ſulde verhert ind verbrant werben van ben Eoelneren.
ind Die van Coellen quamen widberumb beim umbeftveden, ind ir doiden voirden fi
mit fich ind beftaiden die 30 der erden mit groiffer eren.
Die ander foine tnfhen buſchof Conrait ind der at Eoellen. a
Do diſſe vurß beide parthie lange up ein gevebet habben ind kriegens moede waren,
Hagen
1. Hoochtwoude. Cronica. In der 4, degen jagt umb hulz'. Vgl. zu ‚12.
Nähe von Allmaar. Hagen V. 1143
2. Coninxvelt. Cronica. Campusre- 5. Der Shranif ſcheiut Hagen dahin
galis, Flor. temp. 2543 (p. 271). zu verftehen, der Graf habe andere 400
3. Yan. 1256 — Mai 1296. Mann zu Hillfe gezogen.
Hagen
1188.
Agr.
sub (H.
1260).
Aar.
80b.
Bl. 2030
— 203b,
Agr. 73b
(Königs:
bof.445).
560 VI. Koelhoffſche Ehronit.
fo underwande ſich biſchof Albrecht van Trier! der zwidracht ind verſoint fi. ind
wart die ſoine alſus gemacht, dat die ſtat van Coellen ſulde geven dem biſchoffe 6 du⸗
ſent mark ind ſulde die geven mit terminen, as dat in dem uisſpruch der ſoinen be⸗
ſtimpt wurde, ind ſoulden des inſetzen vur burgen hundert der beſten ind richſten
burger die binnen Coellen weren, ind of die vurß burgen bie termin niet enhielden, 5
jo fulden fi ligen in cloifteren ind bairuis niet gain, die 6 buifent mark weren bezailt.
diffe groiffe fumme gelds 30 gewen viel der flat fwair, mer nochtant, umb des bi-
ſchofs willen der die foine deidinget, nam bie ftat ouch over fich Die ge:
nante fumme 30 bezalen a8 vurß is, ind fatten eme burgen als vurß: die geloifben
eme in trumen bat gelt 30 leveren up ben bach der in der foine gefprochen wurde. 10
ind die vurß fumme gelg wart bezailt ind die burgen wurden
gequitet.
Wie bifhof Conrait den vurß gefproden vreden brady ind bracht die hilige Rat
Coetllen in grois leit ind noit durch partilicheit des wullenamptz intghein
die heren. 15
Do nu die fumme uisgefprochen was inb Die burgen gefatt ind genoempt wur:
ben, quam bifchof Conrait wederumb in die flat ind ftichde ein quait vuir bin:
nen Coellen, al8 hernae wirt beſchreven. ver biſchof dede angemoiben ben
richften und an die heren van der ftat, bat fi ſich mit eme verbonden ind fins willen
weren ind bereit, up wen he zoege. ind bairumb geloifte be im grois goit ind erden, %
dat fi eme des niet enweigerben. *] die burger ſloegen dat af mit furgen berait,|*
want bat gink weder ir vriheit. ber bifhof nam bat vur grois ungoit ind Dachte, wie
be in dat weberumb zo huis brechte. do des bifchofs anſlach niet wur fich gint, fo fante
be up ein ander zit nae ben richften Die he befant van den weveren ind gemeinden ind
bejaut die in ein richthuis *| ind want den funt, |* dat fi fich mit eme vwereinichten ind 235
jworen ind hulden eme, dat fi eme alle woulden heipen weder den rait ind Die overften
van ber flat Die eme zomibber weren, ind ſprach: be enbegerbe im ire vriheit niet 30
brechen of 30 krenken, dat fi in lieffen gewerben mit iren owerfien? Die in vil over:
laſt angedain hedden. mer it quame in beiden niet 30 goide, a8 bernae
gejchreven wirt. ind alſo bezwanf ter bifchof mit der gemeinden den rait z
ind die jcheffen. item wie der rait wederumb bezwanf tie gemeinde mit
uiswenbiger heirfchaf, vinftu anno dni. 1267.
[Bild eines Königs.)
Richart uis Engelant ..... dairachter enwart finre niet me gebadht.
[Rudim. Agrippina 73a (Königsh. 447). Eron. der Saffen 367.) 3
Dairnae flonde dat rich aim ſtuir ane feifer 23 jair, bis dat greve Rodulf van
Habsberch konink gekoren wart.
14. leyit' ſtatt Leit’.
1. Der Zuſatz iſt irrig. Hagen meint 2. ‘Dat fi eme alle helpen foilben
ben Dominicanerlefemeifter Albert den weder be beften van der flat umb anders
Großen, der ſpäter Biſchof von Regens- neit dan umb dat, bat fi ir vriet neit
burg wurde. Die Agrippina macht aus zobreichen imleiffen, bat fi it hulpen wrei⸗
ihm fogar einen ®rafen Adolf. hen’. Hagen 1211.
1499. 561
Alfus waren 3 foninge binnen feifer Frederichs ziven gekoeren up Dal.
in, der gheinre eindrechtlichen van ven furften geforen noch gewiet en- Safe
wart, a8 Henrich, Wilhelm unde Richart.
Die jair dat foninf Richart geregiert hait, werden ungelich gefchre-
s ven in ber zaile: einbeil, als Rudimentum noviciorum, fchriven bat
Richart fi roemſch konink geweft 18 jair, ind der rechenſchaf nae fo were dat Rudim.
keiſerdom niet ledich geftanden. mer dat 18 niet eigentlich ind bequemlich-"
gefaget: want, al was he geforen zo eim roemſchen foninge und gefroent
van biſchof Conrait van Eoellen, jo ſchint doch tat he dat wederumb
10 overgeven have, as he nis diffen landen zoich in Engelant und kroet fich
overal niet mit des rich8 fachen. int dairumb fehriven gemeinlich alle
biftorienjchriver, dat dat keiſerdom fi ledich geftanven ein zit lanf. einveil Florar.
Ichriven 28 jair, inb die reden an van ber zit bat Feifer Frederich afgeſatzt wart! an
bis an Tonint Rodulfs zit. die anderen 23 jair, ind die rechen van koninks Seel
15 Wilhelms ziden? an bis an konink Rudolf, und konink Henrich van Heffen, ger "us.
um furgheit ſins vegimeng, wirt ouch niet gerechent. einveil anderen 20
jair 3. die derden ſchrivent, dat dat keiſerdom fi ledich geſtanden 15 jair?,
ind die geven ein deil jair konink Richart 2c.
In dejen mannichfeldigen meinungen dunkt mich die bequemfte mei-
20 nung 30 fin, dat men fage, dat dat keiſerdom ledich geftanden fi van der
aflegung of nae dem boit feiler Frederichs bis an die zit dat greve Rodulf
van Habsburch geforen wart 30 eim roemfchen Toninge: want bie bri an.
vurß koninge Henrich, Wilhelm ind Richart overal niet gehat haven Dan pracs.
bie kure und dairzo niet eindrechtlich van allen Tuerfurften noch ouch
25 gehult geweſen van allen richsſteden ind haven niet bepreven in des rich®
jachen ind 30 bes richs urber ind ein clein zit van jaiven nae der kure
gelevet.
Wie biſchof Conrait eindeil van den hnisgenoiffen entervet, nis Cotllen verdreif
ind ouch unwe fcheffen fakte.
30 Item naedem a8 ber bifchof an ſich bracht hadde bie richften van der gemeint, Sagen
a8 waren die van dem wollenampt5, fo underftonde he die geweldigen inb bie richften
van den geffechten zo intjeßen ind zo interven, bie genant waren bie huisgenoiffen,
a8 he ouch dede. ind daevan i8 noch vurhanden ein brief, wairumb und .
wie die entfegung gefchiet ji, a8 hernae volget.
1. Sive post mortem sive post de- funden.
positionem Frederici. Florar. 4. Cron. der Saffen 367: duſſe twy⸗
2. Königsh. läßt das Interregnum dracht (zwiſchen Richard und Alphons)
mit der Rück fehr Richards nach England de ſtod ven, jare in dem kore'.
beginnen. 5. Nämlich die Weber. Bgl. Hagen
3. Diefe Angabe habe ich nicht ges 1208.
Städtechronifen. XII. 36
Agriw.
Anhang
BI. 204%
—B,
Hagen
1220.
* Agrips
ninasob,
Bagen
1240.
"Aaripv.
12)
Hagen
1254 ff.
31.2058,
Hagen
1258.
Agriv⸗
pinasub.
562 VI. Koelhoffſche Chronik.
Dat is der brief here Conraitz vam Hoefteben bifchofs van Eoellen, nis dem latin
flechtlich gebuiticht1, wie be die mungheren binnen Coellen, bie genant waren hnis⸗
genoiflen, bie die munte ind wechjel hadden, umb irre overtredung vau irren ampten
ind van bewarung ber mungen gerichtlich entſatzt ind behielt eme ind der kirchen van
Eoellen die gewalt, 30 ſetzen ander in ir ftat. 5
N Eonrait van goß genaden....... gefchiet ind uisgeſprochen im unferm pallais
30 Coellen nono kal. Aprilis anno dni. 1258.
[Ueberfeßung ber Urkunde 1259 März 24 bei Lacomblet, Urkunbenbud II.
257, mit manchen Fehlern.)
Do die huisgenoiffen alfus intjaßt waren, do intſatzte he ouch bie ſcheffen van 10
der flat ind nam in alle ire waepen ind alle gewere daemit fich ein man weren mad),
ind des biſchofs lude vingen 12 van den beften ber flat van Eoellen, ind die wurden
gefangen gelacht 2 vage in ber Gerhart huis des greven, ind der was ein wever
geweſt ind was ein greve gefaßt van bifchof Conrait ?. tie overften van ber
gemeine, *| die ſich mit dem bifchof verbunden, hadden wail moegen liden bat in bat 15
lif genommen wer wurben, want ber bifchof und fi van in vil verbries geleden hab:
den inb in forgen waren, dat fi in zofomenden ziden noch mere van in liden fulden.|*
dairumb eindeil, a8 ber wever ber Gerlach der in der affeßung der ſcheffen
wart greve gejagt van dem bifchof, Wilhelm van der Hundsgaffen ind
ber vifcher ber Herman und Everhart van Burnheim, Die vurß fpraechen 30 dem bi- 20
ſchof: “here, fleift fi ind braid fi’. Die anderen rieden alfo: “her, ſied ft of erbrenft fi
ind fent fi over fee, fo enhinderent fi uch noch uns niet me’.
Wiewail deſe vurf rait ind ander me dem bifchof vurgehalden ind ingegenen
wurben, jo volgebe he doch niet nae abelicher art dem buerjchen rait, ind anmirkte
*lind bebachte truwe ind willigen dienfte, den die gefangen heren eme vurmails gebain %
“ Hatten und Ties fi heimlichen uis,|* ind fl machten fich bald uis der flat ind adter:
fieffen wif finder ind al ir have. do deſe enwech waren ind hadden bie
fat gernimpt, fo faßte ber biſchof nuwe fcheffen var ber gemeinde inb waren mit
namen befe naegefchreven: Gerlach der wever ind ber wart ouch greve gefaßt,
Conrait van der Blomen, Leuwe ber viſcher, Herman der kriſcher, Johan ber 9
felenfticher 3, einre was der bruwer Bode, Tilman der beder ind Wilhelm van ber
Huntsgaffen.
Och Coellen, billige flat .....
der hunt wil it doch hain allein.
11 Defe nuwe geloren jcheffen, do im ir ſchive loufen wart, fo namen fi fi an 3
groifs ftaig mit uiswendiger wandelunge. fi beſchatzden arım ind riche wil me dan bie
alden vur gedain hadden ind deilden dem bifchof mebe. as fi ein urdel ſulden fagen,
jo vraechten fi den biſchof dairumb *ſind wuften ghein urbel jonder bes bifchofs rait,|*
up dat fi in finre hulden bleven imd niet entfaßt wurden. ind kurt gelacht: fie daeden
wat der biſchof woulde gebain haven. J
1. Der Anhang der Agrippina ent- Hagen V. 1227.
hält die Urkunde in latein iſcher Faſſung. 3. Einige Namen ſind durcheinander
2. Verwechslung mit dent 'wever her geworfen: “unbe Hermanne den ar
Geirlaih’ V. 1230. Der Grefe hieß Moni unde Johanne'. Hagen 124
wahrſcheinlich Gerhard Operftolz, vgl. zu dgl. zu Hagen Beilage II (Br. I a).
1499. 563
Aljus verloir die Hillige und vri flat Coellen ir vriheit und ander menche Aaripy.
goide jeden. dairumb quam fi kurt in vil kummers leids ind ungemachs, ind alles
80b (vgl.
5.1274).
durch unrecht gewalt ber overſten ind dairnae durch umeinicheit ber overflen mit ber
gemeinden: wait bo fi ſich fpielden ind Deilden und mit dem bifchof ein ver⸗
5 bunt machten weber Die mechtigen ind overſten van ber flat, do gingen fi beide under.
wer wairheit truwe ind gerechticheit tujchen in bleven, fo weren fi zo fulcher groifier
noit niet komen. ouch geichaen vil Dinge bie niet wederfaren weren, wer
bie vurß fat bleven in ir vriheit ind eindrechticheit!. vil lantzheren
ritter ind Inecht fint boit bleven, bie bi aventure noch leveden mit eren, weren niet
10 verbreven wurden uis Coellen bie vurß burger.
Yan eim beciegelihen uplonf tnfchen der gemeinde van Coellen ind den overfien
der felver flat, ind van eim doitſlach 30 den willen vranwen up den
hiligen paiſchdach.
O richer got van bemelrich,
15 du beifchft got ber wunderlich,
want bu lees manch dink gefchein
dae wunder grois wirt an gefein.
In dejem haß zorme ind zwidracht fo geichach Durch Die vurß parthie der ge-
meinde intghein Die overflen van der flat ein boitflach up ven billigen paifchbach in
20 der kirchen 30 den wiffen vrauwen. ein fulchen uplouf ver gemeinde intghein
iren bifchof, ouch in den paifch billigen dagen, haiſtu hievur bi ſent An-
nonis ziden anno dni. 1057. deſe uplouf quam alſus 30: bie ghene, bie ber
biſchof vur jcheffen angenommen hadde, waren viſcher wever bruer ind beder
a8 vurß i8. nu waren andere bantwerlsman, die ſich fo goit of beffer buchten bat
25 die vurß, as waren die wleifchheumer, die bachten ouch heirlicheit zo erfriegen ind
woulden niemant wichen of fwigen, ind umb iren overmoit geſchach tufchen in ind
den overften van ber flat up ein billigen paiſchdach ein doitſlach in ber lirchen ge⸗
noempt z0 den wiflen frauwen. ind bat gefchieve alſus: mallich hatt frunde
ind viant, ind dairumb, fo wanne die lude zofamen komen, fo begeven fich
30 mancherlei reden ind doch ſonderlinge gefchiet dat van ven underfatfjen
van iren vurweſern ind overften. alfo geſchach ouch hie in diſſer uneini-
cheit ind zwidracht des bifchof8 mit der gemeinde intgein die overſten ber
ſtat Coellen, die als vurf is waren van den 15 geflechten. vie burger
van Eoellen gingen umb iren aflats in ven paifch Hilligen vagen, als dat
35 ein fonderlinge goide gewoinheit i8 Binnen Eoellen. fo quamen etliche
van im bi ein in ver vurß firchen, und dae wart ein gefpreich under in
van der afſetzung ver alven fcheffen und van den numwen jcheffen zc. ind.
quamen fo verre in uneinicheit durch rede inb weberrebe, bat einre van
ben, die mit den alden heren hielven, ftach her und ftach ein doit und der
1. Dich fint menche dine gebreven, 1278.
be duſentvalt beffer weren bleven'. Hagen
36*
CH
Tode.
eb. 1302
u. Agr.
8] n,
Hagen
1317,
564 VI. Roelbofffche Chronik.
was ein vleifchheuwer. int daevan quam ein grois ungelud ind bebroef-
niffe: want up ben felven billigen paiſchdach umb den avent verſamelde ſich Die gante
gemeinde, den boit des vleifhheumwers zo wrechen, ind overvielen her
Bruins Hardevuiſtz huis ind begunden dat 30 fturmen ind wunnen eme fin huis ave.
vurmails, war ein doitjlach geichach, fo enborfte niemant felwer richten, fonder men 5
fprach den vurß her Bruin ane — he was geweft der greve Des bogen ge-
-rihB ind was nu entſatzt! — mer diffe vurß gefelichaft nam ſich ſelfs an 30
Bl.205b.
Hagen
1356.
*Agripp.
Sie,
*Agripp.
sie (6.
Hagen
1372,
eb. 1404.
richten. do die gemeinde dat vurß huis fturmde ind anftieffen mit brande, jo quam
ber Lodowich Mummerslody wail mit 30 ſinre partbien gerant ind halp ber Bruin
die gemeine afweren, ind teilte die gemeine dat fie alle wichen moiften mit handen 10
ind ir 40, als ich vinde gejchreven, jageben wail 20 dujent?. ber Bruins frunde
qua-IImen ouch bair a8 dat huis was angeftechen, ind wiewail Dat huis begunde zo
bernen, fo funben fi doch binnen dem huis Die noch plunderben, ind Die wurden al
erflagen up dem rouve. die nume geforen ſcheffen waren niet bi differ mangelung,
ban up ben avent, do die nacht begonde heran 30 fomen ind der ftrit gejchiet was, jo 15
quamen fi dairzo und nomen it in vreden up tufchen beiden parthien ind faßten ein
joenlichen dach.
Hier enbinnen fanten bie nume geloren feheffen heimlich zo bifchof Conrait,
dat he van ftunt an nae der botſchaft zo Eoellen queme: die gemeinde hette gehat ein
ftrit intgein die geflechte, der wech foulde eme wait bezailt werben. jo bald dem biſchof 20
die botſchaft quam, fo brach be fnellihen up mit den finen ind al ilende quam he zo
Coellen. ind a8 he dair quam, fo dede he die parthie beroifen, ind as he clage
ind anfpraich beider parthien gehort hadde, *|fo wart ein gebinge getroffen, |*
bat umb den boit ind misbait moiften fich die burger ſchetzen, fi weren bi dem ſtride
gemweft of niet, fi weren van den overften of van den gemeinen bur-%
gerens. die overften van der flat, as waren Die van den gejlechten, die moiften geven
dem bifchof 600 mark, * ind die owerften moiften zo der vurß ſumme gelt up dem
" ale bi dem doim komen ind aldae barvois vur allem voulf ind ber gemein befjerung
boin |* ind dem biſchof zo vois vallen, wan ber wegen Die van ber gemeinden waren
boit bfeven in dem vurß uplouf. Do dee voisval geſchach up dem fale, waren me dan 30
20 bufent man die Dat faegen. der greve van ber flat galt ſich mit gelbe van bes bi:
ſchofs zorne: die des niet gedoin kunden, die vluwen ind moiften die flat ruimen.
Weren die van Coellen in irre vriheit und eindrechticheit bleven, fo hedden fi
bes ſpiels ind overlafts niet gehat.
Wie die nuwe ſcheffen fere beclaget wurden van den overfien als mein- 35
eidige man.
ZTiberius, der 3. feifer nae Inlius, plach fin amptlude niet vil zo
veranberen ind dat umb reden willen a8 vurß is in bem 43. blade.
deſe nuwe jcheffen beſchetzden dat gemein voulk binnen Coellen uneirlich ind ſchentlich
1. Hagen 1323 jagt allgemein “ven 2. Diet jagt Hagen an anderer Stelle,
richter'. Unfer Chronift denkt nch immer 8.1
daran, Erzbifchof Conrad habe den Weber s. Sagen ſpricht durchaus nur von
Gera zum Grafen gemadt. Bgl. S. Beſtrafung der Gefchlechter.
56 . 2.
or
be
u
gr
2
0
1499. 565
ind desgelichen dat volk bat van buiſſen inquam. ind daevan wurden bie nuwen
icheffen beclaget wur dem bifchof ind a8 meineidich manne ind dat fi dairumb bat
icheffendom hedden werloren ind ſulde fi weberumb aflegen. ber bifchof vragebe, wer
die fcheffen weren? eme wart geantwort: viſcher Herman, Conrait van der Blomen,
Albrecht Heger ind Everhart van Burnheim. der bifchof ſprach: “ich beger, ftelt den
ovelen moit af, want ich fi 30 ſcheffen gefatst hain ind is mir niet eirlich, dat ich fi
lies alſus entjegen. ich ſal it wederumb verfein an eime anderen’. bie geflecht-[prae-
chen: ‘here, wir begeren ſlechtz Dat ir richtet over fi nae recht as van offenbaren boefe-
wichten, inb daevur fal niet helpen noch bebe noch gebiede!. wir willen ud beweren
ind bibrengen, dat fi meineidich fint‘. deſe anjpraiche herden alle die van gejfechten
waren, ind ter bifchof moifte 30 Coellen up dem fale over die fcheffen z0 gericht fiten.
ber bifchof dede ſturme Inden oweral? iud hei gink up den ſal 30 gericht, und bat jelve
gefhach up fent Walpurgen dach of *uup den meidadh, |* ind dae hoerte he vil groiffer Agripp.
jemerlich elage. der biſchof bat aver, bat fi ir clage afſtelten. fi antworden: “here, uns
ſal urdel widberfaren ower fi, ind ſult uns dat coften unfe goit und unfe leven.
men fal wiffen, wae dat goit bin komen fi dat fi der flat fo rouflichen haint afgenom-
men’. der bifchof dede ein urdel vragen dat eme varı Des abts hof *|van fent Pantha» *ebr.
leo 3]* ſulde gefaget werben, ind gink nis und wolde fidh beraden bairup.
Yan eime nploufe binnen Collen tuſchen bifhof Conrait mit der gemeinde intghein
die overſten.
| Hoert wat die vurß ſcheffen daeden! Herman ber viicher began anzoroifen Die 81.206=.
gemeinde van irre wegen und ſprach: ‘o ir edel gemein biffer flat, mit fehreienden Pagen
ougen clagen wir uch, bat die heren van ber flat willen ung brengen umb unfe live
- and umb unse erfzale, ind dat hierumb, want wir ung mit uch verbonden hain ind
2
a
30
3
ao
uch gehulpen intghein fi ind noch willen bi uch bliven alzit. ſaget mir: wilt ir ud)
halden 30 den ghenen, Die uch up den paiſchdach, als vur geroirt i8, underſtonden zo
erflagen und zo ermorden *ind dairup uis weren ind underſtunden uch zo bringen "Agripp.
umb lif ere ind goit, |* of wilt ir unfem beren den bufchof biftain ? faget fnel wat ir
wilt doin. min here wil mit finre hant flriden mit ind vur uch’. bo reif Die gante
gemein unberaeben mit groiffen falle, fi woulden al dem bufchof helpen.
Dat is mir algo wunberlich ind ſere vremde, wie Die gemeinde ven
operften ind dem raet afvielen zo dem bujchof, fo doch die onerften uis—
waren umb ir beft ind vrommen, als vur die vriheit der ftat 30 behalben.
a8 mich dunkt, a8 ouch vurß is, jo waren ber rait ind bie overften fere
feftich ind ſwair der gemeinde ind underbrudten die in vil punten, als mit
fchegungen upzolegen ꝛc. ind ander dinge, die in der bufchof woulde af-
ſtellen, a8 in gelovet wart van eme int van den nuwen fcheffen. dairumb,
fo fi wat aedems hadden van dem bufchof, vielen fi an in. uis dem beibe
27. ſy' ftatt uch'. 34. der’ ſtatt "vie. 35. "ind? ftatt in'.
1 ‘Da enhilpt neit, here, ur gebei— 3. ‘Dat foilde de van bes ap hove
den’. Hagen 1444. jagen’, nämlich der Schöffe Johannes de
2. Dus lut man ſturme over al. der curia abbatis, vgl. zu Hagen DB. 1461.
vuſchof geine 2c.’ Hagen 1448.
Hagen
142,
Bat.
eb. 1505.
eb. 1488,
"Agripp.
Sim
"ebenv,
"agrior.
Bl.206b.
*
566 VI. Koelhoffſche Chronilk.
lantzheren ind ſtede moegen ein lere nemmen, dat ſi ir underſaiſſen of
gemeinde alſus halden dat fi lief gehat werben van in ind gunft zo ſin
dragen, ind bat is die ftarkfte muir, daemit fi fich bejchirmen ind weren
moegen. mer wanne bat anders fumpt, dat die gemeinde niet mit lieven
ougen mach fien irre vurweſer, dair i8 grois peridel ind ſorge in gelegen. 5
Do die overften ind beften van ber flat dat hoirden van der gemeinde, bat fi
mit dem bujchof halden woulden ind eme biftain, fo macht fich ein iglicher up, beide
arın ind rich, inb liefen heimwart 30 fime harneſch ind wapenden fich. der bufchof wa:
pende ouch ſich up dem fale. die geſlechte ind overſten vergaderben fich in der Ringaflen
mit groiffen bufen ind ouch bi ſent Kolumben. die gemeinbe hielden ſich zo ben 10
nuwen jcheffen.
Wie bufhof Conrait Inch cin loifen funt Die onerken van Goellen
Dede vangen.
Do der bufchof hoirte, dat fich die geflechte alſus gemapent habben, do gedacht
he ein liſtichen in alventzigen anſlach. be rief z0 fich finen neven Engelbredt!, ı5
proift van ſent Gereoin, der nae eme buſchof wart, ind ſprach: neve, hoere
ind verftee wat ich dir fage: nim her Herman van PVitenloven ind Peter van Krane
ind rit ir dri im die Ringaffen 30 dem overfien van ver flat *ind faget, bat ir
van urem heren zo in gejant fit, |* ind rait in in goiben truwen, bat fi mir foenlid)
ant hant gain, a8 die van ſent Columben ouch gebain haven, *ind ich enwille niet 2u
geftaben dat im einich leide of fchabe geichee van der gemeinde an irem lif of an
iren goiberen?,|* ind fo bliven wir ind fi funder firit ind werben verjoint ſunder
einich bloitvergiefjung”’. deſe bri reiven hin z0 ber Ringaffen ind wunden bae mau:
nichen weiraftigen man. ber van Vitinchoven fprach 30 den jelven bie dae vergabert
waren: “ir beren, duit hude unferen rait ind voulgt uns bi unfen heren
*ind gait im ant hant a8 bie van fent Columben gevain haven: |* bie fin alle bi
unſem heren vri ungevangen. ich geloven uch, ir fult it genieffen ind
ſal uch nummer beruwen’. bie van ber Ringaffen fpraechen weder: "wir
engeleuven bi unfem eive nummerme, bat dit fich mit der wairheit erpin-
ben fat. ber van Vitinchoven fprach: “engeleuvet ir ung niet, fo fent so
uren boden mit uns, dat ber uch die wairheit fage, ind blivet Die wile hie,
up bat niemans wat archs weberfare’”. die overften van der ftat antwor⸗
ben, fi woulben ein boten dair fenden der in die wairheit verneme, ind
wer it bat it fich aljus erfunde a8 her Herman Vitinchoven gefprodjen
hedde, jo woulden fi dem || bufchof zum eren ouch int hant gain 3. doe des 5
buſchofs Iude die antwort enwech hadden, [mwuften] fi rifch up ind nomen mit in
1. ſte' flatt ſtede'. 2. *in’ fehlt. 36. wuſten' fehlt. Vgl. oben S.555: ‘vo mwufle
der bufchof bald up’.
1. Verwechslung des Propſtes Wer- dat man in an live of an goebe ſchade
ner von St. Gereon mit dem Dompropft Hagen 1498, wohl corrumpiert.
und fpäteren Erzbifchof Engelbert. Bgl. 3. Bei Hagen ift nach 8. 1508 eine
zu Hagen ®. 1490. Züde.
2. Weren fi engein be bes geftaibe,
1499. 967
irre boden ind reben 30 den geflechten van ſent Kolumben ind verleiden bie ouch.
ber Herman Vitinkhoven gint mit dem vurß Engelbredht proift mit Peter vam Krane
funber die boden ind ſachte alfus: ‘die heren van der Ringaffen fint in Die hant gegan-
gen unſem beren van Coellen. lieven heren, nempt ure dink wislich wur ind kumpt
ouch mit und wur unfen beren als Die anderen gebain haven. is it awer fache, dat ir
uch des weigert, fo jult ir verbreven werden uis der flat inb al mre goit fal uch ge-
nommen werben. mer buet ir unfen rait, fo blivet ir bi lif goit ind eren. ind bair-
umb geit juellicy mit uns zo unsme heren. wir haven it mit eme alſus vurfprochen
ind bebeibinget, dat uch gein ſchade geſchien fal noch dat minfte hair gekrenkt werben.
10 kompt mit ung 30 eme up unfe ficherheit ind gelouven: .ir ſult ori af ind zo gain ſun⸗
ber einich leit'. alſus * mit geleirven worben |* wurden die van fent Eolumben bairzo *Agriyr.
bracht Bat fi mit in gingen zom fale ind bo warben fi bes bufchofs mit ber ge-
meinbe, ver 30 gericht fomen foulvde. hier entujchen dat die van ſent
Columben des buſchofs warden, fo hailven fi die boden die mit in uis-
13 gejant waren, ind brachten fi 30 den van jent Columben in ven fale, ind
a8 die boten vie van fent Columben gefien habben, reiden des buſchofs
vrunde weberumb 30 den heren in ber Ringaſſen, ind bie boden, die die jelven heren
vurhin uisgefant hadden, quamen vuch mit in weder, ind bie fachten in, bat die van
jent Columben weren int hant gegangen dem bufchof irme heren.
[7
=
Wie bufhof Conrait overmig nneinicheit binnen Cotllen die vrien burger in irre
vrier flat nae vrihem ſtrackem geleide zogeſacht taliter qualiter vinge [pante ind
gevangen nam ind hielde, dairnmb vil burger nis Coellen vinwen.
2
Do diffe bufchofsorunde vurß irs heren anflach taliter qualiter beſtalt hadden Hagen
ind mit ben beden waren weder fomen, fo foren die van ber Ringaffen 12 man nie *81.
7; van ben beften ind treflichften under in, ind Die gingen mit bes buſchofs vrunden 30
dem fale. do deſe vurß geflehte up dem fale waren, fo quamı bufchof Conrait ind
ſoulde dat gericht befigen. dar he vie 12 man hadde, *fo fante he wort im »Agrivp.
der geftalt nae ben beften ind vernoempjten die binnen der ftat waren,
ind facht ben z0 vriheit inb geleibe,|* Dat fi 30 eme quemen. bo he 20 der richften
30 ind treflichften burger ber flat van Eoellen bi ein hadde inb in ſinre gewalt habbe, fo
geſchach in ungenabe: he nam fi gevangen up dem fale ind hielt fi dae 4 Dage.
*| die urſach, wairumb be fi winge, was bat fi begerden van eme dat he ein recht richte *Hagen
were over bie meineibigen fcheffen.|* ind dat was ein unbillich ind clegelich 17.
pink ind grois gewalt, ind er mans rechte gewair wart, wat die vurß 20 man
beftelten mit dem bufchof, fo hadde he A van den 20, die men hielte wur bie beften
ind treflichften man die 30 Coellen waren, ind jante bie nis Coellen heimelich ind dede
fi voiren van ein, als zo Lechenich, zo Gobesberd ind zo Are!. do die ander 17 bat
25. vrımde.
3
or
1. Die corrumpierte Stelle Hagen's kante 30 Colne. darna bie fi fante, bis
ift vollftänbig mißverſtanden. B. 1535: eimam reicht wurbe gewar, zo Lechenich
‘hei heilt ir zwenzich alzemale mit eme Godensberch unde zo Are. do be anderen
gevangen upme fale van den befien (jo vernamen bat, bat meifte beil noir us der
it flatt veir der befter’ zu leſen) de man flat’. Das heißt doch wohl: der Erzbifchof
568 VI. Koelhoffiche Chronil.
vernamen, dat meifte beil van den vloe nis ber flat ind andere vil meir: ein beil
voiren in Neberlant, die anderen voiren den Rin up. doe bie nugeloren fcheffen ver-
namen, dat ir here ber bufchof bie 20 manne vurß hadde doiu fangen, fo deden fi
ſmieden pertzveſſere, ie ein vefler zo zwein mannen, dat men fi ſoulde ſpannen gelich
a8 zwei perbe, ind darzo daeden fi die ſelven veſſere veninen, dat fi moechten zo ber 5
pine die vurß gevangen boeben. bo bie veſſere bereit waren ind meinten fi dairin 30
legen, fo hadde fi Der bufchof einwech buiſſen Eoellen up bie vurß burge Taiffen voeren.
bo die gevangen burgere enwech waren gevoirt, fo wurden die veflere upgelacht, ind it
quame bernae darzo dat die nuwe ſcheffen felfe bairin gelacht wurben, als hernae
gefchreven wirt. 10
B1.207., || Wie buſchof Eonrait die vntß burgert zwei jair gevenklich hielde, ind wie die
ori Rat Coellen binnen der felver zit ind ond dairnae clegtlich ind ſcheutlich
underdrukt wart, fo dat der vnrß buſchof die ganke fat, Die porken mit den
muirren in ſinre hant hadde: he reit uis ind in wanne he wonlde.
Men lieft: do Alerander der grois! die flat Athenen in Greifen belacht 15
hadde, do beghert be dat men eme einbeil man ind burgere uis ber flat Iewerbe .....
inb hirumb enwoulden die van Athenen niet volboin der bede die Alerander an ſi
bebe, ind fi behielven ir flat intghein in Durch ire wife raigmenne ıc.
[Fabel von den Wölfen und den Hirten, bie um des Friedens willen bie
Hunde todtichlagen, nach Suppl. 66%. ] 20
Alſo ſage ich ouch bie. do die cloigften ind vervaren man alſus
jemerlich herbi bracht wurden mit aljusbanigen verbedten reden ind zom
lejten van der gemeinde genommen, fo was it niet vremde bat it zwerfch
ind verberflich zoginf, dat die jchaef erre gingen ind verwurgt wurben
van den wulven iren vianben. ind dit gefchach allit overmitz Die zwijt ind *
zweidracht tufchen ber gemeinde ind den overſten ind regenten ver ftat.
ind dairumb, dat ungeluck zo verhueden, is noit dat fich Die gemeine ver-
drage mit den overften ind bat bie overften Die gemeine niet verlaben int
verbruden, anders werben fi wederſpennich ind unvruntlichen intghein
Bgr. irre overften. item wae it ouch alfus i8 gelegen, bat bie regenten ind overften, 3
Sagen bie dat quait ftraifen ind richten fullen, vertreden of weigeren gericht zo Doin over bie
misbeber, fo wirt ever ein verftoerunge ind dwalunge in dem gemeinen goit. alſus
gefchieve ouch hie: die overften ind vegenten ber ftat Coellen beclageven
bie nuwe jcheffen, wie fi zo vil ungenebichlich intgain mallich deden ind
bat fi widder irren eit gedain hedden, ind want fi bie beclageven, fo wur: »
ven fi gebangen ind verbreven, dat fi bifter in dem lande umbliefen 2,
ind bat was des bufchofs gericht dat he in vur die clage gaf.
9. vurden. 28. verlade ind verdrucke.
behielt die 20 auf den Saal gelodten dere ‚Selhtegptergenoften bie Flucht.
Bürger (12 von ber Nheingafje, 8 von . Suppl. erzählt dies von Philipp
St. Columba) alle zuräd und fehidte fie von Macaonien
auf jeine Schlöffer. Darauf ergriffen an: 2. Vgl. Agripp. 822: “aljus umb
1
1
2
2
3
Qt
=
or
o
5
DD]
DB
1499. 569
So nu bie heufder enwech waren ind der bufchof die gemein an fich
gelodt hadde, fo quam tie hillige ftat van Eoellen in groiffe anvechtung
ind bifterheit, bat fi niet als vri burger ſunder als eigen lude unver-
gedruckt ind bezwungen wurden. ber bufchof nam bie gange ftat Eoellen
under fi), die porgen ind die muiren die befagt he, alle ampt ind bevel
beftalt he nae fime gebiete ind willen, ind kurtzlich gefacht, he was wurden
ein volmechtich here over die ftat van Coellen: he verjagebe ein beil bur-
gere, he entſatzde ein deil, he vink ein deil, alfo dat dat volf bifter in ven
landen umblief. ind dat ftunde alfus zwei jair bi bufchof Conraitz ziden!
bis dat he ftarf, ind durde ouch dairnae bi bufchofs Engelbrechg ziven.
binnen ven zwen jaeren wurden vil deidinge vurgenomen, dat men bie
gevangen heren weberumb moechte uis dem gevenkniſſe Friegen. des bu-
ſchofs neve, der proift was 30 fent Gereoin?, ter wart groislichen inb
mannichfelvichlichen erfoicht, of durch in die gevangen burgere mochten gagen
genaebe eriverven. ber proift vurß gelovet in groiffe dinge, | mer it volgede niet „16,0,
dairmae. be ſprach z0 in: ‘min here hatt truwe an uch gebrochen. it i8 mir alzo leit,
fo mir got helpe, dat be mit uch fo umbgeit. wer it dat ich ummer dairzo queme bat
ich it im minre hant hedde, ich ſoulde al ure unrecht Feren. ir hait mir jo manden
dienft gebain, ich ſoulde uch bat weberumb laiſſen genieffen’. besgelichen wart it Dal.
beſoicht durch ander des buſchofs vrunde, of men einich wech vinden moechte bat fi Sagen
gequitet wurben, mer dat was al umbfuft. defe gevangen heren, a8 ouch nu gelait Hagen
i8, laegen zwei jair in dem gewentniffe ind dat viel in zomail ſwair. grois gelt wart 1581.
verzeirt up ft mit Dageleiftunge ind anders, nochtant wart ir niet wail
gemwart.
In dem eirjten jair dae fi gevangen wurden ind uis Coelln gevoirt
up die floeffer, fo quam ver bufchof bald dairnae gen Bonne ind reit
portan 30 Godesberch ?. fo bald as fi faegen den bufchof, fo begonben’fi eme zo eb. 1585.
clagen jemerlih, mer bat was verloren: he enwoulde fi niet uislaifjen,
unver be beitalt dat ji harder bewart ind gelacht wurden. dan, jo bald as
‘der bufchof enwech quam, der ghene, der fi zo bewaren plach, wart zornich over fi ind
lachte fi van groiffen zorne in dat underſte der gevenkniffe. dairumb baben fi got van
hemelriche, bat he ft woulde troiften.
Wie bnfhof Conrait in fime doitbedde die vurß genangen burgere nis der
geveuknife niet laiffen wonlde.
Zom leften, als Die zwei jair binae verloufen waren, jo quam ein eb. 159.
want die burger urdel und rechtz van Vorgänge in das Frühjahr 1260 fallen.
deme bujchof begerden, wurden fi gefan- Vgl. zu Hagen B. 1613 und Beil. I, 3.
gen und bifter im lande. 2. Diefelbe Verwechslung wie ©.
1. Zu Erzbiſchof Conrads Zeit nur 566.
etwa anderthalb Jahr, da dieſer Herbft 3. Diefer Sat füllt die Lüde nad)
1261 ftarb und bie eben geſchilderten Hagen V. 1584 aus.
570 VI. Koelhoffſche Eyronit.
bobe zo Air up bie burch inb der verlundichte ben genangen, wie bufchof Conrait beit:
trank lege zo ſent Gereoin bi dem proift finem maege. die gevangen waren des
vroe, want fi hofven dat der bufchof Eoinrait ſoulde fich nu zo vreden
jtellen ind allen unwillen ind wiantfchaf aflatffen, ind bevolen dem boben,
dat he iren vrunden zojpreche ind fachte, dat fi ben buſchof vermainden ind beben umb 5
goß willen, dat he in genedich were ind bebe bat gobe zo eren, want fi weren wur gode
unſchuldich alre miffedait weber in, inb umb finre felen heil willen. die runde
waren ernjthaftich in vliffich dairin ind hadden ſelfs gemeint, he foulbe
in genedich geweft fin, ind brachten ir gebede an den bufchof durch bes
bufchofs maech vurß. buſchof Eonrait antworbe: “dat were unbequeme, bat fi 10
weber in Eoellen komen ſulden, ind bie ich 30 ſcheffen geſatzt hain, ſulde den irren
j&hefienbeim benemmen. ich hain geloift!, a8 lange als ich leven dat fi niet wibber in
die ftat komen fullen mit minen willen.
— Buſchof Conrait ſtoint des legers niet up ind balde dairnae flarf be
B&.30. up ſent Michels Dach anno dni. 1261 ind wart begraven zo Coellen in jent ':
Peters munſter in jent Johans capellen ? ind men geit dairover. wie fin
naevolger bufchof Engelbrecht fich verdroige mit der ſtat van Coellen,
dat wirt hernae beſchreven.
Yan eime groiſſen geweſſer.
3, In den jaeren uns heren 1260 erhoif ſich der Rin ind alle waſſer ſo hoe ind 20
ſprank up ind neder, dat ſere wunderlich was, ind die lude clunımen van
angfte ind noit up die boume ind up bie berge.
Bl. 2075 Johannes 1 wart herzoch van Lothrich ind Brabant ..... der uisſpruch be:
2088, hagede niet fere wail der lirchen van Luitge. ind bat geſchiede auno domini
1.296. 25
[Klorar. 257b. 266% (281. 299). Für das entlehnte Citat magiſter Johannes
Horem ſcolaſter zo Luitge' vgl. Hocsemii Chronicon bei Chapeaville II, 328.]
[Bild eines Biſchofs.)
Agrip: Engelbertus der ander, geboren van Valkenburch, proift 30 ſent Gereoin?,
vinaB2*. ner 51. buſchof van Eoellen, wart gekoren anno dni. 1261 under bem roem- 30
ichen konink Rodulphus, den der vurß buſchof Engelbrecht zo Aichen croende, naedem
ber ftoil des keiſerdoms lange ledich geftanden hadde. he befas finen buſchoflichen ſtoil
Hagen 14 jair. defe bufchof wart zomail fere wail intfangen ind gehuldet van ber flat van
1689. Coellen up dem fale: die burger jworen eme, bat fl eme getrume woulden fin, ind
eb. 1615. eme wurden groiſſe giften ind gaven gejchentt. fi meinten alle, ft ſulden getroift wer: 38
den ind fulden mit vreuden nis ber noit fomen.
eb. 1625. Do defe botſchaf gan vurwair zo Air quam am bie gevangen, wie bat ber proifl
30 fent Gereoint here Engelbrecht wer buſchof geloren z0 Coellen, Die gevangen
14. floyn. "
1. Ich geloiven uch. Hagen B.1610. 3. Er war Dompropft. Dal. oben
2. Zuerſt im alten Dom, erſt nach S. 566
Bollendung des Domchores wurde ſeine 4. Hagen 1627 richtig “der doim⸗
Leiche in den neuen übertragen. proiſt.
1499, 571
burgere antworden: ‘o bat fin goit mere. al umfer Dinge fullen goit werben: be hait
uns jo Did vruntlich beicheiven, wir hoffen quit 30 werden, dat uns van niemans
mac, indracht geſchien. he hait uns bide getroift. got hait in uns beſcheirt zo eime
heren, be ſal uns wurberlichen fin alzit, want bat he gefprochen hait mit ſime munde,
dat fal be uns ummer halden, a8 fich bezimpt eime edelen heren'.
—
Wie buſchof Engelbrecht die ungekoren ſcheffen lies bliven als fin vurfare, ind
wie fi eme geloiften getruwe zo fin.
Naedem as buſchof Engelbert intfangen was van der ſtat van Coellen ind eme Hagen
gehuldet was, dairnae binnen den acht dagen hadden die nugekoren ſcheffen beſcheid, i6 66.
dat ſi zom buſchof quemen ind hoerten wat ſin wille were, as ſi deden. der buſchof
ſprach zo in: “ich Hain umb uch geſant hierumb, dat ich wil wiſſen van uch, wie it
mit uch ind ber ftat gelegen fi, umb wat fachen fi! verbreven fin nis der flat ind dat
ir fit foheffen bleven’. Herman? vifcher fprach wur fi allefamen: “here, uren urbar eb. 1670.
ind nutz fullen wir ſoichen in allen ſachen, als wir ouch gedain haven nrem wurfaren.
|| here, die ghene die der flat verdreven fin ind gevangen liegen zo Air, die fatsten fich Bl. 2085.
un
o
1
a
dicke webber uren vurſaren ind machten it aljus, dat fi in fin unhult quamen: fi eu—
woulden eme gein urbel fprechen doe be bat ind nutz van kriegen moichte, fi woulden
halden vriheit irre flat, ind baemit machten ft dat he ein rait erbachte, dat he fi wer:
breve mit wiven ind finderen. bairzo hulpen wir eme mit ganber truwen ind bes-
gelichen Die gantze gemeinde. do ure vurvader an fime dode lach, do bat men wur fi:
he antworde, he enwoulde up fi niet verzihen, ind fo lange als he levede, ſo enwoulde
he in Die flat niet wedergeven. alle ordel willen wir van uch vragen. Tieft ir fi weder
herin komen, it ſoulde uch niet wil baten: alſo lange wir ure jcheffen bliven, jo moecht
ir doin wat ir woult. mer fi ſoulden uch weberftain, als fi ouch gebain haven urem
25 vurvadere. bere, behalt die ftat Eoellen als irt havet vunden, ind besgelichen halt
ouch die gevangen. wir willent ummer fo beftellen, bat alle Dinge gejchien fullen nae
urem voillen. bere, ir moichte der flat nu genieffen, bairumb behalt fi under
uch: quemen fi weberumb berin, fo gejehiebe bat niet’. buſchoſ Engelbert antworbe
in ind fpradh: “ir beren, woult ir fin zo mime willen, fo ſoult ir jcheffen fin ind bli—
30 ven’. fiantworben: ‘here, al uven willen fullen wir boin Dad ind nacht's.
2
=
Wie bufhof Eugelbert die 30 eme in groifen iruwen qnamen, den gevangen
niszobelfen, untruwelich ond) gevangen nam.
Do dem bufchof gehulbet was van der flat Coellen ind die jcheffen ouch gefatst
waren, ſo ſas he up fürn pert ind reit upwart zo Bonne, ind bie hulben ind fwoeren
eme ouch. dairnae bie ritter Ind kneichte intfingen ir Iehen. van dan reit he woirt zo
Air ind biefh die gewaugen wail verwaren, ind baevan wuften niet vil die
gevangen, Dat der buſchof dae was. dae ber gevangen maege ind vrunde,
die 30 Coellen waren, vernomen dat ber bufchof zo Air gereden was, dae bie gewangen
lagen, fo wurden ir bri, her Rutger Overftolg, her Daniel der Iuebe ind her Eoftin
var ber Aducht zo raebe up ein avent, bat fi des morgens vrue woulden riden z0 Air,
ind ſpraechen under einander: “unfe here ber bufchof hatt uns fo Di getroift in unjer
3
or
4
>
. 1. Hagen 1665 ‘be beren’. Hagen Beil. II (Bd. I, 233).
2. Sagen bat ‘der viſcher'. Vgl. zu 3. Sagen 1716 offenbair unde ftille'.
Hagen
1717.
"Hagen
1810.
572 VI. Koelhoffiche Ehronit.
noit, be fprach: wurde be bufchof, fo woulde be al unſe noit ind unrecht afftellen‘.
ber Daniel Juede, ein finrich wife man, antworbe ind fprady: “ich halben it dairvur:
reiben wir 30 eme gen Air, wir quemen niet heim ſunder unfe vrunde. be jal fin
worde willen wairaftich haven, bat fin worde fin fiegel fim. up ſulchen
goiden getrumwen faefjen fi up ind rieben zo Air. do fi nu bair fomen waren, 5
do wisden bes bujchofs Tube deſe bri wae ir miaege gevangen laegen. dae bie gevangen
irre vrunde ſaghen, fo wurden fi zomail vroelich ind meinten, fi ſulden erloift werben
uis der gevenkniffe, als ouch die vrunde ſelfs gemeint hadden, me fi
wurden mere mistroift dan getroift: want men fpein fi ind biefch fi ouch dae bliven
ind dat ft iren vrunden hulpen iv zit verbriven. *| men gaf in niet dan waffer ind 10
broit.|* die goide man wurben fere verveirt. her Gerhart Overftolb, der dae gevangen
lach, ver ſprach: 'aldus meirit fich unfer geflecht: unfer was vur echte, nu is unler
eilve'. ber Daniel Juede ſprach: ir heren, ein iegelich goit man mad) wail zofien:
men vint lugil trumen an den heren. got mois uns helpen, wer ſoulde bat gemeint
haven! der bufchof geloift uns al goit ind fin her fomen up fin troift ind wainden, 15
wir woulden uch van binne erfoift haven: fo bliven wir durch truwen ouch hie. doch
fal niemang berumb verzagen. ich hain vil dide hoeren fagen: bes geludes rait geit
up ind neber, ber ein ber velt, der ander flicht up. got ber here hait mannich wunder:
lich werk gebain bi den ghenen die in in noeden anroifen. wilt got, jo
21.2098,
Hagen
1775,
moegen || wir balde van hinne erfoift werben. undank mois he haven ber truren wil! 20
nae ungefalle kompt dide vreude ind vroelicheit'.
Wie die vurk gefangen overmig go hulpe wunderlihen duch ein mnis nis-
quamen.
Got der here, ver bi allen beproefven is die in anroifen in der wair⸗
heit, woulde deſe guede man, die fo unfchuldichlichen in goeden getruwen 25
wurden gefangen ind gefenklich gehalven, niet bebroeft ind ungefroift
loiffen. nu hoert ein wunder bat geſchach. in der gefenfniffe, dae die 11 man Taegen,
zeimt here Gotichalf ein muis ind macht fi 30 leſte alfo zam, bat fi 30 eme quam
wanne be ir rief und ſpielde mit ir: he hadde fi uis der maiffen Tief. Die gefangen
hadden ir zitverbrive mit ir und floigen in menden ſorchlichen gebanfen uis dem 30
finne. do nn der vurß here die muis ein zit lank gehat hadde zo finre hant, want fi
was fere gemelich, fo quam it up ein zit dat be zornlich der muis rief, ind die muis
intlief eme in ein loch. it is ein fpruch: ich meine bat nie diere fo zam enwart, it
enzoint biwilen fin art. bo he die muis verloren hadde, do jprach be: vurwair, uns
i8 oevel geſchiet. wir enhadden anders ghein ſpielvogel dan die muis, wir hain bide 35
vreude mit gehat. ich mois min muis weder haven'. ind began zo grawen nae ber
muis. imd als it got wolbe, der niet doet ſonder fachen, doe he nae der muis groif,
fo vant be in dem loch ander dinge die eme bais dienden: he vant ein jcharp ſchoin
vile ind ein iferen beiffel. be lovede ind dankde got ind ſprach: ‘0 barmbertzige got,
du hais uns vil gueß gedain ind wolt din guedicheit mere an uns bewiſen: gebenebiet 10
moiftu fin nu und 30 allen ziden! lieve vrunde und maege, laift uns got ven beren
loven und danken, der uns finre genaden ſchin doet, dat wir fullen balt quit ind
gevriet werden. burft irs nu beftain mit mir? fiet wat hulpe hait uns got gegeben!
wir moegen allefamen entlomen: bie wile, bie ir bie fiet, Die vant ich Do ich nae ber
1
2
2
3
3
4
or
0
Si
.
(2,
©
I,
o
1499. 573
muis groif, Die hait uns got her gefant, wir willen uns balbe ledich vilen. men gift
uns hie waſſer und broit, — legen wir lange bie, wir moiften balde fterven. fo uns
dan got dat gezauwe verleint hait, fo laiſt uns noch Hint afgain. wir willen ben
zegenpat durch den wir gheen moiſſen, dat is dat befte dat wir nu doin moegen, got
jal uns voiren ind geleiden. nu faget, wat i8 ure wille'* einteil fachten, fi woulden
it waegen up die guet aventure, die anderen woulden des niet beftain ind woulden
overgeven wive finder ind vrunde. bie ghene Die it aventuren woulden, die ſpraechen:
*fullen wir ummer flerven, fo is it beffer aventure angegangen dan alfus hungers
geſmacht: want bliven wir lenger iu diſſer noit, fo moiffen wir an allen zwivel fter:
ven. Die aventuer i8 mannichfalt. komen wir ever enwech ind bat it uns gelucket,
jo wer it fhentlich niet beftanden geweſt'!. ind dairumb woulden fi it got laiffen
walden ind fi) up den wech bereiden. ber Gotſchalk, ber die vile vunden hadde, ber
ſprach: “ir heren, bat wer uns allen ſchande, dat einre van bem anderen fich fulbe
ſcheiden. laift uns loiffen, und up wen bat los velt, wat ber ſelve doet, dat alle anbe-
ren eme voulgen’. ber vait Duchte fi alle goit, dat men alſus dede, ind fi machten ein
108 van hole ind foisden under fih, ind dat los viel up her Gotſchall Overſtoultz,
ind der riede, dat men vrilich und koenlich beftonde fich 30 ſchicken up die hinfart. bo
gint men fniden decklachen ind machten daevan fogelen ind foden die ein iglich fulde
doin over fin fehoine wur dat gliden, want it was gefroren ind lach ein grois fue.
dairnae gink it an ein ilen, ind mallich halp dem anderen vilen van middach bis an
die nacht und wilden fid) alle uis. dairnae nomen fi ir linlachen und knupten die vaft
30 bouf ind liefen fih van tem torn af bis | up die capellen ind van der capellen 30
der linden nieder, ind got halp in, dat fi ale uisquamen, ind fi pacten ſich rifch up
ben wech. got der here, in dem fi iren truwen gejagt hadden, lies fi des geniefjen ind
halp in, dat fi enwed quamen. fi traden upwart zom walde ind dae beilten fi fich
fonder lang meren ind wuſten niet, wair fi uisgaen ſoulden: doch got der here, Der
in nis den banden gehulpen hadde, ber felve gaf ouch in ein rait, wie fi
fih halden fulden. ind der ein, den fi der van Schurge hiefchen, ſprach zo in: “got fi
minre worde begin! got, ber die billigen dri fonink fante weverumb heim 30 lande
ungefangen nis konink Herodes henden, der mois ung hinnit daehen brengen, bat wir
mit vreden mocgen bliven ind mois unfe viande van uns verjagen'. und deilten fich
in dri beil ind ſcheiden fich van ein al weinende. eindeil quamen z0 Sinzich, bie
anderen quamen durch Dat gemwelde z0 Toinburd. here Gerhart Overjtoulg 2,
her Coftin, ber Peter Judde ind fin broever her Daniel quamen in den
Moenichhof zo Undendorp, ind dae wurden ji vruntlich intfangen van dem
broder ver ven hof verwart ind mas genoempt broeder Herman. ber
jelve broeder ſprach: “ir heren, got ſis geloeft dat ir hie fit! noch hint
wil ich ure wail plegen und uch 30 goider vaft helpen'. fi dankten eme
und waren vroe, doch vorten fi dat men in queme naegereden. broeber
Herman fprach wererumb zo in: “blift hier und fchict ure gemach. wir
willen goit hoide beftellen mit ver hulpe godes'. do nu der avent heran
1. ‘Duemen wir binne fo weren wir wird bie Lücke nach Hagen 1889 ausge:
balt’. Hagen 1834. füllt. Vgl. die Anmerkung Bd. I, 210.
2. Durch die folgende Erzählung
Bl.
209b,
Hagen
1890.
BI.210r,
Hagen
1907,
574 VI. Koelhoffſche Ehronit.
quam, ber vurß broeder tueft fi jo wail dat fi gan vroelich wurben: fi
ſluegen ir vefferen af die fi hadden an den beinen und lieſſen fi her und
dair ligen, und bat was in nae qualich befomen. bes morgens waren bie
geft vrue up und woulven fich up ben wech machen und hoitten fich we⸗
nich vur leide. fiet fo wart der moenich gewair, bat die van Air bajte 5
heran quamen. ver moenich beftalt fich rifch in ein anderen hof und
beflois fi vaft ind hoich in ein groiſſe Fefefafte, ind broever Herman ginf
weter up finen hof ind dede weberumb an fin Togelrod. mit dem felven
fo quamen die van Air vrue up den hof ind foichten ir gevangen umb
ind umb, ind fi wurden ber veffere gewair die fi af hatten geflagen. ı0
bo endorſt ver moenich niet leufelen, bat ft aldae geweſt hepben, ind
Ipraechen zo eme: “here moenich, wir fin her gewiſt nae bejen untloufen
Cofneren, ind des vinden wir fichere wairzeichen, bie veſſere daemede fi
gebunden waren. wilt ir behalven ure ere ind ures beren hulbe, jo faget
uns wae fi hin fin fomen. ind enwift ir uns bie niet alzehant, fo willen 1
wir den hof anftoiffen ind verbernen‘. “ir beren’, fprach der moenich,
‘fo mois mir got helpen, hude morgen an der bageroit ilven fi van hinne
ind dochte fi nochtant zo ſpade fin, want fi in vorten waren van ure
zofumpfte. fi zoigen enmwech und fachten mir niet, wae fi bin woulden'.
bie ruiter enverlieffens in niet, he hette ji verborgen, ind Dairpurch quame 20
he in groiffe anrft ind noit, mer fo wat fi eme dreuweden of daeden, be
bleif umber fteve up eime worde. die van Air faegen den caften an Dae
bie gefangen in verborgen waren, ind jo wae ftroe of korn lach, dae
ftaechen fi durch mit geleien ind fwerben. vie gefangen. in dem fefecaften
laegen in groiffer anxſt und noit, fi fweisten van enzten a$ ein ber, »
fi machten wenich worbe. do fi die Coelner lange geſuchten ind niet envonden, fo rei-
den bie ruiter weberumb heim. as fl enwech waren, bo wurden die in dem fefecaften
fere verfreuwet, a8 bie bri finder die in bem ouirigen oven laegen und bat vuir umb
fi) faegen bermen und Doch werloft wurden van got bat fi levendich bleven. it was
jere heis in der Kiften dae fi laegen, dat fi biuae verftidt waren. fi verfangebe 30
uis der maeſſen fere, wan ber moenich queme und brechte goide mere, dat bie rniter
vau Air weren heim gereden, up dat fi enmwech quemen. ind want broeber Her:
man alfus langſam weverumb quam, wurden fi ie [enger ie mere mit
enzften ind forgen umbfangen, of bi aventure einige unrait bairtufchen
fonıen were, want nae dem gemeinen ſprechwort: “ungelud und ungevel- 3
fige din? nummer of felven allein ſint'.
| Do die ruter var Air waren wibber heim gereden, jo quam ber monich vroe⸗
lich zo in ind mit groiffen vreuden dede be den caften up. do be die cafle upgebain
hadde, it rouchde fo fere dairuis gelich als were it ein vuirige ove. fl gingen dairuis
vroelichen a8 nis eime berneden vuire. broeder Herman fachte: “ir beren, macht uch ao
1499. 575
bald zo Remagen ind laift uch dae over Hin ſetzen und geit asdan dae ir moecht
ſicher fin’.
1262.
Wie den erloifen heren van Coellen, wederumb verreitlich gelevert, durch ir innige
5 gebede Maria go moder wunderlich halp.
Sn den jairen uns beren 1262 up unſer liever fraumen avent an- Sagen
nunciationis gnamen bie vurß burgere van Coellen, die gefangen geweft waren, Mär324.
zo Remagen in eins viſchers huis, ind in dem felven huis naemen fi ir berberge ind
deden ir overften cleider nis! ind wainden bes nachtes dae 30 bliven, inb
10 up dat Maria die troefterinne aller bedroefven in hulpe uis aller noit, fo aiffen fi des
avents niet dan wafler ind broit. do die erloiften man geffen hadden ind meinten bat
fi gant unbelant dae weren, fo fumpt ein rebalt ingegangen ber fi lante: be fprach
in 30 inb noempte fi alle mit irme eigen naemen. “ber ®erhart’, fprach bei, “ir dorft
uch niet voirten, uch enfal ghein arch van mir geſchien: ich bin ein van uren armen
15 maegen. bie fal ud) niemant ſchaden boin’. her Gerhart antworbe im: ‘wir willens
wail weberumb intghein uch verdienen, dat ir uns troeftlich ind behulplich fit, dat wir
alhie niet vernommen werben ind wie wir nnverclidt moegen van binnen fomen’.
ber verreber ſprach: ‘fo mir got help, ir enlicht hie niet ficherlich, ir fult noch hinnit
mit mir bliven ind willen oroelich zofamen fin. ich fal uch geleiden wae ir wilt, ind
willen uns bereiden vru up den wech’. diſſen veir mannen bebagebe fin zofagen wail
ind woulden mit eme gain. ber verreber ſprach: “Lit uch ein wenich, ich wil vur⸗
gain und mich dairzo bereiben, bat ir kommet in ein goit berberge'. Die veir man
antworben : ‘als ir wilt, fo willen wir fomen’. nu boeret wat ber verreder bebe: he
gink zo dem richter van ber ftat ind fprach zo eme: “her richter, it is vurhanden ein
aventuer, Dae ir 300 mark moecht Triegen. mad) ich 30 mark genieſſen daevan, ich fal
uch Die wifen und wil uch ein goit pant dairvur beſtellen'. der richter ſprach: bringſtu
noch deſen avent bat pant her zo mir, fo wil ich Dir Die 30 mark geven’. ber ver-
reber autworde: “ich wil gain ind holen dat pant’. ind van ſtunt an ginf he noch ben
veir mannen. ‘wail up, ir heren', ſprach he, doet ure owercleider ane und voulgt mir
30 vri nae. ich ſal uch in ein goit berberge bringen, bae ir fin fult ſonder
alte ſorghe.
2
>
2
on
Her Gerhart Overftoulg do ſprach ..... rn
alle die uns haſſent ain unfe ſchult'. BI. 2100
Do nam ber verreder die 4 man mit ſich ind brachte fi in ber Ailfs des vichter® Sagen j
35 huis. der richter hiefch fi alle willefomen fin und entfink fi vruntlich. ſi dankten eme: 1985-
‘got gewe uch ere und vromme'. bo her Gerhart ben richter fach, fo ſprach he zo eme:
‘fiewe ber richter, wir komen ber 30 uch in goiden truwen ind begeren var uch, bat ir
uns wilt herbergen deſe nacht. unfe lieve vrauwe halt uns her zo uch gefchickt, ind
dairumb hoffen wir und haven einen goiden zoverlais, dat uns julle alle goit van uch
geſchien. ir fit var fo goidem art herfomen, als wir dicke gehort haven: fo hoffen ind
getrumwen wir an ure edelheit, bat die niet zolai®, dat uns iemank Bi uch moege ge-
ſchaden. up fulche gelouve und getrumwen hain wir uch gejoicht und fin ber 30 ud
fomen: nu duet uns ure genade und laift uns bes geniefjen’. der vichter ſprach:
4
©
1. Bol. Hagen 1964: doit ure overcleider ane'.
576 v1. Koelhoffiche Chronik.
blift bie bi mir. doin ich uch ungenabe, fo moi® mir got boin als ich ud doin'.
fi bleven bi dem richter ind der verreder gink enwech. bo intfienk fi Der richter ander-
werf mit groiffer vreuden und fere vruntlid und ſprach zo in: ‘liewen vrunde, fit
van bergen gang vroelid und flieffet uis alle forge und bangicheit des gemoids.
ich ſal uch enwech helpen mit allen truwen und ir fult dat bevinden, bat 5
ich mit aller nerjticheit und getrumheit wil dairumb uis fin, bat id ud
Bl.2110.
brenge dae ir ſicher ſit. morn vrue wil ich uch helpen dat ir over Rin kompt, und dae
ſit ir verwart. der boeſewicht, der uch zo mir bracht hait, der was vur bi mir geweſt
ee dan he uch her brachte, ind he ſprach zo mir mit bedeckten worden: wilt ich eme
geven 30 mark, he woulde mir deſe nacht beſtellen ein pant van 300 marken. dat fin 10
hertze moifje gefehant werben! Judas verfouft unfern heren niet dan umb 30 pen-
ninge. nu fit ir gobe niet geliche ind woulde uch mir zomail buirre haven gegeven
umb 30 marf. got gewe eme ben loin ben got verreder Judas intfint: do be werlouit
unfen beren ind fin gelt entfangen hadde, do ginf he dairnae und erhink ſich jelis,
und dat was fin recht loin. ich woulde', ſprach der richter, “bat fi alle dem loin int: 15
fingen die an einigem man Judas art bewifen. geit ſlaifen, got moi® uch bewaren.
ich fat beftellen, bat iv morgen vrue over Rin kompt'. deſe gefte dankten got, dat
be fi ever verlojt hadde van dem valfchen verreber ind in jo ein vrommen
getrumen wirt zogevoeget hadde, ind gingen flaifen. fe bald als it began zo
bagen, fo gewan ber richter ein ſchif, ind ber Rin gink ftark mit ife, bat niemant in 20
einher wife fich bairover gewaeget ſulde haven. ber richter ind Die 4 man gingen 30
ichif in eime ftarfen hoffen zo Marien ver hemelfcher koninginnen ind
moder der barmhergicheit. it mas unfer liewer vraumen dad) up den bad, ind
die dede ever bi deſen ellendigen mannen ein zeichen, ind alfo got dat rode meir van
ein ſchiede ind die Joeden dairdurch voirte, jo fcheit ſich up die zit dat is: fi voiren %
durch dat is ſonder hinderniffe, und achter in gink it weber 30 houf fo bald a8 fi over
quamen. fi dankten got dat he fi jo wunderlich verloift hadde, ind traeden
uis up dat lant. ind as fi alfus ftonden, fo fain fi achter in over Rin ir viande:
mer fi voiren oroelichen ind unverborgen ir ftraiffen unverveirt, want niemant moichte
in gevolgen umb bie bijterheit des iſs, dat unbejtuerlich in dem Nine »
woiffe ind van boven drange. her Alof ver richter began zo ſprechen ind fachte
30 den geiden mannen, bie bi eme des nachtes geherberget gewejt waren:
‘unjer liever vrauwen endiende nieman, eme geſchege troift. wifjet Dat ich uch be liever
hain:, mir is ghein zwivel dairan, ir hait fi geeirt mit eime billigen dienſt, want men
fiet dat uch ure dinge nae wunſchen gain’. die 4 manne antworden eme: ‘ir fpredht 35
as ein verſunnen getrume man der uns goig gunt. wir willen jo lange wir leven ud
dienen’. ind fi schieden van dan, ind gingen diffe 4 man bis 30 Siberdy 30 den mioen:
chen in.dat cloifter!. dp ir viande, des bifchofs dienre, in niet volgen mod)
ten, fo woulden fi in doch laiffen wilfen, wie it mit den gevangen Coel⸗
neren gelegen were, und quamen zo eme und clachten im jemerlich, wie o
die vurß gevangen 4 man intgangen weren int zo Remagen over Rin
6. getrwheit.
1. Durch die nächften Sätze wird die Tiide nach Hagen V. 2060 ausgefüllt.
1499. 577
gevaren int bi aventuren bairumbtrint weren nevergejlagen. do ber bi-
ſchof gewar wart, dat fi dae waren bi den moenchen, fo fehreif he in, dat fi
eme up verlieffung ſinre hulde die fcheffen fulden halden, ind alfo endorften fi niet dae
bliven. fi beftalten in ein ſchif ind voiren des nachtes den Rin af bis 30 Nu-
megen in bie richftat im Gelrelant ind dae bleven fi ori und umbeſchatzt.
I,
Wie die vrunde der 20 verdrevener burgere, die nn nis der gefenkniffe komen
waren, boden bifhof Engelbredht 1000 ind 500 mark, dat he die wederumb
wonlde komen laifen in Coellen.
In demfelven jair a8 vurß, as die gevangen van Air waren uisfomen, Hagen
jo begaf it ſich dairnae, dat biſchof Engelbert, umb gemalt ind unrecht Dat eme geichach 2067.
varı der burch Thoinburch, belacht Die ſelve burch ind lach dairvur mit groiſſem coften,
Dat he benoediget wart umb gelt. als he nu vur ber burch lach, fo quamen bie runde,
Die noch in Coellen bleven waren ber ghenre die nis Eoellen verbreven waren, 30 des
bifchofs broeder der genant was her Diderich van Valkenburch und fpraedhen 30
eme: ‘men jpricht, ur broeber unfe here der bifchof fi fere befummert umb gelt in dem
feger vor Thoinburch. die nuwe fcheffen, die dae gefagt fint, die nemmen fo groiffen
chat van ber ftat, beide van armen ind van richen, dat gein jchats dem mach gelichet
werben. dat fi eme leinden 10 buifent mark, dat ſchedde in fo vil a8 verloer einre mit
fpelen ein mark. bat wer ein clein ſchade ind fi deden bat billich. uns allefamen ver-
wonbert, bat fi fo grois goit gebruichen und underhanden baven uis des bifchofs
ampten ind boint eme gheinen dienſt daevan'. ber Diderih van Valkenburch
vurfß, des bifhofs broeder, antwerde hierup ind fprad: “ir beren,
belpt hiezo raeden. ir wift wail dat fi bie gemeinde an in haven: bat nu der bifchof
min broeder wat mit in beftonde ind hebbe ghein vortgant, fo ftunde he im fchanden.
Dairumb wil ich van uch hoeren einige wegewijung, inb dairnae mach he it mit in
anevain. ind is it fach dat der anſlach goit is, min broeber der bifchof fal uren willen
weberumb boin’. die van dem geflehten ſpraechen: ‘here, wir willen ung
mit unfen vrunden bairup beraben ind willen uch morn ein antwort geven’. bes
anderen dages quamen fi wederumb 30 den beren van Valkenburch. be ſprach zo in:
30 ‘wat goider meren bringt iv uns? ir und ure vrunde buiffen Coellen fullen des ge-
nieffen, kunt ir wat guetz und nu bibrengen mime broeber’. die van den ge-
flehten antworben eme und ſpraechen alfus: ‘wir raeden vur uns heren
des bijchof8 befte, dat be fin werermoit intghein unſer werbreven ind verjagebe vrunde
afftelle ind doe in genabe, bat fi wederumb moegen in Eoellen tomen. fi fullen eme
nnderbain und behulplich fin 30 allen Dingen. her Herman der greve inb her Mathis
der vait mit anderen unſen vrumden die buiffen fint, — komen fi weber in, fi fullen
den numwen jcheffen iren text wail lejen, die welche jcheffen niemant enfpaeren und
briven groiffen overmoit: it fi der || arm of der rich, fi nemment wae fi it kriegen Bi.
funnen, fi nemment van iverman beide gelt ind goit. dat laift uch’, ſpraechen fi 2118.
40 vortan, ‘erbarmen. Tieve here, belpet unferen vrunden mweberumb berin, der 20
i81; Die felven zwentich jullen unſem heren dem bifchof geven 15 hondert mark up
eim boufen, ind mit dem felven gelbe ftoppete he finen kummer. here, bit willen wir
1
=
1
or
2
—
2
—
3
>,
1. Der Tert Hagen’s, der gar nicht Falkenburg V. 2143: ‘urre zmenzich fo-
von den 20 Sefangenen fpricht, ift miß- len geven me noch min dan wunfzein hun⸗
verftanden. Vielmehr jagt Dietrih von dert marc.
Städtechronifen. XIII. 37
Hagen
2151.
eb. 2153.
B1.2128.
Hagen
2189.
/
578 VI. Koelhoffſche Chronilk.
doin und dat woecht ir unſem heren dem biſchof urem broeder anbringen, dat he uns
hienp geve brief ind ſiegel, dat be uns vortan bi unſen rechten laiſſen wille ind die 20
man, bie uiſſer Cyellen waren verdreven, widder will die ſtat genen.
* Ein cloik anflach, wie dat biſchof Engelbrecht die unwen ſcheffen fonide motgen
vain uud van in fcheken ein fumme van 10 dnifent marken, dat welhe Rh 5
ſcthentlich ind funtlihd van arme ind ri geplucet hadden.
Up dat bie vrunde der nerjagven burgere fich dem bilchof angenemer-
meechten durch die bat die fi eme zovoegden, gaven fi bes biſchofs broeber
goiden rait und anſlege, bat bifchof Engelbrecht fin viant operwunne,
und dairzo dat. he-moecht Friegen ein groiffe ſumme van gelt van finen 1
amptluden, als waren die nuwen fcheffen binnen Eoellen, die in irme be-
vele fere groflich und uis der maiffen overtraeven, ind begerven bie vurß
vrunde van des biſchofs broeder, dat he doch fulche rede in der bequemſter
wije an ven biichof brechte, dat. fi Doch eins moechten erhoert werben umb
al dat fi gepain hedden ind noch moechten boin. 15
Rem up dat eirfte umb fin viande 30 verwinnen, was bat ber anflad),
dat be ein huis dae zimmeren bede wur Thoinburch ind bejeßte bat ſelve huis mit
luden, die die ghene die in Thoinburch ſint beſtreden.
Item ein auſlach die nuwen ſcheffen zo grifen ind zo ſchetzen is,
dat der biſchof komme dan mit dem beire, bat vur Thoinburch liget, unverfieng binnen 2
Coellen: wir willen eme Die porte upboin, fo darf he niemant entvorten ind komme
ſtracks mit dem volfe up fin fale ind fende nae allen Icheffen ind lais ſi gemeinlich vur
in komen und ſprech dan ag fi vur in komen fint: ‘ir beren, ich Bain verflanben
van uch groiſſe elage ind. onermoit, beide van arm ind rich, dairumb mine manne
und mim rait jagen mir: lais ichs ungewrochen, fo have ich des verwis in allen fan: 25
ben. ir nempt lefterfich ind jchentlicy, beide van arm ind rich, van groi ind clein in
ber flat van Soellen dae ich ein here bin, ind taft verrer dan uch bevolen
is'. ind asdan mach men fi up bem fale vain ind fi in irs felfe veſſer jlaiu ind bie
affegen ind Die alben jcheffen widderumb annemmen. wir willen
ouch dairzo helpen unfen heren dem biichof ind unfer leven bi eme Laiffen. 10 duiſent 50
mark, of fi die geven, of ein kiſelſtein, dat ſchadt in gelicy vil'. her Diderich antworde
in ind ſprach: *ur.rait inb ur begin is goit. verfichert,mich ber 15 hondert marl.
ich wil beftellen dat ure vrunde fullen balde widderumb inkomen!, ind wil alle binf
tufchen uch ind minem broeder dem biſchof nederlegen und brengen uch des verſiegelde
briewe ee ver bifchof 30 Coellen kumpt, bat ir verfichert fit dat alle dink doit ie’, ber 3
Diderich ſas up fin pert ind reit 30 fime broeder ind bracht eme Die vroeliche botjchaft,
wat be hadde owerbragen mit ben vrunden ber beften van ber fat, als vurß i8.
So wie biſchof Engelbrecht dede die unwen ſcheffen vain ind gefenklich halden
ind fere treffelich ſchehen.
I Do dem bufchof van fime brober deſe reden wurden vurgehalben, fo beviel eme 4
1. Bei Hagen B. 2174 fagt Dietrich: unde doit ure vrunt fuel komen im’.
1489, 579
Die meinung wale ind bebe fnellich al Dinge bereiden a8 hie vurß fteit. tuſchen dem
buſchof ind den verdreven burgeren ind ſcheffen wart gedeidingt ind wege
vonden, dat ſi geven ſulden die 15 hundert mark ind dat ſi weder vri ind
ſicher in Coellen komen moechten. die brief wurden gemaicht, dat gelt
5 wart gegeven ind wart ſicher zogeſacht, dat fi des eirſten dages nadem
as der buſchof binnen Coellen komen were ind die nuwen ſcheffen nae
dem vurß anſlach avegeſatzt hedde ind die gemeine mit ſime heir, dat he
mit ſich brachte, zo ſime willen hedde, asdan ſulden ſi die ſtat wederumb
haven. mer it geſchiede anders, als hernae geſchreven wirt, ber buſchof Sagen
10 quam eirlichen zo Coellen in mit ſime heir ind wart eirlichen intfangen van den
alpen geſlechten ind gink up den ſale mit der wiſe als vurß is. Ye vinf Die
ſcheffen ſunder were. die eiſſel deden gelich of ſi der gantzer werlt goit woulden an ſich
bringen, ſo recht leſterlich beroiveden ſi beide arm ind riche: dat moiſten ſi nu bezalen.
der buſchof vurß ſprach: “wift mich den ſchatz den ir genommen hait van deſer ſtat.
15 ich jagen uch: fit des ſicher, ich wil uch ſlagen in die ſelven iſere Die ir lieſt bereiden
den alden fcheffen die nis Coellen verbreven fin, want ich weis wail dat ir-me dan 7
jair tol ind axiſe gefchatzt ind genommen havet van der flat, ind ich have noch nie ver-
nomen, wair deſe ſchatzung fi hin komen'. die ſcheffen antworben: “here, wir haven in
anders niet nisgegeven dan in ber ſtede behove ind hate. wir hain uch ouch bewilen
20 mit geeirt ind geleirt in urre vrunde bienft, ind wat wir verjuimpt haven,
Dat willen wir vervullen’!. ver bufchof fprach: “Taift defe worde wallen, ich
feir mich niet bairan. ir fit meinedich ind hait unfe vrie? ftat van Eoellen beſchetzt
bat ſich beclaget arm ind tiche. waevan hait ir 30 briven fulchen owermoit? ir wart
ein deil 30 hoich gevlogen'. der buſchof ſprach vortan 30 eim ban finre ritter-
25 ſchaf: ‘her Peter, Teit fi unden in ben ſale ind ſchuit fi mit Dem felven fchoin; die fi
den woulden angebain haven, bie min here ind min vurvare durch iren rait vink ind
fante zer Air’. die ſcheffen wurben angegreifen alzomael ind neder gevont in ben
ſale ind men floich fi in bie vefler, die men ſonlde den gueden Inden umbgeſlägen
hain, bie fi verrieben ind deben vangen. der veir ſturven unden in bem fale, die an- ed. 2280.
30 deren wurden ouch verfmiet unden im ſale bi den doden, ind dat verbroiffe fi ind was
in zomail untere, dat fl fo wurden van'hove geſcheiden Die vurmails plagen mit zo
rabe 30 gaen?. got leicht manchen mit fire eigener ruibeh bie he doch eime anderen
gemaicht hait: die vier, die dae doit bleven, däeden die ſelven veſſere ſmeden mit
feninne ben gueden mannen Die verdreven wurden, ind ft meinten, bie jelven foufen
35 in ben vefferen geſturven fin, ind ft vielen i in irten eigen ſtrik.
Hiebi ſiet men gewis a te eb. 2201.
bat der guede got ein recht richter 19: X W
mancher buit deme anderen val pa 0 eb. 2211.
. ind velt jelfs in ben ſelven bat.
40 Wie die porken der flat Coelne ind die flufel 30 den feloen yore buſchof
Engelbert overleuert wurden. '
Fᷣ die van dem geſlechten, die noch binnen Coellen waren, buſchof Engelbert eb. 2243.
. Wir fullen uch noch dienen vort'. 3. Vgll die ſprachliche Erläuterung
Hag 2215. zu Hagen 2280.
. ‘De veil reine ſtat'. H. 2218.
37*
*Agripp.
830 (9.
Agripp.
838,
Hagen
2258.
eh. 2262.
580 v1. Koelboffiche Chronik.
mit den finen ingelaiffen hadden ind bie nuwen fcheffen afgeſetzt wurben, fo ſprach ber
van Bitinchoven zo dem bufd;ove boven up dem fale: “here, ſprecht dem voll zo, bat it
unververt fi, ir wilt in ein genebich here fin ind wilt alle dinge ſchicken ind
buegen 30 dem gemeinen goide'. *ind der van Vitinchoven gaf ben buſchof ein
. rait, dae be Die gemein volgich ſach, dat he van den burgeren wur rechtenort 5
die ſluſſelen van allen porgen ber || ftat an fich neme ind beſetzde die porken mit finen
vrunben |*. der bufchof gaf dat vur der gemeinde ind die gemein bewillichte
eme dat ind Lieffen Die ſluſſel halen van den ghenen bie fi hadden, ind overlever⸗
ben die dem bufchof. ind als ich hain hoeren fagen, jo hadde in bewa⸗
runge ein ieder collegium ein fluffel zo einre porken. ind ber buſchof be- 10
fatste die por&en mit finen luden ind ſterkte Die vaft fere.
O boe8 gemalt, fnoebe gericht ind partilicheit, wie haiftn fulche wirbige Hillige
flat under bie woeffe bracht ind van ber herlicheit in bie bienftberlicheit, van
ber vriheit in dat eigedom!
Wie bufhof Engelbert umb groiffer fiherheit zwen flarke inru als burge mit 15
wichhuſeren dede machen an die Katmuir van Coellen, die damit in betwank
30 halden, dat ein 30 Beien, dat auder 30 Rile.
So nu bufchof Engelbrecht die ftat van Coellen gang zo finre hant
hadde, up bat he bie aljus behalten moecht vur fich ind fine naevolgere
mit willen of mit unwillen der burgere der felver ftat, dede he in furger ©
zit dairnae zwene ftarfe turne mit wichhuferen hart an der ftat Eoellen
muire machen, bi aventuren van dem gelte, dat die nuwen fcheffen ind
ber verdreven burgere vrunde gegeven hadden, a8 ouch nu zer zit anno
domini 1490 ein ſtark jlo8 gebuwet is zo Main, umb bie felve ftat in
bezwanf ind unterbenicheit der bufchoffe 30 behalvden, naedem als fi die #
unber fich bracht haven, als hernae gefchreven wirt anno dni. 1462.
Zom eirften begonte der bufchof zo bouwen boven an ber ftatmuiren
ein groiffen ftarfen fchonen turne ind i8 genoempt der Beienturne? ind
jteit noch hube 30 vage anno dni. 1499, diſſen turne moichte der bufchof
begonnen haven mit alſusdaniger meinunge, dat bie ftat de bas werwart %
were, ind he enwoulde niet tat einich arge der ftat geſchiede. do nu ber
turne bereit was, fo machte be ein ſtark burch daevan: he macht ein muir bairumb
die wail gewichhufit ind gezinnet was, ind dairzo ouch ein graven ber bairumb ginl.
Zom anderen dede he ouch machen? in furgen dagen ein turne be-
neden an dem ende ber ftat bi jent Eunibertus, ind burd ben gink men z0 %
3. woulde' flatt des zweiten wilt'.
1. Vgl. Bl. 315% und 330b, 3. Gemäß Hagen 2262 wirb auch ber
2. Hagen 2257 fagt nur: “an dem Rieler Thurm vom Erzbifchof nicht er-
un de 30 Beien fteit maichbe man eine baut, ſondern nur ſtärker befeftigt.
urch gereit’.
1
1
2
3
3
or
©
nr
©
or
1499. 581
Rile, ind lies ouch ben fo flark ind vaſt machen, bat be unverwinlich geacht wart.
ind foften die burge over die 6 dufent mark.
Wie der unwen ſcheffen ein deil 30 genacden quamen ind den nisverdreven bur-
geren hinderli waren in Coellen zo komen, wiewail die fumme geltz, als 15
dnfent mark, daeunr bezailt waren.
Do nu bufchof Engelbert die ftat inhadde nae fime willen ind ſich
verwart hadde mit den ſtarken burgen, dat ſi eme niet wederumb lichtlich
zoruckvallen moichte, underſtunde he eiſtliche ſchetzung zo vorderen van
den underſaiſſen, als hernae geſchreven wirt, ind began eirſt pur ſich zo
nemmen die nuwen ſcheffen, als eme was geraiden van den alden ſcheffen
as vurß. die nuwe ſcheffen laegen noch in dem ſale gevangen, ind dae ſi
vernamen, dat die alden ſcheffen weder ſulden komen in Coellen, ſo geſonnen ſi genade
an dem buſchof ind ergaven ſich zo ſinem willen, up dat he ſi nis den veſſeren dede.
buſchof Engelbert vurß ſprach: “noch niet, ir heren! ich ſal uch noch bas ſchetzin ind
fal uch Ieren ind underwiſen, wie ir urem rechten heren fult widderkeren fine arife ind
die ſchetzung'. der jcheffen flurven vier unben im Sale. bo dat bie anderen jain, bat
fi den wech foulden uisgheen, bat verſmeede fi fere: bo verſoinden fi fich ind maechten
fih overmit ir gelt fo Liefelich, bat fi der bufchof weberumb 30 fime hove Ties komen
inb wurben mit fin raeßmenne?. dae nu der viſcher mit den anderen weber rait
gaf dem bufchof, fo bleif he ven gueben uisverdreven luden hart. och leider, bie
buirfche ind valſche raigmenne beftalten dat durch irre verreberie, dat
men bie nisverbreven guede menne biejch enbuiffen bliven, van der wegen doch gele-
vert ind intfangen was bie ſumme geltz, bat fi weber ſulden in Coellen fomen. doch
wart ein ander bad} gelacht in dat cloifter zo Wier, dat gelegen was buiſſen
Coellen vur der Wierporken, bat fi allefamen bair quemen, ind dae ſoulde
der bufchof ſelfs perfoenlich komen, ind aldae foulden fi hoeren des buſchofs
willen. dae nu ber beflimpte dach quam, fo quamen bie verbreven burger daehin.
buſchof Engelbrecht was z0 der zit zo dem Bruel ind fant her Herman van Vitinchoven
ind ber Beter van Krain van fint wegen 30 den niönerbreven burgeren gen Wier, ind
fi quamen dair gereben. ind als fi dair lomen waren ind die alben fcheffen van Coellen
dae vonden, fo ſpraech ber van Vitinkhoven zo in: “unfe here i8 30 dem Bruel. ir
heren moeft bie enwile vertreden: wir haven ein botichaf zo doin van uns heren
wegen an bie gemein in ber flat, inb bie moiffen wir vur nisrichten nabem a8 be
uns bevollen hait. ind as wir Die uisgericht haven, jo willen wir widder ber 30 uch
fomen. bebben wir mit ber gemeinde geſprochen, ſo ſoulde ure twiſt intghein die ge⸗
meinde bald afgeſtalt ſin'.
Mirk hie wie die guede verdreven man wurden umbgeleit zo ireme
ſchaden. item zom anderen is zo mirken uis ein deil vurß geſchichten ind
16. undem. 17. ſoulde.
1. Das läßt Hagen 2817 den Erz: ganz anders als oben ©. 579 verſtanden.
biſchof ſagen. Sal. bie ſprachliche Erläuterung zu Ha⸗
Hier werden die Verſe 2280 ff. geu2
Sagen
2269,
Bl.
2130.
Dt.
213b,
Hagen
2317.
eb. 2321.
582 VI. Koelhofffche Ehronit.
such uis ein deil bie naevelgen, bat bie regenten ind vurweſer ber ftede
ind der lande, fo wanne fi ir underfaiffen redelich ind manierlidy halden
in der fchegung ind in bezwanf, jo haven fi die lief inb wert ind fin in
gehorfam bis in den doit. mer wanne fi tie underfailfen boven maiſſen
ind vermoegen bruden ind befnagen willen, jo werben fi in weberjpennid) 5
ind willen niet allein niet halden die nuwe upleging ind fchegung, ſunder
ouch die alden herkomenden geboerlicheit. alſo ſchint it hie mit ber ftat
van Eoellen mit dem bufchof vur ind mit ven 15 geflechten nae tie
genvempt fin bie alde heirſchaf: hedde' ver bufchof vebelich ind gueber-
tierlich mit der gemeine umbgangen, bi aventuren bie gemeinve hedde ein 10
lange zit fich gehalden an den bufchof, ag bi ten vurß bufchoven bat
meifte veil gefchiet i8, dae men gheinen unwillen ver bufchove intghein
bie ftat gejchreven vint. besgelichen: hedden bie 15 gellechte fich vrunt:
lich ind buxgerlich gehalten 30 der gemein, jo hedden fi bat regiment ind
overſchaf in ter ftat van Eoellen behafven z0 den ewigen dagen, ale fi 1
van langen alden ziden her gehat haven ind ouch hernae ein zitfant had⸗
den, mer nu zer zit gan verloren anno domini 1499, dat began umb-
trint anno domini 1398 1, als hernae 30 ver zit bejchreven wirt. .
Nota.
Item van der vruntichaf, wie fich regenten ind overften van landen =
ind ſteden, beide van geiftlichen ind werltlichen fineve, halden ſullen zo
ben underſaiſſen, haiſtu fuverlich beſchreven ein mirklich lere von Traja⸗
nus dem 14. keiſer van Rome nae Julins Ceſar folio 59.
| Dat bufchof Engelbert van Yalkenburd) nuwe amptinde ſetzen wonlde ind gefau
grois ungewoenliche zife binnen der fat Coellen. %
Diffe zwen reeben van Wier binnen Coellen, die dem bufchof affenthalven
unberbain was, want bie fin hadden in die porgen ind die fluffel dairzo
ind die thurn die he hadde boin machen, ind hierumb meinte be, bat be
bie ftat Lichtlich ziwingen ind bringen woulde, dat fi finen willen dede.
as bie vurß zwen raetzmenne des buſchofs binnen Coellen quamen, lieſſen #
ft ein gebot doin allen broderſchaften ind der ganter gemeinde, bat fi zo
bouf komen foulden up lif ind up goit up der burgere huis, ft woulden
in verfundigen bat in ver bufchof bevelen hadde. ind a8 die gemein ver-
gabert mas, fo fprady Her Herman van Bitinchoven van ber burger huis wan boben:
| “ir heren alle gemeine, hoirt mins heren botichaf Die ich an ndy zo boin have, ind jult ®
31. alle.
1. Genauer 1396.
149. 583
die guetlichen verflain ind wil ouch Die aljus gehalden haven. ber buſchof, unfer alre
bere, wilt wiffen bie gelegenbeit ind orbenunge ure flat ind milt
ber ftat nuwe jcheffen feßen Die genedihlih mit uch fullen umbgain, bie
uch niet fo unmanierlich ſchetzen ſullen ala bisher ein wile gefchtet iS. item be wilt
5 fegen ein burgermeifter ind dairzo ein amptman! van finen wegen, ind fo wanne bie
flat fal 30 raede gain. fo Iullen bie zwene bairbi fin, ind bie fullen niet zoleiffen bat
iet. befloffen werbe up uren ſchaden. min here fuit an, bat ir eme 30 willen fit, dair⸗
umb wil be uch wedernmb ein genebich here fin. item vort wilt min here haven bier:
artfe, wegegelt, wegezol *ind allen moelenarife2]*. diffe dinge wit min here van "Agripp.
10 uch umb ure beften willen ind des gemeinen goig: min here mach uch dat bais wib-
derumb verfien, dan dae wifcher Ind becker uch beſchetzden. item wer evenmalt gilt ein
malber, der fal geven 6 penningen, item van eime malder gerften 7 penninge'. item
besgelihen van ander ware wart gefatt arife. ‘bat ſelve gelt, dat von
den vurß waren fumpt, bat jal geleirt werben art mins heren buwe. item zom leſten
15 wilt min bere ouch haven van uch allen, beide van arm ind riche, bat ir uch unber-
einander fchetst ind eme gevet 6 bufent mark (alias inb van 6 pennimgen ein).
ind mit ber ſchetzunge ſult ir quit fin, up bat ir eme des genmichich fit‘. 596
Do die gemeinde bat gehoirt hadde, fo wart ein groiſſe murmulunge unber dem "Bann
volf, inb bald dairnae fo ftilte fich Dat volt wederumb. her Herman van Bitinchoven an,
20 ſprach vortan: “ir beren, ich hain uch mins beren willen gefadht. hoirt Doch noch zwei
wort, bie foilt ir behalben al gemeine: hedde ich allein zwen rod an ind queme
eitt ander, der woulde den einen rock haven ind ich enkunde ouch niet wail
dairpurbin, ich moiften ummer eme lailjen of he woulde, — foulbe he van
ummer verloren fin, eer ich mir dan im lies uistreden mit gewalt, ich woulben liever
25 ſelfs riffen nis mime rude ind geven in bem ber in haven woulde'. actum anno do- HN
mini 1262 up fent Medardus dad; que est octava die junii. D 126.
Yan eime gemeinen groiffen uplonf aller burger in Coellen, die fih wapenden
ind Initen mit allen clocken Aurm, umb afzofellen die vurß ſchetzung.
| In dem vurß jair, bat is 1262, up den 8. dach in dem maent BL
30 junius, dat is der braemaent, gefchach defe morgenfpraeche van des bu-
ichof8 wegen als vurß is. fo bald a8 her Herman von Vitinohoven fin
wort uisgejacht hadde, dat jwairlich den vrien burgeren van Coellen 30
hoeren was ind moichten fich ouch.niet wail dairwidder legen, want,ber
buſchof ſere verre bie jtat under fich bracht habe, — wad hoch ein vromere, Sagen
35 Everhart genoempt ind woinde up bem Buttermart, der vur anderen bes bu⸗ '
ſchofs vurnemmen operlachte. ber verkoende fich ind rief mit Inder ſtimme
uis ber gemeine: ‘ir heren inb ir vrunde al gemeine, ir hoert weil, it f ber arm
of ber rich, it geit uns alle gelich an. ir hoert wail, wae bat jpil bin wil. *dat men ugripp.
ums fcheßet, Dat were ummer 30 liden, aver als ich hoeren fo be ipricht, fo enblift uns 2301.
2. ind wille.
‘De burgermeifter und de ampt⸗ 2. ‘Alle de molen und be affife'. Ha⸗
8* Hagen 2333. gen 2347.
584 VI. Koelhoffſche Ehronil.
noch rock noch hemde mit dem mebercleit.|* vervloicht fi he, ber it dairzo leift
fomen, dat men in zomail encleive! got mois it erbarmen, bat men bie billige vrie
flat van Coellen alſus umbſatzt hait mit burgen, bat wir eigen moiffen bliven ind be-
"Agripv. jagt! werben z0 ben ewigen bagen mit wive ind mit finde. *|onrmaile, fo ber fiebe
2109). frunde z0 eime leiferlichen of koninklichen hove plagen 30 fomen, |* inb wan men bie 5
burgere van Coellen ſach Tomen, jo [prach men: “hie foment die heren van Coellen in
"Agried. groiffer even’?! »nu is it leider hirzo komen. och edel burger ind heren, laiſt uns
8486. »
2413). zofamen balden ind umfer unrecht feren, ind wat wir verloren haven, wibber
umberftain 30 gewinnen.|* got fi it geclaget, bat it ie herzo komen ſoulde, bat ber
ftede vribeit uns alfus benomen i8. ei wie goit ind eirlich wer it, Dat wir wibberumb 10
Agrirpe dairan quemen! dairumb, lieve vrunde ind broibere, *Jeim iglich lonf
beim ind wapen ſich, * ind laiſt uns mit truwen weren ind wederumb gewinnen bie
burge ind turne die der buſchof gemaicht hait, die dae ſtain uns vur ein
ewige ſchande, ind meinte uns daemit zo bedwingen, zo vain ind zo ſchetzen nae
finem willen ind uns zo verdriven nis allen eren'. 15
Bagen So bald a8 Die gemeine beje bertsliche vermanung gehoirt hadde, Tiefen fi alle
ſamen van dem burgerhuis af ind ein iglich in fin huis ind wapenbe ſich. der van
Bitinchoven ind fin gejel mit anveren, die dae waren van des bufchofs
wegen, bo fi bat fain, do maechten ji fich riſch van dem huis zer porken
Hagen uis zom bufchof. der egenant Everhart, der fin mitburger alfus erwedt hadde zo 20
Agripe erkoveren weberumb ir vriheit, lief jnellich up des domps clodhuis ind luite bie flurm-
pina8i®, elock. dairnae gink die fturmeloede 30 fent Mertin ind dairnae Inite men mit allen
cloden ſturme.
| Wie die burgere van Loclen wederumb ritterlichen gewunnen ir portzen ind ir flat,
dairzo in hulpen die nisverdreven burgere die np die zit weder im die ft 2
gnamen.
Hagen Naedem als die fturmeloden waren angegangen, bae gieng it an ein jagen:
2457. men jad) unverzaichlich zoloufen van junk ind alt, wat einen bogen moicht dragen.
eb. 2426. men fach die ftat up ind af mennich duifent wail gewapeber man gain, besgelichen
Agriy⸗ bie vrauwen *| bewisben ſich groislich |* ind Tiefen fo koenlich wis mit ſpinrocken ind 30
yinaBle. ¶nderen gezauwe, bat fi under ſich mail ein 1000 man erflagen hebben.
Do nu die gante ftat Eoellen, beide van vrauwen ind mannen, in
einre fulcher einprechtlicher uproir uiswaren, umb ire jtat ind bie vriheit
irre ftat wenerumb 30 Triegen nis den henden ind der gewalt des bufchofs,
ver fi a8 eigen lude 30 finre hant woulde haven, wart ein rait gegeven, 35
dat men die gene dede roifen widderumb in die ftat, die umb bie vriheit
30 hanthalden ver ftat Coellen verwilt waren 30 den ewigen bagen van
buſchof Conrait van Hoefteden vurß.
I Item do die vrunde ber uisverdrevener burger ſaeghen, dat bie gemein
24. fich faßt intghein ven buſchof umb ire vriheit weberumb 30 verkriegen, d
1. Beſchat'. Hagen 2392. 2. Vers 2411—12 find verjchmolgen.
—
1499. 585
vur welche vriheit 30 hanthalden die overjten van der ftat verbreven ind
gevangen waren, deden fi iren maegen inb vrunden, bie dae buiffen zo Wier wa⸗
ren, kunt boin, bat die burgere mit ber gemeinde binnen ber flat al gemeinlich in ber
were weren, umb irre por&en van ber flat weder zo winnen, bat fi in foenlichen 30
5 hulpen quemen. der bode quam ſnellich 30 ben verbreven burgeren zo Wier ind ſprach
30 in: ‘ir beren, ich fal uch bringen ein goibe botfchaf: bie gange gemeinde van ber
ftat, beide rich inb arm, haven fich geruft ind willent gewinnen die porgen van ber
ftat. desgelichen ſult ir ouch boin. lacht ure hende an mit vreuden, ure dinge fullen
noch 30 eime gueben ende komen'. deſe guede menne waren ber mere vroi ind |prae-
10 hen: ‘bobe, wir banken dir. wir engingen nie fo vrcelichen ganf. wir willen hube
wagen unje leven vur une maege ind vrunde inb wur bie vriheiden der hil-
liger vrier fat Coellen. it fal ung billich Leit fin, dat men fo vil unrecht doet
ber billiger vrier fat Eoelne ſunder recht ind ſunder rebe. deſe zwae burge, bie der
buſchof hait boin bouwen, fal ghein bliven: wir willen mit hulpe der getruwer ge⸗
15 meinde fi fturmen ind brechen of fterven. Doch mois ung got die geven funber fterven
ind doe uns ſinre genaben fchin’!.
Do nu die gange flat in allen ftraiffen waget ind befat was mit ben gewapeben Hagen
burgeren a8 vurß, flalten fi fich zer were ind namen in zom eirflen Die veltporken 2. °
fi quamen bringen zo ben porten in ind waren unverzait ind verachten werpen
20 ſchieſſen ind lagen: al ſain fi vur in liggen die doit gewurpen waren, dairumb lieffen
fi niet af van dem flurmen, ſunder gemweltlich ind viantlich gingen fl 30 den porken:
dueren, dat flogent fi up, bat hiewen fi neder ind gewunnen wederumb bie ebel bur-
gere 14 porken, ind gewunnen bie alle up enen bach ſunder vurrait ind wingen bie
ghene die up den porken waren, ind namen van in alle gewere ind bie
25 jluffel 30 den porgen. were aljulche ſtrit gejchiet ind fo manich ftarke burch ge-
wunnen van alre criftenbheit up die heidenfchaf, man fulde billich Daevan fagen.
So wie die nisverdreuen burgere fere koenlidhen ind ritterlihen hulpen gewinnen
ind afwerpen die ſtarke burch 30 Beien genoempt.
Diewile men alfus 30 den porten flurmbe ind die vaft innam, fo quamen bie eb. 2484.
30 nisverbreven burgere van Wier in die ftat turch Die gewonnen porken, ind
ſunder einich indracht of hinderniffe wapenden fi ſich nae ritterlichen ftait
ind quamen alſus gewapent mit den heren van Airdburch ind zoigen wur die overfte
burch *| die Beien genvempt was. |* die ſelve burch, as vurß i8, was vaft ſtark mit Agrip⸗
einre ſtarker muire die wail gezinnet was ind mit eim umbgaende graven ind hadde dinasa.
35 ein ſtark vurgeburge, dat overſein was alle die ftat3, ind bri wichufer, ind hatten vil
Iude bairup ind was wail verforgt mit provande ind firitgezaume.
die burgere mit ber gemein gingen al koenlich ind unverzait mit fturme Die vurß burch
ane: fie hieven in die muiren ind in die porken mit helmbarten, mit irren ftrit-
hemmeren, mit beiffelen ind mit bilen. do die van der burch fain den
1. Bgl. die ſprachliche Erläuterung Rheinburgen zu Beyen und zu Riel.
zu Hagen 2449 und 2454. Hagen 2464 ‘30 den porten'.
2. Feldthore zum Unterſchied von den 3. ‘Dat ein overbein was al ber fat‘.
Rheinthoren, bejonders von ben beiden Hagen 2493.
- Bl.21öe,
*Hage
2577.
=
eb. 2582.
586 VI. Koelboffiche Chronik.
groijfen moit ind ernſt der Coelner umb die burch zo winnen, jo ftalten
fi ſich ouch menkich in die were ind daben groiffen arbeit: fi ſchoiſſen van
der burch mit pilen ind wurpen van ber burch mit fere groiffen fleinen in ber burger
wart vil doit gewurpen. mer niet be min brungen bie anderen an ind liefen over bie
boden ind woulden ummer die porten gewinnen: fie enachten noch ſchus noch wutrp 5
noch ftich noch Rein, fi hiewen locher durch die duteren. bie van binnen waren,
bie ftaechen heruis ind weirden fich omch menlich ind keirden bie anderen
af die van buiffen ftreven!. in de⸗ fer mangelung lagen fi lange zit.
zom Ieften fprach ber Mathis Overftolg der vait, einre van ben uisverdreven
burgeren, bo he fad, bat men mit der wis im niet ajgewinnen mochte: ‘ir hercn. 10
joilfen wir dat vurburd gewinnen, jo moiſſen wir uns anders auſtellen: wir motffen
30 ben zinnen inftigen. hierumb, bie pris imb ere hude willen bejagen, bie loufen
bald ind hoilen uns die leiveren van ben kirchen. wir willen hude wonderſpiel Bebri-
ven’. fo bald be dat wort geſprochen habbe, fo wurden rechte vort wail 100 leideren
gebracht, ind a8 die leideren dae waren, fo flogen fi am 30 ben ziunen ind begonden 15
upzofligen. bo bie van ber burch jain, bat Die burger fo koenlich quamen anbringen,
fo naemen ft die vlucht van ben wichuſeren binnen up bie burch. alte eirft be-
gonmen fi echt inzoftigen. ber Herman der greve, ein van den uisverdreven
burgeren, ſprach: ‘wer ie goiden vaber gewan, ber werve hude pris ind ere. em
iglich bedenk, wie fin vader geweft fi hievur im biffer flat in vriheit iind in eren. 20
treet koenlich au, got fal uns hude helpen die verloren vriheit wibderumb gewinnen”.
bie porben van den burgen waren al gewonnen usb bie ſelve overwinnunge
verfoente ind gehertzde die burger. williger voulk nie eugewart: ein igliche
vlisde ind Kalte fi ant vurvechten, up bat fi irre vriheit wederumb kregen. fi hiewen
mit gewalt die burchdueren bat fi vielen, ind drungen in bie burch. bie dae 3
binnen waren, die wurpen fo fere heruis, bat ber wurberften vil 30 boit wurben ge⸗
worpen. do dat die hinderſten faegen, Tiefen fi over Die boden ind Der porken 30. her
Rutger Overfiolg, ein junk koen man, ber fpradh: “dat iS der flat van Eoellen ein
clein dink, of ir afgeflagen wirt ein buifent man. Tieve vrunde, umb goß willen, of
iemant vur uch wirt boit gedrungen of geworpen, niet enleret uch dairan, mer bringet 30
ſtark zer porten 30 ind mit dem brud bringet zer dneren in: aljo jo moegen wir ge-
winnen die burch. ich fein, bat Die van der burch fin werpens moebe ind verbluft, bie
burch gewunne nu wail ein kint'. nis deſen worden drungen bie burgere alzo vriſchlich
in unverzaget. *]die up der burch weirden fich troeftlich ind hadden wil Tube dairup,
mer nochtan verloren fi die.|* die burch mart upgegeven ben burgeren, ind bie bairup 35
waren gaven fich gefangen, ind die flat beſatzde die mit iren luden. ver flat muire,
die zobrochen wart an der burch, Die wart weberumb rechte vort gemacht.
Die von dem Huis3 Aersburch, up ber Bach gelegen binnen Coellen
ind hoiret 30 ein van ven 15 alven geflechten und waren: genoempt bie
Dverftoulgen, die gewunnen bie flarke burch van Beien. imo dae ft alremeiß yiwe 40
1. Hagen 2516: ‘fi (doch wohl die 3. Hagen verfteht (vgl. V. 3477) un-
Belagerten) hewin locher durch de dure tev den van Airsburch' offenbar nut bie
unde erſlogen wat da was vure’. Bewohner des jo genanuten Stabweheils.
2. Hagen 2549: ‘der burge tuıne lieber das Haus Arsburg auf ber Bad
wurden gevalt neber’. vgl. zu Weverfl. 3. 441 (Bd. 1, 262).
1499. 587
leden, do Ipraechen fi: ‘wir willen uns hude vrien ind unſe vriheit weberumb haven
of willen niet leven’.
So wie die burger van Eocllen onch gewonnen die ander burd) 30 Rile.
30 der ſelver zit ind up den felven dach a8 vurß zogen die van Niderich, Hagen
ein geflecht in Eoellen alfo genant !, ind die gemeinen burgere van Coellen mol
vur Die burch zo Rile. fi lachten fich vur bat ſlos 30 velde buiſſen ind binnen, bat it
umb ind umb umblacht wart, ind entboden den up dem flo8: wer it fach dat einich
man under in wurde gewunt, it were der arm of der rich, fo woulden fi fi alle henken
bie fi np dem fio® begreifen wurden. bo fi nu our der Durch laegen, fo quam ber van
Hurte ind ber Peter van Kranen, der fachte in, Dat fi der burch upgeven. mit be&
ſchois einre van der burch ind ſchois her Petern in fin hals, bat he Des. berben bages
ſtarf. Die burger beftreben bie burch fere ind Inegen dri vage dairvur. fi beftonden zo
unbergraven bie burch. do die up ber burch dat faeghen, bo deidingten fi fich vri mit
lif ind goit? ind gaven bie burch up, ind bie flat nam bie burch inne mit groiffen eb. 2612
vreuden. bie gemein mit ben overften beftreben ind ſturmden das ſlos fo ritter: ‚lichen vn
ind vochten alle jo gelich, dat niemant den pris allein hadde, fi hadden algemein ind Bl215b.
ftonde ein dem anderen in truwen bi und wunnen up einen bach ir flat weber in ein-
brechticheit, die fi in uneinicheit verlorn hadden. wer fach ie ſo ein wonderlich verwin⸗ Hagen
nunge van einiger flat, in wat laube bat ouch fi, bat ein wriftat, alſus umbſatzt mit 220.
burgen als was bie billige fat van Eoellen, bezwingen weder recht, — dat it get ſo
wunberlich voeget up einen Dach, bat die van Coellen arm ind rich vielen van ber
zweidracht up die einicheit und gewuunen zofamen afjo getrumelichen die 14 porgen,
fo ſtark a8 burge, up einen bad).
ur
bu
©
[0
u
2
©
Nota.
Deſe vurß jchebeliche twift ind uneinicheit tufchen ver gemeinde und
ben overften zo vurkomen ind 30 verhueben in naekomenden ziven ind 30
einre ewiger gevechtniffe, dat die burger van Eoellen fich fo eirlichen ind
ritterlichen erweirt ind entlediget Haven van der bienftberlicheit ind under-
druckunge weberumb 30 irre vriheit, 18 uis fonverlinger wurfichticheit der
regenten ind vurweſeren ver ſtede Eoelne gefaßt ind beftalt, bat men ben
turne van der burch Beien, nu zer zit genant Betenturne, unafgebrochen
lieſſe ſtain a8 be noch fteit Hude 30 vage anno dni. 1499, up bat vie
burger geventen an dem turne fo wanne fi ben fein, bat fi fich verbragen
im eindrechticheit ind niet me verliefen tre vriheit ind zolaiffen, dat fulche
35 bezwank und roide over ſi gemacht werbe. fo durch Die barmherticheit
godes der turne, der eind was ein zeichen ber Tnechtlicheit ind uneren,
is nu worden ein zeichen der wriheit ind ber eren. besgelichen mach ich
ouch fagen van dem turne zo Rile.
14. ſtal ſtatt ſtatꝰ
1. Hagen denkt gewiß wieder bloß an ot fi verdingden fin unbe lebe‘.
ben Stabeiheif Niederich. Sagen 36 17.
2
u
3
o
Hagen
2651.
Agrip⸗
pinas 4b.
Bl.21 68,
588 VI. Roelhofffche Ehronif.
Wie eirlichen dat flos zo Mentz beneden an ter ftat der felver ftat
fi, dat lais ich uisrichten die ghene die up ind af varen!.
Wie zo einre ewiger gebechtniffe ver eindrechticheit, Loeflicher und
eirlicher verwinnunge ind ritterlicher ftrengicheit intghein ire viande zo
Nuis die buiffenftein? in und up ber muiren ftain, lais ich ouch ui8- 5
richten bie gene die af ind 30 baren.
Colne, dank alre eren gode .....
dat i8 etlichen mannen leide.
Wiewail nu die burgere van Coellen ir ftat weberumb gewunnen
ind bie mit iren luden befaßt habven, fo mas Doch des ungemachs und ber !0
anvehtung van iren bifchoffen noch ghein ende, dan got lies fien, wie mit
jo groiffer doechden und rechtwerbicheit he fir gemein goit behalden wil hain, und ver-
bengebe, bat ft fulchen koſtlichen und gevriden fchat der flat van Eoellen mit
groiffen vlis underſtain moiften || mit dem fwerbe 30 behalben, a8 naevoulget,
" ind noch bis ber zo Differ zit anno domini 1499 mit der bulpe gobes bi irre flat 15
Sagen
2669.
Agripp.
852 (H
2681).
Hagen
2717.
ind vriheit bleven fint als getrume vrunde ind geleder des billigen roemſchen richs nae
inhalt der eegemelten keiſerlichen vriheiden ind privilegien.
Wie biſchof Engelbrecht die fiat Coellen belacht mit eime groiſſen heire, ind wie
biſchof Henrich van Lnitge ind fin broder greve Otto van Gelre ind greve van
Gnilche dairinſchen deidingten ind die ſoine machten. 20
So biſchof Engelbert hoert, dat die van Coellen ir ſtat wederumb inhatten mit
ben weidelichen burgen, bie he hatte doin machen mit groiſſer koſt ind
die ſtat umbſatzt, wart he ſere bedroeft ind zornich, dat men in lange zit dair nie
lachen ſach. be clachte dat ſinen vrunden und maegen: he wolde dat weder wrechen,
al ſoulde im dat fin leven coſten. *] be ſoichte hulpe ind troiſt ind ſparde ghein gelt. 25
ber van Vitinkhoven gaf eme ein rait, bat be alle bie ghene beſchreve, die dem ſtift be⸗
want weren, bienftluden lehenluden ind allen ven ghenen bie umb ſinen willen doin
und laiffen woulden, inb dat he mit eime ſtarken heire wur Eoellen ruckde: be ſulde
Coellen weber intreigen |* und ſoulde fulche ere daevan bejagen, bie he liever moecht
baven dan friegte he ein gante lantſchafs. mit deſen und anderen worden troift de %
fin heren. ind der bijchof gink fine raede nae ind dede befchriven al fin vrunde ind
anber vil ritter ind knecht, fo dat be ein grois heir vergaberde, und lacht ſich mit
our Coellen und meinte, he woulde die burge weberumb gewinnen. bifchof Henrich van
Euitge ind fin broeder greve Otto van Gelre quamen ouch 30 bienft biſchof En:
gelbrecht, Doch quamen die vromme zwen furjten mere umb bie fach ind ®
zwidracht upzonemmen und 30 flichten. als nu ber biſchof alſus vur Eoellen
30. kriegte yr.
1. Diefe ironifche Bemerkung bezieht lageru ng burg Karl den Kühnen berräb:
fich auf die von Erzbiſchof Dieter gegen renden Kugeln gemeint. Oder follte auch
die Drainzer erbaute Martinsburg. Bol. bier, eine $ronie verborgen fein ?
Bl. 3306. . Eine ride gawe. Hagen 269.
2. Bermusthlich find die von der Be⸗
ar
1
—
—
—
2
©
2
Du
30
35
/ 1499, 589
lach mit finem heire, fo reit bifchof Henrich van Luitge mit fime broeber vurß mit ander
me lanbesheren 30 bifchof Engelbrecht. ber greve van Gelte was ein mailiprechen man
vur den anderen furften, der jprach, als fi der bifchof intfangen hadde: “here, ure we⸗
dermoit i8 mir leit. gelieft uch, fo faift uns verflain wat die flat hait misbain int-
ghein uch, Dat gevet uns z0 fennen. vinden wir bat fi ſchoult hait!, fo willen wir
bi ud) doin als goit vrunde ind helpen uch fi ftraifen ind verbriven, ind al hedden ft
niet misbain, jo moiften fi nodhtant z0 urem willen ſtain'. ber bifhof antworde
Dairup ind ſprach: “her greve, ure hulpe flach ich niet af. mir is fulche Tafter
ind ſchande geichiet zo Eollen, mir ſal goi ind levens gebrechen of ich ſal mich wrechen
an in, dat men over bufent jair fal dairaf jagen‘. ‘ber van Coellen', ſprach der
greve van Gelre, ‘fait wat uch misbain fi ind laift fi uch befferunge bairvur
boin’. der bifhof ſprach: ‘nein, a8 men ir 20 hangen fiet, tan is eirft perla-
ment ind deibinges zit. ber greve antworde: “here, wir fin umb guebe her
fomen, uch zo eren und 30 urem beften. unſe worbe bie wilt guetlich hoeren: bat wir
jagen, dat doin wir zo urem vrommen. here, burch got, laift uch raden und laift
varen bie ghene die 30 dem unvrede jprechen, fo mach ure dink goit werben. ich fagent
uch, here, vurware und nemme it up min fele: al leicht ir our Eoellen 7 jair, bat
ſoulde in niet ein baer ſchaden. here, ich ſprechen dat niet wis ungunft ind unvrunt-
ſchaf: wat jent Peter mach geleiften ind wat ir moecht upbringen, bat ſult ir al ver
zeren ind fult nochtant wenich an in gewinnen. bairumb, ber, woulget raits, laiſt
uns gewerben mit ber flat, ir fult bes bat ind ere kriegen'. ber biſchof van Luitge
ſprach: “here van Eoellen, boet im alfo ind volget raits, ich meinen dat ghein here
anders doin enfulde?. men plecht 30 ſprechen: ber goiben rait volget im zit,
be blivet gerne achterrumes quit. lege ich hie 20 jair mit eime groiſſen volk und a8
ich niet engewunne, fo moift ich Doch zom leſten mit ſchanden aien’. biſchof En-
gelbert ergaf ſich dairzo und fprad: ‘ich geven ud beren dat in ure Bl.216%.
hande: fo wie irt macht, bat wil ich voulgen, ind macht aljus dat ich ane ſchande
blive!. greve Otto van Gelre fprach: ‘here, ir moift geloven, bat ſelve dat wir
raden ind machen ftet 30 halden’. ind bifchof Engelbert dede aljo. bie lantzheren Die
dae waren traben zofamen ind wurben rait®, bes bifchof3 auſpraech vuran ind dan
ouch der ftat antwort dairup zo hoeren. alſo ouch geichadh.
Hoer hie die anſpraeche bifhofs Engelbrechts up die flat van Coellen.
Der bijchof beclagebe ſich, wie bie burger niet hadden willen bengen, bat be in
fent Peters vri ftat mochte nuwe fcheffen ſetzen, desgelichen arife van bier und zol vam
win. ‘item burgermeiftere ind amptman, Die ich fetgen woulde, weberfpraechen fi ouch.
item min burge ind porben, bie jent Peters luden zogehvert haven vur honbert jairen
bievur, dairover ich ein here nu gejatzt bin, haven fi mir afgewunnen, die mich gefoft
haven me dan 6 duifent mark, ind halben min voulk noch gevangen. item bie ui:
verbreven burgere die haven fi ingelaiffen ind die hulpen die burge gewinnen ind Die
40 bliven binnen Coellen, ind min vrunde haven fi uisgebrewen ind al ir goit genom-
men, ind bat 30 mime groiffen fchaden ind fchanden. diſſer ſchade is mir weberfaren,
1. ‘Binden wir fidesingeinre fchoilt‘. endo eit anders... dan bat uch kome 30
Hagen 2739. erin'. Hagen 2779.
2. Ich weine, landisheren engein
Agripp.
8je,
Agripp.
She,
Hagen
2800.
»Agripp.
85b.
ebend.
Bl.2174.
Hagen
2897.
590 VI. Koelboffiche Chronik.
umb 1000 gulden punt entunden men ben niet bezalen!. bierumb, her greve, fiet bat
it alfus gemacht werbe, bat ich niet im ſchaden ligge. der greve van Gelren
fprad: ‘here, ur anfpraeche hain ich wail verflanden. wir willen tuſchen uch ind in
alſus machen ind flichten up bat befle bat wir moigen’. ind reide 30 der ftat zo
mit anderen heren ind wolvden befien, of men dairtuſchen gebeibingen en- 5
kunde. ind a8 fi fich up ven wech machten, fo ruinde ver van Bitinchoven
dem greven vurß 30: ‘min here neme i8 niet 12 punt'?. der greve fach zornichlich au
den van Bitinchoven und ſprach: “aei goit man, halfen effent broit, den is doch mit
broits noit's. ind mit dem reden deſe landsheren zo ber flat ind 30 den burgeren.
Yan dem optrlaß und van der clage der flat van Coellen inighein bifhof 10
Engelbert.
Do die furften vurß mit dem bifchof a8 van der flat wegen fich beiprochen had⸗
‚den, *|fo deden fi geleide gewinnen |* ind quamen 30 Coellen in, ind der greve van
Gelre gruetste Die burgere van Coellen ind dede dat wort van ben fachen die gefprochen
waren. ber rait ind jcheffen ind die gemein intfingen erlichen den bifchof van Luitge 15
ind die ander lantzheren ſprechende: ‘got fi geloeft dat ir uch gemwirbiget, ber zo uns
30 komen 30 unjerm beſten'! ind clageben die ungnedicheit bes biſchofs
ind [praeden vortan: 'wir hoffen, gnedige lieven beren, dat ir alle gelich gern
fult fien Dat der fiat recht gefchee. wir bidden alle vlelichen, bat ir uns helpen wilt
behalden unfe vriheit, unfe privilegien und unfe alde recht, a8 van bem ſcheffendom, 20
van gerichte, van zolle, van geleive ind ander der ſtede vriheide, daemit wir van bem
roemſchen riche begavet fin ind me dan vur 11/, hondert jairen lovelichen haven her⸗
bracht, a8 wir it wail moegen bibrengen mit hantveften ind keiferlichen Bullen die wir
daevan haven, Die uns unſe here ver biſchof nae alle fime vermoegen billich ſulde hel⸗
pen banthaven und beichirmen, *| angefien Dat he unfe geiftliche vader is und ein 2
fuerfurft des roemſchen richs, dem be ouch in fonderheit mit eide werbunden i8,|* die
mit live ind goide helpen 30 bebalden ind unfe unrecht heipen zo feren. nu is he der
ghene der degelichs unberfteit zo brechen unfe vriheiden, * uns z0 undberbruden, umb
lif ind’ goit 30 bringen, uns eigen 30 machen, fo wir doch, fo wit bie criftenheit is, ge-
vriet fin und dairzo in bejonder van den vurß feiferen’.|* vort baden die burgere bie 30
furften, den bifchof guetlich zo underwifen, bat be fi bi ire vriheit lies und vurder
ungenoediget, || und jpraechen alfus: “der bifchef i8 unfer alre here, wolde got bat be
und were gemebiger, dat wer oud fin ere und fin bat. ir Tieven heren, helpt uns
durch got und umb ure furftfiche genaden und umb allen dienft, ben wir uch ummer
bewiſen moegen, dat be uns laiſſe bi unſen rechten. wir willen im gerne dienen als 3
fin knecht. is it fache Dat der bifchof uns wederumb feßt in al unfe recht, fo fin wir
willich anzogain wat uch goit dunket ind wat ir uns heifcht doin’.
Wie greve Wilhelm van Guild ein foin macht.
Do ber greve van Guilche befe wort gehoirt hadde van den Eoelneren, bie
1. Sngulbe man mit duſent punben 3. Vgl. die fprachliche Erläuterung
neit, Hagen 2829. zu Hagen 2839.
2. Zweilf duſent'. Hagen 2839.
1499. ’ 591
ſich gevoeglich hielden in iren worben, jo began be zo fprechen umb bie
foine tufchen den vurß zweien partbien, ind want he ein durliſtich man was
van fprachen, began be alfus 30 fagen: “ir heren, 30 ſusgedainden ſpele dienen niet
bil unnuge wort. men fal kurtzlich die wairheit fagen ind fparen Iugen of ander
worbe, bie niet herzo dienen. ver bifchof beclaigt fidh fere van uch van groiffen ſchan⸗
den ind Ihaden, den be van urenthalven liden mois. herweder claigt
ir van eme. wilt irs nu in minem rait bliven, ich fal alle dink 30 goiden punten voe⸗
gen. men fpricht, it fi unrecht of recht: Linden heren verwinnent eichen knecht. volgt
minem rait, it fal uch behagen ind fult mir des danken'. Die burgere ſpraechen
10 30 den greven vurß: “here, ir fit burger in unfer ftat, dairumb is dat geborlich,
dat wir alle urem rait voulgen mit worden und mit werlen. wir burren wail an
uch ſetzen lif goit ind ere’. ind baden in, 30 ber foinen 30 verfprecdhen : wat ft dairumb
dein fulden, woulben fi willich fin. der greve vurß antworde ind fprad:
“dat wil ich gerne doin'. ind be begunde mit den burgeren bairup 30
ſprechen ind ſprach: ‘om eirften wil ich, bat der biſchof Die uisverdreven bur-
gere, die biſchof Conrait up dem ſale affagt und Der eindeil buifjen Eoellen
berbreif ind gevangen ſatzte, bat bie jelven bifchof Engelbrecht wederumb
doe in al ir alde recht. zom anderen bat he al fin leven lauf die ftat laiffe in ber vri-
beit, die ir konink ind keiſer haint gegeven ind verfchreven. item bat be die flat laiſſe
in al julddem rechte as fi was under biſchof Engelbredht van dem Berge, der
den ftoil befas umbtrint anno 12151, und ouch under anderen manchen
bifchoffen. item dat be dat [were ind gelove, beſchrive ind befiegel, die ftat in fusbani-
ger vriheit 30 halben. ind wat dat cofte, Des moift ir uch getroeften ind ſuld is volgen
alzo mael'. fi antwerben: “jae, wat ir macht, dat fal niemant van uns weber-
ſprechen of brechen‘.
Do befe foine durch dem greven van Guilche mit der flat alſus beramet was, Hagen
jo reit he mit den anderen Iantheren zo bifchof Engelbert und lacht eme vur 291.
die felve meinunge ind ſprach alfus: ‘die ftat hain wir up und genommen
ind fi deit wat mir fi heifchen doin, dairumb fo laift ir die billich in raft ind in vreden.
30 here, fo wes bie flat uch dar getrumen, bat fult iv ouch besgelichen an ir erfinden.
here, duet uns befchriwen, wat wir under uch beiprechen, bat dat felve fulle ftebe bli⸗
ven ind bat it niemang van ben parthien brechen ſal'. bifchof. Engelbert ſprach:
“gerne ind bin willich dairzo. it luit rebelich ind vecht‘.
or
⸗
—
2
2
a
Hhoer den nisſpruch der ſoinen tufchen biſchof Engelbert ind der at von
35 Cotllen
Do die heren des verſichert waren van beiden parthien, bat wat fi dedeneb. 2965.
ind ſpreechen, dat bat ſtantaftich fin fulde, ind want greve Wilhelm varı
Guilche ein wis gezogen ind vernunfti man was und eme beide rede kunt waren?,
jo dede he den uisſpruch und began alfus: “here her bifchof Engelbert, dat is billich
40 ind geboerlich, dat wir uch vurderen, und dairumb fin wir her fomen. here, die ftat
1. Engelbert I. regiert 1216—1225. vom Erzbifchof gefprochen.
2. Wes de flat uch dar getrumen, 3. Irre beider werre was eme kunt‘.
dat foilde ich node an uch ſcuuwen'. Ha- Hagen 2968.
gen 2957. Offenbar find biefe Worte
Bl.
217b,
592 VI. Koelhofffche Chronik.
fol uch, genen 6 duiſent mark up ein zit, ink damit fal quit fin,alle misdait, bie pur
mails fich begeven hait J| tufchen uch ind der flat, ind ſult hernaemails gein anſpraeche
beshalven up bie ftat haven. item ir fuft wederumb vredelichen in Coellen varen up
uren ſale, ind dair ſal die ſtat vur uch komen gemein: dae ſult ir weder doin der ſtat
al ir recht. item bie uisverdreven burgere fullen geflicht fin ind weberumb in Coellen 5
fomen und ſult die ſetzen wederumb in ir alde gerechticheit des ſ chef f enftoile.
item ir ſult die ftat laiſſen in irre vriheide, Die ir beibe feifer ind konink beſchreven
ind befiegelt haven ind wat in van alders ber dat rich verleint hait. item as ir fi duet
ein, ‚urbel „ragen, dat fullen fi jagen nae rechte, ind jullen uch 30 allen ziben halden
ind eren als iven lieven rechten heren. item fi fullen zolvri fin zo Bonna ind 30 Nuie, 10
hiemli j litt ir beide patthle quit fin aller veden 30 den ewigen dagen'.
Nota bat bie zwen zölle, as zo Bonna und zo Nuis, ſinc alde zolle,
die lange zit geſtanden haven. item der zolle zo Nuis is naemails gelacht
Agr. 860.
Hagen
3003.
Agr. 86).
wurden 30 Zoins, as hernae geſchreven wirt.
glem deſe priheit van den zwen zollen mit andere mere zollen, als ıs
30 Keiſerewerde. zo Duſſeldorp, zo Boparden x. fin undergangen nu jer
zit anno dni. 1499 ind ouch zovorens.
Dat was der uisfprud ind daemit waren fi gefoint des trieges ber bif chof
ſprach: “her greve, al iſt mir fwair zo doin, nochtant fo wil ich die ſoine halden.
ber biſchbf quamn zo Coellen ind gink up ben ſale, ind vae ſamelbe ſich die >
ſtat gemein und biſchof Engelbert ſatzte die alden ſcheffen wederumb ind
voldede die ander punten, as in dem uisſpruch begreifen is, ind he intfint
J die vurß ſuümme geltz up dem ſale und gaf dairover up ſturnt die ſoinebrief, ind ful-
er
[ou
Ly
4 Dh
Agr. o6. u
*Gölner
Jahrb.
D Br
2
‚ ben vortan ale jagen geflicht ind gericht fin. und dat wart verſichert verbrieft
verfiegeft, mit eiden ind gelbeſden. | 28
tin Dos
"3 wie her dermör Grin, gelevert, durch zwen doimheren eime hungerigen
ſeniyen, ſich verloesde, ind ‚wie die zwen paffen gehangen werden, under. ein
ein vorhe, dacvan h den ndemen noch hait ind is genoempt die Paffenporh.
&n. dem jairuns heren as vurß 1262, naedem ae biſchof Engeiben
web enumb:werjoint-mas.mit der flat, *ſſo hatte be einen lenwen, ‚Ben zoir 30
gem arme zwene boimheven,|t of 08 Die amberem fagen; bie :gwen daincheren
habden ein leuwen; ind die droigen has up herem Herman‘ Grin burger⸗
meiſter in Coellen, dat he alzit mit den burgeren und gemeinde wolde zo
ſere fin ind niet des biſchofs gebot euhalp volvoren. dairumb dachten fi
wie fi bat beftelten, dat fi in van dem leven zer doit brengen moechten, en)
und lieſſen den leuwen vaften ind gang hungerich werten, ind Loiben ben
vurisburgermeifler. zu gaft.. ho nu. Pie.zit quam dat. men effen ſulde, fo usa
ber burgermeiſter in des vurß dvimheren huis, ind todinde vroelich 30 ſin mit
den feloen horen. fi voirten in vur Die camer dae ber leuwe lach, ind woulden
im iren leuwen zoenen. ind as he in bie kamer treben fulde im goiden «
1
1
2
2
3
3
er
o
or
0
o
=
en
1499. 593
truwen, fo ftieffen fi in vam rude in bie famer bae ber hungerich leuwe was, ind
Hloigen die camer 30, und die paffen meinden, der leuwe ſoulde ber Herman zorifien
ind geboit haven, dat got anders voechbe: want bo ber leuwe an in fpranf
ind den munt im zoriffen upbebe, fo nam be bald finen mantel umb ben arm und
bie hant dairin gewidelt, of fin fogel die men 30 der zit plach groiß zo
Dragen, und voir dem leumwen mit ber linfer hant 30 fime halfe in ind mit ber
rechter hant erftach be den leuwen mit fime degen. alfo quam ber burgermeifter uie
der noit und gink ungeſſen weber heim. ind up flunt lies he die zwen paffen, die
dairan ſchuldich waren, antaften ind vangen ind lies fi bi dem boimceloifter under bie
porgen bangen ar einen balfen, der noch boven ver Paffenporken licht,
dae men noch zwei locher turch ſuit gain dae ft mit ftrengen wurden ge-
bangen, dairumb die ſelve portze noch up deſe zit die Paffenport genant is!. ind
des zo einve ewiger gebechtniffe is ein fteinen gehauen bilte Herman
Grins mit dem leuwen up einen van ben pilven gefaßt vur dem vait-
huſe? ind ouch gemaelt in ver || clageheren kamer up dem raithuis. up wr.2is«.
ven anderen pilren beneven ftain Sanıfon , konink David ind herzoch
Henrich Leuwe van Brunswid.
Wie bufchof Engelbrecht die foine ond brady ind mit der vurß fumme gelß
ſin palium 30 Rome hailde ind erwarf ouch dobi brieve, dat he die Kat van
Coellen mochte in den ban doin.
Sobald buſchof Engelbert dat gelt hadde, ſas he up ind reit 30 Rome umb fin —8
pallium zo hoilen, ind as he zo Rome quam vur den pais, jo began be zo elagen dem 3007).
pais mit ſchrienden ougen over die van Coellen, wie Die burgere van Coellen in uis —38
der ſtat verjaget ind verdreven hedden ind eme dat ſin mit gewalt genommen, ind eme
were niet bleven grois noch elein: fi hedden ouch eme fin huis nedergeworpen ind fin
burch afgewunnen ind ander vil mere ſchaden gedoin. *| ind gaf mit vur, wie in Die Agripp.
burger zo der ſoinen bezwungen bebven,|* ind moifte in ſweren ind verſchriven, bat —8
he ſoulde afſtellen alle anſpraech van einiger ſach, die ſich tuſchen eme ind der ſtat be⸗
geven beiten. * dairumb begerde he ein dispenſacion over Die geloeften des zuſagens 'ebd. (G.
ind der verſchrivunge. ouch begerde he zo dispenſieren over den eit den he der ſtat ge⸗ oꝛ0).
dain hadde, ind dat zoſagen zo weberroifen.|* ver pais gelouft al finen worden ind
gaf eme brieve up bie flat nae finre begerven. wie nu deſe brieve erworven fin ind
wie eirlich, bat erfenne ein icklicher bi fich jelven. wart gemoenlichen, jo man ſuppli⸗ Agrip
cacien of bedebrieve an dem pais gefint, fo ſchrift be dairunder: “is it alfo als be fait, .
fo geſchehe ſiure bede genoich’3. it is geſchreven: fo wer vevel of unrecht anbreiget,
der erwirft unrecht.
x
1. Ueber dieſe Sage vgl. die Note zu 2. Heute befindet fich ein den Löwen⸗
Hagen V. 3006 (Bd. I, 213). Es iſt kampf barftellendes Relief über dem Rath-
interefjant zu beobachten, wie ſich aus den hausportal.
wenigen Sätzen ber Cöln. Jabrb. Rec. B 3. Premissis veris existentibus, si
burd bie Plittelglieber der Nec. D und premissis veritas suffragatur, und ähn-
der Agrippina allmählid) die breite Erzäh- liche Elaufeln.
lung der Koelh. Ehron. entwidelt.
Städtechronifen. XIII. 38
Hagen
3037.
Agrip⸗
pinas6se,
*Agripp.
S6e,
Agripp.
86 (G.
3059).
* Dal.
Hagen
3064.
BI.218b,
‚Hagen
3076.
*Nar.
86h,
» eben.
—
594 VI. Koelhoffſche Chronik.
Do nu ber bufchof brieve nae finem willen van pais Clemene IV exworpen
hadde, quam be weder zo Jande *| mit ſinen verkeirden brieven* ind lachte ſich zo-bem
Bruile ind ſante der flat van Coellen fin brieve, dairinne he ſich beclachte, bat fi eme
grois unrecht gedain hedden, ind he ſoulde fi van des pais wegen in den bau boiu,
of woulden fi dat afftellen, jo meiften fi ein ſumme gel. uisgeben, die flat van Korl- 5
fen intboit eme weder, bat he geve zo nerflain, wairmit fi miebain hedden? mat ſchult
he der flat geve, dat be ir unvrunt were? *lind erboiben ſich finye elage zo lomen
vur heren ind jurſten, ſich ſinre genſpraeche zo verantwerben,|* Doch fi wouldens bli⸗
ven bi raede irre vrunde, ind wurden fi ſchuldich vonden, jo woulden fi
ſich beſſeren up genade, ind an wat vrunde he dat durſte ſtellen, den woulden fi ouch 10
getramen ind volgen, jo wat bie erkenten. zom leſten ſank he zo der ſtat ſinen brober
ſinre moider half, ber Philips van Hoenelg. der ſprach mit Den heren van Coellen:
waulden fi ſins heren gunſt Ind vrnniſchaft hain, dat moiſten ſi gelden m mit 12 un
dert maxben.
Eur. in, acıfal, w wie hie erworben brieve 30 Ran Dur der —* 62
ul nsenn re, pafſchaf zarifen wurden... >, ....; Pr
. Dig, burger, ter, rait ind die gemein. lieſſen fich ader, umb Hedene wiße barei
riugen ind gaben bat gelt *| fo verre, Dat Die erworven brieve verniet wurden ind bie
feine verfiegelt. ind dat geſchiede in dem capittelhufe vam doim, |* ind daebi waren
Albertus Magnus bufchof zo Regelsburch mit anderen geiſtlichen prelaten, 2
mit der gantzer gemeinre pafihaf Ind bie overften van ber flat, inb men
mojft dae alle Die, brieye, Die ber.bufchof gimorven hadde, offenbairlichen zoriſſen. ‚Krb
die foine wart .aldae; geimoren herbrieft,.ind berfiegelt ind ouch uisgexoifen zo
Bonna ind zo Ander nach 2c.?
-'8 1 J J 1*
En UP a; 13.* . u. » «9 +.
nee ei bo Anno:demind 12633... 0.
"wie vuſchof Engelbrciht "die foine ouch brach ind die ‚burger up icm fat u
"ungewarntit ſach ind ungewapent gedachte zo ovtrvallen
en Do bit lit. geſchiet was, | turtlichen dairnae, io man 39 Coellen ind imder
tanikhpf dairumbtrint anders niet enwuſte, Dan bet vrede ind fruntſchaf micheg der
flat ind bem bufchof fin jontde,]* fo hoirt der buſchof ein ‚ander vogelin ungen gin 30
tüitie liet! dat is dem buſchof wart ein ander rait gegeven |* alfus: ‘here, wolt
ir rin'here Fin‘ der flat‘ aır Coellen, dakrzo wil ich uch ralt geben’: "bei Bırfigof
amtwon de ra hoeren, war it deriralt' ?’ ‘here’, Fprad Duft Vogeldin, reit
.widberumb:in zo Soellen imdıqgeis zwen:of: bri dage.nup den.ifale, : ind kr deſen drin
Dagen.-tatft; mienans zo uch komen ind duet ſaghen, ıbat iv hast gelaifien, ınziewans 35
moege wur uch komen. dan binnen ben jeloen drim dagen, als ir up bem falu.fit, fo
. , a » . + . . [x }
rn 1 ar Yır ‘ J a." ’ , J . vo Fan BEE » I ı a
1. Bapft war damals nicht Clemens, dede zo Andernaiche unde oich 30 Bunne..
ſondern Urban, IV. Bgl, zu Hagen —* Offenbar ift ‘reifen: ſtathronv „galdien
43068. und ‘fi. auf “ioine', Batt anf. flebe ber
2. Bol. Bagen. 3143: “doc want de zogen
joine was zebrogen, be ‚bufihef Ailbreicht 3. Das Sabı iſt richtig, oh zu. Ha⸗
hadde beſprochen entuſchen dem buſchove gen Beil. . . 5
unde der ſtede, want ſi der buſchof rouven
I 3:
1
1
2
2
N
o
or
ee)
7’
—
⸗
ww
149. 595
duet alfe ure gunre inb zo ben ir uch goitz bermoit binnen der flat van Coellen zo
uch komen bermlichen up ben fale, ind bat fi mit fich bringen iren harneſch' vuch heim:
fichem, ind ſullen asdan verborgen bae fin. item fehrift urem brober, bat be ſich ouch
bereibe up die ure mit eim houfen volls Die zom ftrit dougen Ind eme mogen hefpen
as noit wirt. ind fo ir bat alſus beftelt hait ind bie bri dage umb fin, dan duet bie
gerichtscloden Inden, bat ir 30 gericht ſitzen woult, * als uch bat van paißficher gemalt
zogebeert!.]* und wanne bar bie burgere np ben fale komen, fo fin fi blois ind un-
gewapent: askan fo fal ure brover van Valkenburch mit fime volk wur
den fale fomen, ind fo hed ir ure vrunde ouch heimlich gewapent up bem
fale, fo enmoegen die burgere niet heim fomen noch ouch fich vergaderen,
ind dan moecht ix die overvallen ind uren willen vollenbringen an in ind
Die. doim vangen bie wedder uch geweſt fin. *lind buch bei wech moecht ir Eoellen
weberumb 30 uren benben friegen’.|* ber bujchof was bes raitz vro ind behaget eme
fere wail ind beflalt it alfo: he befprach fin vrunde ind gunre binnen ber
ftat van Coellen, ver: noch ein groi® deil-iwas; ind die quamen up ven
jale mit iren wapen fo heimlichſte fi moechten. ouch fchreif der bufchof
ſime broder dem heren van Valkenburch, dat he up die vurß zit mit ſinre
macht woulde binnen Coellen komen vur ven ſale.
Anno domini 1263.
wie her Dederich van Balkenburh binnen 'Ebellen gewangen wart Ind on fin
brader bufchof Engelbert, ind lach zom Bos in der Ringuffen. |
Dairnae als die dage umb waren, dede buſchof Engelbrecht die ge-
richtzelock luden ind ſoulde zo gericht ſitzenn die gemeinte van der ftat ver-
gaderde ſich ind ‚guamen dair. des buſchofs broder, der van Valkenburch, quam
in Cocllen up dp agenſlach zom eirſten mit eime, eleinen „gernige ind reit
*Agripp.
Sbh.
* eben.
Si.
in fin berberge, ind bat hadde die flat vurhin verſnuert, wie laut be joufde gewapent .
fomen?, ind be hatte fich kumme nebergefaßt, Fo quam Bei ralt van Coellen ind nam
in gevangen. dairnae quam fin ander gezuich, un mit drien, nu ‚mit‘ 4,
nu mit 6, ind quamen fo heimlichen inb werftofen in Coellen, dat. binge
nigmang iv gewaiy wart,. ind verjleigen fich hier ind dair in die hexber⸗
gen, as in bevolen was. mer fi vluwen balde weder nis Coellen?.
buſchaf ·Engelbrecht ſas up dem ſale zo gericht, ind it quam wur im, wie ſin broder ge⸗
vangen were van bem rait an Coellen. der buſchof wart ſere vorveirt ind dede ben
ſale waftı beſlieſſen. dat volk, bat mp dem ſale was van des bujhojs:nrunden,
do ſi vernomen dat der ſale beſloſſen wart, dat Beni! in niet wail: jo meinten fi bat
FE ' j ' Nor. cd
Yı Zu dieſem fan, Zugze bietet Begleiter h in Heinen Truppe auseihander-
det Pagen She Texk keinen Anlaß gelaufen, von einem zuerſt einrüdenden
2. ‘Hei joilde mit, den wapen fumen‘. *clenen gezuige und jpäter nachlommen-
Hagen Pe 2 den Verflärfiinhen weiß er “an, Offen⸗
en 3115 erzählt bloß, nach bar irriger —— J
Dietricie eangennchinumg feien jeine
38 *
eb. 3121.
586 VI. Koelhöfffche Chronik.
ft weren verraben, ind begonnen zo allen winfteren niszoſpringen, ind dae geſchach
mennich katzenſprunk ind mallich began ſich 30 clagen over den buſchof. ber buſchof
ſprach: “ir heren, fit unverveirt. ich wil mich gaen beraden'. ind gink in ein kam⸗
mer die men noempte bes lantgreven kemmenade, ind men ſidis everal bie
*Agripp. dueren 30. ind bie gemeinde rumebe ben fale *| ind iederman bereit fich zo Der ware,i* 5
26b.
Bl.2198.
Hagen
3141.
Hagen ’
3191.
WVg l.
want die ſoine vurß was zobrochen.
1 Alſo beſprach ſich der rait mit ber gemeine van der flat? ind baedem-bem bu⸗
ſchof den dach niet. ber rait ſprach zo dex gemeine: ſeit ind mirkt, wat gueden hertzen
un$ unſe geiſtliche vader der buſchof naedrage! be ſoulde fin unſe troiſt ind unſe zo—
verlais, mer nu kumpt it anders: wat he uns ſchrift of ſweirt, dat is niet dan bedroch i0
ind loegen. wer iemant anders der uns woulde ſchaden zovoegen, dat ſoulde he van
rechtz wegen niet gehengen ind underſtain dat zo keren: nu is he alleine der ghene,
der uns alle zoſamen underſteit zo berouven. wir gelden vreden van eme, mer wir
enhaven dairumb niet de me. as wir meinen, wir haven ſin hulde ind ſin hertz, ſo
hain wir bat gelich als der den aille hait mit dem ſtertz. mallich bedenk ſich, wat men ı5
dairzo raede. wir kunnen noch vrede noch genabe van eme haven. it ie gemei bis
ber ſin ſede: alg he uns vreden zofaget ind bat verſchreve ind yerfegelt ind
hatte dairvur genomen 12 buubert mark, jo hielt he dat dri dage lank, des veirben
dages wart. be weberumb unfe viant ind woulde uns allen berouft hain
And under ſich bracht haven. want bat hait he ſicher ind gewis: wanne be 20
mit uns in zweidracht ind uneinicheit fleit, dat he asdan cin ſumme gelß Trieget van
uns. ſullen wir nu bat lange alſus, beherden, fo behalden wir noch vreden noch gelt
‚ind werben zom leften arm eigen lude'. bo rieden beide junf ind alt ind wart ouch
alfug.beflofien, dat men dem bufchof ſoulde halden fo dat men fin ſicher were, ind bat
Mmen in ngme im behuedung ind verwarung. bis die ſtat bas verſichert were?, dat ein 3
ſtantaftich vrede ind ſoinunge tuſchen in bliven ſulde. jtem bat be ben | rouf weber:
feirte, ber 30 Bonne gefchiet was up die flat ſunder einige rede. item bat be geve 30
„perſtain, wairumb be die joine, Die bujchof Albrecht beſprochen hadde, niet enbielbe,
die doch Zeſchiet ind beſtebiget were vur allen prioren vitterfäftel tb van
der ganker lantſchaf des coelſchen bufhdomd, — umb' wes wille he bie 30
‚zerbrechen hedde? Item wie be uns fo lange umbdrive, datrumb wir' in alten landen
Befchintet ind verſprochen werben’3. item dat he ein leuwen gehat hait, mit
‚dem he den burgermeifter onermig fin geheifch woulde unibbracht haben?.
ump deſer ind ander vil mere punten wegen enmoechte die ſtat des niet gelaiſſen ban
Ihanden ind ſchadens wegen, ſi muſte ſich des an eme bevraegen ind van eme hoeren. 35
wat meinung he dairin hedde. Bun
Do dat van dem raede ind van ber gemeinde aſſus vaſoſſen una}! fFo geſchach!it
"dat *des neiſten dages nae fent:Katherinen bach anne dui. 1268 a sy hedat
Sötnerrdir onerftenivanı er Hat ind vam sache. gingen up ben jalc, zum buſchof ind
Cu.D.
“dt
Äpraehen,go.smie: hexe, niet fit ervext: wir komen ber zo uch, bat ir guetligen m mit 40
ung ſult gain, bae wir uch werben binnen leiden, ind bac ſulti it hoeren werben, wat
it Pe
De Rat ſich hei enbinnen bereit. 4. Der Hagen'ſche Tert wirb hier
Unde manen iren here, dat hei de durch Hinweis auf die bei H. gar nicht
ſtat (ie geroin’. Hagen 3178. vorkommende Grinjage (vhl. &. 592) er
3. Sagen 3186 fürzer: ‘we lange bei weitert.
fi dus wolde doren? TE en BEE pe
1499, 597
anſpraech bie flat an uch hait nam vil unrechtz, bat ir intghein bie ſtat gedain ind.be-
dreven beit’. bo ber bufchof deſe reben gehoert hadde, jo wart he fere veiftoert. he gink
noede mit im vam fale, bed) moift he vofgen, it were eme lief of leit. alſus ginf ber
buſchof mit dem raede van Coellen ind wart geleit in dat huis zom Roffe *in ber Agr ier·
5 Ringaffen!,j* ind dae lach he wail 14 nacht ind wart wail bewart.
Ever cin geitfoine tuſchen buſchof Engelbrecht ind der flat onu Coellen "
Die geſchicht quam vur die lantzheren dairumbtrint gelegen, wie die ſtat Sagen
van Eoellen irren bufhof ind finen brober gevangen hebben inb
dae hielden. buſchof Henri van Luitche inb fin brober greve Otto van
10 Gelren bie quamen z0 Eoellen ingereben inb annomen ſich, ever ein foine 30° madyen
inb dairzo helpen raeden, bat bie flat van Coellen ind ber buſchof im vreben ind wrıint«
ſchaf zofamen lebeden, ind tuſchen beiden ſiden beidingten fi fo ſtark, bat der buſchof ind
bie flat ire zwiſts ind geſpeins an 4 heren bleven, als an dem buſchof van Luitge vurß,
au greben Otto van Gelte, an bem greven van Loin inb am greven Engelbretht van
15 ber Mar. ind alfo wart || van ben veirren ein ewige foine geſprochen, als fi
meinten, inb was bie foine alfus: bat bufchof Engelbrecht ind fin brober her De-
derich van Vallenburch fulden beide quit fin, *Jind bie burger van Eoellen, bie zo "Agrin.
Andernach ind zo Bonne gevangen waren, fulden nisfomen ind ouch febich werben, |*
ind fult wort ewelich vrede bliven. *jbes fonfbe bie flat aver umb vredens J rip
20 wille ben buſchof geven 4000 marf.|* ind as ber buſchof lebich wart, fo Teverde men 3233).
bein bufchof recht wort 14 hundert mark van den 4 dnfent marker: vun dat ander Heiz
ſten die burgere bis fi it bezalden, ind wiewaitbie burger enre mit ber
zit bezailben an ber fumme, bie eme gelobet was, ſo bedreif ind bes
ſtalt he nochtant mannich wunderlich bint. he hadde up bie flat ein unulateefiden
25 has geworpen, mer it quam eme ghein bat daevan.
KB
2198.
Wie buſchof Engelbert die vnrß foine ond brach overmik cin fere ſchedelicen {nd
verreitlichen anflad, upmwegende die burgere zo parthiuiceit. J
VOo buſchof Engelbert eper ein ſumme geltz intſangen hahde var ber gedeiding · Hagen
tex ſoine wegen, ſo lies heim fin pert bereiden ind reit mis Coellen zo dem Bruel roz.
30 MJind fies noch niet af,j* mer gedacht umb einen anderen funt, wie He’ägrir.
nuwe gelt moechte van ber flat Triegen. ni hoirt wat he began bie he
zom Brusl was fomen ; he lies nuwe brief ſchriven ind fante die binnen Coellen mit
eime vitter genoempt her Aufelm van Juftingen, der heimlich) zo Coellen inge
veden quam mb. paxthilicheit zo machen tufchen den gejlechten ind dev,
35 gemeinden, a8 ouch gefchadh. it was ein argeliſtich man, ind getkeieint: ein ner»
reitlichen anſlach zo vinden, umb ſtede ind lude go verderven. he hait noch -
vil hrodere nae ſich gelalſſen. do deſe her Anſelm zo Coellen komen tus; "fo.
ſante he nae den meiſteren van den broderſchaſten, *hdat ni“ gaffelen fint'indge- "che.
ngempt werben. |*, be fante ouch zo den overſten ind mechtichſten van der gemeinbe,
3. Hatte’ fatt Hai. 10. in grreden. 20. 0000. Is. Intingen. uam
1. Bgl. zu Hagen 8. 1097. '
*Agripr.
878 (9.
3272).
Bl.
2208.
598 VI. Koelhoffſche Chronik.
an den men einige macht wifte, bat fi heimlich 30 eme quemen, be hedde ein vxunt⸗
Liche botſchaft an fi van fine heren wegen. it geſchach aljus ind fi quamen alle-
famen vur in. *hhe intfin fi vruntlich ind fprach zo in, he were dairumb zo in
fomen, 30 werwen iv ere ind ir befte, ind overlevert in die brieve bie in ber buſchof van
dem Bruel geſant hadde, ind ſachte fir botſchaf bacbi,|* dat fin Here entbobe in fin 5
gruteße, fin huld ind fin Hefbe, ind woulde in nummer afftain mmb die truwe, bie fi
eme diſle hewift hedden: woulden fi einbrechtich für mit eme, be woulde in jhhelpen
weder bie overſtoltzen burgere, bie im noch goit noch ere lieſſent. ind dede den hrief
leſen, ind was dat kurtzlich die meinunge des briefs: der buſchof dede gruitzen int⸗
gemein die meiſter van den broderſchaften ind ouch Die gemeine? ind intBoit in 10
fin truwelichen biehfl ind fin lleve. “Ems binges’ verwundert mich ſere', ſprach der
brieve, dat ir gewalt:itt var den ghenen, die uch niet guetz gunnen, ind moiſt under
in fin ind in dienen als knecht. wie moecht ir alſus van in bezwungen fur? fiet ind
mirft ir niet, wie fi, ſtain nae urem ſweis ind bloit ind knagen ud bis up den grait
ind bringen uch umb alle ure ere ind goit? bat angemirkt, umb julde blodi ige 15
Rradheit ind wreitheit afzoftelfen, bain ich uig xrünllicher mitfit:
famheit zo nd gefant ein min van ben wifeften inb getruweſten raitzmenne, den
van Juftingen, ber ſal uch wail raeden, ind wat he uch reet, dat ir van fuichen ſwa⸗
ven laſt ind verdruckunge ber overſten moecht' gevrit ind gelebiget werden, batrzo wil
ich uch helpen ind getruwelichen biſtaen mit lif ind gott ind bi ud) bliven bie in min 20
beit‘.
Hie is zo wiffen, dat nae dem gemeinen ſprechwort men, heiſcht ghein
foe bunt, fi mois up dat minfte.ein. vlecken hain. jo: ouch intgemein! -wot
ein gemein gejchret is under dem volf, dae moifſen ummer wat noppen
dairan fin. vesgelichen is it hie im deſer fachen: ver bufchof hielt der >
gemein vur ben bil 30 ſwaren ind unverdrechlichen zwank, || den bie Ichef-
fen, inb bie overjten vain xrait ind han der flat der 'gemeln, ‚beipiäben, ind
dat in vil digen, fi habden den init ind. den ‚jappen, bat i8 ben Banbel
mit dem win ind van bem boich, ind alſo in vil anderen bingen, fo dat fi
alle vink, it were in gelben ı of in cleidunge of in boumwungen of einiger 50
hande vreude zo machen x. nae irme willen ſehen ind gehalben | woulden
haben. item’ mallich moicht "niet cletder dragen van ‚engelfchen voich of
dan anberen toeftlichen boich. item ein minſch vorft nauive ein hoin ‚gel
den up den mart, be imoift in rede ind antiwort daevan geven. “ {hal abben
ind beſaiſſen alle gericht biunen Coellen, as beit fe fen ind ben "tal, 3
ind ‚gäeben ‚geleße, bie dei geriieineit volk 30 Tef Ich ind a Matt
waren want biaventuͤren Die funder maiſſe ind wishen gehalden wi iücben.
ind anbere vil beſchetzung ind befiverniffe leide bie gemein van ben ober-
fien, ſo dat bie gemeinen burgere ein erfhaffe up bie oberſten hacken de.
18. Inſtigen. „99 van ber. oo al rn N
1. ‘De broiberfchaf gemeine und de gemeinde’; Hagen BA... ui!
1. 599
kregen, want die art des heſſigen is: al Tibet he ſchade, dat acht he clein,
up bat ver ghene, ven he haift, ouch gequelt werbe. alfo tie gemeine: wat
der buſchof ſchadens ber ftat zovoegd, bat wart elein geacht, up bat fi ven
overſten ouch ein roide hiewen. ich have mich dick verwundert, wie ‚bie
5 gemein fo lichtlich dem bufchof zeviele, ſo he doch ſich lies merken alzo
groeflich intghein ver ftat. dat moift quaelich verbient fin, ind bleif ver
unwille biſſolang dat fi nu zer zit al ir regiment verforen haven, als
hernae gefchreven wirt anno dni. 1398. dairumb wis cloif ind vurfich-
tich fullen fin die gene bie vegiment Haven. bat fi.maeslich ind redelich ſich
10 halden zo irren unberjaifen. desgelichen geſchiede ouch mit bufchof Engel-
bert al8 vurß.
. Do ber Brief gelefen wart, do antivorben fi al zofamen, it were wair Sagen
ind fi hedden manchen homoit ind bezwank van in gehat ind verdragen.
Die brokermeiftere ind bie overften van ber gemeinden vraegeden ben van Juftingen,
15 wat ban fin rait were, bat fi ſich uisſchuten ind intlebichten van ſulcher kuechtlicheit
ind vau ſulchem bezwank, inb moechten den overftolgen burgeren irren willen brechen,
bie in irre goit ind ere afuemen. he antworbe in: “ic heren, ir moiſt eiudrechtich fi
ind getruwelich bi ein bliven, wolt ir wat begimmen ind wail enden‘. ind gafin
ein fulhen anflad: beſprecht heimlichen under ud alle famen ein bany zo
20 have hp einen bad, ind fompt dair mit nren fornen, mit uren maegen ind mit uren
Tindichten ind durtzlich wat ein wers gebragen mach, ind als bie van bei geſlechten bat
deren willen, fo. Immept ir: mit xEihn⸗ an'fi‘. a8 vud hernae elairtichet ge»
Be Reit. b B ——
wie und ins dank willen die. operſten binnen Cotllen Intgain, die geimeinden
>” van der Rat up einen dach hielden dri Arlde, as np dem Arichmart, am ET
hof ind in der Bntgafen.
Die meifter van ven broderſchaften. ind die overſten van. ber ger
meinde, als junterfing waren bie Yan, bau wollenampt ‚bie van der gemein
Die, meopticften waren, ‚nomen ben rait an ſich ind gingen pem nae:
30 der baut wart beſprochen van ben vurß manıten up einen pinrſtdach. do am ber u 0
dach, quame, fo vergaderden ſich up dem Kriechmart! bie meiſter van den
b derfchaften n mit irren foenen maegen knechten ind mit qllen ben abenen
moichten upbeingen, ine begonnen einen groiſſen ‚van ind Frei
giexben | dat men bat hoirde over al die ftat?. bit quam vun bie vaun vail,
3.08 waren die van ben geflechten, inb heddent gern den dantz afgefalt iMD ſan · eb. 3841.
ten jrre vrunde zo in, ind die baden bie herem mit ben knechten, bat ji doch ben
16. burgere.
1. Hagen 3465: “up Kreichmart ober af de flat’ Acht Hagen ®. 3526 im
wart bie Mit begunnen'. ganz anderem Zuſammenhang.
. “Und —E dat · men't hoirte
Aaripp.
278.
Bl. 220b ®.
600 VI. Koelhoffſche Ehronit.
dank woulden underwegen laiffen ind in gein webermoit aubeben, Dat gein wurwe
ungelud anqueme: fi woulbens weberumb umb ‚fi.verbienen, fi woulden gern,
moecht it fin, mit vreden leven. *| die meifter van ben broberfchaften antworben:
fi weren irre Inechte niet mechtich,|* dat fi Die moechten zwingen bat fi ben dant af:
flelten. do deſe botfehaf quam vur bie burger inb overſten van ber flat, bo 5
ſpraechen fi alle geliche: ‘as ums Kot beige! kumpt it go einve ſlachtunge, bat Tal ınıs
vom bergen leit fin, ind it fan niet felen, || it wirt ein parthie van uns beiden be⸗
rumen. jo gewis mues und got helfen ind behalben vur ungelud, als wir alle woul⸗
ben gern vreben halben mit uch, up bat die flat eindrechtich bleve, ind daevan queme
une goit ind ere. nu fien wir wale, it mues fir gefcheiden, got help dem rechtferdigen. 10
nu fit ir mit uns gelich heren ind wilt doch ure Inecht, die uns zo uneren inb ver-
jmaung dat fpil begonnen haven, niet ſteuwen noch Millen. is bat it uns male geit,
it wirt uch bi aventuren naemails berumwen. Taift uns gain wapenen, it trift ung an
goit lif ind ere. laiſt uns menlich ind vrifchlich angain. got fal uns helpen, tat
wir mit eren fullen beflain, want wir gerne vreben behielten ind mach uns niet ge- 15
dien’. van ſtunt Tiefen bie geſlechte mit irrem anhank ind wapenden ſich, des gelichen
deben der broderſchaften meifter mit irrem zogehoere, ind Yieffen ben dank ſtain
ind liefen ouch fich 30 wapenen. ind die werner, die groismedhtid in Eoellen
waren, fterkten mit moitwilligen ind folgen worden irre Anedht fere
intghein die edel gejlechte, Die van vrier art waren herfomen in Coellen, uaedem als die 20
vurß flat alreeirſt was criften wurben. doch waren Die burgere inb bie heren van ber
flat verfonnen ind zogen her Rutger van Alpen! den vait van dem bufchof
ind vruntjchaften alfus mit eme, dat be fich mit in verbant intghein ben
bufchof. nu was ber jelve vait ein alzo Lieffalich man under der gemeinde
ber ſtat Coellen?, ind umb bes willen fanten bie burgere den vait burß an 25
ber broberfchefte rait, dae fi in irrem harneſch ind wapen ſtunden, dat be fi fere oit:
mobeliche bebe ind vlede umb goß willen, dat fi den zorn ind den firit woulden be:
geven ind vredelich umber einander fin: wer in tet: misbaen dan den burgeten, fi
wouldent befferen. ber valt quam zu in in® bat ind ˖vlede, als bie burgere dan ber
flat getrumelich an in begert hadden. be ſprach zom beften ind bat fi, dat ſi irren ın- 50
moit woulden aflegen ind finirben ir knecht. ih’, ſprach ber wart;'*hafın niit
den burgeren fo geſprochen: haint fl irgen mit weder uch gebain, dat willent ‘fl beſſe⸗
ven ind afftellen’. Die meifter van den Broderfihaften antworbeit: ‘here
vait, fwicht ber wort ftillel unſe knecht endoin niemans bebe nu zer zit, ind wir ſullen
ouch hude mit in ſtriden ind vechten up Die ghene, Die uns fo jemerlichen 3
unberdruden. unſe wapen hain wir angevait, wir willen nu gain ind fl Heim
fuechen’. iud deden ſo gruwelich, of fi finre niet gefant heben. alte
fchiet der wait ſunder ende ind he gink enwech mit ben finen. bo der wait enwech was
gegangen, jo hielden die meifter van ven broberichaften vait under in, wie ſinit woul⸗
den aengrifen, ind fpracchen affus: “die burger die fin verfnift ind verveirt, «
wir willen fi koenlich angaen. unfer is fo vil, wir willen fi upeffen bur
ein morgenzop. ind als fi fint erflagen, fo willen wir wif ind Eint uig dex flat ver
1. Der bei Hagen fehlende Geſchlechts⸗ 2. Bol. Hagen 4197. \
name ift richtig; vgl. zu Hagen 3. 3386. Rhodan ee
%
1499. "601
vriven. laiſt uns gain ind ir erve aentaflen ind bie afbrechen. wir willen in bezalen
den overmioit ben fi uns Die angedoin haven. deſen anſlach der broderſchaften
ind ber gemeinde up die burgere, — alſus noempten ſich Die overſten ind
bie van den geſlechten, — erhoirt ein getruwe man ind was genoempt her Johen
vam Kriechmart, ber quam balde gelouſen up den Aldenmart zo her Bruin Hardeomiſt
ind ſprach: 'lieve here, wes beit iv? ſtelt uch riſch in die were. Die van den brehet-· 7
ſchaften ind ſunderlinge die wever boven bie ander haven ein anflach
gemacht ind kommen up der flat: fi willen uch hude nemmen goit ind ere ind ure erf
afbrechen ind dairzo uch alle doitſlaegen, ind as bat geſchiet is, fo willent fi nre wiver
ind kinder leſterlich uis Coellen verdriven. dit hain ich ietzu fe hoiren fagen. ir enbeirt
dan dat bald, ſo wert ir alle geſchant ind erſlagen'. do deſe mere her Bruin Harde⸗
puift gehoirt hadde, ſo ſante be ſnel ſinen boden jo wae he vrunt of maege hadde ind
dede in ſagen, dat fi balde gewapent quemen, ee Die wevere mit irren vuilen knapen
in irre huſere afuemen ind verderften, ind woulden fi doeden ind daitzo wif ind dinder
verdriven. do fi deſe mere vernamen, jo quamen ir vrunde up den Aldenmart'mit Val.
ſcharen nae ritterlichen ſeden, ein deil go vois, ein deil gereben; * ind hadben mit ſich Cölner
etzliche uiswen⸗ dige ritterſchaf, |* bie fi bi aventuren dairumb'her binnen ge⸗ a.
nommen habben, umb 30 vurkomen, of die ftat inb fi overvallen wurden, zum.
ind ſchickten iv ordenung intgein ir viande.
or
—
<
77
ur
20°: Dex eirhe trit up dem Krichmark.‘
Do die vurß van den geflechten verjantelt waren, Wwurpen fi ein vannier p inb Hagen
volgeden dem koenlich ind unverſchteckt nae. ir viae' 11/5 honbert inb zohen intghein 319
5 duiſent man, desgelichen niet vil me geheert is inb:iman ſals nriemauls nikt ge
leuven. die 11/9 hondert tredten Toenlich zo dem Kriechmart zo ind dar wurt vuch ber
eirſte ſrrit hegonnen. ind fo bald as fi ir viande anfaegen. ſtiefſen fi Twenbithlup We.
ber Reinart van Hombach! rant fi vriſchlich an ind eme vonigeden loenlich nae die
van. den geſlechten, jo bat. got gelug: gaf bat fi. dem vurſtrit behielden:men ſpticht
und, is ouch wair: wail angerant i8 half geſtreden ind gewunnen. deſe d4)a kardeiit
man wunnen den ſtrit den 5 duiſent maunen van der gemeiwaf, ind Dit 'was ber
eirſte ſtrit. bo bie burgere ind Die overſten han der flat alſus geſtteden Hatten lud "ir
weberpart under fih bracht, quam ber Wilhehn van Polheim gereden zolbir burgoten
bae fi ftreben, ind clagde in jemerlich undiſprach: “a ar edel burgere;, ist 'nimmpt
men mir min goit, und bat hoin bie ‚war ‚Ansbach: ft ſurment miv mit Hude.
kumpt ir mir niet. zo hulpe upper flat, jo Inden: fi mir min goit, wir wiftind stm
35 finder neuen. doch umb bat goit wer mir it ein elein dinh behiekttich wif inb Pie.
it i8 mail. buifent of me, dairumb verfett uch vurhin, wie ir fi welt’ Beftsiben’: "bb
ſprach ber Gotſchalk Overſtonih ind was ein koen hoijſch'ind Kalt man: “ber ſtrit in
ber ſiege is bie. ſo nae gewunnen. ung wille dan got verlaiſſen der uns bis hor gehn:
pen hait, ſo enmad). uns nie antz ber dae Ienet ſchaden.her Maik Joehe nuguerär
40 ind Brad: jo laiſt ung — riden. wir hain deſe up dem — —
verſtreuw laiſt ins ſtrits beginnen, ee’fi wat am ſich Gringen’. ber erhart
8
or
=
=
6, ‘der? ſtatt 'ven’. 14. voulden. 38. weill' ſtatt "wille.
Hl , . D ‘ D tr.
1. "Ban Hoinbuſch'. Hagen 3461. 4
Hagen
3504
eb.3533.
DI.
221b,
Hagen
35417.
»Agripp.
888 (H.
3550).
602 VI. Koelhoffſche Chronik.
Koeſſen ind Simon Merait ſpraechen: !laiſt uns dan vreelichen hin riden wit ber
Wilhelm vurß, wir willen fi beſtriden koenlich. it is ein gemein ſprechwort ind is
wair: werender hant helpt got. wir willen unſe recht, wilt get, alſus beſchinnen,
dat men over duiſent jair ſal dairaf ſagen, ſintemail dat ſi is niet willen verdra
gen fin. 8
Der ander Arit bi dem Putzhof.
Alfus reden ir wail 15 mit here Wilhelm, ind as fi quamen riden rd ben
Putzhof, fo laegen ivre viaude van Der gemeinde 200 verborgen in Jacobs bes wevers!
huis ind waren wail gewapent. ind bo fi die 15 vernamen, jo quamen fi hernis,
und deſe 15 namen ir perbe mit jporen ind ranten koenlichen under fi mit vrien 10
moide, und wurben alzo ſere gejlagen, dat fi ſich wederumb keirden. „ber Gerhart
Koejen wart geflagen, bat be mit bem perbe im bredi Yach, ind he enteroif ig upchem
ben ind up voeſſen, und Dat gejchiebe nur heren Sephirs bungart. her Wilhelm nud
fin pert wurden gewunt. bo un beie 15 alſus die vlucht gaven, fo meinden: bie hau
ber gemeinde, it were gemunnen fpiel geweſt, und dreigierben dat ment hoeret over ni 15
die ftat. ber Wilhelm dede fin jmerk we ind reit bald umb me hulpe ind quam bald
wederumb mit mere hulpe up die 200, ind die vur im bred waren gelegen, die nae⸗
men bae herlich onerhant. ber Herman Hirmelin ind Wiurich van Zulpge ind Gobel
van der Santkulen die ftreden alle gelich koenlich as leuwen ind deden bes anrit,
jo dat Die 200 verjpreit wurben ind mit ſchanden bie wlucht namen. ind Dit was 20
ber ander flrit, den bie burgere up bie gemeim hadden up ben
ſelven dad. U
Ich mein dat niemant reicht verneme, .5
wair ber gebure einich queme, chem.
alfo wurden fi zoſpreiiit. oe.
got geve irme dantzen kit! 2* Dan a 12 Sa ZZ
| Der derde ſtrit ie der Ontgafen. ee
' ra.
Do nu deſer ander ſtrit ouch geſchiet was ind gewunnen, io rieden ſi zo der
Butgaſſen?:*do ſtonden der gemeine gewapent me dan duiſent man, |* ind die ketten
waren vurgelacht ind wurden upgeſlagen, ind die van ber gemeinde, ſain dje burgex 30
vur in ſtain. do nu Die burger ind bie vau den geſlechten woulden bie gemein gugain
ind woulden upriden in die Butgaſſe, ‚fo vermainde einres hie burgere, dat fi ſich
koenlich hielden ind ritterlich ſtreden, ind ſprach ein bewegliche vermanunge,
zo erwecken die 15 edelen geſlechte, umb irre rechte und’ herlicheit, vie ſi
van albes her gehat Haven, zo beſchirmen intgein it weberparlhie: »
hoert mich, ir edel geſlechte! mallich vechte hude as, ein leuwe! iv fit van vechter ebelg
art fomen naedem als Coellen alreeirſt is criften wurben ‚ ind ure vurafberen fin ge-
weft heren ind ſcheffen van deſer ftat ind in wart nie benommen bat ſcheffendoim nad
erve noch geit. dairumb enwas nie einigem wever loeflich of eirlich, dat he ſich an dat
ſcheffendoim drunge ind underſtunde ſi daevan zo ° berfloifien ind bat be rait of ſheftn 10
Pa LE LI BP
. ‘Des verwers’. Hagen 3510. Ser ern Doerut, om
y Agripp. 88? irrig “lintgaffen’. 3567.
1499, 603
moechte biiven. ſulden uns dam mr zer zit verbriven bie wever inb uns unſe goit
nemmen, bat wer und ummer ein groifie eweliche ſchande, ouch wae wir in dem lande
were. unſer iglich flee dem atıberen bt, gelich as weren wir broeber under ein. denkt
und mirkt, dat'fi fin ein geſamende have, — ir beren, bes enfin wir niet: wir fin fo
5 nae vrunde und maege, dat mallich van ums fulde liever hude fterven ban he ſchent⸗
lich vluwe van fin orunden ind woulbe zolaiffen, bat fin vrunde unt-
eret untervet ind verdreven wurden. it fal fi noch hude alle berumen
ind ir ſult mit uren ougen anften, bat fi uns ſullen jchentlichen entflien. ir orunde,
ir maege ind wat uns zogehoeret, nu laift uns wrechen‘, [prach der vurß koene
10 hielt. unſe zorn fi up Die gene, bie uns willen verdriven mit wive und kinderen'.
So bald a8 he deſe rede geent hadde, begonde Henrich van Krane Foenlich fin
ros mit ſporen 30 ftechert, bat it unverzait up die viande rant, Doch ſturtzte he vur ben
vianden neder, ind erhotlt flch weder up und rant up fin viande. bo Walter
dan dert Adocht fach, bat fin ſwaeger neder ftortte, fo wart be zornich und nam fin
15 pert im Die Iporen ind bebe ein ulfo Toftlichen rit as men 30 menchen ziden ie geſach:
be reit durch 2001 man und kreich manchen flach. he quam gerant Durch bie ſtraiſſe
und sank die ander Fetten beiloffen, ind be rant dairup bat fi clan ind ſprank in
zwei iude, und drank durch al dat wolf. ind als her Walter afſo durchkomen
was, fo want. be dae halden ber Gerhart Scherfgin und was ein aſſo berumpter ritter
20 van koenheit und wisheit: ber ſelve ritter hielt Den pris 30 Trejenis van 3 buifent
rittoren, und 30 Nuis, bo fo manitich ritter ftarf, behielt be ouch ben pris. bo her
Walter: van der Adocht erfach dejen man, fo fprach he: ‘min liewe ber her Gerhart,
fiet Hude got an und ure ere ind fteit uns bi in unſen noeben intghein defe wevere,
die uns underftain zo doden. minen jwaeger Henrich van Krane lies ich hie liggen,
dem woulde ich weder helpen. nu hait mich min ros werbragen bis hie her’. wail
an'2, jprad her Gerhart Scherfgin, ‘got mois unſe geleit fin. mit ber gods
hulpen ſullen wir beide weber alfo durch fi riden, ft ſullens Lafter ind ſchande haven.
ich fal noch hude dairumb fterven, of Die geflechte jullen ein eirlichen bach bejagen.
nu flain wir under fi mit ſporen, ‚niet. umb einichen overmoit, mer allein umb 30 be-
halden unfe goit lif und ere'. her Gerhart reit weder in fent Joris namen? up Die
wevere ſtriden. als nu bie waren up dem weberrit, fo quam Henrich van
Krane weder up fin ros mit ber gods hulpen, und be flach herlich mit fin ſporen up
fin pert und reit weder up fin viande. fi floigen enzfteliden up in, ind alfus huif ſich
Hat begin des der den ſtrids. do fpraechen bie edel Cleingedaunke: “Taift uns rifch
35 Und kbenlich zokimen riden und voulgen Henrich vam Krane, ee be van In neder—
geſlagen werde. bie, Wiſen, ein geflechte in Eorllentialfuggenau't, ant:
werben: men ſal al die ghene prifen ind loven, bie ſich zer were ſtellen ind event ir
viande, die in willent ſchaden zovoegen. laiſt uns im ber zit bat keren. laiſſen wir it
jo verfonteit dat fi överhant nemmen, fo haven wir des ewige ſchande. wir willen up
40 fi alfo taſten, dat fl des nummerme enkunnen vergeſſen. Tiefen wir fi treben in un-
fere ere, ſo hasben wir ſere uns ſelven'. her Bruin Hardevuiſt antwerde herup:
wir uch edel geſlechte lieſſen driven uis urme rechten ind lieſſen uns beroven unfer
2
Di
3
=
.
chen
ein hunde“ bagen 3600, vgl. Hagen 3626.
a550. 3 3.In fente Joris ſiden. Hagen
Ballen, mit even haiſtu gereden —8 Bgl. die Rote.
Hagen
3590.
Bl.
222a.
Hagen
3504
eb. 3533.
BI.
221b,
Hagen
3517.
»Agripp.
88a (5
3550).
602 VI. Koelhoffſche Chronik.
Koeſſen ind Simon Merait ſpraechen: ‘Tai uns dan vreelichen hin ridan wit ber
Wilhelm vurß, wir willen ſi beſtriden koenlich. it is ein gemein ſprechwort ind is
wair: werender hant helpt got. wir willen unſe recht, wilt got, alſus beſchinnen,
bat men over duiſent jair ſal dairaf ſagen, ſintemail bat fi is niet willen verdra⸗
gen fin’. 5
Der ander ſtrit bi dem Putzhof.
Alfus veden iv wail 15 mit here Wilhelm, ind as fi quamen riben durch den
Putzhof, jo laegen ivre viande van ber gemeinde 200 verborgen in Jacobs bes wevers!
huis ind waren wail gewapent. inb bo fi bie 15 vernamen, jo quamen fi hernis,
und deſe 15 namen ir perbe mit jporen ind ranten koenlichen umber fi mit vrien 10
moibe, und wurben alzo fere geilagen, dat fi ſich wederumb Feirben. ber Gerhart
Koejen wart geflagen, bat he mit dem perbe im dreck lach, ind he entcroif in up. hen⸗
ben ind up voeſſen, und Dat gefchiebe pur heren Sephirs bungart. her Wilhelm und
fin pert wurden gewunt, bo nu deſe 15 alfus die vlucht gaven, fo meinben: bie bau
der gemeinde, it were gewunnen ſpiel geweſt, und freigierben dat ment hoeret over al 15
bie ſtat. ber Wilhelm dede fin ſmertz we ind reit bald umb me hulpe ind quam bald
wederumb mit mere hulpe up Die 200, imd Die vur im bred waren gelegen, die nae⸗
men bae berlich overhant. ber Herman Hirmelin ind Wiurich van Zulpge ind Gobel
van der Santkulen die ftreden alle gelich Toenlich as leuwen ind deden ben anrit,
jo dat die 200 verfpreit wurden ind mit ſchanden Die vlucht namen. iud Dit was 2
ber ander flrit, den bie burgere up bie gemein hadden up: ben
jelven dad. TEE EEE Fre
‘ch mein Bat niemant reicht verneme: - rn
wair ber gebure einich queme, ' aa Eu Er
alſo wurben fi zofpreit. IJ it. 235
got geve irme dantzen leit! I ee Pr
ae Be ea De BE BE GE EEE Ze Tr
H Ber derde ſtrit in der Butgaffen. |. "Ton
. ot gtay NN 7
Do nu bejer ander ftrit ouch geſchiet was ind gewunnen, jo rieben ſi 30 ‚ber
Butgaffen?:. *|do ftonden ber gemeine gewapent me dan duiſent man, |* ind die ketten
waren vurgelacht ind wurden upgellagen, ind bie van, ber gemeinde ſain dje: burger 30
vur in ſtain. Do nu bie burger ind bie vau ben gejlechten woulden bie gemein augain
inb. woulden upriden in die Butgaſſe, ſo vermaiude einre? bie hurgere, dat fi ſich
koenlich hielden ind ritterlich ſtreden, ind ſprach ein bewegliche vermanunge.
zo erwecken die 15 edelen geſlechte, umb irre rechte und herlichkit, 'bie ſi
dan aldes her gehat haven, zo beſchirmen intgein ir weberparthie: »
“hoert nich, ir edel geſlechte! mallich vechte hnde as ein leuwe! ir fit van vechter ebelre
art komen naedem als Coellen alreeirſt iS eriſten wurden, ind ure vuralderen fin ge
weft heren ind ſcheffen vau deſer ſtat ind in wart nie benommen bat ſcheffendoim nad
erve noch goit. dairumb enwas nie einigem wever loeflich of eirlich, bat be fih an Dat
ſcheffendoim drunge ind underſtunde ft daevan z0 verftoiffen ind dat he rait of fcheffen 4"
Er TE re Gr
1, ‘Des verwers'. Hagen 3510. 3. “Her Gerart Overfiulg’. Hugen
2. Agripp. 88° irrig “lintgaffen’. 3557. et en,
1499. 605
uren unmoit af. der paſtoir van jent Columben und ich willen noch ein rait vinden,
durch den mem mach 30 wegen bringen, bat bie flat van Coellen uch werbe underdain
ind uren willen frieht van der fat’. ber paſtoir was ber Walbruins jone
ind ber kunt ſchoin und foilen machen und lappen!. “wir zwene willen riden in bie
5 fat ind gain 30 den den ir vrunde aferflagen fin ind fagen: willen fi fich 30 uch hal⸗
ben, ir wilt in helpen wrechen irre runde doit up Die die im ſchaden haven gedain,
ind woult fi verbriven nie Coellen, ind dairzo jullen fi an ir goit fomen’. *| die bot- "Agripr.
ſchafgeſchach:* broeder Wolfart ind der paftois van jent Columben reiven zo Coellen
in.bem unpſatz, wie men die Kat mochte gewinnen, ind as fi binnen Goellen quamen.
10 jo fanten-fi nae dri edelmannen ind bat waren dri falgmubber: ber eine hieſch Ever:
hart Neſelen ind was ein uaderloufer vam Salt, ber ander ber Johan mudder,
ber derde hea Heintze Orune. deſe zwen paffen mit ben drien falgmubberen waren
ſteds bi ein, umb ein anflady zo ervenfen, dat fi iren heren die ftat Coellen
moechten leveren, int lieſſen fich punfen, it wer van noeten ind bequeme,
ı5 bat fi fich berieben mit ben die fchaten geleden hadden van den gejlechten.
Ind dalrumb zom eirſten rieben bie zwen paffen den drien ſaltzmudderen, dat fi gingen
30 den vam Kriechmart, den irre vrunde waren afgeflagen, ind hielden in vur Die
meinung a8 vurf is, wie ber biſchof woulde in helpen verbriven, die irre orunde
erifägen hedden, und dat fi bainzo der jelver goit nemmen ſulden. deſe bri antwerben
20 den paffen: ‘wir willen unjem heren in der jachen behulplich fin, dat be die ftat
wederumb 36 ſich kriegen fal. unſe dere ſchaff dat he voulk genoich Triege, fo
Bil a8 he vermach: wie wiſſen rait, bat be ſal ingelaiffen werden up ein dach as dan
gejagt wirt. such dairzo willent wir den vam Kriechmart fagen inb den anberen
den ouch irre vrunde erjlagen fint, dat fi fich zo uns halden, unſe here ber bifchof ſulle
35 in belpen intgein Die overften, die uns verjchemt ind geichediget haven’. ind was
Dat der rait, bat ber bifchof ſulde verfamelen ein grois voulk ind ſoulde mechtich 30
velde fomen, ind dairzo up ben felven Dach 30 waſſer mit 24 heirſchiffen ind fulbe bie
neuen "in dem Rinſafhauwen ind afflain dat ft dem Min afvluſſen. ‘up bie felve zit
jo woulden wir ein grsiffen brant anftechen np dem Turnmart. jo dan ieberman zo
30 brande leuft, a8 mallich plecht dairzo zo ilen, ind ein iglich baeft dan ber
ind baiy ind niemantz gift acht up unſen heren, asdan ſal he ingelaiſſen werden'.
deſe hurß meinung ſachten deſe dri den up dem Kriechmart ind anderen
den ir vrunde afgejlagen waren, ind der anſlach geviel in ſere wail. die
ſaltzmudder ſpraechen: broeder Wolfart ind her kirchhere, ſit des ſicher ind gewis:
35 als wir ud, uu verzalt haven, alſus ſal it zogain. fait dat unſerm heren dem biſchof,
Dat he verſamele zohant dat volk ind kom wan he wil ind ſal uns bereit vinden'.
*Do nu bit alſus beſloſſen was,* fo rieden die zwen vurß paffen wederumb Agrivp.
39 dem biſchof ind hielden eme diſſe meinung vur, ind behagede eme Sagın
jers wail ind verfamelde vil lantzheren, * den bifchof van Mentz, Den greven En,
410 van Ber, ben greven van Cleve mit ander lantzheren,* und meint die flat ftilli- 3975.
chen ſonder were 30 gewinnen ind hofte Eoellen, a8 eme ge⸗lſacht was, wederumb B1.223«.
ander fin vlogel 30 bringen. fin lude voiren wis ind in ind men enhoite fich niet ber:
vur. kurtz dairnae quam ber bifchof mechtich mit eime groifjen heir ind lacht ſich
1. Ich weine ‚hei er Walbruns jun die jprachliche Erläuterung.
were, hei funde 2c.’ Hagen 3500. Bgl.
606 VI. Koelhoffſche Chronit.
bi Soultz! ind floigen up ir tenten imb irre bannier, ind bae lach he zo lotſchieren
"Sagen, up dem Bier *| wail 8 dage lan. |* fine heirſchif quamen ouch mit im Rine up ind
af ind verveirden Die mulnere. do die van Coellen des biſchofs zokumpft ver:
namen mit alfulchen gezuich, dae wuſten fi bald up imo namen ire muiren
und ir porken in ind verwarben bie. do der biſchof Tange alſus gelegen babe 5
zo waljer ind zo velde inb luwert alt dat bat vuir upgink ind ouch Die
porken, — zom leſien fach be dat be ever bebrogen ind verſchempt was, dat dver
anfach, der gemacht was, niet wur ſich gink a6 eme zogeſacht was: fo wart be jo zor
nich ind hadde ſich? binae erflochen, und ſchrielich beelach de he Dat. do bit.
Agripp. Herman der Wiſe fach, *leinre van den nuwen fcheffen |* ind was ein viſcher, 10
"Hgr.seb Dat bes biſchoſs wille niet vur fich gink, * want Die burgere bewarien ie muiren imd
Zotzn ir portzen, do ſprach he zo Evert Neisgin Der einre van den ſaltzmudderen was Ind
difjen anflach hadde belpen machen : |* ‘her Everhart, goben dach! fage mir, ſal men
aljo mit furſten |potten, gelich a8 weren fi gecken wurden? ir Jult den Tornmart an
geftochen haven fo bald a8 min here quam, ind in mit den finen 30 velde ingelaiſſen 15
A haven. ich jage dir vurwair: is it Dat fin wille noch vur füch geit, — *wae beud
3891). krieget ind zo finen henden komet, hei deit uch fleifen’.|* Everhart ſweich af flille: do
Agipp. bit hoirden bie mit Evert * up der muiren |* an ber zinnen laegen, ſo vingen A’in
s; Agriop. *| our cinen verreder |* der die flat wolbe verraden haven, Ind in wart gelacht: ‘wien
fal ud veirdelen ind fegen up ein rat’. ind jloigen hende an In Ind an fin mit: 20
gejellen ind woulden fi gevangen legen. ' '
He a eines Heerlagers vor Eöln ;; über den Zinnen der Stabtmauer ereinn
eilige
B1.2236. A Wie got wonderlic den greven van Kleve lies ſien in dem legger, Dat die
billigen binnen der billiger Ant Eollen rafende der feine veröpiemen | ind. 35
bewaren.
Sagen In der felver zit a8 der bufchof alfo zo velde lach vur Coellen mit vil ander
lantzheren, ſo dede got dae ein zeichen of mirakel, daebi men mirken mach, wie
got ein ſonderlinge oughe up die hillige ſtat van Coellen hait und die be⸗
ſchirmen wille durch die hilligen, der corper dae vaſten. im dem: vurß hrit 30
lach mit biſchof Engelbert der greve van Cleve. as ber ſelve greve eins mach: im-fimre
paulune lach up ſinem bedde, fo ſach he ein die allerſchoiufte jonfrauwe ale he is mit
ongen geſien hadde, gekroint mit einre guldenre kronen, ind der voulchden maeaul
duiſent jonferen. die vurß jonſer gink buiſſen der flat umb die murre van Coellen
und droich ein kertze in irre hant, die luchte fo ſchoin ind fo chair, Dat it ſchens dat bat 35
gantze velt were vol kertzen, ind wanne fi quam inigein bie zinnen, ſo ſach he dat ˖ſi
ein eruitze machte entgegen ber ſtat ind daemit ſegende fi die fat. dat daeden ouch alle
die jonfrauwen, die ir naevolchden. as ſi ouch vur die portzen quamen, ſo machte ein
ieklik ein ernitze ind ſeinde die portzen. der greve, do be lach up ſime bedde, hedde ouch
gerne geſien dat ſeut Urſel dat heire geſegent ind gebenediet hedde, mer dat moichte 40
1. Vermuthlich iſt Sülz bei Cdln gee V. 3876 ſchreibt ſich', voch iſt vhne Zwei⸗
meint. Hagen ſagt nichts davon. fell zu ſeſen.
2. Auch die Frankfurter Hſ. Hagen's ns
1
2
3
3
4
or
0
5
0
=
wi
o
1499. 607
eme niet geſchien. do bie billige jonferen alſus umb die ganze flat Eoellen gegangen
hadden, bo ſach ber greye fi alle vur der Wierporken ſtain: he fach dat Die porte fel-
ver upgink, ind mit wachenben ougen ſach be, dat fi geſchart gingen in bie flat, ie
200! an einre ſcharen. Do ber greve diſſe wunderlide dinge fad, fo
erfhratihe ind valbe fin hende zo gode ind ſprach: “nu mois mir got helpen, bat
ich mit eren van bin Fome ind mit gefunden live 30 wif ind 30 finte. mins blivens i8
niet fenger bie’. bes morgens vroe a8 he npgeftanden was, fo quam gain her Stephan
van Buiken?, ber bi bem green in bem paulune fa. Der greve vraegede in
und ſprach: ‘her Stephan, fait ir dat ich hint fa? ich Have hint wonder
geſien's. ber Stephan antwerbe ind ſprach: “ich fach hint umb Coellen gain cilf-
duiſent jonferen ind ſtain our allen zinnen ind fainden Die flat: Die eirſte droich ein
gulden froin ind ein fer& in irre hant, die bat gantze lant dairumbtrint erfuchte. ich
ſach die portze intgein Die jelven jonferen upgain. vurwair, here, fint got helpt Die
Rat Coellen bewaren, fo laift uns van binnen machen’. ber greve ſprach 20 he—
ven Stephan: ‘Dat ſelve hain ich ouch gefien. wir moegen clein ere hier bejagen.
als ih mirfen, jo mad) Der flat ghein arch geſchien. doet uns unfe
yerde bereiden , wir millen beim riten, wir willen gain urlof nemmen an unfen
heren’, hex Stephan ſprach: “Tai uns dan gain urlof nemmen'. biemit gingen fi 30
Dem bilchof ind vonden in ind den bijchof van Mentz bi ein uud namen urlof
van in, diſſe zwen bifchoffe bieichen fi wilkomme mit groiffen even. der greve
ſprach: ‘her bifchof, maich ind min here, mir i8 fomen ein fulche bode, dat ich niet
lenger mach bie bi uch bliven. got gefein uch albeide‘. biſchof Engelbert ſprach:
her greve, wat duit bat dat ir fo balde upbrecht ind fo balde heimmart ifet? is ud)
einige boemoit weberfaren, dat gevet uns zo verftain, it jal uch gebeffert werben. fait
uns ouch, wat orjach dat uch dairzo dringe, dat wir uns verfein ind hueden'. ber
grepe antmwerbe: ‘min lieyei deren, fal ich dan nd) bat jagen, fo raeben-ich uch:
woult in mit eren van hiunen komen, fo brecht np ind treckt var Goellen. ich wil uch
offenbaren, wairumb ich niet enger enbliven wil: ich fach hint wait 11 ſcharen ind
waren alle 11000 jonferen [ind fint] igunt binnen der fat van Eoellen. wat fullen
wir vil beftain intgein got? fi gingen hint al gemein umb Cochte ind feinden die
fat, inb gink ein affein vur im ind die droich in irre hant ein kertz, Die overluchte alle
Die lande bavulmbtritit, ind || bedden hundert duſent ander kertzen gebrant, men en-
hedde dairaf niet Fo wail geſien'. nu heirt wie ber bufchof san Menke fprach: lieve
hene ·greve, weder is uch eruſt of is uch ſpot?'“ Der greve antworbe: “oraget her Ste
phan. der hait in ſo wail geſien als ich”, der buſchof van Mentz ſprach: “ich gelenvens
wail uch beiden. dairumb, here van Coellen, laiſt uns upbrechen ind ein idlichen zo
huis treden, willen wir anders mit eren vau hinuen ſcheiden'. hiemit brachen ber
her van, Mens ind van Cleve up ind mit in die anderen heren zo wafjer ind go
lande ind zoigen heim. ir pauwelune ind tenten untftachen fi ind branten bie, ind
dacbitwas go verflan, dat fi waren vluchtich wurden. ind die furſten, ee ſi ſchie—
>27, nor? ſtatt morgens'. 14. Her Stephan ſprach 30 dem greven'. Doc vgl. Hagen
11.9.3963, 28. XI. M.“ 29. iind ſint' fehlt.
I: sin undert’.. ‚Hagen 3935. 3. Diefe Worte ſpricht bei Hagen V.
2. teivin van Sulin'. Sagen 3949 Stephan von Sulen.
3944.
Bl.
2240.
608 VI. Koelboffiche Ehronit.
den, jo. veibingten fi ein foine tufchen dem bufchof ind ber ftat!, mer bie
felve foine hadve gheinen vortgank, als ouch vur zom dicker mait gefchtet
was: want jo balde die heren vurß enwech waren, fo quamen des bu-
ſchofs vrunde ind fin raitzlude, bie niet gerne zom beflen raeven, int
brachten ein nuwen anflach, als hernae volget. . 35
So wie buſchof Engelbrecht durch ein nuwen anſlach, berurende parlilicheit der
burgere of der geſlechte under ſich, underſtonde Coellen an fi zo bringen.
Sagen Doe nu buſchof Engelbert ener mit halver eren alſus van Coellen moiſt up⸗
— gelb: brechen ind niet beftalt hadde, To wart he fere Bebroeft ind reit zo Bonne *indb beela⸗
pinasde. gede ſere Die ſchande fins upbrechens |* ind fprach: ‘wat ich beginne up bie ftat wart 10
Coellen, dae ich meinen ere ind goit z0 erlangen, fo kriech ich niet dan umb ind umb
ſchande ind ſchade. ich enmach, a8 mich dunket, gein ere befagen un den van Coellen.
fi moegen weil jagen, bat ich Die lacht have genommen [under jagen. fi moegens
got Rem heren wail danken: it fi in fturme of ſtride, alwegen blident ft in Der eren.
ich enweis niet of fi dat mit zouverie zobringen , of dat fi doch fo gelndich fin of ouch 15
dat it irre billigen ſchult fi. ind is dat van den billigen vurware, fe fin fi ſchuldich,
die groislich 30 eren ind im zo danken’. vortan ſprach buſchof Engelbrecht:
‘ip.mir got beipe,. ich were vil liewer mit eren boit bleven our Eoellen in etme ftride
dan. aljus: unverwunmen werbreven fin. wer fach ie groifier ſchande dan dat furſten
„umbeftreden ſulden vlein?’ broder Wouffart der was mit dem buſchof 30° Bınine 20
*ebenb. *|inh troift in ever eins |* ind fpradg: here, Ir foult urren unmoit niet zo jere uch
laiſſen verwinnen of ouch urren zorn lange halden. zom berben mail mols men.nod)
gelucks warden. ſtelt uren unmoit af, urre dinge ſullen noch goit werden. niemans
enſal ſo verſuift ind eleinmodich werben, of it eme niet geit nae ſinem upſatz it velt
duck einen dach dat alle dat jair niet gedoin enmach'. det‘ kirchhere van ſent Columben 35
ſpiach!: geleuft, Here; dat uch brober Woffart hait geſait, it bevint ſich alſus in ber
wairheit. here; wir hain ung bedacht ind haven ein anderen anflach, ver
uns: alzo bequemelich vorderen ſal in urre fach, ind is der: mir wiſſent
zwei /geſlechte In ipellen , die ſich under ein haſſent als katzen ind hunde; md bat ib
uch alzo gin behulpelich middel; dat ein ſint, die van der Mulengaſſen, die anderipar⸗ 30
thie is Herman ber greve ind fin vrunde, her Walter? der vait:deſe braechen beu
"Sagen Wiſem. iy huis. af, „rind, dat ſoulden ‚fi noch gorne weberuumb, wesrhen.|* nu willen
212 wij, gain zo ben Wiſen ind mitin alſo machen; dat fi halben; han ſicgel van der fiat,
sent: bat.ir. gnerhbant van ber. fiat behalt. einre van in, ja burgermeiſſter, ber
4512. Sobowwid) her Henrichs ſen, des Mifen, |* ind der: hait ben: jegef. bexe, wir jullen beime 35
4819. lich, mit, jn beſtellen deſe dinge, hat it wail gefollen ſal. u fait uus, here, aurıs mei⸗
1. nung', der bu ſchof antworde: ix ſult alreirſt mit den Wiſen Ipneden': ich
2200. wiſsé wait.hat, ſi noch verbriefie der homoit ind ſchade der in geſchiet ſi in ben vargan-
gen dagen. ich ſuil im bereit fin nu ind 30 allen ziden, iven ſchaden ind unrecht 30
Ya ti, hı y ' — oo. A J
19. were Ratt wer. 25. gevaın. 26. bevnnti. 385. Lodowich hurgermeifler ber.
rennt Wahr: -finenfaiwt 0: nn
fheinlich bloßes Mifverftändnißider Worte 2. Waltever (Waldaveras) degeꝛ
Hagen V. 4013: dus gaf da manlich 4064. |
sin Js
an
1
oO
20
8*
>
3
=
35
1499. | 609
teren’. here’, ſpraechen die zwene paffen, ‘hait ein goiden moit, wir willen
it wail beſtellen'.
Hiemit reden ſi in die ſtat ind enboden den Wiſen, dat ſi heimlich zo in quemen
ind hoirden irs heren botſchaf. die Wiſen quamen heimlichen zo den zwen paffen ind
woulden hoiren, wat des buſchoſs wille were, ind ſi wurden alle vroelich der botſchaf,
as fi die gehoirt hadden. van ſtunt an gingen fi zo iren heimlichſten vrunden ind be-
ſpraichen die, dat ſi alle up einen dach heimlich quemen ind hoirden die guede mere,
die in der buſchof entboden hedde. ber dach wart beſprochen ind fi quamen up ben be-
jcheiden "bach, ind dae vonden fi die zwen paffen ind die intfiengen fi vruntlich.
broder Wolſart dede dat wort 30 in ind ſprach: “ir heren, min here jent uch deſen
brief ind untbuit uch al heil ind vruntſchaf. laiſt den brief leſen, ind mat dairin ge-
Ichreven i®, bat wille he uch ficherlich ind vaft wair halden. ind als ir den brief hait
boeren leſen, jo füllen wir uch unfs heren rait ind willen fagen, ind ich nemme it up
min,stele: woult ir mime heren volgen, it fal uch fomeu 30 groiffen eren’. ſi ſprae—
Gen allejamen: ‘got bank unſem beren ind uch boben’. der brief wart gelefen
reehtevort, ind als der brief gelejen wart, antmworden ft: ‘her kirchere
ind. broder Wolfart, wir jullen uch vortan zolufteren ind alle ftille fwigen. fat ums
unſers heren wille, wir willen eme underdain fin’. broder Wolfart fprach vortan:
Hagen
4083.
‘Do Ach left minen beren fach, hoirt ich ure gewagen in duechden. ind der kirchhere
verzafde eme, wie her Deberich ber Wiſe ind dat geflecht van der Muelengaffen mit
gewalt ind unrecht weren verjaget wurben inb werbreven ind ir huiſeren weren zer
brochen ind aigeworpen', *ind dat werbroeffe irren heren den bufchof alzo jere ind
woulde in biftant doin in irren ſachen,* dat fi ftch befpunnen mit den partien.
bie Wifen ind tr zohank fpraechen zo den zwen paffen: “niet Taift uch der zit
5 verdrieſſen, Mt uch ein dach of zwen, wir willen ud uren bobenloin wail ver-
fein. wir willen zo unfen vrunden gain ind uns zofamen beraben ind befenden den
vait, der fich in uneinicheit van unſem heren gefcheiben hait ind ouch noch
fteit, dat wir ben ouch zo unfer partie Triegen: wir willen eme fo vil gelo-
ven ind genen, bat he ouch mit uns zowallen ſal ind wederumb in des buſchofs
hulde Fomen. ind onerfomen wir den man allein, dat fal ung fin ein algo fere
groiſſe ftuer!. ind.astan fo moecht ir unſem heren ein volfomen ind vroelich ant-
wort briugen, ind unſe Here ſal ſich uch fere bedanken ure botſchaf. geit zer herberge
int. macht: uch vroelich, ure pende ſullen wail quit werden’. des neiſten dages dairnae
warbigeſanbher Wilhelm var Poilheim mit anderen zo dem vait, ind eme
wert der netmt jo: gefuchet ind ‚die rede jo ſnes vurgelacht van bes buſchofs hulpe ind
biſtant; bat he wart bedrogen ind viel ouch zo den Wifen. Die Wifen mit ven anderen
van irve parthien ſpraechen 30 broder Wolfart ind’ zo dem kirchheren: 'vart meer zo
unſem lieven heren ind ſaget, ir hait urre botſchaf alſo uisgericht, dat wirs fin bleven
in mem rade. wit be uns biſtain, wir willen eme ſweren ind hulden ind willen
bi⸗ eme ſierven md genejen, ind willen uns feter weder alle die gene die intghein in
gebain haven. faget unjem heren, bat he in bie flat fome: umfer ſal jo vil 30 eme
lagen, dat he mach bebriven in ber fat wat be wit”.
Dat verbunt wart gemacht weber Die Overftoufgen. broder Wolfart ind ber
1. gl. Hagen 4197. |
Städtechronifen. XII. 39
Agripp.
Get p
Agripp.
89b.
Hagen
4177.
31.2258,
Hagen
4221.
Ian
..
“
-
u
610 VI. Koelhofffche Chronit.
kirchhere reden wederumb 30 dem bufchof ind brachten eme ein antworde,
ludende alſus: ‘here, wir bringen uch ein vroeliche antwort. fi Ingen:
wilt ir in biftendich fin, fo lange a8 fi leven, fo willen ſi jn yrem dienfe flain,
ind, des fult ir in wederumb helyen underdrucken ir ylanbe, ind hat, julf jr in geloven.
ind wanne dat iv fi zo. hulpe havet, In kumpt iv enhoven al uxs dings. ouch hqpen fi 5
geſprochen mit, her Walter? Dem wait ind mit ſulchen worden underweifen, dat he
ouch uch ind in helpen wil, der doch ſelfs gerne weberumb, urre hulde hedde, here,
ir ſult eme ae, hulde weder geven ‚ind, dem ſelpen vait vurß vurderlich fin uxre leven
lank, ind wir willen ouch dairen⸗boven eme zoſagen ein ſumme geltz san ‚ber fiat
wegen, ‚up ‚bat be ſich wille ſlain zo den Wiſen ind mil ‚pen ſelven luden behulpelicheid
fin, id dairzo push in truwen biffain., ind als ir dem mit; uch havet;ſpricht he, zo ber
gemeindin pin wort, ſa ſal urre diul cin. goiden vortgank hapen,. kriegen fi in zo eime
heaiftman, ſo ‚mein ſi alle, jt ſi gemunnen ſpißl. here, ſpraechen deſe zwen
Hafen, ai, uns nick. longer, bliven, laiſt unß riden ‚ind. deſe Dinge zom ende
bringen. ‚ir ſult kurtzlichen ſien, dat ure, wille fal, vur ſich gain'. Dar, huuſchof ‚hairt dee 15
xede geyn, ind hehaicht mic. uiſſexr maiſſen male,, Tai in’, prach der, bujchef,, ‘in, brief
ſchriven, van uijſen pegen, jnd dairin botſchaft in min hulde, ind min liene, ind dat
al, fin ‚ein; geloivehrieß, ind mat dae in begriffen in. Taf, fanthaitid
blingm. ind quch, wat ir, dan macht, ſprach der buſchof, pan hex Dermanß des are
bau mwegen, dahis mir lief, al ſujlden Die Wiſen fh noch gerne, wrechen, un ip, jnd die 2
ander, hie dairzy ‚zait hayen gegeven ‚bat fi in ‚Die ſchande ind. dat laſter angedain
haven. doch', ſprach der buſchof, ‘dat is den Overſtoltzen ind den anderen
‚gellschten-migt,,go verleren ?,. want ich hain hide hoeren jagen, Dat fü ſin van der
beſten grt herx. komen ind Yan bey aldſten geflechten, ind dairumb perdruelte fi, Dat it
anders mis in.zogeit? Danıli,gepaenläch. ſin, bat ii her firbe, pinge fe: 3
Bemiad wenden nae.iume willen, willent nu die Wiſen " mit, mix.ver⸗
Papa dat, ſal in zo. Haben: komen an, wive ind, an, irren findexen'.. an
‚ Diife: botfchnf hrasht brodex Wolfart an die Wifen ‚ind lacht in wir
Ks heren bevel, imd as he dit vurgelacht hadde, ſprach he Yortan!
irſheren, wilt ir ſweren minem hereu, be fat wich helpen getruwelichen in wat ſachen ad
tb fire begert ib‘ Uren ſchaen uprichten. nte vlande fit ouch fire vlande, ind ihdiet
len, Rutger son Alpen.
in alıo ſere ber ihade inb| ſſhande, dieſt uch zoni leften haben 5 an ngebein
min here wil Ki ‚sch leven ind, eisen ‚pi it mues uch, gebeffert werben), vorton
ſprach broder Wolfartnoch is ein: ander rait' als quch vuxß is, ſder unſem
heren ins uch gantz watt pterien Mach. her! Rutger bam Abpem,'der dat, %
as it wail wißt, n hait miine Seien hulte vertoren: vat be uch getrürhetlchen helpen
„211
5. ‘van’ fait dat”. N ereRate sel STREET N
mhrtah emo ehr Po nit Et a
EEE V64176 iſt m' Hagen ſchen die Wellen, ba —— ja‘ * auf
Tert eine Lücke. Seiten der Overſtolzen ſteht.
2. Verwechslung des früheren Vogts ‘Dat it in eirgen miſſegeit'Ha
Waltever (Hagen 4064) mit dem dama⸗ gen a9
5. Si :Daden: eme:. laſter pad pin.
3. Dat indarf in neiman miffefenen. Yagen 4228. le.
Hagen 4216. Beziebt ſich offenbar auf ME DT BE TrEl ET Be DT EEE zu
Er
. “ 1489. . 611
wonlbe intghaitt ure vlanbe, fo gewunite hei weberumb'mins heren halbe, tmbich
weis wait: ſleit her Rutger au minen heren, ſo fal Die gautze gemeinde go uch vallen,
want he: is van groifiem gehoere unber in: her Herman ben:greven, dev
ſich uch belt 30 dem Overſtoltzen, willen wir up fin zit wail vachen.
5 that ch goit dunkt ind fteit zo doin, dat laiſt uns kurtzlich wiſſen'. her Johan van der
Borken, *]ein behende liſtich mar, |* ſprach vur fi alle: ‘get bank unſem lieven heren "Jagen
goider gunft'ind aller eren. ber Firchere van ſent Columben ind brober Wolfert, fait
unſem heren, bat be her zo uns fome, wir willen eme deipen unberbruden
alle fin viande'.
10 Deſe zwene quamen wederumb zo irme heren ind ſpraechen: “here, : ir meeget eb. 4256.
got wail ſere banken. uts gelucks rat hadde ſich verkeirt, dairumb ir ind ure vrunde
jere bedroeft wairt: it ſal bald wederumb upftigen ind ſult bald uren' willen over⸗
fuer. dat gene dat wir dest Wiſen vurgehalden htiiven als var wrent wegen,
dat haven wir zo eime gueden ende bracht. here, fi begeretr dat ir in die ſtat kumpt!
15 wir ſagen uch gantz waitlichen zo: die Wiſen ſullen uch Alle ttuwe geven ind ſweren!
bat ſi'al ir keven lank ſullen uch verbunden fin ind helpen intghain ure viande, als
fir die Overſtbltzen ind ire maege! fl ſaint, der Wiſen fin fo sit; bat fi wit overtreffen
bie anderen. here, laift uch urre pert ſabdelen ind bereiden. hie is ghein langer mer⸗
ren. man ſait gemeinlich: die guede ſmede haint einen ſieden, als vat iſerheis is;
ſo ſal mant ſmeden. utre wille ſal vil bas vur fich gain, Dam wir it uch geſagen kun⸗
nen. Nlaiſt uns anbiſſen ind dan 30- perde machen. wir fallent gewair werden. wae it
binwille’
ESböð 'bald 48 der buſcho geſſen hadde, fo reit be in Die ſtat zo den Wiſen. ſi int eb. 1289.
fleugen in vruntlich ind ſpraechen: “oil lieve here, fit got ind uns wilkome'! fi ſwoe⸗
5 rel ind'hulden eme ind woulden eme Diener, it wer dach of nacht, 'wart'he'in vil ind
groiffe Birige' verheifchen hedde. der buſchof Sprach: blif ich leben, ich ſal it mit uch
alfo machen, Dat ir mir des banken’ fult in ewicheit'. ind'vraegede'fi: wie ſteit
Kahl den wiaepeir Bi? h'ait'üere vuch genoucht harnieſcheetüch! halden bat ir Bi.225%.
niet, pit havet. ihre), ſpnaech em ſi, “mir ſullen der noch genoich gewinnen‘. Dar
er. buſchof parmn ami, bat ia ame. volgich fin waulden, ſonſprach he:;:
nu il ich allereirſt mich. ſchicken zer were!. hrpder Wolfart, kumpt her: duet in
geven hundert, mart, ‚Dat fi mapen *| ind harnefch |* mit gelden, ind laiſt dat bi uch Agripp.
oliven ind niemani⸗ füget bat, noch wibe noch kinden, bat ir mit mir ſo oberbrägen eu.
ball! probe Wotfatt Prach zb dem bnſchofs:““here, ih raeben nih dat iĩr
Urs Bine weil overleget ind vdat le uch niet wervent- ind befteit geinen ſtrit allain mer
ſeit zo dat iv Die gemein an uch bringet. as ir dex gemeinde ſicher: ſit ind ure dink
ſicherxich beſtelt hait, dan begint ure dink int eirſte ind dan. beſcheit einen dach, hat ir
algemeinlich zoſamen kumpt'. die Wiſen antworden dem bufchof: here, wir fullen
ghern mit urem rade al unſe Dinge duen'. hiemit ſchieden fi, van einander.
10 Dairnae in unlanger ſtunt hieſch der buſchof, dat men ſi eleite mit ſcharlachen Hagen
ind mit groiggen nnderſueden. geſrriſt cleider zo 20 paren zo, ind, Die oberften: van gti
| o.ıfe f ., ‚! u pina 89b,
40.'menwunlätte. : : Do.
se ?So ich alre einst veinnen bar vom Edbiſchoſ an. bie Wenen ge⸗
Hagen 4302. richtet.
2. Die folgenden Worte werben offen on oe ern,
3
*
>
tw
>
d
=
©s
—
612 VI. Koelhoffſche Chronik.
ben partien mit goiden ſcharlachen,ſ* int dat dede he up bat ſi verſtunden ind
»Agripp. mirkten, dat ber buſchof mit gantzer truwen ir vrunt were!, *inb daemit
brachte he bie gemeine am ſich.* do die cleiber overlevert wurden, To: gingen bie 20 par
der Wiſen gecleit mit fcharlachen ind gruenen unberjneben, als die ritter ind Die
pperiten van der tat plaegen z0 gain. bie Overftolßen. wurden des upſatz
gewair als van den eleideren ind van dem harneſch. dae mu bie DOyer
ſtoultzen ſaghen dat Die Wiſen tilſusdanige cleider drogen, ſor gink zo in her Hermau
der greve ind vraegede ft, van wan ind wie fl am die eleiber weren komen? "fi-autt:
worden: *unſe here der buſchof hait uns bie gegeven'. doe ſprach her Herman
der greve vurß:ſo mir min lif ind min leven, alſulche groifſe gaven gift men 10
niet zo vergeves. als ich fein, BR vruntſchaf under uns is chin, ich raden bt minve
ſelen, dat wir alleſamen zoſien, bat dev alde has, dem fi Up uns haven, afgeſtelt werde,
up dat wir. fiher Am. it is zomail genoichlich, dat ein minſcheſin mit gemaich ind -in
ſime huige ſicher ind unbeſorcht flaife. ind Her Herman ſpit aich vaebi: ede
18 zo allen ziden goit afgelacht' bev Mathis det vait ſprach ouch Daizor “ich raeden 15
dat men beſprech ein minlichen dach: wir hain under uns gemeine vrunde, Dem willen
wir deſe fache offenbaren ind laiſſen bie dairtuſchen deibingen d Ddat: wir uns under
kinander verderven. ind laift ung bat doin ſunder Tat: beiden. wir willen ſeunden une
Dem greven van Guilche;, begerende dat he wil komen ſnelimit eime geruſten gezuige,
Agrivp. ind iſchriven eme daebin dat’ (pie Dat vmrhanden i6,' * dat he Die ſach upnemme e dat 20
sor. me ungelucks daevan fome.|* mer laiſt uns niet de min bie wile in huden fin; :ind
niemand van ung engee allein under fi. laiſt und famen gain mit boufen: of dan
uns iemans woulde moitwilligen) :Jd Anuege Wirchem weberftant boin. want u,
aenipl in.allug. bag HE mufer meifter, myxpen, ‚Dat.wirngg, in piien, han
moiften, win weren doit ind verdreven'. bie e Hperftoltgen entbohen anfun bat * 3
. ben Harbeouiften ind anberen irren gemeinen vrunden, wie ber buſ ſchof hebde cleider
geggevin ind 100 var! penninge, var ſt moechteir Jelben ·harnefwh ind wat in noit
bwete! dp her Hermans des greben doit ind dire Finde vtunbedirn men sound ſfurde
Dr Ambbringen ind unteren. die Haͤrdevuiſte, dae fideit hoirven, ſpraechen'ſy!? Yalfluttt
zoſien ind waderlich huede halden, bis nien beſtet rote men deſen ninwillen heſtille Ind 30
nkderlege. it islein gemein ſprechwort: dad goide Hoide'is,' dae s vrede!n ind guten
ben talt, dat mei ruſcheit den patthien einen dach upneme ind die vebe milegotz Hilfe
brecht uſchen im’ ind irte weberparthie ‘md ſo möchten I ſunber votten fie 7, nt
I EI FIEEEE DE a 5 FE IE Le Bu Be da In
Sr
vi der greve von, ‚Guide, gekoren wart, ein foine, in) nisfpeyd je di dein hen
den ‚zwein partien, ler. toi ihen pre
— : | Ind. wart bedillicht van beiven:deilen , ‚dat. fl eindeidiugsdach beraempien.
Ass. ind wart ber dach deſprochen *|z0'fent Vaurenelus * zen’ Steſſen in: her Hilgers
4897. His 3, "welthe wonung nur zer sit anno domini! 494 groiblcch tb Tee
I z it l .21 th U Fee
27. aenenen. hedre 100. er PERL Er Enz
1. 1131 et
et
vol:
1,Des neigen A den safe pri- dem Bogt Mathias’ den Mund.
fen. "Hagel 432 Baran if wiht weht zu Det
2. Sagen 1350 legt Biefe Worte ſchon Bl. Au Bagen BUT. 1"
1499. | 618
lich vernuwert is. ‚be nu die zit ind ber bad) quam bat men ſoulde ein faine treffen
tuſchen den parthien, ſo quam ber greye van Guilche gereden binnen Coellen mit 300
perden, ind be wart vruntlich intfangen iu he unberftoinde mit allen vlis
die vede zo brechen, up dat die ſtat eindrechtich were ind in eren blewe ıc. ſi quamen
5 zoſamen in die vurß rittertiche wonung ind gingen alle beide partie, bie
MWifett‘ ind Her Herman ber gieve, irs dings uis ind fakten dat an beit greven wait
Guilche ind' noch ander 4 maune, als an beren Bruin Hartwnift ind her Hesrich
Hartvniſt ſinen broder up ein ſide! ind an heren Gerhart van ber Portzen ind hex
Johan Marſeles fon. deſe vunf gekoren ſlichtsmanne, ee fi wat zo der ſachen ſprechen
10 woulden/⸗ſo mueſten tie Wiſen uisgainzin d ſweren: ja wat, ſoinen fi under in be»
ſprechen, dat ſiſdie vaſt ind ſtrack halden moutben.: ind ſi ſmoiren up dat hillige ſacra⸗
ment, die ſoine ſtode zo halben ind nummerme-zn brechen. der greve van Gunilche,d ede
benmisfprucd, imd ſprach alfns: “ir, Wiſen, wir: fin in; dar: Koing verdragen, dat
men:inr urbor ber flat ven Coellen ein bede ſeßen ſal, daemit men, bezale ber, ſlede
15 ſchulde, ind: dairin ſult in Dem raede vurderlich ſin ſunder wederſprechen and zorme,.mdß
ir hait gefwouen,, ind den xart ſal uch gepen vuruis van den ſelven verfgmelhen gelt
ind van der ſelver bede,ıh hundert mark, un dat ir in vreden ind prunſſchaf leht, ander
ein:al ure: leven land. ind of is Dit wederſpreicht, ſo breicht ir Die ſoine qo ir wail miſt
ind wert meineidich. iv ſult vertan. heimlich ind offenbairlichgetruwe, fiiz⸗ under ein
20 indmit ein ſterven ind geneſen'. hiemit. ſweigen bie Wiſen ſtille jad waren Rey. ſgiue
nuitt gantz zonreden ber rait began ſich. Neben dad ſi loisten Ind; bedanſten ſich ae
fein ſere ꝛ nase ser un
Wen? BE Fo: \ u 0% a BE Pan BE BGE KR R
Bu . Anno demini 1267... ent KLEE he
Die ein eineinde von’ Coefen, durch aubringung der’ vartien Wir ade fi" h
25 “ 9* titghern die’ bverſten umb ende‘ ungeisornfidher ſcheguag Wilke. en
N „39 ben jarten uns Hexen. 1267 1*; wagt Die behe ind ‚gemein ſchebuug bes EN
wieiprahs geſatzt np rich, ind arme van ber flat jnd wart gekundicht, wat maſſich. van D 127.
in gelben jonfpe, ‚item paune men ‚bat gelt heven waulde, daeyſn wart sin, Dan, up: Sagen
ee: Dex Iehbe dach wayt ouch gennempt, do ‚rat Der, alt, ber fiehe. pan Coellen *Gölner
30 sin, Hulche ziug⸗ „ind ſchetzung up Die gemgin,. „beihe arm ind,zich, „ge Inch hadbe,, ſp. fat Sahrt.
A pie gemein ganitz daixweder mit gemalt|*. „in dem ſelven gingen —5 ye iw⸗
lichen zo ayme, ind zo dh, ihteſhtudee warumb iud wie lange fi Hat geſtaden wonß—
ne dat in Die Overftolgen ſoulden alfo jchentlich ind boeflich ir goit afjchinnen ind
heben deden niet hairzo ind hedden des ſo goiden moit. die gemeins
35 Ki — Hr mbichlen' et dat afıteiten , wir engebechten des erh niet zo
geven'. wilt ir uns dan heipen", "Ihracpen Dle Wifen weder fi, ‘fo bift iv
unboetonft in der ſtat van Coellen md vri van aller bebe'; deſer mere was / die gemein zu “
rg, ind werbanti ſich hie Hanke gemein.erm.inh rich. mit dem Wiſen weder die: Gnerfinl:
Ben iud dag ſi in behpan woulpen fo wanneg ſi ir hulpe begerden jnd heboiffen irre bufpe.
3. underſtan. 15. Raiede. 39. urre' ſtatt irre'.
1. Richtiger Zuſatz, vgl. zu Hagen Zuſammenhang ſowohl auf die Gemeinde
00 wie auf die Weifen Ei he erlaubt.
. Yard wainden ber. ſpinen von in Doch macht PAR lebendige Wechiel im
hiben, ‚Hagen 4440. ı zu, Dialog, den agen fo. fe —* ‚dag er⸗
3. Sagen 4454 fi ſpraichen', was der ſtere wahrſcheinlicher.
614 VI. Koelhoffſche Chronik.
Hagen Deſe mere brachen uis ind quamen vur bie Overſwultzen, ind die ſachten
1466. dat her Herman dem greven. dae ſprach ber greve alſus: ihe krenkt fich; ſere
an ſinre ere, der nae der ſoine wederumb denkt an vede. dat is verreders werk, dat
einre ein ſoine fweirt zo halden ind darnae is dairumb nie, bat be die brechen wille.
up min ere ind up min ſele, ich Hatte gehoft, die ſoine ſulde ſtede geweſt fin. laiſt uns
nae dem greven van Guilche! ſenden, ee fi uns overvallen ungewarnder ſach'.
21.2206. So wie der rait van Coellen niswendige heirſchaf binnen dic Rat Juelde, -
die gemeine 30 bezwingen, ind dat ein burgermeißer wart geuangen. And
die Wifen gaven fih np die vriheiden ind bieven dae 6 wecen lan. : '
Hagen Ban ſtunt an wart wederumb nae dem greven van Guilche geſant ind be quam 10
150. hald zo Cdellen mit eiime groiffen gezutge. ind bo ber vurß Greve binnen Coellen
was komen, fo gingen her Herman ber greve ind bie Overftolgen zo dem grewenrvan
Guilhe: "her Herman began 30 ſprechen: here, bie van Molengaflen ind die Wifen
haint ſich weder iven eit mit ber gemeinde overbragen, bat finns mwillent verdriven
ind umb unfe leven bringen.. wat gutede lude ſprechen ind ſweren, dat halden fi mer 15
datı uch Die: Wiſen haven geſworen ind geloft, here, bat dunkt uns al verlaren fin ?.
lieve here, wir bidden uch umbegotz willen, geft and in zit ein rait ee ſt uns operval⸗
len erflagen ind ermorden, wie men in moege wederſtantdoin ind fi alſus bezemen
dat fi des niet mere enbeſtain'. der greve autworde hieruprind ſprache meineidige iud
lugente erkriegent ſelden vrome Ind ere, man fiet fi ſelden des beginnen dae fi gre weit 20
gewinnen. ir heren, rait ſelver mit dairzo, wat men upfiunt dairweder bein meege'.
her Herman der greve ind bie Dverfintgen ſpracchtn: ‘here, haiſt den
burgermeifter befenben , ber hait ber ſtede fiegel’: "bo lies be ſen den nae ber; Lodowich
dem buscgermeißtere, he quam ſnellich go in, iud as he dair komen was, ſochieſch men
emoe dadt fiegel van der ſtede ber Lodowich der antwierder ‚icdh.engvergene bat 25
Regel im geinrelei wis fo lange als ich leve, noch van drenwunge noch: vau bede wil⸗
len. eme wart geantwort: ‘entiver geft rd)’ gevangen of overlevert:dat ſiegel'.
ind. als. he den ſiegel niet. overgeven wouhbde, fo mart begenan-
:gen.;'do her Lodowich der burrgermeifler wart gewangen, ſo lief van ſtunt an cin van
fiten kneichten ind jachte dat den Wiſen, ind: jo bald a&ıim Die botſchaf fomen was, 3
ſo hoiven fi ſich up ind. gingen Ligen up Die dloifter ind. vriheiden zo den caumichen,
ind dairin: laegen fi wait ſes wechen lank, beide mil vrxunden ind maegen. ind binnen
der ſelver zit entquame her Edowich der burgermelſer der umb Page wart
gewangen. an
' H " , .llı ‘ nn ’ .
var ehne —* z0 Cocden der gemeinde latgain den an, ind dat bie gerteimde 35
4530. 0, alle porken, np dri ac, gebam. : > OT
14
Jar. xt deichieve dairnae * m bem fair vurf up feut Bainvels des einſedels dad,
Jan. ı0. der is up den’ 10 dach iu dem harfimacıte,* I alsbie 6 wechen-uhrhgih-
gen waren, foe quam ben Wiſen vur, wie der gie van: Guwilche, Heruanikier
nn, s Hi, sur vol TER le,
1. Richtig! Bl. zu 1 Sagen 4460. über ı aus, daß ‘goide lude', d. h Ge⸗
2. Der Sinn iſt nicht genau wicber: ſchlechtergenoffen, wie Doch die Weiſen
gegeben. Bei Hagen V. 44190 ff. ſpricht ſeien, ihren Eid gebrochen hätten.
Hermann gerade feine Entrüſtung dar⸗ ze BET BE Bla TE
an
1499. | 618
lich vernuwert is. do nu Die zit ind Der bad) quam bat men ſoulde ein foine treffen
tufchen ben parthien, fo quam ber greve van Guilche gereden binnen Coellen mit 300
perden, ind he wart vrun tlich intfangen ind be, unberftoinbe mit allen vlis
die vebe 30 brechen, up Dat die flat eindrechtich were ind in eren bleve ꝛc. fi quamen
zofamen in Die vurß ritterlihe wonung ind gingen alle beide partie, bie
Wifen ind her Herman ber gieve, irs dings uis ind ſtalten dat an dem greven var
Guilche ind noch ander ‘A manne; als an beren Bruin Hattvuiſt ind her Hemrich
Hartouniſt ſinen brober up ein ſide! ind an heren Gerhart van ver Portzen ind hex
Johan Marſeles fon. deſe vunf gekoren ſlichtsmanne, ee fi wat zo der ſachen ſprechen
woulden,“ſo mueſten tie Wiſen uiagaim ind fiveren : ſo wat foinen fi under in ber
ſprechen, Dat fü.bie vaſt ind ſtrack halben: moutben.: ind fi fmowen up dat hillige ſacrag⸗
15
20
Pan
r *9n ben jaexen ums. heren 1267 |*, wart die bede ind gemein ſchebung bes "Sölnee
.
Ina
30
35 4
suent, die ſoine flede zo halden ind nummerme zn brechen. der greve van Guilche dede
donemisjpruch ind ſprach alfns: “ix Wiſen, wir ſin an, dar ſoine verdragen, dat
men in aurbor. ben flat van Coellen ein bede ſezen ſal, daemit men bezale der ſſede
ſchulde, iD. dnirin ſult ie Dem raede vurderlich fin ſunder wederſprechen ib zorne, mid
ir hait gefwoven,. ind; dev xait ſal uch gepen vuruis van deun ſelven verſamelhen gelt
ind van der ſelver bede 6 ‚hundert mark, up dat iv in vreden ind vruntſchaf leſt auder
ein al ure:leven land. ind of. is bit wederſpreicht, ſo breicht ir bie feine as ir wa miſt
inb wert meineidich. ir jult: vortan heimlich ind offenbairlich getruwe fi. under ein
ind ut ein ſterven ind geueſen'. hiemit Tmeigen die Wiſen ſtille jad waren Deu. ſgiue
niet gantz gonreden ber rait began ſihs ʒ Teen ind fi loiiten ind, bedanlten ſich Br
fein ſere va. Da.nih . ,! voor Pe ET si
—DVVVD —
. E Anno domini 1267. _ 2 fur tat
ai ein seineinde von’ Eoeken, darch atrbringung der’ partien Wiſen, lachte ſich“
iuntgheln die‘ overſten umb rinre ungrwoenlicher ſchegunt willen.
uieſpruchs geſatzt np sich ind arme van ber flat ind art gekundicht, wat maſſich bau D 127.
ip gelden ſouſde, itzm wanne men bat gelt. heven wouu[pg, daeygn wart in, Bad, up:
Hagen
4441.
gerarhtisgp Den Iehbe dach malt, ouch gengempt. „*}Do na der yait. ber, ſtede van Spejlen *Eätner
ein halche zins-jah ſchetzung up bie geamgin, beide appu inb,rich, „gefprht, hadde, [p. lacht 7 Jahr.
Fi diq gemein gang. dairweder mit gemalt|*. in dem einen ‚gingen Die Bifen, heim,
lichen 30 ayme ind zo rich, ſpreſheunde: warumb iuh ‚mis lange, fi ‚Bat, geſtaden wenß
dat in die Overſtoltzen ſoulden alſo ſchentlich ind boeflich ir goit afſchinnen ind
n > deden niet bairzo ind hebben des ſo goiden moit. die Ba
nn Aue ſprach!! Atioidhlen‘ wir dat aſſtellen, wir engebechten "nee sera nieb zo
geven'. wilt ir uns dan helpen“ praechen "Die Wiſen weder fi, ‘fo blift iv
ben, jiud dag fi helpon woulpen In wanne f} ir hulpe begerden ind hehojften irre — 2
3. underſtan. 15. Raiede. 39. urre' ſtatt irre'.
1. Richtiger Zuſatz, vgl. zu Hagen Zuſammienhang ſowohl auf die Gemeinde
02. wie auf bie Weifen zu beziehen erlaubt.
AUnd wainden ber. jpinen, van in Dod macht den lehendige Wechſel im
schen, Hagen, 4440. «; Dialog, den Hagen fo. (ir hebt, bag, er⸗
3. Hagen 4454 fi hhraichen', was der ‚flare wahnſcheinlicher,
.iä
unbetonft in der ſtat vanCoellen ind wvi vau aller beie'. deſer mere was die gemein
vrq, iurs venbant ſich bie gantze gemein arm ind rich mit den Wiſen weder die Oyerſſol⸗
Hagen
4466.
91.2266,
Hagen
4480.
614 VI. Koelhoffſche Chronik.
Deſe mere brachen wis ind quamen our bie Oserfiwulgen, ind dierſachten
dat ber Herman dem greven. dae ſprach der greve alſus: he krnkt ſich ſere
an ſinre ere, der nae der ſoine wederumb denkt an vede. dat is verveders werk, dat
einre ein foine ſweirt zo halden ind darnae is dairumb nie, bat be bie brechen wille
up min ere ind up min ſele, ich hatte gehoft, Die ſoine ſulde ſtede geweſt fin. laiſt uns
nae dem greven van Guilche! ſenden, ee fi uns overvallen ungewarnder lady.
| 36 wie der rait van Coellen wiswendige heirfhaf binnen He kat haeine,
die gemeine zo bezwingen, ind dat ein burgermeißer wart gevaugen. "And
die Wifen gaven fih up die vriheiden ind bleven due 6 weder lank. :
Ban ftunt an wart weberumb nae dem greven van Guilche gefant ind he quam 10
bald zo Evellen mit eime groiſſen gezuige. "ind do ber vurß greve binnen Coellen
was komen, fo gingen her Herman der greve ind Die Overſtoltzen zo dem greven’van
Guilde; "her Herman began z0 ſprechen: “here, die van Molengaffen ind die Wien
haint ſich weder iren eit mit der gemeinde overbragen, bat fans willent verbrinen
ind umb unſe leven bringen. wat guede Tube ſprechen ind ſweren, bat halben fi; mer ':
datı uch die. Wifer Haven geſworen ind geloft, ‘here, bat: Dnwft ung al'verfaren fin ?.
Dieve Gere, wir bibben uch umb gotz willen, geft ans in zit ein vait ee ſt uns overval⸗
len erſlagen ind ermorben , wie men in moege wederſtantdoin ind ſi alſus bezemen,
‚bat fi des niet mere enbeftaitt'. der greve autworde :hierup:ind Sprach: meineidige ind
Jan. 10.
lugente orkriegent ſelden vrome Ind ere, man flet fi ſelden des beginnen dag. fi ere mit Qu
gewinnen. ic been, rait ſelver mit dairzo, wat men upftunt dairweder doin meege‘.
her Herman der grese ind die Overſtobtzen [praedhen: “here,, Mnift den
burgermeifter beſenden, der hait ber ſtede fiegel’: do lies he ſen den nas ber; Lodowich
dem burgermeißere, be quam.ſnellich zo in, ind as he dair⸗ komen maß; ſoſhieſch men
emo dadt fiegel wan der ſtede ber Lodowich der antmerhe: ichenovergeve bat %
ſiegel in geinrelei wis fo lange als ich leve, noch van dreuwunge roch van bede wil⸗
len“. eme wart geantwort: 'entwer geft und) gevangen vf overlevert: dat ſiegel'.
ind als he den ſiegel nietovergeven wouhbde, ſo wmart heigevan—
gen.'»'do her Lodowich der burgermeiſter wart: gevangen, ſo lief vom ſtunt an ein van
finnen kneichten ind jacht dat den Wiſen, ind jo bald as in bie: botſchaf komen was, 3
jo hoiven fi ſich up ind. gingen Ligen up Die eloiſter ind. vriheiden zo den canpnichen,
ind dairin: laegen ſi wail ſes wechen lank, beide mit vrunden ind maegen. ind binnen
der ſelver zit enimame ‚ba vedowich der burgermeiſter ber, umb bat; fgel ı wart
gehangen : ©. on. rot
154
2) - ö .
ri ! te, hi 2 Ind
van eine inf 36 Cocken der geuelnde Inigain den Kalt, ‚m dat Bio gemeinde 3
alle porken, np dri Mac, gebamw. it "0 0. 1.3.0.
It geſchiede dairnae "in bem jait wurf uk ſent Pauwels des inſedels dad,
der is up den 10 dach in dem harrmaend, ſa I als die 6 wechem unrbgan⸗
gen wnven; foe quam ben Wiſen Kur, wieder gteye van Gmilche, Deren: bieı
DL Va Bee Pa a BEE EEE TE re ade hi. Meburl 2
1. Richtig! Vgl. zu Hagen 4469. über aus, daß ‘goide lude', d. h. Ge
2. Der Sinn Ift nicht genau wicber- jchledhtergenoffen, wie ‘Boch "bie Beifen
gegeben. Bei Hagen B. 4490 ff. fpricht ſeien, ihren Eid gebrochen hätten.
Hermann gerabe feine Entrüſtung dar - "nf |
vun
gu
20
30
ws
gt
1499. . 67
viande fomen, ſo ig it alre ewft zit bat men fie, wie men, fi angae'. mit bem felaen
vernamen die Dverftolgen, bat ir viande up fi gnamen., nu hoirt Doch pie troiſtlich
her Mathis Overſtoltz ſinen vrunden zoſprach, do he die viande ſach komen.
Wie her Mathis Overfionig ſert eruſtlich ind vruntlid vermacnde zo Ariden fin
ſchare voulks ind die in ordenunge (dichte intghein ir viande.
‘Ir lieven vrunde ind maege', ſprach be, “fit doch umb got hude unnerzaicht
ind gheinte vli van dem anderen. wir fein nu up uns fomen die ghene bie ung, of fi
nidegen, unberflain zo verderven an live ind an goide. wir enkunnen un zer zit niet
gevloewen noch wif noch finde. uns i8 vil beſſer ein eirlich beit dan bat wir. ung
ſchentlichen Leiffen verdriven. dat ſulde uns alzo ſere beruwen beisiaemails, bat wir
mit wif ind fiber bebeler wurben. hude iS der bach dat men fal orunde bi vrunde
jein, dat men beim getruwelichen biftant ind hulpe bewife, ind dat jal men 30 den
swigen dagen uns wiffen naezoſagen. mallich were hude fin ſelves leven, win fullen
‚alfo hude unfer vianden vroelichen verwinre werden. Die, mit armbuıften kunnen
ſchieſſen, die ftellen fich im die tere jo gerabe, bat fi iren vianden ſere bange raeden.
vliſſiget uch, dat iv havet den vurſlach, und Nacht ſlage mit flage. ſlait heirlich und
uitlich up fi, nacht ind ſeit niet an, wie vil bat ir is Die up uch ſtriden. ſege Ind
loevelich verwinnunge enlicht niet an vil volls, mer allein an got dem heren bex bie
gift. bidt al got, dat be ums vederlich helpe ind uns fo werlich in den eren behalde,
als wir gerne woulden vreden halben’. bie Operftoulgen ſpraechen alle ſamen: ‘bat
verlene ung got der vil genebige'! u .
Yan dem Aride der burger ind overſteu van Coeilen intghein die gemeine up
der Bad), im dem her Rutger vali van Alpen doit bleve ind her Kodowich
burgermeißer ıc. Le
Hugen
4708,
N Mit des quam ber vait ber Rutger van Alpen, bie Wifen ind’ vie Br.22sn.
gemeinde bie fohuken van dem Overfloulßen, bie an bei ſpitz gin-
gen, waren riſch bereit, und bi dem Heuberch ftalten fi fich zer were ind enhat—
teh naumwe 62 mant ind fhuffen fo fere up die gemeinde, Pie dair her quamen
drinigen, dat fi jere verveirt wurden ind bie gemeine began hinder ſich 30 wichen, [al
was ber over 10 buifent.|* as dat Die anderen fagen, beguenbent fi zo volfen ind 30
ſagen, die gemeinde vluwe ind were verzait. mit dem brach men die ketten, die vur
ber Hermans des greven huis lach. fo bald as die ketten zobrochen was, fo quamen
die Overſtoultzen durchdringen, ein deil zo vois und ein deil zo perde, ind ſtreden as
helde, ind ir was wall 300 of enwenich min, ind deilten ſich in dri beit, het Marhis
Ovetſtoultz mit ſinre geſelſchaft ftreit zomail vrommelichen an ber ſiven vur dem Heu⸗
berch. ber vait quam gereden int mitz van der ſtraiſſen ind dtange ap here Gotſchalk
Overſtoltz ind woulde mit eme ſtriden. ſo bald as her Gotſchalk bett vait erſach, ſo
ſtach he wederumb up den vait ind mit eme her Herman ber Rode ind Rutger van
Galen: deſe dri drungen up in zomale ind gaven eme jo manchen groiſſen ſlach up
0 fin lif und up fin heim, dat dat vuir dairnis fpranf. be weirbe fih ouch we:
ber uis der maiſſen fere. 30m leſten wart he gevelt und bleif boit aldae. fo bald as
1. Nach Hagen 5102 war dies die Kampfes.
Anzahl der Overſtolzen beim Beginn bes Te EEE
Sagen
*Hagen
1802.
618 VI. Koelhoffſche Chronik.
ber vait erſlagen was, jo weich achter rugge ber Wilhelm van Polheim ind andere mit
ber. gemeinde, bie ben vait mit ſich bair getrumpt hadden ımb in den beit brachten
burch groifle geloefte, Die fi eme van ſchatz ind auders gebaiı hatten, inb tiefen Im
allein im den noeden ſtecken, ind daeden gelich a8 ber ref: wanne as men nae eme
taſtet, jo geit he adhterugge: ber Wilhelm vurß, dae he den wait fach beit liggen, 5
ſprach be: “der mit dem fine mach enwech komen, ber halt noch niet guntz verloren'
bit ſpraechen Die gheme, bie Tefterlich van bem vait vluwen. nu boert wie ſprach ber
Mathis Onerftoult, as he jach dat der vait was verwonnen: 'dat heuft unser viande
i8. verwonnen, want got unſe here was eme weber, und bat was finre untrawen
ſchult: he nam van uns gelt ind.goit in goiden truwen und gint uns dairnae af?. 10
ber, Henrich Sleingebant! troifte:inb vermaente fin orunde inb’fprad:
‘got fl use bank md. ure loin vur die truwheit, die ir uu zuumt. ir ſeit hie LO duiſtut
of me up unſer 16 ind uns verſluegen ofı fi moechten, mer got jal it hude auders voe⸗
gen’. ber Herman Cleingedauk |puad:-*Lieve vrunde, ſit des gewiſs, got ſal
unſe vurvechter fin. laiſt uch hude dunken, bat hondert duiſent man ſin gelich as ein 15
me. ein jlach van uns ſal hundert flagen, und dairumb laift und fi foenlicyen'an-
gain, mit des brauf troiſtlich hervur her Henrich Cleingedank ind fin broeder ber
Herman mit vil van den Cleingedenken in den hufen ind ſchufflerden munchen man
deſſelven. dages van den Wiſen ind der gemeinde. her Mathis Overſtoultz erfachiher
Lodewich den burgermeiſter, der her Heurichs des Wiſen jon was, ind be began zo 20
ſprechen up her Mathis vurß alſus: “Ger hoerenſon, nu willen wir wrechen urt groiſſe
kundicheit ind overbraichte bie ir uns dicke vurgelacht hait. her bundich ſchallk, ie. moiſt
up diſſer ſtat dairumb ſterven“. "her Mathis awimerde eme hoveſchlichen uud ſprach:
‘aa got wilt'. mit dem gaf ber Mathis eme einen ſlach dat he zo ber erden: ueigte ber
Zauder Joede ber gink bi her Mathis ind hoirt der Lovowichs des burgermeiſters: wort 25
up her Mathis ind verdrois in ſere und ſwoir: ſo⸗mir der gvit' gotuumbidat iv up
minen heren dvorſt ſprechen, bas hei were eins puteirb ſone, dat ſal nuch Koften urte
leven rofich jal dat min verliefen'. mit des :brant durch fi hor Coſtin vun der Adocht
ind ſprach: “bi minre ſelen, it enfal nirmant woreden wan ich.“ ich fahrenıe baivazb
fin zonge uis ſime hals riſſen, dat he im ein hoirrenſon: hitſch. Fund gaven eme:mit 30
dem fo groiſſe ſlage, dat he begonde zo vlien ſent Joxis wert und: woulbe weder in die
emupitata. - her Gethart Overſtoultz ilde im une und lief in’ neber.’,do>he mebernittb
meinte upgoftain:, ſo hadde he under zwene up flfe hals./ her Rutger Dverflontik
31.2286. ind Hen⸗l rich vanme: Kranen, mb: ſldigen: uptin: ſo bitterlichen ſerei dat heſo
11
traf wart. im debegerde den prieſter/ ind des hilligen fattamıenb.: "hev:bumgenind: 35
ſter', ſprach her Rutger, ‘goß licham is fo eirwirdich ind jo hillich, dat ir iud albeq/ die
mein eide jweren, ſullen gets licham verouft werden ſo ſi beß'begereni mit dem
ſo wart im ein ſlach, Dit hei up der ſtat doitblelf . hete Mathis'gärkibo ialre eirſt up
ber jjmnilre fiven+ npſin viande olauwen ind quam up ver Iden Saw inbıup die wan
‚ber alder beren. ww gint it (u el an ein weren, do th men Sergel van ben w
of Ha ’ D . “ 1 —
ı 82% hereheit, AR. ween att anti a . miJN.
1. Die folgenden Worte werden bei 3. Dat hei vur doit ſint ummer lach.
Hagen 4800' von Mathias Ovoerſtolz an wu. au Hagen 4863.
Heinrich Kleingedank gerichtet. | 4. "Up der ander. ſiden⸗ ee
.2,:Bei Hagen 4806 von Mathias an Vgl. Wed: 4904. 9"
Hermann Kleingedant gerichtet. gr mn tan
ee |: \' |? Rosa eu, 619
Aren des dages gheinen viant ſparen, ind bo wart ein harbe ſtrit zo beißen fiven. ber
Manbis Overſtoultz rief: edel vrunde min ind marge,. wail an! albie Hash mankich
mit ſlage! nir fint noch KO duiſent of me, die uns underſiain unſe leven zo wammen,
uunſer goit ind uuſer ere laiſt nus in menlich wederſtain ind fü weberleren; aſſo leven
> Kan uns ſtriden' mit des jo drank her Zander Joede durch ind wacht ſere wail, waut
it gink eme an fin leven, ind he kreige manchen harden flach umb fin: heuft. des⸗
gelichen dede her Peter ſin broeber. ber Coſtin van der Adocht mit ſime brocberigun-
men gewapent ſere ruſtich. ber Dathis mit ſinre ſchare ber euſpairt gheinen viaiit.
dat dach. her: Herman . Cleingedank ind drank mit gewalt durch ſtalle, ind’ fin'booever
10 ber Herman poigde im, iud wat in volget im iv fchare, Dat drauf ouch durch. aſſo ouch
Die Overſtoultzeir jonder ruwe ſtrichen up irt wiaude. bio dit die ap ber breider ſiden
ſaegen, do gink it.an ein ſtriden. ber Rutger ind her Henrich vanmei Kranen begon⸗
den iu geſellen ouch zo: yermanen. bie ſchutzen die ſchoifſſer do ever forfere, dat’ Die
gautze geneein began tzzo vlien, ind afſo bezwongen die Overſtoultzen ite viaude in dei⸗
15 den ſiden van: der, Roaiffen, ind moiſten in geven ind zobaiffess Die ovperwinnutig ind
wichen: mit zeglicher vorten zo der Korenportzen int: do bie. Wiſenind dis gemrinde
alſus Hinden fi vlo, began ber Schau: van der Portzeu, ein kundich ſoltz ibedrogen
man: ſinen vpnnden zazoſprechen und iprach zo her Johau her Marſelis ſon ?noſhrecht
bald: ure breder? ane'; ber Richwin: Grin ſprach he ouch 36 jagende 'is dat wirs al⸗
Lo hie nietienberen ind wederſtant doiu, ſo driven fi.un, nis. al unfer wer’; dovieden fi
bas nederwart ind begonden ire viaut 30 leren zo voib indigo pexbe®. mer die Over⸗
ſtoultzen ineßerreben fi herlich, ind die enpitanier,:bie ſo tnentich wederhielden,nwarten
bee. Gerhart Scherfgin ind her Herman Scherfgin ſin meve her Peder Joede ind her
Daniel: ſin broeder, die geraide and ſtarke koene ind mie menne waren inv fg mitt
235 teren pause noch alzit getruwe ind lieſhaver geweſt besigemeſwen guik.
irre:vuraldenen hieſchen Die Soeben inb waren getruwe eirbeor mengte: dait⸗
umb ir maelbomelinge ſich ‚niet dorfen ſchamen des nmemen&.!piefe zwen Foedentind ir
hulpere rungen ſtarklich durch ind; deden ir viande wichen mit:geoiffen: ſtegen in mit
ſtichen, ind wat In vur quam,“ ſtieffen ‚fi hinder ſich. her: Hilger var der Steffen mit
30 fimerjone,- Dat anch ein loene man mas, mit auderen, fiwer lieven meven:ſtoeden, ouch
tooifllich; ap ‚mwiande; her. Herman Birlelin ein fin ven 1bnrgerfloich up'ber
Mayfitins ‚her Johang ſon, dathe mit ſchande moiſte wichen. Rutger Dev jonge vun
Galemnbeſtrede her Johan van der Portzen aſſo, dat he diervlucht nummi aud achte:
meh ſpricht ꝛtit ier bas gevluwen an ouch geboichtem mitz untumoen‘„ bar Philips
35 Quataermark ind heriſCoßin Oxerſiols Albigen fern Richwin. va Grin; dat eme bat
lahewwagint.:.. u. es an TE BER n
1,» 130 bersjelver zit hoif fich einmuwe mit irb ink fich ein an ein vechten under ‚Hagen
Pen; vitteren ind. burgereit mit iren knechten, iud Ksoighten: alfo ſare gelichen, baten 1880.
uqauwe muſte wer den, pris ſulde behalden Innherkung. koch runs eite, horr erhart
10: Koefen geuoempt. ein done, ind wis man. deridraud durch ane iemantz dank sand bat
vurvechten: he nam ſin ſwert in beide hende ind ſloich eime ſmieder durch ſin kops,
Dat dat ſwert an den oren keirde. ber ſelve begonde zo ſchrien ind rief > nn ris, im
2, 3 — f
1. Währſcheinlich ie. Heinrich ge⸗ viande teren. Hagen 4028... ar.
meint, Vgl. zu Hagen 18094.. 4. ‘Hirmelin‘. —— TE
2. Uren broider'. ‚Hagen 4924. , a: Einen ſmeirre ſioich hei’burcd) fin
.Orſe und pert begunben fi upir zende'. Hagem 4989... I mus ‚er
020- VI. Koelhoffiche Chronik.
des duvels namen ris'! ind vloe. he was geſchaft als ein vladebis mit eime widen
81.229*. ind bloͤdiger munde. fir] zonge hienk eme uis av eim⸗helligen hunder wer in
de wat wraeget, he antwerbe, it were al boit'inb’erflagen. bo Die gemeinde den bloidigen
man anſach, wart ein iglich. expeirt und wich durch bie Homportze. der vurß her Ger⸗
hart KLoeſen ſtreit vortan up bie viande: fin willich ind koene hertze verveirde bie 5
vianpe alſo jere, bo,fi fargen bat men in up ber Bach zo beiben ſiden ſach firiden, inb
alle die eme naevoulgeden, bie macht be toene'inb vrifch 1. "Die zu perde waren ind
eme vol geben, die gewontten den andeken ridenden, die weder’fl waren, Deu Art
df'inb dreven bie hinder ind' under fi und dresen fi vurch: ie Homportze. tdie-zn
voiſſe:waren van deu. Overſtoultzen inb van, ber Korenportzen, bir ſtreden galſo vorebe; 10
Kirk up beiden: ſiden intghein ˖ ir viande, ‚fi. envorten noch ſlach. noch ſtich mark doit:
want wiereniſi undergelegen, jo waren ſi verdrepen ind erſlagen wurden. dae for
ser die gemeiude jexeıichestläch: - deſe ſchumferturs bracht bi.her Gerbart Sorien, ind
were Dash nummerme daixzo fomen amd -ungehenselich.geweft, enhet got niet
ſonderlich dat alſus verhengt und gefchickt. Friderich Schectert ind her Sohası, vrauwe 15
datew an ſon, bedreyen ouch menliche ind ritterliche dinge. eat
Sagen u: Nacder ſchufferturen ind as die vlucht geichiet: was, ip vonlgden Die Dverfont: .
So. an irren viandqu ae bis an / die Homportze. jo quam .in.intghein. Goſſchalt her
' Rabe, vrauwe Iden ſom ind der begonde, alleine up fi.zo ſtriden ind Dig, Bilen, Jiefjen
in allein dae iu ber. neit-fiain..‚Die.n vÄBgenger. Man.den Dperftnulgen. habben, im 20
: al gerne ge mer be weherfipinbe, ig. an gemalt, big der teifige, gezuich u iu
ind neber, nogtant entunben f in niet gevellen. zom leſten ber Gerhart Soperigin,
ind, der aeit in meber: ib erifogen dair ben ſtarlen man. mif groiſſer noit. ind a8 be
tiſlagan mad meintoen · die Oeertonltan, dat fi ir viande gautz vodewrugt behben,.,, 3
"30, mie ‚Ale Wifen ap. den feiven dad, fi wederumb upworpen — die Sir.
. Raten. ind, wit ia, 30..Arit, quamen, ‚nur font Steffan, SF, kiurtich die singt.
FI Ber LE I BEE .t. aatuen ‚in, eloifse in). hirchen. mad itet in er
eb.5048. .ı. . RNacdem as hie Qverſtouitzen⸗ verſtreuwet verjaget ind vermyngen ‚habben bie
WBifen: ind vie enteinte;.avaren firgand. vroelich van hertzen ind ‚maipkten., date die 30
Mifen fo: underwiat / weren, Ndat ·ſa vortan ſicht niet peperen enſuſden, jeit,.zu. Rem deinen .
ſtunden begunden: dier: Wiſen:ſich j anderwer zo ſamelen⸗vur ion: Ghefffnuideze
Hw mp Audi: ‚meinten ct fi; wolhen geret/ hanen: Gotſchan den Roiden er ſo
bald bis Dnerfiouftsew.bat ner namenuiſo fugl den ·ſi ſich modexumbin big were Insahein
bie Wiens. ſreden mp xin nuweil. har Boa, pmiwe Hademigen. Mayr aim Razt 55
koene manj Veit darch idie Wiſon und Die-gemeintbe:fp verkeizlich, ‚hatı bier ghene Ines.
one Wakan; idie mis finen henden quamen: ſi ervolgdenſi o anası nak-hie Sup
mit irem biſtant zom leſtan vlnwen mit ſchanden go · clojſteren ind zo lirchenn i nid up
diem rihſeit, aAs zorſent Gereontind'anderswae. man dieſt, den hjenur ein
‚matt: 10: duiſenden dest: ſege anugewan, yervolgde ind verjagde ſingraisſind elejne, ind 10
dat dede got vur fi alle: alſo dede ouch Fohan deſen algemeine.: Joham 38 alſo vil als
gotz gnade: vil ſelich ſi die moder dan die ie ſulchen Johan droich.
I. *ven? ſtatt des'.
UVVVVVVVVVVVVVDO
L. ‘De mon: up beiden ſiden der baich . 2. Und wre hpen noch in wane
ſo vromelichen ſtriden ſaich, da erkonde Hagen 5053 ET Er BE Teer
ſich mallich jo jere'. Hagen 5004. Inne ron
19 621
So wie die Ouerkoulgen wedernimb ſauten. ein boden jo dem grenen wan
ji W Guilche. on
Do bie Overſtoultzen vernamen, dat die Wiſen alſus in die cloifiere get
Hagen
waren, * upſtunt ſauten die Overſtouttzen ein ridenden boden zom greven van eAaripp.
5 Guilche.* der greve was za Mechtren, dae he hin gewichen was in dem ver⸗
gangen bage 1 po ſin huis verbrant wart. bi aventuren he lach bair mit
willen ber Overſtoultzen: of ſi ſinxe noit hedden, dat be dan ‚bi.der hant
were. der dode vant ben grauen vurß noch. daen und fo balde as he ben sgreisen ſach,
abob (H.
5084).
ſo ſprach he al lachende zo eme: here, dat'is ij ed ſelich dach: men ſal oder duiſent Bl. 2280.
buche
=
lair ber geſchicht gewach haden, bie zu Coelleit geſchiet #8. ſint! ir uns Coellen riet, halt
pet olfv uch Heffteneht got hart uch Beroart'! Ir wurdtein urem huis geſuchtwail weit
Ö du iferit? mantkıen, ind'as ſiluch niet vunden, ſon beſronden fitzo ſeiden mit mreit
vrunden "ireb woulden uch ind fl’hain erſlagen, meriſi enlunden wiet beſteklen ind
moiſten vlien as die verzaiken. Here greve', ſprach ver boden, “as mir got heipe
bie verſtoultzen enhakten niet 62 man as men den fwit up bean, ind bet ande⸗
ren waten wail 70 duiſent of me, *die unkrvaren waren ih ſulchen dDingem3:]* mu
—
un
Aarive
jeit, wat hulper goͤt'is Ber ſinen vrunden alſus biNeit!tı Der’ greve ſpruchvrunt bino dob.
min, dem ‘get wil hefpeh ‚der hait gedain, walit emeinenmach niemant weberſtain
ber gleve biete Fiir perde ſabelen und bereiden und ſptach: wir willen riden Id Coel⸗
len’ in willen unſe vrunde viſentieren ind nitt vrruden fie. ſi Pullen noch vil⸗me
ereir Eileen! ne en ee ie en en—
Ho Be’ anderen dages fere vru'reit der greve han Guilche weberumb in vie
ftat, imd abs'hei ſach ſin vruude, fo gruetzteheeſi uns ſi itfingen in vrunttich⸗ ind
ee u greve Herman v van Korenporgen, ein der alte erſamſter burgere den
men mis 8 (Socll ei in holidert jatren zo bagt of hove!ſach zikhen)nder Dede 'War’idbrt‘ an
ben su gröven van Güilche ib bltan Aftret "ehr erigen“gukvigel gbklenlirbegen
wir alle ſicherlich niet genoich gecien "ol" etedkh nie "Allen den genen die ung 30:
ð
8
——
Hagen
5116.
Hendkten Bis’ invat gehende lie, dat herum fo vedetlichen boven al unſo viande ge⸗
braicht hairindiſo vederlich vachte wi une alle-zitit he is geweldich alre dinge ind ein
30 Here richter in’ ſime rich.hebde dat ein minſche ervacht, Dat ichrvtrr geſacht hain, irtd
woulbedat bort Sagen, ſo wurdenit luden as ein lugentlich wort indimnenimoechts much
nit Feleuben:nu is dat zeichen ind wunder me geſchiet wiv enhains umb ged niet
verbient,/ dak heruns ſo vederlich lieſ habt gehat in Ddefen vergangen / dagen in allen noe⸗
Beh dit ſtaidetteaher greve, ich meine dat ſint gotz geburt mit wairheit mie ſugehoirt
35 geweſtn dat kumme Goimanne moichten wederſtuin 10 duifent hands wir mit vengotz
hulpen gevain haven, geſchumifierr ind umbgeftagen/ ind aliſnlden wir it uch ſelve / niet
ſagenſi heint iutgolden Ir groiſſer meiudaitenwir gingen alles dinges an uch, aller
vede ind alles Unwilles, wart iv nisſpreccht, dat ſatden volgen wirable.
ſiuſworknt upidat lichameunſers heren, dateſt ums ſulben nurbertich fin am ere inbaun
40 goit ind aſo ſutven wir weder in doin! mu wouiden nf undierflagen m enterven
Ha )] j’ + ‘ y' j 1 — Year [, r ir
1. Davon fagt Hagen nichts, da- 5096. nn
gogen beißt u8 V. 3117, ver Srhf fei des 3. ‘De irme fit waren ngeve Hagen
anderen morgens' zurüdgeritset. 50836. innen
2. Wale van duſenden'. Hagen BEE Er ren.
620. VI. Koelhofffche Chronit.
bes duvels namen rie’! inb vice. be mas geichaft als ein vfabebis mit eime widen
ind bloidiger munde. fin | zonge hienk eme nis as eim helligen hunder wer in
239). wat vraeget, he antıwerbe, it were al boit’inb’erflagen. do Die gemeinde den bloibigen
man anſach, wart ein iglich erveirt und wid) burch die Homporke. ber vurß her Ser:
hart Koeſen ftreit wortan up bie viande: fin willid ind foene herke verveirde bie
vianpe alfo jere, do ſi fargen bat men in up der Bach zo beiben ſiden ſach friben, ind
alle die eme naevoulgeden, die macht he koene ind vriſchi. die zo perde waren ind
eme v olgeden, die gewonnen dem anderett ridenden, bie weber'fl waren, deu Mit
df:inb dreven die hinder ind under ſichtund dreven fi vurch: bie Homportze. die zq
voiſſe: waren wan den Overſtonltzen ind ‚von ber Korennortzen, bir ſtreden alſo vorehe; 10
lich up beiden ſiden intghein- ir. viande, fi envorten noch ſlach. mach ſtich noch doit:
want more — jo weren ſij verdrepen ind erſlagen wurden. dae blog
[#11
Da Bw)
were Dach umamerme Dada tomen. ind. ungekenselid. gew eh. enhet got niet
ſonderlich dat alſus verhengt und geſchidt. Friderich Schectert ind her Sohgat, vrauwe 15
Hadewigen fon, bedreyen ouch menliche ind.ritterliche Dinge, . tg
Hagen Racader ſchufferturen ind 46 Die. vlucht geſchiet was, ſo oonlgden Die Doerfonl:
zozo. gen irren diandau nae bißanıbie Homportze. To quam ;in.intghein: Goijchalt her
Rote, vrauwe Iden ſom ind der begonde alleine up ſizo ſtriden ind bie, Wiſen lieſſen
in albeiıa dae in der noit ſtain. bie, noißgenger. »an.ben Operftaulgen, habben, in
al /gerne gevelt, mer ‚he wederſtoinde inn mit gewalt, bis der reifige .geanich. Hp iu
quame;: der ein was der Joede Daniel, der ander Coſtin Crop: bie, xieden. driwerf. MN
ind neber, nochtant enkunden fi in niet gevellen. zom leften her Gerhart Schrrigin,
ind; der geit in neder ib erflogen dair ben ſtarlen man. mit groiffer np. ind as be
eiſlagan ns; meinten :Die werrBoniten, Dat fi iv viande ganz unberbrugt beppen,, , 25
»
"3, je, Ale Wifen np den feiven dach fh wederumb upworpen intapei. die Ser.
ln ind wit ‚iu,.50..Arit, quamen, ‚nur ſeut ‚Stefan, mer kurklig } bie sung
ME 27 DET Dei Mo ‚BREBEN ‚in, doifise in). hirchen. HE schiebt yllronjert
6.5048. 6. erben as die Overſtoultzen verſtreuwet neriaget .imb.peringiusen ;hahben,. die
Wifen ind bie -enteinite;. unten ſi gantz vroelich nam hertzen ind meinten daß, die
Miſen fo! uuderwist / weren, dat ſe vortan ſich niet peperen enſuſgen,ſkät, zo dem gelpen
ſtunden begunden: wie Wiſen fi. / anderweri zo ſamelenvur ent: Gtefffug Jdeer
De mp ontziem io meinten At fi wolden geret/ hanen / Gotſchau hen Roihen.n⸗ er, jp
bald bin Ouerſtoultzen· bat pernam eniſo. fuldan· ſi ſichmodexumbn big waere insaheint
die Wißen nd ſmreden mp ein /miwet. her Vohan, pmuwe Hadewigen⸗ ann air ſtart 35
koene, manj veit Dusch die Wiſon und Die.gemeinbe:p varveiglich, ‚Ratı die gheng.IpgS
none Waren; die nis · finen henden namen: Hi Aeruelgbendiie lauge. datz die Wiſen
mit irbm viſtant zom/leſten vinwen mit ſchanden go:cTeifteren, ind za lirchenn i nid. ap
diewribreit,.a8.g0 jene Gereontindianderiswae. mar dieſt, bei, bigguz ein
matt 10: biaifen den dest: ſage augewan, yervolgde ind verjagde ſigroisind eleine, ind 40
dat Dede got vur fi alle. alſo dedeo ouch · Johan deſen algemeine. Johan is alfa vilals
gotz gnade: vil ſelich ſi die moder dan die ie ſulchen Johan droich.
I. den' ſtatt des. rd er me?
+.L. Da man un beiden ſiden der baih und waren ihelpen noch ta won
ſe vromelichen ſtriden ſaich, da erkonde Sagen MEI, rer
fich mallich ſo ſere'. Hagen 5004. net — T te )
[2\]
0
1499: 621
» wie dir Onerkoulken wederumb ſanten ein boden 5 » dem greuen van
a ee. Guilche.
Do bie Overſtoultzen vernamen, dat die Wiſen alſus in die abiſere gevluwen
Hagen
waren, *j upſtunt ſanten die Overſtoultzen ein ridenden boden zoni greven van ——
5 Guilche. |*. der greve was zu Mechtren, dae "he hin gewichen was in dem ver⸗
gangen Dage ! bo ſin huis verbrant wart. bi anenturen he [ach dair mit
wiſſen der Overſtoultzen: of ſi inne. noit hedden, dat be. dan bi.der hant
were. ber'dsbe'vant ben greven vurß noch bag: und Fo balde as he ben greben ſach,
—*8
5084).
ſo ſprach de al lachende zo eme: “here, dat'is I] Am ſelich dach. men ſal over duiſent Bl. 220b.
10 fair der geſchicht gewach haden, bie zo Coellen geſchiet #8. ſint! ir uns Coellen riet, hatt
got wllr uch geftreneht "got hart uch bewarte ir wurdtin urem huis gefucht wail van
10 duiſent⸗ mankten, ind’ as ſi'uch niet vunden, ſo beſronden M'zo-Meiden mit nreit
vrunden'ind woulden uch ind ſichain erſlagen, mer fi-enfünden wiet beſteklen Ir
moi en vlien as die verzaiken. Bere greve', ſprach ver boden, “as mir got helpe
15 die Overſtoultzen enhakten niet 62 Man as men dei fwit up beat, ind bet ande⸗
ren waten wail 16 duiſent of me, *die unervaren waren in ſulchen dingens. * ma
Agrip⸗
jeit, nat yutper goͤt'is ber fiiten vrunden alſus biſteit'bu Der’ greve ſpruch!? vrunt pino dob.
mitt, dem' got wil helpen, der hait gebaln, watt emen enmndch niemeint weberſtain“
dteve hieſch fin perde ſabelen und bereiden und Tptacd:- wir willen riden 20° Coel⸗
20 In ind’ witlen anſe vrunde viſentieren ind mit vreuden ſien fi fullen noch viluime
eithr ebteven“! I al. hen her — acaobh moon
Alſo bei’ andereit bages ſere ven’ mat·der greve van uiie webderumb in die
Rat“ imb als hei ſach ſin vrnude, fo gruetzte Bei And fi intfingen in vrunttich ind
er] jamjic, i inb ‚gueve Herman v van Korenportzen, ein der alre erſamſter burgere den
25 men nis Sochlen in hᷣolibert jatren zo bage! of Hone'fadl siegen‘ der bebebat Ubrt an
den ourf greven van Buite ib began Alfusvgeint erdiähn "gußigdh gok'enltbetten
wir alle ficherlich niet genoich geeren noch“ gelovbn lll" Allen den genen bie uns zo—
Hagen
5116.
gehoeren bis Tir'nar' gehene' Lie, dat 'hemma fo vedetlichen boven all umfositnde ger :
bdraicht halr inbiſo vedeblich vachte vur uns allezitit ha is geweldich alre Dinge int ein
30 Fecyt richter in! ſime rich. hebde dat er minſche ervacht, dat ich onen geſacht hain,nirtd
woulde dut bort jagen, ſo wurdenit luden a8 ein: lugentlich wödrt / indinnen moechte much
nit gelenbentnit / ib bat! zeichen ind wundey uns gefchiet 1 nmintengains umb gea niet
verdient,“ dak he⸗uns ſo vederlich ieh Habt gohat nu deſen vergangen dagen in allen noe⸗
Ne diib ſtrideten her greve, ich meine Dat ſint gotz geburt mit. wairheit mie. ſugehoirt
35 geweſt!dat kumme H2:'marme moichten ˖wederſtain LO duifont nase wir mitibengoß
hulpen gevain haven, geſchumifiert ind umbgeſtagen ind alıfnlben wir it uch ſeloe / niet
ſagennſie haint intgolden ir groiſſer meiudaiten wir gingen alles Dingesian uch, aller
vbede ind alles Unwilles, wart ir Ubs ſpreiccht, dat ſabden volgen wir:alle.
ſr!ſwotent updat lichameunſers heren, dat ſi ums ſulden vurderlich fin an ere inbam
40 Idit ind aſo ſuwen wir weder in doin: nu ·woutden f unglerfſagen ind enterven
2? —41 Fi ji" vs ' ng tt * jet *ır ] R vr 3,
1. Davon ſagt Hagen nichts, da- 5096. —
gegen beißt us V. 3117, der Graf ſei des3. ‘Dei Arme: lit waren: ‚gebe. Hagen
anderen morgens’ zurückgeritten. 5 n 32*
2. Wale van duſenden'. Hagen BL Er Er
ER
31%,
’ Gölner
Jahrb.
b 177.
6424 VI. Keese@ße Sı-sz
Anne demini 1269.
Wie die sisperjehien ind misperbautzs burgert spermik cin loch wuder der hat
msiren, bi der Wiceporken gegraven, D:t & betalt hadden, hefica wedrrumb im
Eschen ;ı ksmrm.
Ze uu tine nisvertanien burgere al’ze Acer ;e Tanne waren lemen, je Ma- 5
num fi degerichs zeiamca mm: tau je Pitch, 2: ut mamuer int mik Fun Teellen
wererumb meechten fermn, ice brelden manchen rt daitay. die Wijen ſchreven
be m. d be au ir ziunte in? unge, Tat ñ am der gameine werven julden, bat fi
in geisumweiih kinunten, Dat ñ werer ın Teellen lemen mochten. ind mac ji bat
Beten, io icurte ñ ter tuſdei i'm zel int chetzauge ori machen. ind begeben am 1v
te vcuate, Tat fi dairuae CERAMID van der gemeinde int in cin antmwert wederumb
'be:cen. Lie gemeinte warı beiant ind gaj amımert ım ichtijten, int tie ewerianten
ter Wiſcn maege:, ind was Tat Lie jlcerere: brechten fi 5 hundert man mit
fih binnen Teeſlen, aertan jo weniten die gemeine an fi vullen. deſer botichaf wur:
den fi alle vre. ber Joban van der Feigen iprach: nu laif und in ziven baiızo rae- 15
den, wie wir in Ecellen lomen int wie wir bie 5 hundert man upbringen, as ber
brieij beruet'. ber Hetman ter Wije aunwerte ind jprach: “ir berem, ich weis einen
man, hedde ih den beimlich uis Coellen, alle uni: tinf wurde geil. tem vurß ber
Herman viicher wart bevolen van ven anderen, but be teimmmb nie were dat be ben
man freige. der viiher was ein lifih cloeih man in anjlegen ind wounlde 20
ere bejagen ind beitalt wunterliche tinge: he jante in Coellen ein boben, ind was
genoempi Diet Ungelogen?, zo eime man ind ber woinde neſt ber Ulrepor-
Ben in dem bogen int was fin zoname Haveniet, iud play upt lant kertzen veil zo
bragen ind was ein icholepper.'” to deſe Diets Ungelegen quam 30 her Haveniet,
jo jachte be Lie botichaf mit dem munde ſunder brief, dat he balde queme 30 Bunne: 25
Herman der viicher woulte in fprechen, ind der ganf joulde eme wall bezailt werben.
ber ſcholepper Haweniet macht fich riſch zo Bunne ind quam 30 Herman viſcher
ind ber Johan van ber Portzen, ind der verzalte eme3, wie die nisverbanten
burgere overmig irre vrunte binnen Coellen an die gemeinte gejonnen
beiten as vurß is, int wat antwort fi wererumb gegeven hedde, int fo 30
weren fi dairover uis, dat ji heimlich binnen Coellen fomen woulden mit
5 hundert mannen ꝛc., ind jo hedden fi under fich erdacht ein funt, ind
dair fulde he in zo helpen, des woulden ſi eme geven 25 marf. do ber
Haveniet hoirt vie verheiſchen ſumme gelg, der munt weſſerde eme jere
dairnae, ind fprach: wat he in bairin dienen moechte, dat woulde be gern 35
boin. Herman vifcher ver Wife offenbarke eme dat ind ſprache: ‘an der
muir bogen, dae du woinhaftich bis, ſaltu Durchgranen unker ver muiren
1. ‘Der gemeinden maicht man be- 3. Der Reft des Abſchnitts iſt fafl
ſprach zohant und wurden breve weder vollftändig Wiederhofung bes ſchon vor:
geſant'. Hagen 5332. - her ober ickpatton des im folgenben
2. Seltjames Mißverftänpniß. Ha Abſatz Erzählten. Hagen bejchränft fich
gen 5352: ‘hei jante in Colne, it i8 un- bier (B. 5365) auf wenige Berfe.
gelogin’. u ’
2a
1
o
20
25
30
3
N
40
1400. 625
hin ein loch, ſo grois dat man ind pert durchgain moge, ind als du dat
bereit hais, ſo ſalt du dat vurß gelt intfain'. ind gaf eme dairup 5 mart,
ind freige ouch niet me, als hernae geſchreven witt. W
Her Haveniet gink wederumb zo Coellen, ind van ſtunt an began he zo graven Hagen
under der muiren nae raede ſinre kouflude vurß: fo wat he uis der erben Des dages 5372.
greift, Dat droich be des nacht her ind dair, bat men ˖ des niet gewar enwarde, ind des
dages deckte de die kule weber. be groif dief in die erben ind macht ein loch⸗ ſo grois,
bat men durdurch riden ind gain moicht ac.
Do dat loch volgraven was * ind Per Haveniet fin get verdient Habe, Tief he 'BL-231°.
30 Bunne ind droich kertzen mit ente|* Die be plach veil zo haven, ind gink zo Herman rg
vifcher dem kelenſticher *ind bracht eme bie goibe zidunge: wan fi woulden, bat fi Pr
quemen, bat loch were wolgraven ind were fo wit, wanne tmen bie erde niswendich 5389).
afbede, Pat man Ind pert dairdurch gingen,|* inb mochten Eoellen weber* zoo) .
umb Haven. ber botſchaf was her Herman fere vro inb fadhte dem Gaveniet: “wir
willen bat umb bich verdienen fo lange als wir Fever. nu hof ich dat al unſe bink far’
goit werden’. ind fante nae ber Wifhelm van ber Huntzgaſſen ind na ben wart Der.
Molengaffen ind nae her Wilhelm van Poilheim, dat fi 30 eme beim quemen, de
hedde mere vernomen bat he van Herten vroelich were. defe quamen 30 emr ind be
fachte in, wie bat loch gegrawen were. ber Haveniet ſprach: ich hain bat Loch To
wit ind fo grois gemacht, it moegen mail 5 duifent man up ein nacht Durch
dat loch trecken mit roſs ind perbe’. fi gingen under ſich zo raede, wie fi-tt vortan
woulden angrifen. ber Herman ſprach zo in: “ich raeden Dat unſer veir river 3d her⸗
zoge Walraven van Limburch ind halden eme dat vnr, dat he uns behülplich
wille ſin dat wir wederumb in Coellen komen: he moege grois krechtich
goit dairdurch overkomen. ind ſaghen eme, dat wir haven ein portze van Coellen
in fer, hant, jo wanne wir fomen, ind zom auderen ſo hayen wir. bie ge⸗
meinde ouch nae unfem willen, ind bes haven wir ficher brief ind botſchaf, item zom
berden ſo haven wir unfe vrunde binnen Coellen, Die willen vur uns, jegen lif ind
goit, is bat wir in Coellen fomen, ind jagen ung ſicherlich zo: moegen wir upbringen
5 hundert man, bie gereit fin, fo enmach ins niemant wveherflain. want die äberie, |
die’ un® intghein fin, *]vat fin-bre Overftofgen”]® ind der macht wer geſchehht up Agripp.
200; ind Dat weren die richſten van bertat, die den meiſten ſchatz van det: ſtatiheßben!: 91
woulde be; it volgen mit hundert, perden, —!ſe wat guetz ir viande hepoen:,, ont
ſoulde he mama wanne ‚be binnen, Coellen Meme; ind der ſelye ſſpatz, dem. ‚be Das
vinden ſoulde, *|der, were fo grois, dat he, ein tonintyich baemii moecht elden wa⸗. bagen
dat veil were; ,* ind fin Hnstindere ſuiden bes bai haven, ind fulde mit alle flüe
viande underdruckenind Ir here'werden herümb: woult He’ ſulchen gtoiſfen
ſchatz overkomen, fo fonide: be In helpen Coellen woͤderumb gewinnen;t th asdan“
ſonlde Die gantze ſtat in eren jnd came underdain ſinen deſe 4man zgigen 30 dem
herzogen ind leiden eme die vurgeſchreven wort vur, ind der herzoch hoirt darnae
ind ſprach: “fait mir, wie ind waebi mach ich deſer wort ſicher werden? ind of it
misginge, wer fal mir burge dairvur fin’? fü antworden: “here,. bes.
willen wir fegen zo burgen unſe live, unſe wiver ind unfer finder, dat ir bes allit
en I. ' 1 ! En a tn
36. ſynre' ftatt fin. u
Städtechroniken. XIII. " 40
626 VI. Koelhofffche Chronik.
ſicher ind gewis ſin ſuld dat wir uch geſacht haven'. goit geloefte williget den doiren,
want it Iuit ſuis in ſinen oren. der herzoch ſprach: ſal ich deſe dinge mit uch begin-
nen, fo mois ich ritterſchaf haven in groiſſem ſolt'. ‘here, ſpraechen ft, ‘dat ſilver
ind goult dat uch ſal werden in Coelne, des enis ghein zale. dairumb entbiet vri dat
ſi zo uch komen, ind doch heimlich: ir woulde ſi ſo mildelich ind richlich begaven, dat
ſi ſich des ummer bedanken ſullen ind ſal ſi ir leven lank baten. ind beſtimpt in der
moren dach, dat fi Des nachts zo uch komen ind niemans daevan fagen.
here, as ir dan bi ein fit mit urem volk, fo ſult ir unverzait inriden zo
Coelne vur der Ulreportzen, ind kumpt zo middernacht, ſo enkunt ir niet verſpeiet wer⸗
den, dat it vur unſe viande kome, dat ſi gewarnt werden'. do ſprach der herzoch: 10
‘meint ir bat ich dairumb ververt ind verzait fin ſulde'? “nein here', antworben fi,
‘wir enfagens dabi niet. mer wae it unfe viande vernemen, jo vorten wir, fi unt-
quemen uns ind untvoirden uch uren ſchatz. ouch, here, a8 ir in Coelne gewelbich fit,
fo wirt ter bifchof ouch geworbert in finen fachen!. ind alfo moecht ir in allen enden
en
81.2316, ure viande nederen ind || Frenfen. Der herzoch ſprach: e dan bie reife achter- 15
Pal.
Hagen
5518.
eb, 5533.
*Agripp.
igrip⸗
pina91b,
wegen bfeve, jo wil id) riden zom greven van Efewe inb wil ben beſprechen, dat he uns
ouch up den Dach zo dienfte komme'. ind der vurß herzoch Walrave van Limburch reit
30 ber Deberich van Kleve ind ſprach mit eme van ber fadhen, ind der greve
gelovet eme ficher ind gewiß 30 komen in der billiger moere nacht wur Eoellen mit alre
finre madht. 20
Nota! dat verwondert mich fere, wie der greve van Cleve ſich
dairzo lieſſe beveidingen, dat he ever pur Coellen trecken woulde ind bie
ſtat helpen alſus verreitlich gewinnen, jo be doch, als vurß is, gejien
hadde, wie Dat got der hilliger ftat Coellen befchirmer fin wille ind ouch
bie lieven billigen, der corpere in der vurß ftat raftent, ind dairumb Uße 25
brach ind heim tredte. i |
Desgelichen zoich herzoch Walrave zo dem van Valkenburch ind floes heimlich
mit eme a8 mit dem greven van Cleve, dat fl vur Der Ulreportzen zo middernacht fin
ſoulden up den vurß dach.
Diſſe dri heren, als ſi den anſlach gehoirt hadden, ſo gingen ſi zo rade ind over⸗ 30
drogen zofamen: wer it ſache bat fi Coellen gemunnen, *ſſo woulden fi dri ſtede
3 daixnuis machen, ind ein ieder ſulde ein flat haven vur fih|* ind dair haven ſinen
eigen gerichte ind fin gebiede?.
Der greve van Cleve befante Die ebelften van al Nederlande *indb al fin
vrunde ind Dede Die 30 eme fomen ind verdroich fich des heimlich mit. im.. bat fi 35
eme helpen woulden ind getrumwelich biftendich zo fin, Die flat van Coellen inzouem⸗
men funder groiffen ftrit, ind gelovede im groiffe folt 39 geven.. ind wer it far
bat fi Coellen gewunnen, be ſoulde fi daeſelfs beerven begoeden ind rich machen.
alfo vergaberbe he ein grois vol: ein beil quamen umb ſolt 30 verbienen,
de auderen van bede ıwegen.]* desgelichen deden Die anderen zwene langheren ind 40
vergaderden ein grois volk.
6. beftumpt.
1. ‘Dan eirft jo wirt ver bufchof 2. Gerichte und beide'. Hagen 5539.
quit'. Vgl. zu Hagen 5511. ,
2
3
3
1499. ' 637
Wie der areve van Eleve wederwendid wart up der reife umb die billige Rat
Coellen helpen zo winnen.
Doe nu der benoempte dach ankomende was, jo voir der greve mit fime heir van Sagen
Cleve ind tredte zo Coellen wart, ind zoige zo Mere *in dat borp|* ind bleif um +Agripp.
5 dat felve dorp figen, ind umb den avent fo quam der greve mit 9
—
=
on
o
a
jime voll vur Nuis. do die van Nuiffe dat vernomen, Dat ſulche groiſſe
volk quame, fo floiffen fi ir flatporgen 30 ind hueben ind wachten up ir flatmuire
ind lieſſen niemans uis noch in, al moechten fi des grois bat gehat haven. “ich arm
man’, jo ſpricht * der genre ber deſe geſchicht zo eirſten im ſchrift geſatzt hait,* ebend.
quam durſtich vur Die flat Nuiffe ind was zo der zit jent Peters bode, ind want bie
flat umb ind umb beflofjen. ich bat fi durch got, want ich were hungerich ind dorſtich,
dat fi mich inlieffen umb fent Peters ere. fi ſpraechen: bode, ganf zo Coellen ind
fage in, dat in hinnit gefte fomen’. be vragede: ‘wer ſullen bie fin’? fi antwurden:
‘der greve van Kleve‘. be ſprach: “ich nem it up min fele, dat mir feit were bat ich
bier bleve'. fus gink ver bode z0 dem borp Grimbrechshuſen alias Grimme:
fihshufen !, ind dae a8 be ind drank. * in dem a8 be nauwe geſeſſen was, voiren bie Agripp.
Cleveſchen mit ivem heirgezuich durch dat dorp z0 Coellen wart, ind wufte up haeſte— a
lich |* ind begaf dat effen ind gink vegen fo balfte he mochte, *|ind was cin cllendige Agrivp.
nacht van rene? kelde ind winde. der bode hedde gern vur dem heirzuich die botſchaf
30 Coellen bracht: fo reden fi eme zo balde* ind in vroir ouch fo ſere, dat he fi niet
vurgain mochte. *ſiedoch fo was he ſtedichs achter an In,|* wie ſnellich fl ouch reden. "age. (S.
Do fi quamen an Poilheimer holß, do hoirte der bode, bat der greve van Cleve Mgr. ($.
30 ſime kemmerlink ſprach: ‘bee reife geit an mitt ere. it were mir vil beſſer dat ich Sagen
bleve. mir i8 zomail ſwair van moide: *| mich dunket dat ich 30 Coellen mois | Dur BT dla
ein loch Ernifen ind doch wederumb heruiss. ich wer liewer zo Hulkerode', "Agr.(S.
ber kamerlink ſprach: “ift uch fo fwair, fo laift ur lude wur riden ind hengt iv up ein 5590.
fide bis ur gezuich al vur is'. dat dede ber grewe ind reit 30 Hilferode |* ind bleif
aldae. fin volf reit vortan zo dem herzogen van Limburd).
Ein deil croniken fchriven, dat 30 der zit dem greven van Cleve fin vugen Sin.
wurden ‚upgebain ind ſach up ber fiebe muiren bie hillige moere, ſent ®ereoän D 128.
den herzogen mit ſinre gejelfchaf ind bie 11 duſent jonferen mit iren vauen
ind eruicen, ind gebenediden ir flat Cocllen ind ouch irre burgere, ind bat Der greve
var Cleve reit mit finen vrunden heim ind enwoulde weber die billige gotz niet boin,
ind fachte dat fime nalomelinge. ner als mich dunket, fo is dat niet ge⸗
ſchiet up deſe zit, mer vurhin up ein ander zit, a8 vurß is. want ber
vurß greve quam boch niet vur Coellen, as nu gefait iS, dan he bleif 30
Hilkerode. ouch wirt van der ſelver viſion niet overal beroirt bi deſer zit
in dem boichelgin, dae die geſchichte van den geſlechten intghein den burfchof
ind die gemeinde lange ind breit befchreven werben ?.
1. Sp Agrippina. Hagen 5566: 3. Bgl. Hagen 5592 “anderwerf'.
Grimmingufen. 4. D. h. bei Hagen..
2. Riſe' Hagen 5576 und Agrippina. Bu
1.94
40*
Hagen
5602.
*Agripp.
428,
*Agripp.
Agr. (9.
5632).
Hagen
6634.
*A 3
—8
5637).
Bl.2326.
628 VI. Koelhoffſche Chronik.
wie der herzoch dan Limbutch ind her Dederich van Yalkenburd mitt irren volk
ind ond der clevefhe geznuich up die gefagte zit vur Cortlen quamen ind ale-
famen durch dat loch kruifen, an dem bogen gemacht.
Do die ritterjchaf des heren van Eleve, die van ben ebelften uis Niederlaut wa-
rent, ind fin ander volk vur Coellen guamen, jo uunden fi vur Der Ulreportzen ben 5
herzogen van Limburch ind ber Dederich van Valkenburch, des buſchofs van
Coellen broder, mit irem volk ind wurden vruntlich intfangen van im.
bi aventuren fi moichten fagen: ir here wer np dem wege, he julbe nae-
fomen. ber here van Valkenburch ber hieſch uphauwen dat loch bat dae bereit was
an der vurß ſtat, ind als it durchhauwen was, ſo gink ein grois deil van dem heir
durch dat loch ind durch den bogen, einre nae dem anderen. ben perden daden
fi die ſedele af ind treckten fi ouch durch Dat loch, ind alle die durchgekroffen waren
bie voiren halden bi den herzod. dairnae, want it kalt was, jo zogen irre ein
deil In die huſer, die andere in bie ſchuren * die bi der porken ſtunden,* ind fi
meinten al, jt were nu gewonnen jpiel ind warten einre gueber aventuir. ber Her—
man ber viſcher quam 30 dem herzogen ind ſprach: “here, befe reife is wail, begonnen
ine were qualich afgellageu geweft. ir hait nu ven ſwairſten wech gebain,
laiſt uch die vergangen moenifje niet verbrieffen, ir hait au Eoellen gewun-
nen, it fal al wait bezailt werben. here, tredt vort im befen: garden ind. wartinl-
bie der gemeinde: wir willen. gaeıt In bie flat zo unſen vrunden ins in jagen, Dat ir
mit eime geoiffen wolf binnen ber flatutuiren fit ind dat ſi her zo uch komen. ind fo
tt fchone-dach wirt, * dat wir umbſein moegen }* inb malfi den. anderen mach erlen⸗
20
rien, fo willen wir bie viande fulchen ind willen fi upheven Ban teren bedben'. *ber '
herzoch zoich in ben moisgatden ind hielt aldae |* ind wart dei gemeinde ind der
anderen, die noch durch bat loch ſulden kruifen, want fi waren noch niet
al, durchkroffen ind gint fangfam zo, fo ir einre na dem anderen moift
puxchfruifen int bie perde ouch alſus.
534
3... ze Pu * .!. ‘+ ! ' 2 1J 26 IH Bars. !
Wie die Overkotken: gewarnt wurden Ind Inellic ir viande angingen beſtreden“
ind erflogen.
"Hefe vurſchreven wort des herzogen ind Herman wilchers boirt ein goit an inb
was geiivernpt Herman Winkelbart, ind ber was ber Sverſtoltzen vrunde: *|ber lief
van flunt an fere fuellich in ben Viltzgraven ind in bie Ringafö dae der Over-
folgen. wonnunge.was4, inb: rief mit. luder ffimmen “walten! waiſen! unſe
viande ‚hayen ‚bie Ulxeportzen inmel. mail up}; wail up- inb.oprent upb,;.of iv, mert-al
up ben bebben boit ‚gejlagen mit wiven | ind mit finberen’! fi wurden fere ‚peroert
R ı u fs 1
1214
11
“van der verreberie, ind upflunt machten fi ſich ale up ind in ir barnefeh |* inb rufen
ſich zer were ind 30 wechten. fi hadden wail vurhin hoeven mummelen, wie Bat viande
ſulden up fi komen, ind’atfo hadbe mallich fi dairnae ge falt'ind ge-
reit gemacht: wer der eirſte bereit was, "der ilde ſich uf bie viande ind gheinre en-
beibe des anberen, doch zoleſte quamen ſi zoſamen bi ben vianden. bo fi nu Ki ein was
io: :e ee 5
1. Richtig. Bgl. zu Hagen 4584. a
[2]
>
22
=
ww
5
40
149. 629
ren ind ir viande wur in fain, began her Mathis Overſtoltz, ein alzo kune man, fi 30
vermanen ind ſprach: “eirfgme lieve vrunde, unje leven ind goit helt nu hie
up ber wagen. bie ghene bie ir dae fiet halben, moegen fi willen overfriegen, fo ſullen
fi uns einen Tefterlichen boit anboin. fo mir got, e wir dan uns noch hude liefen
5 affus verderven inb erffagen, wir willen ir fo vil verderden Ind ſchumfieren, bat mar
over 100 jair dairaf fal ſagen. ich ſien wait, dat fl fin im mime moisgarden: ſo wil-
fen wir ouch alhie troiſtlich watden' mit bem ſelven quamen die blanbe'wp fi ftechen
mit vieren upgebunden wimpelen, ind der here van Deitenbund) reit our ind der her⸗
zoch van Limburch, ind im volgeden nae vil edel man, * ind ir waren licht bi 300 Igripr.
10 durch dat loch fomen.|* der van ben alden geſlechten taten bi 40, ind dat waren af 5678).
ritter van prife ind wail gereden :? biffe 40 beftonden int eirfte allein bie 300,
ind die 40 ritter wurden van in achterwart of Kinder ſich gedreven mit iren perben mit
groiffen flegen, ind al wurden bie 40 weberbreven van der ander partie der
fo vil was, fo weirden doc fi fich fe ritterlich ind ftvengelich, ind ſloigen weder
15 ſlege up ir biande, dat dat vuir nis bei helmen fprauf. ber veerziger was ein iegelich
wail gelicht her Deberich van Berne. her Mathis Overftolg veit zom eirften up fi ind
be wart jo | ere gewunt ind geflagen, * dat he van dem —* biel[* ind als vur doit "Sagen
dae lach, * ind am vunften dach dairnae ſtarf be. * fin fon ber Gerhart was bi eme, *ebenr.
ind als de ſin vader fus Tigen ſach, To wart he fo zornich, dat he mit ölttre hr, wat 5902.
20 eine Yanıben vianden vnrquant, die Thoidy he bitterlich nieder. hey Peter Yucbe' altant
och gerana up bie, viande ſere neulich ind’ bleif ouch doit up beu fiat... *ıberißoben *ebenp.
van Vrechen, Heinman han dem. Aren, deſe vurß vier heilde verloren, das, ſtrits ir 5808.
leven durch truwe: ‚Des. verlene in: get Die ‚ewige: oxembel.|* her Coſtin⸗Krop, do be
ſach geyelt die heufder van dar ftebe, Coelne, jo lairde he ſich umb ind. rant ſere ſnel zo .
25 der gemeinhe, die ouch, dair komen was, ind vleit ind bat, ſprechende; iſeit, heren,
wie Dag.nebergeflggen licht her Mathis Operſtioltz ind. her Peter Juede! duet it
ar uch ſelyen zo eren, ind helpt uns intghain her ſtede viande, Die uch ind uns un:
eritain 30 verderben ind berouven lif goit ind ere. o edel gemeinde, hait vur ougen,
Bir Wir" zoſamen in diſſer hilliger ſtat geboren ind upgezogen fiir. helpt uns ind uch
30 weder ben herzogen van Limburch und ſin hulper. it were! ums ein ewige ſihande,
ſoulden fi uns alſus van unſen gueden verbriven ind wis unſen neſte ver—
jagen. hund, Si jpulben dae neſtelen iud unſe oueher ee...
Wie die gemeinde viel an die Overfiolken Ind halp in intghein die langheren,
"ind der herzod;, van Limburch wart gevaugen ind der ‚here van dalkenburch
338 J erſlagen mit vil anderen ritteren ind knechten.
Do die gemeinde deſe vurß ·rede gehoirt hadde ind einre van in zo
hertzen nam but ellendige ſcheiden ind verdriven van wif ind klude ind
uis allem "fine goide, des ſi alleſamen verwarden waren, "Tief ber vurß Sagen
jelige man mit {uber ftimmen: “Taift ung ban bezibe in wederſtain, of fi ſullent bpit
40 jlagen dat fint in der wiegen’. bes untſach ind erſchreckte ſich bie aemeinhe, ind geta r. 92b
‚gef fü in genabe bat fi upſtunt eins wil: lens wurden, ind die ‚gemeinde, trapen ; 30, den san.
1. Ir heren, in mime inoisgarben 2, Bei Hagen 5679 ke fich dieſes
folen wir der viande warden. Hagen Epitheton auf bie 300,
5668. N the. |
Bo
*Agripp.
428,
*Agripp.
Agr. (9.
5632).
628 VI. Koelhoffſche Chronit.
Wie der herzoch van Limburch ind her Dederidy van Palkenburd niit irren volk
ind ouch der cleveſche gesuih up die gefaßte zit vur Coetlen quamen ind allc-
famen durch dat loc kruifen, an dem bogen gemacht.
Do bie ritterfchaf des heren van Cleve, die van den ebelften uis Nieberlaut wa-
ren, ind fin ander volf vur Coellen guamen, jo vunden fi vur der Ulreporken ben 5
herzogen van Limburch ind her Dederich van Valkenburch, des bufchofs van
Coellen brover, mit irem volf ind wurden vruntlich intfongen van im.
bi aventuren fi moichten fagen: ir here wer up dem wege, he ſulde nae-
fomen. ber here van Valkenburch der hieſch uphaumen dat loch dat dae bereit was
an der vurß flat, ind als it durchhauwen was, fo ginf ein grois beil van dem beir 10
durch dat loch ind Durch den bogen, einre nae dem anderen. den perben baben
fi Die ſedele af ind tredten fi ouch durch dat lo, ind alle Die Ducchgefroffen waren
die voiren halden bi den herzoch. dairnae, want it falt was, jo zogen irre ein
deil Im die huſer, die andere in die fehuren *] bie bi der porken ſtunden,* ind fi
meinten al, it were nu genonnen fpiel ind warten einre gueber aventitiv. ber Ser- ı5
man der viſcher quam 30 dem berzogen ind ſprach: ‘here, befe reije i8 wail, begonnen
ind were qualich afgeflagen geweſt. ir hait nu ven ſwairſten wech gebain,
fnift uch die vergangen moeniſſe niet verdrieſſen, ir hait au Coellen gewun-
nen, it fal al wait bezailt werben. here, tredt vort im deſen garden ind. wartial«
bie der gemeinde: wir: willen. gaeu in bie flat! zo unſen vrunden ins in ſagen, Dat’iz 20
mit eime groiffen volk binnen ber ſtatmuiren fit ind Dat fi her 30 uch-fomen. - ih fo
it ſchone dach wirt, *Bat wir umbſein moegen }* ind malfi den anberen mad erken⸗
nen, jo willen wir bie viande fulchen ind willen fi upheven van irren bebben’: *|ber '
berzoch zoich im den moisgarden ind hielt aldae |* ind’wart dei gemeinde'ind der
5)
>=)
=
-
„m.
ur
.S.
Be
n
or
— 2
38
=
Le‘
R= 5
„ä
=
e
I
wg
pe) 1
—
a
I
—— 2
=
Z
‘3
—
—
8
—
a
=
'&
=
=
rn.
—
2
u 1
(>
=
=
&
—*
—
m.
—
nD
Ya Ay
duxchkruifen int bie perde ouch alfus.:
Hagen
5644.
»Agripp.
920H.
5637).
Bl.2326.
ı 3 2 ' ⸗ ! ı V ' 2 if Hi in
Wie die Overflolhen gewarnt mnrden Ind ſuellich ir viande angingen beſtreden“!
ind erflogen.
eg ie ZI. CAMML. LCRLLIXLLLAGLEXALMAXGAGCV.MGLIMI
Deſe vurſchreven wort des herzogen ind Herman viſchers hoirt ein goit an ind
was. geiivempt Berman Winfelbart, ind der was ber Överflolken vrunde: *|ber Tief
van ftunt au fere fnelich in ben Biltgraven ind in die Ringafd dae der Over—
folgen, wonunge.wast,. inb: rief mit luder ffimmenc waifen! waiſen! unie
viande haven ‚bie Allyeporken, iume) mail up! waik up ind werent. ph, yh ir wert al
up ben hedden doit gejlagen mit wiven ind mit finberen’! fi wurde Ipne ‚peroert 35
van der verreberie, ind upſtunt machten N ſich alle up ind in ir —28 ind ruften
ſich zer were Ind zo vechten. ſi hadden wait vurhin hoeren mummelen, wie bat viäne
ſulden up fi komen, ind’alfo hadde mallich fig dairnae geſtalt ind ’ge-
=
0
reit gemacht: wer der eirfte bereit was, "der ilde ſich up die diande ind gheilire en-
beide des anderen, doch zoleſte quamen fi zoſamen bi ben vianben: bo fi nu bi ein wa⸗ 40
ern ts ’ rt ar — Bf . ern DL *
". u nr, XF rn!
1. Richtig. Bgl. zu Hagen 4584. u mn
1499. 631
got woulde fl dein in vreden bliwen,
ind hait fl gefant umb vrede alber
dat in niet enfchabe viant noch here.
ſo wer ben vreden noch hait zobrochen, B1.233b,
n dat hait got ſelve hie gewrochen,
und wer in ummer gebrecdhen denkt,
got felver in an der eren krenkt,
als it noch ber komen 18.
bes fi vurware, Coelne, gewis,
10 Coelne, des machſtu wail weſen blide ..... | | Hagen
fine billigen ind ur flat begeven. | 5853.
Coelne, recht dir geſchach .... eb. 5895.
jelich was be der durcht loch intfloif!
1 Nu helpt ir al gelich ein dem anderen raben..... BL.2348.
15 - dae ig felden ere mit gewunnen. Bagen
Uis deſen nur worden i8 zo mirken zom eirflen, ‚Bat des ungelncks Agr. 93*
Die burgere ind die gemeinde beibe in ber ſchult waren. weren fi eins bienen, :fo en⸗ 8.5813).
"were des ghein moit geweſt. hedden bie viande overhant genommen in der zwei-
dracht und alſo tufhen Falf ind koe Die flat Coellen iufregen,. fo
20 weren.ebel ritter ind knecht ind der ftat burger mit ber ganker gemeinde unterft und
ganz eigen wurben. aver got wolde fi laiſſen fien, Dat be einicheit yan in m Der hilli-
ger ftot gehalden wil haven, und niet in homoit, dag einre Dem anderen zp goit wil
fin, ſonder bi gemeinen eindrechtigen burgeren, daebi bliven goit ſtede in eren ftain.
Zom anderen fo i8 zo mirken: wie uneins die overften ind gemeinde under ſich Agr. oze.
25 waren, nochtanu do die noit anſtieſſe, do wurden fi eins, iren vlegen zo behalden,
bat allein. die gotz genade vuegde: want wereu fi dae niet eins wurden, ja were Coel⸗
Ion. verloren wurden. got is ber dein man alle ere zoſchriven mach ind ſal, ind wem
ſi got gan. die Overſtoultzen mit iren zohalderen leden genoich, umb der ſtat exe ind
irre vriheit zo behalden, mer hette die gemeinde im leſten ir truwe an in ind an der
30 ſtat beſt nict bawiſt, fo wer Coellen vexlareu wurden.
Zom derden is hie zo mirken, wie Coellen hie wederumb quame an
ſin vriheit mit werender hant. unrecht lach neder und got halp ſinen
alden vrunden ir noit overwinnen, ind quam weder an ir privilegien, die
fi vur 21/, hondert jairen van Otto den roiden keiſer intfangen hadde
35 und van allen anderen beſtediget bis up keiſer Frederich und konink Ma-
rimilianus nae der hant bis up deſe zit- fovelichen van allen keiſeren be-
veftiget, fonverlinge durch feifer Karle ven IV anno dni. 1356 jair, at.
bo he geboit: fo wer einich des richs gelidder mit unrecht druckt, den wil Sn.
be geftraift haven in dem hoechiten grade mit tem ſwerde, genant dat un-
40 recht crimen lese majestatis. Coellen i8 ein wairaftich gelit des roem— —
37, MCCCVI.
632 VI. Koelhoffſche Ehromit.
ichen richs corpus, der 4 coloni, ein buwhere mit Salgburch Regens⸗
burch Coſtentz an ver orbemingen des roemfchen rich. der jelve Karolus
wil och des hilligen roemſchen richs gelidder niet geveilt noch van ein
gefcheiden haven, dat 30 ziven durch die overften heren des richs wenich
angefien wirt, eide geloefde ind vwriheit des hilfigen roemſchen richs z0 be: 5
a. halden nae ingefakten alden ftatuten und fonterlingen veformacie feifer
Frederichs des III, dair gefaßt ind gefloffen iS, dat niemant den ante-
ren angrifen fal noch fin viant werten, be have van vollichlichen vuran
31.2310. gedain nae inhalt des vurß || Kuarolus bulle des vierden, in dem capitel
van dem widderſagen. 10
Wie die onerken mit der gemeinde der Aut Cortlen A œ lautheren ksiren, Die ouch
die butgerſchaf an fih nomen nnd jairlichen zeit intfingen van der Rat, umb zo
heren des bifhofs quade upfehe und ungetrumelide ovetvallen
Hagen Vur ind nae! der zit Dat des lochs ftrit gefchach ind ouch e der biſchof gefan-
5984. gen wart, want bie flat Eoellen degelich8 cleinen gelouven an dem biſchove !5
vant, mer mere vernam bat be intghein fi ein unuisleslichen has intfangen hadbe
und dairnae degelichs fionde, bat he bie beften ind overften van ber flat moechte
verbriven.nis erue, uis goit, van wiven mb van finden ind zom Teen nis allem flait
ind even floiffen ind verjagen: want wie vil ſoinen gemadt wurben, ſo
wart doch gheine gehalden, — darumb vereinichden ſich Die burgere ind 20
bie gemeinde vruntlichen inb gingen 30 rade, nae bem gemeinen ſpruch: wae it
an lif geit ind an ere, ber wife denlt vur wie he it gefere, — of fi einigen rait datrint-
ahein vinden mochten, und befloiffen under in, dat fi 4 Innsheren lieſen wolden,
Tr Er beheltniſſe dem bifchof fing rechten : of fache were Dat iet under in upflonze, bat fi Die
won). 4 hatten als ſcheitzlude, ind of fi *of ir naelomelinge|* iemant gewelbigen wolde wid« 25
"gugen wenbich Coellen, bat Die felven ber flat 30 irem rechten biſtuuden, ind gavan den 4
hexen jairlich of erfliche vente. ber eirfte greve was ber van Gelre, bet auder Der: greve
van Guilche, Der derbe ber grewe vam Berge, der vierde der greve van Katztuelen⸗
bogen. ouch foren fi dairzo dri vri man: ben heren van Breinke Der eis goit vidber
ind nauredich was, item den van Ifenburg ind her Werner vanme Rode, deſe jenen 30
Agripp. quamen binnen Coellen, want fi waren van ber fiat beidhreven,|* ind gewunnen
alle Die burgerſchaf und verbunden ſich mit der ſtat, bie nammer z9, kaifien, bauch
liefbe of Durch leide 2, bat men wairhaftichlich bewifen und bibringen moechte, und in
30 irem rechten biftant zo doiun, behal den beim biſchof van Coelfen zerzit
of fime naetomelinge ſinte gereatiheit? 35
Mare ee a BE
Wie bifaof Enyaiberi Pan ‚dat nerbant des areven van Guilde mit Der ſtat van
Cotllen fin .viaut wart, Sinzich afgewan Ind dat laui van. Guilcht preruot ver ·
heirde verdarft ind verbrantt
Agr. *Do dit verbunt der biſchof gewar wart,* jo hatte he ein unwillen vetiim.
Sagen, be dachte: “du machs Eoellen niet gewinnen, jo wil ich allentzelen vnrnemmen bie au
gl. zu Ha eu Bel], 8Bd.IJ, 21). . 8. Behalden ne Di de dan
“Durch beide . Hagın 6027. in den ziden weren', eu.
1499. 633
vnrß lantzheren Die fich zo den Coelneren verbunden haven, ind die mir underbenich
machen'. ind wonlde zom eirflen treden up ben greven van Guilche und dairnae
up bie anderen. he dede ftillichen verſamelen ein grois here und dede beroifen
jin hulpere und hulpshulpere, as ven greven van Cleve ind andere,
ind zoich wur die flat Sinzich ind belachte die, Die Dem riche zogehoirt *] ind ber grewe Agripp.
hatte bie in]* a8 ein bejchirmer. ind al hoirte die vurß flat dem riche und dair⸗
umb ver bifchof billich afgezogen were, fo he des richs gefiworen was,
jo fchreif Doch in ber greve vurß: up Dat fi ir goit behielden und ir ere, bat fi fidh
ergeven *bis it beſſer wurbe.]* der greve gedachte: gewiel it eme weberumb bat be Agripr.
10 des biſchof mechtich wurde und overwunne, he woulde eme dat wederumb mit ſchaden
ind mit orloge zo huſe brengen und verglichen. || ver biſchof gewan Sinzich, ind as BI.235«.
he dat gewonnen hatte, fo zoich be vort mit dem ſelven heir in des greven lant * van Agr.
Guilche* ind verbrant dat jemerlich und elegelich ind macht vil weduwen ind weiſen
*ind vil armer lude.* der biſchof ind fin voulk zogen vri int lant van Guilche ſon-Agr.
ı5 der vorten: fi meinten, fi woulden dat ſelve lant gantz im grunde verderven ind in
enmoechte dat niemantz keren.
So wie biſchof Eugelbert van dem greven van Guilche beſtreden wart ind gefangen
ind vierdehalf jair 30 Aideckt gefenklich gehalden.
Do ber greve van Guilche fin lant ind Tube ſus jemerlich verderven ſach, — die Hagen
20 wile bat men fin lant verbrant ind der bifchof im lande lach, jo beſande be fin ſwae— sv62.
ger den greven van Gelre ind al fin vrunde ind bebe fi ernftlichen ind vruntlichen
binden, Dat fi ſnellich quemen, of bequeme umb lande ind Inbe, want ber bifchof
vurß leege eme im lande. Do der grebe van Gelre bat vernamt, fo famelde hei van alle
fine macht ind van runden ind maegen ein grois voulk ind quam bair. Do nu ber
25 greve van Gelre formen was, fo intfink in vruntfich der grewe van Guilche ind clagede
eme, bat in der biſchof van Coellen overviel ind woulde in bringen umb goit ind ere
ind ſchedichte ſin lant ſchentlich, ind bat anders mergens umb, ban bat be
der van Coellen halper wurden were, behalden ente fins rechten. ‘he fpricht: he wil
uns ont werbriven ind bairzo nae here bliven zo Eoellen’. ber greve van ©elre
ſprach: ſwaeger, fit unverveirt, want groiffe worde Die enbinden niet. got ind dat
vecht jal uns helpen ind daitrzo unfe vrunde inb maege. der bifchof hait ein gefamelt
voule, dat ſal im laiſſen und vlien, as ir mit nen ongen bube anfien fult,
jo wir vrunde bt ein fterven ind genefen wilfen. laiſt uns van ſtunt an fi
angain, e in iemank 30 hulpe fomme'. ind joichten den biſchof dae he was.
35 do gink it an ein ftriben. fivaeger”, ſprach ber. bere van Gelre, wolget mir!
ind rieden dae fi den bifchof mit den finen vunden, ind gingen fi ſlechts an!.
ber. bijchaf hadde wad zwei mail jo vil voll: as der greve: dairumb ber greve wart
jo heart augedrungen van ben Eselfchen *ſind im wederſtant gedain, bat he hinder fich Ageiır.
wichen moifte. zom leften fatbe ber greve weber an|* ind fo ftarf mit bulpe finre ° —8—
vrunde *jisab volberbe,|* Dat Des bifchofs volk begonde zo vlieu, ind der biſchof quam Agripp.
jo verre, *dat he niet gevlien enkunde ind wart gefangen ind mit eme mannich edel⸗ ar. 8.
6108).
4. Der Hagen ſche Text ift bier un- pilator die Bedentung von ‘gewat’ (Ha⸗
genau wiedergogeben, wohl weil der Eon: gen 6089) nicht kannte.
3
I
4
=
Hagen
5318,
624° | VI. Koelhoffſche Chronik.
Anno dominl 1269.
Wie die nisverjadten ind nisverbanten burgere overmiß rin loch nuder der Aat-
mniren, bi der Ulreporken gegraven, dat fi beflalt hadden, hoften wederumb in
| Eorlen 30 komen.
Do nu diffe uisverbanten burgere aljus ficher 30 Bunne waren komen, jo qua- 5
men fi degelichs zoſamen umb rait 30 vinden, mit wat manier ind wiſe fi in Coellen
webderumb moechten fomen, ind bielden manchen rait dairup. bie Wilen ſchrepen
heimlich Kriege an ir vrunde ind maege, bat fi an der gemeine werven julden, bat fi
in getruwelich biftunben, bat fi weder in Coellen komen moechten. ind wae fi bat
deden, jo ſoulde fi der bujchof zifen zol ind ſchetzunge ori machen.. - ind begerben an 10
ive vrunde, dat fi dairnae vernemen van der gemeinde inb in ein antwort wederumb
ſchreven. Die gemeinde wart befant ind gaf antwort in jchriften, ind Die onerfanten
* Kölner
ber Wien marge!l, ind was Dat die ſlosrede: breiten fi 5 hundert man mit
fi binnen Coellen, asdan fo woulden die gemeinde an fi vallen. deſer botſchaf wur:
ben fi alle vro. ber Johan van ber Borken ſprach: ‘nu laift uns in ziden baitzo, rae⸗ 15
den, wie wir in Coellen fomen ind wie wir die 5 hundert man upbringen, aß ber
brief beruert‘. ber Herman der Wiſe antworde ind ſprach: “ix heren, ich weis einen
man. hedde ich den heimlich. uis Coellen, alle unfe dink wurbe goit'. bem wur her
Herman vilcher wart beyolen van den anderen, dat he bgirummb nis were bat be ben
man Freige.. der viſcher was ein liſtich cloih man in anjlegen ind woulde 20
ere bejagen ind beftalt wunberliche dinge: be ante in. Coellen ein boden, ind was
genoempt Diets Ungelngeu?, zo eime man ind ber moinbe ‚neft, Der Ulrepor-
ben in dem bogen ind was fin zoname Haveniet, ind plach upt lant Terken weil zo
dragen ind was ein ſcholepper. do befe Diets Ungelogen quam zo her Haveniet,
Herman ver viſcher woulde in ſprechen, ind der gank ſoulde eme wall bezailt werben.
ber ſcholepper Haveniet macht ſich riſch zo Bunne ind quam zo Herman viſcher
ind her Johan van ber Borken, ind der verzalte emes, wie bie nisverbanten
burgere overmig irre vrunde binnen Coellen an bie gemeinde ‚gefonnen
weren fi daixover uis, Dat fi.heimlich binnen. Coellen fomen woulden mit
5 hundert mannen 2c., ind ſo hedden fi-under fich erbacht ein funt, ind
dair fulde he in 30 helpen, des woulden fi eme geven 25° mark. do her
Haveniet hoirt die verheiſchen ſumme geltz, der munt weſſerde eme ſere
%
ſo ſachte be die botfehaf mit dem munde finder brief, dat he balde queme zo Bunne: 25
hedden as vurß is, ind mat antwort, ft weberumb gegeyen hedde, ind. ſo 30
Daiynae, ip fprach: mat be in dairin bienen moechte, hat woulde be gern 35
boin. Herman.vifcher ver. Wife offenbarde eme dat iud ſprache: ‘an ber
mmir bogen, dae du woinhaftich bis; ſaltu durchgraven under der muiren
‘Der geineinden maicht man be 3. Der Reft des Abſchnitis in faſt
ſprah zohant tind wurden breve weder vollſtändig Wiederholung des ſchon vor-
geſant'. Hagen 5332. 1 ber ober Anticipation des im folgenden
2. Seltſames Migverfändniß,. Ha⸗ Abſatz Erzählten. Hagen —* fich
gen 5352: ‘hei fante in Colne, it is un- bier (V. 5365) auf wenige Berfe.
gelogin’. VE are
ıı ° Bu t
10
15
20
25
30
3
4
BL
>
1409, 625
bin ein loch, ſo grois bat man ind pert durchgain moge, ind als bu dat
bereit hais, jo falt du dat vurß gelt intfain’. ind gaf et eme dairup 5 matt,
ind kreige ouch niet me, als hernae geſchreven wirt. | "
Her Haveniet gint weberumb 30 Coellen, ind van flunt an began be 30 graben Hagen
under ber muiren nae raede finre fouflude vurß: fo wat he uis ber erden des Dages 5372.
greift, dat droich de des nacht her: ind dair, dat men des niet getvar enwarde, ind Des
dages deckte de die kule weber. be groif dief in die erden ind macht ein loch ſo giois,
Dat men daurdurch riden ind gain moicht ꝛc.
| Do dat loch volgraven was * ind der Haveniet fin gelt verdient hadde, Tief he OL. —8
zo Bunne ind droich kertzen mit eme* Die be plach weil zo haven, ind gink zo Herman 2388.
viſcher dem Telenfticher *ind bracht eme bie goibe zidunge: wan fi woulden, bat fi —
quemen, bat loch were volgraven ind were fo wit, wanne men bie erde nisibenbich 5389).
afbede, dat man ind pert dairdurch gingen, |* ind moedhten Coellen weber: Aue.
um baden. ber botſchaf was her Herman fere vro ind ſachte bem Havenitt: “wir
willen bat umb dich verbienen jo lange als wir leven. nu hof ich dat al unfe dink ſal
golt werden’. ind fante nae ber MWifhelm van ber Huntzgaſſen ind na ben van ber
Molengaſſen ind nae her Wilhelm van Boilbeim, dat fi 30 eme beim quemen, be
bebbe mere vernonten Dat he von Berker vroelich were. deſe quamen 30 eme ind be
achte in, wie bat loch gegraben were. her Haveniet ſprach: ich hain Dat koch jo
wit ind fo groid gemacht, it moegen wail 5 duiſent man up ein nacht durch
Dat loch trederi mit roſs ind perde'. fi gingen under ſich zo raede, wie fi-it vortan
woulden angrifen. her Herman ſprach zo in: “ich raeden bat unſer weir riden zb ber:
zoge Walraven van Limburch ind halden eme dat vnr, dat he ung behulplich
wille ſin dat wir wederumb in Coellen komen: he moege grois Trechtich.
goit dairdurch overkomen. imd ſaghen eme, dat wir haven ein portze van Coellen
in unſer hant, fo waune wir fomen, ind zom anderen ſo haven wir. Die ‚ger
meinbe. ouch nae unſem willen, ind bes haven wir ficher brief ind botjchaf, item zom |
berben ſo haven wir unſe vrunde binnen Coellen, Die millen vur uns ſetzen lif ind
goit, is bat wir in Coellen fomen, ind jagen ung ſicherlich zo: moegen wir upbringen.
5 hundert man, bie geveit fin, fo enmach üns niemant weberftain. want die ‚ghene,
die' uns intgbein fin, * bat fin’ bie Doerftofßen” ind der macht wer'geſchetzt up *Agrivp.
200; ind dat weren die richſten van ber ftat, dik den meiſten ſchatz van der ffat!bebban..: 9».
woulde be:in wolgen mit S hundert; perden, —ſo wat guetz ir ignbe;hebpen;; dat
ſoulde he nenumen, wanne ‚he binnen. Coellen ‚ER, ind. ber, ſelpe ſchatz, Dem. ‚be dae
vinden ſoulde, #|ber were jo grois, dat he ein koninkrich baemii moecht gelden wae. vbagen
dat veil were* ind ſin tinskindere ſulden deb kat haben, ind fulbe mit dem alle ſine ”
viande ahderdiikden ind ir here wwerben:! herümb: woult'he ſullchen gtvifftein
ſchatz overkomen, jr fſpulde be In helpen Toellen wederumb gewinnen; AB asdan”
ſoulde Die gautze ‚Rat-im even jnd same amderbain fin, «.‚befe 4,mıam zqigen zor dem
herzogen ind leiden eme Die vurgefchreven wort vur, ind der herzoch hoirt Darnae
ind jpradh : ſait mir, wie ind waebi mad) ich deſer wort ſicher werden? ind of it
misginge, wer jal mir burge dairvur fin’?, fi qutworben:, “here,. bes.
willen wir ſatzen z0 burgen une live, unſe wiver ind unfer finder, dat ir bes allit
s wette I. t I a a Ze Fa a ur Br
36. ſynre' ſtatt "fin. u
_ Städtechronifen. XII. " 40
B31.231b,
Nil.
Hagen
5518.
eb. 5533.
*Agripp.
Nb(H.
Hagen
5524,
*Agrip-
pina9Ib,
626 VI. Koelhoffſche Chronik.
ſicher ind gewis ſin ſuld dat wir uch geſacht haven'. goit geloefte williget den doiren,
warnt it Init ſuis in finen oren. der herzoch ſprach: “fal ich deſe Dinge mit ud) begin⸗
nen, jo mois ich ritterfchaf Haven im groiffem folt'. “here, ſpraechen fi, ‘bat filver
ind goult dat uch fal werben in Coelne, des enis ghein zale. dairumb entbiet ori bat
fi 30 uch komen, ind doch heimlich: ir woulde fi fo mildelich ind richlich begaven, dat
fi fih des ummer bedanken jullen ind fal fi ir leven lank baten. ind beflimpt in der
moren dad, dat fi des nachts 30 uch fomen ind niemans daevan fagen.
bere, a8 ir dan bi ein fit mit urem voll, fo fult ir unverzait inriden zo
Eoelne vur der Ulreporben, inb kumpt 30 middernacht, fo enkunt ir niet veripeiet wer-
den, bat it vur unfe viande fome, bat fi gewarnt werben‘. bo ſprach der herzoch:
‘meint ir bat ich dairumb ververt ind verzait fin ſulde'? “nein here’, antworden fi,
“wir enſagens dabi niet. mer wae it unſe viande vernemen, fo vorten wir, fi unt-
quemen uns ind unwoirden uch uren ſchatz. ouch, here, a8 ir in Eoelne gewelbidh fit,
jo wirt ter bifchof ouch gevorbert in finen fachen!. ind alfo moecht ir in allen enden
ure viande nederen ind || frenfen‘. der herzoch ſprach: ſe dan bie reife achter⸗ 15
wegen bleve, fo wil ich riden zom greven van Efeve inb wil den bejpredhen, dat he ung
ouch up den dach 30 dienfte komme'. ind ver vurß herzoch Walrave van Limburch reit
30 her Deberih van Kleve ind ſprach mit eme van der fadhen, ind ber grewe
gelovet eme ficher ind gewis 30 fomen in der billiger moere nacht our Eoellen mit alre
finre macht. 20
Nota! dat verwondert mich ſere, wie der greve van Cleve ſich
dairzo lieſſe bedeidingen, dat he ever vur Coellen trecken woulde ind die
ſtat helpen alſus verreitlich gewinnen, ſo he doch, als vurß is, geſien
hadde, wie dat got der hilliger ſtat Coellen beſchirmer ſin wille ind ouch
bie lieven hilligen, der corpere in der vurß ftat raftent, ind dairumb up⸗ 25
brach ind heim treckte.
Desgelichen zoich herzoch Walrave zo dem van Valkenburch ind ſloes heimlich
mit eme a8 mit dem greven van Cleve, dat fi vur der Ulreportzen zo middernacht fin
foulden up den vurß dach.
Diffe dri heren, als fi den auflach gehoirt hadden, fo gingen fi 39 rade imb over- 30
drogen zofamen: wer it ſache bat fi Eoellen gewunnen, *|jo woulden fi dri flebe
dairnis machen, ind ein ieber julbe ein flat haven vur fich|* ind dair haven ſinen
eigen gerichte ind fin gebiebe?.
Der greve van Cleve befante die ebelften van al Nederlande *ind al fin
vrunde ind dede Die 30 eme fomen ind verbroich ſich des heimlich mit im, hat fi 35
eme helpen woulden ind getrumwelich biftendidh zo fin, Die flat van Coellen inzouem ⸗
men ſunder groijjen ftrit, ind gelovebe in groiffe folt zo geben. ind mer it ſach
bat fi Eoellen gewunnen, be foulde fi daeſelfs beerven begoeden ind rich machen.
alfo vergaberbe he ein grois wolf: ein beil quamen umb folt zo verdienen,
die anberen van beve wegen.|* besgelichen deden die anderen zwene lautzheren ind 4"
vergaderden ein grois vol.
u
[7]
0
6. beftumpt.
1. ‘Dan eirft jo wirt der bufchof 2. Gerichte und beide’. Hagen 5539.
quit'. Vgl. zu Hagen 5511.
.
1499. ' 697
Wie der greve van Eleve wederwendid wart up der reife umb Die billige fat
Goellen helpen z0 winnen.
Dove nu der benoempte Dach ankomende was, fo voir der grewe mit fime beit van Sagen
Eleve ind tredte zo Coellen wart, ind zoige zo Mere *|in dat dorp|* ind bleif um beagripp.
5 bat felve dorp ligen, ind umb den avent fo quam der greve mit 91
or
20
2
3
3
5
=)
a
jime volf vur Nuis. do die van Nuiffe dat vernomen, dat fulde.groiffe
volf quame, fo floiffen ft iv ſtatportzen z0 ind hueden ind wachten up ir flatmuire
ind lieffen niemans nis noch in, al moechten fi Des grois bat gehat haven. “ich arm
man’, jo ſpricht *|der genre ber deſe gefchicht zo eirften im fehrift gefaßt hait,|* 'ebend.
‘quam burftich wur die flat Nuiſſe ind was zo der zit ſent Peters bode, ind vant bie
ftat umb ind umb befloffen. ich bat fi durch got, want ich were hungerich ind Dorftich,
dat fi mich inlieffen umb fent Peters ere. fi ſpraechen: bode, gank zo Koellen ind
fage in, dat in hinnit gefte komen'. be vragebe: “wer ſullen bie fin’? fi autwurden:
‘der greve van Kleve. be ſprach: “ich nem it up min fele, bat mir leit were bat ich
bier bleve'. ſus ginf ver bode z0 dem dorp Grimbrehshnfen alias Grimme-
Lchshufen !, ind dae as he ind dran. *lin dem a8 be nauwe geſeſſen was, voiren bie Agripp.
Cleveſchen mit irem heirgezuich Durch dat dorp zo Coellen wart, ind wuſte up haeſte— on
lich ]* ind begaf bat effen ind gink wegen fo balfte he mochte, * ind was cin ellendige Agrivp.
nacht van rene? kelde ind winde. der bode hedde gern vur dem heirzuich die botſchaf
zo Coellen bracht: fo reden fi eme 30 balbe|* ind in vroir ouch fo ſere, dat he fi niet
vurgain mochte. *iedoch fo was he ſtedichs achter an in,|* wie ſnellich fl ouch reben. "agr. 8
"Do fi quamen an Poilheimer holt, bo hoirte der bode, bat der greve van Cleve * .
zo fine kemmerlink ſprach: 'deſe reife geit an min ere. it were mir vil beſſer dat ich Sagen
bleve. mir is zomail ſwair wa moide: * mich bunfet dat ich zo Coellen mois H Durch „5987,
ein loch Eruifen ind doch wederumb heruiss. ich wer liever zo Hulkerode'. Aar.($.
der kamerlink ſprach: “ft uch fo ſwair, fo laiſt ur lude vur riden ind hengt ir up ein 5590).
fide bis ur gezuich al vur is'. Dat dede ber greve ind reit zo Hilferobe ni inb bleit
aldae. ſin volk reit vortan zo dem herzogen van Limburch.
Ein deil croniken ſchriven, dat zo der zit dem greven van Cleve fin vugen Götn,
wurben upgebain ind jach up ber ſtede muiren die hillige moere, jent Geresin D 128.
den herzogen mit ſinre gejelichafind.bie 11 duſent jonferen mit iren vauen
ind eruicen, ind gebenediden ir flat Coellen ind ouch irre burgere, ind dat ver greve
von Cleve.reit mit finen vrunden beim ind enwoulde weder die billige gotz niet boin,
ind fachte dat fime nafomelinge. mer als mich dunket, fo is dat niet'ge-
ſchiet up deſe zit, mer vurhin up ein ander zit, ad vurß is. want ber
vurß greve quam boch niet vur Coellen, as nu gefait is, dan be bleif 30
Hilferovde, ouch wirt van ber ſelver vifion niet overal beroirt bi befer zit
in dem boichelgin, dae Die gejchichte van ben gejlechten intghein den buſchof
ind die gemeinde lange ind breit beſchreven werben ?.
1. So Agrippina. Hagen 5566: 3. Bal. Hagen 5592 anderwerf.
Grimminquſen 4. D. h. bei Hagen.
2. Riſe' Hagen 5576 und Agrippina.
‘ »
I, 4
40*
Hagen
5602.
*Agripp.
2a,
*Agripp. it
Agr. (9.
5632).
Hagen
5634.
*Agripp.
922.9.
5637).
Bl.2320.
628 VI. Koelhofiſche Chronik.
Wie der herzoch van Limburch ind her Dederich van valkeuburch mit teren volk
ind onch der cleveſche gezuich up Die geſatzte zit une Cochen quamen ind all
famen dnrd dat loch kruifen, an dem bogen gemacht.
Do die ritterfchaf des heren van Cleve, die van den ebelften uis Niederlaut wa⸗
ren, ind fin ander poll vur Coellen quamen, fo vunden fi our Der Ufreporten ben
herzogen van Limbur ind her Dederich van Valkenburch, des bufchofs van
Coelfen broder, mit irem volf ind wurben vruntlich intfongen var im.
bi aventuren fi moichten fagen: ir here wer up dem wege, he ſulde nae-
fomen. der here van Valkenburch der hieſch uphaumen dat loch bat dae bereit was
an der vurß ſtat, ind als it durchhauwen was, ſo gink ein grois deil van dem beir
durch dat loch ind durch den bogen, einre nae Dem anderen. ben perden daden
fi die ſedele af ind treckten fi ouch Durch dat loch, ind alle die durchgekroffen waren
die woiren halben bi den herzoch. bairmae, want it kalt was, jo zogen irre ein
beil In die bufer, Die andere in bie ſchuren *]die bi der porken Aunven,]* ind fi
meinten al, it were nu gewonnen fpiel inb warten einre gueber aventnir. her Her-
man der viſcher quam 30 dem herzogen ind ſprach: “here, deſe reile is wail, begonnen
ind were qualich afgellagen geweft. ir hait nu ven fmairften med) gebain.
laift uch die vergangen moenifje niet verdrieſſen, ix hait au Eoellen gewun-
nen, it ſal al wait bezailt werben. here, tredt vort in deſen garden ind wart al⸗
bie der gemeinde: wir willen. gacıt in bie flat: zo unſen vrunden ins in jagen, dat it
mit eime groiffen voll binnen ber flatutuiren fit ind Dat fi her 30 uch komen. ind fo
ſchone dach wirt, * dat wir umbſein moegen * inb mallich Den-anberen mad erlen⸗
nen, fo willen wir die viande ſulchen ind willen fi upheven van irren bedden'. *]ber
herzoch zoich in den moisgarden ind hielt afdae|* ind'wart dei gemeinde ind ber
anderen, die noch durch dat loch fulven kruifen, want ſi waren noch uiet 2:
al durchkroffen ind, gink fangfam zo, fo ir einre na. dem anderen moiſt
dunchlrujſen ar bie perbe ouch alſus.
Ih wen .! R 1 1 J
wie die Onerkalkin gewnrnt iurdrn And Fuel tr ak argiigen nenrerch
ind erſlogen.
Hefe vurſchreven wort des herzogen ind Herman vijchers beit. ein deit man, ind
was. genoempl Herman Wintelbart, ind der was ber VSverſioltzen vrunde: Aber Tief
van flunt am fere fneli in den Viltzgraben ind in die Ringafs dae der Over—
Bolgen, wonnunge.mwast, ind rief mit luder ffimmen: waifen! waiſen! unſe
viande hayven bie Ulxeportzen iune! mail up!. wail up ind werent uch, of ir, wert al
up den bedden doit ‚gejfagen mit wiven |) ind mit. finberen’ ! ſi wurden ſexe ververt
van der verrederi ie, ind upſtunt machten ſi ſich alle up ind in ir harueſch * ind ruften
ſich zer were ind zo vechten. ſi hadden wail vurhin hoeren mummeien, wie dat viande
fulden up fi komen, ind affo hadde mallich ſich dairnae geftalt ind ge:
reit gemacht: wer der eirſte bereit was, der ilde ſich up bie viande ind gheinre en-
beide bes anderen, doch zolefte quamen fi zofamen bi ben wianden: bo fi nu bi ein wa-
v FR X Ku Ber)
1. Richtig. Bol. zu Hagen 4584.
a
5
=
0
35
40
149. 629
ren ind ir viande vur in fain, began her Mathis Overflolg, ein alzo kune man, fi zo
vermamen ind ſprach: ‘eirfgme lieve vrunde, unfe leven ind goit helt nu bie
up ber wagen. bie ghene bie ir bae fiet halben, moegen fi willen overkriegen, fo fullen
fi uns einen Iefterlichen boit anboin. fo mir got, e wir dan uns noch hude lieſſen
5 alſus verberven ind erffagen, twir willen ir fo vil werberven ind ſchumfieren, dat man
over 100 jair dairaf fal jagen. ich ften wail, dat fl fin im mime molsgarden : fo wil«
fen wir ouch alhie troiftlich watden' t. mit dem felven quamen die vlande up fi ſtechen
mit vieren upgebunden wimpelen, ind ber here vau Beitenbunh reit one ind der her»
30. van Limburch, ind im volgeden nae wil ebel man, *jinb ir waren licht bi 300 "Ageien-
10 durch dat loch fomen.|* ber van ben alben geſlechten waren bi 40, ind bat waren al Ga
ritier van prife inb wail gereben :? biffe 40 beftonden int eirfte allein bie 306,
inb bie 40 ritter wurben van in achterwart of Binder ſich gebreven mit iren perben mit
groiſſen flegen, ind al wurben die 40 weberbreven van ber anber partie ber
fo vil was, fo weirben doch fi ſich fe ritterlich ind firengefich ind floigen weder
15 flege up ir viande, bat bat vuir uis den helmen fprauf. ber veerziger was ein jegelich
toaif gelicht her Deberich van Berne. her Mathis Overſtoltz reit zom eirſten up fi, ind
he wart fo fere gewunt ind geflagen, *]bat he van dem perbe biel|* ind als bur boit "
dae lad, *] ind am vunften bad} dairnae flarf he.]* fin fo her Gerhart was bi eme, "ebend.
ind als de fin vader fn8 ligen fach, fo wart he fo zornich, bat he mit cittwe ag, mat
20 eff Sanıben vianden vnrquam, ‘bie ſloĩch he bitterlich nieber. - hev Peter Jucde giant
ouch geraus up bie. viande fere koenlich ind bleif ouch doit up ber flat... *IherıQoban ‘chend.
van Vreden, „Heimman.an. dem Aven, defe vurf vier heile werlorea das ſtrits ir “
leven durch truwe ‚bes verlene im: got Die ewige vreudel * bes Eofin-Krop, do he
ſach genelt-bie heuſder van ber ſtede Coelne, jo leirde he ſich umb ind rant ſere. ſuel zo
25 ber gemeinde, bie ouch dair komen was, ind vleit ind bat, ſprechende; qſeit, heren,
wie dag nedergeſlagen licht her Mathis Overſtoltz ind her Peter Juede! duet it
pie uch felgen 30 eren inb helpt ung intghaiu ber ftebe vianbe, bie ud ind ung un
erſiain 30 verderben ind berouven lif geit ind ere. 0 edel gemeinde, hait vur ongen,
bir wir joſamen im biffer ‘Hilfiger ftat Seboren Ind upgezogen für. heipt uns Ind uch
30 weber ben herzogen van Limburch uud ſin hillper. It were’ ums ein ewige ſchande,
foulden fi uns alfus van unſen gueden verbriven ind nis unfen nefle ver—
lagen, imp, fi fpulden dae ueſtelen jud unſe gueder befiien. : ur
Wie die gemeinde viel an die Overfolgen ind halp in intghein die langheren,
‚Ind der hetzoch van Limburch wart gevangen Ind der. ‚here van Valkenburd)
35 i erflagen mit vil anderen ritteren Ind knegpten.
De. die gemeinde deſe vurß rede gehoirt hadde ind eine van in 30
hettzen nam dat 'ellenbige ſcheiden ind verdtiven van wif ind kinde ind
uis allem ſime goide, des ſi alleſamen verwarden waren, tief der vurß Sagen
ſelige man mit luder ſtimmen: laiſt uns dan bezide in wederſtaiu, of fi fullent doit
40 Magen bat lint in der wiegen’. bes uutſach ind erfchredte ſich die gemeinhe, ind got Agr. 92°
„gaf fin genabe bat fi upflunt eins wit: „fens wurden, ind bie gemeinde trahen zo ben 33
—X
1. “Zr heren, in mime moisgarden 2. Bei Hagen ser’ Ya ſich dieſes
ſolen wir der viande warden'. Dagen Epitheton auf bie 3t
5668. J
630 VI. Koelhoffſche Chronik.
Hagen burgeren ind quamen in zo hulpe. do nu die gemeinde ſach, dat her Mathis dae lach
5767. vur beit, do begunden fi in uiszodragen ind ſachten eme, wie her Peter Joede were
boit erflagen. bo fprach ver edel firenge ritter ber Mathis: enbelummert uch niet mit
und doden, geet, helpt den levendigen. got ind fin lieve moder haint uns noch in
allen ziden gehulpen weder uns viande: got der here verlene uns hube, dat wir ere 5
eb. 5730. ind verwinnung haven, fo wil ich wil be vrolicher flerven’. bo gink it alre eirft an ein
firiden, want mallich woulde dae ere eriwerven, ind gingen jcharmuteln mit ben
helmarſen ind mit fwerben. fi flogen und hiewen up perbe ind mar, Dat fi zer erben
Agripp. vielen. *|dae bleif doit her Diderich van Valkenburch der des biſchofs broeber mas 1,|*
„>. ind vur eme vilritter ind knechte. herzoch Walrave van Limburch wart ge: tv
fangen und mit eme ein groiffe menichte, ind bat geſchiede ungeverlich up ber
plaße tufchen ver Ulregafjeu bi ven Carthuferen und ſent Panthaleon in
den moisgarben, dat nu wingarven fin. und aljo wurben bie heven in dem
moisgarden, dae fi der gemeine gewwarbet hadden, erjlagen van ber gemeinde, int bie
ft meinten vrunde 30 haven, die verjageden fi, fi dreven fi wederumb achterwert, beide 15
man ind vos, 30 dem loch 30.
Sagen Do man alfus dat here ſchuffiert, ſo vpluwen vil van in weberumb durch
dat loch uis ind intquamen. der herzoch van Limburg nam Die vlucht ouch
weberumb 30 dem loch ind kroif weber burch finen bogen: eme nolgebe cin bar:
gere ind vienk in tufchen ben graven und bracht in weber durch bat loch in Die flat. 20
der berzoch were vil bas daeheim bleven zo Limburch, bar be lich alfus verooeden lied
durch ber Wilhelm van der Huntzgaſſen |ind] Herman viſcher, bie in wie machten
queme be binnen Coellen, be fulde bie Rat gewinnen.
eb. 5764, Stem der ſelven bri verreber, Die dem herzogen dat vieden, ber.nu
zwene genoempt fin?, bleven boit in ber flat: fi wurden geſleiſt ind np raber 25
y;u gefaßt.
S v8) Die burger herden dat ſpil uis mit hulpe Der gemeinben, ind wet in vutquam,
Sagen man ind pert, dat erfloigen fl boit. dae waren wail 300 edelmanne,*ſonder bat ge:
Agr. mein voulk,'* ind ghein van in quam baeban mit eren, want fi bi:nacht veri eitlich
*chenn. burchbraechen, umb goit ind tube 30 ermorben * ſnruder alle vede. * zo
Meiſter Sodert Hagen, Antfejeiner. von ACoellen „ der. zit, ſchrift ans
Hagen Ir alle die mich hoert mit vren ..... td.
Dat ir Coelne moelht Behalden: 0 NT neo rad
[4
4 '
Ein lere und vermannuge. | |
eb. 5529. Dus is uch ein lere bleven ..... * a
die dir, Coelne, got hait gefant, Be Eee
Beide 30 belpen ind zo vrommen. ii
weren fi za Herodes weder komen,
Herodes hedde fi bein untliven.
22. tind' fehlt. 37.und 38 in ungekehrter Solge. _
1. Das eiwähnt Hagen erſt ſpäter helm und Hermann feien gefangen: wor⸗
gelegentlich, B. 6238. den, was aber Hagen nicht fagt.
2. Auch bie Agrippina meint, Wil: a
1499, '631
got woulde fl dein in vreden bliven,
ind hait fi gefant umb vrede alber
dat in niet enjchabe wiant noch here.
fo wer den vreden noch hait zobrochen,
2 dat hait got ſelve hie gewrochen,
und wer in ummer gebrechen denkt,
got felver in an ber erem krenkt,
als it noch ber komen i8.
des fi vurware, Eoelne, gewis,
10 Coelne, des machſtu wail weſen blide .....
fine hilligen ind ur ſtat begeven.
Coelne, recht Dir geſchach..
ſelich was be der durcht loch intfloif!
1 Nu helpt ir al gelich ein dem anderen vaden.....
15 dae is ſelden ere mit gewunnen.
B1.233b,
Hagen
5853,
eb. 5395.
B1.234a,
Hagen
946,
Uis deſen nur worden id 30 mirfen zom eirften, Dat Des'ungelnde Agr. 938
Die burgere ind bie gemeinde beibe in ber ſchult waren. weren fi eins bieven, fo en-
"were des ghein moit geweſt. hedden Die viande overhant genomen in der zwei-
dracht und alfo tufhen Falf ind Eve die ftat Coellen infregen, fo
20 weren edel ritter ind knecht ind ber ftat burger mit ber gantzer gemeinde unterft und
gantz eigen wurden. aver got welde fi laiffen fien, Dat he einicheit yan in m ber hilli-
ger ſtat gehalden wil haven, und niet in homoit, dae einre dem anderen 39 goit wil
fin, ſonder bi gemeinen eindyechtigen burgeren, daebi bliven goit ſtede in eren flain.
8 .
5.5815).
Zom anderen fo i8 zo mirken: wie uneins die overften ind gemeinde umder-fich Agr. 938.
25 waren, nochtant, do bie noit anſtieſſe, Do wurden fi eins, iren vlegen 30 behalben,
bat allein. die gotz genade vuegde: want weren fi dae niet ein® wurden, fa were Snel-
Ion verloren wurden. got i8 der dem man alle ere zofehriven mach ind ſal, ind wem
fi got gan. Die Operftoulgen mit iven zohalderen leben genoich, umb.der ftgt.ere ind
irre vriheit zo behalden, mer hette die gemeinde im leften ir truwe an in ind an ber
30 ftat beft wict bawiſt, jo wer Coellen verloren wurden. fl
Zom berven is hie zo mirten, wie Coellen hie weberumb quame an,
fin vriheit mit werender hant. unrecht lach never und got halp finen
alden vrunden ir noit overwinnen, ind quam weder an iv privilegien, bie
fi vur 21/5 hondert jairen van Otto den voiden Feifer intfangen hadde
35 und van allen anderen bejtebiget bis up Feifer Frederich und konink Ma—
rimilianus nae der hant bis up deſe zit fovelichen van allen keiſeren be-
veftiget, fonverlinge durch feifer Karle ven IV anno dni. 1356 jair,
bo he geboit: fo wer einich des richs gelidder mit unrecht druckt, ben wil
he geſtraift haven in dem hoechſten grade mit dem ſwerde, genant dat un—
40 recht crimen lese majestatis. Coellen is ein wairaftich gelit des roem-
37, MCCCVI.
Pal.
©. 451.
Bil.
©. 450,
632 VI. Koelhoffſche Chronit.
ſchen rich® corpus, der 4 coleni, ein buwhere mit Saltburch Regens⸗
burch Coſtentz an der ordenungen des roemſchen richs. ver ſelve Karolus
wil ouch des hilligen roemfchen richs gelidver niet gebeilt noch van ein
gefcheiden haven, dat 30 ziden durch die overften heren des richs wenich
angeſien wirt, eive geloefve int vriheit des hilligen roemſchen richs zo be-
Bat. halden nae ingefatten alden ftatuten und fonverlingen veformacie Feifer
Frederichs des III, dair gefaßt ind gefloffen i8, dat niemant dert ande—
ren angrifen fal noch fin viant werten, he have dan vollichlichen vuran
81.2310. gedain nae inhalt des vurk || Karolus bulle des vierden, in dem capitel
van bem twibberjagen.
Mie die operſen mit der gemeinde der flat Corllen A lantheven keicen, die‘ um
die burgerſchaf an ſich nomen mund jairliden zolt intfingen van der Rat, umb zo
keren des bifhofs quade upfehe nud ungetrumelide ovetvallen.
Hagen Vur ind naet der zit dat des lochs ſtrit geſchach ind ouch e der biſchof gefan-
5984. gen wart, want die flat Eoellen begefiche cleinen gelounen an dem biſchove
vant,.mer mere'vernam bat Be intghein fi ein unuislesfichen has intfangen hadbe
und dairnae degelichs ſtonde, bat he die beflen ind overſten van ber flat moechte
verbriven.nis erue, uis goit, van wiven ind van linden ind zom Ichen nis alfem ftait
ind even floiffen ind verjagen: want wie vil foimen gemacht wurden, fo
wart doch gheine gehalden, — darumb vereinichben- ſich Die burgere ind
bie gemeinde vruntlichen ind gingen 30 rade, nae dem gemeinen ſpruch: wae it
an lif geit ind an ere, der wife benft vur wie be it gefere,. — of fi einigen rait dairinv
ghein vinden mochten, und befloiffen unber in, dat fi 4 lantzheren lieſen wolben,
To re beheltniſſe dem bifchof fing rechten : of fache were Hat iet under in upftone, dat fl die
svo1). A hetten als ſcheitzlude, ind of fi *of ir naelomelinge|* iemant geweldigen wolde nib⸗
"gagen wendich Goellen, bat bie ſelven ber flat 30 ivem rechten biſtnunden; ind gaven den 4
hexen jairlich ‚of erfliche vente. ber eirſte greve was ber van Gelre, bet ander Der: grebr
van Builche, ber derbe ber greye vam Berge, der wierbe der greve van Katztuelen ⸗
bogen, ouch foren fi dairzo dri ori man: den heren van Breintze Der ein goit vidder
ind naurebich.was, item den van Iſenburg ind her Werner vanme Rode, doſe jenen
Agripp. quamen binnen Coellen, “| want fi ware van ber flat beſchreven,* ind gewunnen
alle Die burgerſchaf und verbunden fih. mit, der ftat, bie nummer 79: lgiſſen, darch
liefbe of durch leide, bat men wairhaftichlich bewijen und bibringen mochte, und in
30 irem rechten. biftant zo doin, behalden dem biſchof van Coellen zerzit
of ime mäetomeltnge finre gerechticheita
EL Ber a a ee a Pa 11 5
wie bifaof Engelbert nk ‚Dat verhunt des greven van Suite :mit det ſtat van
“Socken. Mn. viaut wart, Music afgewan Ind dat laut van Guilde pweruct ver ·
heirde verdarft ind verbrante.
Agr. — Dit verbunt der biſchof gewar wart,* jo hatte he ein uni vetim.
9% 5 be dachte: “bu machs Eoellen niet gewinnen, jo wil ich allentzelen vnrnemnien die
888 zu Hagen Beil.1, 8(36.1, 23h. 3. Behalden reicht irre/eren de den
2. Durch beide’. dagen 6027. in ven ziden weren'. Hagen 6032,
U)
15
1
0
no
3
"85
4u
1
Di
=
20
2
3
4
5
—
=
1499. 633
vurß lantzheren Die fich zo den Coelneren verbanben haven, ind bie mir underbenich
machen'. ind wonlde zom eirflen treden up den greven van Guilche und dairnae
up die anderen. be bebe ftillichen werfamelen ein grois here und dede beroifen
fin hulpere und hulpshulpere, as ven greven van Cleve ind andere,
ind zoich wur bie flat Sinzich ind belachte die, die dem riche zogehoirt *| ind der grewe Agripp.
hatte Die in]* a8 ein bejchirmer. ind al hoirte die vurß flat bem riche und dair—
umb ver bijchof billich afgezogen were, jo he des richs geſworen was,
fo jchreif Doc) in ber grewe vurß: up bat fi iv goit behielden und ir ere, dat fi ſich
ergeven *bis it deffer wurde.|* ber greve gedachte: gewiel it eme weberumb Dat he Agripp.
des biſchof mechtich wurde und overwunne, he woulde eme dat wederumb mit ſchaden
ind mit orloge zo huſe brengen und verglichen. || der biſchof gewan Sinzich, ind as Bl.2380.
be dat gewonnen hatte, fo zoich he vort mit dem ſelven heir in des greven lant * van Agr.
Guilche* ind verbrant Dat jemerlich und clegelich ind macht vil weduwen ind weifen
* ind vil armer lude.* ber bifchof ind fin voulk zogen wri int lant van Guilche fon» Agr.
ber vorten: fi meinten, fi woulden bat ſelve lant gant im grunde verberven ind in
enmoechte dat niemantz keren.
So wie biſchof Engelbert van dem greven van Guilche beſtreden wart ind gefangen
ind vierdehalf jair zo Aidecke gefenklich gehalden.
Do ber greve van Guilche fin lant ind Tube ſus jemerlich verberven ſach, — die Hagen
wile dat men fin lant verbrant ind ber bifchof im lande lady, fo beſande he fin frone- - 6062.
ger den greven van Gelre ind al fin vrunde ind dede fiernftlichen ind vruntlichen
didden, bat fi ſnellich quemen, of bequeme umb lande ind lude, want ber bifchof
vurß leege eme im lande. Do der greve van Gelre bat vernam, jo famelde hei van alle
finve nacht ind van orunden ind maegen ein grois voulk ind quam dair. bo nu ber
greve var Gelre komen was, fo intfink in vruntlich der greve van Guilche ind clagebe
eme, dat in der biſchof van Eoellen overviel ind woufde in bringen umb goit ind ere
ind ſchedichte jin lant ſchentlich, ind bat anders mergens umb, dan bat be
der van Coellen halper wurben were; behalden eme fins rechten. ‘he ſpricht: be wil
uns vnt werbriven ind bairzo nae here bliven zo Coellen'). ber greve van Gelre
Iprad): ſwaeger, fit unverveirt, want groiffe worde Die enbinden niet. got ind bat
vecht ſal uns helpen ind dairzo unfe vrunde inb maege. ber bifchof hait ein gejamelt
vould, dat jal im laiſſen und vlien, a8 ir mit uren ongen hude anfien fult,
jo wir vrunde bi ein fterven Ind genefen willen. faift uns van flunt an fi
angain, e in iemank zo hulpe komme. ind ſoichten den biſchof dae he was.
do gink it an ein ſtriden. ftvagger”, ſprach ber. bere van Gelre, “volget mir!
ind rieden bae fi ben bifchof mit den finen vunden, ind gingen fi flechts an.
ber. biſchof hadde wail zwei mail: jo vil volls a8 der gteve: dairumb ber greve wart
jo hart augedrungen van. den Coelſchen *ind im wederſtant gebain, bat be bilder fich Ayeiır.
wichen moifte. zom leften fetbe ber greve 'weber.an |* ind fo ſtark mit hulpe ſinre —8—
vrunde *ind volherde,* Dat des bifchofs wolf begonde zo vlien, ind der biſchof quam Agripp.
936
ſo verre, *dat he niet geolien enkunde ind wart gefangen ind mit eme mannich ebels »y...(5.
6108).
1. Der Hagenfede Text ift bier un: pilator die Bedentung von ‘gewat' (Ha⸗
genau wiebergugeben, wohl weil der &om: gen 6089) nicht kannte.
634 VI. Koelhoffſche Chronik.
Gölner man.|* deſe nederlage geſchach mp fent Lucas bach anno dni..4267. . der greve van
dahrt Cleve wart ouch dae gefangen!, mer he entgink dairnae ind quam daevan.
Wie biſchof Engelbert ſere hart und ſchentlich in der. gefenkniſſe gehalden wert,
ind dairumb die Aat vau Coellen in dem ban was 3'/, jair.
Sagen . Do der greve van Guilche mit finen bulperen biſchof Engelbert ind bie fin ne-
sur. bergeivorpen ind gefangen hadde, bracht Be fi 30 Nidecke up. bat fiarke ſlos und lacht in
in jo grois ind flarf iferen weffere ind in ein jo unbequeme plaeke, dat be binae
boit bleven was. item bairzo macht men bem biſchof vurß ein iſeren ge-
remfle a8 ein vogelskorf buiffen an ver muiren vam flos, umb ven 30
beſchimpen, int ver bifchof vurß moifte dairin gaen ſitzen ind baerbinnen
bliven fo dicke und fo lange a8 der vurß greve woulde. jo bald a8 ber
eb. 6170. biſchof wart gefangen gelacht, wart interbict of der fanf gelacht zo Eoellen ind
such wart Die flat in den bat gebain, want fi mit dem greven vurß hielde, ind bie
paffchaf wart bezwungen mit dem ban, bat fi nis Coellen moifte treden. ind bat
jelve quam toch ouch van fich ſelfs: want do der ban ſtonde, do moichten
fich die flechten priefter? niet erneren. ind bat ftonde wail 31/2 jair bat
Coellen in den ban wa8 3. WW
Do nu biſchof Engelbrecht lange alſus gefangen gelegen was, ſchreif
31.2350.der pais ind mannich bifchof ]| ze dem greven van Guilche, dat men al-
ſulchen man alſo niet halden fulte. der vurß greve jehreif weberumb
allen heren : he hedde ein vogel in ſime lande gevangen:in ſime ſchaden,
der moiſte eme zo willen in eime korve ſitzen. he enhedde gein'paffen ge⸗
fangen, he hedde in fime lande gefangen ein rouver ind ein boeſen ruiter
ind ein lantverderver: der in haven woulde, dat he queme ind.hoilde in.
ind aſſo was hart weder hart; der biſchof emwoulbe, niet overgeyen of ver:
zien up eßliche punten, ind der greve woulde ouch finen willen haven of
Sölner lant ind lude verliefen, ind he freige grois Frechtfich gyit van den paffen ind her-
0197 u. Ticheiden, e fi iren bifchof Yan dannen fregen. tt wart mannich perlaiment ind bage:
Sagen Teiftunge' gehalden van ter pafichaf umb des biſchofs willen, dat he moicht
eb. 6122. uiskomen ind goß dienſt wederumb geboin binnen Eoellen, ind as inen bi-
ſchof Engelbtecht die gebeibingte foine' zo verſtaln gaf,' fo wat he bdaitʒo bdin
woulde, jo enbehagede it eme niet ind wonlde eins noch gheins halben.
eb.6178. niet de min die paſſchaf deidingie noch mere umb bie verloefung des biſchofs, dat he
moechte niskomen, umb der vurß ind ander ſachen willen, mer dem biſchof
[211
0;
v
0;
>
8*
0
25
30
was gan niet 30 raden, jo wat im vurgelacht wari, ‚ind woulde vil lie⸗ 35
ver vuilen in dem torn dan bat gene doin of overzogeven dat im; vur⸗
1. Hagen ſagt das Gegentheil. Vgl. teine fefte Pfründe haben.
zu gan 6111. 3. Dgl. Dagen 6119. ‚6176. 6235.
D. h. die ärmeren Briefter, die
. 1499. ‘635
gehulben wart. ind bairumb hielve ver greve ben bifchof fo ungnebichlich,
bat men meinte, ber moifte fterven in ber gefemfniffe, want he fines heufdes Sur,
woulde fin, ind wat men dairzo fprach ind dede, dat was al verloren. 6210.
und umb des willen zoich einre van des bifchofs luden! 30 Rome,
5 meifter Beruhart genoempt, und erwarf ein banbrief: fo wer unib des biſchofs ver- Hagen
Ivefunge- jpreche of debe, der ſulde in den ban wallen. want he meinte: fulde men Balehr.
dairumb deidingen ind dat dem grewen bie ſchatzunge, die be eiſchede, vverlevert wurde 5214.
inb ber bifchof ſturve, fo were dat gelt verloren.
Wie biſchof Eugelbert dede Albertum magnum, den biſchof van Regensburch ind
10 provinciale van prediger orden, 30 fid) roifen nis Collen ind ergaf ſich dairze:
fo wat he fachte, dat wonlde he volgen ind genhlich halden.
Zom leſten beweichebe got des bijchofs gemoide *Jind he dede Albertum magnum, Hagen
bifhofzo Regensburh und provinciail van der preitger orben, Nißcygr.gie
Soellen zo eme komen,* ind as he 30 eme quam, fo fprach bifchof Engelbert nae ander tgl 1 9.
15 dil worden zo Albertus magnus: *|‘fo wat ir beidingt zu ber ſoinen, Dat wil ich hal: *Agripr.
ben’, |*:Ind wat be vur in dorſte ſchriven, dat wouldte he au zwivel halben. *] he jebe —8
doch weil, dat he ſins willen moiſte avegain, jo woulde he nu veig volgen. do ſprach "age: (8
bifchof Albrecht: “here van Coellen, biſchoffe, a8 gefchreven is in dem geiftlichen rochte,
julfen rechtverdich fin und ein ftern fin in goiden werlen, der dae alre mallich Tuchtet.
20 men ſal ouch goit bilpil an in fien,|* und asdan werben fi geeirt und vur ougen
gehafden. wat wedermoitz uch gefchlet i8, dat fult iv uis urem finne ind uis uren ge:
dachten ſlagen halt wort ure truwe ind wort ware, fo moegen ure dinge ein vortgant
baven. : fo wat men gelovet, bat’ fal men halden bem meiſſen as dem minſten. ein
man, ber mit lugen umbgeit, der boet fin jele und verluſt fir ere. here, macht vreben
25 in, fteden, und in landen, halt recht gerichte und niet unbgeit ben vechten wech, nad)
durch bede noch goit. niet fiet durch die vinger, 30 firaifen boisheit und boverie. ure
pafſchaf, ure ritterſchaf und ure burgere, halt die in eren, ſo haldent ſi uch wederumb
in eren ind wur ein heren, ind asdan fo enmach gheinre van uren naberen uch weber-
ſtain: mer voulgt ir niet Ind woult dat vurß ind andere bergelichen hinder ſich fegen,
30 jo kriecht ir nuwe ſchande und unrecht‘. biſchof Engelbert antwerde und fpradh: "ir
faget recht und wail'! *lind begerbe vortan, dat be die ſoine machen wolde, und wat Agripp.
..be meichte,, ‚bat wolbe pe volgen ind nummer me bairintgein, boin.|* biſchof Al— rs
brecht ſachte: ‘here, Jdat is wail geſprochen'! ind buſchof Albrecht perzalde Bl. 236.
eme vortan Die ungetruwicheit ſinre dienre, bie fi ſchedelichen intghein in
35 bedreven hedden in. ſime afweſen, ind. ſachte: “here, ich hain mir laiſſen ſa—
ghen, bat meiſter Bernhart have ein ban ſgedain] up die gene, die dairumb uis ſin
Dat ir uis der gevenkeniſſe verloeſt wert und Dat ir moecht wederumb in Coellen fomen’.
ıtem vortan ſprach Albertus magnus vurß: 'desgelichen hait he ouch
gotz dienſt in ber hilliger ſtat van Coellen verboden, umb dat fi mit dem greven van
40 Guilche eins ſin ind mit eme verbunden, des doch manch duſent ane ſchult is. ſi ſin
36. gedain' fehlt 37. werr' flatt wert‘.
1. Der Nuntius Bernard de Caſtaneto. Vgl. zu Hagen 6167.
Hagen
6184.
cb. 6227.
636 VI. Koelhoffſche Ehronif.
niet alle vrunde, Die jchinen vrunde zo fin, here, is he ouch vil bi uch gemeft in veir⸗
denhalven jair, des fit ir wail gewar wurben?. urre prioye ind paficheit zwank man
overmit ben ban, bat fi ſamen uis Eoellen moiften zien, up bat fi niet endeden
dairzo, Dat ir uisquemet. dieghene Die urre nisfomen alſus hinderden, rat waren bie
ghene bie urre renten upboerben’. *
Hieuis mirk ich ein kurtz puntgin, dat, as mich dunkt, ver bufchof
Engelbert were bi aventuren ein guedich genevich ‘here geweſt, "mer Be
hadde quade raitzlude, die fich ſelfs ind ir eigen nut gefoicht haven ind
niet dat gemein goit, ben ver here gevolget hait 30 ſime ungeval, as ouch
geſchiet bi unſen ziden vil vurweſern beide geiſtlich ind werltlich, dairan
doch ſich andere vurweſer leren ind beſſeren ſoulden, die dat leſen of hoe—
ren leſen ze.
Bortan ſprach baſchof Albert: ‘want, here, bat vurf is uch binberfith
ind uch mach meirre ſchaden dairuis nntftain, Dairumb fo nempt vortan urs
binges felfs war. unrecht intghein uch ind ure pafheit ſukt iv'hfflellen, fo Heft 15
men uch wur ein heren. dalrumb: ber ban, der gegeven is up uch ind’up fi, bat fl
umb urre uiskomen niet arbeiden ſullen, ſult ir afftelfen, ind berbift uch an den ftoif
van Rome up ſchaden, des ir ind urre pafheit vil hait. item, here, zwingt Are paffen,
urre canonichen, preitger ind minrebrodermoenche mit gehoirſamheit durch af urre
buſchdom, dat fi finghen ind leſen. wiſſet orich, here, *| dat ung is heruis geſchreven 20
van Rome, * wie men alle carbenale van ure wegen have faiffeit berſtain den unrech⸗
ten ban, den meiſter Bernhart gedain hait np alle Die, die bairzo geraben of gebtrin
haven zo urem uiskomen: ind meiſter Bernhart, der Ben bainvan Rote her:
#418 geſant hait, wart beſant van Den cardinalen ind wart ſere verſprochen, wie he
fuͤlche brieve ind benne dorſt geven, die uch an ur leven gingen. want“he' hüdde 23 |
pargehalven, dat iv asmer a8 boit wert in ter gevenkeniſſe umb ber
veffere willen ind der vnilniſſe des kerkers, ind dat’ ir in'det gebenkniſſe
moeft fterven. meifter Bernhart ſchampt ſich fere ſulcher dait. he enwiſte Hiet’waif
wat he ſagen fulde, ind behalp fich mit einve lnegen ind ſprach: ir wert boit of alzo
ſere nae, dat ghein hoffenung were zo urem leven, ind balrımd feghe he 30
uöebe, Dat urre vrunde einich geit geven bem greven van Guilche unb ur uiskomen
⸗
Q
- Die carbinele allefemen ſpraechen: ""pfe uch an, ſchampt uch fo Lange Ir levet,“dut ir ie
nishavet fulchen ban / ver offeriberlich unrecht is inb intghein wten here’. ind
meiften Rernhart 33 wurden fo vrracht under, beit eardenalen, -nat-he Dnima; mie under
ir angeficht endorſte Iomen. hexe, bat is vuxwair m, hezuig geſchieren. dat it 4me 35
alſus wederfaren ſi'. ce nor
Va BE Eee EEE BE Be a ae EEE
31. Yr' ftatt ur.
. ik;
Bol. Die Iprachliche Erläuterung here, in veirden halven Je fit ir's wail
zu —* 6174 worden geware Hagen 617
2. Is er uch eit veil geweſen bi? "un
i
or
=
wo
20
2
3
or
a
1499. 637
Wie Albertus magnus die foine buſchof Engelbert vurſprach ind he nae, ind quam
wederumb in Coellen, ind wie die ſoine gelefen wart anderwerf zo fent Marien
' greden im jalr ind np den dad als hernae geſchreven Reit.
| Do nu deſe zwen bufchoffe fich under ein geiprochen hadden ind B1.236b.
buſchof Engelbert nes. was ingegangen, 30 halden dat bufchef Albert jachte,
jo moift be dairzo dat uisfprechen perfoenlich vur dem greven van Guilche
ind finen vrunden ind der ftat van Coellen, ee be uis der gevenfenifje pri
ud quit gelaiffen wart. Albertus magnus fpradh: ‘here, die foine is
alſus gemacht, dat ir z0 dem eirften wur uch und ure pafheit den ſank weberumb
beftelt in Coellen'. buſchof Engelbert ſprach: ‘ich approbere! ind gebiede ven
Sant, as it hievur beſchreven fteit, ind bat is min wille ind min rait!. “item z0 dem
anderen fo fult ir, here, verzien up urs broders doit. item zom derden fo fult ir Taiffen
die Pat van Corllen bi allen vriheiden, die fi beide van keifer ind van konink ind van
alder gewoenden herbracht haint: dat fult ir in al halden unverſacht. ir ſult ouch
halden vreden mit in, alfo dat fi vredelich zo waſſer ind zo lande fin, fi gain riden of
baren. fi füllen uch halden vur ein been, ind boin Dat fi uch ſchuldich fint. ir fit ir
geiftliche vaber ind fi fin urre kiudere, ind dairumb fo halt ud) vederlich intghein fi.
ir enfult gein dink up die flat wreden noch up den greven noch ouch einige an»
ſpraech an fi machen. Dat gefchiet in, Dat ſal gejchiet bliven, ind jlacht bat uis urem
Hagen
6229.
finue, want it ruwet fi ind is in leit. nu duit als uns hemelfche vader: fo in wilcher
zit ber ſunder vur fin ſunde erfucht ind fin.eme leit, jo vergift fi eme unfe here ind
ipricht, ‚he.enwilre nummer gebenfen, duet der ſunder finen Dingen vortan recht.
alfus och, here, allen unwillen ind unvruntſchaf inigein fi ftelt af, vergeſt ind ver⸗
geft, ‚fi jullen uch dienen al ir leven. deſe join fuld ir halden van beiden ſiden vaſt
ind ftarf, jnd wer dairweder raet of duet, hy is goß viagnt'. buſchof Engelbert ant⸗
worde ind ſprach: buſchoß Albrecht, ich. bin. it uisgegangen ind hain it in
uxe hant geſtelt ind gegeven, van mir ſal fi niet zobrochen werben. ber guede
got, be mues 18, walben, bat fi ewelich gehalden werde ind flanthaftich bline’... .
Deſe foine geſchach up’ ein gueden maendach, 14 dage nae paifchen. buſchofeeb. 6275.
Engelbert wart zo Coellen bracht in jent Marien lirch z0 Deu greden ind dae verzeich
be up die ftat van Coelne, ind die joine wart dae gelefen aunderwerf? wur alremallich,
dat fi ummer goit vrunde ſulden bliven. inh bie ſoin las der ftat van Coellen ſchriver Mar: 94b
ind hieſch meiſter Gobert Hagen, ber. deſen vurß handel ind gefchicht san bufchof
Convait van Hoefteben. ind von bufchof Engelbrecht clairlich up dat lengſt
beſchreven halt, win bein bie meinung kurtz overloufen hie gefaßt is. ‚mb warf geleſen
die ſoine in dem jair une heren 1270 jairs. Zu
Item bie i8 zo mirken: al bewilliget bufchof Engelbert, bat he hal-
12. ‘9x8’ ftatt “ure”.
i. Ich appelleir. Hagen 6235. denfalls irrige Jahreszahl auf bie.Zeit
2. “Und bereif ſich anderwerf reichte. der Abfaflung der Chrouik. Vgl. Einlei-
be foine’ ıc. Hagen 6282. tung zu Hagen (®b. I, 4).
3. Wahrſcheinlich bezieht ſich die je-
(Hagen
6283),
638 VI. Koelhoffſche Ehronit.
ben woulde ind genoich doin, naedem bie foine ind ber uisfpruch ge-
gangen was, jo gefchach it Doch niet, want he fulde die ftat Coellen weder
uis dem ban beftellen. dat was noch niet gefchiet dae he ftarf: want
umbtrint anno 1272 ftarf he ind wart 30 Bonna gegraven, do he noch
licht, ind bie ftat van Coellen was noch in dem ban dae he fi in gebracht 5
hadde.
Nachträge.
S. 16. Die mit 02 bezeichnete Hſ. wurde ſchon in den fünfziger Jahren von
Herrn Archivrath Dr. Elteſter zu Coblenz in der Königl. Bibliothek zu Berlin auf
gefunden und zum Zweck der Edition copiert. Wenige Wochen, ehe der Drud des
2. Bandes begann, theilte Herr Eltefter dem Herausgeber dieſes mit und bot ihm mit
feltener Liebenswürdigfeit die Abfchrift zur Verwerthung an. Der Herausgeber konnte
biervon zwar feinen Gebrauch mehr machen, da die Berliner Hſ. bereits feit Jahren
verwerthet war, glaubte aber feinen Dank an dieſer Stelle öffentlih zum Ausdruck
bringen zu jollen.
©. 23 Note 3 3.3 v. u. ift hinter 242 die Klammer zu fchließen.
S. 90. Auch Papft Bonifaz IX. hat in den Streit zwifchen Erzbifchof und
Kapitel eingegriffen. Vgl. Hüffer, Forſchungen auf dem Gebiete des franzöf. und
rhein. Kirchenrecht S. 258.
S. 92 3. 18 1. gewunnen'.
S. 121 Anmert. 1. Die Sprenfersbacher Suhne iſt gedruckt bei Mone, Zeitſchr.
für die Geſch. d. Oberrheins IX, 25.
S. 175. Die Notiz über die große Domglocke iſt mehrfach unrichtig. Sie wurde
erſt 1448 gegoſſen, und zwar von Heinrich Broderman und Chriſtian Cloit. Vgl.
Merlo, Nachrichten von dem Leben und den Werken Kölniſcher Künſtler (1850) ©. 63.
Johan vur fente Steffain’ ift vielleicht identiſch mit Johannes de Vechel,, ver 1449
die zweite Domglode goß. Vgl. Merlo 487.
S. 19. Große Aehnlichkeit mit der Würzburger Hf., aus welcher die latei-
niihen Chronilenfragmente entnommen wurden, befitt Die (bereits Bd. I, Einl.
S. ıxvıı Note 2 erwähnte) Hſ. der Bibl. de l’Arsenal Mse. Hist. Lat. n. 6.
Beichreibung und Varianten verdanke ich der Güte des Herrn Profeffor Molinier in
Paris. Es ift eine Papierhf., 523 Bl. von. einer und derjelben Hand Ende des
15. Jahrh. zweifpaltig bejchrieben. Born fichen mehrere Weltchroniken, darunter das
Cosmodromium des Gobelinus Perfona, BI. 401 beginnt Tractatus de primaria fun-
datione eivitatis Coloniensis et eiusdem pontifleibus. Pauper siquidem ego eru-
besco exemplo sanctissimi Iheronimi loqui ad viros doctissimos. Die nächſten Ab-
ſchnitte find überfchrieben de fundatoribus, de potencia urbis et triumphis eius, de
sanctitate loci et eorum (fo!) reliquiis, de laude eius multipliei et armis eiusdem.
Bl. 4046 beginnt eine Bifchofschronif, untermiſcht mit annaliftifchen Notizen bis
1453. Am Schluß: Collecta sunt hec prescripta ex diversis undique repertis per
640 Nachträge.
quendam virum et fratrem religiosum ad instanciam cuiusdam honorabilis viri Co-
loniensis pro tempore in consilio alto sancte urbis ColoMensis presidentis.. Nomen
vero ipsius ut seriptum sit in libro vite exoro, imo pro presenti subticeo. Bei:
gebunden ift eine Pergamenturkunde vom 20. März 1400, in welcher Franeiscus tit.
s. Suzanne presbyter cardinalis dem Cölner Bürger Johann von Zyın ein perfön-
liches Privileg verleiht. Die erheblicheren Barianten find folgenbe:
©. 193 3. 14—19 fehlen. — 3. 26 regioni.
©. 194 3. 23 Hartlevus de Marka. — 3, 26 viri religiosi. — 3. 30 pervigi-
les. — 3. 35 omnimodo. Die folgenden Notizen bis S. 197 3. 6 fehlen
an dieſer Stelle der Hf., finden fich aber zum Theil an anderer Stelle
Bl. 522.
S. 195 3. 5 transferentes Renum in terra Montensi. — 3. 12 Johannis Cre-
vuel de castro. — 3. 13 igneis. — 3. 35 decapitaverant. Das Folgende _
von 195 3. 42 bis 197 3. 6 fehlt.
.197 3.9 set in patria illa magnum intulerunt populo et terre dampnum.
— 3.10 econtra flatt eque. — 3. 16 ift 1423 aus 1433 verbeffert. —
' 3.30 comunitati.
&.198 3.2 primum flatt postea. testatur. — 3. 14 videlicet feblt. — 3.16
debet. — 3.18 inelusus. — 3. 19 ftehen nach tranquillitatem partium
die Worte praerlara perinitate servanda (etwa perpetua perennitate ser-
- vandam ?). — 3.22 fuit ftatt sunt. — 3. 30 in floreno 4 solidi erant
subtracti. — 3.32 compromiserunt. — 3. 38 in terra Merckensi. —
3. 40 tamen ftatt tum.
S. 199 3.1 fehlen die Worte inter quos fuerunt bene 500 milites. — 3.5
„7 septem. — 3.7 eodem tempore mareii, — 3.14 allecum. — 3.21.
IN sol. -- 3.39 fehlen die Worte altera bis Christi.
S. 200 3. 1 sunt iusticiati uterque. — 3. 10 folgen nad) aliqualiter Die Worte
eodem anno iubileo. — 3. 12 bis 18 an anderer Stelle, beim Sabre
1453. tumultu furiente et in. — 3.18 fehlen die Worte in alia charts
ꝛe. — 3.29 ff. fehlen.
, S. 234 Anmerf. ift die Seitenzahl des Citats aus v. Steinen (66) in 77 zu
ändern. Eine Arbeit über den Soefter Krieg, welche jedenfalls auch Die bier berühr:
ten Soefter Quellen einer kritiſchen Würdigung unterziehen wirb, ift in Ausficht ge
ftellt von R. Wilmans. Bgl. Monatsfchr. f. rheinifch - weftf. Geſch. II, 65.
S. 451 3. 28 lies ‘fo wer mit’ ftatt ‘fo we mit”.
7
Drud von Breittopf und Härtel in Leipzig.
ı®